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Willensfreiheit

7. März 2009 um 11:43

Zunehmend glaube ich immer mehr, dass Willensfreiheit eine Illusion des Menschen ist.
Wir sind nicht frei, zu wollen, was wir wollen. Ob wir nun etwas wollen oder nicht, entscheiden nicht wir, sondern andere - uns unbewusste - Prozesse. Ansonsten müssten wir in der Lage sein, den Willen selbst zu erzeugen, was selbst wieder den eigenen Willen erfordern würde und diesem müsste dann auch wieder der eigene Wille zugrunde liegen ...
Die Willensfreiheit wird auch von der Kausalität infrage gestellt, wonach schließlich alles durch etwas verursacht wurde, ebenso unsere Entscheidungen. Nach dem Prinzip der Kausalität hat ein vorheriger Zustand oder ein Ereignis eine zwangsläufige Wirkung, er ist also die Ursache. In so einem Prinzip ist alles schon festgesetzt. Würden wir alles über den jetzigen Zustand wissen, könnten den weiteren Verlauf von allem exakt bestimmen. Die Kausalität lässt also keine Willensfreiheit zu.

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7. März 2009 um 20:14

Der Zufall
" ...könnten den weiteren Verlauf von allem exakt bestimmen ... "

Das Prinzip der Kausalität schließt Zufälle aus, alles sei determiniert. Doch es gibt Diskussionen, dass das Geschehen nicht immer allein durch kausale Faktoren, sondern auch durch Zufälle bestimmt sei.
Demnach könnte ein Ereignis mehrere mögliche Wirkungen haben, für deren verschiedenes Eintreten keine Regeln gelten und somit kausal keine Begründung zu finden ist (ein echter Zufall). Wenn wir jetzt den weiteren Verlauf bestimmen wollten, müssten wir uns teilweise auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen beziehen, unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht ziehen, die den gesamten Verlauf nachhaltig beeinflussen würden ... sodass wir am Ende eine Vielzahl von möglichen Entwicklungswegen hätten.
In dem Falle, dass echte Zufälle wirklich existieren, ist eine für einen großen Zeitraum detailierte, umfassende Voraussage, die sich die Wahrscheinlichkeit mit anderen teilen müsste, schier unmöglich. Man darf nicht vergessen, dass man in so eine Vorhersage alle Faktoren miteinbeziehen müsste, jegliches kleinste Detail, denn die kleinste Ursache kann langfristig gesehen radikale Veränderungen bedeuten.
Zufälle würden alles noch weiter verkomplizieren ...

Auf den eigentlichen Inhalt werde ich in Kürze antworten ...



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7. März 2009 um 21:23

naja...
... wie sieht es mit Zwangsneurosen aus? Man weiß, dass diese den freien Willen extrem blokieren, da die Schlüssel-Schloß-Verbindungen (ich nenn sie mal die Verbindung der Synapsen) nicht funktionieren.

So, ohne Wissenschaft würden die armen Leutchen noch immer mit Elektroschocks (was ja nach wie vor auch noch aktuell ist) behandelt ,obwohl Serotonin -dank der Wissenschaft- schon in Tablettenform zugänglich ist.

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8. März 2009 um 11:57

Das Ich ohne Zweck?
Ich halte es für völlig richtig, dass viele unserer Entscheidungen unbewusst vorbereitet und sogar schon bestimmt werden, ohne dass wir bewusst daran beteiligt sind. Unsere Zustimmung wird hierbei oft nicht benötigt. Manches geschieht sozusagen automatisch. Ich vermute, es hat den Zweck, dass wir mit dem Alltag nicht überfordert sind. Würden bestimmte Entscheidungsprozesse nicht Funktionen im Gehirn übernehmen, könnte viel nicht automatisch ablaufen. Alltägliche, kleinste Entscheidungen müsste das Ich treffen ... und wäre damit überfordert. Bei wichtigeren Entscheidungen, die nicht automatisch ablaufen können, wird das Ich signalisiert. Die Entscheidung ist nun eine bewusste und wird vom Ich getroffen.
Wenn dem nicht so wäre, wenn jede Entscheidung von Gehirnprozessen getroffen werden würde, gäbe es keinen Grund für das Ich. Das Ich wäre zwecklos, sinnlos. Und ich weigere mich das zu glauben.


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8. März 2009 um 18:09

Ja und?

Einige schwerst depressive Menschen sind heute froh, dass sie unter Narkose mit Elektroschocks behandelt werden, sonst wären sie nicht mehr hier. Also, was spricht jetzt gegen die Wissenschaft?

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9. März 2009 um 21:04

Geistige Phänomene, wie...
... zB Geisteskrankheiten?
Tja, ohne Wissenschaft wären diese heute noch nicht erfasst und gut behandelbar, also?

Es spricht eher für Naivität (oder auch für Geisteskrankheit) wenn ich von der Existenz von "Dingen" überzeugt bin, die nicht da sind... ich nenn das ganz gern... Wunschdenken (wenn es nicht pathologisch bedingt ist, dann heißt es Halluzination, meist bedingt durch Schizophrenie).

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9. März 2009 um 21:48

Matrix???
wenn unsere entscheidungen anderenorts schon determiniert und dann in unsere gehirne implantiert wurden - dann stellst du dir tatsächlich eine uns beherrschende intelligenz vor, ähnlich wie in "matrix"?
der gedanke stößt mich ehrlich gesagt extrem ab!

lieber lasse ich mich auf versionen von umherrirrenden inspirationen ein, die das passende hirn zum passenden moment suchen um dort anzudocken. wie auf terry prachetts scheibenwelt dort kann es dir passieren, dass du dich plötzlich auf einer bühne vor einem großen publikum wiederfindest und vorträge über vertrocknete semmeln hältst

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