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Verschleiern sich Frauen wirklich freiwillig!!!

9. Juli 2005 um 14:47

Habe heute in einem grossen Einkaufszentrum eine Familie gesehen, Kind, Vater und Mutter. Die Mutter war total verschleiert mit einem Dschador in schwarzer Farbe. Über die Augen hatte sie auch ein Tuch, so dass man von der Frau nichts sah, nicht mal die Augen, was bei einem Dschador sonst der Fall ist. Ich finde sowas furchtbar, ich denke nicht, dass die Frauen sowas freiwillig machen, wie es oft gesagt wird in solchen Kulturen. Glaubt ihr das?

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10. Juli 2005 um 13:47

Ich habe lange
in moslimischen Ländern gelebt, vier Jahre in Saudi-Arabien und 13 Jahre in Ägypten, das was Du da gesehen hast (komplett verhüllt), schreibt der Islam nicht vor, das sind findamentalistische Randgruppen, die es so machen.
Frauen sollen ihr Haar verdecken, die Handfläschen und Fußsohlen und das nur freiwillig.
Die allermeisten Frauen , die ich dort kennen gelernt habe, haben sich, wenn sie verschleiert waren aus eigennen Stücken dazu entschlossen denn es ist sogar so, das wenn ein Mann eine Frau dazu zwingt es ihm als Sünde angerechnet wird, für die er dann, am Tag seines Gerichtes, wenn er gestorben ist, bestraft wird.
Die Frauen wachsen dort ganz anders auf als hier in Europa, die Menschen dort sind religiöser und haben andere Werte, für die Frauen dort ist es ganz normal, das sie irgendwann einen Schleier Tragen.
Viele verbinden es mit der Pilgerfahrt nach Mekka, welche eine der fünf Säulen des Islam ist,jeder der es sich irgenwie leisten kann, pilgert auxh dort hin und nach der die meisten Mosliminen sich verschleiern.
Es gibt natürlich auch die ein oder andere, die dazu gezwungen wurde, es ist aber nicht die Regel, kommt aber in weniger kultuvierten Kreise, bei sehr armen, nicht so gebildeten Bevölkerungsschichten vor.

Gruß

equinox68

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11. Juli 2005 um 9:32
In Antwort auf equinox68

Ich habe lange
in moslimischen Ländern gelebt, vier Jahre in Saudi-Arabien und 13 Jahre in Ägypten, das was Du da gesehen hast (komplett verhüllt), schreibt der Islam nicht vor, das sind findamentalistische Randgruppen, die es so machen.
Frauen sollen ihr Haar verdecken, die Handfläschen und Fußsohlen und das nur freiwillig.
Die allermeisten Frauen , die ich dort kennen gelernt habe, haben sich, wenn sie verschleiert waren aus eigennen Stücken dazu entschlossen denn es ist sogar so, das wenn ein Mann eine Frau dazu zwingt es ihm als Sünde angerechnet wird, für die er dann, am Tag seines Gerichtes, wenn er gestorben ist, bestraft wird.
Die Frauen wachsen dort ganz anders auf als hier in Europa, die Menschen dort sind religiöser und haben andere Werte, für die Frauen dort ist es ganz normal, das sie irgendwann einen Schleier Tragen.
Viele verbinden es mit der Pilgerfahrt nach Mekka, welche eine der fünf Säulen des Islam ist,jeder der es sich irgenwie leisten kann, pilgert auxh dort hin und nach der die meisten Mosliminen sich verschleiern.
Es gibt natürlich auch die ein oder andere, die dazu gezwungen wurde, es ist aber nicht die Regel, kommt aber in weniger kultuvierten Kreise, bei sehr armen, nicht so gebildeten Bevölkerungsschichten vor.

Gruß

equinox68

Naja, nicht so ganz freiwillig.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Frauen freiwillig verschleiern, denn wenn man in Saudi Arabien oder zum Beispiel im Iran ohne Schleier rumläuft, wird man mitunter verhaftet. Unter Freiwilligkeit verstehen ich, freie Meinungsäusserung, so dass sich eine mit Tschador und eine andere ohne mit Rock und normaler Bluse kleiden kann und das ist sicher nicht der Fall dort.

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11. Juli 2005 um 10:33

Für die meisten ist es ganz normal,
da sie da hineingeboren werden...

sie wurden geboren und es war eben so und sie können sich diesem zwang nicht entziehen.

ich denke zwar, dass einige es auch freiwillig machen, aber dann doch wohl eher die, die nur ein kopftuch tragen.

beim tschador ist es wohl eher nicht so, da ist es halt vorgeschrieben und nicht zu ändern...


sommer

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11. Juli 2005 um 11:15
In Antwort auf equinox68

Ich habe lange
in moslimischen Ländern gelebt, vier Jahre in Saudi-Arabien und 13 Jahre in Ägypten, das was Du da gesehen hast (komplett verhüllt), schreibt der Islam nicht vor, das sind findamentalistische Randgruppen, die es so machen.
Frauen sollen ihr Haar verdecken, die Handfläschen und Fußsohlen und das nur freiwillig.
Die allermeisten Frauen , die ich dort kennen gelernt habe, haben sich, wenn sie verschleiert waren aus eigennen Stücken dazu entschlossen denn es ist sogar so, das wenn ein Mann eine Frau dazu zwingt es ihm als Sünde angerechnet wird, für die er dann, am Tag seines Gerichtes, wenn er gestorben ist, bestraft wird.
Die Frauen wachsen dort ganz anders auf als hier in Europa, die Menschen dort sind religiöser und haben andere Werte, für die Frauen dort ist es ganz normal, das sie irgendwann einen Schleier Tragen.
Viele verbinden es mit der Pilgerfahrt nach Mekka, welche eine der fünf Säulen des Islam ist,jeder der es sich irgenwie leisten kann, pilgert auxh dort hin und nach der die meisten Mosliminen sich verschleiern.
Es gibt natürlich auch die ein oder andere, die dazu gezwungen wurde, es ist aber nicht die Regel, kommt aber in weniger kultuvierten Kreise, bei sehr armen, nicht so gebildeten Bevölkerungsschichten vor.

Gruß

equinox68

Nur Menschen, die vor Liebe überfließen
Nur Menschen, die vor Liebe überfließen, werden zum Aufbau der glücklichen und aufgeklärten Welt der Zukunft beitragen. Ihre Lippen werden aus Liebe lächeln, ihr Herz wird vor Liebe überfließen, ihre Augen werden Liebe und die zärtlichsten menschlichen Gefühle ausstrahlen. Sie sind die Helden der Liebe, die vom Auf- und Untergang der Sonne und vom flackernden Sternenlicht immer neue Botschaften der Liebe empfangen.

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11. Juli 2005 um 11:17
In Antwort auf said167

Nur Menschen, die vor Liebe überfließen
Nur Menschen, die vor Liebe überfließen, werden zum Aufbau der glücklichen und aufgeklärten Welt der Zukunft beitragen. Ihre Lippen werden aus Liebe lächeln, ihr Herz wird vor Liebe überfließen, ihre Augen werden Liebe und die zärtlichsten menschlichen Gefühle ausstrahlen. Sie sind die Helden der Liebe, die vom Auf- und Untergang der Sonne und vom flackernden Sternenlicht immer neue Botschaften der Liebe empfangen.

Der Islam dient zu Vernunft,Toleranz und Liebe
"Die Helden der Liebe behandeln andere Menschen liebevoll. Selbst wenn sie Ärger und Wut empfinden, dient dies der Disziplin und ist insofern als positiv zu betrachten. "


F. Gülen

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11. Juli 2005 um 11:18
In Antwort auf said167

Der Islam dient zu Vernunft,Toleranz und Liebe
"Die Helden der Liebe behandeln andere Menschen liebevoll. Selbst wenn sie Ärger und Wut empfinden, dient dies der Disziplin und ist insofern als positiv zu betrachten. "


F. Gülen

Warum erschuf Gott das Universum ? Musste ER es tun ? Warum hat ER es nicht schon früher erschaffen
Zunächst einmal sollte man zur Kenntnis nehmen, dass wir als menschliche Wesen alles aus menschlicher Perspektive betrachtet wahrnehmen und unsere Beobachtungen in entsprechende Worte kleiden. Um ein Beispiel zu nennen: die Menschen handeln aus einer Notwendigkeit oder aus einem Verlangen heraus. Wir beabsichtigen, Dinge zu tun, weil wir bestimmte Bedürfnisse haben oder dazu gezwungen werden.

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11. Juli 2005 um 11:21
In Antwort auf said167

Warum erschuf Gott das Universum ? Musste ER es tun ? Warum hat ER es nicht schon früher erschaffen
Zunächst einmal sollte man zur Kenntnis nehmen, dass wir als menschliche Wesen alles aus menschlicher Perspektive betrachtet wahrnehmen und unsere Beobachtungen in entsprechende Worte kleiden. Um ein Beispiel zu nennen: die Menschen handeln aus einer Notwendigkeit oder aus einem Verlangen heraus. Wir beabsichtigen, Dinge zu tun, weil wir bestimmte Bedürfnisse haben oder dazu gezwungen werden.

Tasawwuf oder Sufismus
Tasawwuf oder Sufismus
Tasawwuf oder Sufismus (die im Deutschen bevorzugte Übersetzung) ist der Name des Weges, auf den sich die Sufis begeben, um Gott zu erreichen.

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Tasawwuf oder Sufismus (die im Deutschen bevorzugte Übersetzung) ist der Name des Weges, auf den sich die Sufis begeben, um Gott zu erreichen. Während der Begriff tasawwuf normalerweise den theoretischen oder philosophischen Aspekt der Suche nach der Wahrheit bezeichnet, wird die praktische Seite normalerweise durch den Ausdruck Derwisch sein umschrieben.
Tasawwuf wurde schon auf verschiedene Art und Weise definiert. Manchen zufolge bedeutet tasawwuf die Aufhebung von Ego und Selbst-Zentriertheit des Menschen durch den Allmächtigen Gott und seine spirituelle Wiedererweckung durch das Licht Seines Wesens; mit anderen Worten, die Vernichtung des menschlichen Willens und die anschließende Lenkung durch Seinen Willen. Ein anderer Ansatz zur Definition von tasawwuf sieht diesen als kontinuierliches Bestreben, alle fehlerhaften Grundsätze und schlechten Verhaltensweisen über Bord zu werfen und sich stattdessen gute Eigenschaften anzueignen.
Junayd al-Baghdadi, ein berühmter Sufimeister, definiert tasawwuf als einen Weg, sich die Selbstaufhebung in Gott und Beständigkeit oder Existenz mit Gott ins Gedächtnis zurück zu rufen. Einer anderen Definition zufolge heißt tasawwuf, ewig mit Gott zusammen zu sein oder sich in Seiner immer währenden Gegenwart aufzuhalten und dabei nichts Weltliches oder Außerweltliches anzustreben. Tasawwuf ist der Widerstand gegen die Versuchungen des fleischlichen Selbst und schlechter moralischer Eigenschaften und der Versuch, sich lobenswerte moralische Eigenschaften anzueignen.

Es gibt auch einige, die tasawwuf als über die (äußere) Realität der Dinge und Ereignisse hinaus sehen und als Interpretation von allem was sich (in der Welt) in Bezug auf Gott tut beschreiben. Weiterhin gilt als tasawwuf, jede Handlung des Allmächtigen als ein Fenster zu betrachten, durch das man Ihn schauen kann, sein Leben in ständigem Bemühen zu leben, Ihn durch einen tiefgründigen, spirituellen Blick, der sich nicht mit physischen Begriffen wiedergeben lässt, zu sehen oder zu schauen und sich schließlich ganz darüber bewusst zu sein, ständig von Ihm gesehen zu werden.

All diese Erklärungsversuche können folgendermaßen zusammengefasst werden: Tasawwuf bedeutet, dass man durch die Befreiung von den Übeln und Schwächen, die dem Menschen eigen sind, und durch die Aneignung von Eigenschaften der Engel sowie durch Gott gefälliges Verhalten, sein Leben in Übereinstimmung mit den Erfordernissen des Wissens um Gott und mit der Liebe zu Ihm und im spirituellen Entzücken, das so entsteht, lebt.

Tasawwuf gründet auf die Befolgung der Regeln der Sharia und auf die Durchdringung ihrer (inneren) Bedeutungen. Auch gute Umgangsformen sind erforderlich. Ein Eingeweihter oder Reisender auf dem Pfad (arab.: salik), der erfolgreich ist, kann niemals die äußere Befolgung der Sharia von ihrer inneren Dimension trennen; er erfüllt beide, die inneren wie auch die äußeren Aspekte der Religion. Durch eine solche Befolgung reist er in äußerster Demut und Ergebenheit seinem Ziel entgegen.

Tasawwuf ist ein Pfad, der zur Kenntnis Gottes führt, und ein Weg, der Ernsthaftigkeit (von Ziel und Richtung) erfordert. Für gleichgültiges oder leichtfertiges Verhalten bietet er keinen Platz. Er verlangt vom Eingeweihten, ähnlich wie die Honigbiene, die ständig vom Bienenstock zur Blume und wieder zurück fliegt, ausdauernd um die Kenntnis Gottes zu ringen. Er sollte sein Herz von allen anderen Bindungen als der Suche nach Gott reinigen und allen Neigungen, Wünschen und Gelüsten des fleischlichen Selbst widerstehen. Er sollte auch sein Leben auf spiritueller Ebene mit der Bereitschaft, Göttlichen Segen zu empfangen, und in strikter Befolgung des Beispiels des Propheten führen. Er sollte seine eigenen Interessen zu Gunsten der Ansprüche Gottes, der Wahrheit, zurück stellen und dabei aufrichtig seine Bindung und sein Festhalten an Gott bekennen.

Nach diesen einleitenden Definitionen sollten wir nun das Ziel, den Nutzen und die Prinzipien des tasawwuf diskutieren:
Tasawwuf erfordert strikte Befolgung der religiösen Pflichten, Enthaltsamkeit in der Lebensführung und den Entschluss, allen tierischen Trieben zu entsagen. Tasawwuf bedeutet, auf einer spirituellen Ebene zu leben, und erreicht dieses Ziel durch die Reinigung des menschlichen Herzens und die Entwicklung der Sinne und Fähigkeiten auf dem Weg zu Gott. Tasawwuf befähigt den Menschen, durch die ständige Ausübung der Praktiken zur Verehrung Gottes, sein Bewusstsein, ein Diener Gottes zu sein, zu vertiefen. Er befähigt den Menschen, auf die vergängliche Dimension der Welt und ihre den Wünschen und Launen zugekehrte Seite zu verzichten; er macht ihn aufnahmebereit für die andere Welt und die Seite jener Welt, die den Wunderbaren Göttlichen Namen zugewandt ist.
Der Nutzen von tasawwuf liegt darin begründet, dass der Mensch die Engelsseite seiner Existenz weiter entwickelt und sich ein starkes, tief empfundenes und erfahrenes Bewusstsein um die Wahrheit und die Glaubensartikel aneignet, welche er anfangs nur oberflächlich akzeptiert hat.

Die Prinzipien des tasawwuf lassen sich wie folgt einteilen:

1. Einen festen, wahren Glauben an die Göttliche Einheit zu erlangen und das Leben nach dessen Anforderungen auszurichten.

2. Zusätzlich zur Beachtung der Göttlichen Rede (des Koran) die Anordnungen der Göttlichen Kraft und Seines Willens gegenüber dem Universum (d.h. den Gesetzen der Schöpfung und des Lebens, die Inhalt der Wissenschaft sind) zu erkennen und sie zu befolgen.

3. Von Göttlicher Liebe überzufließen und ein gutes Verhältnis zu allen anderen Wesen in dem Bewusstsein (das sich aus der Göttlichen Liebe herleitet) zu unterhalten, dass das Universum eine Wiege der Brüderlichkeit ist.

4. Aus Nächstenliebe zu handeln und damit dem Wohlergehen und Glück anderer Menschen Priorität einzuräumen.

5. In Übereinstimmung mit den Anforderungen des Göttlichen Willens nicht des eigenen zu handeln und zu versuchen, das Leben so weit es geht unter Selbst-Auflösung in Gott und in Abhängigkeit von Ihm zu leben.

6. Sich für Liebe, spirituelle Sehnsucht, Vergnügen und Ekstase zu öffnen.

7. Sich die Möglichkeit anzueignen, das, was in den Herzen oder im Verstand ist, durch die oberflächlichen Erscheinungen, durch die Göttlichen Mysterien und durch die Bedeutungen an der Oberfläche der Ereignisse wahrzunehmen und zu entschleiern.

8. Orte und die Nähe solcher Freunde aufzusuchen, die die Vermeidung von Sünden und das Voranschreiten auf dem Weg Gottes ermutigen.

9. Zufrieden zu sein mit den rechtmäßigen oder legalen Genüssen und entschlossen zu sein, keine Schritte auf das Unrechtmäßige hin zu unternehmen.

10. Beständig gegen weltliche Begierden und die Illusionen anzukämpfen, die uns dazu verführen, anzunehmen, diese Welt sei ewig.

11. Nicht zu vergessen, dass selbst auf dem Weg, der Religion zu dienen und etwas für die Leitung der Menschen zu unternehmen, Erlösung nur durch Gewissheit oder Überzeugung und Aufrichtigkeit oder Reinheit in Absicht und Ziel möglich ist, die ausschließlich darauf abzielen, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. (Überzeugung bezeichnet hier die Überzeugung von der Wahrheit der religiösen Prinzipien des Glaubens und des Verhaltens)

Der Erwerb von Wissen, das Verstehen der religiösen und gnostischen Wissenschaften und das Befolgen der Weisungen eines makellosen spirituellen Meisters kann den oben aufgeführten Prinzipien, die für den Weg des Naqshbandiya-Sufiordens von größter Wichtigkeit sind, noch hinzu gefügt werden.
Es wird nützlich sein, tasawwuf im Licht der folgenden grundlegenden Konzepte zu diskutieren, die Inhalt von Büchern sind, die zum Thema gute Moral, gutes Benehmen und Askese verfasst wurden, und die man als die Stellen betrachtet, an denen man die Weisheit des Propheten im Herzen des Menschen findet. Diese Konzepte können auch als die Lichter gelten, durch die der Mensch den spirituellen Pfad zu Gott erkennt und Ihm folgen kann.
Das erste und bedeutendste dieser Konzepte ist die Wachsamkeit (yaqza), auf die auch der Ausspruch des Propheten Meine Augen schlafen, mein Herz aber nicht und die Bemerkung des vierten Kalifen Ali Die Menschen schlafen. Sie wachen erst auf, wenn sie sterben hinweisen.
Dem Konzept der Wachsamkeit folgen tawba (Reue), inaba (aufrichtige Buße), awba (sich Gott in Reue zuwenden), muhasaba (Selbstkritik oder sich selbst in Frage stellen), tafakkur (Reflektion), firar (Flucht), itisam (Zuflucht suchen), halwat (Alleinsein), uzlat (Zurückgezogenheit), hal (spiritueller Zustand), maqam (spirituelle Station oder Rang), qalb (Herz), huzn (Trauer oder Leid), khawf (Furcht vor Gott), raja (Hoffnung oder Erwartung), zuhd (Askese) und noch viele weitere mehr, die demnächst regelmäßig hier an dieser Stelle analysiert werden sollen.

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11. Juli 2005 um 11:23
In Antwort auf said167

Tasawwuf oder Sufismus
Tasawwuf oder Sufismus
Tasawwuf oder Sufismus (die im Deutschen bevorzugte Übersetzung) ist der Name des Weges, auf den sich die Sufis begeben, um Gott zu erreichen.

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Tasawwuf oder Sufismus (die im Deutschen bevorzugte Übersetzung) ist der Name des Weges, auf den sich die Sufis begeben, um Gott zu erreichen. Während der Begriff tasawwuf normalerweise den theoretischen oder philosophischen Aspekt der Suche nach der Wahrheit bezeichnet, wird die praktische Seite normalerweise durch den Ausdruck Derwisch sein umschrieben.
Tasawwuf wurde schon auf verschiedene Art und Weise definiert. Manchen zufolge bedeutet tasawwuf die Aufhebung von Ego und Selbst-Zentriertheit des Menschen durch den Allmächtigen Gott und seine spirituelle Wiedererweckung durch das Licht Seines Wesens; mit anderen Worten, die Vernichtung des menschlichen Willens und die anschließende Lenkung durch Seinen Willen. Ein anderer Ansatz zur Definition von tasawwuf sieht diesen als kontinuierliches Bestreben, alle fehlerhaften Grundsätze und schlechten Verhaltensweisen über Bord zu werfen und sich stattdessen gute Eigenschaften anzueignen.
Junayd al-Baghdadi, ein berühmter Sufimeister, definiert tasawwuf als einen Weg, sich die Selbstaufhebung in Gott und Beständigkeit oder Existenz mit Gott ins Gedächtnis zurück zu rufen. Einer anderen Definition zufolge heißt tasawwuf, ewig mit Gott zusammen zu sein oder sich in Seiner immer währenden Gegenwart aufzuhalten und dabei nichts Weltliches oder Außerweltliches anzustreben. Tasawwuf ist der Widerstand gegen die Versuchungen des fleischlichen Selbst und schlechter moralischer Eigenschaften und der Versuch, sich lobenswerte moralische Eigenschaften anzueignen.

Es gibt auch einige, die tasawwuf als über die (äußere) Realität der Dinge und Ereignisse hinaus sehen und als Interpretation von allem was sich (in der Welt) in Bezug auf Gott tut beschreiben. Weiterhin gilt als tasawwuf, jede Handlung des Allmächtigen als ein Fenster zu betrachten, durch das man Ihn schauen kann, sein Leben in ständigem Bemühen zu leben, Ihn durch einen tiefgründigen, spirituellen Blick, der sich nicht mit physischen Begriffen wiedergeben lässt, zu sehen oder zu schauen und sich schließlich ganz darüber bewusst zu sein, ständig von Ihm gesehen zu werden.

All diese Erklärungsversuche können folgendermaßen zusammengefasst werden: Tasawwuf bedeutet, dass man durch die Befreiung von den Übeln und Schwächen, die dem Menschen eigen sind, und durch die Aneignung von Eigenschaften der Engel sowie durch Gott gefälliges Verhalten, sein Leben in Übereinstimmung mit den Erfordernissen des Wissens um Gott und mit der Liebe zu Ihm und im spirituellen Entzücken, das so entsteht, lebt.

Tasawwuf gründet auf die Befolgung der Regeln der Sharia und auf die Durchdringung ihrer (inneren) Bedeutungen. Auch gute Umgangsformen sind erforderlich. Ein Eingeweihter oder Reisender auf dem Pfad (arab.: salik), der erfolgreich ist, kann niemals die äußere Befolgung der Sharia von ihrer inneren Dimension trennen; er erfüllt beide, die inneren wie auch die äußeren Aspekte der Religion. Durch eine solche Befolgung reist er in äußerster Demut und Ergebenheit seinem Ziel entgegen.

Tasawwuf ist ein Pfad, der zur Kenntnis Gottes führt, und ein Weg, der Ernsthaftigkeit (von Ziel und Richtung) erfordert. Für gleichgültiges oder leichtfertiges Verhalten bietet er keinen Platz. Er verlangt vom Eingeweihten, ähnlich wie die Honigbiene, die ständig vom Bienenstock zur Blume und wieder zurück fliegt, ausdauernd um die Kenntnis Gottes zu ringen. Er sollte sein Herz von allen anderen Bindungen als der Suche nach Gott reinigen und allen Neigungen, Wünschen und Gelüsten des fleischlichen Selbst widerstehen. Er sollte auch sein Leben auf spiritueller Ebene mit der Bereitschaft, Göttlichen Segen zu empfangen, und in strikter Befolgung des Beispiels des Propheten führen. Er sollte seine eigenen Interessen zu Gunsten der Ansprüche Gottes, der Wahrheit, zurück stellen und dabei aufrichtig seine Bindung und sein Festhalten an Gott bekennen.

Nach diesen einleitenden Definitionen sollten wir nun das Ziel, den Nutzen und die Prinzipien des tasawwuf diskutieren:
Tasawwuf erfordert strikte Befolgung der religiösen Pflichten, Enthaltsamkeit in der Lebensführung und den Entschluss, allen tierischen Trieben zu entsagen. Tasawwuf bedeutet, auf einer spirituellen Ebene zu leben, und erreicht dieses Ziel durch die Reinigung des menschlichen Herzens und die Entwicklung der Sinne und Fähigkeiten auf dem Weg zu Gott. Tasawwuf befähigt den Menschen, durch die ständige Ausübung der Praktiken zur Verehrung Gottes, sein Bewusstsein, ein Diener Gottes zu sein, zu vertiefen. Er befähigt den Menschen, auf die vergängliche Dimension der Welt und ihre den Wünschen und Launen zugekehrte Seite zu verzichten; er macht ihn aufnahmebereit für die andere Welt und die Seite jener Welt, die den Wunderbaren Göttlichen Namen zugewandt ist.
Der Nutzen von tasawwuf liegt darin begründet, dass der Mensch die Engelsseite seiner Existenz weiter entwickelt und sich ein starkes, tief empfundenes und erfahrenes Bewusstsein um die Wahrheit und die Glaubensartikel aneignet, welche er anfangs nur oberflächlich akzeptiert hat.

Die Prinzipien des tasawwuf lassen sich wie folgt einteilen:

1. Einen festen, wahren Glauben an die Göttliche Einheit zu erlangen und das Leben nach dessen Anforderungen auszurichten.

2. Zusätzlich zur Beachtung der Göttlichen Rede (des Koran) die Anordnungen der Göttlichen Kraft und Seines Willens gegenüber dem Universum (d.h. den Gesetzen der Schöpfung und des Lebens, die Inhalt der Wissenschaft sind) zu erkennen und sie zu befolgen.

3. Von Göttlicher Liebe überzufließen und ein gutes Verhältnis zu allen anderen Wesen in dem Bewusstsein (das sich aus der Göttlichen Liebe herleitet) zu unterhalten, dass das Universum eine Wiege der Brüderlichkeit ist.

4. Aus Nächstenliebe zu handeln und damit dem Wohlergehen und Glück anderer Menschen Priorität einzuräumen.

5. In Übereinstimmung mit den Anforderungen des Göttlichen Willens nicht des eigenen zu handeln und zu versuchen, das Leben so weit es geht unter Selbst-Auflösung in Gott und in Abhängigkeit von Ihm zu leben.

6. Sich für Liebe, spirituelle Sehnsucht, Vergnügen und Ekstase zu öffnen.

7. Sich die Möglichkeit anzueignen, das, was in den Herzen oder im Verstand ist, durch die oberflächlichen Erscheinungen, durch die Göttlichen Mysterien und durch die Bedeutungen an der Oberfläche der Ereignisse wahrzunehmen und zu entschleiern.

8. Orte und die Nähe solcher Freunde aufzusuchen, die die Vermeidung von Sünden und das Voranschreiten auf dem Weg Gottes ermutigen.

9. Zufrieden zu sein mit den rechtmäßigen oder legalen Genüssen und entschlossen zu sein, keine Schritte auf das Unrechtmäßige hin zu unternehmen.

10. Beständig gegen weltliche Begierden und die Illusionen anzukämpfen, die uns dazu verführen, anzunehmen, diese Welt sei ewig.

11. Nicht zu vergessen, dass selbst auf dem Weg, der Religion zu dienen und etwas für die Leitung der Menschen zu unternehmen, Erlösung nur durch Gewissheit oder Überzeugung und Aufrichtigkeit oder Reinheit in Absicht und Ziel möglich ist, die ausschließlich darauf abzielen, das Wohlgefallen Gottes zu erlangen. (Überzeugung bezeichnet hier die Überzeugung von der Wahrheit der religiösen Prinzipien des Glaubens und des Verhaltens)

Der Erwerb von Wissen, das Verstehen der religiösen und gnostischen Wissenschaften und das Befolgen der Weisungen eines makellosen spirituellen Meisters kann den oben aufgeführten Prinzipien, die für den Weg des Naqshbandiya-Sufiordens von größter Wichtigkeit sind, noch hinzu gefügt werden.
Es wird nützlich sein, tasawwuf im Licht der folgenden grundlegenden Konzepte zu diskutieren, die Inhalt von Büchern sind, die zum Thema gute Moral, gutes Benehmen und Askese verfasst wurden, und die man als die Stellen betrachtet, an denen man die Weisheit des Propheten im Herzen des Menschen findet. Diese Konzepte können auch als die Lichter gelten, durch die der Mensch den spirituellen Pfad zu Gott erkennt und Ihm folgen kann.
Das erste und bedeutendste dieser Konzepte ist die Wachsamkeit (yaqza), auf die auch der Ausspruch des Propheten Meine Augen schlafen, mein Herz aber nicht und die Bemerkung des vierten Kalifen Ali Die Menschen schlafen. Sie wachen erst auf, wenn sie sterben hinweisen.
Dem Konzept der Wachsamkeit folgen tawba (Reue), inaba (aufrichtige Buße), awba (sich Gott in Reue zuwenden), muhasaba (Selbstkritik oder sich selbst in Frage stellen), tafakkur (Reflektion), firar (Flucht), itisam (Zuflucht suchen), halwat (Alleinsein), uzlat (Zurückgezogenheit), hal (spiritueller Zustand), maqam (spirituelle Station oder Rang), qalb (Herz), huzn (Trauer oder Leid), khawf (Furcht vor Gott), raja (Hoffnung oder Erwartung), zuhd (Askese) und noch viele weitere mehr, die demnächst regelmäßig hier an dieser Stelle analysiert werden sollen.

Der Ursprung des Sufismus
Der Ursprung des Sufismus
Die Geschichte der islamischen religiösen Wissenschaften klärt uns darüber auf, dass die religiösen Gebote in der Frühzeit des Islam noch nicht schriftlich fixiert wurden. Die Praxis und die mündliche Verbreitung ...

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Die Geschichte der islamischen religiösen Wissenschaften klärt uns darüber auf, dass die religiösen Gebote in der Frühzeit des Islam noch nicht schriftlich fixiert wurden. Die Praxis und die mündliche Verbreitung dieser Gebote, die sich auf Glauben, Verehrung und das tägliche Leben beziehen, machten es dem Menschen leicht, sie auswendig zu lernen. Daher konnten sie später dann auch problemlos in Buchform zusammen gefasst werden. Was auswendig gelernt und praktiziert wurde, wurde auf Papier aufgezeichnet und geordnet. Weil die hier zur Diskussion stehenden religiösen Gebote die lebenswichtigen Angelegenheiten des individuellen wie auch des gesellschaft-lichen islamischen Lebens beinhalteten, räumten ihnen die Gelehrten Priorität ein, trugen sie zusammen und veröffentlichten sie als Bücher. Rechtsgelehrte sammelten und kodifizierten das islamische Recht und die Bestimmungen und Prinzipien, die sich auf alle Gebiete des Lebens beziehen. Die Traditionalisten (muhaddithun) begründeten die Prophetentra-dition und den islamischen 'way of life' und bewahrten sie ebenfalls in Büchern; Theologen wandten sich den Angelegenheiten rund um den Glauben der Muslime zu, und die Koraninterpreten widmeten sich dem Studium der Bedeutung des Koran mitsamt denjenigen Themen, die später als koranische Wissenschaften bezeichnet werden sollten. In diesen Bereich fallen naskh (Abschaffung eines Gesetzes), inzal (die Hinabsendung des ganzen Koran in einem Stück), tanzil (die Hinabsendung des Koran durch Gott in mehreren Teilen bei verschiedenen Gelegenheiten), qiraat (Rezitation des Koran), tawil (Exegese), etc.. Dank dieser allgemein anerkannten Bestrebungen wurden die Wahrheiten des Islam und all seiner Prinzipien so gefestigt, dass keine Zweifel an ihrer Authentizität aufkommen konnten.
Während all diese Arbeiten in den Bereichen der religiösen Wissenschaften im Wesentlichen auf die Rechtsprechung, Tradition (hadith), Theologie und Koraninterpretation gründen, versuchten die Sufis, die sich vor allem auf die spirituelle Dimension der Wahrheit Muhammads konzentrierten, vor allem, auf das Wesen des Menschen, die wahre Beschaffenheit der Existenz und die innere Dynamik von Mensch und Kosmos hinzuweisen. Dies taten sie, indem sie ihre Aufmerksamkeit derjenigen Realität der Dinge schenkten, die unterhalb und jenseits ihrer äußeren Dimen-sion liegen. Sie ergänzten die Korankom-mentare, die Berichte der Traditionalisten und die Beweisführung der Rechtsgelehrten um ihre Askese, ihre Spiritualität, ihre Selbstreini-gung und - auf einen Nenner gebracht - um ihre Erfahrung in der Ausübung der Religion. So entwickelten die Sufimeister ihre eigenen Wege. Das islamische spirituelle Leben, basierend auf den Handlungen des Geistes wie z. B. Askese, regelmäßige Verehrung, Unterlassung von allen großen und kleinen Sünden, Aufrichtigkeit und lautere Absicht, Liebe, Sehnsucht und das Eingeständnis der grundlegenden Hilflosigkeit und Unvollkom-menheit, wurden zu den Hauptthemen einer neuen Wissenschaft, die sich tasawwuf, Sufismus, nannte und ihre eigenen Methoden, Prinzipien, Bestimmungen und Kategorien besaß. Auch wenn sich im Laufe der Zeit einige Meinungsverschiedenheiten unter den Orden ergaben, die später gegründet wurden, lässt sich festhalten, dass das Hauptanliegen dieser Wissenschaft die Essenz der Weisheit Muhammads ist.

Leider wurden Sharia und Sufismus gelegentlich als einander gegensätzlich beschrieben, obwohl sie doch nur zwei unterschiedliche Aspekte einer einzigen Wahrheit sind. Der Sufismus ist faktisch die Seele der Sharia, er beinhaltet Genügsamkeit, Selbst-kontrolle und -kritik, regelmäßiges Beten, permanenten Kampf, den Versuchungen des Teufels und dem fleischlichen, zu Bösem verleitenden Ich zu widerstehen, Erfüllung religiöser Pflichten etc.. Während es als exoterisch galt, der Sharia Priorität einzuräumen und sich somit auf die äußeren Dimensionen der Religion zu beschränken, wurden die Anhänger des tasawwuf als reine Esoteriker bezeichnet. Diese Diskriminierung entsteht teilweise aus der Behauptung, die Gebote der Sharia würden durch Rechtsgelehrte und Muftis (islamische Gesetzeskundige) reprä-sentiert, die Prinzipien des tasawwuf dagegen durch die Sufis. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass der Mensch immer dazu neigt, dem, was seinem Temperament und seinen Fähigkeiten am meisten entspricht, den Vorzug zu geben.

So wie aber Rechtsgelehrte, Traditionalisten und Koraninterpreten bedeutende Werke schufen, die auf Koran und Sunna basierten, und Methoden folgten, die auf die Zeit des Propheten und seiner Anhänger zurück gingen, stellten auch die Sufis Werke über Genügsamkeit, spirituellen Kampf gegen fleischliche Begierden und Versuchungen, Geisteszustände und spirituelle Stationen zusammen, die auf den gleichen Quellen basierten, die sie jedoch zusätzlich noch mit ihren eigenen spirituellen Erfahrungen, mit Liebe, Eifer und Begeisterung ergänzten. Auf diese Weise versuchten sie, diejenigen zu erreichen und für ihren Weg und den spirituellen Aspekt des religiösen Lebens zu gewinnen, die der äußeren Dimension der Religion und der ausschließlichen Reflexion über diese verhaftet sind.

Sowohl die Sufis als auch die Gelehrten, die dafür kritisiert wurden, sich nur auf die äußeren Aspekte der Religion zu beschränken, waren im Allgemeinen bemüht, sich an die Göttlichen Pflichten und Verbote zu halten. Trotzdem führten extreme Ansichten auf beiden Seiten zu Unstimmigkeiten zwischen den zwei Parteien. Tatsächlich gab es aber keine wesentlichen Gegensätze; es sollte auch nicht als Indiz für einen Streit gelten, dass unterschiedliche Aspekte und Elemente der Religion unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt und präsentiert wurden. Ganz sicher kann man nicht von einer Unstimmigkeit sprechen, wenn sich die Rechtsprechung mit den Dingen des täglichen Lebens, der Verehrung und mit der Frage, wie sich das individuelle und gesellschaftliche Leben regulieren lässt, beschäftigt, und der Sufismus seinerseits den Menschen anleitet, sein Leben durch Selbstreinigung und spirituelles Training auf einer höheren Ebene der Spiritualität zu leben. Sufismus und Rechts-prechung sind in Wirklichkeit zwei Fakultäten einer einzigen Universität, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen beide Gesichter bzw. Dimensionen der Sharia vorzustellen und ihnen zu helfen, sie in ihrem Leben zu praktizieren. Eine dieser Fakultäten kann nicht ohne die andere existieren. Die eine lehrt uns, die vorgeschriebenen Gebete zu verrichten, die für das Gebet vorschrifts-gemäße Reinigung durchzuführen, zu fasten, die obligatorischen Almosen zu geben und das tägliche Leben - vom Einkauf bis zur Hochzeit - zu regulieren usw.. Die andere konzentriert sich auf die Bedeutung dieser und anderer Verehrungspraktiken, sie teilt uns mit, wie die Verehrung zu einer unverzichtbaren Dimension der menschlichen Existenz werden kann und wie der Mensch in den Rang eines universellen, vollkommen Wesens - den Rang wahrer Menschlichkeit - erhoben werden kann. Daher dürfen beide Disziplinen nicht vernachlässigt werden.

Obwohl einige angebliche Sufis in ihrer Unverschämtheit so weit gingen, religiöse Gelehrte als Zeremonienmeister' oder Exoteriker' zu bezeichnen, haben sich die wahren, vollkommenen Sufis immer auf die Hauptprinzipien der Sharia verlassen und ihre Vorstellungen auf das Buch, den Koran, und auf die Sunna gegründet; ihre Methoden haben sie stets aus diesen Hauptquellen des Islam abgeleitet. Die folgenden Werke z. B. gehören zu den wertvollen Quellen, in denen das Thema Sufismus in Übereinstimmung mit dem Buch und der Sunna behandelt wird:
Wasaya (Ratschläge), Riaya (Beachtung von Regeln) von al-Muhasibi, al-Taarruf li-Madhhabi ahl al-Tasawwuf (Einführung in die Schule der Sufis) von Kalabazi, al-Luma (Das Schimmern) von at-Tusi, Qaut al-Qulub (Die Nahrung des Herzens) von Abu Talib al-Makki und al-Risala (Die Abhandlung) von al-Qushairi.

Diesen großen Autoren folgte Imam al-Ghazali, der Verfasser des berühmten Werkes Ihyaal-Ulum al-Din (Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) mit seinem Werk Hujjat al-Islam. Er unterzog alle Begriffe, Prinzipien und Regeln des tasawwuf einer Revision, bestätigte diejenigen, die von den Sufimeistern allgemein akzeptiert waren und kritisierte andere. Er wiedervereinigte einmal mehr beide Disziplinen - die innere und die äußere Dimension des Islam oder den Tasawwuf und die Rechtsprechung. Die Sufimeister nach ihm präsentierten den Sufismus als eine der religiösen Wissenschaften bzw. als eine deren Dimensionen und setzten sich für eine Verständigung mit den Gelehrten der Zeremonien' ein. Darüber hinaus gelang es ihnen, einigen Themen wie z.B. den unterschiedlichen Geisteszuständen, Gewissheit und Überzeugung, Aufrichtigkeit und Moral, mit denen sich der tasawwuf eingehend beschäftigt, Eingang in die Curricula der madrasat (singl.: madrasa) zu verschaffen - der Institutionen, in denen die religiösen Wissenschaften gelehrt werden.

Auch wenn sich der Sufismus vor allem auf die innere Dimension des Menschen konzentriert, die religiösen Gebote auf ihre Bedeutungen und Auswirkungen auf Seele und Herz des Menschen untersucht und somit abstrakt ist, widerspricht er keineswegs irgendeinem islamischen Weg, der auf dem Koran und der Sunna basiert. Seine Quelle liegt wie die anderer religiöser Wissen-schaften auch im Koran, in der Sunna und in den Schlüssen, die die aufrichtigen Gelehrten der Frühzeit des Islam aus diesen beiden Quellen zogen - dem ijtihad. Der Sufismus legt Wert auf Wissen, Wissen um Gott, Gewissheit, Aufrichtigkeit, vollkommene Frömmigkeit und andere, ähnlich grundlegende Eigenschaften.

Nur weil wir tasawwuf mit unterschiedlichen Titeln wie Wissenschaft der esoterischen Wahrheiten oder Mysterien', Wissenschaft der spirituellen Zustände und Stationen des Menschen' und Wissenschaft der Einweihung' definieren, heißt das noch lange nicht, dass er sich von anderen religiösen Wissenschaften gänzlich unterscheidet. Solche Definitionen ergaben sich aus den jahrhundertelangen Erfahrungen von unterschiedlichsten Menschen mit der Sharia. Die Standpunkte der Sufis und die Vorstellungen und Schlussfolgerungen der Shariagelehrten als grundverschieden zu bezeichnen, bedeutet eine Verzerrung der Tatsachen. Natürlich ist es nicht zu leugnen, dass einige Sufis fanatisch an ihren eigenen Wegen festhielten, was auch für einige religiöse Gelehrte (Rechtsgelehrte, Tradition-isten und Koraninterpreten) gilt, die sich auf die äußere Dimension ihrer Religion beschränkten; diejenigen, die dem mittleren geraden Weg folgten, waren jedoch immer in der Mehrheit. Aus einigen unpassenden Gedanken und Worten, die von einigen wenigen Rechtsgelehrten und Sufis gegen die jeweils anderen ins Feld geführt wurden, sollte man nicht schließen, dass es grundsätzliche Unstimmigkeiten zwischen diesen beiden Gruppen gäbe. Verglichen mit der Zahl derer, die stets auf der Seite von Toleranz und Übereinstimmung standen, nimmt sich die Zahl derjenigen, die einen Konflikt verursacht oder sich an einem solchen beteiligt haben, äußerst gering aus. Dieses Verhältnis entspricht dem natürlichen Zustand, denn die Rechtsgelehrten finden genau wie die Sufis auch ihre Grundprinzipien in Koran und Sunna.

Dazu kommt, dass die Prioritäten des tasawwuf sich niemals von denen der Rechtsprechung unterschieden haben. Beide Disziplinen oder Wege haben immer die Bedeutung von Glauben, guten Taten und gutem Verhalten betont. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Sufis mehr Wert als die Rechtsgelehrten auf die Reinigung des Ichs legten, sich mehr auf die Bedeutung und eine Vervielfältigung ihrer guten Taten sowie auf die Erlangung einer höheren Ebene der guten Moral konzentrierten; denn mit ihrer Hilfe sollte das Bewusstsein des Menschen im Wissen um Gott erwachen und der Mensch einen Weg einschlagen, der zu der erforderlichen Aufrichtigkeit in der Praxis der Religion führe und Gottes Wohlgefallen hervorrufe. Wenn es dem Menschen gelingt, sich durch diese Tugenden einen anderen Charakter anzueig-nen (ein anderes Herz - spirituellen Verstand - inmitten des alten Herzens, tieferes Wissen um Gott und eine andere Sprache', um den Namen Gottes auszusprechen), kann er allen Geboten die die Sharia vorsieht, in einem tieferen Bewusstsein um seine Dienerschaft entsprechen. Er wird sie dann gern und mit größerer Leidenschaft erfüllen.

Durch den tasawwuf übt sich der Mensch in Spiritualität. Durch seinen Kampf mit sich selbst, durch Einsamkeit oder Zurückgezo-genheit, Anrufung, Selbstkontrolle und Selbstkritik zerreißen die Fesseln der inneren Dimension seiner Existenz; der Mensch ist mehr denn je von allen größeren und kleineren Prinzipien seines Glaubens überzeugt.

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11. Juli 2005 um 11:24
In Antwort auf said167

Der Ursprung des Sufismus
Der Ursprung des Sufismus
Die Geschichte der islamischen religiösen Wissenschaften klärt uns darüber auf, dass die religiösen Gebote in der Frühzeit des Islam noch nicht schriftlich fixiert wurden. Die Praxis und die mündliche Verbreitung ...

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Die Geschichte der islamischen religiösen Wissenschaften klärt uns darüber auf, dass die religiösen Gebote in der Frühzeit des Islam noch nicht schriftlich fixiert wurden. Die Praxis und die mündliche Verbreitung dieser Gebote, die sich auf Glauben, Verehrung und das tägliche Leben beziehen, machten es dem Menschen leicht, sie auswendig zu lernen. Daher konnten sie später dann auch problemlos in Buchform zusammen gefasst werden. Was auswendig gelernt und praktiziert wurde, wurde auf Papier aufgezeichnet und geordnet. Weil die hier zur Diskussion stehenden religiösen Gebote die lebenswichtigen Angelegenheiten des individuellen wie auch des gesellschaft-lichen islamischen Lebens beinhalteten, räumten ihnen die Gelehrten Priorität ein, trugen sie zusammen und veröffentlichten sie als Bücher. Rechtsgelehrte sammelten und kodifizierten das islamische Recht und die Bestimmungen und Prinzipien, die sich auf alle Gebiete des Lebens beziehen. Die Traditionalisten (muhaddithun) begründeten die Prophetentra-dition und den islamischen 'way of life' und bewahrten sie ebenfalls in Büchern; Theologen wandten sich den Angelegenheiten rund um den Glauben der Muslime zu, und die Koraninterpreten widmeten sich dem Studium der Bedeutung des Koran mitsamt denjenigen Themen, die später als koranische Wissenschaften bezeichnet werden sollten. In diesen Bereich fallen naskh (Abschaffung eines Gesetzes), inzal (die Hinabsendung des ganzen Koran in einem Stück), tanzil (die Hinabsendung des Koran durch Gott in mehreren Teilen bei verschiedenen Gelegenheiten), qiraat (Rezitation des Koran), tawil (Exegese), etc.. Dank dieser allgemein anerkannten Bestrebungen wurden die Wahrheiten des Islam und all seiner Prinzipien so gefestigt, dass keine Zweifel an ihrer Authentizität aufkommen konnten.
Während all diese Arbeiten in den Bereichen der religiösen Wissenschaften im Wesentlichen auf die Rechtsprechung, Tradition (hadith), Theologie und Koraninterpretation gründen, versuchten die Sufis, die sich vor allem auf die spirituelle Dimension der Wahrheit Muhammads konzentrierten, vor allem, auf das Wesen des Menschen, die wahre Beschaffenheit der Existenz und die innere Dynamik von Mensch und Kosmos hinzuweisen. Dies taten sie, indem sie ihre Aufmerksamkeit derjenigen Realität der Dinge schenkten, die unterhalb und jenseits ihrer äußeren Dimen-sion liegen. Sie ergänzten die Korankom-mentare, die Berichte der Traditionalisten und die Beweisführung der Rechtsgelehrten um ihre Askese, ihre Spiritualität, ihre Selbstreini-gung und - auf einen Nenner gebracht - um ihre Erfahrung in der Ausübung der Religion. So entwickelten die Sufimeister ihre eigenen Wege. Das islamische spirituelle Leben, basierend auf den Handlungen des Geistes wie z. B. Askese, regelmäßige Verehrung, Unterlassung von allen großen und kleinen Sünden, Aufrichtigkeit und lautere Absicht, Liebe, Sehnsucht und das Eingeständnis der grundlegenden Hilflosigkeit und Unvollkom-menheit, wurden zu den Hauptthemen einer neuen Wissenschaft, die sich tasawwuf, Sufismus, nannte und ihre eigenen Methoden, Prinzipien, Bestimmungen und Kategorien besaß. Auch wenn sich im Laufe der Zeit einige Meinungsverschiedenheiten unter den Orden ergaben, die später gegründet wurden, lässt sich festhalten, dass das Hauptanliegen dieser Wissenschaft die Essenz der Weisheit Muhammads ist.

Leider wurden Sharia und Sufismus gelegentlich als einander gegensätzlich beschrieben, obwohl sie doch nur zwei unterschiedliche Aspekte einer einzigen Wahrheit sind. Der Sufismus ist faktisch die Seele der Sharia, er beinhaltet Genügsamkeit, Selbst-kontrolle und -kritik, regelmäßiges Beten, permanenten Kampf, den Versuchungen des Teufels und dem fleischlichen, zu Bösem verleitenden Ich zu widerstehen, Erfüllung religiöser Pflichten etc.. Während es als exoterisch galt, der Sharia Priorität einzuräumen und sich somit auf die äußeren Dimensionen der Religion zu beschränken, wurden die Anhänger des tasawwuf als reine Esoteriker bezeichnet. Diese Diskriminierung entsteht teilweise aus der Behauptung, die Gebote der Sharia würden durch Rechtsgelehrte und Muftis (islamische Gesetzeskundige) reprä-sentiert, die Prinzipien des tasawwuf dagegen durch die Sufis. Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass der Mensch immer dazu neigt, dem, was seinem Temperament und seinen Fähigkeiten am meisten entspricht, den Vorzug zu geben.

So wie aber Rechtsgelehrte, Traditionalisten und Koraninterpreten bedeutende Werke schufen, die auf Koran und Sunna basierten, und Methoden folgten, die auf die Zeit des Propheten und seiner Anhänger zurück gingen, stellten auch die Sufis Werke über Genügsamkeit, spirituellen Kampf gegen fleischliche Begierden und Versuchungen, Geisteszustände und spirituelle Stationen zusammen, die auf den gleichen Quellen basierten, die sie jedoch zusätzlich noch mit ihren eigenen spirituellen Erfahrungen, mit Liebe, Eifer und Begeisterung ergänzten. Auf diese Weise versuchten sie, diejenigen zu erreichen und für ihren Weg und den spirituellen Aspekt des religiösen Lebens zu gewinnen, die der äußeren Dimension der Religion und der ausschließlichen Reflexion über diese verhaftet sind.

Sowohl die Sufis als auch die Gelehrten, die dafür kritisiert wurden, sich nur auf die äußeren Aspekte der Religion zu beschränken, waren im Allgemeinen bemüht, sich an die Göttlichen Pflichten und Verbote zu halten. Trotzdem führten extreme Ansichten auf beiden Seiten zu Unstimmigkeiten zwischen den zwei Parteien. Tatsächlich gab es aber keine wesentlichen Gegensätze; es sollte auch nicht als Indiz für einen Streit gelten, dass unterschiedliche Aspekte und Elemente der Religion unter verschiedenen Bezeichnungen gehandelt und präsentiert wurden. Ganz sicher kann man nicht von einer Unstimmigkeit sprechen, wenn sich die Rechtsprechung mit den Dingen des täglichen Lebens, der Verehrung und mit der Frage, wie sich das individuelle und gesellschaftliche Leben regulieren lässt, beschäftigt, und der Sufismus seinerseits den Menschen anleitet, sein Leben durch Selbstreinigung und spirituelles Training auf einer höheren Ebene der Spiritualität zu leben. Sufismus und Rechts-prechung sind in Wirklichkeit zwei Fakultäten einer einzigen Universität, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Menschen beide Gesichter bzw. Dimensionen der Sharia vorzustellen und ihnen zu helfen, sie in ihrem Leben zu praktizieren. Eine dieser Fakultäten kann nicht ohne die andere existieren. Die eine lehrt uns, die vorgeschriebenen Gebete zu verrichten, die für das Gebet vorschrifts-gemäße Reinigung durchzuführen, zu fasten, die obligatorischen Almosen zu geben und das tägliche Leben - vom Einkauf bis zur Hochzeit - zu regulieren usw.. Die andere konzentriert sich auf die Bedeutung dieser und anderer Verehrungspraktiken, sie teilt uns mit, wie die Verehrung zu einer unverzichtbaren Dimension der menschlichen Existenz werden kann und wie der Mensch in den Rang eines universellen, vollkommen Wesens - den Rang wahrer Menschlichkeit - erhoben werden kann. Daher dürfen beide Disziplinen nicht vernachlässigt werden.

Obwohl einige angebliche Sufis in ihrer Unverschämtheit so weit gingen, religiöse Gelehrte als Zeremonienmeister' oder Exoteriker' zu bezeichnen, haben sich die wahren, vollkommenen Sufis immer auf die Hauptprinzipien der Sharia verlassen und ihre Vorstellungen auf das Buch, den Koran, und auf die Sunna gegründet; ihre Methoden haben sie stets aus diesen Hauptquellen des Islam abgeleitet. Die folgenden Werke z. B. gehören zu den wertvollen Quellen, in denen das Thema Sufismus in Übereinstimmung mit dem Buch und der Sunna behandelt wird:
Wasaya (Ratschläge), Riaya (Beachtung von Regeln) von al-Muhasibi, al-Taarruf li-Madhhabi ahl al-Tasawwuf (Einführung in die Schule der Sufis) von Kalabazi, al-Luma (Das Schimmern) von at-Tusi, Qaut al-Qulub (Die Nahrung des Herzens) von Abu Talib al-Makki und al-Risala (Die Abhandlung) von al-Qushairi.

Diesen großen Autoren folgte Imam al-Ghazali, der Verfasser des berühmten Werkes Ihyaal-Ulum al-Din (Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften) mit seinem Werk Hujjat al-Islam. Er unterzog alle Begriffe, Prinzipien und Regeln des tasawwuf einer Revision, bestätigte diejenigen, die von den Sufimeistern allgemein akzeptiert waren und kritisierte andere. Er wiedervereinigte einmal mehr beide Disziplinen - die innere und die äußere Dimension des Islam oder den Tasawwuf und die Rechtsprechung. Die Sufimeister nach ihm präsentierten den Sufismus als eine der religiösen Wissenschaften bzw. als eine deren Dimensionen und setzten sich für eine Verständigung mit den Gelehrten der Zeremonien' ein. Darüber hinaus gelang es ihnen, einigen Themen wie z.B. den unterschiedlichen Geisteszuständen, Gewissheit und Überzeugung, Aufrichtigkeit und Moral, mit denen sich der tasawwuf eingehend beschäftigt, Eingang in die Curricula der madrasat (singl.: madrasa) zu verschaffen - der Institutionen, in denen die religiösen Wissenschaften gelehrt werden.

Auch wenn sich der Sufismus vor allem auf die innere Dimension des Menschen konzentriert, die religiösen Gebote auf ihre Bedeutungen und Auswirkungen auf Seele und Herz des Menschen untersucht und somit abstrakt ist, widerspricht er keineswegs irgendeinem islamischen Weg, der auf dem Koran und der Sunna basiert. Seine Quelle liegt wie die anderer religiöser Wissen-schaften auch im Koran, in der Sunna und in den Schlüssen, die die aufrichtigen Gelehrten der Frühzeit des Islam aus diesen beiden Quellen zogen - dem ijtihad. Der Sufismus legt Wert auf Wissen, Wissen um Gott, Gewissheit, Aufrichtigkeit, vollkommene Frömmigkeit und andere, ähnlich grundlegende Eigenschaften.

Nur weil wir tasawwuf mit unterschiedlichen Titeln wie Wissenschaft der esoterischen Wahrheiten oder Mysterien', Wissenschaft der spirituellen Zustände und Stationen des Menschen' und Wissenschaft der Einweihung' definieren, heißt das noch lange nicht, dass er sich von anderen religiösen Wissenschaften gänzlich unterscheidet. Solche Definitionen ergaben sich aus den jahrhundertelangen Erfahrungen von unterschiedlichsten Menschen mit der Sharia. Die Standpunkte der Sufis und die Vorstellungen und Schlussfolgerungen der Shariagelehrten als grundverschieden zu bezeichnen, bedeutet eine Verzerrung der Tatsachen. Natürlich ist es nicht zu leugnen, dass einige Sufis fanatisch an ihren eigenen Wegen festhielten, was auch für einige religiöse Gelehrte (Rechtsgelehrte, Tradition-isten und Koraninterpreten) gilt, die sich auf die äußere Dimension ihrer Religion beschränkten; diejenigen, die dem mittleren geraden Weg folgten, waren jedoch immer in der Mehrheit. Aus einigen unpassenden Gedanken und Worten, die von einigen wenigen Rechtsgelehrten und Sufis gegen die jeweils anderen ins Feld geführt wurden, sollte man nicht schließen, dass es grundsätzliche Unstimmigkeiten zwischen diesen beiden Gruppen gäbe. Verglichen mit der Zahl derer, die stets auf der Seite von Toleranz und Übereinstimmung standen, nimmt sich die Zahl derjenigen, die einen Konflikt verursacht oder sich an einem solchen beteiligt haben, äußerst gering aus. Dieses Verhältnis entspricht dem natürlichen Zustand, denn die Rechtsgelehrten finden genau wie die Sufis auch ihre Grundprinzipien in Koran und Sunna.

Dazu kommt, dass die Prioritäten des tasawwuf sich niemals von denen der Rechtsprechung unterschieden haben. Beide Disziplinen oder Wege haben immer die Bedeutung von Glauben, guten Taten und gutem Verhalten betont. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Sufis mehr Wert als die Rechtsgelehrten auf die Reinigung des Ichs legten, sich mehr auf die Bedeutung und eine Vervielfältigung ihrer guten Taten sowie auf die Erlangung einer höheren Ebene der guten Moral konzentrierten; denn mit ihrer Hilfe sollte das Bewusstsein des Menschen im Wissen um Gott erwachen und der Mensch einen Weg einschlagen, der zu der erforderlichen Aufrichtigkeit in der Praxis der Religion führe und Gottes Wohlgefallen hervorrufe. Wenn es dem Menschen gelingt, sich durch diese Tugenden einen anderen Charakter anzueig-nen (ein anderes Herz - spirituellen Verstand - inmitten des alten Herzens, tieferes Wissen um Gott und eine andere Sprache', um den Namen Gottes auszusprechen), kann er allen Geboten die die Sharia vorsieht, in einem tieferen Bewusstsein um seine Dienerschaft entsprechen. Er wird sie dann gern und mit größerer Leidenschaft erfüllen.

Durch den tasawwuf übt sich der Mensch in Spiritualität. Durch seinen Kampf mit sich selbst, durch Einsamkeit oder Zurückgezo-genheit, Anrufung, Selbstkontrolle und Selbstkritik zerreißen die Fesseln der inneren Dimension seiner Existenz; der Mensch ist mehr denn je von allen größeren und kleineren Prinzipien seines Glaubens überzeugt.

Was ist ein Sofi bzw. Sufi ?
Was ist ein Sofi bzw. Sufi ?
Wir möchten uns nun mit der Frage beschäftigen, was eigentlich ein Sufi (bzw. Sofi) ist. Was unterscheidet ihn von anderen Menschen, was charakterisiert seine Beziehung zu Gott ?

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Sofi ist ein Begriff, der auf die Anhänger des tasawwuf (des Sufismus) verwendet wird (vor allem benutzen ihn die Persisch und Türkisch sprechenden Menschen). Anderen zufolge lautet die richtige Aussprache Sufi. Ich denke, dass sich der Unterschied aus den verschiedenen Ansichten zum Ursprung dieses Wortes ergibt. Wer meint, das Wort leite sich von sof (Wolle), safa (spirituelles Vergnügen, Heiterkeit), safwat (Reinheit) oder sophos (einem griechischen Wort für Weisheit) ab oder impliziere Hingebung, bevorzugt das Wort Sofi. Andere, die der Ansicht sind, das Wort stamme von suffa (Zimmer), und betonen, dass es nicht mit sofu (religiöser Eiferer) verwechselt werden dürfe, gebrauchen das Wort Sufi.
Der Begriff Sofi wurde auf verschiedene Art und Weise definiert; einige dieser Definitionen möchte ich hier aufzählen:

* Ein Sofi ist ein Reisender zu Gott, der es geschafft hat, sein Ich zu reinigen, der inneres Licht und spirituelle Aufklärung erlangt hat.

* Ein Sofi ist ein demütiger Soldat Gottes, den der Allmächtige für Sich ausgewählt und vom Einfluss seines fleischlichen, boshaften Ichs befreit hat.

* Ein Sofi ist ein Reisender zur Wahrheit Muhammads, der, nicht um aufzufallen, sondern als Zeichen von Würde und Besitzlosigkeit, einen einfachen Umhang trägt und der Welt als Quell von Untugend und fleisch-lichen Gelüsten entsagt. Sofis tragen einen einfachen Umhang aus Wolle und werden deshalb mutasawwif (pl. mutasawwifun) genannt, um ihre gesellschaftliche Stellung, ihren Glauben, ihre Haltung und ihren Lebensweg nachdrücklich zu betonen. Das Tragen eines einfachen wollenen Umhangs war nämlich auch für den Propheten, seine Gefährten und andere Menschen mit aufrichtiger Gesinnung typisch.

* Ein Sofi ist ein Reisender zum Gipfel der wahren Menschlichkeit, der sich von der fleischlichen Verworrenheit und allen Arten menschlichen Schmutzes befreit hat, um seine essenzielle göttliche Natur und Identität zu verwirklichen.

* Ein Sofi ist ein Mensch, der es verdient hat, Sofi genannt zu werden, da er versucht, den Menschen der suffa - den armen gelehrten Anhängern des Propheten, die in einer Kammer lebten, welche an die Moschee des Propheten grenzte - zu ähneln, indem er sein Leben dem Ziel widmet, sich diesen Namen zu verdienen.

Es gibt auch solche, die der Meinung sind, das Wort Sofi würde sich von saf (rein) ableiten. Obwohl die lobenswerten Bemühungen der Sofis, Gott zu erfreuen, ihm unablässig zu dienen und ihre Herzen auf Gott zu rich-ten, ausreichen würden, um sie als reine Menschen zu bezeichnen, ist es doch grammatikalisch unzulässig anzunehmen, Sofi wäre eine Ableitung von saf. Darüber hinaus existiert auch die Ansicht, Sofi käme von dem griechischen Wort sophia oder sophos, das Weisheit bedeutet. Ich denke aber, dass dies eine Erfindung ausländischer Forscher ist, die es lieber sähen, einen ausländischen Ursprung des Wortes tasawwuf aufspüren zu können.

Der erste Mensch, der in der islamischen Geschichte Sofi genannt wurde, ist Abu Hashim al-Kufi, ein großer Asket seiner Zeit. Abu Hashim starb im Jahre 150 nach der Hidschra (im Jahre 622), das heißt, das Wort Sofi wurde bereits im zweiten Jahrhundert nach der Hidschra der Generation der Gefährten des Propheten und ihrer gesegneten Nachfolger verwandt.

Der Sufismus, der uns in der islamischen Geschichte erstmals in Gestalt des Abu Hashim al-Kufi begegnete, schien ein Weg spiritueller Menschen sein, die den Schritten unseres Propheten, Friede und Segen seien mit ihm, und seinen Gefährten in ihrem Lebensstil folgten. Darum wurde der Sufismus immer wieder als spirituelle Dimension des Islam bezeichnet. Sein ursprünglicher Zweck bestand darin, die Menschen zu erziehen, ihre Herzen auf Gott auszurichten und von der Liebe zu Ihm entflammt zu sein. Er konzentrierte sich, ganz dem Vorbild des Propheten folgend, auf gute Moral und Wohlverhalten. Zwar mag mit einiger Berechtigung darauf hingewiesen werden, dass im Laufe der Zeit einige Abweichungen auftra-ten, diese sollten aber nicht als eine Rechtfertigung dafür benutzt werden, den Weg spiritueller Reinheit ganz zu verurteilen.

Der Mystiker Imam Qushayri (+1074) beschreibt die Sufis, die ein spiri-tuelles Leben führen so:

Der bedeutendste Titel im Islam ist der eines Gefährten des Propheten, Friede und Segen seien mit ihm. Dies ist eine so große Ehrung, dass sie ausschließlich den Gefährten zuteil werden kann. Die zweitgrößte Ehrung ist den Tabiun vorbehalten, denen, die den Gefährten nachfolgten und sie noch mit eigenen Augen sahen. Die Taba-i Tabiun sind diejenigen, die diese Tabiun noch kennen lernten. Direkt nach dem Tode dieser dritten Generation, zufällig zeitlich übereinstimmend mit dem Ausbruch einiger interner Konflikte und Glaubensabweichungen, entwickelten die Sufis wichtige Fertigkeiten in der Wiederbelebung des spirituellen Aspektes des Islam. Sie standen damit auf einer Stufe mit den Traditionalisten, den Rechtswissenschaftlern und den Theologen, die dem Islam - jeder auf seinem Fachgebiet - große Dienste erwiesen.

Vor allem die frühen Sufis waren ausgezeichnete rechtschaffene Menschen. Sie führten ein aufrechtes, ehrenhaftes, genügsames und einfaches Leben, frei von jeglichen Makeln; weit davon entfernt, körperliches Glück und die Befriedigung fleischlicher Gelüste zu suchen, folgten sie dem Vorbild des Propheten. Sie waren in ihrem Glauben und Denken so ausgeglichen, dass man sie nicht als Anhänger von alten Philosophen, christlichen Mystikern oder hinduistischen Fakiren betrachten kann. Denn tasawwuf wurde von seinen frühen Anhängern und Repräsentanten zu allererst als Wissenschaft von der inneren Welt des Menschen, der Realität der Dinge und der Mysterien der Existenz bezeichnet. Ein Sofi war ein Student dieser Wissenschaft, der den höchsten Rang eines universellen oder vollkommenen Menschen anstrebt.

Tasawwuf ist eine lange Reise, die zum Unendlichen Einen führt und nicht enden wollende Bemühungen erfordert. Er ist ein Marathon, der gelaufen wird, ohne je anzuhalten - mit unnachgiebiger Entschlossenheit und ohne irgendeinen weltlichen Nutzen zu erwarten. Er hat nichts mit westlichen oder östlichen Arten von Mystizismus, Yoga oder Philosophien gemein. Ein Sofi, der entschlossen ist, diesen Marathon zu laufen und den Unendlichen Einen zu erreichen, ist weder ein Mystiker, noch ein Yogi oder ein Philosoph.

Zwar ist es wirklich so, dass einige Hindus und griechische Philosophen einem Weg folgten, der zur Selbstreinigung führte, und dass sie die fleisch-lichen Gelüste und die weltlichen Reize bekämpften; der Weg, dem diese nacheiferten unterscheidet sich jedoch völlig vom tasawwuf. Während sich die Sofis nämlich vor allem durch Anrufung, regelmäßige Verehrung, größtmöglichen Gehorsam Gottes und Würde selbst zu reinigen suchten und bis zum Tod auf ihrem Weg voran schritten, beachteten die alten Philosophen nicht selten nur wenige dieser Regeln oder Handlungen. Ihre Selbstreinigung - falls man davon überhaupt sprechen kann - rief in ihnen oft Überheblichkeit und Arroganz hervor, nicht aber Würde und Selbstkritik.

Die Sofis lassen sich hinsichtlich ihres Weges in zwei Kategorien einteilen:

* Die erste Kategorie beinhaltet diejenigen, die dem Wissen Priorität einräumen und versuchen, ihrer Bestimmung durch das Wissen um Gott (marifa) gerecht zu werden.

* Die zweite Kategorie besteht aus Menschen, die dem Weg der Sehnsucht, der spirituellen Ekstase und der spirituellen Entdeckungen folgen.

Sofis der ersten Kategorie bringen ihr Leben damit zu, sich ununterbrochen auf einer Reise zu Gott zu befinden, auf der sie sich in Gott und durch Gott weiter entwickeln. Sie reisen auf den Flügeln des Wissens und des Wissens um Gott und bemühen sich zu erfahren, was der Satz Es gibt keine Kraft und keine Stärke außer durch Gott bedeutet. Jede Wandlung, jede Veränderung, jede Gestaltung und Umgestaltung, die sie in der Existenz wahrnehmen, jedes Ereignis, dessen Zeuge sie werden oder das sie selbst erleben, ist wie eine verständliche Botschaft der Kraft Gottes und des Willens Gottes, die aber in vielen verschiedenen Zungen ausgedrückt wird.

Für die Sufis der zweiten Kategorie gilt, dass sie gelegentlich von ihrer eigentlichen Bestimmung abweichen und es nicht schaffen zu Gott, dem Allmächtigen, zu gelangen. Obwohl sie ihre Reise und ihre Askese durch-aus ernsthaft betreiben, ist dies darauf zurückzuführen, dass sie verborgene Realitäten und Wahrheiten oder Wundertaten entdecken wollen und spirituelles Vergnügen und Ekstase anstreben. Obwohl auch dieser zweite Weg durch Koran und Sunna legitimiert ist, kann er einige Eingeweihte dazu verführen, an gewissen Bedürfnissen und Erwartungen festzuhalten. Zu nennen sind hier der Wunsch nach dem Erwerb eines spirituellen Ranges und die Fähigkeit zu besitzen, Wunder zu vollbringen, der Wunsch, als ein Heiliger bekannt zu sein usw.. Daher ist der erste Weg, der auch zur größten Rechtschaffenheit unter der Anleitung des Koran führt, sicherer.

Die Sufis teilen die Menschen in drei Gruppen ein:

Zur ersten Gruppe gehören diejenigen, die sie die Vollkommenen nennen und die ihre Bestimmung erreicht haben. Diese Gruppe beinhaltet zwei Untergruppen - die Propheten und diejenigen, die sich vervollkommnet haben, d.h. die dadurch zur Wahrheit gelangt sind, dass sie eben diese strikt befolgt haben. Nicht unbedingt alle, die sich vervollkommnet haben, sind gleichzeitig auch spirituelle Führer. Einige von ihnen führen keine anderen Menschen zur Wahrheit, sondern werden von den Wellen des Ozeans der Begegnung mit Gott und der Verwirrung überspült und aufgerieben. Ihre Beziehungen zur sichtbaren materiellen Welt sind erschüttert, deshalb leben sie, ohne dazu fähig zu sein, andere zu führen.

Diejenigen, die der zweiten Gruppe angehören, werden Eingeweihte genannt. Auch hier gibt es zwei Untergruppen. Die erste umfasst die, die dieser Welt vollständig entsagen und, ohne an das Jenseits zu denken, Gott, den Allmächtigen, suchen. In der zweiten Untergruppe finden sich diejenigen, deren Ziel es ist, ins Paradies einzugehen und die nicht ganz auf rechtmäßige weltliche Freuden verzichten. Sie werden Asketen, Verehrende, Arme oder Hilflose genannt.

Was die dritte Kategorie anbelangt, so nennen die Sofis deren Angehörige die sich (an der Welt) Festklammernden oder die träge Gewordenen, denn ihr einziges Ziel besteht darin, ein ruhiges, komfortab-les Leben zu führen. Diese sind böse und unglückselig, dem Koran zufolge gehören sie zur Gruppe derer, die auf der Linken stehen, die blind und taub sind und nichts verstehen.

Einige haben die drei hier genannten Kategorien auch nur in zwei Gruppen unterteilt, in die Vornehmen, die sich in die Richtung Gottes bewegen - die Menschen auf der rechten Seite, und diejenigen auf der linken Seite.

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11. Juli 2005 um 11:26
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Was ist ein Sofi bzw. Sufi ?
Was ist ein Sofi bzw. Sufi ?
Wir möchten uns nun mit der Frage beschäftigen, was eigentlich ein Sufi (bzw. Sofi) ist. Was unterscheidet ihn von anderen Menschen, was charakterisiert seine Beziehung zu Gott ?

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Sofi ist ein Begriff, der auf die Anhänger des tasawwuf (des Sufismus) verwendet wird (vor allem benutzen ihn die Persisch und Türkisch sprechenden Menschen). Anderen zufolge lautet die richtige Aussprache Sufi. Ich denke, dass sich der Unterschied aus den verschiedenen Ansichten zum Ursprung dieses Wortes ergibt. Wer meint, das Wort leite sich von sof (Wolle), safa (spirituelles Vergnügen, Heiterkeit), safwat (Reinheit) oder sophos (einem griechischen Wort für Weisheit) ab oder impliziere Hingebung, bevorzugt das Wort Sofi. Andere, die der Ansicht sind, das Wort stamme von suffa (Zimmer), und betonen, dass es nicht mit sofu (religiöser Eiferer) verwechselt werden dürfe, gebrauchen das Wort Sufi.
Der Begriff Sofi wurde auf verschiedene Art und Weise definiert; einige dieser Definitionen möchte ich hier aufzählen:

* Ein Sofi ist ein Reisender zu Gott, der es geschafft hat, sein Ich zu reinigen, der inneres Licht und spirituelle Aufklärung erlangt hat.

* Ein Sofi ist ein demütiger Soldat Gottes, den der Allmächtige für Sich ausgewählt und vom Einfluss seines fleischlichen, boshaften Ichs befreit hat.

* Ein Sofi ist ein Reisender zur Wahrheit Muhammads, der, nicht um aufzufallen, sondern als Zeichen von Würde und Besitzlosigkeit, einen einfachen Umhang trägt und der Welt als Quell von Untugend und fleisch-lichen Gelüsten entsagt. Sofis tragen einen einfachen Umhang aus Wolle und werden deshalb mutasawwif (pl. mutasawwifun) genannt, um ihre gesellschaftliche Stellung, ihren Glauben, ihre Haltung und ihren Lebensweg nachdrücklich zu betonen. Das Tragen eines einfachen wollenen Umhangs war nämlich auch für den Propheten, seine Gefährten und andere Menschen mit aufrichtiger Gesinnung typisch.

* Ein Sofi ist ein Reisender zum Gipfel der wahren Menschlichkeit, der sich von der fleischlichen Verworrenheit und allen Arten menschlichen Schmutzes befreit hat, um seine essenzielle göttliche Natur und Identität zu verwirklichen.

* Ein Sofi ist ein Mensch, der es verdient hat, Sofi genannt zu werden, da er versucht, den Menschen der suffa - den armen gelehrten Anhängern des Propheten, die in einer Kammer lebten, welche an die Moschee des Propheten grenzte - zu ähneln, indem er sein Leben dem Ziel widmet, sich diesen Namen zu verdienen.

Es gibt auch solche, die der Meinung sind, das Wort Sofi würde sich von saf (rein) ableiten. Obwohl die lobenswerten Bemühungen der Sofis, Gott zu erfreuen, ihm unablässig zu dienen und ihre Herzen auf Gott zu rich-ten, ausreichen würden, um sie als reine Menschen zu bezeichnen, ist es doch grammatikalisch unzulässig anzunehmen, Sofi wäre eine Ableitung von saf. Darüber hinaus existiert auch die Ansicht, Sofi käme von dem griechischen Wort sophia oder sophos, das Weisheit bedeutet. Ich denke aber, dass dies eine Erfindung ausländischer Forscher ist, die es lieber sähen, einen ausländischen Ursprung des Wortes tasawwuf aufspüren zu können.

Der erste Mensch, der in der islamischen Geschichte Sofi genannt wurde, ist Abu Hashim al-Kufi, ein großer Asket seiner Zeit. Abu Hashim starb im Jahre 150 nach der Hidschra (im Jahre 622), das heißt, das Wort Sofi wurde bereits im zweiten Jahrhundert nach der Hidschra der Generation der Gefährten des Propheten und ihrer gesegneten Nachfolger verwandt.

Der Sufismus, der uns in der islamischen Geschichte erstmals in Gestalt des Abu Hashim al-Kufi begegnete, schien ein Weg spiritueller Menschen sein, die den Schritten unseres Propheten, Friede und Segen seien mit ihm, und seinen Gefährten in ihrem Lebensstil folgten. Darum wurde der Sufismus immer wieder als spirituelle Dimension des Islam bezeichnet. Sein ursprünglicher Zweck bestand darin, die Menschen zu erziehen, ihre Herzen auf Gott auszurichten und von der Liebe zu Ihm entflammt zu sein. Er konzentrierte sich, ganz dem Vorbild des Propheten folgend, auf gute Moral und Wohlverhalten. Zwar mag mit einiger Berechtigung darauf hingewiesen werden, dass im Laufe der Zeit einige Abweichungen auftra-ten, diese sollten aber nicht als eine Rechtfertigung dafür benutzt werden, den Weg spiritueller Reinheit ganz zu verurteilen.

Der Mystiker Imam Qushayri (+1074) beschreibt die Sufis, die ein spiri-tuelles Leben führen so:

Der bedeutendste Titel im Islam ist der eines Gefährten des Propheten, Friede und Segen seien mit ihm. Dies ist eine so große Ehrung, dass sie ausschließlich den Gefährten zuteil werden kann. Die zweitgrößte Ehrung ist den Tabiun vorbehalten, denen, die den Gefährten nachfolgten und sie noch mit eigenen Augen sahen. Die Taba-i Tabiun sind diejenigen, die diese Tabiun noch kennen lernten. Direkt nach dem Tode dieser dritten Generation, zufällig zeitlich übereinstimmend mit dem Ausbruch einiger interner Konflikte und Glaubensabweichungen, entwickelten die Sufis wichtige Fertigkeiten in der Wiederbelebung des spirituellen Aspektes des Islam. Sie standen damit auf einer Stufe mit den Traditionalisten, den Rechtswissenschaftlern und den Theologen, die dem Islam - jeder auf seinem Fachgebiet - große Dienste erwiesen.

Vor allem die frühen Sufis waren ausgezeichnete rechtschaffene Menschen. Sie führten ein aufrechtes, ehrenhaftes, genügsames und einfaches Leben, frei von jeglichen Makeln; weit davon entfernt, körperliches Glück und die Befriedigung fleischlicher Gelüste zu suchen, folgten sie dem Vorbild des Propheten. Sie waren in ihrem Glauben und Denken so ausgeglichen, dass man sie nicht als Anhänger von alten Philosophen, christlichen Mystikern oder hinduistischen Fakiren betrachten kann. Denn tasawwuf wurde von seinen frühen Anhängern und Repräsentanten zu allererst als Wissenschaft von der inneren Welt des Menschen, der Realität der Dinge und der Mysterien der Existenz bezeichnet. Ein Sofi war ein Student dieser Wissenschaft, der den höchsten Rang eines universellen oder vollkommenen Menschen anstrebt.

Tasawwuf ist eine lange Reise, die zum Unendlichen Einen führt und nicht enden wollende Bemühungen erfordert. Er ist ein Marathon, der gelaufen wird, ohne je anzuhalten - mit unnachgiebiger Entschlossenheit und ohne irgendeinen weltlichen Nutzen zu erwarten. Er hat nichts mit westlichen oder östlichen Arten von Mystizismus, Yoga oder Philosophien gemein. Ein Sofi, der entschlossen ist, diesen Marathon zu laufen und den Unendlichen Einen zu erreichen, ist weder ein Mystiker, noch ein Yogi oder ein Philosoph.

Zwar ist es wirklich so, dass einige Hindus und griechische Philosophen einem Weg folgten, der zur Selbstreinigung führte, und dass sie die fleisch-lichen Gelüste und die weltlichen Reize bekämpften; der Weg, dem diese nacheiferten unterscheidet sich jedoch völlig vom tasawwuf. Während sich die Sofis nämlich vor allem durch Anrufung, regelmäßige Verehrung, größtmöglichen Gehorsam Gottes und Würde selbst zu reinigen suchten und bis zum Tod auf ihrem Weg voran schritten, beachteten die alten Philosophen nicht selten nur wenige dieser Regeln oder Handlungen. Ihre Selbstreinigung - falls man davon überhaupt sprechen kann - rief in ihnen oft Überheblichkeit und Arroganz hervor, nicht aber Würde und Selbstkritik.

Die Sofis lassen sich hinsichtlich ihres Weges in zwei Kategorien einteilen:

* Die erste Kategorie beinhaltet diejenigen, die dem Wissen Priorität einräumen und versuchen, ihrer Bestimmung durch das Wissen um Gott (marifa) gerecht zu werden.

* Die zweite Kategorie besteht aus Menschen, die dem Weg der Sehnsucht, der spirituellen Ekstase und der spirituellen Entdeckungen folgen.

Sofis der ersten Kategorie bringen ihr Leben damit zu, sich ununterbrochen auf einer Reise zu Gott zu befinden, auf der sie sich in Gott und durch Gott weiter entwickeln. Sie reisen auf den Flügeln des Wissens und des Wissens um Gott und bemühen sich zu erfahren, was der Satz Es gibt keine Kraft und keine Stärke außer durch Gott bedeutet. Jede Wandlung, jede Veränderung, jede Gestaltung und Umgestaltung, die sie in der Existenz wahrnehmen, jedes Ereignis, dessen Zeuge sie werden oder das sie selbst erleben, ist wie eine verständliche Botschaft der Kraft Gottes und des Willens Gottes, die aber in vielen verschiedenen Zungen ausgedrückt wird.

Für die Sufis der zweiten Kategorie gilt, dass sie gelegentlich von ihrer eigentlichen Bestimmung abweichen und es nicht schaffen zu Gott, dem Allmächtigen, zu gelangen. Obwohl sie ihre Reise und ihre Askese durch-aus ernsthaft betreiben, ist dies darauf zurückzuführen, dass sie verborgene Realitäten und Wahrheiten oder Wundertaten entdecken wollen und spirituelles Vergnügen und Ekstase anstreben. Obwohl auch dieser zweite Weg durch Koran und Sunna legitimiert ist, kann er einige Eingeweihte dazu verführen, an gewissen Bedürfnissen und Erwartungen festzuhalten. Zu nennen sind hier der Wunsch nach dem Erwerb eines spirituellen Ranges und die Fähigkeit zu besitzen, Wunder zu vollbringen, der Wunsch, als ein Heiliger bekannt zu sein usw.. Daher ist der erste Weg, der auch zur größten Rechtschaffenheit unter der Anleitung des Koran führt, sicherer.

Die Sufis teilen die Menschen in drei Gruppen ein:

Zur ersten Gruppe gehören diejenigen, die sie die Vollkommenen nennen und die ihre Bestimmung erreicht haben. Diese Gruppe beinhaltet zwei Untergruppen - die Propheten und diejenigen, die sich vervollkommnet haben, d.h. die dadurch zur Wahrheit gelangt sind, dass sie eben diese strikt befolgt haben. Nicht unbedingt alle, die sich vervollkommnet haben, sind gleichzeitig auch spirituelle Führer. Einige von ihnen führen keine anderen Menschen zur Wahrheit, sondern werden von den Wellen des Ozeans der Begegnung mit Gott und der Verwirrung überspült und aufgerieben. Ihre Beziehungen zur sichtbaren materiellen Welt sind erschüttert, deshalb leben sie, ohne dazu fähig zu sein, andere zu führen.

Diejenigen, die der zweiten Gruppe angehören, werden Eingeweihte genannt. Auch hier gibt es zwei Untergruppen. Die erste umfasst die, die dieser Welt vollständig entsagen und, ohne an das Jenseits zu denken, Gott, den Allmächtigen, suchen. In der zweiten Untergruppe finden sich diejenigen, deren Ziel es ist, ins Paradies einzugehen und die nicht ganz auf rechtmäßige weltliche Freuden verzichten. Sie werden Asketen, Verehrende, Arme oder Hilflose genannt.

Was die dritte Kategorie anbelangt, so nennen die Sofis deren Angehörige die sich (an der Welt) Festklammernden oder die träge Gewordenen, denn ihr einziges Ziel besteht darin, ein ruhiges, komfortab-les Leben zu führen. Diese sind böse und unglückselig, dem Koran zufolge gehören sie zur Gruppe derer, die auf der Linken stehen, die blind und taub sind und nichts verstehen.

Einige haben die drei hier genannten Kategorien auch nur in zwei Gruppen unterteilt, in die Vornehmen, die sich in die Richtung Gottes bewegen - die Menschen auf der rechten Seite, und diejenigen auf der linken Seite.

Tawba, Inaba und Awba
Tawba, Inaba und Awba
In dieser Folge aus der Reihe "Grundlagen des Sufismus" geht es um die Begriffe Tawba (Reue), Inaba (aufrichtige Buße) und Awba (Zuwendung zu Gott in Reue).

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(Reue, aufrichtige Buße und die Zuwendung zu Gott in Reue)
Reue (tawba) bedeutet, dass jemandem etwas Leid tut, er nun Gewissensbisse bekommt und sich dann Gott mit der neu gefassten Absicht zuwendet, bislang Vernachlässigtes nachzuholen. Islamischen Gelehrten zufolge bezeichnet Reue auch das aufrichtige Bemühen, sich davor zu schützen, dem Wesen Gottes in Gefühlen, Gedanken, Absichten und Handlungen entgegen zu treten, und Seinen Anordnungen und Verboten nachzukommen. Reue besteht nicht darin, über irgendetwas Schlechtes oder Verbotenes verärgert zu sein und es aufzugeben. Reue heißt, sich von allem, was Gott hasst und verbietet, fern zu halten, selbst wenn Gefühl und Verstand dies nicht für nötig halten. Normalerweise wird Reue in Verbindung mit dem Wort nasuh gebraucht, was wörtlich soviel heißt wie rein, aufrichtig korrigierend, verbessernd und wiederherstellend. Tawba nasuh - aufrichtige und korrigierende Reue - meint eine reine, aufrichtige Reue, die auf vollkommene Art und Weise verbessert und wiederherstellt. Dies bedeutet, dass man für das, was man zu Unrecht getan hat, aufrichtige, innige und echte Gewissensbisse fühlt und in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel für andere Menschen liefert. Der Koran verrät uns, was er unter wahrer Reue versteht: O ihr, die ihr glaubt, wendet euch in aufrichtiger Reue zu Allah. (66:8)
Drei Kategorien von Reue werden unterschieden:
a) In die erste Kategorie fällt die Reue gewöhnlicher Menschen, die nicht in der Lage sind, Gottes Wahrheiten zu erkennen. Diese Menschen sind auf Grund ihres Ungehorsams gegenüber Gott besorgt. Sie sind sich ihrer Sünden bewusst, da diese ihr Herz verdunkeln. Nun wenden sie sich Gott zu und fassen ihre Reue in Worte wie z.B.: Ich bin gestürzt oder habe eine Sünde begangen, vergib mir", oder Ich bitte Gott um Verzeihung!"

b)Diejenigen, die sich der Wahrheiten Gottes hinter den Schleiern der materiellen Existenz teilweise bewusst sind, fühlen eine innere Erregung, wenn sie sündigen. Sobald ihr Verstand oder ihr Herz auf irgendetwas stößt, was nicht mit ihrer Überzeugung vereinbar ist, dass sie sich ständig in der Allgegenwart Gottes befinden, bzw. immer dann, wenn sie sich bewusst werden, dass ihre Herzen voller Achtlosigkeit sind, leiden sie unter starken Gewissensbissen. In solchen Momenten suchen sie unverzüglich Zuflucht zur Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Ein Mensch mit diesem Grad der Aufmerksamkeit und spirituellen Wachsamkeit ist in der folgenden Tradition beschrieben:
(Gottes Gesandter erklärte Jemand, der seine Sünden aufrichtig bereut, ist, als hätte er sie niemals begangen. Wenn Gott einen Seiner Diener liebt, werden ihm seine Sünden nicht schaden. Dann rezitierte er den Vers: Ganz gewiss, Gott liebt den, der oft bereut und diejenigen, die stets danach streben, sich selbst zu reinigen. Zum Kennzeichen der Reue befragt erklärte er: Es sind die tief empfundenen Gewissensbisse. (Qushayri, ar-Risala, S. 91)

c) Diejenigen, deren Herzen aufmerksam sind und die ihr Leben so leben, wie es die Tradition Meine Augen schlafen, mein Herz jedoch nicht. (Bukhari, Tahajjud, 16; Muslim, Musafirin, 125) beschreibt, räumen alles, was zwi-schen Gott und ihre Herzen bzw. andere innere Fähigkeiten tritt, sofort beiseite und gewinnen das Bewusstsein um ihre Beziehung zum Licht der Lichter schnell zurück. Sie verkörpern unablässig die Bedeutung des Ausspruches (Er war) ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich (Allah) zu. (38:44).

Reue bedeutet, die dringend erforderliche Reinheit nach jeder spirituellen Beschädigung zurück zu gewinnen. Oft bezeichnet sie auch eine Selbsterneuerung. Die verschiedenen Stadien der Reue sind folgende:

1. Man bekommt ein schlechtes Gewissen und bedauert etwas.
2. Man fürchtet sich jedes Mal, wenn man an die Sünden denkt, die man in der Vergangenheit begangen hat.
3. Man versucht, Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen und unterstützt die Sache der Gerechtigkeit.
4. Man überprüft die eigene Verantwortlichkeit und kümmert sich um Pflichten, die man zuvor vernachlässigt hat. Man holt Versäumtes nach.
5. Man verbessert sich selbst, indem man spirituelle Mängel, die durch Abweichungen und Irrtümer entstanden sind, beseitigt.
6. Man bedauert und beklagt die Zeiten, in denen man nicht an Gott gedacht, Ihm nicht gedankt und nicht über Seine Werke nachgedacht hat. Man ist ständig besorgt und alarmiert, dass eigene Gedanken und Gefühle durch etwas, was die Beziehung zu Gott beeinträchtigen könnte, verunreinigt werden könnten. Diese letzte Eigenschaft ist nur denjenigen eigen, die sich durch extreme Nähe zu Gott auszeichnen.
Wenn ein Mensch keine Gewissensbisse, keine Reue und keinen Abscheu gegenüber den kleinen oder großen Irrtümern, die ihm unterlaufen sind, fühlt und nicht besorgt ist, dass er die gleichen Fehler zu anderer Zeit noch einmal begehen könnte, wenn er nicht im Dienst an Gott Zuflucht sucht, um sich von den Abweichungen und Irrtümern, denen er verfallen ist, indem er Gott abtrünnig wurde, zu befreien - dann wird seine Reue nicht mehr als eine Lüge sein.

Mawlana Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207-1273) sagt über die aufrichtige Reue:


Ich habe bereut und mich Gott so aufrichtig zugewandt,
dass ich (mein Reuegelübde) solange nicht brechen werde,
bis meine Seele meinen Körper verlässt.
Denn wirklich, wer sonst als ein Esel
läuft in sein Verderben,
Nachdem er (auf Grund seiner Sünden)
so viel durchgemacht hat?"
Reue ist ein Eid auf die Rechtschaffenheit. An ihr unerschütterlich fest zu halten, ist eine Heldentat, die eine ausgeprägte Willenskraft erfordert. Muhammad, der Meister all jener, die bereuen, sagt, dass jemand, der aufrichtige Reue zeigt und sie unentwegt aufrecht erhält, von gleichem Rang wie die Märtyrer ist. Die Reue von Menschen, die sich nicht von ihren Sünden und Abweichungen befreien können, obwohl sie ständig etwas bereuen, bedeutet dagegen eine Verspottung der Tür', an die sich die wahrhaft Bereuenden mit äußerster Entschiedenheit und Offenheit wenden.
Ein Mensch, der sich nicht von seinen Sünden abwendet, obwohl er behauptet, die Hölle zu fürchten, der Unrecht tut, obwohl er versichert, dass er ins Paradies gelangen möchte, der gleichgültig gegenüber dem Weg und der Praxis des Propheten ist, obwohl er geltend macht, dass er ihn doch liebt - so ein Mensch kann nicht ernsthaft und offenherzig in seinen Bemühungen sein. Es ist also schwierig, jemanden für glaubwürdig und aufrichtig zu halten, der permanent sündigt und danach bereuen möchte.

Das erste Stadium, in das ein Eingeweihter eintritt, ist die Reue, das zweite ist inaba (die aufrichtige Buße). Im täglichen Sprachgebrauch bezeichnet inaba auch die Zeremonie, die abgehalten wird, wenn ein Mensch sich einem spirituellen Führer (einem murshid) unterwirft. Während Reue das Training von Gefühlen, Gedanken und Handlungen erfordert, um aus Ablehnung Annahme und Gehorsam werden zu lassen, verlangt die aufrichtige Buße eine sorgfältige Überprüfung von Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit und Angemessenheit jener Annahme und jenes Gehorsams. Reue ist ein Fortschreiten oder eine Reise zu Gott und bedeutet, sich zu bemühen, alles, was Gott gefällt, zu tun und sich von allem, was er verbietet, fern zu halten. Aufrichtige Buße ist ein Aufstieg, der über die Stadien der Reise zu Gott hin führt. Sie bezeichnet die Anstrengung, ein aufrechtes und selbstloses Leben zu führen und sich in das Vorhaben zu vertiefen, für alles, was man tut und denkt, den Zuspruch Gottes zu erhalten. Awba (die Zuwendung zu Gott in Reue) ist ein Aufstieg über die Phasen der Reise, die von Gott zurück führt. Awba bedeutet, für die Rechtleitung anderer Menschen verantwortlich zu sein, nachdem man den islamischen Weg des Glaubens, Denkens und Handelns verinnerlicht hat.

Anders ausgedrückt: Wer aus Furcht davor, als Ungläubiger zu sterben und auf ewig verdammt zu werden, bei Gott Zuflucht sucht, zeigt Reue. Wer mit dem Wunsch, den eigenen spirituellen Rang zu bewahren, ganz in Gott aufgeht, zeigt aufrichtige Buße. Wer sich aber allen Wünschen, Bestrebungen und Zielen, an denen Gott keinen Gefallen findet, verschließt, übt größtmögliche Zuwendung zu Gott in Reue. Auf der ersten Stufe steht die Gesamtheit der Gläubigen. Davon kündet der Vers Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen... (Der Koran, 24:31) Die zweite Stufe ist den außergewöhnlich rechtschaffenen Menschen und jenen mit dem stärksten Glauben und einem so vorbildlichen Verhalten vorbehalten, dass sie in die Nähe Gottes gefunden haben. Diese Stufe reicht von den Worten des Verses Und kehrt euch zu eurem Herrn und ergebt euch Ihm... (Der Koran, 39:54) bis zu den Worten ...der reumütig war und sich in Acht nahm. (Der Koran, 50:33) Die dritte Stufe errei-chen nur Propheten und Gesandte. Gott schätzt und preist sie: (Er war) ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich Allah zu. (Der Koran, 50:33)

Worte, die Reue bekunden, drücken, wenn sie von Menschen ausgesprochen werden, die sich ihrer Existenz in der Allgegenwart Gottes ständig bewusst sind, aufrichtige Buße oder die Zuwendung zu Gott in Reue aus. In diesem Sinne sollen auch die Worte Muhammads, des vortrefflichsten aller Menschen, verstanden werden, wenn er sagt: Ich bitte Gott siebzig oder hundertmal am Tag um Verzeihung." Reue ist eine Handlungsweise derer, die versuchen, ein aufrichtiges Leben zu führen, gelegentlich aber vergessen, dass sie sich als Gottes Diener unter Seiner ständigen Aufsicht befinden und sich nicht ständig dessen bewusst sind, was Gottes Nähe wirklich bedeutet. Diejenigen, die im ständigen Bewusstsein der Nähe Gottes leben, betrachten es als Achtlosigkeit, sich Gott so zuzuwenden, wie es gewöhnliche Menschen tun. Denn Er leitet sie nach Seinem Wunsch; Er beaufsichtigt sie unablässig und ist ihnen näher als irgendetwas anderes. Ihr gegenwärtiges Stadium ist nicht das von Menschen, die die Einheit alles Existierenden schauen. Denn in diesem Stadium befinden sich nur die wirklich vollkommen untadeligen Menschen, die erkennen, dass die Schöpfung vollkommen in Gott aufgeht und Ihn deshalb als das einzig wahre Wesen akzeptieren. Ihr Stadium ist vielmehr das von Menschen, die die Einheit des Bezeugten feststellen. Sie sind gelehrte und rechtschaffene Menschen, die es akzeptieren, dass der wahrhaftig Existierende derjenige ist, der jenseits der Schöpfung bezeugt und wahrgenommen wird. Um es noch genauer zu sagen: Dieses Stadium ist denjenigen vorbehalten, die im Schatten der Praxis des Propheten Muhammad oder im Licht seiner Laterne ihren Weg gehen. Wenn Menschen, die sich nicht in diesem Stadium befinden und (nur) an der äußeren Oberfläche ihrer Existenz leben, von awba und inaba sprechen, können sie allenfalls Vermutungen äußern und nicht wirklich fundiert über diese Punkte sprechen.


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11. Juli 2005 um 11:26

Kein gesellschaftlicher Zwang......
glaub mir, es steckt kein gesellschaftlicher Zwang dahinter, auch nötigen Frauen andere nicht dazu.
Das habe ich zumindest noch nie mitbekommen, daß es mal von einem Mann ausgeht, aber von anderen Frauen nicht.

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11. Juli 2005 um 11:28
In Antwort auf said167

Tawba, Inaba und Awba
Tawba, Inaba und Awba
In dieser Folge aus der Reihe "Grundlagen des Sufismus" geht es um die Begriffe Tawba (Reue), Inaba (aufrichtige Buße) und Awba (Zuwendung zu Gott in Reue).

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(Reue, aufrichtige Buße und die Zuwendung zu Gott in Reue)
Reue (tawba) bedeutet, dass jemandem etwas Leid tut, er nun Gewissensbisse bekommt und sich dann Gott mit der neu gefassten Absicht zuwendet, bislang Vernachlässigtes nachzuholen. Islamischen Gelehrten zufolge bezeichnet Reue auch das aufrichtige Bemühen, sich davor zu schützen, dem Wesen Gottes in Gefühlen, Gedanken, Absichten und Handlungen entgegen zu treten, und Seinen Anordnungen und Verboten nachzukommen. Reue besteht nicht darin, über irgendetwas Schlechtes oder Verbotenes verärgert zu sein und es aufzugeben. Reue heißt, sich von allem, was Gott hasst und verbietet, fern zu halten, selbst wenn Gefühl und Verstand dies nicht für nötig halten. Normalerweise wird Reue in Verbindung mit dem Wort nasuh gebraucht, was wörtlich soviel heißt wie rein, aufrichtig korrigierend, verbessernd und wiederherstellend. Tawba nasuh - aufrichtige und korrigierende Reue - meint eine reine, aufrichtige Reue, die auf vollkommene Art und Weise verbessert und wiederherstellt. Dies bedeutet, dass man für das, was man zu Unrecht getan hat, aufrichtige, innige und echte Gewissensbisse fühlt und in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel für andere Menschen liefert. Der Koran verrät uns, was er unter wahrer Reue versteht: O ihr, die ihr glaubt, wendet euch in aufrichtiger Reue zu Allah. (66:8)
Drei Kategorien von Reue werden unterschieden:
a) In die erste Kategorie fällt die Reue gewöhnlicher Menschen, die nicht in der Lage sind, Gottes Wahrheiten zu erkennen. Diese Menschen sind auf Grund ihres Ungehorsams gegenüber Gott besorgt. Sie sind sich ihrer Sünden bewusst, da diese ihr Herz verdunkeln. Nun wenden sie sich Gott zu und fassen ihre Reue in Worte wie z.B.: Ich bin gestürzt oder habe eine Sünde begangen, vergib mir", oder Ich bitte Gott um Verzeihung!"

b)Diejenigen, die sich der Wahrheiten Gottes hinter den Schleiern der materiellen Existenz teilweise bewusst sind, fühlen eine innere Erregung, wenn sie sündigen. Sobald ihr Verstand oder ihr Herz auf irgendetwas stößt, was nicht mit ihrer Überzeugung vereinbar ist, dass sie sich ständig in der Allgegenwart Gottes befinden, bzw. immer dann, wenn sie sich bewusst werden, dass ihre Herzen voller Achtlosigkeit sind, leiden sie unter starken Gewissensbissen. In solchen Momenten suchen sie unverzüglich Zuflucht zur Barmherzigkeit und Gnade Gottes. Ein Mensch mit diesem Grad der Aufmerksamkeit und spirituellen Wachsamkeit ist in der folgenden Tradition beschrieben:
(Gottes Gesandter erklärte Jemand, der seine Sünden aufrichtig bereut, ist, als hätte er sie niemals begangen. Wenn Gott einen Seiner Diener liebt, werden ihm seine Sünden nicht schaden. Dann rezitierte er den Vers: Ganz gewiss, Gott liebt den, der oft bereut und diejenigen, die stets danach streben, sich selbst zu reinigen. Zum Kennzeichen der Reue befragt erklärte er: Es sind die tief empfundenen Gewissensbisse. (Qushayri, ar-Risala, S. 91)

c) Diejenigen, deren Herzen aufmerksam sind und die ihr Leben so leben, wie es die Tradition Meine Augen schlafen, mein Herz jedoch nicht. (Bukhari, Tahajjud, 16; Muslim, Musafirin, 125) beschreibt, räumen alles, was zwi-schen Gott und ihre Herzen bzw. andere innere Fähigkeiten tritt, sofort beiseite und gewinnen das Bewusstsein um ihre Beziehung zum Licht der Lichter schnell zurück. Sie verkörpern unablässig die Bedeutung des Ausspruches (Er war) ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich (Allah) zu. (38:44).

Reue bedeutet, die dringend erforderliche Reinheit nach jeder spirituellen Beschädigung zurück zu gewinnen. Oft bezeichnet sie auch eine Selbsterneuerung. Die verschiedenen Stadien der Reue sind folgende:

1. Man bekommt ein schlechtes Gewissen und bedauert etwas.
2. Man fürchtet sich jedes Mal, wenn man an die Sünden denkt, die man in der Vergangenheit begangen hat.
3. Man versucht, Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen und unterstützt die Sache der Gerechtigkeit.
4. Man überprüft die eigene Verantwortlichkeit und kümmert sich um Pflichten, die man zuvor vernachlässigt hat. Man holt Versäumtes nach.
5. Man verbessert sich selbst, indem man spirituelle Mängel, die durch Abweichungen und Irrtümer entstanden sind, beseitigt.
6. Man bedauert und beklagt die Zeiten, in denen man nicht an Gott gedacht, Ihm nicht gedankt und nicht über Seine Werke nachgedacht hat. Man ist ständig besorgt und alarmiert, dass eigene Gedanken und Gefühle durch etwas, was die Beziehung zu Gott beeinträchtigen könnte, verunreinigt werden könnten. Diese letzte Eigenschaft ist nur denjenigen eigen, die sich durch extreme Nähe zu Gott auszeichnen.
Wenn ein Mensch keine Gewissensbisse, keine Reue und keinen Abscheu gegenüber den kleinen oder großen Irrtümern, die ihm unterlaufen sind, fühlt und nicht besorgt ist, dass er die gleichen Fehler zu anderer Zeit noch einmal begehen könnte, wenn er nicht im Dienst an Gott Zuflucht sucht, um sich von den Abweichungen und Irrtümern, denen er verfallen ist, indem er Gott abtrünnig wurde, zu befreien - dann wird seine Reue nicht mehr als eine Lüge sein.

Mawlana Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207-1273) sagt über die aufrichtige Reue:


Ich habe bereut und mich Gott so aufrichtig zugewandt,
dass ich (mein Reuegelübde) solange nicht brechen werde,
bis meine Seele meinen Körper verlässt.
Denn wirklich, wer sonst als ein Esel
läuft in sein Verderben,
Nachdem er (auf Grund seiner Sünden)
so viel durchgemacht hat?"
Reue ist ein Eid auf die Rechtschaffenheit. An ihr unerschütterlich fest zu halten, ist eine Heldentat, die eine ausgeprägte Willenskraft erfordert. Muhammad, der Meister all jener, die bereuen, sagt, dass jemand, der aufrichtige Reue zeigt und sie unentwegt aufrecht erhält, von gleichem Rang wie die Märtyrer ist. Die Reue von Menschen, die sich nicht von ihren Sünden und Abweichungen befreien können, obwohl sie ständig etwas bereuen, bedeutet dagegen eine Verspottung der Tür', an die sich die wahrhaft Bereuenden mit äußerster Entschiedenheit und Offenheit wenden.
Ein Mensch, der sich nicht von seinen Sünden abwendet, obwohl er behauptet, die Hölle zu fürchten, der Unrecht tut, obwohl er versichert, dass er ins Paradies gelangen möchte, der gleichgültig gegenüber dem Weg und der Praxis des Propheten ist, obwohl er geltend macht, dass er ihn doch liebt - so ein Mensch kann nicht ernsthaft und offenherzig in seinen Bemühungen sein. Es ist also schwierig, jemanden für glaubwürdig und aufrichtig zu halten, der permanent sündigt und danach bereuen möchte.

Das erste Stadium, in das ein Eingeweihter eintritt, ist die Reue, das zweite ist inaba (die aufrichtige Buße). Im täglichen Sprachgebrauch bezeichnet inaba auch die Zeremonie, die abgehalten wird, wenn ein Mensch sich einem spirituellen Führer (einem murshid) unterwirft. Während Reue das Training von Gefühlen, Gedanken und Handlungen erfordert, um aus Ablehnung Annahme und Gehorsam werden zu lassen, verlangt die aufrichtige Buße eine sorgfältige Überprüfung von Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit und Angemessenheit jener Annahme und jenes Gehorsams. Reue ist ein Fortschreiten oder eine Reise zu Gott und bedeutet, sich zu bemühen, alles, was Gott gefällt, zu tun und sich von allem, was er verbietet, fern zu halten. Aufrichtige Buße ist ein Aufstieg, der über die Stadien der Reise zu Gott hin führt. Sie bezeichnet die Anstrengung, ein aufrechtes und selbstloses Leben zu führen und sich in das Vorhaben zu vertiefen, für alles, was man tut und denkt, den Zuspruch Gottes zu erhalten. Awba (die Zuwendung zu Gott in Reue) ist ein Aufstieg über die Phasen der Reise, die von Gott zurück führt. Awba bedeutet, für die Rechtleitung anderer Menschen verantwortlich zu sein, nachdem man den islamischen Weg des Glaubens, Denkens und Handelns verinnerlicht hat.

Anders ausgedrückt: Wer aus Furcht davor, als Ungläubiger zu sterben und auf ewig verdammt zu werden, bei Gott Zuflucht sucht, zeigt Reue. Wer mit dem Wunsch, den eigenen spirituellen Rang zu bewahren, ganz in Gott aufgeht, zeigt aufrichtige Buße. Wer sich aber allen Wünschen, Bestrebungen und Zielen, an denen Gott keinen Gefallen findet, verschließt, übt größtmögliche Zuwendung zu Gott in Reue. Auf der ersten Stufe steht die Gesamtheit der Gläubigen. Davon kündet der Vers Und wendet euch allesamt reumütig Allah zu, o ihr Gläubigen... (Der Koran, 24:31) Die zweite Stufe ist den außergewöhnlich rechtschaffenen Menschen und jenen mit dem stärksten Glauben und einem so vorbildlichen Verhalten vorbehalten, dass sie in die Nähe Gottes gefunden haben. Diese Stufe reicht von den Worten des Verses Und kehrt euch zu eurem Herrn und ergebt euch Ihm... (Der Koran, 39:54) bis zu den Worten ...der reumütig war und sich in Acht nahm. (Der Koran, 50:33) Die dritte Stufe errei-chen nur Propheten und Gesandte. Gott schätzt und preist sie: (Er war) ein vortrefflicher Diener; stets wandte er sich Allah zu. (Der Koran, 50:33)

Worte, die Reue bekunden, drücken, wenn sie von Menschen ausgesprochen werden, die sich ihrer Existenz in der Allgegenwart Gottes ständig bewusst sind, aufrichtige Buße oder die Zuwendung zu Gott in Reue aus. In diesem Sinne sollen auch die Worte Muhammads, des vortrefflichsten aller Menschen, verstanden werden, wenn er sagt: Ich bitte Gott siebzig oder hundertmal am Tag um Verzeihung." Reue ist eine Handlungsweise derer, die versuchen, ein aufrichtiges Leben zu führen, gelegentlich aber vergessen, dass sie sich als Gottes Diener unter Seiner ständigen Aufsicht befinden und sich nicht ständig dessen bewusst sind, was Gottes Nähe wirklich bedeutet. Diejenigen, die im ständigen Bewusstsein der Nähe Gottes leben, betrachten es als Achtlosigkeit, sich Gott so zuzuwenden, wie es gewöhnliche Menschen tun. Denn Er leitet sie nach Seinem Wunsch; Er beaufsichtigt sie unablässig und ist ihnen näher als irgendetwas anderes. Ihr gegenwärtiges Stadium ist nicht das von Menschen, die die Einheit alles Existierenden schauen. Denn in diesem Stadium befinden sich nur die wirklich vollkommen untadeligen Menschen, die erkennen, dass die Schöpfung vollkommen in Gott aufgeht und Ihn deshalb als das einzig wahre Wesen akzeptieren. Ihr Stadium ist vielmehr das von Menschen, die die Einheit des Bezeugten feststellen. Sie sind gelehrte und rechtschaffene Menschen, die es akzeptieren, dass der wahrhaftig Existierende derjenige ist, der jenseits der Schöpfung bezeugt und wahrgenommen wird. Um es noch genauer zu sagen: Dieses Stadium ist denjenigen vorbehalten, die im Schatten der Praxis des Propheten Muhammad oder im Licht seiner Laterne ihren Weg gehen. Wenn Menschen, die sich nicht in diesem Stadium befinden und (nur) an der äußeren Oberfläche ihrer Existenz leben, von awba und inaba sprechen, können sie allenfalls Vermutungen äußern und nicht wirklich fundiert über diese Punkte sprechen.


Bediüzzaman
Erste offizielle Internetpräsenz über die Risale-i Nur und Bediüzzaman Said Nursi auf deutsch.
Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu töten, so- dass nun der Verfall der Welt entfällt, mensch- liche Schwäche und Armseligkeit aufgehoben und die Pforte des Grabes verschlossen werden, dann sage es mir; ich höre. Wenn nicht, dann schweig! In der grossen Moschee des Kosmos erklärt der Quran den Kosmos. Lauschen wir ihm! Lassen wir uns von seinem Licht erleuchten! Handeln wir nach seiner Rechtleitung. Er sei unser immer währendes Gebet! In der Tat ist er das Wort und als solches wird er bezeichnet. Er ist die Wahrheit. Er spricht die Wahrheit. Er zeigt die Tatsachen auf und strahlt das Licht seiner Weisheit aus

Bediüzzaman Said Nursi

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11. Juli 2005 um 11:29
In Antwort auf alina26

Naja, nicht so ganz freiwillig.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Frauen freiwillig verschleiern, denn wenn man in Saudi Arabien oder zum Beispiel im Iran ohne Schleier rumläuft, wird man mitunter verhaftet. Unter Freiwilligkeit verstehen ich, freie Meinungsäusserung, so dass sich eine mit Tschador und eine andere ohne mit Rock und normaler Bluse kleiden kann und das ist sicher nicht der Fall dort.

Was?????
So ein Schwachsinn.
Worauf beruht Deine Aussage?
Verhalfte?
In Saudi?

Ich finde, man sollte sich, wenn man keine Ahnung hat nicht in der Form äußern.

Gruß

Anna

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11. Juli 2005 um 11:32
In Antwort auf said167

Bediüzzaman
Erste offizielle Internetpräsenz über die Risale-i Nur und Bediüzzaman Said Nursi auf deutsch.
Gibt es eine Möglichkeit, den Tod zu töten, so- dass nun der Verfall der Welt entfällt, mensch- liche Schwäche und Armseligkeit aufgehoben und die Pforte des Grabes verschlossen werden, dann sage es mir; ich höre. Wenn nicht, dann schweig! In der grossen Moschee des Kosmos erklärt der Quran den Kosmos. Lauschen wir ihm! Lassen wir uns von seinem Licht erleuchten! Handeln wir nach seiner Rechtleitung. Er sei unser immer währendes Gebet! In der Tat ist er das Wort und als solches wird er bezeichnet. Er ist die Wahrheit. Er spricht die Wahrheit. Er zeigt die Tatsachen auf und strahlt das Licht seiner Weisheit aus

Bediüzzaman Said Nursi

Kommentare zum Islam: von Jahonn Wolfgang von Goethe
Ob der Quran von Ewigkeit sei?
Danach frag' ich nicht!

Dass er das Buch der Bücher sei
Glaub ich aus Mosleminen-Pflicht.


Närrisch, dass jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gottergeben heißt,
Im Islam leben und sterben wir alle.


Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;

Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heiligen Willen.


Und so muss das Rechte scheinen
Was auch Mohamet gelungen;

Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen.








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11. Juli 2005 um 11:34
In Antwort auf said167

Kommentare zum Islam: von Jahonn Wolfgang von Goethe
Ob der Quran von Ewigkeit sei?
Danach frag' ich nicht!

Dass er das Buch der Bücher sei
Glaub ich aus Mosleminen-Pflicht.


Närrisch, dass jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gottergeben heißt,
Im Islam leben und sterben wir alle.


Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;

Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heiligen Willen.


Und so muss das Rechte scheinen
Was auch Mohamet gelungen;

Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen.








Kommentare zum Islam: Otto Fürst von Bismarck-schönhausen
Ich behaupte folgendes: Mohammed ist von einer besonderen Bedeutung. Es ist fern von der Wahrscheinlichkeit, dass der Schöpfer eine solche Existenz zum zweiten Mal in den möglichen Bereich bringt.


Ich bedauere mich darum, Oh Mohammed, dass ich nicht mit Dir in gleicher Zeit leben konnte! Dieses Buch, dessen Lehrer und Verkünder Du bist, ist nicht Deins. Es ist von Gott. Es abzustreiten, dass dieses Buch von Gott ist, ist so lächerlich, wie wenn man zu behaupten versuchen würde, dass die positiven Wissenschaften absurd seien.


Darum hat die Menschheit ein besonders mächtiges Genie wie Dich, einmal erlebt und wird es nie wieder erleben können. Ich beuge mich, bar Deiner würdevollen Gegenwart in vollkommener Ehrfurcht

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11. Juli 2005 um 11:36
In Antwort auf said167

Kommentare zum Islam: Otto Fürst von Bismarck-schönhausen
Ich behaupte folgendes: Mohammed ist von einer besonderen Bedeutung. Es ist fern von der Wahrscheinlichkeit, dass der Schöpfer eine solche Existenz zum zweiten Mal in den möglichen Bereich bringt.


Ich bedauere mich darum, Oh Mohammed, dass ich nicht mit Dir in gleicher Zeit leben konnte! Dieses Buch, dessen Lehrer und Verkünder Du bist, ist nicht Deins. Es ist von Gott. Es abzustreiten, dass dieses Buch von Gott ist, ist so lächerlich, wie wenn man zu behaupten versuchen würde, dass die positiven Wissenschaften absurd seien.


Darum hat die Menschheit ein besonders mächtiges Genie wie Dich, einmal erlebt und wird es nie wieder erleben können. Ich beuge mich, bar Deiner würdevollen Gegenwart in vollkommener Ehrfurcht

Kommentare zum Islam: Jacques Yves Cousteau
Ich bezeuge, dass der Quran, dem die moderne Wissenschaft nach 14 Jahrhunderten hinterher folgt, das Wort Gottes ist.

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11. Juli 2005 um 11:37
In Antwort auf said167

Kommentare zum Islam: Jacques Yves Cousteau
Ich bezeuge, dass der Quran, dem die moderne Wissenschaft nach 14 Jahrhunderten hinterher folgt, das Wort Gottes ist.

Kommentare zum Islam: Maurice Bucaille
Ursprünglich hatte ich mich ohne jede vorgefasste Meinung und in völliger Objektivität mit der Quranischen Offenbarung beschäftigt, als ich den Grad der Vereinbarkeit des Quranischen Textes mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft untersuchte. Aus Übersetzungen wusste ich, dass der Quran häufig von allen Arten von Naturphänomenen spricht, aber ich hatte hiervon nur eine summarische Kenntnis. Erst durch das aufmerksame Studium des arabischen Textes legte ich mir eine Aufstellung an; dabei wurde mir klar, dass der Quran keine einzige Behauptung enthält, die sich vom heutigen wissenschaftlichen Standpunkt aus kritisieren ließe.


Der Quran ist aber keineswegs ein Buch mit dem Ziel, gewisse Gesetze darzulegen, die das Universum beherrschen; sein Ziel ist im Wesentlichen religiös. Der Mensch wird grundsätzlich bei der Beschreibung der göttlichen Allmacht aufgefordert, über die Werke der Schöpfung nachzudenken. Damit gehen Anspielungen auf Fakten einher, die der menschlichen Beobachtung zugänglich sind, oder auf die von Gott festgelegten Gesetze, die die Organisation des Universums bestimmen, ebenso im Bereich der Naturwissenschaften als auch dessen, was den Menschen betrifft. Ein Teil dieser Aussagen ist leicht verständlich, aber die Bedeutung eines anderen Teils kann man nur erfassen, wenn man die dafür unabdingbaren wissenschaftlichen Kenntnisse besitzt. Das heißt, dass der Mensch früherer Jahrhunderte nur einen vordergründigen Sinn erkennen konnte, was ihn wegen der ungenügenden Kenntnisse seiner Zeit in einigen Fällen nicht zu exakten Schlüssen führte.


Diese letztgenannte Feststellung macht es unmöglich, der Hypothese jener zuzustimmen, die in Mohammed den Autor des Quran sehen. Wie hätte ein Mann, der anfangs Analphabet war und aus Sicht des literarischen Wertes zum ersten Autor der gesamten arabischen Literatur geworden wäre, wissenschaftliche Aussagen treffen können, die kein menschliches Wesen in jener Zeit erarbeiten konnte, und dies ohne den geringsten Irrtum in diesen Aussagen?


Die in dieser Studie allein aus wissenschaftlicher Sicht entwickelten Betrachtungen werden zu dem Urteil führen, dass es undenkbar ist, dass ein Mensch, der im 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung lebte, über sehr verschiedene Themen im Quran Gedanken formulieren konnte, die nicht die seiner Zeit waren und die mit dem übereinstimmen, was Jahrhunderte später bewiesen wurde. Meines Erachtens gibt es keine menschliche Erklärung für den Quran.

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11. Juli 2005 um 11:39
In Antwort auf said167

Kommentare zum Islam: Maurice Bucaille
Ursprünglich hatte ich mich ohne jede vorgefasste Meinung und in völliger Objektivität mit der Quranischen Offenbarung beschäftigt, als ich den Grad der Vereinbarkeit des Quranischen Textes mit den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft untersuchte. Aus Übersetzungen wusste ich, dass der Quran häufig von allen Arten von Naturphänomenen spricht, aber ich hatte hiervon nur eine summarische Kenntnis. Erst durch das aufmerksame Studium des arabischen Textes legte ich mir eine Aufstellung an; dabei wurde mir klar, dass der Quran keine einzige Behauptung enthält, die sich vom heutigen wissenschaftlichen Standpunkt aus kritisieren ließe.


Der Quran ist aber keineswegs ein Buch mit dem Ziel, gewisse Gesetze darzulegen, die das Universum beherrschen; sein Ziel ist im Wesentlichen religiös. Der Mensch wird grundsätzlich bei der Beschreibung der göttlichen Allmacht aufgefordert, über die Werke der Schöpfung nachzudenken. Damit gehen Anspielungen auf Fakten einher, die der menschlichen Beobachtung zugänglich sind, oder auf die von Gott festgelegten Gesetze, die die Organisation des Universums bestimmen, ebenso im Bereich der Naturwissenschaften als auch dessen, was den Menschen betrifft. Ein Teil dieser Aussagen ist leicht verständlich, aber die Bedeutung eines anderen Teils kann man nur erfassen, wenn man die dafür unabdingbaren wissenschaftlichen Kenntnisse besitzt. Das heißt, dass der Mensch früherer Jahrhunderte nur einen vordergründigen Sinn erkennen konnte, was ihn wegen der ungenügenden Kenntnisse seiner Zeit in einigen Fällen nicht zu exakten Schlüssen führte.


Diese letztgenannte Feststellung macht es unmöglich, der Hypothese jener zuzustimmen, die in Mohammed den Autor des Quran sehen. Wie hätte ein Mann, der anfangs Analphabet war und aus Sicht des literarischen Wertes zum ersten Autor der gesamten arabischen Literatur geworden wäre, wissenschaftliche Aussagen treffen können, die kein menschliches Wesen in jener Zeit erarbeiten konnte, und dies ohne den geringsten Irrtum in diesen Aussagen?


Die in dieser Studie allein aus wissenschaftlicher Sicht entwickelten Betrachtungen werden zu dem Urteil führen, dass es undenkbar ist, dass ein Mensch, der im 7. Jahrhundert christlicher Zeitrechnung lebte, über sehr verschiedene Themen im Quran Gedanken formulieren konnte, die nicht die seiner Zeit waren und die mit dem übereinstimmen, was Jahrhunderte später bewiesen wurde. Meines Erachtens gibt es keine menschliche Erklärung für den Quran.

Kommentar zum Islam: Cat Stevens (Yusuf Islam)
Als ich den Heiligen Quran erstmals las, habe ich gemerkt, dass es nur einen einzigen Gott gibt und dass der Glaube auch einzig ist. Wiederum habe ich festgestellt, dass der Quran als Wegweiser, Rechtleitung und Glaube für den Menschen die letzte Offenbarung ist. Ein Jahr später nachdem ich den Quran erstmals gelesen hatte, versuchte ich so zu leben, wie es im Quran beschrieben ist.


Der Islam trennt die Menschen nicht in Gruppen. Ich habe die Einheit (Gottes) als Ziel des ganzen Kosmos gesehen. Wer dessen gesamte Bereiche betrachten mag, wird dieselben Grundsätze feststellen.


Ich habe den Islam als in allen Zeiten durchführbar erkannt. Es gibt noch etwas besonderes, der Heilige Quran ist selbst ein Wunder. Die Bedeutsamkeit des Islam erwächst daraus, dass er unmittelbar zu Menschen und seiner Seele spricht.


Als ich den Quran erstmals gelesen hatte, stellte ich fest, dass der Islam keine Religion ist, die nur für einen Zeitabschnitt bestimmt war, sondern dass er eine Religion ist, die man in jeder Zeit und an jedem Ort durchführen kann, nicht unvollkommen wie andere Religionen. Der Quran ist das einzige Buch, das zu Menschen an Bildungsstufen spricht und ihren Seelen die Wahrheit erteilt. Als ich dieses Geheimnis entdeckt hatte, stellte ich fest, meine eigene Identität entdeckt zu haben.

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11. Juli 2005 um 11:43
In Antwort auf said167

Kommentar zum Islam: Cat Stevens (Yusuf Islam)
Als ich den Heiligen Quran erstmals las, habe ich gemerkt, dass es nur einen einzigen Gott gibt und dass der Glaube auch einzig ist. Wiederum habe ich festgestellt, dass der Quran als Wegweiser, Rechtleitung und Glaube für den Menschen die letzte Offenbarung ist. Ein Jahr später nachdem ich den Quran erstmals gelesen hatte, versuchte ich so zu leben, wie es im Quran beschrieben ist.


Der Islam trennt die Menschen nicht in Gruppen. Ich habe die Einheit (Gottes) als Ziel des ganzen Kosmos gesehen. Wer dessen gesamte Bereiche betrachten mag, wird dieselben Grundsätze feststellen.


Ich habe den Islam als in allen Zeiten durchführbar erkannt. Es gibt noch etwas besonderes, der Heilige Quran ist selbst ein Wunder. Die Bedeutsamkeit des Islam erwächst daraus, dass er unmittelbar zu Menschen und seiner Seele spricht.


Als ich den Quran erstmals gelesen hatte, stellte ich fest, dass der Islam keine Religion ist, die nur für einen Zeitabschnitt bestimmt war, sondern dass er eine Religion ist, die man in jeder Zeit und an jedem Ort durchführen kann, nicht unvollkommen wie andere Religionen. Der Quran ist das einzige Buch, das zu Menschen an Bildungsstufen spricht und ihren Seelen die Wahrheit erteilt. Als ich dieses Geheimnis entdeckt hatte, stellte ich fest, meine eigene Identität entdeckt zu haben.

Kommentar zum Islam: Roger Garaudy
Als ich die außerabendländischen Kulturen erforschte, habe ich entdeckt, dass im Islam ein besonderes Potenzial vorhanden ist. Das war keine plötzliche Entdeckung. Mein erster Artikel über islamisch-arabische Kultur hatte ich in voller Begeisterung nach meiner sehr bedeutsamen Begegnung mit Scheich Ibrahim im Jahre 1949 verfasst. Heute aber gibt der Islam, wenn ich unser Jahrhundert kritisch betrachte, Antwort auf meine Lebensfragen, die ich in drei Stichpunkten zusammenfasse.

Mohammed beanspruchte niemals, einen neuen Glauben gegründet zu haben. Er hat uns den ursprünglichen Glauben Abrahams verkündet. Im Quran heißen Moses und Jesus, Propheten des Islam. Die Welt kann darin eine Einheit unter Juden, Christen und Moslems schaffen.

Der Islam trennt wissenschaftliche Bildung nicht von Weisheit und Weisheit nicht vom Glauben. Die islamische Bildung hatte in den glänzenden Zeiten der Universität Cordoba die Forschung der Ursachen nicht von der Forschung des Zieles getrennt. Dies hindert jedenfalls, dass sich wissenschaftliche Bildung und Technologie in die Bürokratie der Bildung und Technologie umwandelt und dass sich Politik in Machiavellismus verändert. Es zwingt dazu, nicht nur nach dem Wie sondern auch nach dem Warum zu fragen.

Der Islam veranlasst die Menschen die Frage nach der Beziehung zwischen dem Glaube und Politik, welche zwei Dimensionen des Menschen bilden, in der Öffentlichkeit zu besprechen und lässt sie nicht mit den Beziehungen zweier Institutionen wie Kirche und Staat verwechseln, wie es in Frankreich und in allen anderen Ländern Europas vorkommt.


Sie werden fragen, wo es diesen idealen Islam gibt. Nirgendwo! - Richtig, er existiert nur in einem Buch und im Herzen der Menschen, so wie er aber in christlichen Gemeinschaften niemals vorhanden war.


Garaudy schreibt weiter, dass diese ideale islamische Gemeinschaft in ihrem einzigen und einzigartigen Beispiel durch den Ehrwürdigen Propheten in Medina gegründet wurde. Damit hatte der Islam eine bedeutende Lücke in der Christenheit erfüllt und Ordnung in der Gesellschaft geschaffen. Die Gemeinde, welche Mohammed zustandebrachte, ist weder um ein bestimmtes Blut, noch um ein bestimmtes Stück Erde, noch um einen bestimmten Markt, noch um eine bestimmte Kultur errichtet. Sie ist auf die Einheit im Glauben aufgebaut. Sie ist offen für alle. So stellte sich mir dies als der Grundstein einer menschlichen Gemeinschaft heraus.

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Denkt auch nur einer mal jemand an die Krimtartaren?
Von: muslim4u
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