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Sterbehilfe

17. Januar 2017 um 23:23

Was haltet ihr von Suizidassistenz durch einen Arzt, indem er die tödliche Überdosis für den Patienten zur Verfügung stellt damit der Patient schlussendlich nur noch spritzen muss?
Was haltet ihr davon, wenn man dies zu einer Geschäftsidee machen würde?

Meiner Meinung nach müssten die Gesetze in Deutschland dazu umfassend geändert werden, sodass beides erlaubt ist.
Schließlich würde so ein Verein als Dienstleister einen Dienst anbieten, der natürlich gegen Geld aufzuwiegen wäre.
Schließlich müssten der Verein die Organisatoren, Psychologen, Ärzte, Medikamentenboten bezahlen.
Und den Betroffenen wird dabei geholfen, also hat schließlich jeder was davon.
Ich rede auch nicht nur von Todkranken sondern von jedem, der geistig gesund ist (obwohl wir kranke auch nicht zu einer Therapie zwingen können) und einfach keine Lust mehr hat. Wieso sollten sie weiter hier bleiben?
Da ist es doch gut, wenn es eine Organisation gibt, an die sich mit ihrem Todeswunsch wenden können oder?
Wie seht ihr das?

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18. Januar 2017 um 7:28

ich bin absolut für Legalisierung der Sterbehilfe.

Je breiter der Rahmen dafür, desto besser.

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18. Januar 2017 um 11:03

ich hoffe, dass es nie dazu kommt, aber ich weiß, dass ich es in Kauf nehmen würde, mich sogar in Richtung "Tötung auf Verlangen" strafbar zu machen für einige Menschen (und zumindest mein Mann würde das auch bei mir in Kauf nehmen).

Ich finde es grauenvoll, dass wir bei Tieren die Möglichkeit haben, ihnen Leid zu ersparen und bei Menschen reicht es für diese letzte Würde nicht? Am Ende gar noch schlimmer, da wird wiederbelebt und künstlich am "Leben" erhalten, wer eigentlich gehen wollte. Da müssen ewige Gerichtsprozesse geführt werden, um nach endlosen Jahren künstlichen Komas die Maschinen abschalten zu dürfen... So in etwa stelle ich mir die Hölle vor.

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18. Januar 2017 um 11:06
In Antwort auf avarrassterne1

ich hoffe, dass es nie dazu kommt, aber ich weiß, dass ich es in Kauf nehmen würde, mich sogar in Richtung "Tötung auf Verlangen" strafbar zu machen für einige Menschen (und zumindest mein Mann würde das auch bei mir in Kauf nehmen).

Ich finde es grauenvoll, dass wir bei Tieren die Möglichkeit haben, ihnen Leid zu ersparen und bei Menschen reicht es für diese letzte Würde nicht? Am Ende gar noch schlimmer, da wird wiederbelebt und künstlich am "Leben" erhalten, wer eigentlich gehen wollte. Da müssen ewige Gerichtsprozesse geführt werden, um nach endlosen Jahren künstlichen Komas die Maschinen abschalten zu dürfen... So in etwa stelle ich mir die Hölle vor.

auf der anderen Seite fraglich, ob ich mit "Tötung auf Verlangen" durch kommen würde, ich weiß von meinem Mann in welchen Situationen er nicht weiter leben möchte - aber wenn er da nicht mehr ansprechbar ist, nicht mehr entscheiden kann (Allzheimer / Demenz in einem späten Stadium beispielsweise)? Dann würde es für mich wohl auf Mord hinauslaufen.

Na ich hoffe, falls der Fall eintreten sollte, bin ich zumindest 95, wenn ich in den Knast muss ^^

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18. Januar 2017 um 11:09
In Antwort auf avarrassterne1

ich hoffe, dass es nie dazu kommt, aber ich weiß, dass ich es in Kauf nehmen würde, mich sogar in Richtung "Tötung auf Verlangen" strafbar zu machen für einige Menschen (und zumindest mein Mann würde das auch bei mir in Kauf nehmen).

Ich finde es grauenvoll, dass wir bei Tieren die Möglichkeit haben, ihnen Leid zu ersparen und bei Menschen reicht es für diese letzte Würde nicht? Am Ende gar noch schlimmer, da wird wiederbelebt und künstlich am "Leben" erhalten, wer eigentlich gehen wollte. Da müssen ewige Gerichtsprozesse geführt werden, um nach endlosen Jahren künstlichen Komas die Maschinen abschalten zu dürfen... So in etwa stelle ich mir die Hölle vor.

Mal eine Frage, gibt es in Deutschland keine Patientenverfügung, die man ausfüllen kann. Bei uns in der Schweiz gibt es das.
Da ist ganz klar festgelegt, dass wenn ein Mensch nur noch mit Hilfe von Maschinen "lebt" , dass diese im Beisein eines Verwandten abgeschaltet werden und auch keine Wiederbelebungs Versuche mehr gemacht werden. 
Ich habe eine solche Verfügung schon lange geschrieben, für mich ist das "Leben um jeden Preis " ein ziemlich grausliger Gedanke.

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18. Januar 2017 um 13:12
In Antwort auf cassandra1778

Mal eine Frage, gibt es in Deutschland keine Patientenverfügung, die man ausfüllen kann. Bei uns in der Schweiz gibt es das.
Da ist ganz klar festgelegt, dass wenn ein Mensch nur noch mit Hilfe von Maschinen "lebt" , dass diese im Beisein eines Verwandten abgeschaltet werden und auch keine Wiederbelebungs Versuche mehr gemacht werden. 
Ich habe eine solche Verfügung schon lange geschrieben, für mich ist das "Leben um jeden Preis " ein ziemlich grausliger Gedanke.

Natürlich gibt es eine Patientenverfügung.
Aber die regelt nur, dass keine Behandlung vollführt werden darf, diese sorgt nicht dafür, dass der Tod eingeleitet wird wenn man noch ansprechbar ist.
Den Tod herbeiführen darf man hier nicht, mann muss leiden bis man stirbt, absolut ekelhaft.

In dieser Gesellschaft muss es legal sein, dass man Leuten, die keine Lust mehr haben, einfach die Spritze ihrer Wahl in die Hand drückt, damit sie selbst spritzen und Suizid begehen können.

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18. Januar 2017 um 13:15
In Antwort auf cassandra1778

Mal eine Frage, gibt es in Deutschland keine Patientenverfügung, die man ausfüllen kann. Bei uns in der Schweiz gibt es das.
Da ist ganz klar festgelegt, dass wenn ein Mensch nur noch mit Hilfe von Maschinen "lebt" , dass diese im Beisein eines Verwandten abgeschaltet werden und auch keine Wiederbelebungs Versuche mehr gemacht werden. 
Ich habe eine solche Verfügung schon lange geschrieben, für mich ist das "Leben um jeden Preis " ein ziemlich grausliger Gedanke.

gibt es (noch...) und habe ich auch. (Genauso wie eine Betreuungsverfügung)
Aber damit ist eben nur der Fall "von Maschinen am "Leben" erhalten" zu regeln, aktive Sterbehilfe nicht.

Das mit dem Wachkoma war ein Fall von einer jungen Frau in GB - bevor ich davon gehört hatte, war ich gar nicht auf die Idee gekommen, ein Patiententestament zu machen - zugegeben, ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass ich auch irgendwo irgendwie einen Unfall haben kann - und dabei eben nicht bzw. nicht wirklich sterbe. Der Fall dieser jungen Frau hat mich da etwas gewaltsam, aber effektiv wachgerüttelt.

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18. Januar 2017 um 13:26
In Antwort auf avarrassterne1

gibt es (noch...) und habe ich auch. (Genauso wie eine Betreuungsverfügung)
Aber damit ist eben nur der Fall "von Maschinen am "Leben" erhalten" zu regeln, aktive Sterbehilfe nicht.

Das mit dem Wachkoma war ein Fall von einer jungen Frau in GB - bevor ich davon gehört hatte, war ich gar nicht auf die Idee gekommen, ein Patiententestament zu machen - zugegeben, ich hatte nicht darüber nachgedacht, dass ich auch irgendwo irgendwie einen Unfall haben kann - und dabei eben nicht bzw. nicht wirklich sterbe. Der Fall dieser jungen Frau hat mich da etwas gewaltsam, aber effektiv wachgerüttelt.

Das ist doch oftmals so, dass man erst etwas erleben muss, bevor man sich überhaupt damit befasst. Ich wollte meinem Mann mit dieser Verfügung einfach die Last nehmen, eine Entscheidung fällen zu müssen. In der Schweiz ist die Sterbehilfe ja legal, aber bei einer Institution habe ich ehrlich gesagt meine Zweifel, ob das seriös genug durchgeführt wird. Hingegen bei Exit ist das Ganze sehr seriös und der Patient wird durch Ärzte und Psychologen betreut. 
Eine Bekannte von mir hat uns letztes Jahr so verlassen. Sie hatte Krebs im Endstadium und keine Kraft mehr. 

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18. Januar 2017 um 13:28

ich habe meine Großeltern, die für mich eigentlich meine Eltern waren, in den letzten Jahren sterben sehen...

Meine Großmutter hatte schwere Nekrosen - nun daran stirbt man nicht. Aber hat höllische Schmerzen. Über viele (viel zu viele) Monate hatte sie mehr Schmerzen als Morphium in nicht tödlicher Dosis ihr nehmen konnte, bis sie dann an einer Blutvergiftung in Folge der Nekrosen starb. Ich habe sie in einem Moment unter 4 Augen gefragt, ob ich ihr eine Überdosis Morphium geben soll - sie hat verneint und es war ihre Entscheidung, aber hätte sie ja gesagt - ich hätte es getan und mit den Konsequenzen gelebt. Sie war so ein wahnsinns guten Mensch und hat so unendlich lange so unendlich leiden müssen und Heilung war nicht möglich ...

Mein Großvater: auch schwere Demenz. Er hat die letzten 1,5 Jahre in seiner persönlichen Hölle verbracht. Demenz-Patienten leben alle in ihrer eigenen Welt, in der sie in einem späten Stadium keiner mehr erreichen kann - so weit so klar. Aber diese Welt kann verschiedene Gesichter haben. Bei meinem Opa ging es in eine übel paranoide Richtung. Selbst als er die Familienmitglieder noch erkannt hat, hat er in dem Glauben gelebt, dass ihn alle nur hintergehen, betrügen, ausnehmen, angreifen (teils auch körperlich, was er auf "gleicher" Ebene - bzw. was er halt dafür hielt) beantwortet hat. Er ist mit dem Stock auf seine Tochter und seine Enkelinnen und seinen Hund losgegangen (Urenkel haben wir schon aus dem Schußfeld gelassen) - im festen Glauben daran, dass ihm gar keine andere Möglichkeit mehr bleibt, sich zu verteidigen. Und man kam "nicht durch", um irgendwie ihm klar zu machen, dass es nicht so ist, wie es ihm erscheint. Später hat er auch keinen mehr erkannt - aber da wurde das natürlich nicht besser. Ich hoffe nur, er hatte nie noch einen klaren Moment, in dem er erkannt hat, was er da tut.
Ihn konnte ich nie fragen - und das ist wohl auch besser so, aber ich habe mit meinem Mann darüber gesprochen, dass wir beide lieber tot sein wollen als ... so zu "leben".

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18. Januar 2017 um 13:36
In Antwort auf cassandra1778

Das ist doch oftmals so, dass man erst etwas erleben muss, bevor man sich überhaupt damit befasst. Ich wollte meinem Mann mit dieser Verfügung einfach die Last nehmen, eine Entscheidung fällen zu müssen. In der Schweiz ist die Sterbehilfe ja legal, aber bei einer Institution habe ich ehrlich gesagt meine Zweifel, ob das seriös genug durchgeführt wird. Hingegen bei Exit ist das Ganze sehr seriös und der Patient wird durch Ärzte und Psychologen betreut. 
Eine Bekannte von mir hat uns letztes Jahr so verlassen. Sie hatte Krebs im Endstadium und keine Kraft mehr. 

hier wollen sie auch die Patientenverfügung einstampfen oder zumindest kastrieren.
Das hauptsächliche Gegenargument ist, dass das nichts ist, was man sich theoretisch, bei bester Gesundheit und wenn alles in Butter ist, realistisch genug vorstellen kann. Kurz: Man trifft eine Entscheidung über etwas, womit man keinerlei Erfahrungen hat, wo einem die Basis der Entscheidung fehlt.

Nun ja, meiner Meinung nach: Mag bei einigen durchaus zutreffen, aber ich fürchte, oft auch genau in die andere Richtung (dass man seine "Leben um jeden Preis" - Einstellung noch einmal gründlich hinterfragt, wenn man den Preis erlebt...). Von mir aus auch mit verpflichtender Beratung analog zum Schwangerschaftsabbruch, aber diese Möglichkeit den Menschen zu nehmen, weil man glaubt, sie beschützen zu müssen... *grrrrrrrrrrrrrrrrrrr*

In ähnlicher Richtung gehen auch die Argumente gegen aktive Sterbehilfe, dazu kommt noch das Argument (was nicht ganz von der Hand zu weisen ist), dass sich ältere Menschen leicht nutzlos und überflüssig vorkommen und da auch leicht dahingehend manipulierbar wären.
Naja und dass sie sich "moralisch" jedes Mal aufführen, als würde man vorschlagen, Babys auf den Grill zu packen

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18. Januar 2017 um 15:38

ja, schon klar, dass das möglich ist.
Aber ich bin dennoch froh, dass ich im Moment noch die Möglichkeit habe, das abzuwählen

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19. Januar 2017 um 23:50

Wieso ist das Geschäft damit makaber?
Es ist eine Dienstleistung, die gegen Geld entrichtet wird.
Damit würde man viele Menschen wahrscheinlicher glücklicher machen können als jede andere Dienstleistung.

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31. Januar 2017 um 21:04
In Antwort auf evoluzzer213

Was haltet ihr von Suizidassistenz durch einen Arzt, indem er die tödliche Überdosis für den Patienten zur Verfügung stellt damit der Patient schlussendlich nur noch spritzen muss?
Was haltet ihr davon, wenn man dies zu einer Geschäftsidee machen würde?

Meiner Meinung nach müssten die Gesetze in Deutschland dazu umfassend geändert werden, sodass beides erlaubt ist.
Schließlich würde so ein Verein als Dienstleister einen Dienst anbieten, der natürlich gegen Geld aufzuwiegen wäre.
Schließlich müssten der Verein die Organisatoren, Psychologen, Ärzte, Medikamentenboten bezahlen.
Und den Betroffenen wird dabei geholfen, also hat schließlich jeder was davon.
Ich rede auch nicht nur von Todkranken sondern von jedem, der geistig gesund ist (obwohl wir kranke auch nicht zu einer Therapie zwingen können) und einfach keine Lust mehr hat. Wieso sollten sie weiter hier bleiben?
Da ist es doch gut, wenn es eine Organisation gibt, an die sich mit ihrem Todeswunsch wenden können oder?
Wie seht ihr das?

Ich bin auch dafür, dass die Sterbehilfe eingeführt werden soll. Allerdings, finde ich es etwas fragwürdig, warum man daraus eine Geschäftsidee machen sollte? Ich meine, für den Tod bezahlen? Da kann ja auch jeder den ''kostenlosen Weg'' nehmen und sich vor'm Zug werfen oder von einer Brücke springen. Das wäre ja quasi der ''illegale'' Weg um zu sterben.  Was macht zB ein Mensch, der sich so etwas finanziell gar nicht leisten kann, aber trotzdem keine Lust hat mehr zu leben, weil er eben finanziell am Ende ist..

Oder habe ich die Frage falsch verstanden?!
 

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4. Februar 2017 um 13:12
In Antwort auf evoluzzer213

Was haltet ihr von Suizidassistenz durch einen Arzt, indem er die tödliche Überdosis für den Patienten zur Verfügung stellt damit der Patient schlussendlich nur noch spritzen muss?
Was haltet ihr davon, wenn man dies zu einer Geschäftsidee machen würde?

Meiner Meinung nach müssten die Gesetze in Deutschland dazu umfassend geändert werden, sodass beides erlaubt ist.
Schließlich würde so ein Verein als Dienstleister einen Dienst anbieten, der natürlich gegen Geld aufzuwiegen wäre.
Schließlich müssten der Verein die Organisatoren, Psychologen, Ärzte, Medikamentenboten bezahlen.
Und den Betroffenen wird dabei geholfen, also hat schließlich jeder was davon.
Ich rede auch nicht nur von Todkranken sondern von jedem, der geistig gesund ist (obwohl wir kranke auch nicht zu einer Therapie zwingen können) und einfach keine Lust mehr hat. Wieso sollten sie weiter hier bleiben?
Da ist es doch gut, wenn es eine Organisation gibt, an die sich mit ihrem Todeswunsch wenden können oder?
Wie seht ihr das?

Ein schwieriges Thema, weil auch die Gefahr von viel Missbrauch durch Nutznießer des "Sterbegeholfenen" damit verbunden sein kann.

Wenn der Fall aber eindeutig ist, und der Wunsch mit der Diagnose (am besten von mehreren Ärzten) übereinstimmt, bin ich eindeutig dafür.

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5. Februar 2017 um 0:42

Wieso sollte eine Organisation oder ein Verein nicht professionell sein können?

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5. Februar 2017 um 14:04

Da bin ich jetzt nicht gleicher Meinung. In der Schweiz gibt es seit 1982 eine Organisation die Sterbehilfe betreibt, im Jahr kostet das 45 Fr. oder ein einmaliger Betrag von Fr. 1100 für eine lebenslange Mitgliedschaft. Diese Organisation ist absolut professionell.

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