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Vegane Produkte teuer?

Letzte Nachricht: 10:16
D
debinaxlx
07.01.22 um 10:30

Guten morgen alle,

wisst ihr eigentlich warum vegane Produkte manchmal so teuer sind, obwohl
die aller meisten veganen Produkte, eigentlich in der Herstellung viel günstiger sein sollten?

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D
dickunddoof
07.01.22 um 12:13

Ich bin mir gerade nicht sicher, wie deine Frage zu werten ist.

Fragst du das jetzt, weil du das selbst tatsächlich nicht weißt?
Oder stellst du die Frage, weil du die Antwort kennst und gerne diskutieren möchtest? 

Mehrere Gründe:
1. Verarbeitete Produkte sind grundsätzlich teurer als unverarbeitete.
Eine industriell gefertigte tiefgekühlte Gemüsepfanne wird immer mehr kosten, als wenn man das Gemüse selbst einzeln kauft und das Pfannengericht selber zubereitet.

2. Die Nachfrage nach veganen Produkten ist (noch) relativ gering.
Das verteuert die Herstellung. Wenn man Massenware produziert - und auch relativ sicher absetzen kann - werden die Herstellungskosten pro Produkt geringer.

3. Tierische Produkte werden "subventioniert".
Ein Großteil der Agrarsubventionen der EU, aber auch Deutschland gehen an Betriebe oder Zulieferer in der Fleischproduktion.
Die Betriebe können also mit Steuergeldern arbeiten und ihre Kosten damit gering halten. Auch werden "Folgekosten", wie etwa Gülle=Nitratbelastung des Grundwassers, Treibhausemissionen durch Tiere etc, nicht auf den Preis umgelegt, heißt: die Hersteller dafür nicht "haftbar" gemacht.

4. Mehrwertsteuersatz für Fleisch/Milch beträgt 7 Prozent.
Für Fleischersatzprodukte oder Pflanzenmilchprodukte werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig.

5. Etliche vegane Produkte beinhalten Rohstoffe in Bio-Qualität.
Bio-Produkte unterliegen strengeren Auflagen, was sich wiederum in den Kosten niederschlägt.


Ansonsten glaube ich aber, dass man sich eigentlich recht günstig vergan ernähren kann, wenn man das möchte.
Fleischersatzprodukte müssen ja nicht (ständig) sein, genauso wie Fleisch in einer herkömmlichen Ernährung ja nicht täglich auf dem Speiseplan stehen muss.
Allein mit Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten kommt man doch auch schon recht weit.
 

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E
eisbrecher
07.01.22 um 13:13

Was meinst du mit "vegane Produkte?" Obst, Gemüse und Getreide sind vegan und sogar sehr günstig, speziell dann, wenn man Saisongemüse/-obst kauft.

Fleischersatzprodukte sind für vegane Ernährung nicht notwendig und drum sind sie auch teuer. Das ist in etwa genauso, wenn man sich nur von Fertigprodukten/Halbfertigprodukten ernähren würde, das ist in Summe auch teurer, als wenn man nur die Zutaten kauft und sich selbst die Mahlzeiten daraus zubereitet. Das ist Convenience Food und Bequemlichkeit lassen sich die Hersteller nunmal gerne bezahlen. Das ist nicht nur bei veganen Produkten so, schau dir doch mal an, was die ganzen abgepackten To Go-Mahlzeiten im Supermarkt kosten. 

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J
jessicabudimir
08.01.22 um 12:55

Das, was DickundDoof hier schon gesagt hat, stimmt schon,
vegane Produkte sind halt aufgrund von einer Menge Faktoren teilweise
einfach so hoch.


Das selebe trifft aber auch auf andere vegane Produkte zu wie vegane Kosmetik usw.
Ich habe dazu auch einen spannenden Artikel gefunden, den du hier mal lesen kannst

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bissfest
bissfest
09.01.22 um 0:55

Ich lebe sehr gern vegetarisch, auch gern phasenweise vegan, aber ich mache sehr viel selbst und halte mich an natürlich Vorkommendes. Ich habe länger in Indien gelebt und, wie ich denke, ein ganz gutes Verständnis dafür entwickelt, wie man Hülsenfrüchte und Reis kombinieren kann. Ich glaube, dass der hohe Preis vieler veganer Produkte damit zu tun hat, dass für vieles vegane Ersatzprodukte produziert werden (veganer Käse, Fleischersatz, veganes Eis etc.) Dabei ist es wirklich keine große Sache, veganes Eis selbst zu machen oder auch vegane an Käse erinnernde Pasten. Ich denke, dass die Herstellungsverfahren und teilweise auch die Rohstoffe für diese Produkte durchaus aufwendig sind und dass der Preis daher rührt. Ich denke auch nicht, dass die Herstellungsverfahren besonders umweltfreundlich sind, auch Verpackungen für Kleinstmengen sind für die Umwelt nicht ideal. Die ganze Biodindustrie ist ja so aufgebaut. 

Ich halte relativ wenig von der ganzen veganen Industrie, durchaus aber etwas von der Lebensweise.
 

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E
eisbrecher
09.01.22 um 13:01
In Antwort auf bissfest

Ich lebe sehr gern vegetarisch, auch gern phasenweise vegan, aber ich mache sehr viel selbst und halte mich an natürlich Vorkommendes. Ich habe länger in Indien gelebt und, wie ich denke, ein ganz gutes Verständnis dafür entwickelt, wie man Hülsenfrüchte und Reis kombinieren kann. Ich glaube, dass der hohe Preis vieler veganer Produkte damit zu tun hat, dass für vieles vegane Ersatzprodukte produziert werden (veganer Käse, Fleischersatz, veganes Eis etc.) Dabei ist es wirklich keine große Sache, veganes Eis selbst zu machen oder auch vegane an Käse erinnernde Pasten. Ich denke, dass die Herstellungsverfahren und teilweise auch die Rohstoffe für diese Produkte durchaus aufwendig sind und dass der Preis daher rührt. Ich denke auch nicht, dass die Herstellungsverfahren besonders umweltfreundlich sind, auch Verpackungen für Kleinstmengen sind für die Umwelt nicht ideal. Die ganze Biodindustrie ist ja so aufgebaut. 

Ich halte relativ wenig von der ganzen veganen Industrie, durchaus aber etwas von der Lebensweise.
 

Man sagt ja immer, dass diese Fleischersatzprodukte dazu dienen, die Umstellung auf die vegane Ernährung zu erleichtern. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich denke, wenn jemand gar nicht so gern Gemüse, Obst und Getreide mag, weil es ihm einfach nicht schmeckt, dann wird das auch langfristig nichts mit dem Veganismus. 

Ich verstehe die Beweggründe für eine vegane Ernährung sehr gut, nur die Umsetzung ist jedenfalls für mich nicht einfach. Ich könnte nicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier verzichten, da helfen auch keine Ersatzprodukte, weil die einfach nicht wie das Original schmecken. 

Es muss aber natürlich nicht jeden Tag ein tierisches Produkt sein und dabei können vielleicht diese Ersatzprodukte doch helfen. 

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A
annika9219
10:16

Das sicherlich haz das damit zutun: "Angebot und Nachfrage" - Der Markt macht die Preise.
Die wenigen Hersteller nutzen das "Eiskalt" aus, weil auch der Kunde (fast) jeden Preis bereit zu Zahlen ist. 

Modetrends haben die Hersteller schon immer "Vergolden" lassen 

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