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welche Menschen tun einem gut und welche nicht?

8. September 2017 um 3:46

Hallo ­čśŐ Ich habe folgenden Vorfall. Ich befinde mich in Therapie und tue alles daf├╝r um mein Leben in den Griff zu bekommen. das wissen auch meine Freunde. und dementsprechend habe ich nicht immer Zeit, weil die Therapie mich echt nerven kostet also ich habe depressionen und seid gut 12 Jahren. nun zu meinem Problem. Ich habe eine bestimmte bekannte, die mich oft anschreibt und den Kontakt sucht. Ich antworte ihr dann in der Regel 1-5 tage sp├Ąter. Naja es ist immer das gleiche ihrer Seits: " wann hast du Zeit mich besuchen ( wir wohnen mit dem Auto ca 30 Minuten entfernt und ich besitze kein Auto. sprich ich m├╝sste jedes mal auf neue 1,5-2 stunden bahn fahren) . Ich sage dann immer,dass ich es nicht weiss,da ich eine Therapie mache. und vor der Therapie hatte ich einen 15 stunden tag wo ich froh war dass Wochenende war und ich Ruhe hatte.┬á Naja, ich sage es ihr dann und dann kommt paar Tage sp├Ąter " Du hast nie Zeit f├╝r mich. wieso antwortest du mir nicht. wann┬á sehen wir uns endlich. " bla bla Man muss ehrlich sagen,dass ich sie mindestens schon 3 Jahre kenne. nur ich bin am Punkt wo ich viele Menschen ausortiere. einfach weil ich immer gesprungen bin wenn jemand was gebraucht und wenn ich was brauchte war keiner da. nicht mal in meiner schweren Zeit. nun die Frage, was stelle ich mit ihr an? asso ich habe sie gefragt ob irgendwas vorgefallen ist, da sie so anh├Ąnglich ist. und sie meinte, dass dies nicht der Fall w├Ąre aber sie sich treffen will. Aber mir fehlt einfach die Kraft daf├╝r. Alle andere haben Verst├Ąndnis f├╝r,nur sie nicht.

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8. September 2017 um 8:09

ich würde da grundsätzlich nicht gleich "aussortieren".
Aus verschiedensten Gründen.

Der erste ist: Nach meiner (wiederholten und schmerzhaften) Erfahrung sollte man in einer Therapie und kurz danach keine Entscheidungen treffen, deren Folgen über 24h hinausgehen, schon gar keine, die zwischenmenschliche Beziehungen betreffen. Auch wenn - oder vielmehr sogar WEIL man da so sehr das Gefühl hat, jetzt endlich mal klar zu sehen - dem ist nicht so. Es fühlt sich nur verdammt überzeugend so an. Und der Wunsch, endlich alles hinter sich zu lassen und ein neues, viel besseres, ganz tolles Leben zu beginnen, ist (natürlich) so stark - dass er aber auch die Entscheidungsfähigkeit, was jetzt gut ist und was nicht, teilweise rapide unter Null sinken lässt.

Der zweite ist: Auch Du hast Deine Beziehungen zu anderen Menschen in der Vergangenheit stark beeinflusst, das waren ja nicht nur die anderen. Wenn Du nie Grenzen gesetzt hast, ist es wenig sinnvoll anderen vorzuwerfen, dass sie Deine Grenzen nicht geachtet haben. Teilweise kannten sie die ja noch nicht mal.
Ich weiß natürlich nicht, wie das bei Dir lief, aber ich erinnere mich an meine Vergangenheit. Da gab es einige Menschen, denen ich ... sagen wir mal als blödes Beispiel irgendwann im Telefonat im Nebensatz erzählt habe, dass ich am WE den Dachboden aufräumen muss und da mal so gar keinen Bock darauf habe. War als reiner Smalltalk gemeint. Kam sofort "ja, da komme ich vorbei und helfe Dir". Habe ich abgelehnt. Kam "ja ist gar kein Problem, mache ich doch gerne" - inzwischen weiß ich, dass das bei den meisten Menschen NICHT das bedeutet, was es heißen würde, wenn ich das sage. Damals wußte ich es nicht. Das Ergebnis war, dass diese Menschen sich tatsächlich ausgenutzt gefühlt haben. Passiert mir inzwischen nicht mehr und da achte ich sehr darauf - unter anderem, indem ich Bekanntschaften mit Menschen, die keine Grenzen (aktiv! und ausdrücklich!) setzen, grundsätzlich meide. Das sind nämlich Menschen, die mir nicht gut tun. Überhaupt nicht.
Aber bis dahin musst Du erst einmal kommen. Vorerst würde ich niemanden dafür bestrafen, dass er / sie sich nicht an das gehalten hast, was Du nicht kommuniziert hast.

Das dritte ist: so wie Du das beschreibst, könnte gerade diese Dame jemand sein, der sich wirklich um Dich sorgt. Was möchtest Du eigentlich? Geht es Dir um die Fahrt? Dann antworte doch: "Du, im Moment bin ich ziemlich platt, man glaubt gar nicht, wie sehr so eine Therapie schlaucht (jemand, der noch keine hatte, kann sich das nämlich auch bestimmt nicht vorstellen, so etwas muss man erklären!) - ich würde mich schon freuen, wenn wir mal schwatzen können, aber 3-4h Fahrt sind mir im Moment too much, vielleicht könntest Du ja zu mir kommen?" Oder willst Du Dich im Moment ganz zurückziehen und erst mal Kontakte auf Eis legen? Dann schreib ihr "Du, das hat mit Dir überhaupt nichts zu tun, ich will im Moment überhaupt niemanden sehen, ich fühle mich wie ausgelutscht und muss erst mal für mich alles neu sortieren, jetzt bin ich noch nicht wieder gesellschaftsfähig. Ich melde mich dann wieder, das wird aber mindestens noch 2 Monate dauern, eine psych. Therapie ist leider keine Blindarm-OP, das dauert so viel länger" - auch das wissen die meisten Menschen nicht, auch das muss man erklären. Dann fühlt sich die Dame (hoffentlich) nicht mehr persönlich abgewiesen und kennt auch den Rahmen. Sonst wird sie zwangsläufig davon ausgehen, dass a) Du sie persönlich meinst, es also an ihr liegt und / oder b) "jetzt grad nicht" eine Phase von üblicher Weise wenigen Tagen ist.

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8. September 2017 um 8:19
In Antwort auf avarrassterne1

ich würde da grundsätzlich nicht gleich "aussortieren".
Aus verschiedensten Gründen.

Der erste ist: Nach meiner (wiederholten und schmerzhaften) Erfahrung sollte man in einer Therapie und kurz danach keine Entscheidungen treffen, deren Folgen über 24h hinausgehen, schon gar keine, die zwischenmenschliche Beziehungen betreffen. Auch wenn - oder vielmehr sogar WEIL man da so sehr das Gefühl hat, jetzt endlich mal klar zu sehen - dem ist nicht so. Es fühlt sich nur verdammt überzeugend so an. Und der Wunsch, endlich alles hinter sich zu lassen und ein neues, viel besseres, ganz tolles Leben zu beginnen, ist (natürlich) so stark - dass er aber auch die Entscheidungsfähigkeit, was jetzt gut ist und was nicht, teilweise rapide unter Null sinken lässt.

Der zweite ist: Auch Du hast Deine Beziehungen zu anderen Menschen in der Vergangenheit stark beeinflusst, das waren ja nicht nur die anderen. Wenn Du nie Grenzen gesetzt hast, ist es wenig sinnvoll anderen vorzuwerfen, dass sie Deine Grenzen nicht geachtet haben. Teilweise kannten sie die ja noch nicht mal.
Ich weiß natürlich nicht, wie das bei Dir lief, aber ich erinnere mich an meine Vergangenheit. Da gab es einige Menschen, denen ich ... sagen wir mal als blödes Beispiel irgendwann im Telefonat im Nebensatz erzählt habe, dass ich am WE den Dachboden aufräumen muss und da mal so gar keinen Bock darauf habe. War als reiner Smalltalk gemeint. Kam sofort "ja, da komme ich vorbei und helfe Dir". Habe ich abgelehnt. Kam "ja ist gar kein Problem, mache ich doch gerne" - inzwischen weiß ich, dass das bei den meisten Menschen NICHT das bedeutet, was es heißen würde, wenn ich das sage. Damals wußte ich es nicht. Das Ergebnis war, dass diese Menschen sich tatsächlich ausgenutzt gefühlt haben. Passiert mir inzwischen nicht mehr und da achte ich sehr darauf - unter anderem, indem ich Bekanntschaften mit Menschen, die keine Grenzen (aktiv! und ausdrücklich!) setzen, grundsätzlich meide. Das sind nämlich Menschen, die mir nicht gut tun. Überhaupt nicht.
Aber bis dahin musst Du erst einmal kommen. Vorerst würde ich niemanden dafür bestrafen, dass er / sie sich nicht an das gehalten hast, was Du nicht kommuniziert hast.

Das dritte ist: so wie Du das beschreibst, könnte gerade diese Dame jemand sein, der sich wirklich um Dich sorgt. Was möchtest Du eigentlich? Geht es Dir um die Fahrt? Dann antworte doch: "Du, im Moment bin ich ziemlich platt, man glaubt gar nicht, wie sehr so eine Therapie schlaucht (jemand, der noch keine hatte, kann sich das nämlich auch bestimmt nicht vorstellen, so etwas muss man erklären!) - ich würde mich schon freuen, wenn wir mal schwatzen können, aber 3-4h Fahrt sind mir im Moment too much, vielleicht könntest Du ja zu mir kommen?" Oder willst Du Dich im Moment ganz zurückziehen und erst mal Kontakte auf Eis legen? Dann schreib ihr "Du, das hat mit Dir überhaupt nichts zu tun, ich will im Moment überhaupt niemanden sehen, ich fühle mich wie ausgelutscht und muss erst mal für mich alles neu sortieren, jetzt bin ich noch nicht wieder gesellschaftsfähig. Ich melde mich dann wieder, das wird aber mindestens noch 2 Monate dauern, eine psych. Therapie ist leider keine Blindarm-OP, das dauert so viel länger" - auch das wissen die meisten Menschen nicht, auch das muss man erklären. Dann fühlt sich die Dame (hoffentlich) nicht mehr persönlich abgewiesen und kennt auch den Rahmen. Sonst wird sie zwangsläufig davon ausgehen, dass a) Du sie persönlich meinst, es also an ihr liegt und / oder b) "jetzt grad nicht" eine Phase von üblicher Weise wenigen Tagen ist.

interessante Sichtweise. so habe ich das noch nivht betrachtet.┬á vielleicht hab ich mich falsch ausgedr├╝ckt. Danke f├╝r die Tipps. ­čśŐ ja die Therapien sind sehr Kr├Ąfte aufreibend und ich meide jeden Kontakt momentan

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8. September 2017 um 22:46

der Satz " nie hast du F├╝r mich Zeit " bedeutet,dass wir uns wenn ├╝berhaupt 2 mal im Jahr sehen.das Problem ist, sie ist ein sehr anh├Ąnglicher Mensch. der am liebsten jeden Tag was mit einem machen w├╝rde. Ich wiederum, konnte es nicht aufgrund meiner Arbeit (15 Stunden tag) und jetzt aufgrund meiner Therapie. wurde auch deshalb gek├╝ndigt was Arbeit anbelangt .┬á Naja pers├Ânlich nehme ich ihn, da ich ein Mensch bin,der es versucht jedem recht zu machen und mich dabei vergesse. nun bin ich in einer Situation wo ich an mir arbeite und versuche gewisse Menschen einzusch├Ątzen, was mir jedoch nicht gelingt.

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8. September 2017 um 22:47
In Antwort auf ladygirlxx92

der Satz " nie hast du F├╝r mich Zeit " bedeutet,dass wir uns wenn ├╝berhaupt 2 mal im Jahr sehen.das Problem ist, sie ist ein sehr anh├Ąnglicher Mensch. der am liebsten jeden Tag was mit einem machen w├╝rde. Ich wiederum, konnte es nicht aufgrund meiner Arbeit (15 Stunden tag) und jetzt aufgrund meiner Therapie. wurde auch deshalb gek├╝ndigt was Arbeit anbelangt .┬á Naja pers├Ânlich nehme ich ihn, da ich ein Mensch bin,der es versucht jedem recht zu machen und mich dabei vergesse. nun bin ich in einer Situation wo ich an mir arbeite und versuche gewisse Menschen einzusch├Ątzen, was mir jedoch nicht gelingt.

und auf die Aussage"ich brauch dich heute" jabe ich sie auch mehrmals angesprochen ob was ist oder so. Aber es kam immer dass nichts ist aber ihr langweilig ist und sie mich sehen will um was zu Unternehmen.

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9. September 2017 um 11:52

das solche ├äusserungen von Menschen kommen k├Ânnen, die nicht 15 Stunden am Tag arbeiten und schwer erkrankt sind. ist ja nichts neues.┬á alles gute dir. ­čśë

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