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unfähig mich selbst zu lieben

30. November 2017 um 21:57

Als Kind wurde ich nie mit Samthandschuhen angefasst. Ich habe damals nie Liebe von meinen Eltern bekommen, ich denke ich wurde einfach zur falschen Zeit geboren. Es war eine schwere Zeit, wir waren damals noch in meinem Heimatland und wir hatten nicht einmal Geld für den Strom oder Essen. Meine Mutter bekam mich als ihre Mutter starb und sie somit Weise wurde. Mein Vater fing an meine Mutter zu würgen, jedes mal wenn sie sich wegen etwas beschwert hatte. Wir wohnten bei den Eltern meines Vaters. Mein Großvater, der aufgrund Leberversagens verstorben ist, war ein Säufer und lief manchmal betrunken mit mir durch den Park. Meine Mutter war auch Augenzeuge wie mein Vater seinen Vater zusammengeschlagen hat. Wir wohnten, außerdem noch mit dem Bruder meines Vaters und seiner Frau und ihrem Kind zusammen. Als ich 8 Monate alt war hat sich mein Vater, bei dem Versuch einer älteren Frau einen Fernseher zu klauen, die Wirbelsäule gebrochen und war ab da an unfähig zu gehen. Eine medizinische Behandlung wäre zu teuer, aber möglich wenn meine Großmutter damals ihre zweite, unbenutzte Wohnung verkaufen würde. Sie hatte sich, jedoch geweigert. Ich denke all das hat in meiner Mutter so viel Wut und gleichzeitig so eine starke und verzweifelte Trauer ausgelöst, dass es keinerlei Liebe mehr für mich gab. Wir sind, deswegen nach Dutschland geflohen. Als mein Bruder hier geboren wurde, wurden wir so sehr unterschiedlich behandelt, dass es mir jedes Mal das Herz gebrochen hat. Wie viel Liebe er bekam und was für ein leichtes Leben er doch hat und wie viel Schmerz ihm erspart wurde. Meine Mutter hatte mich fast 2 wochenlang kaum was essen lassen, als sie mich erwischt hat wie ich ein Stück von einem Apfel weggeschmissen habe, den ich eigentlich essen sollte. Da hat sie auf traumatisierender Weise mit meinem Lieblingsessen (Maiskolben mit Butter und Salz) vor meinen Augen gegessen und sich über mich lustig gemacht, ich glaube da war ich 5. Als sie mir lesen bebrachte hat sie, immer wenn ich etwas nicht lesen konnte gesagt, dass ich mich hasse. Darauf antwortete ich nur "ich weiss, ich hasse mich auch", das hat sie zufriedengestellt. Manchmal wurf sie meine eingerahmten Fotos gegen die Wand oder hat mich während unserer Mathestunden fast die ganze zeitlang beleidiegt. Normale Eltern fragen, wenn sie ihre Kinder abholen wie es ihnen geht oder wie ihr Tag war, meine Mutter fragte mich nur ob ich doch ja nicht allein in der Pause war. Wenn ich ehrlich war und sagte, dass ich alleine war hat sie mich beleidiegt als Versagern etc., deswegen habe ich dann nur gelogen und gesagt dass ich Freunde hätte. In der Grundschule hat meine Mutter mich und meine damalige Freundin als Konkurentin gemacht. Wenn ich nur einmal eine schlechtere Note hatte als sie, dann wäre es vorbei für mich und würde wieder 1 wochelang terrorisiert werden. Was mich sehr verletzte war auch, dass immer wenn die Zeit wieder war, dass sie mich terroriseirt hat war sie besonders lieb zu meinem Bruder nur um mich zu verletzen. Ich habe damals sogar für meinen oder ihren Tod gebetet. Später mit 8 ungefähr wurde ich krank. Ich hatte auch verdacht auf Krebs, doch Gott sei Dank war es kein Krebs und mit Medikamenten behandelbar, trotzdem hatte ich eine OP und nun eine Kaiserschnitt ähnliche Narbe. In der Schule war ich immer ein Außenseiter. Ich habe mich, deswegen immer gefragt was mit mir nicht stimmt und warum die anderen akzeptiert werden und ich nicht. Ich hätte damals alles dafür gegeben um nur eine Woche zu irgendeiner Gruppe zu gehören doch ich wurde von Allen weggestoßen. Nie habe ich Anschluß zu den anderen kriegen können. Meine Mutter hat mir viel Selbstbewusstsein genommen und das hat nunmal starke auswirkungen auf mein Auftreten. Jemand der wegen einer schlechten Schulnotenvon seiner Mutter gewürgt wurde und ausgesperrt außerdem, wegen des Vaters, immer nach Rauch gestunken hat..so jemand wird nie normal sein. Ich hätte alles dafür gegeben in einer liebenden verständnisvollen Familie zu leben. Es ging viele Jahre so weiter auch der schulische Druck wurde schlimmer, denn meine Lehrerin hatte krampfhaft versucht mich aus der Schule zu kicken und für dumm haben mich, sowieso schon alle gehalten. Wie Paradox, ich hab sie alle verachtet doch wären sie nur einmal nett zu mir dann wäre ich ihnen ergeben. Ich hatte nur eine Freundin und ich glaube ich war für sie nur ein "Notfall-Kontakt". Ihr wisst schon, diese Person mit der man abhängt bis eine bessere kommt. Ich war nie die "Bessere". Im Gymnasium waren die 9 Schuljahre der Horror. Weder in der Schule, noch zu Hause hatte ich einen Zufluchtsort. Seitdem ich in der 5 Klasse war habe ich mich in den Schlaf geweint. Manchmal dachte ich, dass mein Herz gleich aufhört zu schlagen und war enttäuscht, dass es weiterschlug. Immer diese Bilder im Kopf zu haben, von der Folter meiner Mutter, konnte ich nicht ertragen. Ich fand es so unfair, dass sie alle ein schönes und gewöhnliches Leben hatte und normale Eltern und ich in dieser zerbrochenen Familie leben muss. Meine Eltern haben sich fast jede Woche gestritten, wegen verschieden Themen. Ich hatte damals Angst nur eine Stunde allein mit meiner Mutter zu sein. Sie war eine zeitlang auch sehr krank und auf Medikamenten, das hat vieles verschlimmert. 2015 wurde, aber alles besser. Ich habe endlich die Schule gewechselt und meine Eltern haben sich endlich scheiden lassen und dann sind wir auch noch in eine neue Wohnung umgezogen, jedoch hat mein Vater angefangen uns zu terrorisieren.
​Ich verkürze es jetzt etwas, denn es würde sonst zu lang werden. Das Verhältnis zwischen mir und meiner Mutter wurde immer besser, aber das mit mir und meinem Vater immer schlimmer. Wir haben uns nie gut verstanden, ich habe noch nie ein nettes Wort von ihm bekommen. Mit 15 wollte mich meine Mutter verheiraten, aber zum Glück habe ich es verhindert. Mit 16 wurde ich verlobt, mit einem Jungen den ich nicht wollte. Wegen dieser Sache wurde ich wieder depressiv und habe die elfte Klasse nicht geschafft. Als ich dann auf einer Beruflichen Schule mein Fach-Abi angefangen habe wurde ich wieder verlobt und zunächst dachte ich, dass es das Beste wäre, doch gewisse Menschen haben mir die Augen geöffnent und mich aus der realitätsfremden Blase rausgeholt. In dieser Zeit hatte ich mich auch in jemanden in einem Chatroom verliebt. Er war wohl genauso kaputt wie ich und ich habe nächtelang mit ihm geschrieben. Er hat mich dazu gebracht tiefer zu denken und ich habe wieder mit dem Malen angefangen. Die Zeit, die darauffolgte war nicht leicht, denn viele Probleme haben sich gehäuft. Der Junge, oder wie ich ihn nenne aufgrund seines Usernamens, "Welt" hat mir das Herz gebrochen. Ich dachte er wäre mein Licht am Ende des Tunnels, aber er war nur ein Zug, der mich so schnell wie er kam auch wieder verließ. Meine Mutter hat einen Schmarotzer geheiratet.
​Nachdem Sommer haben sich, aber alle Probleme, ob schulisch oder familär, geregelt und ich habe versucht weiterzuleben und glücklich zu sein. Ich bin nicht mehr verlobt und über "Welt" halbwegs hinweg.
​Ich versuche mich zu lieben, damit ich die Liebe der anderen sehen kann, aber es geht nicht. Jedesmal sage ich mir "du versager, dich mag doch keiner". Ich weine oft, deswegen. Ich will mich endlich selbst lieben und mich für einen tollen Menschen halten, doch wie werde ich diese Blockade los?
​Wer bis hier gelesen hat..Danke für deine Zeit.

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