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Wie tröstet man Angehörige eines sterbenden Menschen?

19. November 2006 um 1:39

Es ist schwer, darüber zu schreiben, aber mein Freund wird seine Mutter in einigen Wochen an den Krebs verlieren. Ich möchte ihm tröstende Worte und Hilfestellung geben. Und seiner Familie auch, ebenso seiner Mutter, die ich gerne bald besuchen möchte. Es ist so schwer, und manchmal fragt man sich, warum Gott einen Menschen, der nicht sein ganzes Leben zuende leben konnte, so aus seiner Familie und aus der Liebe herausreißt, die ihm zukommt.

Ich habe so viele Dinge gesagt, z. B. dass mein Freund mit seiner Mutter sprechen soll, über all die gemeinsamen Erinnerungen und über all das, was sie fühlt und wie sie sich den Tod vorstellt und woran sie glaubt.

Ich denke, Frieden machen ist das beste, so dass der / die Todkranke in Ruhe gehen kann und man selbst alles gesagt hat und auch, dass alle ihre Liebe noch einmal bekunden konnten und all die Fragen, die man jemals hatten, beantwortet bekommen.

So, wie es aber aussieht, wurde das Thema Tod ausgeklammert. Wie immer und überall. Sterben tun nur die anderen. Aber wenn er in den eigenen Reihen mäht, dann redet man nicht. Auch nicht der/die Kranke.

Warum nicht?

Man MUSS doch darüber reden, damit alle ihren Frieden finden. Oder was meint ihr?

Tod gehört dazu wie alles andere. Wir sind geboren, und wir sterben irgendwann. Das ist, so mies es auch klingt, normal.

Dann ist die Sache mit der eigenen Überzeugung noch wichtig. Wenn man an ein Leben nach dem Tod glaubt (wie ich), dann kann man ganz andere Überlegungen anstellen und sich trösten, als wenn man gar nicht daran glaubt.

Wie kann man Angehörige trösten, wenn sie nicht an Seelen glauben? WAs soll man sagen?

Ich möchte meinen Freund halten und ihr aufrichten, obwohl die Zeit schwer ist. Wer möchte schon seine junge Mutter verlieren? Und wer möchte seine Liebsten so zerstört sehen von einer Krankheit? Wie kann man da helfen?

Und wie kann ich helfen, wenn ich sie sehe? Ich selbst habe keine Angst vor dem Tod, zumindest nicht vor meinem eigenen, aber wie kann ich mit jemandem reden, der sich zurückzieht, der seine todbringende Krankheit nie wirklich angesprochen hat?

Ich möchte ihr noch gerne etwas Schönes mit auf den Weg geben, sie ist so ein toller, guter Mensch mit einem riesengroßen Herz, eine wunderbare Mutter, die einige wunderbare Kinder mit ihrer großen Liebe zu guten Menschen gemacht hat (so auch meinen Freund). Sie hat es verdient, noch ein großes Geschenk zu bekommen. Und zwar jetzt. Denn Weihnachten 2006 wird sie wohl nicht mehr erleben.

Ich würde gerne mit ihr sprechen. Ich dachte daran, sie über sich und ihre Gefühle und den Tod zu fragen und was ihr größter Wunsch noch wäre oder ist. Ob sie so gelebt hat, wie sie wollte oder doch lieber etwas anderes. Ob sie Frieden hat. Und dann würde ich meine Gedanken dazugeben.

Wer von euch hat Erfahrungen mit Sterbenden gemacht? Was könnt ihr mir raten? Was kann man mit Sterbenden ansprechen und wie soll man mit den bereits trauernden Angehörigen umgehen? Was hilft? Was hilft, wenn die gar nicht an Wiedergeburt glauben? Wie kann man beistehen?

Es ist so schwer. Bitte um schnelle Hilfe!

Danke im Voraus.

L'éte

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19. November 2006 um 8:40

...warum???
hallo du,
...warum soll dein freund / seine familie noch mit der sterbenden über den tod reden???
..alles wissen und spüren, das er vor der türe steht, weshalb sollte man da noch lange drüber reden?????
er wird eintreten - das steht nach deiner beschreibung ja wohl schon fest - warum soll man darüber noch reden???
...es gibt wichtigeres!!! der mutter deines freundes ist es sicherlich wichtiger zu erfahren, wie es deinem freund geht und das er gut mit seiner arbeit/schule oder mit dir zurecht kommt...das sie stirbt, weiß sie selbst am besten...!!!
..und die zeit - den alltag, die wochenenden, geburtstage, feiern o.ä. ohne die mutter verbringen und planen zu müssen beginnt noch früh genug!!!! warum also die zu verbleibende zeit über den tod reden???? warum legst du darauf so großen wert?

versetze dich mal in die situation der mutter! du weißt, das du nur noch ein paar wochen zu leben hast - hättest du dann lust, die ganze zeit über den tod zu sprechen??? ich glaube nicht!!!

als meine tante wußte, das sie nur noch ein halbes jahr zu leben hat, hat sie jeden aus der verwandschaft zu sich eingeladen - einen tag gemeinsam mit ihr zu verbringen.....alles wussten, das es wohl der letzte tag ist, an dem wir sie so "fit" - "bei voller anwesenheit" vor uns hatten...- doch keiner sprach über den tod oder das sterben. warum auch? obwohl es keiner aussprach, war schon bei diesem treffen der tod unser begleiter!!!!!

mische dich nicht in die angelegenheit der familie deines freundes - sie handeln so, wie sie es für richtig und gut befinden! sei froh, das es nicht deine eigene familie betrifft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

lg herzle

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