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Unschuldig verurteilt werden/ schuldig freigesprochen werden

3. Februar 2009 um 19:42

Mich würde - abwechselnd zum Thema Islam/ Christentum/ Heiliges Land - mal Eure Meinung zu folgendem Thema interessieren. Zwei Beispiele:

a) Ihr wurdet angeschwärzt (z.Bsp. wegen Drogenhandels/ größere Mengen Drogen untergeschoben), und werdet deshalb zu mehreren Jahren Haft verurteilt

b) Ihr wurdet Opfer eines Verbrechens (z.Bsp. Vergewaltigung) und der Täter wird trotz Anklage aus Mangel an beweisen freigesprochen

Versetzt Euch ernsthaft in diese Lage:
Würdet Ihr tatsächlich die Rechtsprechung hinnehmen, oder würdet Ihr Selbstjustiz üben, um die Gerechtigkeit wieder herzustellen?
Und: Würde sich Euer Hass auch gegen die Staatsanwaltschaft/ Richter richten?

LG, Spinny

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3. Februar 2009 um 21:09

Vielen Dank erstmal für deine meinung,
finde aber nicht, dass Selbstjustiz in Fällen, in denen der Rechtsstaat versagt hat (also ein verbrecher freigesprochen wurde), Unrecht darstellt. Unter gewissen Umständen finde ich sogar, dass das Opfer sogar die pflicht hat, zu handeln, gerade wenn es sich um eine Tat, handelt, bei der nachgewiesenermaßen Wiederholungsgfahr besteht, z.Bsp. Vergewaltigung.

Mir ist klar, dass offiziell die Position des Gerichts vertreten muss, um Anarchie zu vermeiden. Aber Fälle, wo eine Frau vergewaltigt worden ist, und der Täter vor ihren Augen freigesprochen wird, zu verlangen, die Frau müsse das hinnehmen, um nicht noch weiteres Unrecht zu schaffen, finde ich menschlich absurd.

Ich frage deshalb, weil die offiziell vertretene Ansicht die Vertretung des "Rechtsstaates" ist, also dass Selbstjustiz auf jeden Fall verurteilt werden muss, was ja auch nicht anders möglich ist, da ich ja keine Beweise für das "Recht" auf Selbstjustiz habe. Darauf angesprochen, wenn man selber betroffen ist, sagen fast alle menschen, dass sie Selbstjustiz über würden.

LG

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4. Februar 2009 um 14:59

Auf keinen Fall
will ich das Faustrecht zurück.
Ich spreche Fälle an, in denen unser Rechtsstaat, von dem ich ansonsten viel halte, versagt hat.
Dass schwere Verbrechen bestraft gehören, darüber sind wir uns beide einige. Wenn der Staat das aus einem bestimmten Grund nicht tut, würde ich denjeneigen, der es übernimmt, nicht als Täter bezeichnen, wenn die Strafe angemessen ist (das ist natürlich subjektiv).

ich meine das rein theoretisch aus einer allwissenden unsichtbaren Sichtweise, schon klar, dass im praktischen Fall das Recht auf Selbstjustiz nicht nachgewisen werden kann, nachdem die Schuld des Verbrechers nicht nachgewiesen werden konnte.

LG

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