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Wie bildet man sich? das Kreuz mit der Allgemeinbildung?

1. März 2004 um 14:13

Kennt Ihr das?
Da geht es um ein spezielles Buch, Werk, Geschehen in der Vergangenheit (etc.etc.), und man kann mal wieder nicht mitreden, weil man besagten Namen noch nie gehört hat ("Was? Kennst Du nicht?" *schäm*) bzw. schon mal gehört hat, es einem aber nur vage in einem Nebel erscheint (ähm, lieber schweigen, bevor ich mich mit meinem Halbwissen -oder doch Nicht-Wissen? -blamiere)

Oder irgendeine Frage bei einer der vielen Quizsendungen? (Puh, keine Ahnung...)

Und dann denke ich, das kann doch irgendwie nicht sein, daß ich so wenig Ahnung habe.
Dabei bin ich echt an diesen Dingen interessiert, les "die Zeit", les klassische Literatur (ein Buch nach dem anderen, sind ja echt ne Menge Bücher!!), geh gern ins Theater oder mal in die Oper, hör auch mal Klassikradio, geh gern ins Museum oder in gute Filme...
Also, weils mich auch interessiert, nicht weil ich denke, ich müßte.
Und bin Studentin (also ganz blöd kann ich doch auch nicht sein)

Aber ich komm mir so oft so schrecklich ahnungslos und ungebildet vor.
Und frage mich, wie machen die scheinbar Gebildeten Leute das? Wann haben die all diese Bücher gelesen? Wann haben die sich all dieses Wissen angeeignet? Und vor allem wie?
Woher haben sie es? Selbststudium? Schule? Eltern? Freundes- und Bekanntenkreis??

Und ein, zwei Fragen habe ich noch an Euch:
Wie bildet Ihr Euch?
Für wie gebildet haltet Ihr Euch?
Wie gebildet oder wissend kommen Euch die Leute in Eurem Umfeld vor?


Würde mich wirklich schrecklich freuen über viele, viele Antworten und Anregungen.

Gruss Euer Cornflakegirl

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2. März 2004 um 9:42

Freu dich doch
Mir ging's vor Jahren ähnlich wie dir, dachte immer, ich könnte all das viele Wissen, das die anderen zu haben schienen, niemals aufholen.

Mittlerweile habe ich festgestellt, daß mein Wissen sehr breit gefächert und vielfältig ist - ich hab also immer was zu erzählen, wenn mir danach ist. Allerdings deckt sich mein Wissen nicht mit dem "allgemeinen Wissen" - und das vermittelt einem dann schnell das Gefühl, man wisse weniger.

Es ist zwar immer wieder mal von "Allgemeinbildung" die Rede, aber wenn du aufpaßt wirst du schnell feststellen, daß kaum jemand "die ganze Palette" an diesem ominösen "Allgemeinwissen" intus hat.

Wie Imandra schon schreibt: es ist keinesfalls von Nachteil, wenn man offen sagt: "Habe ich keine Ahnung von, worum geht es da?" - im Gegenteil, Leute freuen sich, wenn sie ihr Wissen weitergeben können.

Was das Freuen in der Betreffzeile angeht: ich freue mich wirklich, wenn ich immer wieder über Themen stolpere, von denen ich wenig weiß und über die ich Neues erfahre - sei's durch andere, durch Literatur oder mit googles Hilfe. Das ist 'Nahrung' für den Geist und gibt der gesunden Neugier immer wieder neue Impulse und Motivation zum Fragen, Lesen, Nachdenken. Ist doch prima, nicht?

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2. März 2004 um 10:25

Was "kleines" dazu
in unserem "simplify-your-life-abreiß-kalender" gabs neulich den tip, sich z.b. beim zeitungslesen die texte laut vorzulesen, weil dann wesentlich mehr hängen bleiben soll. man hat ja durchaus die chance, sich viel anzueignen, aber obs dann hängen bleibt ist die andere frage, finde ich.
was mir auch auffällt ist dass ich oft sehr unkonzentriert bin beim "aufnehmen". manchmal leg ich die zeitung weg und frag mich, was ich da eigentlich gerade gelesen habe ... in der 8. klasse mussten wir das mal trainieren, indem wir jeden morgen 3 meldungen vom aktuellen zeitgeschehen vortragen mussten. das war total gut, man "speichert" viel mehr "ab" beim lektürewälzen.
ich lerne auch viel besser neues dazu, wenn ich mich nicht selbst als "un- bzw. halbgebildet" bezeichne, sondern davon überzeugt bin, hochintelligent zu sein *g* - im ernst. so als könnte ich mich selbst bescheißen
ich glaub das gehirn ist ein diesel. muss lange vorglühen, kommt nur langsam auf touren, aber wenn es einmal läuft, dann schön satt und verläßlich. das kann man auch für sich nutzbar machen

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3. März 2004 um 16:23

Gefährliches Halbwissen
Hi Flocke - nochmal (komisch, dass ich schon wieder bei dir lande *g*)

In meiner Oberstufenzeit hab ich wohl sehr viel von diesem Allgemeinwissenkrempel geinputtet aber inzwischen muss ich ehrlich sagen, kristallisieren sich doch Gebiete heraus, in denen man einfach - je nach Interesse - mehr drauf hat (hat Imandra unten schon erwähnt). Und genau da haben wirs wieder: Der eine hat mehr klassische Literatur gelesen, der andere weiß, was eine chromatische Tonleiter ist, der dritte kennt die Wiener Schule..usw. Außerdem ist es gerade unter Akademikern der Hit andere Leute blöd aussehen zu lassen indem man sagt:"Wie, sowas weiß man doch. Ist Allgemeinwissen!" Es steht in keinem Buch geschrieben, wo Allgemeinwissen aufhört oder anfängt und sich von spezifischerem Wissen unterscheidet.

Ich glaube von mir selbst, dass ich in vielen Dingen ein gefährliches Halbwissen habe, aber es - leider - viel öfter darauf ankommt, dieses Wissen einfach gekonnt zu präsentieren. Es fragt selten jemand nach, was was bedeutet, obwohl man am Gesicht derjenigen ablesen kann, dass es nicht verstanden wurde.
In Politik, Geschichte und Religion könnte man mir alles erzählen, ich weiß es ja nicht besser. Wie gesagt hat es viel mit eigenem Interesse zu tun. (Würde mich selbst unter Leute zählen, die sehr viel "unnützes" Wissen und sich z. B. an sämtliche Serien aus der Kindheit und deren Titelmelodien inkl. Hauptfiguren erinnert )

Man sollte sich von niemandem erzählen lassen, was man zu wissen hat oder eben nicht. Solche Dinge wie Staatsform, ihre Repräsentanten und sowas sollte man wohl wissen, aber es ist auch wirklich schwierig die Nachrichten und Zeitungen permanent zu ignorieren. Selbst Bild-Leser wissen inzwischen, dass der Bundeskanzler nicht mehr Kohl heißt

In dem Sinne, lieber an der eigenen Person werkeln und entwickeln, der Rest kommt fast von selbst.

Ich bau lieber Möbel zusammen oder parke ein ohne andere Autos zu rammen, als dass ich dir jedes Werk von Goethe oder Shakespeare zitieren kann

Denn das ist auch eine Form von Wissen, und wie ich finde eine viel alltagstauglichere.
Belesenheit ist nur begrenzt wirklich "intelligent" und darauf kommts doch eigentlich an...und Intelligenz hat ja bekanntlich viele Gesichter.

Amen,

suk

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