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Wenn man einen anderen Weg einschlägt....

13. August um 20:21

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe lange überlegt, aber ich brauche wen zum Reden. 

Ich bin bald 45, kinderlos und ohne Partner. Und empfinde diese Lebensweise als richtig für mich, ich fühle mich glücklich. Nach einem sehr schlimmen Burnout habe ich entschieden, endlich den Weg zu gehen, der sich richtig anfühlt. Habe sehr viele Ängste überwunden und mache jetzt vieles, wovon ich immer nur zu träumen wagte. 

Ich lebe jetzt zehn Jahre allein, nicht, weil sich niemand gefunden hätte, sondern weil ich nicht um jeden Preis einen Partner wollte, nicht (schon wieder) der Besitz eines anderen sein wollte und mir noch niemand begegnet ist, der auf meiner Welle schwimmt. Ich bin nicht auf der Suche, wollte mich lange nicht binden und hatte nur lose Freundschaften, weil ich erfahren musste, wie sich eine krankmachende Beziehung anfühlt und das wollte ich nicht mehr. Ich war schon etwas geschädigt. Mittlerweile wäre ich schon wieder offen, aber wie gesagt, nicht um jeden Preis.

Wobei das noch vorher begann.... Ich kämpfte jahrelang (insgesamt 7) um das Leben meines Vaters, hatte wöchentlich die Rettung bei mir, ich kannte alle Intensivstation meiner Großstadt von innen und hatte eine sehr sehr schwere Zeit. Als mein Vater dann doch starb, zerbrach etwas in mir, mich schmiss es aus der Bahn, ich verlor den Lebenssinn. 

Und niemand fing mich damals auf. Meine Mutter? Fehlanzeige. Sie verstand nicht einmal, wieso ich trauere. Sie liebte meinen Vater nicht. Allgemein wälzte sie auch jede Verantwortung auf mich ab, ließ mich allein. Schon als Kind eigentlich. Das waren auch verdrehte Rollen. Aber ich will mich jetzt nicht zu lange aufhalten. 

Als mein Vater starb, starb auch mein Kinderwunsch. Zum einen wollte ich nicht, dass jemals ein Kind solch einen großen Schmerz empfinden muss, wenn ich einmal sterbe und gleichzeitig war jede Geburt für mich ein Todesurteil für das Kind. Ich habe mir wirklich schwer getan in dieser Zeit, noch zu funktionieren. Meine beiden älteren Geschwister hatten da schon Kinder. Ich war ganz allein mit meinem großen Schmerz. Meine Mutter wie gesagt sah es nicht ein, wieso ich so litt - Trösten? Wozu denn. 

In der Folge ließ ich mich auf einen Mann ein, der mir gar nicht gut tat (erwähnte krankmachende Beziehung). Dies vor allem deswegen, weil ich meiner Mutter etwas zu Fleiß machen wollte, weil dieser Mann genau das Gegenteil war, was sie sich als Schwiegersohn wünschte. Ich weiß heute natürlich, dass ich nur mir damit geschadet habe. 

Ich entwickelte immer größeren Groll auf meine Mutter, die der negativste und egoistischste Mensch ist, den ich kenne. Ich bin ihr auf Lügen draufgekommen, aber am meisten störte es mich, dass sie mir immer zu verstehen gab, dass ich nicht richtig bin. Weil ich als einzige in der Familie sich von der strengen Religiösität, die von allen gelebt wird, abgewandt habe. Sie sind Katholisch. Ich will hier gar nicht niederschreiben, welchen Gemeinheiten ich ausgesetzt war und welche Intrigen von meiner Mutter geschürt wurden. Welches Gift sie spie. Und noch immer speibt.

Also mit einem Wort auch kein guter Familienzusammenhalt ab dem Tod meines Vaters (vor 17 Jahren). 

Als ich mich Mitte 30 von meinem Partner endlich löste, war der erste Kommentar: "Schlaf mit jemandem, damit du schwanger wirst und es nicht bereust, kinderlos zu bleiben". 

Wow.... Dabei konnte ich mich einfach um kein Lebewesen mehr kümmern, seit das mit meinem Vater war, ich fühlte mich ja auch als Versagerin, weil er ja nicht überlebt hat (natürlich war ich nicht schuld, aber fühlte mich so). Und mit irgendwem ein Kind? Freiwillig alleinerziehend? Wo ich mit der Hilfe meiner Mutter nicht rechnen konnte, die sich mit allerlei Tieren eindeckte, nur um eine Ausrede zu haben, warum sie niemandem helfen kann.

Meine Trauer verdrängte ich, verarbeitete sie nie, weil dieser Schmerz nicht auszuhalten war. Erst 15 Jahre später während meinem Burnout-Krankenstand. 

Mittlerweile bin ich mit meiner Schwester zerstritten, weil sie mir nicht beistand in meiner schweren Zeit und sie  mir darauf hin sogar die "Schwesternschaft" aufgekündigt hat. Ich bin nur noch gut mit meinem Bruder, aber ihn belästige ich mit keinerlei Problemen, ich mache alles mit mir alleine aus. Freundschaften lösten sich während meines Burnoutes auch auf. Ich bin draufgekommen, dass die meisten nur den Nutzen, den sie von mir hatten, geschätzt haben. Als ich nicht mehr funktionierte, funktionierte nichts mehr.

Das ist so grob mein Umstand. Ich habe aber mein Alleinsein genutzt und Liebe in mir selbst gefunden und bin so überaus zufrieden mit meinem Leben, lerne und beschäftige mich jetzt auch noch mit Dingen, die mein Herz zum Singen bringen und bin jeden Tag dankbar, dass mir alles widerfahren ist, weil es mich hierher gebracht hat, wo ich heute bin. Ich folge meiner Berufung und werde irgendwann auch Gutes tun.

Also ich bin gestärkt aus allen Krisen hervorgekommen, bin furchtlos und weiß, was ich will. 

Nur seit gestern Abend gehts mir nicht gut. 

Ein Neffe von mir hat sich verlobt und ich freue mich total. Es ist der älteste Sohn von meinem Bruder. Die Kinder meiner Schwester habe ich schon seit zwei Jahren nicht gesehen. 

Gestern schickt mir mein Bruder ganz unerwartet Fotos von einer Familienfeier meiner Schwester, wo ich sehe, dass ihr ältester Sohn eine Freundin hat und mein Bruder erzählte mir, dass der gerade beim Bundesheer ist. 

Meine Schwester hat den Kontakt immer unterbunden zu ihren Kindern, also ich durfte nichts alleine mit ihnen machen - wahrscheinlich, um ihre Kinder nicht zu "verderben", weil ich anders denke. Dabei würde ich das nie tun und immer entsprechend ihrer Erziehung mit ihnen umgehen. Ich denke zwar anders, bin aber ein sehr achtsamer Mensch. Vielleicht schwang auch immer eine Eifersucht mit, weil mich ihre Kinder liebten. 

Naja, jedenfalls ist mir gestern bewusst geworden, dass sich dieser Kreis immer weiterdreht. Wo ich noch voriges Jahr dachte, super, jetzt sind endlich mal die Familienereignisse mit der letzten Firmung vorbei, fangen die Großen jetzt an, zu heiraten. 

Wenn sie heiraten, bekommen sie auch Kinder... also da wieder Taufen, dann Erstkommunion etc. 

Und ich bin immer allein. Kinderlos und ohne Partner. Die alle (samt Geschwistern der Partner meiner Geschwister, die reichlich sind) samt Partner und Kindern. Ich bin immer eine Außenseiterin, die merkwürdig beäugt wird. Ein Alien. 

Mein Bruder geht mit meiner Kinderlosigkeit entspannt um, jedenfalls sagt er mir nix dazu, akzeptiert mich einfach. Er beobachtet, wie mich seine Kinder mögen, wenn ich mal da bin (bin ich selten), wie ich mit ihnen umgehe und ich glaube, das findet er sehr schön. Mit seinen Kindern darf ich alleine was machen. Da gab es noch nie was. Er lässt mich mit meiner Lebensplanung in Ruhe und fragt auch nicht nach. 

Bei meiner Schwester allerdings war es immer sehr anstrengend. Ich fühlte mich immer wie in einem Verhör, wenn ich mal zu Besuch kam, wieso warum weshalb. Furchtbar. Und mein Schwager demonstrierte immer, was Familie bedeutet. Meine Schwester jammerte immer, wie schlecht ihr Mann zu ihr ist, ich solle ihm aber meine Sorgen anvertrauen und lauter so Mist. Sie ist meiner Mutter ähnlich. Ich fühlte mich auch bei ihr immer so, als wäre ich nicht richtig und sie wäre wie meine Mutter unzufrieden mit mir. Und letztens als ich mal bei ihr war und ging, sagte sie mir danach - "Mein Mann hat gesagt, jetzt hat die Morgensonne mal gesehen, was Famile heißt". Damit meinte er eben, verheiratet zu sein und Kinder zu haben. 

Ich fragte mich, was meine Schwester bezweckte, dass ich ihren Mann noch weniger mag  oder wollte sie mich absichtlich damit verletzten - mit dem Resultat, dass ich dann auch noch ungerner komme? 

Was mein Problem jetzt ist? Ich könnte diese Menschen einfach meiden? Nein, geht nicht. Einerseits tut es mir im Herzen weh, die Kinder nicht zu sehen, weil es so tolle Persönlichkeiten sind und dann eben nichts mehr mitzukriegen bzw. dann auf Familienfesten mich unbehaglich fühlen. 

Ja, ich habe keinen Mann und keine Kinder. Aber ich fühle mich dennoch ganz und überhaupt nicht falsch. Es ist einfach eine andere Lebensweise. Aber irgendwas belastet mich. Diese Vergangenheit, die so schiefgelaufen ist mit meiner Familie. 

Klar überlege ich auch, wie es wäre, hätte ich es so gemacht wie sie. Aber mit meiner Schwester ist es immer irgendwie ein Konkurrenzkampf. Welches Kind ist schlauer, wer machts besser, nie entspannt und liebevoll. Ich habe mir damals schon gedacht, puh bin ich froh, dem nicht ausgesetzt zu sein. 

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Ich weiß, mir kann vermutlich keiner helfen. Blut ist halt doch dicker als Wasser und natürlich würde ich mir eine intakte Familie wünschen, die einen einfach liebt, egal, in welchen Umständen man lebt. 

Ich bin immer wieder mit meiner Mutter in Kontaktabbruch. Vor zwei Jahren drängte meine Schwester sie mir auf, gerade in meiner schlimmsten Zeit im Burnout, wo ich eh überhaupt keine Kraft hatte. Das Erste, was mir meine Mutter sagte, nachdem sie abends unangemeldet zu mir kamen, war, dass ich mich schminken sollte (war ich natürlich nicht, ich war zuhause und krank) und das zweite die Frage, ob ich bete. 

Ich brauche so eine Mutter nicht. Die nur Kontakt zu mir halten will, damit ich ihre Probleme löse (sie zerstreitet sich mit jedem und einer von uns soll das wieder richten), Sachen für sie mache oder ihre Negativität und Husserei ertrage. Oder ihren übertriebenen religiösen Fanatismus. Ihre Meinung ist ja, weil ich alleine bin, kann ich für sie da sein - wann war sie es je für mich? Ich habe meine Jugend schon hergegeben, mehr bekommt sie nicht. Damals als alle ihre Partner fanden und heirateten, habe ich noch zuhause gelebt, weil sie mich anflehte, sie nicht mit meinem Vater allein zu lassen. Anstatt mir zu sagen, Kind, ich hab ihm das Jawort in guten und in schlechten Zeiten gegeben, nicht du - leb dein Leben. Ich bin erst mit 26 ausgezogen. Als ich 28 war starb er. 

Ich habe heute Nacht nicht geschlafen. Mich haben die Fotos so umgehauen und traurig gemacht und ich hab irgendwie mit allem gehadert. Dabei war ich bis gestern so glücklich mit meinem Leben. 

Und ich kann ja nichtmal einen Partner herzaubern, wenn ich schon keine Kinder vorweisen kann. 

So jetzt aber genug. Vielleicht hats ja wirklich wer bis hierher geschafft Und hat das eine oder andere aufmunternde Wort für mich. Danke!!!

Morgensonne



 

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14. August um 8:18
In Antwort auf morgensonne

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe lange überlegt, aber ich brauche wen zum Reden. 

Ich bin bald 45, kinderlos und ohne Partner. Und empfinde diese Lebensweise als richtig für mich, ich fühle mich glücklich. Nach einem sehr schlimmen Burnout habe ich entschieden, endlich den Weg zu gehen, der sich richtig anfühlt. Habe sehr viele Ängste überwunden und mache jetzt vieles, wovon ich immer nur zu träumen wagte. 

Ich lebe jetzt zehn Jahre allein, nicht, weil sich niemand gefunden hätte, sondern weil ich nicht um jeden Preis einen Partner wollte, nicht (schon wieder) der Besitz eines anderen sein wollte und mir noch niemand begegnet ist, der auf meiner Welle schwimmt. Ich bin nicht auf der Suche, wollte mich lange nicht binden und hatte nur lose Freundschaften, weil ich erfahren musste, wie sich eine krankmachende Beziehung anfühlt und das wollte ich nicht mehr. Ich war schon etwas geschädigt. Mittlerweile wäre ich schon wieder offen, aber wie gesagt, nicht um jeden Preis.

Wobei das noch vorher begann.... Ich kämpfte jahrelang (insgesamt 7) um das Leben meines Vaters, hatte wöchentlich die Rettung bei mir, ich kannte alle Intensivstation meiner Großstadt von innen und hatte eine sehr sehr schwere Zeit. Als mein Vater dann doch starb, zerbrach etwas in mir, mich schmiss es aus der Bahn, ich verlor den Lebenssinn. 

Und niemand fing mich damals auf. Meine Mutter? Fehlanzeige. Sie verstand nicht einmal, wieso ich trauere. Sie liebte meinen Vater nicht. Allgemein wälzte sie auch jede Verantwortung auf mich ab, ließ mich allein. Schon als Kind eigentlich. Das waren auch verdrehte Rollen. Aber ich will mich jetzt nicht zu lange aufhalten. 

Als mein Vater starb, starb auch mein Kinderwunsch. Zum einen wollte ich nicht, dass jemals ein Kind solch einen großen Schmerz empfinden muss, wenn ich einmal sterbe und gleichzeitig war jede Geburt für mich ein Todesurteil für das Kind. Ich habe mir wirklich schwer getan in dieser Zeit, noch zu funktionieren. Meine beiden älteren Geschwister hatten da schon Kinder. Ich war ganz allein mit meinem großen Schmerz. Meine Mutter wie gesagt sah es nicht ein, wieso ich so litt - Trösten? Wozu denn. 

In der Folge ließ ich mich auf einen Mann ein, der mir gar nicht gut tat (erwähnte krankmachende Beziehung). Dies vor allem deswegen, weil ich meiner Mutter etwas zu Fleiß machen wollte, weil dieser Mann genau das Gegenteil war, was sie sich als Schwiegersohn wünschte. Ich weiß heute natürlich, dass ich nur mir damit geschadet habe. 

Ich entwickelte immer größeren Groll auf meine Mutter, die der negativste und egoistischste Mensch ist, den ich kenne. Ich bin ihr auf Lügen draufgekommen, aber am meisten störte es mich, dass sie mir immer zu verstehen gab, dass ich nicht richtig bin. Weil ich als einzige in der Familie sich von der strengen Religiösität, die von allen gelebt wird, abgewandt habe. Sie sind Katholisch. Ich will hier gar nicht niederschreiben, welchen Gemeinheiten ich ausgesetzt war und welche Intrigen von meiner Mutter geschürt wurden. Welches Gift sie spie. Und noch immer speibt.

Also mit einem Wort auch kein guter Familienzusammenhalt ab dem Tod meines Vaters (vor 17 Jahren). 

Als ich mich Mitte 30 von meinem Partner endlich löste, war der erste Kommentar: "Schlaf mit jemandem, damit du schwanger wirst und es nicht bereust, kinderlos zu bleiben". 

Wow.... Dabei konnte ich mich einfach um kein Lebewesen mehr kümmern, seit das mit meinem Vater war, ich fühlte mich ja auch als Versagerin, weil er ja nicht überlebt hat (natürlich war ich nicht schuld, aber fühlte mich so). Und mit irgendwem ein Kind? Freiwillig alleinerziehend? Wo ich mit der Hilfe meiner Mutter nicht rechnen konnte, die sich mit allerlei Tieren eindeckte, nur um eine Ausrede zu haben, warum sie niemandem helfen kann.

Meine Trauer verdrängte ich, verarbeitete sie nie, weil dieser Schmerz nicht auszuhalten war. Erst 15 Jahre später während meinem Burnout-Krankenstand. 

Mittlerweile bin ich mit meiner Schwester zerstritten, weil sie mir nicht beistand in meiner schweren Zeit und sie  mir darauf hin sogar die "Schwesternschaft" aufgekündigt hat. Ich bin nur noch gut mit meinem Bruder, aber ihn belästige ich mit keinerlei Problemen, ich mache alles mit mir alleine aus. Freundschaften lösten sich während meines Burnoutes auch auf. Ich bin draufgekommen, dass die meisten nur den Nutzen, den sie von mir hatten, geschätzt haben. Als ich nicht mehr funktionierte, funktionierte nichts mehr.

Das ist so grob mein Umstand. Ich habe aber mein Alleinsein genutzt und Liebe in mir selbst gefunden und bin so überaus zufrieden mit meinem Leben, lerne und beschäftige mich jetzt auch noch mit Dingen, die mein Herz zum Singen bringen und bin jeden Tag dankbar, dass mir alles widerfahren ist, weil es mich hierher gebracht hat, wo ich heute bin. Ich folge meiner Berufung und werde irgendwann auch Gutes tun.

Also ich bin gestärkt aus allen Krisen hervorgekommen, bin furchtlos und weiß, was ich will. 

Nur seit gestern Abend gehts mir nicht gut. 

Ein Neffe von mir hat sich verlobt und ich freue mich total. Es ist der älteste Sohn von meinem Bruder. Die Kinder meiner Schwester habe ich schon seit zwei Jahren nicht gesehen. 

Gestern schickt mir mein Bruder ganz unerwartet Fotos von einer Familienfeier meiner Schwester, wo ich sehe, dass ihr ältester Sohn eine Freundin hat und mein Bruder erzählte mir, dass der gerade beim Bundesheer ist. 

Meine Schwester hat den Kontakt immer unterbunden zu ihren Kindern, also ich durfte nichts alleine mit ihnen machen - wahrscheinlich, um ihre Kinder nicht zu "verderben", weil ich anders denke. Dabei würde ich das nie tun und immer entsprechend ihrer Erziehung mit ihnen umgehen. Ich denke zwar anders, bin aber ein sehr achtsamer Mensch. Vielleicht schwang auch immer eine Eifersucht mit, weil mich ihre Kinder liebten. 

Naja, jedenfalls ist mir gestern bewusst geworden, dass sich dieser Kreis immer weiterdreht. Wo ich noch voriges Jahr dachte, super, jetzt sind endlich mal die Familienereignisse mit der letzten Firmung vorbei, fangen die Großen jetzt an, zu heiraten. 

Wenn sie heiraten, bekommen sie auch Kinder... also da wieder Taufen, dann Erstkommunion etc. 

Und ich bin immer allein. Kinderlos und ohne Partner. Die alle (samt Geschwistern der Partner meiner Geschwister, die reichlich sind) samt Partner und Kindern. Ich bin immer eine Außenseiterin, die merkwürdig beäugt wird. Ein Alien. 

Mein Bruder geht mit meiner Kinderlosigkeit entspannt um, jedenfalls sagt er mir nix dazu, akzeptiert mich einfach. Er beobachtet, wie mich seine Kinder mögen, wenn ich mal da bin (bin ich selten), wie ich mit ihnen umgehe und ich glaube, das findet er sehr schön. Mit seinen Kindern darf ich alleine was machen. Da gab es noch nie was. Er lässt mich mit meiner Lebensplanung in Ruhe und fragt auch nicht nach. 

Bei meiner Schwester allerdings war es immer sehr anstrengend. Ich fühlte mich immer wie in einem Verhör, wenn ich mal zu Besuch kam, wieso warum weshalb. Furchtbar. Und mein Schwager demonstrierte immer, was Familie bedeutet. Meine Schwester jammerte immer, wie schlecht ihr Mann zu ihr ist, ich solle ihm aber meine Sorgen anvertrauen und lauter so Mist. Sie ist meiner Mutter ähnlich. Ich fühlte mich auch bei ihr immer so, als wäre ich nicht richtig und sie wäre wie meine Mutter unzufrieden mit mir. Und letztens als ich mal bei ihr war und ging, sagte sie mir danach - "Mein Mann hat gesagt, jetzt hat die Morgensonne mal gesehen, was Famile heißt". Damit meinte er eben, verheiratet zu sein und Kinder zu haben. 

Ich fragte mich, was meine Schwester bezweckte, dass ich ihren Mann noch weniger mag  oder wollte sie mich absichtlich damit verletzten - mit dem Resultat, dass ich dann auch noch ungerner komme? 

Was mein Problem jetzt ist? Ich könnte diese Menschen einfach meiden? Nein, geht nicht. Einerseits tut es mir im Herzen weh, die Kinder nicht zu sehen, weil es so tolle Persönlichkeiten sind und dann eben nichts mehr mitzukriegen bzw. dann auf Familienfesten mich unbehaglich fühlen. 

Ja, ich habe keinen Mann und keine Kinder. Aber ich fühle mich dennoch ganz und überhaupt nicht falsch. Es ist einfach eine andere Lebensweise. Aber irgendwas belastet mich. Diese Vergangenheit, die so schiefgelaufen ist mit meiner Familie. 

Klar überlege ich auch, wie es wäre, hätte ich es so gemacht wie sie. Aber mit meiner Schwester ist es immer irgendwie ein Konkurrenzkampf. Welches Kind ist schlauer, wer machts besser, nie entspannt und liebevoll. Ich habe mir damals schon gedacht, puh bin ich froh, dem nicht ausgesetzt zu sein. 

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Ich weiß, mir kann vermutlich keiner helfen. Blut ist halt doch dicker als Wasser und natürlich würde ich mir eine intakte Familie wünschen, die einen einfach liebt, egal, in welchen Umständen man lebt. 

Ich bin immer wieder mit meiner Mutter in Kontaktabbruch. Vor zwei Jahren drängte meine Schwester sie mir auf, gerade in meiner schlimmsten Zeit im Burnout, wo ich eh überhaupt keine Kraft hatte. Das Erste, was mir meine Mutter sagte, nachdem sie abends unangemeldet zu mir kamen, war, dass ich mich schminken sollte (war ich natürlich nicht, ich war zuhause und krank) und das zweite die Frage, ob ich bete. 

Ich brauche so eine Mutter nicht. Die nur Kontakt zu mir halten will, damit ich ihre Probleme löse (sie zerstreitet sich mit jedem und einer von uns soll das wieder richten), Sachen für sie mache oder ihre Negativität und Husserei ertrage. Oder ihren übertriebenen religiösen Fanatismus. Ihre Meinung ist ja, weil ich alleine bin, kann ich für sie da sein - wann war sie es je für mich? Ich habe meine Jugend schon hergegeben, mehr bekommt sie nicht. Damals als alle ihre Partner fanden und heirateten, habe ich noch zuhause gelebt, weil sie mich anflehte, sie nicht mit meinem Vater allein zu lassen. Anstatt mir zu sagen, Kind, ich hab ihm das Jawort in guten und in schlechten Zeiten gegeben, nicht du - leb dein Leben. Ich bin erst mit 26 ausgezogen. Als ich 28 war starb er. 

Ich habe heute Nacht nicht geschlafen. Mich haben die Fotos so umgehauen und traurig gemacht und ich hab irgendwie mit allem gehadert. Dabei war ich bis gestern so glücklich mit meinem Leben. 

Und ich kann ja nichtmal einen Partner herzaubern, wenn ich schon keine Kinder vorweisen kann. 

So jetzt aber genug. Vielleicht hats ja wirklich wer bis hierher geschafft Und hat das eine oder andere aufmunternde Wort für mich. Danke!!!

Morgensonne



 

ich denke nicht, dass das daran liegt, dass Du einen anderen Weg eingeschlagen hast.

Solche Momente sind unschön, aber sie gehören zu uner aller Leben. "Kein Licht ohne Schatten" und so Bei denen mit Partner und Kindern ist es dann eben ein Moment, indem man die Freiheit vermisst, auch wenn man eigentlich mit dem eigenen Lebensweg glücklich ist.
Nimm es nicht so schwer, das kommt wieder ins Gleichgewicht.

Und Familie kann man sich halt nicht aussuchen. Ich bin da ein absoluter Befürworter von Kontaktabbruch, wenn es eben nicht geht.

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14. August um 9:05
In Antwort auf morgensonne

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe lange überlegt, aber ich brauche wen zum Reden. 

Ich bin bald 45, kinderlos und ohne Partner. Und empfinde diese Lebensweise als richtig für mich, ich fühle mich glücklich. Nach einem sehr schlimmen Burnout habe ich entschieden, endlich den Weg zu gehen, der sich richtig anfühlt. Habe sehr viele Ängste überwunden und mache jetzt vieles, wovon ich immer nur zu träumen wagte. 

Ich lebe jetzt zehn Jahre allein, nicht, weil sich niemand gefunden hätte, sondern weil ich nicht um jeden Preis einen Partner wollte, nicht (schon wieder) der Besitz eines anderen sein wollte und mir noch niemand begegnet ist, der auf meiner Welle schwimmt. Ich bin nicht auf der Suche, wollte mich lange nicht binden und hatte nur lose Freundschaften, weil ich erfahren musste, wie sich eine krankmachende Beziehung anfühlt und das wollte ich nicht mehr. Ich war schon etwas geschädigt. Mittlerweile wäre ich schon wieder offen, aber wie gesagt, nicht um jeden Preis.

Wobei das noch vorher begann.... Ich kämpfte jahrelang (insgesamt 7) um das Leben meines Vaters, hatte wöchentlich die Rettung bei mir, ich kannte alle Intensivstation meiner Großstadt von innen und hatte eine sehr sehr schwere Zeit. Als mein Vater dann doch starb, zerbrach etwas in mir, mich schmiss es aus der Bahn, ich verlor den Lebenssinn. 

Und niemand fing mich damals auf. Meine Mutter? Fehlanzeige. Sie verstand nicht einmal, wieso ich trauere. Sie liebte meinen Vater nicht. Allgemein wälzte sie auch jede Verantwortung auf mich ab, ließ mich allein. Schon als Kind eigentlich. Das waren auch verdrehte Rollen. Aber ich will mich jetzt nicht zu lange aufhalten. 

Als mein Vater starb, starb auch mein Kinderwunsch. Zum einen wollte ich nicht, dass jemals ein Kind solch einen großen Schmerz empfinden muss, wenn ich einmal sterbe und gleichzeitig war jede Geburt für mich ein Todesurteil für das Kind. Ich habe mir wirklich schwer getan in dieser Zeit, noch zu funktionieren. Meine beiden älteren Geschwister hatten da schon Kinder. Ich war ganz allein mit meinem großen Schmerz. Meine Mutter wie gesagt sah es nicht ein, wieso ich so litt - Trösten? Wozu denn. 

In der Folge ließ ich mich auf einen Mann ein, der mir gar nicht gut tat (erwähnte krankmachende Beziehung). Dies vor allem deswegen, weil ich meiner Mutter etwas zu Fleiß machen wollte, weil dieser Mann genau das Gegenteil war, was sie sich als Schwiegersohn wünschte. Ich weiß heute natürlich, dass ich nur mir damit geschadet habe. 

Ich entwickelte immer größeren Groll auf meine Mutter, die der negativste und egoistischste Mensch ist, den ich kenne. Ich bin ihr auf Lügen draufgekommen, aber am meisten störte es mich, dass sie mir immer zu verstehen gab, dass ich nicht richtig bin. Weil ich als einzige in der Familie sich von der strengen Religiösität, die von allen gelebt wird, abgewandt habe. Sie sind Katholisch. Ich will hier gar nicht niederschreiben, welchen Gemeinheiten ich ausgesetzt war und welche Intrigen von meiner Mutter geschürt wurden. Welches Gift sie spie. Und noch immer speibt.

Also mit einem Wort auch kein guter Familienzusammenhalt ab dem Tod meines Vaters (vor 17 Jahren). 

Als ich mich Mitte 30 von meinem Partner endlich löste, war der erste Kommentar: "Schlaf mit jemandem, damit du schwanger wirst und es nicht bereust, kinderlos zu bleiben". 

Wow.... Dabei konnte ich mich einfach um kein Lebewesen mehr kümmern, seit das mit meinem Vater war, ich fühlte mich ja auch als Versagerin, weil er ja nicht überlebt hat (natürlich war ich nicht schuld, aber fühlte mich so). Und mit irgendwem ein Kind? Freiwillig alleinerziehend? Wo ich mit der Hilfe meiner Mutter nicht rechnen konnte, die sich mit allerlei Tieren eindeckte, nur um eine Ausrede zu haben, warum sie niemandem helfen kann.

Meine Trauer verdrängte ich, verarbeitete sie nie, weil dieser Schmerz nicht auszuhalten war. Erst 15 Jahre später während meinem Burnout-Krankenstand. 

Mittlerweile bin ich mit meiner Schwester zerstritten, weil sie mir nicht beistand in meiner schweren Zeit und sie  mir darauf hin sogar die "Schwesternschaft" aufgekündigt hat. Ich bin nur noch gut mit meinem Bruder, aber ihn belästige ich mit keinerlei Problemen, ich mache alles mit mir alleine aus. Freundschaften lösten sich während meines Burnoutes auch auf. Ich bin draufgekommen, dass die meisten nur den Nutzen, den sie von mir hatten, geschätzt haben. Als ich nicht mehr funktionierte, funktionierte nichts mehr.

Das ist so grob mein Umstand. Ich habe aber mein Alleinsein genutzt und Liebe in mir selbst gefunden und bin so überaus zufrieden mit meinem Leben, lerne und beschäftige mich jetzt auch noch mit Dingen, die mein Herz zum Singen bringen und bin jeden Tag dankbar, dass mir alles widerfahren ist, weil es mich hierher gebracht hat, wo ich heute bin. Ich folge meiner Berufung und werde irgendwann auch Gutes tun.

Also ich bin gestärkt aus allen Krisen hervorgekommen, bin furchtlos und weiß, was ich will. 

Nur seit gestern Abend gehts mir nicht gut. 

Ein Neffe von mir hat sich verlobt und ich freue mich total. Es ist der älteste Sohn von meinem Bruder. Die Kinder meiner Schwester habe ich schon seit zwei Jahren nicht gesehen. 

Gestern schickt mir mein Bruder ganz unerwartet Fotos von einer Familienfeier meiner Schwester, wo ich sehe, dass ihr ältester Sohn eine Freundin hat und mein Bruder erzählte mir, dass der gerade beim Bundesheer ist. 

Meine Schwester hat den Kontakt immer unterbunden zu ihren Kindern, also ich durfte nichts alleine mit ihnen machen - wahrscheinlich, um ihre Kinder nicht zu "verderben", weil ich anders denke. Dabei würde ich das nie tun und immer entsprechend ihrer Erziehung mit ihnen umgehen. Ich denke zwar anders, bin aber ein sehr achtsamer Mensch. Vielleicht schwang auch immer eine Eifersucht mit, weil mich ihre Kinder liebten. 

Naja, jedenfalls ist mir gestern bewusst geworden, dass sich dieser Kreis immer weiterdreht. Wo ich noch voriges Jahr dachte, super, jetzt sind endlich mal die Familienereignisse mit der letzten Firmung vorbei, fangen die Großen jetzt an, zu heiraten. 

Wenn sie heiraten, bekommen sie auch Kinder... also da wieder Taufen, dann Erstkommunion etc. 

Und ich bin immer allein. Kinderlos und ohne Partner. Die alle (samt Geschwistern der Partner meiner Geschwister, die reichlich sind) samt Partner und Kindern. Ich bin immer eine Außenseiterin, die merkwürdig beäugt wird. Ein Alien. 

Mein Bruder geht mit meiner Kinderlosigkeit entspannt um, jedenfalls sagt er mir nix dazu, akzeptiert mich einfach. Er beobachtet, wie mich seine Kinder mögen, wenn ich mal da bin (bin ich selten), wie ich mit ihnen umgehe und ich glaube, das findet er sehr schön. Mit seinen Kindern darf ich alleine was machen. Da gab es noch nie was. Er lässt mich mit meiner Lebensplanung in Ruhe und fragt auch nicht nach. 

Bei meiner Schwester allerdings war es immer sehr anstrengend. Ich fühlte mich immer wie in einem Verhör, wenn ich mal zu Besuch kam, wieso warum weshalb. Furchtbar. Und mein Schwager demonstrierte immer, was Familie bedeutet. Meine Schwester jammerte immer, wie schlecht ihr Mann zu ihr ist, ich solle ihm aber meine Sorgen anvertrauen und lauter so Mist. Sie ist meiner Mutter ähnlich. Ich fühlte mich auch bei ihr immer so, als wäre ich nicht richtig und sie wäre wie meine Mutter unzufrieden mit mir. Und letztens als ich mal bei ihr war und ging, sagte sie mir danach - "Mein Mann hat gesagt, jetzt hat die Morgensonne mal gesehen, was Famile heißt". Damit meinte er eben, verheiratet zu sein und Kinder zu haben. 

Ich fragte mich, was meine Schwester bezweckte, dass ich ihren Mann noch weniger mag  oder wollte sie mich absichtlich damit verletzten - mit dem Resultat, dass ich dann auch noch ungerner komme? 

Was mein Problem jetzt ist? Ich könnte diese Menschen einfach meiden? Nein, geht nicht. Einerseits tut es mir im Herzen weh, die Kinder nicht zu sehen, weil es so tolle Persönlichkeiten sind und dann eben nichts mehr mitzukriegen bzw. dann auf Familienfesten mich unbehaglich fühlen. 

Ja, ich habe keinen Mann und keine Kinder. Aber ich fühle mich dennoch ganz und überhaupt nicht falsch. Es ist einfach eine andere Lebensweise. Aber irgendwas belastet mich. Diese Vergangenheit, die so schiefgelaufen ist mit meiner Familie. 

Klar überlege ich auch, wie es wäre, hätte ich es so gemacht wie sie. Aber mit meiner Schwester ist es immer irgendwie ein Konkurrenzkampf. Welches Kind ist schlauer, wer machts besser, nie entspannt und liebevoll. Ich habe mir damals schon gedacht, puh bin ich froh, dem nicht ausgesetzt zu sein. 

Danke, dass du bis hierher gelesen hast. Ich weiß, mir kann vermutlich keiner helfen. Blut ist halt doch dicker als Wasser und natürlich würde ich mir eine intakte Familie wünschen, die einen einfach liebt, egal, in welchen Umständen man lebt. 

Ich bin immer wieder mit meiner Mutter in Kontaktabbruch. Vor zwei Jahren drängte meine Schwester sie mir auf, gerade in meiner schlimmsten Zeit im Burnout, wo ich eh überhaupt keine Kraft hatte. Das Erste, was mir meine Mutter sagte, nachdem sie abends unangemeldet zu mir kamen, war, dass ich mich schminken sollte (war ich natürlich nicht, ich war zuhause und krank) und das zweite die Frage, ob ich bete. 

Ich brauche so eine Mutter nicht. Die nur Kontakt zu mir halten will, damit ich ihre Probleme löse (sie zerstreitet sich mit jedem und einer von uns soll das wieder richten), Sachen für sie mache oder ihre Negativität und Husserei ertrage. Oder ihren übertriebenen religiösen Fanatismus. Ihre Meinung ist ja, weil ich alleine bin, kann ich für sie da sein - wann war sie es je für mich? Ich habe meine Jugend schon hergegeben, mehr bekommt sie nicht. Damals als alle ihre Partner fanden und heirateten, habe ich noch zuhause gelebt, weil sie mich anflehte, sie nicht mit meinem Vater allein zu lassen. Anstatt mir zu sagen, Kind, ich hab ihm das Jawort in guten und in schlechten Zeiten gegeben, nicht du - leb dein Leben. Ich bin erst mit 26 ausgezogen. Als ich 28 war starb er. 

Ich habe heute Nacht nicht geschlafen. Mich haben die Fotos so umgehauen und traurig gemacht und ich hab irgendwie mit allem gehadert. Dabei war ich bis gestern so glücklich mit meinem Leben. 

Und ich kann ja nichtmal einen Partner herzaubern, wenn ich schon keine Kinder vorweisen kann. 

So jetzt aber genug. Vielleicht hats ja wirklich wer bis hierher geschafft Und hat das eine oder andere aufmunternde Wort für mich. Danke!!!

Morgensonne



 

Das erinnert mich ein bisschen an mich, wie ich früher tickte und mir selbst das Leben schwer gemacht habe. Ich habe mir auch immer eine intakte Familie gewünscht und immer und immer wieder darum gekämpft. Aber, dazu gehören halt mehrere Personen und wenn von der einen Seite nichts kommt, dann kann man sich das noch so sehr wünschen, es wird dann nicht geschehen.
Das habe ich irgendwann gelernt und begonnen mich selbst nicht mehr mit diesem Wunsch aufzureiben.

Verwandtschaft/Familie kann man sich zudem nicht aussuchen, man wird, ohne eigenes Zutun hinein geboren. Ganz anders sieht das bei Freundschaften oder anderen persönlicheren Kontakten aus. Ich halte überhaupt nichts von dem Spruch "Blut ist dicker als Wasser", der hat mich früher in die "Irre" geleitet und mich unter Druck gesetzt, weil ich dadurch halt der Ansicht war, dass eine Familie immer zusammen hält/halten muss, eben weil man ja durch "das Blut" miteinander verbunden ist.
So habe ich viele Jahre meines Lebens damit verbracht, mit der Verwandtschaft auszukommen, weil sie ja Familie ist und das teilweise mit Menschen, die ich, unter anderen Umständen, gemieden hätte, die ich noch nicht mal wirklich gemocht habe. So habe ich Jahr um Jahr gekämpft, um Liebe, gegenseitigen Respekt, familiären Zusammenhalt.
Bis mir dann auffiel, dass mich das auf Dauer krank machen wird, wenn ich ständig einem Bild/einer Vorstellung nachhechel, die ich mit diesen Personen niemals realisieren werde. Mir sind einige meiner Verwandten wirklich sehr unsympathisch, wie mein Bruder z.B. Wäre er nicht mein Bruder, dann hätte ich immer den Kontakt zu ihm gemieden, weil ich ihn nicht mag, sein Charakter ist mir zuwider.
Doch ich bin immer wieder auf ihn zu gegangen, obwohl es gegen mein tiefstes Inneres war und ich immer wieder durch ihn verletzt wurde.
Ich bin wirklich froh, dass ich damit aufgehört habe und gelernt habe, mich von Menschen und Kontakten zu trennen, die mir nicht gut tun.
Seitdem hat sich meine Lebensqualität um ein Vielfaches erhöht.

Ich kann dir nur raten, auf dich selbst zu hören und in dich hineinzufühlen. Du kannst andere Menschen nicht ändern, aber du kannst für dich einen Weg finden, wie und ob du mit ihnen umgehst.



 

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14. August um 9:44

Wow, ich bin echt zutiefst gerührt, dass ihr euch die Zeit genommen habt, auf mich einzugehen, euch den langen Text durchzulesen und mir von Herzen zu antworten! 

Ich möchte auf jede einzelne Antwort eingehen:

Danke als erstes dir, sophia.petrillo.

Also es ist schon so, dass ich alleine glücklich bin. Was ich eben ausdrücken wollte, es ist vieles schief gelaufen, aber ich bin dankbar, weil es mich an den Punkt gebracht habe, wo ich heute bin. Und den finde ich wirklich gut. Ich habe - wie die meisten Mütter nicht - die Chance gehabt, nochmal auf Reset zu drücken, mein Leben neu auszurichten und ohne Einschränkungen oder Verpflichtungen meiner Berufung zu folgen, die sich mein Leben lang abgezeichnet hat und die ich jetzt verwirklichen möchte. Das hätte ich bestimmt nicht in der Weise können, wenn ich Kind und Mann hätte. Also ich bin jedenfalls ein Mensch, der aus seinen Fehlern lernt und das Gute daraus zieht und wie auch in meinem Beitrag erwähnt habe ich gelernt, das Glück und die Liebe in mir zu finden und nichtmehr von Außen abhängig zu machen. 

Ich habe das immer wieder gehört, dass man sich Lösen sollte von einer Familie, die einem nicht guttut. Habe ich ja. Aber auch das tut mir nicht gut - es geht mir zwar wesentlich besser, weil ich diesem Irrsinn nicht ausgesetzt bin, aber glücklich bin ich damit nicht. 

Aber ich denke, du hast auf jeden Fall Recht damit, dass ich mir trotz der Zufriedenheit mit meinem Leben einen Partner wünsche, der mich mal in den Arm nimmt und zu mir hält. Mir fehlt auf jeden Fall Rückhalt. Zwar meistere ich alles sehr gut alleine, aber es gibt schon Phasen, wo es sehr schwer ist. Das gebe ich in meiner Autarkheit schon zu. Auch die Aussprache fehlt mir manchmal. Obwohl natürlich alles zwei Seiten hat, ich werde auch nicht beeinflusst und entscheide alles selbst und bin selbstverantwortlich für alles. 

Ich glaube, mich hat auch getroffen, als ich die Bilder sah, dass ich nichts "vorzuweisen" habe. Also ich meine damit, keine Fotos, wo ich mit zwei strammen großgewachsenen Söhnen oder Töchtern zu sehen bin. Ich weiß zwar, dass das auch nur Fotos sind und Fotos immer gestellt sind, aber die Gesellschaft und vor allem auch meine Familie legt sehr viel wert darauf und definiert sich auch oft über die Kinder und das, was man "geschafft" hat. Man sieht das ja immer wieder auch auf Profilfotos, dass man da nicht sein Foto reinsetzt, sondern vom ganzen Familienglück. 

Und natürlich ist es auch so, dass es jetzt, wo sie alle fertig und erwachsen sind, auch schön ist, Kinder zu haben. Das Schlimmste haben sie jetzt überstanden, fast alle fertig mit der Schule und die Eltern können ein schönes Resultat herzeigen. 

Es ist nicht leicht, als kinderloser Single in so einer Gesellschaft akzeptiert zu werden. Ich meine, akzeptiert ja, aber man merkt es ja an den Blicken.... 

Ich sehe das ja jetzt auch als gut an, dass ich diese Phase durchmache, auch wenn Tränen fließen. Ich habe gelernt, dass ich aus solchen Krisen immer gestärkt herausgehe und es war wohl an der Zeit, das mal näher zu betrachten und zu verarbeiten. Hab das sicherlich immer weggeschoben. 

Dein letzter Satz:

>>Ist man zu sehr mit sich selbst beschäftigt, nimmt man andere Menschen in ihrer Gesamtheit nicht wahr, man wird sozusagen betriebsblind.<<

hat auch seine Wahrheit. Wobei ich das erst die letzten zwei Jahre tue, seit ich ins Burnout gerasselt bin, weil ich mich immer hintangestellt habe und meine Bedürfnisse beiseite geschoben habe. Ich musste mir mal Zeit für mich nehmen, um gesund zu werden. Merke aber jetzt schon langsam, dass ich ausreichend alleine war. Und immer geselliger werde. Aber sehr behutsam mit Bekanntschaften bin und alle abbreche, die Energie aus mir ziehen. Die Energiequelle für andere war ich lange genug. Das möchte ich nicht mehr. 

Danke dir aufrichtig für deine Worte
 

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14. August um 9:50
In Antwort auf avarrassterne1

ich denke nicht, dass das daran liegt, dass Du einen anderen Weg eingeschlagen hast.

Solche Momente sind unschön, aber sie gehören zu uner aller Leben. "Kein Licht ohne Schatten" und so Bei denen mit Partner und Kindern ist es dann eben ein Moment, indem man die Freiheit vermisst, auch wenn man eigentlich mit dem eigenen Lebensweg glücklich ist.
Nimm es nicht so schwer, das kommt wieder ins Gleichgewicht.

Und Familie kann man sich halt nicht aussuchen. Ich bin da ein absoluter Befürworter von Kontaktabbruch, wenn es eben nicht geht.

Liebe Avarrassterne

Das ist auch ein guter Hinweis, dass das nur so Momente sind, die jeder hat. Immer, wenn man zum anderen Schaut und sieht, dass das auch ganz schön ist, was man selber nicht hat. 

Ja, wie oben schon gesagt, ich breche Kontakt ja ab, das macht mich aber auch nicht glücklich. Es geht mir zwar besser, weil ich dem nicht akut ausgeliefert bin, aber es macht mich trotzdem jeden Tag traurig. 

Meine Familie ist halt super konservativ und hält auch an alten Werten fest. Da wird nicht geschieden, da bleibt man zusammen. Da ist Familie das höchste gut und man erträgt auch die Spinnereien der Mütter. Ich weiß, dass es bei denen nicht immer rosig ist und ich wollte eigentlich nie tauschen. 

Ich denke auch zurück und frage mich, ob ich es anders hätte machen können. Nein, ich glaube nicht. Ich habe immer so entschieden, wie ich es aus eigenen Kräften konnte. Und wusste es in dem Moment ja auch nicht anders. Ich habe mit mir Frieden geschlossen. 

Heute geht es mir schon besser als gestern. 

Am liebsten wäre es mir, wir würden Frieden schließen, aber halt keinen engen Kontakt halten. Mal sehen, vielleicht kann ich das ja irgendwie hinkriegen. 

Danke dir
 

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14. August um 10:11
In Antwort auf alysha_17899134

Das erinnert mich ein bisschen an mich, wie ich früher tickte und mir selbst das Leben schwer gemacht habe. Ich habe mir auch immer eine intakte Familie gewünscht und immer und immer wieder darum gekämpft. Aber, dazu gehören halt mehrere Personen und wenn von der einen Seite nichts kommt, dann kann man sich das noch so sehr wünschen, es wird dann nicht geschehen.
Das habe ich irgendwann gelernt und begonnen mich selbst nicht mehr mit diesem Wunsch aufzureiben.

Verwandtschaft/Familie kann man sich zudem nicht aussuchen, man wird, ohne eigenes Zutun hinein geboren. Ganz anders sieht das bei Freundschaften oder anderen persönlicheren Kontakten aus. Ich halte überhaupt nichts von dem Spruch "Blut ist dicker als Wasser", der hat mich früher in die "Irre" geleitet und mich unter Druck gesetzt, weil ich dadurch halt der Ansicht war, dass eine Familie immer zusammen hält/halten muss, eben weil man ja durch "das Blut" miteinander verbunden ist.
So habe ich viele Jahre meines Lebens damit verbracht, mit der Verwandtschaft auszukommen, weil sie ja Familie ist und das teilweise mit Menschen, die ich, unter anderen Umständen, gemieden hätte, die ich noch nicht mal wirklich gemocht habe. So habe ich Jahr um Jahr gekämpft, um Liebe, gegenseitigen Respekt, familiären Zusammenhalt.
Bis mir dann auffiel, dass mich das auf Dauer krank machen wird, wenn ich ständig einem Bild/einer Vorstellung nachhechel, die ich mit diesen Personen niemals realisieren werde. Mir sind einige meiner Verwandten wirklich sehr unsympathisch, wie mein Bruder z.B. Wäre er nicht mein Bruder, dann hätte ich immer den Kontakt zu ihm gemieden, weil ich ihn nicht mag, sein Charakter ist mir zuwider.
Doch ich bin immer wieder auf ihn zu gegangen, obwohl es gegen mein tiefstes Inneres war und ich immer wieder durch ihn verletzt wurde.
Ich bin wirklich froh, dass ich damit aufgehört habe und gelernt habe, mich von Menschen und Kontakten zu trennen, die mir nicht gut tun.
Seitdem hat sich meine Lebensqualität um ein Vielfaches erhöht.

Ich kann dir nur raten, auf dich selbst zu hören und in dich hineinzufühlen. Du kannst andere Menschen nicht ändern, aber du kannst für dich einen Weg finden, wie und ob du mit ihnen umgehst.



 

Superlieb von dir Meeresbrise, danke dir!

>> weil ich dadurch halt der Ansicht war, dass eine Familie immer zusammen hält/halten muss, eben weil man ja durch "das Blut" miteinander verbunden ist.<<

Ja, so wird einem Familie ja auch eingeredet. Man hält zusammen, egal was kommt. Familie sollte so eine Art Zufluchtsort sein. 

Hätte ich schon können. Also in schweren Zeiten zu ihnen gehen. Dann würde ich aber lachenden Herzens in ein Spinnennetz laufen und mich von denen einwickeln und ihrem Willen unterworfen sein. 

Weil von denen würde ich nur (vermeintlich) geliebt werden, wenn ich so ticke, wie sie es von mir wünschen. Ich habe immer darunter gelitten, weil ich immer anders war. Schon als Kind. Mein Bruder und meine Schwester haben sich immer gefügt und gerne nach Regeln gelebt. Ich war immer ein kleiner Revoluzer, der Regeln als einengend empfand. Nicht umsonst bin ich jetzt auch aus dem Hamsterrad gestiegen, weil mir die Regeln und das System die Luft zum Atmen genommen haben und ich mich nicht fügen will und sinnlose Arbeit für irgendwen machen will. 

Das wird ja von denen auch nicht verstanden. Ich habe einen sicheren Job aufgegeben, um den sie mich immer beneidet haben. Sie verstehen nicht, wieso ich keinen Partner an der Seite habe und alleine reise und alleine lebe. Ich glaube, es ist ein wenig Neid auch dabei, weil sie nicht so können und mir dann gerne unter die Nase reiben, dass mir ohne Mann und Familie etwas fehlt. 

Dabei könnten wir doch voneinander profitieren. Ich ein wenig in ihr Leben schnuppern und sie in meines. Sie erzählen mir wie schön es mit den Kindern ist, ich wie schön es ist Abenteuer auf meinen Reisen zu erleben. 

Aber es interessiert sie nicht. Schon meine erste große Reise alleine nach Amerika hat sie nicht interessiert, die späteren auch nicht. Mein Job hat sie nie interessiert und die tollen Projekte, die ich machte. Die haben da richtig weggehört, dabei war das etwas, was ich geliebt habe. Hm, eigentlich ist es immer Konkurrenz zwischen uns Geschwistern gewesen, daran ist aber meine Mutter schuld, die das forciert hat. 

Und meine Mutter ist sowieso nur ein Opfer, dem man ständig helfen muss, sie hat mir nie bei Problemen geholfen. Sie ist ja so arm, weil sie ein Kriegskind ist und keine Schulbildung genießen durfte, dabei ist sie nicht dumm, sie stellt sich nur so. Weil sie war sehr wohl in der Lage, als wir Kinder waren, mittels Anleitungen aus den Burda-Heften wunderschöne Kleider zu nähen und das noch nichtmal in ihrer Muttersprache. Ich selbst würde das nicht einfach finden. Sogar Erstkommunionskleider, richtig schöne. Aber es ist halt bequem, sich dumm zu stellen und andere für sich machen zu lassen und immer wieder vorzujammern, dass sie ja nichts dafür kann, dass sie so arm und unfähig ist. 

Ich kann wirklich mit niemandem drüber reden, was mich so aufreibt, mir tut das gerade sehr gut, dass ich das hier tun kann. 

Ich habe ehrlich gesagt gar nicht mit Antworten gerechnet, weil ich schon sehr viel geschrieben habe. Und sich das wohl die wenigsten antun, einen so langen Text zu lesen. 

Ich glaube, ich bin eingeknickt, weil ich kurz das Gefühl hatte, es zu bereuen, nicht auch eine Ehe eingegangen zu sein und Kinder in die Welt gesetzt zu haben. Ich hätte es damals in dem Schwung, wie meine Geschwister es getan haben, tun können. Ich hatte damals einen Freund, der mich heiraten wollte. Ich habe aber Schluss gemacht, weil ich mich unterdrückt gefühlt habe und er meine ganze Liebe zu ihm ausgetrieben hat damit. Dann wurde mein Vater schwer krank und ab da begann mein Leben seine Schieflage. 

Ich überlege schon, wie es gewesen wäre, ihn geheiratet zu haben. Ich glaube, es hätte mich nicht glücklich gemacht. Ich hätte zwar heute auch zwei drei erwachsene Kinder, mit denen ich auf Fotos posieren könnte, aber ob ich dann nicht auch an dem Punkt wäre wie heute und mich fragen würde, ob ich nicht nicht besser auf mein Bauchgefühl gehört und nicht geheiratet hätte, nur weil es die Gesellschaft von mir erwartet hat.

Ich verstehe nicht, wieso es so schwer ist, jemanden einfach so zu akzeptieren, wie er ist. 

Lieben Gruß.

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14. August um 10:11
In Antwort auf morgensonne

Liebe Avarrassterne

Das ist auch ein guter Hinweis, dass das nur so Momente sind, die jeder hat. Immer, wenn man zum anderen Schaut und sieht, dass das auch ganz schön ist, was man selber nicht hat. 

Ja, wie oben schon gesagt, ich breche Kontakt ja ab, das macht mich aber auch nicht glücklich. Es geht mir zwar besser, weil ich dem nicht akut ausgeliefert bin, aber es macht mich trotzdem jeden Tag traurig. 

Meine Familie ist halt super konservativ und hält auch an alten Werten fest. Da wird nicht geschieden, da bleibt man zusammen. Da ist Familie das höchste gut und man erträgt auch die Spinnereien der Mütter. Ich weiß, dass es bei denen nicht immer rosig ist und ich wollte eigentlich nie tauschen. 

Ich denke auch zurück und frage mich, ob ich es anders hätte machen können. Nein, ich glaube nicht. Ich habe immer so entschieden, wie ich es aus eigenen Kräften konnte. Und wusste es in dem Moment ja auch nicht anders. Ich habe mit mir Frieden geschlossen. 

Heute geht es mir schon besser als gestern. 

Am liebsten wäre es mir, wir würden Frieden schließen, aber halt keinen engen Kontakt halten. Mal sehen, vielleicht kann ich das ja irgendwie hinkriegen. 

Danke dir
 

ich habe mit meiner Mutter auch nahe keinen Kontakt und ahm... naja, es ist besser so.

Das wird um Weihnachten herum, wenn man mit diesem Heile-Welt-Gedudel von allen Seiten bombardiert wird, manchmal wirklich unschön, aber ... ja... es ist wie es ist.

Familie ist das höchste Gut? Es gibt ein Sprichwort: "Freunde sind Gottes Entschädigung für Verwandte" lass es Dir mal von jemandem mit Talent für Kalligrafie gestalten und häng es Dir in einem schönen Rahmen über die Couch. Dass es dafür ein Sprichwort (!!!) gibt, macht mehr als deutlich, wie wenig allein Du damit bist - und dass es kein schlimmes Drama ist, auch wenn man es nun einmal nicht ändern kann.

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14. August um 10:28
In Antwort auf avarrassterne1

ich habe mit meiner Mutter auch nahe keinen Kontakt und ahm... naja, es ist besser so.

Das wird um Weihnachten herum, wenn man mit diesem Heile-Welt-Gedudel von allen Seiten bombardiert wird, manchmal wirklich unschön, aber ... ja... es ist wie es ist.

Familie ist das höchste Gut? Es gibt ein Sprichwort: "Freunde sind Gottes Entschädigung für Verwandte" lass es Dir mal von jemandem mit Talent für Kalligrafie gestalten und häng es Dir in einem schönen Rahmen über die Couch. Dass es dafür ein Sprichwort (!!!) gibt, macht mehr als deutlich, wie wenig allein Du damit bist - und dass es kein schlimmes Drama ist, auch wenn man es nun einmal nicht ändern kann.

Weihnachten ist für mich gar nicht mehr schlimm. Als mein Vater starb schon. Weil meine Mutter sofort all den Weihnachtsschmuck verschenkt hat und sie an nichts an ihn erinnert werden wollte, also auch das Weihnachtsfest nicht in seinen Ehren so weitergestaltet hat, wie er es tat. Mein Vater hat daraus immer ein wunderschönes Fest gemacht. Uns mal zu sich eingeladen hat sie auch nie. Ich fand das sooo schlimm. Es war schon schlimm, dass er gestorben ist und ich nicht gut verkraftet habe, aber dass sie dann auch nichts mehr fortsetzte, was er immer für uns gemacht hat, hat noch mehr geschmerzt. 

Ich bin Weihnachten nicht traurig, weil ich dann immer in aller Ruhe das koche, was mir schmeckt und einfach eine ruhige Zeit verbringe. Es gab zwar eine Zeit, wo ich nicht erwarten konnte, dass diese Tage vergehen und auch die Vorweihnachtszeit war schlimm, aber eben nur aufgrund des Fehlens meines Vaters. Heute denke ich mir, wie viele gerade unterm Weihnachtsbaum streiten. Alle auf Friede Freude Eierkuchen tun, bis die Bombe platzt. Meine Eltern habe auch immer gestritten. 

Naja... richtig gute Freunde zu finden ist auch nicht leicht. Aber man kann sie sich zumindest aussuchen, das stimmt.

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