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Was versteht ihr unter: "Toleranz im Glauben"

11. November 2005 um 20:34

Meiner Meinung nach müssen wir allen Glaubensrichtungen Toleranz, Achtung und Respekt zeigen.
Aber mich würde interesieren, was ihr unter "Toleranz im Glauben" versteht
LG

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11. November 2005 um 20:43

Toleranz im glauben...
also, ich denke, dass jeder mensch das recht haben sollte, zu glauben was er will (glaubensfreiheit).

das heißt aber genauso, dass wir leute nicht drängen sollten, den eigenen glaube anzunehmen.

das heißt für mich aber genauso, dass ich sage, daran woran du glaubst, glaube ich einfach nicht. das heißt toleranz.

dem zu grunde liegt die überlegung, dass wir alle fehlbar sind (voltaire...) und wir menschen daher nie der auffassung sein können, im besitz der wahrheit zu sein (siehe lessings aufsatz: über die wahrheit).

deshalb haben wir nicht das recht, andere zu drängen, dass zu glauben, was wir glauben, und genau so ist es fraglich, wenn menschen sagen, dass, was ich praktiziere, ist die wahrheit. und alle anderen haben unrecht.

es ist wichtig: unsere handlungen sind eingeschränkt (sonst könnten wir in einer demokratie nicht zusammenleben). aber etwas zu sagen/denken ist natürlich was anderes.

schöne grüße

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11. November 2005 um 20:52

Schwierig...
Die Leute die wirklich Ahnung von Religion haben, der derzeitige Papst z.B., sind natuerlich tolerant. Die betrachten Andersglaeubige als bloss (noch) nicht auf dem richtigen Weg (das versteh ich unter Toleranz im Glauben).

Wer weniger Ahnung hat, hat oft Schwierigkeiten mit der Toleranz. Wer wirklich ohne jeden Zweifel glaubt, dass es *wahr* ist, dass Gott so oder so ist, fuer den kann es voellig wahnsinnig sein, das nicht zu glauben. Daher die vielen religioesen Unsinnigkeiten.

Naja.

Ich hab ehrlich gesagt nur Achtung und Respekt vor jemandem, der selbst tief nachgedacht hat ueber Religion, und nicht einfach nur nachplappert was irgendwer meint.

Toleranz ist sowieso klar, auf jedem Gebiet - es gibt keine Schuld. Wer doof ist, kann nichts dafuer. Aber Respekt hab ich vor Doofen nicht.

Atheismus ist uebrigens auch ne Glaubensrichtung, auch Agnostizismus.

Ich selbst versuche, gar nichts zu glauben. Ist mir vollkommen egal ob es Gott gibt oder nicht, da wir sowieso von Ihm nichts hoeren.



n

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11. November 2005 um 20:54
In Antwort auf vivianevvv

Toleranz im glauben...
also, ich denke, dass jeder mensch das recht haben sollte, zu glauben was er will (glaubensfreiheit).

das heißt aber genauso, dass wir leute nicht drängen sollten, den eigenen glaube anzunehmen.

das heißt für mich aber genauso, dass ich sage, daran woran du glaubst, glaube ich einfach nicht. das heißt toleranz.

dem zu grunde liegt die überlegung, dass wir alle fehlbar sind (voltaire...) und wir menschen daher nie der auffassung sein können, im besitz der wahrheit zu sein (siehe lessings aufsatz: über die wahrheit).

deshalb haben wir nicht das recht, andere zu drängen, dass zu glauben, was wir glauben, und genau so ist es fraglich, wenn menschen sagen, dass, was ich praktiziere, ist die wahrheit. und alle anderen haben unrecht.

es ist wichtig: unsere handlungen sind eingeschränkt (sonst könnten wir in einer demokratie nicht zusammenleben). aber etwas zu sagen/denken ist natürlich was anderes.

schöne grüße

> genau so ist es fraglich,
wenn menschen sagen, dass, was ich praktiziere, ist die wahrheit. und alle anderen haben unrecht.<

Genau das muessen Glaeubige aber tun, sonst glauben sie nicht. Sie glauben ja gerade, dass das was sie glauben *wahr* ist, also muessen alle anderen falsch liegen.



n

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11. November 2005 um 21:53
In Antwort auf nathan

> genau so ist es fraglich,
wenn menschen sagen, dass, was ich praktiziere, ist die wahrheit. und alle anderen haben unrecht.<

Genau das muessen Glaeubige aber tun, sonst glauben sie nicht. Sie glauben ja gerade, dass das was sie glauben *wahr* ist, also muessen alle anderen falsch liegen.



n

Hallo
es ist aber ein unterschied, wenn ich sage, dass ist die wahrheit.
oder: ich glaube, dass ist die wahrheit.

die erste aussage ist absolut, die zweite relativ.
die zweite beruht auf der menschlichen fehlbarkeit und darin, dass wir doch, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, nicht 100%ig wissen, ob das, was wir glauben, auch wirklich wahr ist.

ich bin ein sehr gläubiger mensch, und die grenze zwischen wissen und glaube ist so eng. aber wissen und glaube sind eben nicht identisch, auch nicht für den gläubigsten menschen.
ja, sie glauben, dass das, woran sie glauben, wahr ist. aber sie wissen nicht, ob das woran sie glauben wahr ist.
das ist der unterschied! und diesen zweiten fall, wenn menschen meinen, sie wissen, dass das, was sie sagen, wahr ist, ist das ziemlich gefährlich.

schöne grüße

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11. November 2005 um 22:06
In Antwort auf vivianevvv

Hallo
es ist aber ein unterschied, wenn ich sage, dass ist die wahrheit.
oder: ich glaube, dass ist die wahrheit.

die erste aussage ist absolut, die zweite relativ.
die zweite beruht auf der menschlichen fehlbarkeit und darin, dass wir doch, wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, nicht 100%ig wissen, ob das, was wir glauben, auch wirklich wahr ist.

ich bin ein sehr gläubiger mensch, und die grenze zwischen wissen und glaube ist so eng. aber wissen und glaube sind eben nicht identisch, auch nicht für den gläubigsten menschen.
ja, sie glauben, dass das, woran sie glauben, wahr ist. aber sie wissen nicht, ob das woran sie glauben wahr ist.
das ist der unterschied! und diesen zweiten fall, wenn menschen meinen, sie wissen, dass das, was sie sagen, wahr ist, ist das ziemlich gefährlich.

schöne grüße

Uh...
... das ist schwierig jetzt...

Niemand weiss natuerlich, was Wissen ist, und was Glaube - sonst gaeb es keine akademische Diskussion darueber.

Aber du hast ganz recht, finde ich. Bloss, wenn z.B. jemand staendig Zweifel hat, an dem woran er glaubt, ist das dann noch religioeser Glaube? Und wenn er ab und zu mal *nicht* zweifelt, ist dass das in dem Moment nicht dasselbe wie Wissen? Bzw. 'zu wissen glauben'?

Naja, ich weiss nicht. Ich glaube, wie gesagt gar nichts, und ich glaube nur sehr sehr wenige Dinge zu wissen.

gruss auch, n

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12. November 2005 um 0:05

Der sagt sowas?
Krass. Dann versteh ich aber nicht ganz, warum man das nicht explizit macht, in der Religionstheorie. Es muss doch moeglich sein, die verschiedenen Sichten in einem gemeinsamen Vokabular auszudruecken, so dass man direkt merkt, dass es Sichten sind, und alles wahr. Wuerde doch allerhand Aerger vermeiden.

Versucht das denn jemand?

c xxx

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12. November 2005 um 0:14

Mhm...
... da sind aber jedenfalls einige Leute anderer Meinung. Ich moechte beinahe behaupten, die meisten. Wahrheit ist absolut, und nicht "fuer ihn".

Selbst der Papst sagt doch nicht, dass das nur "fuer ihn" wahr sei, mit der Jungfrauengeburt. Wenn er das meint, soll er's halt mal sagen. Aber da ginge's ganz schoen los in Suedamerika, oder?

Klar, als akademischer Standpunkt im inneren Zirkel ist das so wie du sagst, diese Leute sind ja aufgeklaert. Aber sie reden dann anders als sie denken, oder seh ich das falsch? Kann mir kaum vorstellen, dass der Kardinal Meisner z.B. dir zustimmen wuerde.

Wie auch immer, vielleicht bin ich auch geistig gerade voellig abgebaut, aber ich versteh's wirklich nicht. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass es nur relativ wahr sei, dass Maria Jungfrau war, im biologischen Sinne. Entweder ist das absolut wahr oder absolut falsch, oder?

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12. November 2005 um 0:30
In Antwort auf nathan

Uh...
... das ist schwierig jetzt...

Niemand weiss natuerlich, was Wissen ist, und was Glaube - sonst gaeb es keine akademische Diskussion darueber.

Aber du hast ganz recht, finde ich. Bloss, wenn z.B. jemand staendig Zweifel hat, an dem woran er glaubt, ist das dann noch religioeser Glaube? Und wenn er ab und zu mal *nicht* zweifelt, ist dass das in dem Moment nicht dasselbe wie Wissen? Bzw. 'zu wissen glauben'?

Naja, ich weiss nicht. Ich glaube, wie gesagt gar nichts, und ich glaube nur sehr sehr wenige Dinge zu wissen.

gruss auch, n

Hallo n,
Du hast eine Frage gestellt: wenn jemand ständig Zweifel hat, an dem woran er glaubt, ist das dann noch religiöser Glaube?

Ich versuche jetzt einfach mal aus meiner Perspektive heraus zu sprechen, denn ich bin ein sehr, sehr gläubiger Mensch. Ich bin aber andererseits aber auch ungeheuer kritisch.

Weißt du, ich habe in meinem Leben ziemlich üble Dinge erlebt. Irgendwann habe ich angefangen, einen Glaube zu entwickeln und habe für mich erkannt, dass es einen Sinn hinter den Dingen in meinem Leben gibt. Also, glaube ich daran, dass dieser Sinn zu der Wahrheit gehört. Ich glaube dies eigentlich nicht nur, ich bin davon richtig überzeugt.

Aber wie Lessing schon sagte: "Treffen wir uns in Tausend Jahren wieder. Dann werden wir sehen, wie die Wahrheit aussieht." So sehe ich das auch. Ich habe einen so starken Glaube, dass ich fest davon überzeugt bin, dass diese Dinge Wissen darstellen.

Nur dann muss ich mich wieder bremsen und sage mir innerlich: "Ich bin nur ein Mensch. Ich bin Gott. Vielleicht mag dies wirklich Wissen sein, aber woher habe ich die 100% Gewissheit darüber, wenn ich doch selbst nur ein fehlbarer Mensch bin?"

Ich glaube nicht, dass es der Sinn unseres Lebens ist diese Wahrheit 100%ig zu besitzen, sondern viel mehr, danach zu streben. Ich denke, dass Zweifel und Glaube und Wissen sehr wohl vereinbar sind. Und vielleicht machen sie gerade zusammen dies aus, was am Glauben so interessant ist

(private Überlegungen...)

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12. November 2005 um 0:31
In Antwort auf vivianevvv

Hallo n,
Du hast eine Frage gestellt: wenn jemand ständig Zweifel hat, an dem woran er glaubt, ist das dann noch religiöser Glaube?

Ich versuche jetzt einfach mal aus meiner Perspektive heraus zu sprechen, denn ich bin ein sehr, sehr gläubiger Mensch. Ich bin aber andererseits aber auch ungeheuer kritisch.

Weißt du, ich habe in meinem Leben ziemlich üble Dinge erlebt. Irgendwann habe ich angefangen, einen Glaube zu entwickeln und habe für mich erkannt, dass es einen Sinn hinter den Dingen in meinem Leben gibt. Also, glaube ich daran, dass dieser Sinn zu der Wahrheit gehört. Ich glaube dies eigentlich nicht nur, ich bin davon richtig überzeugt.

Aber wie Lessing schon sagte: "Treffen wir uns in Tausend Jahren wieder. Dann werden wir sehen, wie die Wahrheit aussieht." So sehe ich das auch. Ich habe einen so starken Glaube, dass ich fest davon überzeugt bin, dass diese Dinge Wissen darstellen.

Nur dann muss ich mich wieder bremsen und sage mir innerlich: "Ich bin nur ein Mensch. Ich bin Gott. Vielleicht mag dies wirklich Wissen sein, aber woher habe ich die 100% Gewissheit darüber, wenn ich doch selbst nur ein fehlbarer Mensch bin?"

Ich glaube nicht, dass es der Sinn unseres Lebens ist diese Wahrheit 100%ig zu besitzen, sondern viel mehr, danach zu streben. Ich denke, dass Zweifel und Glaube und Wissen sehr wohl vereinbar sind. Und vielleicht machen sie gerade zusammen dies aus, was am Glauben so interessant ist

(private Überlegungen...)

Help
Ich bin nicht Gott... !!!

Oh weiwa....

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12. November 2005 um 0:37

Naja.
also, diese aussage: jede religion ist wahr, ist aber schon wieder was absolutes. dem wiederspreche ich. das ist eine schöne erklärung, die so nach "frieden in der welt. alle religion sind wahr ruft."

Also existieren mehrere wahrheiten parallel?
also haben wir gleichzeitig seelenwanderung und himmel und hölle? das ist dann aber wieder schon eine feststellung, was dein dozent da betrieben hat.

vielleicht meinte dein dozent eher, dass jede religion für sich eine wahrheit beinhaltet. (FÜR SICH) so sehe ich das auch. ich habe sogar schon mal überlegt, ob vielleicht die religionen, die wir kennen, einfach nur wege zu gott sind, von denen, die die religion gegründet haben (propheten etc.). ich bin der ansicht, dass jeder von uns seinen eigenen weg hat.

würde mich ja mal interessieren, was du davon hältst

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12. November 2005 um 0:43
In Antwort auf nathan

Der sagt sowas?
Krass. Dann versteh ich aber nicht ganz, warum man das nicht explizit macht, in der Religionstheorie. Es muss doch moeglich sein, die verschiedenen Sichten in einem gemeinsamen Vokabular auszudruecken, so dass man direkt merkt, dass es Sichten sind, und alles wahr. Wuerde doch allerhand Aerger vermeiden.

Versucht das denn jemand?

c xxx

Hallo nathan,
um ein bisschen in die religionsphilosophie zu düsen. wenn ich jetzt nicht vollkommen falsch fahre, gab es da mal einen großen philosophen (war das herder? bin mir gerade nicht so sicher), der genau dies versucht hat.
das ganze wurde dann kritisiert, weil so eine zusammenfassung eben aus der sicht einer einzigen person geschieht und daher die neutralität dieser zusammenfassung sehr angezweifelt wird.

naja, ich muss zugeben, ich mache das aber trotzdem irgendwie. ich studiere vergleichende religionswissenschaften und suche nebenbei noch nach der wahrheit. da ist man schon gerne versucht, einen gesamtsinn herzustellen .
aber ob das so leicht ist?

es gab einen indischen spirituellen, ramakrishna. vielleicht hast du mal von ihm gehört.
er meinte, dass jede weltreligion zu gott führt. nur auf einem anderen weg. ob wir ihn jetzt allah/gott/urkraft etc. nennen, es ist doch immer nur der eine gott. so wie die inner pani trinken (wasser), wir wasser, die engländer water. aber wer von uns würde auf die idee kommen, dass es indisches wasser und englisches wasser gibt?






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12. November 2005 um 0:45

Hallo imandra,
genau dieses problem haben wir doch aber zur zeit auf der welt. besonders in islamischen ländern und auch in deutschland gibt es zahlreiche muslimische schäfchen, die eher blind als glaubend sind... leider...

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12. November 2005 um 0:52
In Antwort auf nathan

Mhm...
... da sind aber jedenfalls einige Leute anderer Meinung. Ich moechte beinahe behaupten, die meisten. Wahrheit ist absolut, und nicht "fuer ihn".

Selbst der Papst sagt doch nicht, dass das nur "fuer ihn" wahr sei, mit der Jungfrauengeburt. Wenn er das meint, soll er's halt mal sagen. Aber da ginge's ganz schoen los in Suedamerika, oder?

Klar, als akademischer Standpunkt im inneren Zirkel ist das so wie du sagst, diese Leute sind ja aufgeklaert. Aber sie reden dann anders als sie denken, oder seh ich das falsch? Kann mir kaum vorstellen, dass der Kardinal Meisner z.B. dir zustimmen wuerde.

Wie auch immer, vielleicht bin ich auch geistig gerade voellig abgebaut, aber ich versteh's wirklich nicht. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass es nur relativ wahr sei, dass Maria Jungfrau war, im biologischen Sinne. Entweder ist das absolut wahr oder absolut falsch, oder?

Die wahrheit selbst ist absolut
aber woher weisst du, dass du die wahrheit verstanden hast?

zum beispiel könnte man als muslim sagen: im koran steckt die wahrheit. nur sobald wir anfangen zu lesen (und religiöse schriften sind ja verschriftlicht) fangen wir schon an zu interpretieren (Hermeneutik!!). na klar kann ich als muslim sagen, der islam ist die wahrheit. ich würde mich sogar wundern, wenn ein gläubiger muslim das nicht täte.
aber dann frage ich eben genauer, welche wahrheit meinst du? dann zählt er mir bestimmte religiöse gesetze auf (die auf auslegungen berufen).
sagen wir mal, wir lesen irgendeinen satz im koran oder der bibel. woher wissen wir denn dann, dass gott es so und nicht anders gemeint hat?
im islam gibt es verschiedene rechtsschulen und verschiedene auslegungen. das problem ist aber, dass alle rechtsschulen behaupten, den wahren islam zu praktizieren. und hier stehen mir die haare zu berge. wie können menschen, die ihre rechtsschule aufgrund von auslegungen (durch menschenhand also) begründen, dass es sich bei diesen auslegungen um die wahrheit handelt?

es ist eine frage der hermeneutik!









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12. November 2005 um 17:54

Och man
(Philosophische Zerpflückung des Welt-Begriffs wird an dieser Stelle abgelehnt. )
=> das ist unfair .

Deine religiöse Idee ist für dich genauso wahr, wie meine für mich, also ist keine von beiden unwahr."
=> das ist deine persönliche einstellung oder?
ich hätte mit so einer aussage schon ein problem . einfach, weil es zu große unterschiede gibt in manchen teilbereichen...
obwohl ich auch der ansicht bin, dass man durch eine religion den weg zu gott finden kann - nur denke ich eben, dass man mit der einen religion den weg eher findet als mit der anderen . persönliche überzeugung .

ich habe auch schon mal überlegt, so eine kernreligion herauszusuchen. nur müsste man dafür 1. hocharabisch, sanskrit, altgriechisch, hebräisch... beherrschen. das kann ich leider (noch) nicht . und ich manche dinge, die in heiligen büchern stehen, sind einfach seltsam. nehmen wir die bibel. die vorstellung von frauen. wie soll das kombiniert werden mit ganz anderen vorstellungen? es hängt dann ja auch davon ab, wo du die essenz der religion suchst - also, wieviel abstriche du machst.
mich würde eigentlich mal eher interessieren, was mohammed oder buddha empfunden haben usw. also das individuelle würde mich interessieren. na, das passt ja => überleitung zu unten .

>ich habe sogar schon mal überlegt, ob vielleicht die religionen, die wir kennen, einfach nur wege zu gott sind, von denen, die die religion gegründet haben (propheten etc.).<
Natürlich. Siddharta hat sich mit den Asketen hingesetzt, hat rausgefunden, dass das für ihn nix ist und hat sich 'ne andere Methode überlegt, um zum Buddha zu werden.
=> bis zu diesem punkt stimmt das. nur das einzige problem sehe ich dann darin, dass daraus eine religion entstanden ist. das buch "siddharta" von hermann hesse greift dies auf (offizieller hesse fan ). wie kann man im buddhismus dazu eingeladen werden, seinen verstand zu verwenden und andererseits soll man bestimmten regeln folgen? das passt nicht zusammen.

naja, dieses problem gibt es im islam ja auch. der wird ja als verstandesreligion gepriesen. nur wiederspricht sich das zutiefst zu dem, wie es zur zeit praktiziert wird (oder mit dem, was im koran steht).

LG

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12. November 2005 um 18:01

Hallo imandra,
zu welcher religion tendierst du denn am ehesten?
studierst du?

also, ich habe vor kurzem *staun, staun* mit einer muslimischen freundin festgestellt, dass uns sehr, sehr viel verbindet. da ging es dann um die grundessenz . zum beispiel werte oder was für uns glaube bedeutet. wenn es zum beispiel um sinn geht. ich denke, auf dieser basis könnte man ja noch am ehesten was erreichen.

ich bin ein fan des hinduismus und der indischen philosophie. aber einem muslim zu erklären, dass wir eine aura haben? hmm.... ich weiß nicht .

tja. ob die vollkommene wahrheit im menschen ist? also, ich denke, soviel wie für unser leben gut ist. aber alles? das denke ich nicht. ich lebe eher so den spruch: "der weg ist das ziel." wir können total viel übers leben lernen, aber nicht alles. das denke ich .

tja, zu dem durchschnittsgläubigen: ich bin auf die idee gekommen, einen roman zu schreiben zum thema toleranz und religion (und wahrheitssuche, und abkehr von absoluten menschlichen aussagen, und spiritualität). tja..... ich bin schon auf die reaktion gespannt....

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12. November 2005 um 22:43

Das
> das ist unfair<
Ich meinte damit gar nicht dich, war 'ne reine, begründete Vorsichtsmaßnahme.
=> das war eher von mir aus aus spaß so gemeint .
------------------
>ich hätte mit so einer aussage schon ein problem . einfach, weil es zu große unterschiede gibt in manchen teilbereichen...<
In welchen? Du studierst Religionswissenschaft, du solltest es mir erklären können. Ich als Laie sehe in jeder mir bekannten Religion dieselbe Essenz: Mach die Welt zu einer besseren und fang bei deiner eigenen kleinen an (platter geht's nimmer ). Die Wege dorthin sind Resultate der sozio-kulturellen Emtwicklung.
-----
das ist mir nun doch etwas zu platt. bei religion geht es ja wohl nicht nur um nächstenliebe oder barmherzigkeit. sondern eben auch besonders um die fragen: wieso gibt es uns menschen? was passiert nach dem tod? wieso müssen wir überhaupt sterben? religionen versuchen einen sinn zu finden für unsere existenz. nächstenliebe ist ein teil davon.
außerdem geht es nicht nur darum, eine bessere welt im großen zu bewirken (völkerverständigung etc.), sondern auch im kleinen (in der familie; ein besseres leben für sich selbst).
natürlich sind religionen sozio-kulturell geprägt. schaue man nur auf eine weltkarte und überlegt man, in welchen ländern christen, muslime oder hindus wohnen (das ist natürlich sehr auffällig).
----------
gehen wir erst mal von diesen zielen aus (ich habe ja ebenso die erfahrung mit meiner muslimischen bekannten beschrieben...).

das klingt bisher alles sehr schön und natürlich stimme ich mit dir soweit überein.

aber sprechen wir zum beispiel mal über liebe. wie wird diese in religiösen schriften dargestellt? (ich meine zwischenmenschliche liebe) könntest du daran glauben?beispiel koran:

ich denke, dass, was du machst, ist, dass du natürlich an den kern der religionen gehst (was ich sehr gut finde, ich mache das auch) und dort findet man dann natürlich bestimmte gemeinsamkeiten. aber dann ist schon schluss damit. es gibt ansonsten teilweise so große unterschiede zwischen den religionen. diese widersprechen sich untereinander teilweise so stark. wenn es um sexualität geht, um geschlechterverhältnisse, liebe, frieden, krieg, gewalt - um so vieles... unsere welt besteht eben auch aus diesen feinheiten.

denkst du tatsächlich, dass es verschiedene wege gibt (die wahr sein könnten?), wie geschlechterverhältnisse geregelt sind? ich persönlich denke das nicht. in der bibel zum beispiel wird die frau dem mann untergeordnet. sexualität dient zur fortpflanzung. ich kann an so etwas nicht glauben.

ich habe den eindruck, dass du dir aus einer religion etwas nimmst, was du gut findest und den rest einfach streichst (das mache ich übrigens so ). nur ich bezeichne mich auch deshalb nicht als anhänger einer religion.

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>mich würde eigentlich mal eher interessieren, was mohammed oder buddha empfunden haben usw. also das individuelle würde mich interessieren.<
Selbst wenn beide leibhaftig vor die säßen, brächte dich das nicht weiter. Eine innere Erfahrung kann niemals von jemand anderem vollständig erfasst werden, schon gar keine religiöse. Du bist du und daher wäre es dir vollkommen unmöglich, die Empfindungen des Propheten nachzuempfinden. Such lieber deine eigenen.
---- genau das mache ich . bin ernsthaft dabei . nur würde es sicherlich eher helfen, den eigenen weg zu finden, wenn menschen einfach ihren persönlichen weg zu gott (oder wie du es nennen willst) beschreiben, als daraus gleich etwas absolutes zu machen, woran es zu glauben gilt.
ich lese zum beispiel sehr gerne biografien. denn durch erfahrungen anderer kann man auch sehr viel über sich selbst lernen .
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>das ist deine persönliche einstellung oder?<
Natürlich ist sie das. Aber ich weiß, dass ich sie mit verschiedenen ausgesprochen religiösen Menschen teile.
Zum Verständnis: Ich habe früher viel Kontakt zu Benediktinern gehabt, besagter Dozent ist Jesuit, der über den Hinduismus promoviert und Philosophie studiert hat, das sind also Leute, denen man durchaus zuschreiben kann, sich auf rationaler Ebene mit ihrem Glauben auseinandergesetzt zu haben, soweit man rationalisieren kann. *Keiner* dieser Menschen würde irgendeinem Angehörigen einer anderen Glaubensgemeinschaft unterstellen, er hänge einem Aberglauben an.
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schon wieder jemand, der sich mit dem Hinduismus beschäftigt hat . Der Hinduismus hat es nämlich an sich, eine Religion zu sein, die selbst keinen Wahrheitsanspruch hat. Deshalb fällt es Hindus auch verhältnismäßig sehr leicht, solche Thesen aufzustellen, dass es vielleicht verschiedene Wahrheiten gibt, oder dass vielleicht jede Religion einen Teilaspekt der Wahrheit darstellt/bzw. die Wahrheit sich immer wieder auf neue Art und Weise zeigt, denn dies ist bereits Teil der indischen Philosophie. Die ganzen indischen Götter beruhen auf dieser Ansicht der Wahrheit.
Dies ist aber eben Teil der indischen Philosophie. Und dementsprechend sind diese Menschen ja eigentlich gar nicht von der Essenz ihrer Lehre abgerückt, sondern haben sie nur auf andere Religionen angewandt.
--------
Könnte dies ein Muslim machen? Könnte dies ein Jude machen? Alle drei monotheistischen Religionen haben nämlich im Unterschied zum Hinduismus einen Wahrheitsanspruch. Von diesem abzurücken, bedeutet letzten Endes sicherlich für die meisten die eigene Religion (sprechen wir auch hier von der Essenz) aufzugeben.
Ich denke, für Menschen (auch Muslime, Christen), die sich nicht scheuen, diesen Anspruch abzugeben, ist es dann tatsächlich möglich, diesen Gedanken über die Wahrheit, der ja aus Indien stammt, anzunehmen.
Aber alle Menschen, die nicht nur das tiefste ihrer Religion praktizieren wollen, sondern eine Religion ausüben wollen (auch, wenn sie diese hinterfragen, wofür ich ja deutlich plädiere), ist so eine Aufgabe unmöglich.
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Ich denke, wir sollten mal folgende Überlegungen aufstellen: Wann ist eine Religion noch eine Religion? Bzw. kreieren wir nicht eine neue Religion, wenn wir versuchen, die Essenz aller wichtigen Religionen zu finden?
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>wie kann man im buddhismus dazu eingeladen werden, seinen verstand zu verwenden und andererseits soll man bestimmten regeln folgen?<
Ich hab weder "Siddharta" gelesen, noch kenn ich mich im Buddhismus aus, aber wieso sollte das nicht so sein? Das Christentum im biblischen Sinn ist der Aufruf, dem eigenen Gewissen zu folgen, der freie Wille nimmt eine ganz zentrale Rolle ein (Jesus hätte ja nicht ans Kreuz und durch die Folter gemusst, er hätte ja jederzeit "nö" sagen können). Trotzdem gelten die 10 Gebote nach wie vor und hat man sich irgendwann "damals" beim Religion-Erfinden drauf geeinigt, dass z.B. Feindesliebe zentral sein soll. Sind das keine Regeln? Stehen die im Konflikt zum Gebrauch des eigenen Gehirns?
--------
Es stellt doch letzten Endes einen Widerspruch dar, wenn du deinen Verstand zwar benutzen sollst (d.h. kritisch zu denken), du dann aber irgendwann stoppen sollst, weil es ja Regeln gibt, an die du dich halten sollst. Denn wenn du anfängst, diese Regeln zu hinterfragen, löst du damit in Gedanken die Religion auf . Also ist es nicht möglich, das zu vereinen. Natürlich kannst du Traditionen akzeptieren, aber du kannst es nicht vereinen. Das ist unmöglich. Dann sollte man vielleicht eher so ehrlich sein und sagen: Ich habe vieles in der und der Religion gefunden, aber einiges passt mir eben auch nicht. Sich dann aber Angehöriger der Religion zu nennen ist für mich persönlich sehr anzuzweifeln (persönliche Ansicht).
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Hast du mal die Bibel gelesen? Dann fange bitte damit an. Du wirst sicherlich vieles finden, womit du dich identifizieren kannst, und du wirst sicherlich auch einiges finden, womit du dich nicht identifizieren kannst und du wirst es anders machen, als es dort geschrieben steht. Ich frage mich dann nur noch, inwieweit du wirklich ein Christ bist.
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>aber einem muslim zu erklären, dass wir eine aura haben? hmm.... ich weiß nicht .<
Das könntest du mir auch nicht erklären, weil ich es nicht glaube und auch nicht einsehe, warum ich es glauben sollte, wenn das zum hinduistischen Konzept gehört und nicht zu meinem.
Siehst du, du machst genau den Fehler, den du wahrscheinlich nicht machen willst: Du gehst davon aus, dass etwas, was *für dich* eventuell wahr ist, Anderen erklärt werden muss oder kann, dass sie es *verstehen* müssten. Das müssen und können sie aber nicht, genausowenig, wie du wahrscheinlich in den Augen eines Inders, der schon vor seiner Geburt mit einer Kette von Ritualen konfrontiert war, dessen Religion immanent ist, jemals seine Religion wirklich verstehen wirst. Denn du bist nicht er, nicht mal going native bringt da was.

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Tja, genau so etwas wollte ich ja aufzeigen. Ich glaube eben nicht nur an bestimmte Werte etc, sondern auch noch an erheblich mehr. Ich glaube an die Wiedergeburt (wie willst du als Christ daran glauben?), ich glaube daran, dass wir eine Aura haben und noch vieles mehr. Ich habe aber übrigens nicht vor, dies irgend jemand zu erklären. Wieso auch? Wenn mich jemand danach fragt, natürlich. Aber jeder soll doch seinen eigenen Weg gehen.

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>ob die vollkommene wahrheit im menschen ist?<
Du weißt weder, was Vollkommenheit ist, noch was Wahrheit ist, wonach willst du also da und anderswo suchen? Das einzige, wonach man streben kann, ist Wahrhaftigkeit (das wundervollste deutsche Wort überhaupt, finde ich ) und die hast du für dich erreicht, wenn in dir - und jetzt gebrauche ich einen Ausdruck, den ich sonst gern vermeide - alles stimmig ist. Was spielt die Wahrheit für 'ne Rolle, wenn du wahrhaftig fühlst?
------
was spielt die wahrheit für 'ne rolle, wenn du wahrhaftig bist? tja, das ist eine schöne frage. ich stimme mit dir übrigens überein: das einzige wonach wir streben können, ist wahrhaftigkeit. denn diese liegt meines erachtens wirklich tief in uns verborgen.
aber das mit der wahrheit ist so 'ne sache: auch wenn du dich wahrhaftig fühlst, willst du immer noch wissen, was nach dem tod passiert, wo wir herkommen, wohin wir gehen. wir menschen sind einfach zu neugierig wir suchen nach der wahrheit. ich denke auch: zuerst sollten wir die wahrheit in uns selbst suchen. aber reicht das? ich denke, es gibt vieles, was wir einfach nicht wissen und deshalb gibt es eben religionen, um diese fragen zu "beantworten". wir würden gerne verstehen, ob es raum und zeit gibt, ob es endlichkeit gibt/geben kann etc... letzten endes sind in religiösen bücher doch diese beiden dinge vermischt: die suche nach wahrhaftigkeit in uns selbst und die suche nach einer generellen wahrheit. vielleicht gibt es deshalb auch so große probleme... denn ich glaube, dass wir letzteres nicht beantworten können .

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12. November 2005 um 23:01

Ich denke, wir sind hier an nen interessanten punkt gekommen.
denn wenn wir sagen, alles ist wahr, führt sozusagen auf einem anderen weg alles zum gleichen ziel, sollte man sich das ganze auch noch a bissl differenzierter anschauen:

was genau beinhaltet der satz: "alles ist wahr?" die Veden, die Bibel, der Koran? Alle religiösen Schriften? Diese widersprechen sich aber deutlich...

Wenn man es aus der Sicht der Wahrhaftigkeit im Menschen betrachtet, geht es schon eher... also, wenn man nur mal versuchst, diesen aspekt in allen religionen zu betrachtet => hierauf könnte man sicherlich sagen, dass es verschiedene wege gibt um diese wahrhaftigkeit zu erlangen (das hat ramakrishna ausprobiert ) - hast du dieses vorher gemeint, als du das zitat angesprochen hast? bzw. hat der indische gelehrte dies damit gemeint???

aber religionen bestehen eben nicht nur aus der suche nach wahrhaftigkeit (leider). es sind noch 1001 regel, um dies alles als religiöses system zusammenzuhalten und eben unterschiedliche vorstellungen vom sterben, dem leben an sich wird eine unterschiedliche wertung eingeräumt . daraus besteht dann insgesamt eine religion.

es wäre tatsächlich sinnvoll, wenn man mal aus den religiösen büchern (aus allen) dieses streben nach wahrhaftigkeit herausfiltert. denn wie gesagt: dieses stellt meines erachtens sicherlich verschiedene wege zum gleichen ziel dar .

ciaoi

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12. November 2005 um 23:09
In Antwort auf nathan

Der sagt sowas?
Krass. Dann versteh ich aber nicht ganz, warum man das nicht explizit macht, in der Religionstheorie. Es muss doch moeglich sein, die verschiedenen Sichten in einem gemeinsamen Vokabular auszudruecken, so dass man direkt merkt, dass es Sichten sind, und alles wahr. Wuerde doch allerhand Aerger vermeiden.

Versucht das denn jemand?

c xxx

Das ist nicht so einfach, wie es hier beschrieben wird!
auch hinduistische gelehrte müssen nicht immer recht haben (ich behalte es mir vor, alles zu kritisieren - also kritisiert mich *hihi* .

nun nathan (nathan der weise?), zu den verschiedenen sichten: teilweise unterscheiden sich religionen aber so sehr voneinander, dass man sie nicht so leicht einfach zu einem zusammenbauen kann.

denn dann kommt die frage: was davon findet man denn überall? (siehe diskussion hier...)

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13. November 2005 um 21:35

...
Unter toleranz im Glauben verstehe ich die Religionsfreiheit, die aber das Grundgesetz als Fundament nicht missachten sollte.
Wenn es um die Diskussion geht, ob muslimische Frauen im Unterricht Kopftücher tragen dürfen, finde ich, dass man dabei eine Diskussion über die Unterdrückung der Frau führt. Meiner Meinung nach ist das Kopftuch in der muslimischen Religion eine Unterdrückung der Rechte der Frauen. (Wbei da nicht nur das Kopftuch eine Rolle spielt).
Wenn also der Grundsatz der Gleichheit missachtet wird, geht die toleranz zu weit...

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AUCH WENN ES LANGWEILIG ZU KLINGEN VERMAG:BITTE DAS THEMA VERSICHERUNG LESEN!UNSAGBARER DANK!
Von: ali0705
neu
13. November 2005 um 7:59

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