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Selbstzweifel / -kritik wegen Ausbildung

28. August 2017 um 22:05

Hallo ihr Lieben,

ich würde gern mal meine Gedanken nieder schreiben, in der Hoffnung, dass mir der ein oder andere vielleicht neuen Input geben kann.

Kurz zu mir: ich habe die Matura und arbeite nun seit 5 Jahren. Es war immer mein Plan (schon von klein auf), dass ich mal studieren werde. Allerdings sind meine Interessen breit gefächert, weshalb ich ein Studium von Jahr zu Jahr aufgeschoben habe. Ich wollte einfach weder Zeit noch Geld verschwenden. Vielleicht wollte ich mich auch einfach nicht festlegen. 

Ich habe seit 1 Jahr eine neue Stelle, die mir von der Arbeit her sehr gefällt. Auch das Team ist wirklich klasse. Nun ist es so, dass ich in meiner Abteilung die einzige Mitarbeiterin ohne Studium bin. Vor allem beim Gehalt ist der Unterschied deutlich zu spüren, was schon sehr an mir nagt.

Durch die neue Arbeit merke ich nun, dass mir ein Studienabschluss einfach wichtig ist. Zum Einen weil es immer mein Wunsch/Ziel war, zum Anderen weil ich mich gegenüber den anderen einfach irgendwie "minderwertig" fühle... Ich muss dazu sagen, dass mir niemand von den Kollegen dieses Gefühl vermittelt. Das kommt von mir selbst. Wie gesagt kratzt es an meinem Ego, dass die Berufseinsteiger mit Studienabschluss mit einem Gehalt einsteigen, welches ich nach 5 Jahren verdiene. Ich selbst fühle mich auch irgendwie "dumm", wenn alle von ihren Studienerfahrungen erzählen und ich nicht mitreden kann, oder wenn auf jeder Visitenkarte der Titel steht außer auf meiner. Ich gebe unumwunden zu, dass ein Teil von mir einfach neidisch ist, weil die alle das vor einigen Jahren schon angegangen sind und erfolgreich abgeschlossen haben, während ich es von Jahr zu Jahr rausgezögert habe.

Nun, natürlich liegt der Rat nahe, dass ich doch einfach studieren gehen soll, wenn ich das will. Es gibt 2 Dinge, die mich davon abhalten bzw. mich derzeit sehr verunsichern:

1. Meine jetziger Beruf war sehr viele Jahre lang mein Wunschberuf, den ich mir (vorerst) abgeschminkt hatte, weil ein Studium dafür meistens als Voraussetzung gesehen wird. So auch damals in der Stellenausschreibung, weshalb ich mich nicht für die Wunschstelle sondern für einen anderen Posten in der gleichen Firma beworben habe. Im Vorstellungsgespräch wurde mir dann meine Wunschstelle angeboten (juhuu). Nun gefällt mir die Arbeit wie bereits erwähnt sehr gut, ich kann selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und sehr viel lernen. Ist das dann jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Studium? Soll ich dafür wirklich meinen jetzigen Posten aufgeben, den ich mir eigentlich immer gewünscht habe?

2. Habe ich irgendwie die Angst, dass ich für ein Studium einfach zu blöd bin. Ich bin sicherlich nicht dumm, aber ich merke, dass mir das Lernen nicht mehr so einfach fällt, wie damals noch zu Schulzeiten. Irgendwo ja klar, das Gehirn ist das nicht mehr gewohnt und wahrscheinlich kommt man da schnell wieder rein. Dennoch fürchte ich mich davor, dass ich mit einem Studium beginne, nur um ein paar Monate oder auch Jahre später mit eingezogenem Schwanz zurückzukriechen, weil ich es doch nicht geschafft habe.

Ich wollte jetzt einfach mal eure Meinungen dazu hören.
Kennt vielleicht jemand diese Art von Neid?
Hat jemand von euch später mit einem Studium begonnen? Wenn ja, wie ist es euch ergangen?

Ich freue mich, wenn jemand seine Erfahrungen mit mir teilt Danke!

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28. August 2017 um 22:27

Leider nicht. Ich habe bereits mitbekommen, dass ein Studium neben Teilzeit nicht gern gesehen wird bzw. meistens abgelehnt wird.
Zudem haben im Sommer 2 von unserer Abteilung gekündigt, jetzt sind wir derzeit in einer etwas brenzligen Übergangs-/Neustrukturierungsphase.

Die Richtung ist mir mittlerweile klar, es gibt 2 Studien, zwischen denen ich mich entscheiden würde

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29. August 2017 um 1:18

Nun, ich kann schon verstehen, dass dein Arbeitgeber es nicht gern sieht, dass du neben dem Job noch studierst, denn das wird dich und ihn Reccourcen kosten. Wenn das Studium für ihn also keinerlei Mehrwert hat, sondern einfach nur dazu dienen würde dein Selbstwahrnehmung zu kurieren ist eine Teilzeitstelle für ihn eine Fehlinvestition.

Wenn deine Wahl aber auf ein Fach fällt, wo du deutlich mehr Aufgaben in deinem jetzigen Job lösen könntest, wäre das ein echter Verhandlungsvorteil für dich.
Auch wenn gerade bei euch Land unter ist (wegen der Kündigungen), könntest du einen Kompromis eingehen und ein Datum aushandeln, wo die Übergangsphase geschafft und Raum für deine "Fortbildung" frei sein sollte.

In der Verhandlung solltest du auch anmerken, dass es dir wichtig ist dich natürlich auch finanziell weiter zu entwickeln. Du kannst ja nicht immer auf dem selben Lohnlevel bleiben, wenn du Familie, Haus, Auto, Urlaub oder whatever im Leben noch erreichen/verwirklichen willst.

Es sollte auch im Interesse deines Arbeitgebers sein, ambitionierte und Leistungsbereite Leute im Team zu halten.

Falls keinerlei Verhandlungsbereitschaft bei deinem Arbeitgeber da ist, würde ich mir überlegen, obb das der richtige Ort für dich ist. Eine Firma ohne jede Aufstiegs/Weiterentwicklungschance würde ich meiden.

Grundsätzlich möchte ich dir nur den Rat mitgeben, ein Studium nicht mit einer Gucci-Tasche, also einem Statusobjekt zu verwechseln. Auch und insbesondere geisteswissenschaftliche Akademiker tun das leider sehr oft. Aber die haben von der realen Welt da draußen in der Wirtschaft nur begrenzt Ahnung. Dort sind zuverlässige und leistungsorientierte Leute gefragt. Für solche Leute ist ein Studium kein Statussymbol, sondern Mittel zum Zweck der Leistungsoptimierung

 

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29. August 2017 um 8:24
In Antwort auf evalina93

Hallo ihr Lieben,

ich würde gern mal meine Gedanken nieder schreiben, in der Hoffnung, dass mir der ein oder andere vielleicht neuen Input geben kann.

Kurz zu mir: ich habe die Matura und arbeite nun seit 5 Jahren. Es war immer mein Plan (schon von klein auf), dass ich mal studieren werde. Allerdings sind meine Interessen breit gefächert, weshalb ich ein Studium von Jahr zu Jahr aufgeschoben habe. Ich wollte einfach weder Zeit noch Geld verschwenden. Vielleicht wollte ich mich auch einfach nicht festlegen. 

Ich habe seit 1 Jahr eine neue Stelle, die mir von der Arbeit her sehr gefällt. Auch das Team ist wirklich klasse. Nun ist es so, dass ich in meiner Abteilung die einzige Mitarbeiterin ohne Studium bin. Vor allem beim Gehalt ist der Unterschied deutlich zu spüren, was schon sehr an mir nagt.

Durch die neue Arbeit merke ich nun, dass mir ein Studienabschluss einfach wichtig ist. Zum Einen weil es immer mein Wunsch/Ziel war, zum Anderen weil ich mich gegenüber den anderen einfach irgendwie "minderwertig" fühle... Ich muss dazu sagen, dass mir niemand von den Kollegen dieses Gefühl vermittelt. Das kommt von mir selbst. Wie gesagt kratzt es an meinem Ego, dass die Berufseinsteiger mit Studienabschluss mit einem Gehalt einsteigen, welches ich nach 5 Jahren verdiene. Ich selbst fühle mich auch irgendwie "dumm", wenn alle von ihren Studienerfahrungen erzählen und ich nicht mitreden kann, oder wenn auf jeder Visitenkarte der Titel steht außer auf meiner. Ich gebe unumwunden zu, dass ein Teil von mir einfach neidisch ist, weil die alle das vor einigen Jahren schon angegangen sind und erfolgreich abgeschlossen haben, während ich es von Jahr zu Jahr rausgezögert habe.

Nun, natürlich liegt der Rat nahe, dass ich doch einfach studieren gehen soll, wenn ich das will. Es gibt 2 Dinge, die mich davon abhalten bzw. mich derzeit sehr verunsichern:

1. Meine jetziger Beruf war sehr viele Jahre lang mein Wunschberuf, den ich mir (vorerst) abgeschminkt hatte, weil ein Studium dafür meistens als Voraussetzung gesehen wird. So auch damals in der Stellenausschreibung, weshalb ich mich nicht für die Wunschstelle sondern für einen anderen Posten in der gleichen Firma beworben habe. Im Vorstellungsgespräch wurde mir dann meine Wunschstelle angeboten (juhuu). Nun gefällt mir die Arbeit wie bereits erwähnt sehr gut, ich kann selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten und sehr viel lernen. Ist das dann jetzt der richtige Zeitpunkt für ein Studium? Soll ich dafür wirklich meinen jetzigen Posten aufgeben, den ich mir eigentlich immer gewünscht habe?

2. Habe ich irgendwie die Angst, dass ich für ein Studium einfach zu blöd bin. Ich bin sicherlich nicht dumm, aber ich merke, dass mir das Lernen nicht mehr so einfach fällt, wie damals noch zu Schulzeiten. Irgendwo ja klar, das Gehirn ist das nicht mehr gewohnt und wahrscheinlich kommt man da schnell wieder rein. Dennoch fürchte ich mich davor, dass ich mit einem Studium beginne, nur um ein paar Monate oder auch Jahre später mit eingezogenem Schwanz zurückzukriechen, weil ich es doch nicht geschafft habe.

Ich wollte jetzt einfach mal eure Meinungen dazu hören.
Kennt vielleicht jemand diese Art von Neid?
Hat jemand von euch später mit einem Studium begonnen? Wenn ja, wie ist es euch ergangen?

Ich freue mich, wenn jemand seine Erfahrungen mit mir teilt Danke!

in dem Falle fände ich es ehrlich gesagt sinnvoller, bei Dir selbst anzusetzen.
Ich muss zugeben, ich kenne diese Art Neid nicht und kann ihn mir auch nicht vorstellen, um ehrlich zu sein.
Ich hätte mir eher vorgestellt, dass Du vor STOLZ halb platzt, weil DU Deinen Traumjob hast, obwohl Du doch die Ausbildung eigentlich nicht hast. Bei ALLEN anderen wurde die verlangt und DU hast es ohne geschafft, weil man DIR trotzdem zutraut, dass Du es kannst, weil DU auch ohne die einen super Job machst. Ist das für Dich kein Grund, Dein Spiegelbild anzugrinsen bis über beide Ohren?

Ich sehe auch in den Stellenanzeigen heutzutage eher ein "abgeschlossenes Studium in ... ODER vergleichbare Qualifikation" - und ehrlich: meistens werden die bevorzugt, bei denen diese Qualifikation schlicht darin besteht, dass sie den Job (oder einen ähnlichen) schon gemacht haben.
Es ist nicht so selten, dass auch erfolgreiche Studienabgänger keinen guten Job bekommen, nicht nur wenn sie irgend was exotisches studiert haben, mal so am Rande.

Das was Du da als Gründe für ein Studium anführst, sind aus meiner Sicht zumindest die falschen.

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29. August 2017 um 20:40
In Antwort auf dlazaru

Nun, ich kann schon verstehen, dass dein Arbeitgeber es nicht gern sieht, dass du neben dem Job noch studierst, denn das wird dich und ihn Reccourcen kosten. Wenn das Studium für ihn also keinerlei Mehrwert hat, sondern einfach nur dazu dienen würde dein Selbstwahrnehmung zu kurieren ist eine Teilzeitstelle für ihn eine Fehlinvestition.

Wenn deine Wahl aber auf ein Fach fällt, wo du deutlich mehr Aufgaben in deinem jetzigen Job lösen könntest, wäre das ein echter Verhandlungsvorteil für dich.
Auch wenn gerade bei euch Land unter ist (wegen der Kündigungen), könntest du einen Kompromis eingehen und ein Datum aushandeln, wo die Übergangsphase geschafft und Raum für deine "Fortbildung" frei sein sollte.

In der Verhandlung solltest du auch anmerken, dass es dir wichtig ist dich natürlich auch finanziell weiter zu entwickeln. Du kannst ja nicht immer auf dem selben Lohnlevel bleiben, wenn du Familie, Haus, Auto, Urlaub oder whatever im Leben noch erreichen/verwirklichen willst.

Es sollte auch im Interesse deines Arbeitgebers sein, ambitionierte und Leistungsbereite Leute im Team zu halten.

Falls keinerlei Verhandlungsbereitschaft bei deinem Arbeitgeber da ist, würde ich mir überlegen, obb das der richtige Ort für dich ist. Eine Firma ohne jede Aufstiegs/Weiterentwicklungschance würde ich meiden.

Grundsätzlich möchte ich dir nur den Rat mitgeben, ein Studium nicht mit einer Gucci-Tasche, also einem Statusobjekt zu verwechseln. Auch und insbesondere geisteswissenschaftliche Akademiker tun das leider sehr oft. Aber die haben von der realen Welt da draußen in der Wirtschaft nur begrenzt Ahnung. Dort sind zuverlässige und leistungsorientierte Leute gefragt. Für solche Leute ist ein Studium kein Statussymbol, sondern Mittel zum Zweck der Leistungsoptimierung

 

Hallo dlazaru,
danke für deine Antwort, dein Rat und auch dein klares Statement zum Schluss haben mir gut getan!

So eine Verhandlung wäre wirklich anzudenken. Noch nicht gleich, aber in einem Jahr könnte ich mir das gut vorstellen (momentan ist noch alles zu "neu", für mich persönlich wurde es erst vor ein paar Monaten interessant, da ich da meine eigenen Projekte bekommen habe).

Ich stimme dir zu, dass viele Akademiker leider oft mal einem Trugbild bezüglich ihrer eigenen Kompetenzen unterliegen. Wir haben so einen Fall ganz aktuell bei uns in der Abteilung - wissenschaftliches Studium, sehr altklug, wenig Hausverstand, wenig Selbstständigkeit. Wenn ich dann aber höre, dass diese Person mit einem Nettogehalt eingestiegen ist, das ich erst ab Herbst verdienen werde, weil ich es mir erarbeiten musste (wie es sich ja auch gehört..), dann kratzt das leider sehr an meinem Ego.. ich weiß, das ist keine schöne Eigenschaft und gehört schnellstens abgelegt. Ich arbeite an mir!

 

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29. August 2017 um 20:50
In Antwort auf avarrassterne1

in dem Falle fände ich es ehrlich gesagt sinnvoller, bei Dir selbst anzusetzen.
Ich muss zugeben, ich kenne diese Art Neid nicht und kann ihn mir auch nicht vorstellen, um ehrlich zu sein.
Ich hätte mir eher vorgestellt, dass Du vor STOLZ halb platzt, weil DU Deinen Traumjob hast, obwohl Du doch die Ausbildung eigentlich nicht hast. Bei ALLEN anderen wurde die verlangt und DU hast es ohne geschafft, weil man DIR trotzdem zutraut, dass Du es kannst, weil DU auch ohne die einen super Job machst. Ist das für Dich kein Grund, Dein Spiegelbild anzugrinsen bis über beide Ohren?

Ich sehe auch in den Stellenanzeigen heutzutage eher ein "abgeschlossenes Studium in ... ODER vergleichbare Qualifikation" - und ehrlich: meistens werden die bevorzugt, bei denen diese Qualifikation schlicht darin besteht, dass sie den Job (oder einen ähnlichen) schon gemacht haben.
Es ist nicht so selten, dass auch erfolgreiche Studienabgänger keinen guten Job bekommen, nicht nur wenn sie irgend was exotisches studiert haben, mal so am Rande.

Das was Du da als Gründe für ein Studium anführst, sind aus meiner Sicht zumindest die falschen.

Danke für deine klare Meinung! 
Du hast recht. In meinen "starken" Momenten versuche ich das so zu sehen wie du und denke mir auch "da kannst du doch jetzt echt mal stolz auf dich sein!". Nur leider verliere ich das sehr schnell wieder aus den Augen. Ich weiß nicht, warum ich diesbezüglich so mit mir selbst zu kämpfen habe.

Ich habe lange hin und her überlegt, was nun wirklich meine Gründe für ein Studium sind. Vor einem Jahr dachte ich, dass es mir - salopp gesagt - rein um den Titel geht, damit ich den im Sack habe und den anderen in nichts nachstehe. Mittlerweile weiß ich, dass ich um meinetwillen studieren gehen will. Ich möchte mich weiterbilden, möchte mehr Wissen erlangen und das auch auf Theorie-Ebene. Ich habe schon "viel" Praxiserfahung, ich möchte die Dinge auch von einer anderen Perspektive betrachten und lernen, Lösungswege zu finden. Zumindest das ist mir klar geworden

Nur stellt sich für mich eben die Frage des richtigen Zeitpunktes, weil ich meinen Traumjob nun nicht so einfach riskieren oder gar aufgeben will. 
Mein ursprünglicher Plan war 4 Jahre arbeiten und dann das Selbsterhalterstipendium beantragen. Das wäre im Winter 2016 so weit gewesen. Im Sommer 2016 habe ich meinen Job gekündigt und mir gedacht, arbeite das halbe Jahr noch da und dann gehst du studieren. Und dann hat sich wider Erwarten diese Tür geöffnet, dass ich in den Beruf reinkomme, auf den ich später - mit Studium - wahrscheinlich hingestrebt hätte. Hast du hier noch einen Rat für mich? Was würdest du an meiner Stelle machen?

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29. August 2017 um 20:56

Hallo daphne, du bringst es auf den Punkt - früher oder später muss ich mich entscheiden. 

Finanziell würde ich über die Runden kommen. Ich habe gespart und hätte wegen der Berufserfahrung gute Chancen auf ein Selbsterhalterstipendium (soweit ich derzeit informiert bin). Ich würde in den Sommerferien dann auch arbeiten gehen. Das war auch eigentlich immer mein Plan (ich habe im Post vorher etwas detaillierter dazu geschrieben).

Mittlerweile weiß ich auch, dass ich studieren gehen möchte und zwar für mich als persönliche Erfahrung und Weiterbildung, das ist mir wichtig. 
Meine Wunschvorstellung ist ja, dass ich jetzt noch 1 - 2 Jahre Vollzeit arbeite und dann auf Teilzeit gehe und nebenbei studiere. Nur befürchte ich eben, dass meine Chefinnen das nicht mitmachen werden. Es ist so, dass wir einige haben, die bei uns Teilzeit arbeiten und nebenbei studieren. Aber wenn man als Vollzeitmitarbeiter später diesen Wunsch äußert, wird er abgelehnt und es hagelt einen Vortrag im Sinne von, dass man das Unternehmen im Stich lässt Das finde ich sehr schade. 


 

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29. August 2017 um 21:43
In Antwort auf evalina93

Hallo dlazaru,
danke für deine Antwort, dein Rat und auch dein klares Statement zum Schluss haben mir gut getan!

So eine Verhandlung wäre wirklich anzudenken. Noch nicht gleich, aber in einem Jahr könnte ich mir das gut vorstellen (momentan ist noch alles zu "neu", für mich persönlich wurde es erst vor ein paar Monaten interessant, da ich da meine eigenen Projekte bekommen habe).

Ich stimme dir zu, dass viele Akademiker leider oft mal einem Trugbild bezüglich ihrer eigenen Kompetenzen unterliegen. Wir haben so einen Fall ganz aktuell bei uns in der Abteilung - wissenschaftliches Studium, sehr altklug, wenig Hausverstand, wenig Selbstständigkeit. Wenn ich dann aber höre, dass diese Person mit einem Nettogehalt eingestiegen ist, das ich erst ab Herbst verdienen werde, weil ich es mir erarbeiten musste (wie es sich ja auch gehört..), dann kratzt das leider sehr an meinem Ego.. ich weiß, das ist keine schöne Eigenschaft und gehört schnellstens abgelegt. Ich arbeite an mir!

 

mach mal sachte... auch jemand, der studiert hat, hat sich das Einstiegsgehalt erarbeitet. Überwiegend deutlich länger gelernt - in vielen Fällen ohne dabei irgendwelches Geld zu verdienen oder sich mit irgendwelchen Nebenjobs herumgeschlagen, als Du schon lange viel schönere Gehaltszettel in der Tasche hattest. Das kehrt Dein angekratzes Ego der besseren Argumentation wegen wohl lieber unter den Tisch, hmmm?

Ein angekratzes Ego poliert bestimmt nicht durch halbseidene und einseitige Vergleiche auf Hochglanz, das hat eher den gegenteiligen Effekt. Auch nicht dadurch, dass man andere abwertet, sondern dadurch, dass man das, was man SELBST erreicht hat, angemessen würdigt.
Ja, mag sein, dass Dir die Studienabgänger auffallen, die ein ach so tolles Einstiegsgehalt haben. Das ist aber noch lange nicht die ganze Wahrheit.
 

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29. August 2017 um 21:59
In Antwort auf avarrassterne1

mach mal sachte... auch jemand, der studiert hat, hat sich das Einstiegsgehalt erarbeitet. Überwiegend deutlich länger gelernt - in vielen Fällen ohne dabei irgendwelches Geld zu verdienen oder sich mit irgendwelchen Nebenjobs herumgeschlagen, als Du schon lange viel schönere Gehaltszettel in der Tasche hattest. Das kehrt Dein angekratzes Ego der besseren Argumentation wegen wohl lieber unter den Tisch, hmmm?

Ein angekratzes Ego poliert bestimmt nicht durch halbseidene und einseitige Vergleiche auf Hochglanz, das hat eher den gegenteiligen Effekt. Auch nicht dadurch, dass man andere abwertet, sondern dadurch, dass man das, was man SELBST erreicht hat, angemessen würdigt.
Ja, mag sein, dass Dir die Studienabgänger auffallen, die ein ach so tolles Einstiegsgehalt haben. Das ist aber noch lange nicht die ganze Wahrheit.
 

Natürlich haben sie sich das verdient. Ich habe nirgends geschrieben, dass dem nicht so ist  Ich werte auch niemanden ab, ich habe nur ein zu deinem Statement passendes Beispiel beschrieben. 

Aber ich denke, es ist schon auch menschlich und nicht verwerflich, wenn gewisse Gehälterverteilungen unfair erscheinen.

Vielleicht hätte ich das auch besser beschreiben müssen: Ich bin in einer Position, wo man Projektleiter ist, das heißt, unsere Abteilung hat den Kundenkontakt und ist zuständig dafür, dass die Projekte reibungslos ablaufen, Fehler (eigene oder auch von anderen Abteilungen) müssen wir ausbaden. 

Dadurch, dass jetzt 2 gekündigt haben (die, die am längsten in der Firma in meiner Abteilung waren), liegen jetzt deutlich mehr Kunden und damit auch Verantwortung bei mir. Auch gewisse Absprachen mit Partnern sowie die Einschulung 2 neuer Mitarbeiter liegen (unter anderem - ist aufgeteilt) bei mir. 

Die neue Mitarbeiterin ist jetzt 3 Wochen da, leider sehr unselbstständig, auch sehr frech und nicht sehr verantwortungsbewusst. Kundenkontakt hat sie aktuell noch keinen, weil sie dafür zu unerfahren ist und ihr die praktische Erfahrung fehlt.
Wenn ich dann von ihr direkt darauf angesprochen werde, ob ich auch mit diesem Nettogehalt eingestiegen bin (ich verdiene das erst ab Herbst) und dass ihr das viel zu wenig ist und sie sich mehr erwartet und ob sie das einfordern kann, dann muss ich schon erstmal schlucken... 

Klar ist das keine schöne Eigenschaft von mir, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass du diese Situation in dem Moment als fair bezeichnen würdest, oder etwa doch?
Wärst du hier nicht auch erstmal überrumpelt?

Gerne dazu deine Meinung oder vielleicht hast du ja auch Tipps, wie ich mich in so einer Situation besser von meinen negativen Gefühlen abgrenzen kann?

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29. August 2017 um 22:04
In Antwort auf evalina93

Natürlich haben sie sich das verdient. Ich habe nirgends geschrieben, dass dem nicht so ist  Ich werte auch niemanden ab, ich habe nur ein zu deinem Statement passendes Beispiel beschrieben. 

Aber ich denke, es ist schon auch menschlich und nicht verwerflich, wenn gewisse Gehälterverteilungen unfair erscheinen.

Vielleicht hätte ich das auch besser beschreiben müssen: Ich bin in einer Position, wo man Projektleiter ist, das heißt, unsere Abteilung hat den Kundenkontakt und ist zuständig dafür, dass die Projekte reibungslos ablaufen, Fehler (eigene oder auch von anderen Abteilungen) müssen wir ausbaden. 

Dadurch, dass jetzt 2 gekündigt haben (die, die am längsten in der Firma in meiner Abteilung waren), liegen jetzt deutlich mehr Kunden und damit auch Verantwortung bei mir. Auch gewisse Absprachen mit Partnern sowie die Einschulung 2 neuer Mitarbeiter liegen (unter anderem - ist aufgeteilt) bei mir. 

Die neue Mitarbeiterin ist jetzt 3 Wochen da, leider sehr unselbstständig, auch sehr frech und nicht sehr verantwortungsbewusst. Kundenkontakt hat sie aktuell noch keinen, weil sie dafür zu unerfahren ist und ihr die praktische Erfahrung fehlt.
Wenn ich dann von ihr direkt darauf angesprochen werde, ob ich auch mit diesem Nettogehalt eingestiegen bin (ich verdiene das erst ab Herbst) und dass ihr das viel zu wenig ist und sie sich mehr erwartet und ob sie das einfordern kann, dann muss ich schon erstmal schlucken... 

Klar ist das keine schöne Eigenschaft von mir, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass du diese Situation in dem Moment als fair bezeichnen würdest, oder etwa doch?
Wärst du hier nicht auch erstmal überrumpelt?

Gerne dazu deine Meinung oder vielleicht hast du ja auch Tipps, wie ich mich in so einer Situation besser von meinen negativen Gefühlen abgrenzen kann?

PS: zeitgleich hat noch eine weitere neue Mitarbeiterin angefangen, kommt ebenfalls frisch vom Studium ohne Berufserfahrung und die ist top  Also es geht mir hier nicht darum, Akademiker abzuwerten. Wäre ja auch etwas dumm von mir, wo ich doch selbst studieren gehen möchte

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30. August 2017 um 8:09
In Antwort auf evalina93

Natürlich haben sie sich das verdient. Ich habe nirgends geschrieben, dass dem nicht so ist  Ich werte auch niemanden ab, ich habe nur ein zu deinem Statement passendes Beispiel beschrieben. 

Aber ich denke, es ist schon auch menschlich und nicht verwerflich, wenn gewisse Gehälterverteilungen unfair erscheinen.

Vielleicht hätte ich das auch besser beschreiben müssen: Ich bin in einer Position, wo man Projektleiter ist, das heißt, unsere Abteilung hat den Kundenkontakt und ist zuständig dafür, dass die Projekte reibungslos ablaufen, Fehler (eigene oder auch von anderen Abteilungen) müssen wir ausbaden. 

Dadurch, dass jetzt 2 gekündigt haben (die, die am längsten in der Firma in meiner Abteilung waren), liegen jetzt deutlich mehr Kunden und damit auch Verantwortung bei mir. Auch gewisse Absprachen mit Partnern sowie die Einschulung 2 neuer Mitarbeiter liegen (unter anderem - ist aufgeteilt) bei mir. 

Die neue Mitarbeiterin ist jetzt 3 Wochen da, leider sehr unselbstständig, auch sehr frech und nicht sehr verantwortungsbewusst. Kundenkontakt hat sie aktuell noch keinen, weil sie dafür zu unerfahren ist und ihr die praktische Erfahrung fehlt.
Wenn ich dann von ihr direkt darauf angesprochen werde, ob ich auch mit diesem Nettogehalt eingestiegen bin (ich verdiene das erst ab Herbst) und dass ihr das viel zu wenig ist und sie sich mehr erwartet und ob sie das einfordern kann, dann muss ich schon erstmal schlucken... 

Klar ist das keine schöne Eigenschaft von mir, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass du diese Situation in dem Moment als fair bezeichnen würdest, oder etwa doch?
Wärst du hier nicht auch erstmal überrumpelt?

Gerne dazu deine Meinung oder vielleicht hast du ja auch Tipps, wie ich mich in so einer Situation besser von meinen negativen Gefühlen abgrenzen kann?

ich weiß schon was Projektleitung ist, mache ich seit einigen Jahren teilweise auch mit (da wir eine kleine Firma sind teilweise vom Lasten-/Pflichtenheft über die Koordination mit Kunden und Koordination mit und zwischen den (internen und externen) Kollegen bis hin zu Übergabe / Abnahme) - und ich werde auch nicht als Projektleiter bezahlt. Auch Kollegen, die in anderen Firmen das gleiche machen, wie ich hier, werden teilweise um Klassen höher bezahlt. Na und? Ich kümmere mich um mein Gehalt und nicht um das von anderen. Immer. Ausschließlich. Wenn das nicht passt, muss ich mit meinem Chef reden. Wenn das auch nicht reicht, mich halt bei BMW & Co bewerben, weil die besser zahlen.

Bei uns in der Firma ist es im Übrigen offiziell nicht erlaubt, die Gehälter mit den Kollegen zu diskutieren. Ich weiß nicht, was bei meinen Kollegen auf dem Gehaltszettel steht und sie wissen es von mir nicht. Ist zumindest hier in D die übliche Regel, dass dazu eine Klausel im Arbeitsvertrag steht - und ehrlich gesagt, das finde ich auch wesentlich besser so, damit habe ich solche Neiddebatten unter Kollegen gar nicht erst am Hals. Schlecht verdiene ich ganz bestimmt nicht.
Oh und ja, ich habe auch studiert. Will heißen: ich hatte (Ferienjobs mal rausgerechnet) mit 24 Jahren das erste mal überhaupt einen Gehaltszettel in der Hand, da hatten alle Bekannten, die eine Ausbildung gemacht haben, schon lange ihr eigenes Geld, während ich immer noch bei meinen Eltern betteln gehen mußte und andere Komilitonen einen hübschen Berg Bafög-Schulden angehäuft haben (habe letztens irgendwo gelesen, das sind üblicher Weise um die 50.000 Euro Schulden, die auch wieder abbezahlt werden müssen!) - von daher kann ich das, was Du darin siehst, noch um einiges weniger nachvollziehen.

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30. August 2017 um 14:26
In Antwort auf evalina93

Natürlich haben sie sich das verdient. Ich habe nirgends geschrieben, dass dem nicht so ist  Ich werte auch niemanden ab, ich habe nur ein zu deinem Statement passendes Beispiel beschrieben. 

Aber ich denke, es ist schon auch menschlich und nicht verwerflich, wenn gewisse Gehälterverteilungen unfair erscheinen.

Vielleicht hätte ich das auch besser beschreiben müssen: Ich bin in einer Position, wo man Projektleiter ist, das heißt, unsere Abteilung hat den Kundenkontakt und ist zuständig dafür, dass die Projekte reibungslos ablaufen, Fehler (eigene oder auch von anderen Abteilungen) müssen wir ausbaden. 

Dadurch, dass jetzt 2 gekündigt haben (die, die am längsten in der Firma in meiner Abteilung waren), liegen jetzt deutlich mehr Kunden und damit auch Verantwortung bei mir. Auch gewisse Absprachen mit Partnern sowie die Einschulung 2 neuer Mitarbeiter liegen (unter anderem - ist aufgeteilt) bei mir. 

Die neue Mitarbeiterin ist jetzt 3 Wochen da, leider sehr unselbstständig, auch sehr frech und nicht sehr verantwortungsbewusst. Kundenkontakt hat sie aktuell noch keinen, weil sie dafür zu unerfahren ist und ihr die praktische Erfahrung fehlt.
Wenn ich dann von ihr direkt darauf angesprochen werde, ob ich auch mit diesem Nettogehalt eingestiegen bin (ich verdiene das erst ab Herbst) und dass ihr das viel zu wenig ist und sie sich mehr erwartet und ob sie das einfordern kann, dann muss ich schon erstmal schlucken... 

Klar ist das keine schöne Eigenschaft von mir, aber ich kann mir schwer vorstellen, dass du diese Situation in dem Moment als fair bezeichnen würdest, oder etwa doch?
Wärst du hier nicht auch erstmal überrumpelt?

Gerne dazu deine Meinung oder vielleicht hast du ja auch Tipps, wie ich mich in so einer Situation besser von meinen negativen Gefühlen abgrenzen kann?

P.S.: ich habe leider auch nach einer Weile darüber nachgrübeln mal so gar keine Ahnung, wie man sich da von den negativen Gefühlen abgrenzen könnte, dazu kann ich sie wohl zu wenig verstehen.
Mir ist schlicht herzlich egal, was meine Kollegin verdient, die in etwa den gleichen Job macht wie ich. Ich weiß es nicht, es interessiert mich auch nicht. Selbst wenn ich jetzt wüßte, dass es deutlich mehr ist, als ich bekomme... *schulterzuck* ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das irgendwie hebt.

Ich bin in einer Ärzte-Familie aufgewachsen, wo den meisten ihr Doktor-Titel wirklich schrecklich wichtig war - ist vielleicht ein Grund, dass mir Titel & Co überhaupt nichts bedeuten. Ich habe auch keinen (und kein Verlangen danach).

Bei mir in der Firma arbeiten ziemlich viele Quereinsteiger, die in dem Bereich, in dem sie arbeiten keine Ausbildung haben, auch nicht studiert haben, teilweise gar keine abgeschlossene Ausbildung in *irgendwas* haben - auch in hochqualifizierten Jobs. Ich wüßte nicht, dass die sich minderwertig fühlen würden - dazu haben sie ja auch gar keinen Grund.

Kurz: Mein Verhältnis zu anderen Menschen (Kollegen oder nicht), meine Achtung vor ihnen usw. hat null mit ihrem Abschluss und ihrem Titel und ihrem Gehalt zu tun (und mit meinem Abschluss und meinem Gehalt auch nicht)

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30. August 2017 um 14:34
In Antwort auf avarrassterne1

P.S.: ich habe leider auch nach einer Weile darüber nachgrübeln mal so gar keine Ahnung, wie man sich da von den negativen Gefühlen abgrenzen könnte, dazu kann ich sie wohl zu wenig verstehen.
Mir ist schlicht herzlich egal, was meine Kollegin verdient, die in etwa den gleichen Job macht wie ich. Ich weiß es nicht, es interessiert mich auch nicht. Selbst wenn ich jetzt wüßte, dass es deutlich mehr ist, als ich bekomme... *schulterzuck* ich kann mir nicht vorstellen, dass mich das irgendwie hebt.

Ich bin in einer Ärzte-Familie aufgewachsen, wo den meisten ihr Doktor-Titel wirklich schrecklich wichtig war - ist vielleicht ein Grund, dass mir Titel & Co überhaupt nichts bedeuten. Ich habe auch keinen (und kein Verlangen danach).

Bei mir in der Firma arbeiten ziemlich viele Quereinsteiger, die in dem Bereich, in dem sie arbeiten keine Ausbildung haben, auch nicht studiert haben, teilweise gar keine abgeschlossene Ausbildung in *irgendwas* haben - auch in hochqualifizierten Jobs. Ich wüßte nicht, dass die sich minderwertig fühlen würden - dazu haben sie ja auch gar keinen Grund.

Kurz: Mein Verhältnis zu anderen Menschen (Kollegen oder nicht), meine Achtung vor ihnen usw. hat null mit ihrem Abschluss und ihrem Titel und ihrem Gehalt zu tun (und mit meinem Abschluss und meinem Gehalt auch nicht)

heut bin ich völlig neben der Spur, ich hab endlos viel geschrieben, nur das, worauf ich eigentlich hinaus wollte, fehlt.

Klingt mir irgendwie als wäre bei Dir das das Selbstbewußtsein - zumindest in diesem Punkt angeknackst. Da würde ich an Deiner Stelle schon ansetzen - unabhängig vom Studium
 

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1. September 2017 um 15:10
In Antwort auf avarrassterne1

heut bin ich völlig neben der Spur, ich hab endlos viel geschrieben, nur das, worauf ich eigentlich hinaus wollte, fehlt.

Klingt mir irgendwie als wäre bei Dir das das Selbstbewußtsein - zumindest in diesem Punkt angeknackst. Da würde ich an Deiner Stelle schon ansetzen - unabhängig vom Studium
 

Liebe Avarrassterne,
danke für deine ausführlichen Antworten.

Darf ich fragen, was du studiert hast?

Ja, da bin ich bei dir. Über Gehälter reden kann sehr negative Auswirkungen haben. Aber wir haben in dem Fall ja nicht über unsere Gehälter gesprochen, sondern sie hat mich einfach gezielt gefragt, ob ich auch mit diesem Betrag eingestiegen bin. Somit hat sie mich überrumpelt. Naja, blöd gelaufen. Wir haben übrigens keine solche Klausel im Vertrag, ich glaube, in Österreich ist das nicht ganz so streng.

Ich finde das sehr bewundernswert, dass ein Gefühl wie Neid bei dir in einer solchen Situation gar nicht aufkommen würde. Du hast natürlich recht, mein Selbstbewusstsein ist an dieser Stelle wirklich angeknackst. Ich weiß leider nicht, wieso, aber vielleicht finde ich das ja noch heraus.

Meine Achtung anderen Menschen gegenüber hängt auch null von Ausbildung und Titel ab. Eher befürchte ich, dass es anders rum ist und mache mir Sorgen, dass manche Leute keinen Respekt/Achtung vor mir haben, weil ich keine Akademikerin bin. Ich kann mir das bezüglich meinem Umfeld einbilden... aber es ist Fakt, dass es einige Menschen mit diesem Standpunkt gibt.

Ich denke, ich sollte mich einfach mehr auf mich selbst und meine eigene Zufriedenheit sowie Wünsche konzentrieren - und das unabhängig der Meinung von anderen. 

Danke für deine klare Meinung!
 

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1. September 2017 um 20:06
In Antwort auf evalina93

Liebe Avarrassterne,
danke für deine ausführlichen Antworten.

Darf ich fragen, was du studiert hast?

Ja, da bin ich bei dir. Über Gehälter reden kann sehr negative Auswirkungen haben. Aber wir haben in dem Fall ja nicht über unsere Gehälter gesprochen, sondern sie hat mich einfach gezielt gefragt, ob ich auch mit diesem Betrag eingestiegen bin. Somit hat sie mich überrumpelt. Naja, blöd gelaufen. Wir haben übrigens keine solche Klausel im Vertrag, ich glaube, in Österreich ist das nicht ganz so streng.

Ich finde das sehr bewundernswert, dass ein Gefühl wie Neid bei dir in einer solchen Situation gar nicht aufkommen würde. Du hast natürlich recht, mein Selbstbewusstsein ist an dieser Stelle wirklich angeknackst. Ich weiß leider nicht, wieso, aber vielleicht finde ich das ja noch heraus.

Meine Achtung anderen Menschen gegenüber hängt auch null von Ausbildung und Titel ab. Eher befürchte ich, dass es anders rum ist und mache mir Sorgen, dass manche Leute keinen Respekt/Achtung vor mir haben, weil ich keine Akademikerin bin. Ich kann mir das bezüglich meinem Umfeld einbilden... aber es ist Fakt, dass es einige Menschen mit diesem Standpunkt gibt.

Ich denke, ich sollte mich einfach mehr auf mich selbst und meine eigene Zufriedenheit sowie Wünsche konzentrieren - und das unabhängig der Meinung von anderen. 

Danke für deine klare Meinung!
 

Informatik. Also Wirtschaftsinformatik, genau genommen.

Was den Neid angeht: mag daran liegen, dass ich ein zu lockeres Verhältnis zu Geld habe und mir an einem Job andere Dinge wichtiger sind. Ok, ich kann die große Klappe schwingen, weil ich recht gut verdiene, aber es gab auch schon Zeiten mit dem, was so als "Existenzminimum" definiert wird in meinem Leben. Von daher kann ich vielleicht auch jetzt den relativen Luxus genießen, ohne zu stark nach mehr zu gieren.

Was die Meinung von anderen über mich angeht - ich bin so oder so Außenseiter. Ok, bin ich einer mit Studium und inzwischen mit gutem Job, aber Menschen, die vor mir keine Achtung haben, gibt es so oder so immer genug. Be it, mich muss nicht jeder toll finden, ich mag schließlich auch nicht jeden *schulterzuck*

"Ich denke, ich sollte mich einfach mehr auf mich selbst und meine eigene Zufriedenheit sowie Wünsche konzentrieren - und das unabhängig der Meinung von anderen"
=> ja, wenn man die Meinung der anderen gar nicht berücksichtigt, ist das ein Fehler. Aber wenn man ihr zu viel Wert beimisst auch. Und ein gigantischer Fehler ist es meiner Meinung nach, wenn man sich sehr stark von dem beeinflussen lässt, was man denkt, dass man annimmt, das vermutlich die anderen meinen würden
 

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2. September 2017 um 10:57
In Antwort auf dlazaru

Nun, ich kann schon verstehen, dass dein Arbeitgeber es nicht gern sieht, dass du neben dem Job noch studierst, denn das wird dich und ihn Reccourcen kosten. Wenn das Studium für ihn also keinerlei Mehrwert hat, sondern einfach nur dazu dienen würde dein Selbstwahrnehmung zu kurieren ist eine Teilzeitstelle für ihn eine Fehlinvestition.

Wenn deine Wahl aber auf ein Fach fällt, wo du deutlich mehr Aufgaben in deinem jetzigen Job lösen könntest, wäre das ein echter Verhandlungsvorteil für dich.
Auch wenn gerade bei euch Land unter ist (wegen der Kündigungen), könntest du einen Kompromis eingehen und ein Datum aushandeln, wo die Übergangsphase geschafft und Raum für deine "Fortbildung" frei sein sollte.

In der Verhandlung solltest du auch anmerken, dass es dir wichtig ist dich natürlich auch finanziell weiter zu entwickeln. Du kannst ja nicht immer auf dem selben Lohnlevel bleiben, wenn du Familie, Haus, Auto, Urlaub oder whatever im Leben noch erreichen/verwirklichen willst.

Es sollte auch im Interesse deines Arbeitgebers sein, ambitionierte und Leistungsbereite Leute im Team zu halten.

Falls keinerlei Verhandlungsbereitschaft bei deinem Arbeitgeber da ist, würde ich mir überlegen, obb das der richtige Ort für dich ist. Eine Firma ohne jede Aufstiegs/Weiterentwicklungschance würde ich meiden.

Grundsätzlich möchte ich dir nur den Rat mitgeben, ein Studium nicht mit einer Gucci-Tasche, also einem Statusobjekt zu verwechseln. Auch und insbesondere geisteswissenschaftliche Akademiker tun das leider sehr oft. Aber die haben von der realen Welt da draußen in der Wirtschaft nur begrenzt Ahnung. Dort sind zuverlässige und leistungsorientierte Leute gefragt. Für solche Leute ist ein Studium kein Statussymbol, sondern Mittel zum Zweck der Leistungsoptimierung

 

Super Kommentar. 

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6. September 2017 um 19:29
In Antwort auf avarrassterne1

Informatik. Also Wirtschaftsinformatik, genau genommen.

Was den Neid angeht: mag daran liegen, dass ich ein zu lockeres Verhältnis zu Geld habe und mir an einem Job andere Dinge wichtiger sind. Ok, ich kann die große Klappe schwingen, weil ich recht gut verdiene, aber es gab auch schon Zeiten mit dem, was so als "Existenzminimum" definiert wird in meinem Leben. Von daher kann ich vielleicht auch jetzt den relativen Luxus genießen, ohne zu stark nach mehr zu gieren.

Was die Meinung von anderen über mich angeht - ich bin so oder so Außenseiter. Ok, bin ich einer mit Studium und inzwischen mit gutem Job, aber Menschen, die vor mir keine Achtung haben, gibt es so oder so immer genug. Be it, mich muss nicht jeder toll finden, ich mag schließlich auch nicht jeden *schulterzuck*

"Ich denke, ich sollte mich einfach mehr auf mich selbst und meine eigene Zufriedenheit sowie Wünsche konzentrieren - und das unabhängig der Meinung von anderen"
=> ja, wenn man die Meinung der anderen gar nicht berücksichtigt, ist das ein Fehler. Aber wenn man ihr zu viel Wert beimisst auch. Und ein gigantischer Fehler ist es meiner Meinung nach, wenn man sich sehr stark von dem beeinflussen lässt, was man denkt, dass man annimmt, das vermutlich die anderen meinen würden
 

Und ein gigantischer Fehler ist es meiner Meinung nach, wenn man sich sehr stark von dem beeinflussen lässt, was man denkt, dass man annimmt, das vermutlich die anderen meinen würden

Da hast du mich erwischt
Vielen Dank nochmal für deine klaren Worte und auch vielen Dank an die anderen, die einen Beitrag verfasst haben!

Es hat mir gut getan, mal ganz offen über das alles zu schreiben und ihr habt mir auch geholfen, dass ich die positiven Dinge wieder viel mehr wahrnehme. Auch, dass ich nun einen "Plan" habe, wie ich zum Beispiel argumentieren kann, wenn es dann soweit ist mit einem Studium. Also danke! 

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