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Was hat euch geprägt?

5. Juli um 22:14

Ich habe heute einen Artikel gelesen über eine celebrity. Möchte die Person nicht erwähnen hier.

Ich dachte jedoch, ja, jeder Mensch wird sehr geprägt, in seiner Kindheit, Jugend etc, seinen darauffolgenden Erfahrungen, dementsprechend geht er auch damit um.


Wer möchte, mag hier gern darüber berichten.

 

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7. Juli um 19:24

So abwegig finde ich das gar nicht.

Wer hier regelmässig und langjährig teilnimmt, den prägt mit Sicherheit auch das Forum, natürlich unterschiedlich in Bezug auf Wahrnehmung, Urteilsfindung etc.

Wer das abstreitet oder sich darüber lustig macht, weil er meint, über dem Forum zu stehen, der steht doch nicht zu sich selbst.

Dieser Thread, obwohl so gut wie gar nicht frequentiert, egal nun warum, treibt seltsame Blüten hintenrum.

Da ist doch einer aus seiner Kindheit total geprägt durch seine geile Oma!

Sowas kann man natürlich nur per pn äussern.

 

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8. Juli um 9:26

zu privat, ja

Das was einen prägt sind nun einmal selten harmlose Erlebnisse und auch mehr negative als positive Dinge.

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8. Juli um 23:01
In Antwort auf avarrassterne1

zu privat, ja

Das was einen prägt sind nun einmal selten harmlose Erlebnisse und auch mehr negative als positive Dinge.

ähm. nein.
Geprägt wird man vermehrt von positiven Ereignissen. Das ist vielleicht nicht ganz klar, da man negative Dinge besser im Gedächtnis behält und mit einer Prägung in Relation setzten kann, als positive.

 

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9. Juli um 8:56
In Antwort auf jim

ähm. nein.
Geprägt wird man vermehrt von positiven Ereignissen. Das ist vielleicht nicht ganz klar, da man negative Dinge besser im Gedächtnis behält und mit einer Prägung in Relation setzten kann, als positive.

 

dass man negative Erlebnisse länger und deutlicher im Gedächtnis behält, ist mir schon klar. Dass mich positive mehr geprägt haben, kann ich so nicht sagen.

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9. Juli um 9:00

würde ich sonst auch nicht sagen.

Da sind wir bei Prägungen und einem Punkt, den ich sagen mag:
Wenn ich in der Kindheit / Jugend anderen von meinen Sorgen, Problemen und Ängsten erzählt habe, waren die Reaktionen üblicher Weise "will sich interessant machen" "will Mitleid fischen" u.ä.
Hat mich enorm geprägt, ich erzähle meine Ängste, Sorgen, Probleme auch heute noch nur Menschen, denen ich völlig vertraue (und die sind SEHR rar gesäht) - und Mitleid schlägt mich gründlich in die Flucht.

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10. Juli um 8:03

gute Freunde hatte ich erst Jahre später, in der Schulzeit nicht, nein.
Aber da ging es auch nicht nur um Kinder..........

Als Niedermachen würde ich das noch nicht mal werten. Was Menschen nicht kennen, nicht nachvollziehen, sich nicht vorstellen können, bewerten sie halt als das, was mit ihren Mitteln erklärbar und vorstellbar ist. Egal ob Kinder oder Erwachsene.

Nehm ich mal als Beispiel ein Thema, was bei mir in der Kindheit noch nicht aktuell war, aber später kam und womit ich schon lange weit genug im Reinen bin, um mich da nicht mehr "anvertrauen" zu müssen: Selbstverletzung und Suizid-Gedanken. Da sieht man sich auch heutzutage noch wahnsinnig schnell mit solchen Vorwürfen konfrontiert. Mit genau den Gleichen "will sich interessant machen", "will Mitleid fischen". Zum Niedermachen?
Eher selten.
Meistens weil nun einmal die meisten Menschen nicht in der Lage sind, sich vorzustellen, warum man sich sonst verletzen könnte / sollte / wollte. Dass man wirklich Todessehnsucht hat und nicht Angst zu sterben wie "üblich".
Ist natürlich gut für sie und richtig so, dass das nicht vorstellbar ist, gar keine Frage.
Der Rest liegt in unserem Konstruktionsplan, wir wären nicht lebensfähig, wenn unser Hirn nicht auch das, was es nicht kapiert, trotzdem irgendwo einsortieren würde.

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11. Juli um 8:12

ist das jetzt eine Frage zu Selbstverletzungen? OT aber darauf antworte ich jederzeit - die Hintergründe sind verschieden. Bei einigen wirklich Selbstbestrafung - eher selten. Bei vielen: seelische Schmerzen auf eine körperliche Ebene bringen, wo man besser mit ihnen klar kommt. Bei mir (und nicht nur bei mir natürlich): endlich mal für einige Zeit nicht hören, nicht sehen, nicht fühlen, nicht wahrnehmen - einfach mal STILLE.

Anyway, bei den Menschen, die dieses Symtom einer Krankheit (und nichts anderes ist Selbstverletzung, auch wenn es zugleich viel von einer Droge hat) nicht selbst haben, ist die Schwelle davor, sich selbst Schaden zuzufügen, so hoch, dass sie das nicht könnten, ob sie wollen oder nicht, das weiß ich auch. Das macht es schwer nachvollziehbar, dass Menschen wie ich sich erst eine Schwelle mühsam errichten müssen und die eifrig pflegen müssen, um zu verhindern, sich ständig die Haut in Fetzen zu reißen.
So selten ist das aber gar nicht - die aktuellen Zahlen gehen davon aus, dass jeder zehnte (!) zumindest eine Phase mit selbstverletzendem Verhalten in seinem Leben hat/te. In Deiner Generation wahrscheinlich noch weniger, in meiner schon nicht mehr. Es ist auch ein Begleitsymtom verschiedenster psych. Krankheiten.

Mein letzter Satz meint:
wir wären nicht lebensfähig, wenn wir mit jeder Entscheidung so lange warten würden, bis wir wirklich alles verstanden haben.
Man entscheidet in Sekunden, ob man einen Menschen mag oder nicht. Ob man denjenigen gefährlich findet oder sympathisch oder vertrauenerweckend. Das ist nicht in Stein gemeißelt und kann sich im Nachhinein ändern, klar. Aber diese Mechanismen sind da.
Man muss nicht verstehen, wie eine Straßenbahn genau funktioniert, um in eine einsteigen und sich ihr anvertrauen zu können. Man muss seinen Bankberater nicht genau kennen und verstehen, um mit ihm / ihr eine Finanzplanung aufzustellen - aber die sehen nicht von ungefähr alle aus wie eine Klonarmee, das Erscheinungsbild der Bankberater ist genau das, was die Mehrheit der Menschen als "seriös, vertrauenerweckend" empfindet - zielt genau auf diesen Mechanismus ab, dass wir ALLE urteilen, bevor wir verstehen.
Weil wir schon in Urzeiten sofort reagieren mussten, wenn ein Mensch einem Fremden begegnet ist - und nicht erst nach 7 Monaten langer Gespräche entscheiden konnten, ob wir den jetzt für eine Gefahr halten oder Essen und Lager mit ihm teilen wollten.
Weil wir auch heute in einen Zug einsteigen können müssen oder in ein Flugzeug ohne ganz genau verstanden zu haben, warum das Ding nicht aus dem Himmel fällt. Klar, so ungefähr wissen wir das fast alle - Allgemeinbildung. Und wie viele können erklären, warum ein Auto nach rechts fährt, wenn wir am Lenkrad drehen? Bremst, wenn wir auf die Bremse treten? Was die kleinen Helferlein wie Airbag (woher weiß der, dass man gerade einen Unfall hat, was pustet den auf und wie?), ABS, ESP & Co alle denn wirklich machen? Wir vertrauen uns dennoch alle jeden Tag an vielen Stellen einer Technik an, die wir jetzt nicht wirklich kennen und verstehen. Was wäre, wenn uns das nicht möglich wäre? Genau, wir wären nicht lebensfähig.

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11. Juli um 8:21

ach ja: klar weiß ich, warum ich in der Schulzeit keine Freunde hatte.

Ich war, bin und bleibe wohl ein Außenseiter, jemand, der nur mit wenigen Menschen kompatibel ist. So lange die Auswahl von "Freunden in Spe" sehr begrenzt ist - also Kitagruppen, Schulklassen - ist die Chance einfach sehr gering, Treffer zu landen.
Zudem hatte ich bis ~10. Klasse ein echt unterirdisches Selbstbewußtsein, das hilft auch nicht gerade.
Und ich bin seit ich zurückdenken kann, ein Mensch, der -was auch immer- lieber allein macht als mit anderen zusammen. Also allein war ich schon - einsam nicht. Das Gefühl von Einsamkeit, wenn ich allein bin, kenne ich bis heute nicht. Einsamkeit empfinde ich höchstens, wenn ich gerade in einer Gruppe von Menschen bin, in die ich gar nicht reinpasse. Bei Familienfeiern beispielsweise, als ich mir die noch angetan habe, kam das immer mal vor.

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12. Juli um 8:05

************* TRIGGERWARNUNG für alle SVV - Betrofffenen - diesen Beitrag überspringen, wenn Ihr nicht save seid *********************

auch zu meiner Zeit wurde darüber nicht gesprochen, ich bin selbst für ein Jahrzeht davon ausgegangen bin, dass ich die einzige bin, die sowas macht.
Das kam erst mit dem Internet, dass sich das geändert hat - man kann erst einmal überhaupt darüber sprechen, ohne sich der Reaktion der persönlichen Umgebung auszusetzen.
Für mich braucht das aber keinen Mut und "öffnen" tue ich mich da auch nicht, mit dem Thema kann mir keiner mehr was tun, weder online noch offline. Ich muss nur aufpassen, wenn ich gerade in einer kritischen Phase bin, dann hat das was von Vodka-Werbung bei einem Alkoholiker, darüber zu sprechen oder zu lesen. Dann halte ich mich aber auch von Orten, online wir offline, wo das Thema ist, fern. Aus dem Grund gibt es in spezialisierten Foren da auch Regeln, dass man Worte wie "Blut" oder "Messer" soweit irgend möglich vermeidet, notfalls verfremdet, keine ausführlichen Beschreibungen etc. - in normalen Foren wie dem gofem gelten die natürlich nicht, aber ich habe hier auch schon weniger als eine Hand voll Beiträge gesehen, wo ich mich mit der Bitte um Löschung an die Mods gewandt habe, weil die jeden Betroffen (und wie schon erwähnt - davon gibt es viel, viel mehr als die meisten denken) extremst getriggert hätten - ohne das zumindest eine Warnung in den ersten Zeilen oder im Thread-Titel stand. Aber persönlich angreifbar bin ich mit dem Thema schon mehr als 10 Jahre nicht mehr, auch wenn ich noch lange nicht "clean" bin.
Habe auch kein Problem damit zu sagen, dass das letzte Mal bei mir sogar in dieser Woche war. Ich konnte nicht vermeiden, dass ich überlade - also hätte ich nur können, wenn ich mich hätte an 2 Tagen krank schreiben lassen - habe ich nicht getan. Das war eben der Preis dafür.

Probleme lösen... ja, nette Idee Karin, nur sind nicht alle Probleme lösbar. Beispiel: ich habe Probleme mit Menschenmengen. Richtig dicke. Den normalen Berufsverkehr packe ich. Meistens. Ein paar Tage im Jahr gibt es, da bin ich auch dafür zu dünnhäutig. Nun hatten wir diese Woche aber Streik der Verkehsbetriebe. Mit dem Auto fahren ging an diesem Tag nicht. Urlaub nehmen oder zu Hause arbeiten auch nicht, weil in der Firma ein wichtiger Termin war. Also lasse ich mich krank schreiben - oder ich gehe halt durch. Mit einer riesen Panik vor Menschenmengen in SBahnen, die so voll sind, dass die Türen nicht mehr zu gehen... tja. Shit happens. Und dann sind wir bei Droge: Ich habe 2 Optionen: meine Emotionen, die Amok laufen, mit speziellen Techniken zu kontrollieren - jeder, der schon mal wirklich heftige Emotionen hatte, weiß, dass es irre schwer ist, die unter Kontrolle zu bekommen. Erst Recht, wenn man sich dabei dem eigentlichen Problem nicht entziehen kann, denn das steht buchstäblich um mich herum und das auch noch für längere Zeit. Ist also quasi nicht drin. Oder ich ziehe mir ein, zwei mal die Fingernägel mit Schwung über die Haut. Und schon ist RUHE. Die amoklaufende Panik hört auf. Sofort. Die Welle aus Lärm schwappt nicht mehr über mich. Sofort. Ich kann die unendlich vielen Menschen soweit ausblenden, dass die Situation auszuhalten ist. SOFORT. Ganz einfach, ganz schnell. ... Zu einfach und zu schnell, denn die Versuchung, auch bei kleineren Problemen auf die ganz einfache Lösung zurück zu greifen, ist da und bestimmt nicht klein - Droge.

**************

der zweite Teil: nein, hat gar nichts mit Perfektionismus zu tun. War nur der Grund, warum es wichtig ist, zu handeln, zu entscheiden, auch OHNE zu verstehen.
 

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12. Juli um 8:09

doch, kann man schon - und mir fehlt auch nichts, wenn ich erst einmal niemandem traue, bevor ich ihn kenne.
Also warum sollte ich das ändern?

Aber da sind wir wieder bei Prägung: ich bin an sich ein Distanzmensch - vom Typ her. Bin ich so gar nicht der einzige, es gibt viele. Andere Erfahrungen hätten aus mir nie einen Nähe-Typ gemacht. Aber  die Stärke der Ausprägung - die werden durch Erfahrungen geprägt. In meinem Falle also als Verstärkung des Distanztypes - andere Erfahrungen im Leben hätten es abgeschwächt statt verstärkt.

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12. Juli um 19:22
In Antwort auf irmaladouche3

Ich habe heute einen Artikel gelesen über eine celebrity. Möchte die Person nicht erwähnen hier.

Ich dachte jedoch, ja, jeder Mensch wird sehr geprägt, in seiner Kindheit, Jugend etc, seinen darauffolgenden Erfahrungen, dementsprechend geht er auch damit um.


Wer möchte, mag hier gern darüber berichten.

 

Schicksalsschläge

Verlässliche Freunde

neuer Job

Fernreisen

Auslandsaufenthalt

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13. Juli um 9:33

ich bin nicht auf der Flucht. Aber in den letzten 10 Tagen ist die Welt irgendwie irre, ja. Sonnenflecken. Oder Sumpfgas. Oder sowas ^^

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14. Juli um 18:27

HI Irma,
la la..danke der Nachfrage...

Bin...selten nur mehr hier..aus verschiedenen Gründen.

Alles Gute LG

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14. Juli um 23:02
In Antwort auf irmaladouche3

Ich habe heute einen Artikel gelesen über eine celebrity. Möchte die Person nicht erwähnen hier.

Ich dachte jedoch, ja, jeder Mensch wird sehr geprägt, in seiner Kindheit, Jugend etc, seinen darauffolgenden Erfahrungen, dementsprechend geht er auch damit um.


Wer möchte, mag hier gern darüber berichten.

 

Der Tod meiner Mutter und das Verlassen meiner ersten Liebe.

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15. Juli um 8:32

*************** noch mal Triggerwarnung **************

ahm nein...

das einfachste zu erst: das was ich sagte war "auch wenn ich noch lange nicht "clean" bin."

Man übertüncht also seelischen Schmerz durch körperlichen? Weil man den seelischen als schlimmer empfindet?
=> eher weil körperliche Schmerzen besser handhabbar sind, denke ich. Man kann sie besser aushalten, besser damit umgehen, besser ausblenden, besser etwas dagegen tun, ...


Ok, Problemlösung ist oft nicht einfach. Aber wie kommt man denn dann darauf, diese lösen zu wollen, indem man sich körperliche Schmerzen zufügt?
=> niemand sagt, dass das Probleme löst ^^ noch nicht mal von denen, die betroffen sind, sagt das jemand.


Da muss sich doch irgendein Mechanismus abspielen im Kopf, den ich nicht nachvollziehen kann.
=> so ist es. Das was Du nicht nachvollziehen kannst, fängt damit an, dass man das überhaupt kann. Selbst wenn wir mal herauslassen, dass es für Dich abwegig ist, so etwas zu tun, würdest Du es versuchen, Dir beispielsweise eine Schnittwunde am Arm beizubringen, die blutet - Du würdest es nicht schaffen. Nicht einmal so, dass Blut fließt. Und bei uns ist "Blut fließt" noch eher die harmlosere Variante. Bei SVV ist "versehentlicher Suizid" immer ein Thema, weil man zu oft noch nicht mal mehr merkt, wie tief / gefährlich die Wunden sind.
Und natürlich: Dir fehlt das Verständnis für den Effekt, den es auf uns hat. Stell es Dir so vor: Jemand, der von Heroin nicht "high" wird, kann nicht heroin-abhängig werden. Jemand, der von Alkohol nicht betrunken wird, wird auch nicht alkoholabhängig.

kann man das als psychische Krankheit definieren?
=> die Selbstverletzung meinst Du? Ist an sich keine Krankheit aber ein Symptom, welches bei verschiedenen Krankheiten häufig ist (bei keiner davon immer, aber eben häufig) wie beispielsweise bei allen Störungen im autistischen Spektrum, diversen Eßstörungen, Borderline natürlich.

Es ist also wie bei einem Alki bspw. wenn man mit der Droge konfrontiert wird, wird man rückfällig?
=> das ist der Grund, warum ich hier die Triggerwarnung dazu schreibe. Einiges in meinem Beitrag hätte diesen Effekt, ja. Und es ist wirklich ähnlich wie bei einer Sucht, auch ein Alki wird nicht sofort rückfällig, wenn er eine Alkohol-Werbung sieht -- in unserer Gesellschaft ist die so präsent, da hätte man ja keine Chance. Aber an manchen Tagen, wenn man gerade so schon kippelt, kann es das Zünglein an der Wage sein und da muss man ziemlich aufpassen.

Wenn man sehr emotional ist, etwas nicht spontan bewältigt, dann muss das doch nicht gleich zur Selbstverletzung führen?
=> es MUSS gar nichts. Es war einfach nur der schnelle Weg hinaus, als die Situation weit über das erträgliche Maß hinaus ging. Ich hätte auch einfach schön weiter leiden können, halt bis ich zitternd und heulend auf dem Boden liege, jemand den Notarzt ruft und der mir dann so eine große "hab-euch-alle-lieb"-Spritze gibt, die mich für 2 Tage ins Lummerland schießt. Hatte ich auch schon, aber ob das jetzt besser ist... naja, nee. Oder ich hätte aussteigen können und damit leben können, dass ich die nächten 4h weder nach Hause noch auf Arbeit komme und dort festsitze. Oder ich hätte mich an dem Tag krank schreiben lassen können und wäre eben zu Hause geblieben.
Es war eine bewußte Entscheidung, diesen Weg zu nehmen.

Es ist ja auch Selbstbestrafung für Dinge, für die man selbst gar nichts kann, nicht verantwortlich ist.
=> nicht grundsätzlich, nein. Bei einigen Betroffenen ist Selbstbestrafung der / ein Hintergrund, das ist aber ein eher seltener. Bei den meisten ist es nur ein Ventil, ein Fluchtpunkt, ... nichts anderes, als sich ein Glas Alkohol hinter die Binde zu kippen. Schadet auch körperlich. Jedes Glas. Nicht viel, ja, aber wieviel schaden mir ein paar Tropfen Blut und ein paar Narben denn tatsächlich? Weit weg von echten Problemen und jetzt nicht wirklich schlimmer, als x Hirnzellen mit einem schönen Vodka zu töten.

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15. Juli um 8:37

damit mir bloß nichts passiert? Wie kommst denn darauf?

Ich habe schon als Kind am liebsten allein gespielt, am liebsten allein Aufgaben erledigt - nicht, damit mir nichts passiert, es ist einfach angenehmer und einfacher so.

Abgesehen davon, habe ich schon oft gehört und gelesen, dass es toll sein soll, mit anderen über Probleme zu  reden, fühlt man sich besser, tut gut, wenn es raus ist, blabla... ich kann es mir noch nicht mal vorstellen. Darüber reden an sich tut schon einfach nur weh. Egal mit wem, auch wenn ich demjenigen 200% vertraue. Auch wenn ich denjenigen nicht kenne und nie wieder sehen werde, er mir also gar nichts tun kann.

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16. Juli um 21:43

Wobei, gibt es bei Selbstverletzung eine gesunde Dosis wie z. B. bei einem Bier oder einem Glas Wein?
im Ernst jetzt?!? Es gibt keine gesunde Menge Alkohol.
10 sec google, die ersten Treffer:
https://www.n-tv.de/wissen/Alkoholische-Getraenke-sind-nicht-gesund-article20589559.html
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alkohol-und-gesundheit-ist-jedes-glas-eines-zu-viel-a-1224860.html
https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/alkohol-und-gesundheit-ist-jedes-glas-eines-zu-viel-a-1224860.html
lies mal nach.
"Alkohol schadet ab dem ersten Tropfen."
Trinken wir trotzdem. Die einen mehr, die anderen weniger, aber nahezu keiner (in unserer Kultur) gar nicht. Das Risko wird ja auch "einfach so in Kauf genommen", hmm?

Abhängigkeit ist ein zu weites Feld, das würde in diesem Thread endgültig den Rahmen sprengen, da lasse ich jetzt mal den Deckel drauf und lass diese Punkte alle raus.

Man beweist sich also selbst damit etwas, was andere nicht können?
Nee. Ich beweise weder mir noch anderen etwas. Das Du das nicht kannst, heißt nur, dass Du die Störung nicht hast, das muss ich nun echt keinem beweisen. ^^

Dann verlagern sie also Probleme? Währenddessen sie sich bewusst sind, dass ihre Probleme damit nicht gelöst werden können? So schalten sie sie zeitweise aus aus ihrem Denken?
überlagern / überdecken statt verlagern würde ich sagen, aber ja, die Probleme halten für eine Zeit lang mal die Klappe. Wenn "Lösung" nicht drin ist, ist das die beste Option.
Ventil und Flucht sind dennoch nicht das gleiche.

Jeder normale Mensch wäre da doch eher leidend am Boden gelegen,
Oh, ich habe beide Versionen oft genug ausprobiert - kein Vergleich. Selbstverletzung ist nicht wirklich schlimm, leidend am Boden liegen der Horror mit tagelangen Nachwehen. In dem Falle verzichte ich gern darauf, ein normaler Mensch zu sein.

Eigentlich vor sich selbst. Dingen, denen man ausweicht, Vermeidung, ausschalten unangenehmer Dinge, die man sich nciht zutraut, mangelnder Selbstwert wohl auch,
Pardon, aber das ist Bullsh*t.
Vermeidung wäre gewesen: ich hätte mich an dem Tag krank schreiben lassen (um mal bei dem Beispiel zu bleiben). Hätten sowohl mein Allgemeinmediziner als auch mein Psychiater sofort gemacht - und das auch durchaus berechtigt. Hätte auch die ungenehmen Dinge ausgeschalten. Super.
Ich habe mich denen aber gestellt und genau DAS war der Fehler - ich habe mich damit überlastet. Nicht anders als wenn ich einen Hüftschaden hätte, aber eben uuuuuuuuuuuuunbedingt eine Wanderung mitmachen will. Dürfte ich nicht, sollte ich nicht, wenn ich es trotzdem tun würde, ist das dumm und wird weh tun und wenn es blöd läuft und ich zu sehr übertreibe, für tiefere Schäden sorgen.
Ich habe keinen Hüftschaden, ich habe psychische Krankheiten, also sind die Symptome, wenn ich etwas Dummes tue und mich überlaste, andere - aber grundlegend ist es das Gleiche. Nicht mehr und nicht weniger.

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16. Juli um 21:49

nein, Distanzmenschen erleichtert das durch die Bank nicht, weiß ich inzwischen. Nix mit "jeder Mensch".

Und ja, es sind verschiedene Persönlichkeitstypen, also in gewisser Weise trifft es "angeboren" wirklich.

Schau, da ist eines der Modelle zu Persönlichkeitstypen - inklusive Distanz-Typus - ganz gut erklärt:
https://www.focus.de/wissen/mensch/sprache/englisch-sprachkurs/tid-7184/psychologie_aid_130860.html

Ja, in der Psychotherapie ist Vertrauen Grundvoraussetzung. Ich habe es in den Fällen erzwungen - also auf meiner Seite erzwungen, das Vertrauen zu geben ist gemeint-  (und auch da keine guten Erfahrungen damit gemacht, im Gegenteil)

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18. Juli um 8:26

was hast Du nur ständig mit dem "beweisen müssen / wollen".

Ich muss niemandem etwas beweisen, ich will es auch nicht. Nicht mir, nicht Dir, nicht sonst wem. Ich weiß was ich kann (und was ich nicht kann auch) und ob die anderen es auch wissen, juckt mich herzlich wenig - der Vorteil der Distanzmenschen.
Aber irgendwie ist es langsam echt auffällig, dass Du irgendwie in jedem Beitrag mit der Nummer ankommst. Seltsam.

Ich finde, dass Alkohol sehr, sehr unterschätzt wird. Jedem Raucher geht man auf die Ketten, wie schlimm und gesundheitsschädlich das doch ist. Bei mir kommst Du mit Sepsis-Risiko. Ja, es besteht. Für Tetanus übrigens auch. Nur kenne ich zwar wirklich viele Menschen mit SVV, aber dass damit jemand Tetanus oder eine Sepsis bekommen hat - habe ich noch nie erlebt, gehört, gesehen oder irgendwo gelesen. Mit Menschen, die an den Folgen von Alkohol gestorben sind, habe ich hingegen persönliche Erfahrungen. Drei in meinem Umfeld, genau genommen. Nicht alle Alkoholiker, nein. Alkoholiker sind mir in meinem Leben schon viel mehr begegnet. Und ehrlich, die Folgen einer Alkoholsucht für den betreffenden und die Menschen in der Umgebung sind ein ganz anderes Kaliber als die Folgen der Sehn-Sucht nach SVV. Da stimmen mal einfach Deine Relationen überhaupt nicht und darum ging es mir.

Und nein, ich tue nicht immer das, was schlau und vernünftig und richtig ist. Habe ich nie, will ich nicht und werde ich auch hoffentlich nicht.
Also ja, ich steige auch in öffentliche Verkehrsmittel, wenn ich das gerade nicht tun sollte. Ich  rauche auch. Ich trinke auch selten, aber doch Alkohol. Und noch vieles andere mehr. Weil ich es möchte.

Aber so langsam ist es für mich auch mal gut damit und ich lasse es an der Stelle mal gut sein.

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18. Juli um 8:30

hm, einen Punkt beantworte ich trotzdem noch:

Ok, es ist eine Störung. Die hat aber doch ihre Ursachen. Und die muss man herausfinden, richtig? Warum tust du das also?

Immernoch: es ist ein Symptom einer Krankheit.
Fragst Du auch jemanden, warum er Hautausschlag hat und nicht mal damit aufhört? ^^
Manche Krankheiten sind heilbar, manche chronisch. In meinem Falle wohl leider letzeres. Und so lange die Krankheit nicht weg ist, sind ihre Symptome auch nicht weg. So einfach ist das.

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