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Westdeutsche-ostdeutsche

29. Mai 2003 um 12:19

hallo an euch alle!

da ich französin bin, ist es schlecht so beurteilen.
ich mache eine Proseminarabeit in Deutsch als Fremdsprache über "ostdeutsche und westdeutsche mentalität" und ich muss eine Umfrage machen
Ihr Alter
aus welchen region ihr kommt
Ob ihr glaut, dass deutschland noch 2 völker sind.

es wäre super nett. auf diese weise mir zu helfen.
Merci beaucoup
Delphine

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30. Mai 2003 um 7:46

West-ost
Hallo Delphine,

1) ich bin 27

2) ich wohne in Nordrhein-Westfalen

3) Ich glaube nicht, dass Deutschland "noch aus zwei Völkern" besteht. Die meisten Ex-Ossis, die ich kenne, studieren mit mir und sind sehr aufgeschlossen - ebenso auch die Ex-Wessis in meinem Bekanntenkreis. Ich kann ja nur von meinen persönlichen Erfahrungen sprechen ... und die sind sehr positiv.
Was mich stört, ist das Denken, dass nur die Ex-Ossis sich anpassen müssen. Ich fände es gut, wenn beide Seiten etwas vom anderen lernen und annehmen würden - gerade wenn diese Sprüche fallen wie "früher war alles besser".

LG von peas - und viel Erfolg noch

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30. Mai 2003 um 23:13

Oh merci
Das ist nett von euch, zu antworten.
Ich hoffe, ich bekomme noch mehrere Meinungen...
Danke nochmals
Bussi
Delphine

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9. Juni 2003 um 16:31

Hallo delphine.....
.....( du hast nicht zufällig mal eine zeitlang in kassel gewohnt??!) : )
alllso, meine ost-berliner freundin (18)meinte, dass sie es so erlebt hat, dass innerhalb berlins eine sehr starke trennung noch in den köpfen herrscht. schüler, die im anderen teil berlins eine schule besuchen, werden tw. sogar von den lehrern gemobbt!! sie meint, in anderen teilen deutschlands wäre man viel offener und interessierter. ich denke, es kommt auch drauf an, aus welchem bundesland der "ossi" kommt, die sachsen haben`s halt schwerer! : )

liebe grüße aus kölle,
rosenbluete

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11. Juni 2003 um 12:44

... ach ja die Sachsen *g ...
...und nicht, dass gleich jemand lostobt. Ich bin eine Sächsin und hab bisher kaum Probleme gehabt. OK im URLAUB, auf den Inseln und in Ländern, wo Millionen Deutsche für 2W auswandern, und im CHAT herrscht noch diese Meinung: oh Gott - ein Ossi und leider geht es schon in Richtung Beleidigung, anmotzen, ignorieren etc. Aber vielleicht doch mit der Tendenz eher im Alter ab 35 aufwärts. Die Jugend kommt damit besser klar und da gibts keine Anpassungsprobleme!

Zu dem Thema Sachsen, kann ich nur sagen, dass sehr viele Sachsen Richtung Bayern zwecks Arbeit umgezogen sind und es dort schwer haben. In der Zwischenzeit gibt es ein "kleineres Sachsen-Völkchen" in Bayern. Laut meinen Infos arbeiten die Sachsen dort auch für weniger Geld, wie ein richtiger Bayer - soviel zur Marktwirtschaft! Arbeitslos im Osten oder weniger im Westen?

Im Übrigen gibt es Wessis, die nur noch bevorzugt ostdt Jugendl ausbilden, aber auch Fa., die ihre ostdt Jugendl besser ausbeuten können - von daher - das kann jedem auch im Osten passieren - glaubt mir!

Innerhalb der Grenzen von Sachsen gibt es jedoch weniger Probleme bzw gar keine. Ich sage mal etwas überheblich: dass sich die Wessis hier unterordnen - zumindest innerhalb von großen Firmen. Da gibts es Null Unterschiede auch bzgl. Geld, Aufstieg etc.

Den Unterschied in der Tarifpolitik zw Ost und west verbessert dieses Klima natürlich nicht wirklich - siehe IG Metall und 35h-Woche!

Ich denke aber, dass denoch derzeit hauptsächlich westdt Chefs in die Führungsetagen aufsteigen... Aber das ändert sich mit der Zeit und der Jugend, wo es keine Unterschiede mehr gibt!

Der Frust der Leute (der Älteren) liegt jedoch noch darin, dass massig arbeitslos sind, kein finanzieller Rückhalt in der DDR aufzubauen ging, die Treuhandfirmen wahllos ausgeschlachtet wurden und keine Lösung der Regierung in Sicht ist. Und so werden die Probleme halt auf "Ost und West" geschoben.

Achso noch etwas - durch den Kauf von Häusern und Fa und betr. Versetzung kommt es schon vor, dass sich die Wessis hier ein eigenes kleines Städtchen aufbauen - das Kapital ist ja da und für die Infrastruktur im Land auch nicht schlecht! Ich meine zB Moritzburg (Schloss mit Reitturnieren)... Ein Ostdt. kann sich dies hier nicht leisten ;(

So viel dazu...
Im Großen und Ganzen: erst unsere Generation mit 25J und jünger kommt wirklich damit klar und macht sich darüber Null Gedanken! Aber bitte, welcher Anteil des Volkes ist unter 25?

Liebe Grüße
honey

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22. Juni 2003 um 13:15

Naja,
ich bin 21, komme aus Bayern. Sogar in meinem Alter kann man von "Wessis" hören: Baut die Mauer wieder auf... Von den "Ossis" hört man: Ihr habt 40 Jahre für den Aufbau gebraucht, wir nur 10... Ich denke es wird noch sehr lange brauchen, bis wir wirklich 1 Volk sind.

Feli

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24. Juni 2003 um 18:52

Ich bin stolz ein Wossi zusein!!!
Hallo!

Ich wohne nun schon seit 6 Jahren in NRW. Vorher habe ich 21 Jahre in Mecklenburg gelebt.
Meine Erfahrungen sind sehr positiv. Ich liebe die westdeutsche sowie auch die ostdeutsche Mentalität. Sprüche über Mauern hochziehen kommen meist von Engstirnigen, sozial Schwachen und Leuten mit auffällig geringem IQ. Ich hoffe das die Kluft die noch besteht mal breit überbrückt wird.

Grüßchen

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2. Juli 2003 um 15:51
In Antwort auf petiteetoile

Oh merci
Das ist nett von euch, zu antworten.
Ich hoffe, ich bekomme noch mehrere Meinungen...
Danke nochmals
Bussi
Delphine

Es kommt drauf an, was man draus macht.
Hallo Delphine,

ich würde sagen, daß manche Gegenden in Deutschland so stark von regionalen Identitäten geprägt sind, daß Ost-West-Unterschiede dagegen verblassen.

Ein echter (Ober-/Mittel-/Unter-)Franke z.B. wird immer zuerst ein Franke sein, dann vielleicht ein Wessi. Erst danach, wenn nicht überhaupt nur unter Protestgeschrei, wird er sich als Bayer bezeichnen lassen. Obwohl das, wenn man einen Blick auf eine politische Karte wirft, naheliegender scheint.

Wie gesagt, das ist ein Beispiel. Es existieren noch Dutzende ähnlicher Konstellationen. Aber der "explosivste" Unterschied ist zweifelsohne immer noch Ossi-Wessi.

Dabei konnte ich feststellen, daß Leute ab meinem Alter (27+), die praktisch ihre komplette Jugend in der DDR verbracht haben, oft gelassener auf dieses Thema reagieren als Leute unter 20. Die werden teilweise richtig wütend, wenn mein Mann (der es sich aber erlauben kann - er stammt noch weiter aus dem Osten) sie als solche bezeichnet. Vielleicht haben sie auch das Recht dazu, denn sie unterscheiden sich von gleichaltrigen "Wessis" oft weniger, als man ihnen einredet.

Letztendlich ist es auch eine Frage der individuellen Einstellung zu dem Thema. Es gibt Leute, die sich in ihrer "Ossi"- oder "Wessi"-Mentalität extrem gegen die jeweils anderen abgrenzen. Das funktioniert mit Sprüchen wie: "...Ihr hattet doch nix, da drüben in der Zone.." oder "...ich bin stolz darauf aus dem Osten zu sein, denn bei uns war ... besser."
Diese Leute werden noch in 100 Jahren in 2 verschiedenen Ländern leben.

Es gibt Leute, die zufällig auf der einen Seite der Grenze geboren wurden, aber von der Mentalität her besser auf die andere Seite gepasst hätten. Diese haben allen Grund, fröhlich zu sein.
Zu den nicht an das Ost-West-Schema gebundenen zählen auch Personen, die es vorziehen, sich als "Europäer" zu bezeichnen.

Und ich kenne Leute, die sich so krampfhaft "verwestlicht" haben, daß sie nicht einmal mehr zugeben wollen, im Osten geboren worden zu sein. Die sind nach der Wende in den Westen gezogen und haben nie wieder einen Blick zurück geworfen. Der umgekehrte Fall ist mir nicht bekannt.

Zusammenfassend komme ich auf die Überschrift zurück: Es kommt drauf an, was man draus macht.

Viele Grüße,
Brüni

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5. Juli 2003 um 21:06

Schwer die 'Mauer' zu durchbrechen
Hi Delphine

Obwohl ich nicht mehr in Deutschland lebe (bin 99 ausgewandert), git es in meinem Denken noch immer Ost- und West und wird es das immer geben. Ich wurde einfach damit gross (bin 40) und dies Denken wird erst mit der juegeren Genaration aufhoeren, denke ich.
Ich tue dies nicht bewusst, es ist eben in meinem Hirn drin, aber ich merke auch je mehr die Zeit seit dem Mauerfall verstreicht, desto weniger denke ich in Ost und West.
Es gibt Hoffnung....

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15. August 2003 um 9:16

Das find ich auch
was Du sagst. Ich komme aus SA, wohne aber seit der Wende in B-W, und ich ertappe mich oft dabei das ich sage, ich fahre rüber in den Osten. Klingt ja eigentlich wirklich blöd. Bei mir bezieht sich das aber nur auf den Wortschatz, mit dem ich 18 Jahre gelebt habe. Denken tue ich persönlich nicht mehr so.Aber ich finde das es schon noch gravierende Unterschiede gibt zwischen den Menschen. In Berlin muss ich sagen fühle ich mich immer sehr wohl wenn ich dort bin, da dort ein mix aus beidem herrscht. Es kommt immer darauf mit welcher Generation man gerade zusammen ist.

Darkage

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9. Oktober 2007 um 4:07

Es gibt noch Ost und West
Hallo bin 25 und komme aus Pirna ist in Sachsen bei Dresden.Und jetzt zur Sache: Selbst im Fernsehen wird andauernd über Ossis hergezogen am meisten über die Arbeitslosenzahlen und Rechtsextremismus, besser gesagt man behauptet wir wären alle faul und Nazis. Während wir 40 Jahre für die Verbrechen des 2 Weltkrieges bluten mußten, haben die Wessis alles von den Amis bekommen und das was wir von den Amis bekommen haben, hatten sich die Russen unter den Nagel gerissen.Die Russen haben uns ausgebeudet wo es nur ging.Wie sollten wir da eine florierende Wirtschaft aufbauen, mit Braunkohle und Uran, das abgebaut wurde und die Russen dann mitgenommen hatten? Und wenn wir mal ehrlich sind, sind einige Westdeutsche Firmen nach der Wende in den Osten gekommen haben unsere Firmen aufgekauft die Maschinen abgebaut mit in den Westen genommen und unsere Firmen dann geschlossen.Im Westen gibts genauso Leute die nicht Arbeiten wollen wie hier im Osten. Ich will den Wessis jetzt nicht die Schuld für alles geben, ich habe auch nichts gegen Wessis nur gegen jene die sich grundlos über uns Ossis aufregen und in wirklichkeit selber zuhause sitzen und Hartz4 beziehen. Wir haben dem Westen viel zu verdanken, man hat uns viel geholfen aber man kann uns nicht dafür verurteilen. Ich bin ja dafür nein ich wünsche mir sogar das Ost und West irgendwann mal eine wirkliche Einheit feiern.

Also zum Schluss ich habe nichts gegen Wessis, nein ich bin jenen dankbar die viel für unsere Seite Deutschland gemacht haben oder noch machen. Vielleicht sollte man Westdeutschland einfach nurmal danke sagen, damit diese Ost und West bald eine Ende hat. Im schlimmsten Fall kommts irgendwann noch zum Bürgerkrieg und von Kriegen hat der Osten genauso wie der Westen die Schnauze voll, wenigstens da sind wir uns einig.

Also ein Dank denjenigen aus dem Westen die uns im Osten ernsthaft helfen wollen.Ciao bis dahin.

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