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Zombies!

23. August 2009 um 16:47

Wenden wir uns doch mal der zeitgenössischen Kultur zu, auch wenn man im Meer der Vergangengeit natürlich mehr Perlen findet als in der Pfütze der Gegenwart

Hier die Herausforderung:
Was sagen Zombies über die zeitgenössische Kultur aus?
Welche Ängste oder gar Sehnsüchte kommen durch Zombie-Filme zum Ausdruck?
Haben Zombiefilme mehr Tiefgang, als man zunächst meinen sollte?
Was haltet ihr von Zombies?

Und für die Zombie-Liebhaber: Sind die rennenden Zombies neuerer Filme ein geschickter, zeitgemäßer Schachzug oder ein Verstoß gegen eine der wenigen Regeln der Zombiefilm-"Kunst"?

Und noch ein letztes Anliegen: Hier darf sowohl versucht werden, ein plumpes Popkulturphänomen mal auf hohem Niveau zu analysieren als auch gelacht und gescherzt werden

Also, dann lasst eure Gehirne mal arbeiten, bevor sie gefressen werden!


LG
Ele

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23. August 2009 um 17:36

Perlen und Sehnsüchte
Sehnsucht des Menschen:
Ist es eine verborgene Sehnsucht des Menschen, aufgefressen zu werden ?

rhetorische Frage

Sehnsucht des Zombies:
" Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch lang nicht singen. "

Deutsches Sprichwort

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23. August 2009 um 18:07

Zombies
sind alles andere als ein heutiges Popkulturphänomen. Geschichten über wiederkehrende Tote gibt es in so gut wie allen Kulturen seit Tausenden von Jahren, und seit Tausenden von Jahren erfreuen sie sich größter Beliebtheit. Insofern ist es kein Wunder, dass auch das Medium Film gerade mit Zombies arbeitet - never change a working system.

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23. August 2009 um 19:32
In Antwort auf polmanina

Zombies
sind alles andere als ein heutiges Popkulturphänomen. Geschichten über wiederkehrende Tote gibt es in so gut wie allen Kulturen seit Tausenden von Jahren, und seit Tausenden von Jahren erfreuen sie sich größter Beliebtheit. Insofern ist es kein Wunder, dass auch das Medium Film gerade mit Zombies arbeitet - never change a working system.

Wohl wahr
Interessant ist aber, dass z.B. die in Europa so "beliebten" Vampire dagegen geistreiche Verführer waren.
Was ist also der Reiz an dummen, langsamen, fauligen Leichen?

Auch ist es doch interessant, warum Untote überhaupt so beliebt sind und waren. Sind sie einfach die andere Seite der Unsterblichkeits-Medaille?

Gut, ein neues Phänomen sind Zombievorstellungen tatsächlich nicht, aber was haben sich die Menschen nicht eh schon längst ausgedacht? Wenn es das Genre "Einhorn-Filme" gäbe, würde ich es auch als modernes Kulturphänomen diskutieren können. Der Kontext und die Geschichten haben sich schließlich in den Jahrtausenden gewandelt und heutzutage haben Zombies offensichtlich auch etwas mit der Angst vor fehlgeleiteter Wissenschaft oder dem Militär zu tun.
Dass aber eine so lange Tradition auch Einfluss auf die Filme haben *musste*... nun, das ist allerdings wahr

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23. August 2009 um 19:33
In Antwort auf dreifuss

Perlen und Sehnsüchte
Sehnsucht des Menschen:
Ist es eine verborgene Sehnsucht des Menschen, aufgefressen zu werden ?

rhetorische Frage

Sehnsucht des Zombies:
" Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch lang nicht singen. "

Deutsches Sprichwort


Ich für meinen Teil versuche, lieber nicht gefressen zu werden. Mag das nich eher eine Angst sein?


" Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch lang nicht singen. "
Aber sie *waren* zumindest mal Menschen. Die Sehnsucht, etwas zu sein, was sie *nicht mehr* sind....?

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23. August 2009 um 19:58

Zombies
haben einen grossen Teil ihres Ekel -oder Gruselfaktors eingebüßt. Doch durch ihre fehlende Intelligenz und die steife "Choreographie" wirken sie heute auf mich und die meisten anderen eher unfreiwillig komisch als bedrohlich! Sie eignen sich hervorragend für trashige Filmchen oder Splattermovies.
In einem ernsten Horrorfilm haben die Jungs heutzutage nix mehr verloren.

Bei Computerspielen ist es nicht ganz so. Da tragen sie durchaus zur Gruselatmosphäre bei.

Rennende Zombies, die womöglich auch noch intelligent sind,
sind keine Zombies! Die Entwicklung zeigt, dass es sich irgendwann ausgegruselt hat, denn warum sollte man vor dummen Lahmen Untoten Angst haben? Die Antwort sind dann die modernen Untoten (schnell und intelligent). *Gääähn*

Fans sollten sich unbedingt den Film Zombieland vormerken.
Trailer gibts schon bei Youtube. Hab mich köstlich amüsiert!

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23. August 2009 um 20:10
In Antwort auf paluti

Zombies
haben einen grossen Teil ihres Ekel -oder Gruselfaktors eingebüßt. Doch durch ihre fehlende Intelligenz und die steife "Choreographie" wirken sie heute auf mich und die meisten anderen eher unfreiwillig komisch als bedrohlich! Sie eignen sich hervorragend für trashige Filmchen oder Splattermovies.
In einem ernsten Horrorfilm haben die Jungs heutzutage nix mehr verloren.

Bei Computerspielen ist es nicht ganz so. Da tragen sie durchaus zur Gruselatmosphäre bei.

Rennende Zombies, die womöglich auch noch intelligent sind,
sind keine Zombies! Die Entwicklung zeigt, dass es sich irgendwann ausgegruselt hat, denn warum sollte man vor dummen Lahmen Untoten Angst haben? Die Antwort sind dann die modernen Untoten (schnell und intelligent). *Gääähn*

Fans sollten sich unbedingt den Film Zombieland vormerken.
Trailer gibts schon bei Youtube. Hab mich köstlich amüsiert!

Zum Thema komisch
Shaun of the Dead ist ja sogar freiwillig komisch (und ich hatte wenig von einer Parodie eines ohnehin albernes Genres erwartet...)
Tatsächlich aber ist der unfreiwillig komische Charakter an alten Zombiefilmen erfrischend

In Computerspielen funktionieren Zombies in der Tat noch ein Stückchen besser als Gruselelement, aber auch das scheint sich etwas "ausgespielt" zu haben, oder warum haben sich auch die Resident Evil-Zombies bereits in intelligente, schnelle Wirte verwandelt?

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23. August 2009 um 20:38
In Antwort auf eleonor


Ich für meinen Teil versuche, lieber nicht gefressen zu werden. Mag das nich eher eine Angst sein?


" Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch lang nicht singen. "
Aber sie *waren* zumindest mal Menschen. Die Sehnsucht, etwas zu sein, was sie *nicht mehr* sind....?

Dann stimmt das Zitat nicht mehr
und muss den neuen Erkenntnissen angepasst werden
(quote: aber sie *waren* zumindest mal Menschen)

Für die Nachwelt, take it or leave it:

" Ein Kanarienvogel der einen anderen Kanarienvogel auffrisst, verlernt deswegen noch lange nicht das Singen "

oder

" Jener Kanarienvogel der besonders schön singen will, frisst einen Kanarienvogel auf, der besser singen kann als er selbst "

Dreifuss, 2009

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24. August 2009 um 11:48
In Antwort auf eleonor

Wohl wahr
Interessant ist aber, dass z.B. die in Europa so "beliebten" Vampire dagegen geistreiche Verführer waren.
Was ist also der Reiz an dummen, langsamen, fauligen Leichen?

Auch ist es doch interessant, warum Untote überhaupt so beliebt sind und waren. Sind sie einfach die andere Seite der Unsterblichkeits-Medaille?

Gut, ein neues Phänomen sind Zombievorstellungen tatsächlich nicht, aber was haben sich die Menschen nicht eh schon längst ausgedacht? Wenn es das Genre "Einhorn-Filme" gäbe, würde ich es auch als modernes Kulturphänomen diskutieren können. Der Kontext und die Geschichten haben sich schließlich in den Jahrtausenden gewandelt und heutzutage haben Zombies offensichtlich auch etwas mit der Angst vor fehlgeleiteter Wissenschaft oder dem Militär zu tun.
Dass aber eine so lange Tradition auch Einfluss auf die Filme haben *musste*... nun, das ist allerdings wahr

Dass Zombies
in westliichen Filmen als langsame Leichen dargestellt werden und sich das Bild mit Resident Evil oder 2 weeks later (der IST gruselig, so nebenbei! Va wenn man direkt nach dem Film auf nen dunklen Hügel zum Zelten fährt...blöde Idee...) nur allmählich wandelt - die blöden "Braaaains"- Dinger gehen da wohl schlicht auf die 70er zurück. Traditionell heißt es nirgendwo, dass Untote unbedingt langsam, dumm, und gehirnfressend sein müssen. Ich muss gestehen ich kenne mich in tieferer europäischer Mythologie vergangener Jahrhunderte nicht so detailiert aus, aber zb im slavischen Bereich war der Zombie, zB upyr' genannt, ein übermenschlich starkes, schnelles, und verdammt gefährliches Gewesen - das dazu eklig aussieht.

Ich denke es ist im Grunde auch die Faszination des Ekels, der Aspektes wandelnde Leiche = wandelnder Tod, der Zombies so "bliebt" machte und macht. Ich meine, welche Ängste werden denn bedient? Die Angst vor dem Tod (dem ein Gesicht verliehen wird), die Angst vor dem Verfall, die Angst vor Schmerzen, die Angst vor der Dunkelheit - also doch eine ganze Reihe von Grundängsten. Kein Wunder, dass dieses Thema sich hält und, wie ich denke, sich noch so lange halten wird bis jemand das ewige Leben erfindet.

Übrigens, dass jetzt Wissenschaft und/oder Militärwissenschaft für Zombies verantwortlich gemacht werden, ist ebenfalls nicht neu - heute ist es Wissenschaft (begründet bereits mit Frankenstein, so mich nicht alles täuscht), früher waren es Magie oder Flüche, die Zombies erschufen. Das ist bloß die jeweils an die Zeit angepasste Erklärung, nicht wirklich ein Revival.

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24. August 2009 um 12:05
In Antwort auf polmanina

Dass Zombies
in westliichen Filmen als langsame Leichen dargestellt werden und sich das Bild mit Resident Evil oder 2 weeks later (der IST gruselig, so nebenbei! Va wenn man direkt nach dem Film auf nen dunklen Hügel zum Zelten fährt...blöde Idee...) nur allmählich wandelt - die blöden "Braaaains"- Dinger gehen da wohl schlicht auf die 70er zurück. Traditionell heißt es nirgendwo, dass Untote unbedingt langsam, dumm, und gehirnfressend sein müssen. Ich muss gestehen ich kenne mich in tieferer europäischer Mythologie vergangener Jahrhunderte nicht so detailiert aus, aber zb im slavischen Bereich war der Zombie, zB upyr' genannt, ein übermenschlich starkes, schnelles, und verdammt gefährliches Gewesen - das dazu eklig aussieht.

Ich denke es ist im Grunde auch die Faszination des Ekels, der Aspektes wandelnde Leiche = wandelnder Tod, der Zombies so "bliebt" machte und macht. Ich meine, welche Ängste werden denn bedient? Die Angst vor dem Tod (dem ein Gesicht verliehen wird), die Angst vor dem Verfall, die Angst vor Schmerzen, die Angst vor der Dunkelheit - also doch eine ganze Reihe von Grundängsten. Kein Wunder, dass dieses Thema sich hält und, wie ich denke, sich noch so lange halten wird bis jemand das ewige Leben erfindet.

Übrigens, dass jetzt Wissenschaft und/oder Militärwissenschaft für Zombies verantwortlich gemacht werden, ist ebenfalls nicht neu - heute ist es Wissenschaft (begründet bereits mit Frankenstein, so mich nicht alles täuscht), früher waren es Magie oder Flüche, die Zombies erschufen. Das ist bloß die jeweils an die Zeit angepasste Erklärung, nicht wirklich ein Revival.

Interessante Infos
upyr'.... Von dem Zombie wusste ich in der Tat noch nichts. Wie spricht man das aus?

Ja, du hast Recht, ein echtes Revival ist es tatsächlich nicht. Früher war Magie das, was heute die Wissenschaft für uns ist. In jedem Fall ängstigt die Menschen die Macht, etwas neues erschaffen zu können, das ihnen irgendwie ans Leder will.

Ich glaube, eine Angst, die beim Zombie-Thema dazu kommt ist die Angst, bekannten Gesichtern von Toten in anderer Form begegnen zu müssen. Auch der Konflikt, gezwungen zu sein, jemanden, den man liebt, töten zu *müssen*.

Soso, nach 28 Days/Weeks later zelten fahren?
Ist zwar keine Zombiefilm-Anekdote, aber gut war auch folgendes: Mein Bruder hatte eine Woche, nachdem er "The Ring" (das mit den "nur noch sieben Tage" zu leben haben ) zum ersten mal gesehen hatte, sich ängstlich auf die Uhr spähend ins Bett begeben. Tatsächlich ist er auch irgendwann eingeschlafen, wurde morgens aber durch seinen Fernseher geweckt, der sich spontan selbst einschaltete! (Janz wie im Filmchen... *bibber*)
Die weltliche Erklärung dazu: Mein Bruder hatte seinen Fernseher auf Standby gelassen und als morgens die Sicherung heraus flog und von meinen Eltern wieder hinein gedreht wurde, ging der Fernseher eben wieder an

Was sind aber auch Horrorfilme, wenn man sich nachher sicher und aufgehoben fühlt?

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