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Religiöse Gefühle

26. Mai 2009 um 16:24

Hallo ihr Lieben,

Ich wüsste gerne eure Meinung zum Thema. Um die Diskussion dynamisch zu starten, beginne ich mal mit einigen Fragen, an denen man sich vielleicht orientieren kann, aber ihr dürft auch gerne alles mögliche niederschreiben, was euch dazu einfällt. Erfahrungen, Meinungen, Gedanken...
Aber kommen wir zuerst zu den Fragen:

Was sind religiöse Gefühle?
Wo kommen sie her?
Warum lassen sie sich so leicht verletzen?
Was wird an religiösen Gefühlen verletzt?
Und warum haben religiöse Gefühle einen Sonderstatus vor anderen weltanschaulichen Gefühlen?
Sind religiöse Gefühle der Spezialfall einer bestimmten Gefühlsart, die eigentlich jeder kennt?

Ich bin sicher in meiner Meinung etwas vorbelastet, ich wüsste jedoch gerne, was andere über dieses "Phänomen" denken und ob sie es positiv oder negativ bewerten.
Es wäre schön, wenn es hier nicht gleich unhöflich zuginge, sobald jemand einen etwas extremeren Standpunkt vertritt, immerhin habe ich ja explizit nach eurer Meinung gefragt. Und wer die Meinungen zum Thema nicht hören will, der kann uns Diskussionsteilnehmer gerne ignorieren

Feue mich über einen möglichst produktiven Austauch


LG

Ele

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28. Mai 2009 um 14:08

Hallo Aischa
Also erst einmal finde ich gut, dass du dir dein religiöses Gefühl nicht verletzen lässt, denn verletzte religiöse Gefühle führen auch schonmal zu großen Missverständnissen oder sogar zu irrationalem Verhalten. Daher: Hut ab, dass du nicht so ein Sensibelchen bist!

Allerdings muss ich dir in einer Sache widersprechen: Ich als Atheistin bin nicht unausgefüllt. Ich will nicht leugnen, dass es unausgefüllte Ungläubige gibt, aber die jenigen die ich kenne, die sind ebenfalls glücklich mit dem Leben und Beziehen ihr "Urvertrauen" in das Leben aus anderen Quellen.
Einen Ex-Ungläubigen jedoch kenne ich, der hat tatsächlich eine große Leere in sich gespürt. Aber wie du, hat er den Glauben an Gott für sich angenommen. Leider ist er immer noch nicht der ausgefüllte Mensch, der er vielleicht sein wollte. So gesehen liegt das Loch in ihm vielleicht nicht an der Weltanschauung.
Ich weiß aber, dass der Glaube ebenfalls eine Quelle dieses Urvertrauens seien kann und wenn das für jemanden der richtige Weg ist, sollte er auch bei seinem Glauben bleiben!

Für mich ist der Glaube jedoch nicht der richtige Weg, das weiß ich genau so gewiss wie du von deinem.

Ich wünsche dir noch alles Gute

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 14:44

Ich glaube nicht an Gott
....und kann es logisch begründen. Ich bin mir in der Frage auch nicht uneins. Ich kann dir natürlich erklären, was ich meine, aber eigentlich sollte es darum nicht gehen und ich will auch nicht "entmissionieren".

Tatsächlich habe ich viele Lebensinhalte, die von der Existenz eines Gottes absolut unabhängig sind, aber bei weitem nicht alle davon sind vergänglich. Sie erfüllen mich wirklich, passen zu mir und machen die Welt noch schöner!
Ich wüsste nicht, was du als Gläubige haben könntest, was mir fehlt.

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 15:24

Hoffnung
Nein, du hast natürlich nicht Unrecht!
Es ist nur so, dass der Begriff "religiöses Gefühl" gerne verwendet wird, ohne, dass ich jemals eine Definition dazu gehört hätte. Ich persönlich nehme an, dass religiöse Gefühle ein Sammelbegriff ist, dessen verschiedene Ausprägungen anderen Menschen gar nicht unbedingt verschlossen bleiben muss. Ich denke, dieses "religiöse" daran bezieht sich auf das, worauf man seine Gefühle projiziert, aber wer weiß, vielleicht gibt es tatsächlich etwas, was ich mir selbst vorenthalte.

Aber auch dann glaube ich noch nicht, dass dieses Gefühl mehr wert ist, als spezielle Gefühle die ich für mich entdeckt habe. Ich hab auch meine "Obsessionen". Sehr wichtig ist mir zum Beispiel das erschließen der Welt durch Logik und Wissenschaft und eben die Dinge, die wir dadurch entdecken. Ich finde es z.B. wahnsinnig aufregend, befriedigend, respekteinflößend und wunderschön zugleich, wenn ich etwas über die Funktionsweise des Gehirns lerne und gleichzeitig mein eigenes Bewusstsein life miterleben kann. Dann bin ich auch wahnsinnig dankbar (ohne "jemandem" dankbar sein zu müssen), dass ich so ein funktionierendes Teil in meinem Schädel habe, das mir nicht nur das Leben und Handeln an sich ermöglicht, sondern auch Sinneserfahrungen wie eine sanfte Berührung, Tau auf einer Rose, in dem sich die Sonnenstrahlen fangen, Musik.... usw
Und diese Begeisterung gegenüber der Natur und dem eigenen Körper gegenüber kennen nun längst nicht alle Menschen!

Was mir Hoffnung gibt, wenn es mal schlecht läuft? Hm, ganz wichtig: Daran zu glauben, dass es besser werden kann! Und dass ich auch einen gewissen Einfluss darauf habe.
Wenn du Katastrophen meinst, wie z.B. wenn ein geliebter Mensch stirbt... ich fürchte, das ist immer schwer. Manche kommen besser damit zurecht, wenn sie meinen, der Tod hätte einen Sinn gehabt, ich hingegen finde diesen Gedanken grausig! Ich habe etwas verloren, aber ich soll mich über einen vermeindlichen Sinn freuen? Never! Und mir wäre es auch kein Trost, den geliebten Menschen im Jenseits zu vermuten. Mein Trost wären in dem speziellen Fall die Erinnerungen an die Person, bis ich für die gemeinsame Zeit endlich wieder dankbar sein kann.

Ich habe mich auch schon gefragt, warum Menschen gläubig sind. Meine Antwort darauf ist aber nicht: Weil es Gott gibt, sondern: Weil Menschen personifizieren, weil Menschen nicht dabei waren, als die Erde entstanden ist und deswegen intuitiv nicht begreifen können, dass es ohne einen Schöpfer geht, weil sie sich hilflos fühlen, wenn sie nichts machen können um etwas unvermeidliches abzuwenden (dann doch zumindest beten, dann tut man wenigstens irgendetwas), weil ein gemeinsamer Glaube die Gemeinschaft stärkt und die Gemeinschaft überlebenswichtig ist, weil man Erklärungslücken hat, weil Glaube bestens zu Riten und Traditionen passt und diese so elementar für Menschen und Gesellschaften sind und weil man im inneren Monolog gerne zu jemandem spricht.
Kurz gesagt: Weil sich der Mensch etwas geschaffen hat, das bestens zu seiner Psyche passt. Natürlich sind das keine Beweise. Ich finde es so nur am einleuchtendsten.

Ich hoffe, du kannst meine Sichtweise verstehen. Du musst sie ja nicht übernehmen

Weiterhin viel Freude an deinem Leben wünscht

Ele

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28. Mai 2009 um 16:19

Gute Erklärung
Ja, so wie du sehe ich es prinzipiell auch.

Allerdings... sicherlich könnte ich damit leben, wenn die Evolutionstheorie durch wissenschaftliche Methode zweifelsfrei widerlegt werden würde, allerdings fühle ich mich ehrlich gesagt auch ganz schön verletzt, wenn ich mit einem Gläubigen rede und der meint, Evolution als Schwachsinn abtun zu müssen! Das liegt daran, dass die wissenschaftliche Methode mein Denken enorm geprägt hat, entsprechend werde ich wütend, wenn jemand, der vermutlich noch nicht einmal Ahnung davon hat, wie aufwendig Wissenschaft ist und nach welchen Prinzipien sie funktioniert, mir mal eben mitteilen muss, dass die Weltanschauung, die ich mir hart erarbeitet habe und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, "Schwachsinn" sei.

Das ist nämlich ignorant mir gegenüber.
Auch hoffe ich, eines Tages einen Job in der naturwissenschaftlichen Forschung zu haben, Wissenschaftlichkeit ist also nicht "nur" das von mir bevorzugte Werkzeug, die Welt zu verstehen, sie ragt ebenfalls in mein Leben hinein. Und dann frage ich mich natürlich: Ist mein verletztes Gefühl denn weniger wert nur weil es unreligiös ist?

Ich denke aber auch, dass diese Verletzlichkeit daher rührt, dass Gläubige oftmals Angst vor Gedanken der Un-oder Andersgläubigen haben, da ihre Weltsicht eher auf Willkür beruht als auf gesicherte Erkenntnisse. Entsprechend müssen sie sich immun machen gegen Einflüsse von Außen (oder gar Argumente) und eine schöne Reaktion auf etwas, das nicht sein "darf" ist Empörung.

Naja, das wollte ich noch zu deiner schönen Erläuterung hinzu fügen. Danke für deinen Post

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 16:31

Aber nicht mein Begriff
Hallo Silbertanne,


Ich nenne mal ein paar Beispiele für Kontexte in denen von religiösen Gefühlen gesprochen wird (meist über die Verletzung dieser):
Eine Kampagne von Atheisten, die durch Schriftzügen auf Bussen Ungläubige aus dem Hintergrund der Gesellschaft holen sollte, wurde von vielen Unternehmen abgelehnt, um Rücksicht auf religiöse Gefühle zu nehmen.
Als gewisse Propheten-Karrikaturen auftauchten, waren gewisse religiöse Gefühle verletzt.
Wenn jemand einem Andersgläubigen anders als mit unendlicher Höflichkeit und Rücksichtsnahme entgegen tritt, dann muss er damit rechnen, die religiösen Gefühle zu verletzen....

Ich denke, dies könnte durchaus eine Ausprägung dessen sein, was du schreibst: Dass Menschen sich weniger intellektuell sondern vielmehr emotional mit ihrer Religion befassen und daher auf dieser Ebene auch empfindlicher werden. Wenn man etwas zu emotional sieht, dann wird man auch leicht verletzt. Wenn man etwas logisch erklären kann, dann ist man immuner. Ja, das kann schon sein.

Wobei gefühlsmäßiger Glaube wohl selten so oberflächlich aufkommt wie bei deinem Beispiel mit dem Wein
Die häufigsten Gründe, die ich höre, haben was mit Trost, Hoffnung, Liebe.... und Gefühle in der Art zu tun. Aber vielleicht gibt es solche Menschen, wie du meinst, tatsächlich. Wär aber schon hart..... Die Suche nach der Weltanschauung ist ja schon etwas anderes als die Suche nach nem hübschen Kleid oder dem Lieblingsessen....

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 16:47

Kurze Anmerkung
Einstein war nicht gläubig. Er hat das göttliche in der Natur und den Naturgesetzen gesehen und hat sich vom "persönlichen Gott" stark abgegrenzt. Dadurch wurde er von gläubiger Seite aus (insbesondere von einigen Juden, er war ja selbst aus einer jüdischen Familie) stark kritisiert.
Ich rede ja auch von einem spirituellen Gefühl der Natur gegenüber. Er hat dies "Gott" genannt, wobei diese Definition den Begriff "Gott" ziemlich verwässert.
Aber vielleicht war er tatsächlich kein "Atheist", denn er beanspruchte das Wort Gott für sich ja.
Naja, auch der Erst-Entdecker der klassischen Vererbungslehre (Mendel) war Mönch.

Allerdings bezweifel ich, dass die Wissenschaft durch die Religion weiter gebracht wurde. Es ist viel mehr so, dass sich Intelligenz, Wissenschaftlichkeit und Gläubigkeit nicht zwingend ausschließen. Und natürlich haben wir einigen gläubigen Wissenschaftlern viel zu verdanken!

Das war nur eine kleine Ergänzung, hast mich ja nicht angesprochen

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 16:52


Du kennst aber doch hoffentlich nicht für all deine Ausführungen auch Beispiele, oder? Dann wärs teilweise ja doch schon arg um die Menschheit bestellt

Wobei ich aber eine ethische Begründung wie die mit den Tieren schon nicht ganz unsinnig finde. Ich kann auch verstehen, wenn sich mache Frauen nicht von den drei Weltreligionen angesprochen fühlen, weil diese Frauenverachtend sind (wobei das NT ja auch schreibt, Jesus habe auch Frauen um sich gesammelt, wenn mich nicht alles täuscht, aber die Kirche an sich hat Frauen ja lange Zeit nicht sonderlich ernst genommen....)

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28. Mai 2009 um 17:08

*nick*
Ja, ich denke, wir stimmen hier prinzipiell schon ziemlich miteinander überein.
Ich finde auch, dass man über Religion und Glauben/Unglauben diskutieren darf, besser sogar sollte (dann reift die eigene Weltanschauung womöglich sogar noch!) und ich finde auch, es gibt dabei...ich sag mal Grenzen, die die Höflichkeit gebieten, unabhängig davon, ob es ein religiöses Thema oder ein anderes ist.

Marilyn Manson will vermutlich nur provozieren, so auch das Titanic-Magazin. Wobei ich aber ehrlich gesagt nichts dagegen habe, wenn man sich über manche Menschen lustig macht, die die Kirche leiten. Es sind eben Menschen und sie machen menschliche Fehler. Und da sie ähnlich medienstark sind wie Politiker sollte man sich auch in ähnlichem Umfang über sie lustig machen dürfen.
Ein Comedian (Hagen Rether) hat z.B. über den Benedikt gewitzelt, er habe mal eben die Vorhölle abgeschafft und andere Menschen seien schon für weniger eingewiesen worden
Das finde ich ehrlich gesagt noch recht lieb, denn der Vatikan ist nicht gerade der Inbegriff von Realitätsnähe und das sagen ja selbst viele Christen.

Mir persönlich tut manche Provokation aber auch gut. Ich habe nen etwas "facettenreichen" Humor und manche Facetten sind eben schon recht deftig.

Ach ja, Alice Cooper geht auch in die Kirche. Ist mir grad eingefallen. Da sagt man natürlich nicht unbedingt was gegen den Herrn.

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 17:20

Frauenkram
Ich zitiere mal, damit ich präziser antworten kann, ok?

"Die Rolle der Frau war vor Christus wesentlich geinger, vor allem im römischen Reich."
Oh ja, im römischen Reich war die Frau tatsächlich wenig bis nichts wert! Das stimmt. Dadurch konnte es aber auch fast nur noch bergauf gehen.

"Und in heutigen christlich geprägten Ländern hat zufällig die Frau die meisten Rechte"
Hm, Israel ist da schon ein spezieller Fall, ja. In den anderen Fällen würde ich es sonst nämlich eher so erklären, dass sich durch Krisen (Weltwirtschaftskrise, Kriege) Frauen immer weniger auf die klassische Familenrolle verlassen konnten, denn entweder der Mann wurde durch die Arbeitslosigkeit keine finanzielle Stütze mehr oder Frauen waren während des Krieges ohnehin auf sich allein gestellt. Ein Beispiel: Während im Nachkriegsdeutschland der Westen (auch stark unterstützt durch die Kirchen) schnell wieder in die alten Rollen drängte, behielten im weitgehend unreligiösen Osten die Frauen ihre Rolle als gleichberechtigte Mitmenschen, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.
Die Frauenrechte wurden oftmals gegen den Willen der Kirche durchgesetzt.
Aber es stimmt, dass sie Frauenrolle im NT eigentlich recht positiv dargestellt, zumindest in den Kapiteln mit Jesus (ich bin nicht sonderlich bibelkundig). Auch ist mir nicht bekannt, dass in der Bibel ähnliche deutliche Anweisungen zur Frauenunterdrückung geben würde wie im Koran z.B. (der Art, dass der Mann über die Frau verfügen darf.....)
Ja, vielleicht hat das die Gleichberechtigung im Vergleich mit Nationen anderer Religion tatsächlich weiter gebracht, ich denke aber durchaus, dass es ohne Kirche hätte flotter gehen können, immerhin steht die Kirche ja immer gerne hinter "alten Werten".

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28. Mai 2009 um 17:28

Gut ich
will da jetzt auch nicht drauf rumreiten, aber konnten die von dir genannten Männer zu ihrer Zeit etwas anderes sagen Selbst heute würde ich mir dreimal überlegen es öffentlich zu sagen.
Wenn du dir das Zitat von Einstein noch einmal genau anschaust wirst du erkennen das er NICHTS gesagt hat.

"Denn die gängige Meinung bezog er auf die Interpretation seiner Lehren"

Er war schon ein schlauer Fuchs unser Albert .

Dem Rest in deinem vorigen Post kann ich allerdings gut nachvollziehen.

lg
dante

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28. Mai 2009 um 17:29

Ämm, ja...
Stimmt, Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze. In dem Punkt bin ich sprachlich auch manchmal schwammig.
Die wissenschaftliche Methode ist den Mechanismen des Glaubens jedoch nahezu entgegengesetzt, soll heißen: Wissenschaft überprüft, Glaube... glaubt.
Die meisten Atheisten haben sich dem Überprüfbaren verschrieben (so weit ich das beobachten konnte...), daher spreche ich manchmal schlampig daher und suggeriere damit versehentlich, dass Wissenschaft Glauben ausschließt.

Zuletzt noch ein Zitat, das diese gespaltene Einstellung Einsteins zum Glauben nochmal verdeutlicht:

"Je mehr der Mensch von der gesetzmäßigen Ordnung der Ereignisse durchdrungen ist, um so fester wird seine Überzeugung, dass neben dieser gesetzmäßigen Ordnung für andersartige Ursachen kein Platz mehr ist. Er erkennt weder einen menschlichen noch einen göttlichen Willen als unabhängige Ursache von Naturereignissen an. Die Naturwissenschaft kann freilich niemals die Lehre von einem in Naturereignisse eingreifenden persönlichen Gott widerlegen, denn diese Lehre kann stets in jenen Gebieten Zuflucht suchen, in denen wissenschaftliche Erkenntnis bis jetzt noch nicht Fuß zu fassen vermochte." [2, Naturwissenschaft und Religion II] (1941)

Naja, ich glaub, wir wissen jetzt, was wir jeweils meinen

Also wollen wir wieder On-Topic weiter machen?

LG

Ele

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28. Mai 2009 um 18:44

Thomas
manchmal glaube ich wirklich du würdest gerne alle Geschichtsbücher der Welt umschreiben damit was auch immer dabei herauskommt.

"Offenbar ist die positive Schöpfungs-Lehre ein Motivator, selbst wenn man der Kirche ablehnend gegenübersteht (Fall Galilei) "

Wie kommst du darauf das dieser Mann der Kirche ablehnend gegenüber stand nur weil er die Wahrheit gesagt hat .Jetzt wird in deiner Weltanschauung das Opfer zum Täter gemacht.

"Und zufälligerweise wurde in keiner anderen Religion mehr atronomisch und physikalisch geforscht wie im Christentum. "

Hierzu solltest du dich auch noch einmal kundig machen .

lg
dante

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28. Mai 2009 um 18:45

Naja,
die Wissenschaft, die wir heute kennen, hat ja auch einen gemeinsamen Ursprung: Europa. Und Europa ist eher christlich gepägt. Da muss kein ursächlicher Zusammenhang bestehen, oder würdest du, wenn es aus einem anderen Teil der Erde enstprungen wäre, auch annehmen, die Wissenschaft wäre von der dort vorherrschenden Religion ermöglicht worden?
Zumal in Asien auch kräftig geforscht wird, damit haben die Buddhisten oder Shintoisten wohl ebenfalls keine Probleme. Habe schon einige Paper aus Japan gelesen.
Ich würde sogar eher vermuten, dass es die Antike war, die uns hier geprägt hat, immerhin war das römische Reich sehr groß und seine Denker haben vieles erreicht. Dieses Wissen war dann aber erst einmal futsch, als das christliche Mittelalter kam. Auch allgemein musste sich "die Wissenschaft" (früher noch nicht von Theologie und Philosophie abgegrenzt) Wissen erst einmal neu erarbeiten, welches in der Antike schon längst bekannt gewesen war!
Die Wissenschaft wuchs immer, je autonomer sie von der Religion wurde! Auch kein Zufall!

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28. Mai 2009 um 18:54

Im unreligiösen Osten
Meintest du das und du hast dich verlesen?

Naja, jedenfalls bröckelte die schützende Familie, kurz bevor die Frauenbewegungen begannen. Ein weiterer Punkt war die Hippie-Bewegung: Voller Menschen- und Natur-liebender Gutmenschen, die die Welt verändern wollten und frau machte begeistert mit. Als sie dann aber erfahren mussten, dass ihre rebellischen Männer was die Geschlechterrollen betrifft, noch ganz die alten waren, machte sich auch hier ein produktiver Unmut breit.

Jedenfalls sehe ich einfach keinen Zusammenhang zwischen Christentum und der Frauenbwegung. Denn die Kirche hat den Frauen eben nicht den Rücken gestärkt! Und wie ich schon schrieb: Womöglich war das Christentum den Frauen gegenüber liberaler eingestellt als vergleichbare Religionen, aber das heißt für mich nur so viel wie "war weniger hinderlich" und nicht "war förderlich".
Also vielleicht könntest du mir erläutern, inwiefern das Christentum den Frauen im Kampf um Rechte geholfen hat...?

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28. Mai 2009 um 19:20

Habe keinen Koran
nach schnellem Googeln würde ich dir mal den ersten Treffer vorstellen und hoffe, dass die Angaben korrekt sind:

"Eure Weiber sind euch ein Acker. Gehet zu euerm Acker, von wannen ihr wollt."
Sure II, 223

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28. Mai 2009 um 19:25

Und
es ist nur ein Zufall, dass dann in den meisten Fällen der Mann dadurch Recht zugesprochen bekommt? Im Falle häuslicher Gewalt z.B. muss ja nicht unbedingt zufällig eine weitere Frau anwesend sein, gelle?

Du hast wohl auch selbst keine große Meinung von deinem Geschlecht, oder? Frauen sind also doppelt so sensibel und beeinflussbar? Dass ich nicht lache! Allein die Begründung ist ja schon sexistisch.

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28. Mai 2009 um 19:28
In Antwort auf eleonor

Frauenkram
Ich zitiere mal, damit ich präziser antworten kann, ok?

"Die Rolle der Frau war vor Christus wesentlich geinger, vor allem im römischen Reich."
Oh ja, im römischen Reich war die Frau tatsächlich wenig bis nichts wert! Das stimmt. Dadurch konnte es aber auch fast nur noch bergauf gehen.

"Und in heutigen christlich geprägten Ländern hat zufällig die Frau die meisten Rechte"
Hm, Israel ist da schon ein spezieller Fall, ja. In den anderen Fällen würde ich es sonst nämlich eher so erklären, dass sich durch Krisen (Weltwirtschaftskrise, Kriege) Frauen immer weniger auf die klassische Familenrolle verlassen konnten, denn entweder der Mann wurde durch die Arbeitslosigkeit keine finanzielle Stütze mehr oder Frauen waren während des Krieges ohnehin auf sich allein gestellt. Ein Beispiel: Während im Nachkriegsdeutschland der Westen (auch stark unterstützt durch die Kirchen) schnell wieder in die alten Rollen drängte, behielten im weitgehend unreligiösen Osten die Frauen ihre Rolle als gleichberechtigte Mitmenschen, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können.
Die Frauenrechte wurden oftmals gegen den Willen der Kirche durchgesetzt.
Aber es stimmt, dass sie Frauenrolle im NT eigentlich recht positiv dargestellt, zumindest in den Kapiteln mit Jesus (ich bin nicht sonderlich bibelkundig). Auch ist mir nicht bekannt, dass in der Bibel ähnliche deutliche Anweisungen zur Frauenunterdrückung geben würde wie im Koran z.B. (der Art, dass der Mann über die Frau verfügen darf.....)
Ja, vielleicht hat das die Gleichberechtigung im Vergleich mit Nationen anderer Religion tatsächlich weiter gebracht, ich denke aber durchaus, dass es ohne Kirche hätte flotter gehen können, immerhin steht die Kirche ja immer gerne hinter "alten Werten".

Die Unterdrückung
der Frau ist nach meiner Meinung im Verlauf der Menschheitsgeschichte nicht durch die Religion entstanden, sondern durch den Umstand sein Eigentum ( Besitz ) zu schützen und an seinen legitimen Nachkommen zu vererben.
Die Religionen haben diesen Zustand nur gedeckelt und abgesegnet.

lg
dante

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28. Mai 2009 um 19:31

Ist ja ein Ding
Dass bei entsprechenden Testreihen und Zeugenbefragungen Frauen regelmäßig als die abschneiden, die mehr und exaktere Details eines Hergangs merken und wiedergeben können, zählt bei deiner Argumentation nicht?

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28. Mai 2009 um 19:33

Beispiele....
"In Staaten wie Nordkorea oder der damalige Ostblock ... wurde die Frau gleich behandelt ... anders ausgedrückt ... Mann und Frau wurden gleich schlecht und gleich unwürdig behandelt .... als ein Objekt ohne Eigenleben und Individualität, der Materie und dem Willen des Volkes (d.h. der Partei, Du bist nichts, der Staat und Zweck ist Alles) unterworfen ....
Und Frauen waren als Produktionsfaktoren in der Fabrik genauso willkommen und "gleichberechtigt" als der Mann.
Also das war doch wohl mit "flotter Gleichberechtigung" nicht gemeint ..."

Na doch, sicherlich! Auch das! Ich verlange doch nicht Gleichberechtigung aber bitte nur für die Sonnenseite des Lebens. Dass es menschenrechtlich nicht besser ist, darüber brauchen wir doch kein Wort drüber zu verlieren, oder?

Gut, ich hab heute Abend nicht mehr sonderlich viel Zeit, aber ein Beispiel kann ich durchaus aus den Ärmeln zaubern: Germanische Heidenreligionen! Jap, da waren die Frauen (laut römischer Überlieferungen zumindest, andere kenne ich persönlich nicht, bin aber auch nicht so der Geschichts-Fan) wohl recht gleichberechtigt. Den Römern hats wohl mehr oder weniger die Sprache verschlagen

Oh, es soll auch sogar Matriarchaten gegeben haben. Z.B. bei einigen Indianerstämmen:
"Ihre Sozialorganisation weist die matriarchale Lebensform auf. Die Religion der Canela-Indianer manifestiert sich - vergleichbar mit anderen Ethnien - insbesondere in der Erzähltradition, in der Gestalt des Medizinmannes und in verschiedenen Ritualen. Alle Canela gehören einer von zwei sich im zeremonialen und sozialen Leben gegenüberstehenden so genannten Moieties an, über die die Heirats- und zeremonialen Beziehungen geregelt werden."
Quelle: http://matriarchat.net/welt/canela.html

Aber mit meinem Allgemeinwissen komme ich heute nicht mehr weiter.

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29. Mai 2009 um 1:30

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