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Sollte man Künstlern die Wahrheit sagen?

28. Juni 2016 um 22:33

Ich bin heute abend auf einer Vernissage gewesen und das, was das ausgestellt wurde, war einfach nur mies.

Die neuere Hälfte der Kunstwerke bestand aus Sachen zum Thema Flüchtlinge und bestand aus Gemälden auf denen Tiere dazu immer den selben Satz sagen (Okay, in Variationen).

Die älteren Sachen waren teilweise von der Idee her nicht schlecht, ging um Kontinuität und Veränderung, aber die Sachen waren richtig schlecht gemacht.
Als Beispiel, wenn ein "Roter Faden" eine Verbindung darstellen soll, dann darf der nicht an zerrissen sein.
oder wenn etwas misslungen ist, Dinge zB, die unterschiedlich sein sollten, aber alle gleich aussehen, dann stelle ich das doch nicht aus.

Wie auch immer, das Zeug war einfach ohne Liebe zusammen- bzw hergestellt worden.

Und ausgerechnet mich pickt die Künstlerin raus, damit ich ein paar Sätze sage und meine Meinung kund tue.
Ich habe dann ein bisschen die Ideen gelobt und das Ganze für interessant erklärt, Es haben ja auch so einige Leute zugehört und ich wollte nicht unhöflich sein.
Am Schluss hat sie micht dann mit Worten verabschiedet, dass sie sich freue, dass mir ihre Werke so gut gefallen haben.

Hätte ich ihr da, sozusagen unter vier Agen, sagen sollen, dass ich ihr Zeug für echt schlecht halte?

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29. Juni 2016 um 0:00

Glaube ich nicht
Zur eigentlichen Eröffnung hat eine wohl recht bekannte Kunsthistorikerin ihr Schaffen über den grünen Klee gelobt.

Die eine Hälfte muss man loben, klar, aber die anderen Sachen waren einfach so schlecht ausgeführt, dass sie die Botschaft nicht trugen, teilweise sogar das Gegenteil aussagten.
Es wurde sogar erklärt, worauf man zu achten hatte.

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29. Juni 2016 um 0:07

Also
mir gings nicht ums Gefallen, ein paar Sachen waren von der Ästhetik her sehr ansprechend, hätte kein Problem damit, sie mir irgendwo in die Ecke zu stellen.

Wenn man sagt, ein Werk soll diese Botschaft vermitteln und das tut es auf diese und jene Weise, dann muss "dieses und jenes" aber auch im Werk enthalten sein.

Stell Dir vor, jemand sagt:
"Dieses vollständige, fehlerlose Puzzle symbolisiert "Größer als Summe seinr Teile ... Blabla""
und dann fehlen da drei Teile oder sie sind am falschen Platz.
Verstehst Du, was ich meine?

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29. Juni 2016 um 0:10

Mich ärgert
es aber, dass ich ihr nicht gesagt habe, dass ich es offensichtlich finde, dass sie sich keine oder zumindest nicht genug Mühe gegeben hat.
(und ich mir ein bisschen veräppelt vorkam)

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29. Juni 2016 um 0:13

Hm
Kunst ist ja immer Geschmacksache.
Ich finde es ok, dass du sie vor den Zuhörern nicht kritisiert hast und ausweichen konntest.

Unter vier Augen kann man so was schon eher machen.
Meiner Erfahrung nach sind Künstler dankbar für Kritik, wobei das mehr im Schaffungsprozess der Fall ist.

So am Ende der Ausstellung....vielleicht hätte ihr das dann nur den Abend verdorben....

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29. Juni 2016 um 0:27
In Antwort auf rassami4

Hm
Kunst ist ja immer Geschmacksache.
Ich finde es ok, dass du sie vor den Zuhörern nicht kritisiert hast und ausweichen konntest.

Unter vier Augen kann man so was schon eher machen.
Meiner Erfahrung nach sind Künstler dankbar für Kritik, wobei das mehr im Schaffungsprozess der Fall ist.

So am Ende der Ausstellung....vielleicht hätte ihr das dann nur den Abend verdorben....

Aber das war es ja eben nicht
Es gibt eine Menge Sachen, die ich persönlich total doof finde, aber akzeptiere, dass sie Kunst sind.
Picasso zB, da honoriere ich die Idee, auch wenn ich das Werk potthässlch finde.

Heute waren das Sachen, die einfach nicht funktioniert haben,
Ich würde kein offensichtlich oder besser nachweislich misslungenes Bild austellen. Da wäre mir mein Stolz im Wege oder meine "Künstlerehre".

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29. Juni 2016 um 0:39
In Antwort auf dummschnack6

Aber das war es ja eben nicht
Es gibt eine Menge Sachen, die ich persönlich total doof finde, aber akzeptiere, dass sie Kunst sind.
Picasso zB, da honoriere ich die Idee, auch wenn ich das Werk potthässlch finde.

Heute waren das Sachen, die einfach nicht funktioniert haben,
Ich würde kein offensichtlich oder besser nachweislich misslungenes Bild austellen. Da wäre mir mein Stolz im Wege oder meine "Künstlerehre".

Vielleicht dachte sie,
das es ohnehin kein Schwein merkt.
Unter dem Aspekt, wäre es vielleicht doch angebracht, ihr bei der nächsten Gelegenheit noch mal die Meinung zu sagen.
Vielleicht nicht unbedingt mit den Worten, dass es echt schlecht ist (gut, kommt drauf an wie sensibel die Dame ist), sondern genauso, wie unten beschrieben.

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29. Juni 2016 um 7:22
In Antwort auf rassami4

Vielleicht dachte sie,
das es ohnehin kein Schwein merkt.
Unter dem Aspekt, wäre es vielleicht doch angebracht, ihr bei der nächsten Gelegenheit noch mal die Meinung zu sagen.
Vielleicht nicht unbedingt mit den Worten, dass es echt schlecht ist (gut, kommt drauf an wie sensibel die Dame ist), sondern genauso, wie unten beschrieben.


Schade, genau so wollte ich das formulieren.

"Uninspiriert und grottenschlecht ausgeführt!" darf ich dann wohl auch nicht sagen?

Nein, ich hätte das vermutlich in Fragen verpackt und geschaut, ob sie von selbst drauf kommt.

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30. Juni 2016 um 0:26
In Antwort auf dummschnack6


Schade, genau so wollte ich das formulieren.

"Uninspiriert und grottenschlecht ausgeführt!" darf ich dann wohl auch nicht sagen?

Nein, ich hätte das vermutlich in Fragen verpackt und geschaut, ob sie von selbst drauf kommt.

Tschuldigung
Ich hab diesen Satz: " Hätte ich ihr da, sozusagen unter vier Augen, sagen sollen, dass ich ihr Zeug für echt schlecht halte?"
wohl zu wörtlich genommen.

Vielleicht hast du ja irgendwann noch mal die Gelegenheit mit ihr zu sprechen.
Und wenn nicht ist es doch auch nicht schlimm.
Wenigstens ist sie nun glücklich

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15. Juli 2017 um 21:17

Ich sah mal in einer bank eine ausstellung ,von wie ich dachte,holzklötze von kindergärtnern "angekrakelt" bemalt wäre übertrieben

Nö.War das "Werk" eines bekannten Künstlers.Ich kannte den nicht aber das heisst nix.kunst ist geschmackssache aber oft wie im märchen "des kaisers neue kleider"wenige geben zu das sie nix sehen.oder das gesehene nicht gut finden.


ich mal gern acrylbilder,freue mich immer wenn freunde sagen ,wow krieg ich das?" und mein "kunstwerk"dann gerahmt in wohnungen oder praxen hängt.

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16. Juli 2017 um 0:49
In Antwort auf prismalicht

Ich sah mal in einer bank eine ausstellung ,von wie ich dachte,holzklötze von kindergärtnern "angekrakelt" bemalt wäre übertrieben

Nö.War das "Werk" eines bekannten Künstlers.Ich kannte den nicht aber das heisst nix.kunst ist geschmackssache aber oft wie im märchen "des kaisers neue kleider"wenige geben zu das sie nix sehen.oder das gesehene nicht gut finden.


ich mal gern acrylbilder,freue mich immer wenn freunde sagen ,wow krieg ich das?" und mein "kunstwerk"dann gerahmt in wohnungen oder praxen hängt.

Ich glaube, es ging da nicht um Geschmack oder die Botschaft hinter der Kunst, sondern darum, dass die Kunstwerke an den entscheidenden Stellen nicht akkurat, bzw. lieblos und gedankenlos ausgeführt waren.

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16. Juli 2017 um 0:56

Ich weiß nicht, es gibt gibt Musikstile, da bluten mir die Ohren, ich bin aber trotzdem bereit, anzuerkennen, "dass die Jungs was drauf haben", wenn es denn so ist.
Beherrschen sie aber ihre Instrumente nicht, können keinen Ton halten oder liefern billigste Kopien anderer Musiker ab, dann würde  ich ihnen den passenden Ton dazu sagen.

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16. Juli 2017 um 10:14

Jemandem zu sagen, dass man seine Musik nicht mag oder zu sagen, dass die Musik schlecht ist, da mache ich einen Unterschied.

Und dann gibt es noch den Unterschied, ob jemand schlecht spielt, weil er es nicht besser kann (finde ich okay) oder weil er sich keine Mühe gibt (die möchte ich am liebsten treten).

PS: Was haben Dudelsackspieler und Metalbands gemeinsam?
Man kann Amateure und Profis nicht am Klang unterscheiden.

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16. Juli 2017 um 10:51

Für mich ist das wichtig, ich finde es schlimmer, wenn gute Musik schlecht gemacht wird, als das schlechte Musik (also alles, was ich nicht mag) gut gemacht wird.

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16. Juli 2017 um 11:02
In Antwort auf kommtessa

Ich glaube, es ging da nicht um Geschmack oder die Botschaft hinter der Kunst, sondern darum, dass die Kunstwerke an den entscheidenden Stellen nicht akkurat, bzw. lieblos und gedankenlos ausgeführt waren.

Waren die holzklötze ja auch.

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30. Juli 2017 um 11:56

Um Geschmack geht es ja eben nicht.

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31. Juli 2017 um 10:07

Kann man schon unter 4 Augen direkt ansprechen, den richtigen Tonfall muss man halt hinbekommen.

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1. August 2017 um 12:20
In Antwort auf dummschnack6

Ich bin heute abend auf einer Vernissage gewesen und das, was das ausgestellt wurde, war einfach nur mies.

Die neuere Hälfte der Kunstwerke bestand aus Sachen zum Thema Flüchtlinge und bestand aus Gemälden auf denen Tiere dazu immer den selben Satz sagen (Okay, in Variationen).

Die älteren Sachen waren teilweise von der Idee her nicht schlecht, ging um Kontinuität und Veränderung, aber die Sachen waren richtig schlecht gemacht.
Als Beispiel, wenn ein "Roter Faden" eine Verbindung darstellen soll, dann darf der nicht an zerrissen sein.
oder wenn etwas misslungen ist, Dinge zB, die unterschiedlich sein sollten, aber alle gleich aussehen, dann stelle ich das doch nicht aus.

Wie auch immer, das Zeug war einfach ohne Liebe zusammen- bzw hergestellt worden.

Und ausgerechnet mich pickt die Künstlerin raus, damit ich ein paar Sätze sage und meine Meinung kund tue.
Ich habe dann ein bisschen die Ideen gelobt und das Ganze für interessant erklärt, Es haben ja auch so einige Leute zugehört und ich wollte nicht unhöflich sein.
Am Schluss hat sie micht dann mit Worten verabschiedet, dass sie sich freue, dass mir ihre Werke so gut gefallen haben.

Hätte ich ihr da, sozusagen unter vier Agen, sagen sollen, dass ich ihr Zeug für echt schlecht halte?

Schau, die Welt will belogen werden.
Was DU als schlecht empfindest mag von anderer Seite gelobt werden...
Lasse es so, wie es gelaufen ist.....

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