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Staat und Kirche

2. Februar 2012 um 17:21

Hallo,

in Deutschland sind ca. 60% der Bevölkerung Christen. Wäre es dann nicht naheliegend, dass der Staat enger mit der Kirche zusammenarbeitet? Fändet ihr das besser oder hätte das Nachteile?
Sollte der Staat eurer Meinung nach weniger mit der Kirche zusammenarbeiten?
Pro oder Contra?
Viele Grüße

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6. Februar 2012 um 15:05

Preiset die Säkularisierung
Staat und Kirche haben zwei völlig verschiedene Aufgabenbereiche und Fukntionsweisen. Der Staat, oder sagen wir an dieser Stelle vielleicht passender die Regierung, hat die Aufgabe den Willen des Volkes zu repräsentieren und ihn in Gesetztesform zu bringen. Die Regierung arbeitet dabei demokratisch d.h. sie muss dabei den Wunsch eines jeden, als gleich wichtig wahrnehmen und bei ihren Entscheidungen berücksichtigen (ich weiß, dass es realpolitisch anders aussieht). Die Menschen haben die Möglichkeit ihren Willen mittels der Wahl eines Repräsentanten auszudrücken, oder aber auch durch Protest, Demonstration etc.

Die Kriche ist eine Glaubensgemeinde. Ein zusammenschluss von Menschen, die einen bestimmten glauben teilen. Die Aktionen und Handlungen der Kirche hängen dabei allerdings nicht von den Meinungen der Mitglieder ab, sondern gehen auf die, von einigen wenigen erdachten, Auslegungen von sogenannten heiligen Schriften zurück.

Damit scheinen die Grundideen dieser beiden Apparate bereits miteinander unvereinbar. Das ein bestimmter Prozentsatz der Gesellschaft in der Kirche ist, ist kein Argument für eine Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche.
Der richtige Weg, um Einfluss auf die Politik zu nehmen, ist der Gang zur Wahlurne und nicht der zum Altar. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche

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16. Februar 2012 um 20:42

"zusammenarbeiten"
Huhu Paulisen


Da will ich erst was zurückfragen. Nämlich, was "zusammenarbeiten" jetzt für dich meint?

Wenn das bedeutet, ob Religionsunterricht in den Schulen sein sollte, dann sag ich dazu klar Nein.
Ich finde, Staat und Kirche sollten da getrennt bleiben. Man könnte ja sowas wie Ethik oder Philosophie stattdessen anbieten und in dem Unterricht dann natürlich auch über Religionen sprechen. Aber ich finde, Religion und Staat sollte man (an staatlichen Schulen) lieber trennen.

Ich habe neulich in den Nachrichten gehört, dass Nordrhein-Westfalen jetzt das erste Land ist, wo muslimischer Religionsunterricht gegeben werden soll Oder schon wird. Das finde ich nicht so toll, das gehört da genausso wenig hin wie christlicher Religionsunterricht.

Wieso müssen ALLE (egal welcher Religion, und auch unreligiöse Leute) mit ihren Steuern den Unterricht mitbezahlen?
Und wie wollen die in NRW jetzt der nächsten Religion verweigern, dass ihr Unteericht auch an den Schulen angeboten wird?

Neee, also ich finde, das geht total in die falsche Richtung...

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26. Februar 2012 um 18:10
In Antwort auf wolfgang89

Preiset die Säkularisierung
Staat und Kirche haben zwei völlig verschiedene Aufgabenbereiche und Fukntionsweisen. Der Staat, oder sagen wir an dieser Stelle vielleicht passender die Regierung, hat die Aufgabe den Willen des Volkes zu repräsentieren und ihn in Gesetztesform zu bringen. Die Regierung arbeitet dabei demokratisch d.h. sie muss dabei den Wunsch eines jeden, als gleich wichtig wahrnehmen und bei ihren Entscheidungen berücksichtigen (ich weiß, dass es realpolitisch anders aussieht). Die Menschen haben die Möglichkeit ihren Willen mittels der Wahl eines Repräsentanten auszudrücken, oder aber auch durch Protest, Demonstration etc.

Die Kriche ist eine Glaubensgemeinde. Ein zusammenschluss von Menschen, die einen bestimmten glauben teilen. Die Aktionen und Handlungen der Kirche hängen dabei allerdings nicht von den Meinungen der Mitglieder ab, sondern gehen auf die, von einigen wenigen erdachten, Auslegungen von sogenannten heiligen Schriften zurück.

Damit scheinen die Grundideen dieser beiden Apparate bereits miteinander unvereinbar. Das ein bestimmter Prozentsatz der Gesellschaft in der Kirche ist, ist kein Argument für eine Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche.
Der richtige Weg, um Einfluss auf die Politik zu nehmen, ist der Gang zur Wahlurne und nicht der zum Altar. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche

wirbelquirl77 und wolfgang89
Ich stimme euch vollinhaltlich zu:

In Österreich etwa läuft eben ein Volksbegehren, gegen Kirchenprivilegien um den unverschämten Einfluß privater Glaubensvereine auf den Staat zu reduzieren.

Die katholisch Kirche nimmt ungeniert Einfluß auf die Gesetzgebung, um Steuergelder in die Kirche umzuleiten. Katholische Einrichtungen sind nicht selten von der Steuer befreit. Katholischen Prvatschulen wird vom Unterrichtsministerium gratis der Lehrkörper beigestellt. Katholische Schulen sind die einzigen, die vom Wiener Stadtschulrat nicht auf Qualitöt hin überprüft werden und auf diese Art geht es munter weiter.

In welche fatale Richtung die schrittweise Aufhebung der Säkularisierung, die Staatsgründer Kemal Atatürk einführte, heute geht, zeigt die aktuelle Entwicklung der Türkei, die sich mit ihrer zunehmenden Islamisierung als künftiges EU-Mitglied, das sie gerne werden möchte, selbst aus dem Rennen nimmt.

Die Forderung, Religionsunterricht möge nicht aus Steuergeldern bezahlt werden, besteht zurecht, aber staatliche Behörden sollten unbedingt überprüfen, WAS in Moscheen oder etwa dem radikalkatholischen Opus Dei vorgetragen wird. Ansonsten entsteht uns ein unkontrollierbarer Staat im Staat.

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18. Februar 2012 um 12:36

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