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psychische und physische Gewalt

15. Mai um 13:07

durch die "Ohrfeigen-Debatte" in einem anderen Thread, die dort leider (und ich gebe es zu: vor allem durch meine Schuld) ziemlich OT gelaufen ist - ist mir mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich doch physische und psychische Gewalt meiner Empfindung nach gehandhabt wird.
Juristisch und im Bewußtsein der Menschen.

Ist irgendwo die Rede von einer Ohrfeige, gibt es einen entsetzten Aufschrei quer Beet.
Kann man auch anzeigen, dem Täter drohen Strafen. Im allgemeinen Bewußtsein (inzwischen) sehr, sehr geächtet.
Nun, die tut nicht wirklich weh, es gibt keine Wunden (also mal davon ausgehend, dass die nicht von Goliath persönlich kommt), kein Arzt könnte 3h später eine Verletzung feststellen.
Aber der Rat ist nicht selten: SOFORT ANZEIGEN und das Entsetzen ist groß.

Psychische Angriffe kann man auf diesem Level noch lange nicht anzeigen. Das geht erst, wenn sie auf dem Level "schwere Mißhandlung / schwerer Mißbrauch" sind, darunter nicht. Und die allgemeine Einstellung dazu? Beläuft sich in etwa auf "na das ist aber nicht nett" bis bestenfalls "so ein Ar*** ". Der Rat zur Anzeige - kaum, nun, immerhin der Rat, sich von demjenigen fern zu halten.


Wenn man das mal weiter bis zu einem extremen Fall verfolgt: Ein 11jähriges Mädchen starb durch Angriffe von Mitschülern. "Nur" erfolgten diese nicht körperlich sondern seelisch.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/tragischer-vorfall-toedliches-mobbing-an-berliner-grundschule/23940174.html
nun - was blüht den Tätern? Das gleiche, was passieren würde, wenn sie dieses Mädchen zu Tode geprügelt hätten? Oh nein. Juristisch werden sie vielleicht noch nicht mal angeklagt. Selbst wenn es sich um Erwachsene statt Kinder handeln würde, wäre das nicht anders. Und wenn sie angeklagt werden... naja, gibt eins auf die Finger. Und sozial? Werden sie so geächtet sein wie Menschen, die jemanden zu Tode geprügelt / erstochen / erschossen haben? Ganz sicher nicht.
Warum? Es ist ein Angriff mit Todesfolge, bewußt, vorsätzlich und aktiv, rechtfertigt es den Unterschied, dass er seelisch statt körperlich erfolgt, wenn die Konsequenz die gleiche ist?

Findet Ihr auch, dass sich hier etwas ändern sollte? Oder seid Ihr der Meinung, das passt alles so wie es ist?

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15. Mai um 13:16

Für mich sind sowohl die psychische als auch die physische Gewalt mehr als nur schlimm und gleichermaßen zu bestrafen. Natürlich muss man unterscheiden, wie schlimm die Auswirkungen sind aber da dies sehr subjektiv geschieht, ist das nicht gerade einfach. Daher gehe ich ganz nach dem Motto: Ich tue anderen nichts an, was ich nicht auch selbst ertragen könnte. Das ist wohl erstmal sehr einfach gedacht, zumal jeder andere Grenzen hat aber mit dieser Schiene fahre ich recht gut. Falls doch mal jemand empfindlicher sein sollte, beachte ich das aber durchaus.

Der Umgang mit dem Thema hängt aber auch von den gemachten Erfahrungen ab. Meine Erfahrung sind was das angeht sehr gravierend.

Das physische Gewalt mehr geahndet wird ist dem Umstand geschuldet, dass man diese sehen kann, psychische nicht zwangsläufig.

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15. Mai um 13:24
In Antwort auf mopi16

Für mich sind sowohl die psychische als auch die physische Gewalt mehr als nur schlimm und gleichermaßen zu bestrafen. Natürlich muss man unterscheiden, wie schlimm die Auswirkungen sind aber da dies sehr subjektiv geschieht, ist das nicht gerade einfach. Daher gehe ich ganz nach dem Motto: Ich tue anderen nichts an, was ich nicht auch selbst ertragen könnte. Das ist wohl erstmal sehr einfach gedacht, zumal jeder andere Grenzen hat aber mit dieser Schiene fahre ich recht gut. Falls doch mal jemand empfindlicher sein sollte, beachte ich das aber durchaus.

Der Umgang mit dem Thema hängt aber auch von den gemachten Erfahrungen ab. Meine Erfahrung sind was das angeht sehr gravierend.

Das physische Gewalt mehr geahndet wird ist dem Umstand geschuldet, dass man diese sehen kann, psychische nicht zwangsläufig.

das ist egoistisch gedacht. Es unterstellt nämlich vor allem, dass alle anderen so "ticken" (sollten) wie man selbst.

Was meinst Du mit "man kann sie nicht sehen"? Ein Facharzt könnte die Verletzung sofort feststellen. Auch dann, wenn die Verletzung eher einem "blauen Fleck" entspricht, also nicht lebensgefährlich, nicht einmal behandlungsbedürftig ist.

Ich denke, der Unterschied liegt im Bewußtsein der Allgemeinheit. Ist noch gar nicht so lange her, da fand es niemand irgendwie schlimm, wenn es eine Prügellei gab, Kinder als Erziehung geschlagen wurden. So lange nicht jemand deswegen im Krankenhaus gelandet ist, zumindest - hat nicht jeder gemacht, fanden sicher nicht alle gut, aber schlimm oder gar entsetzlich, undenkbar, ein großes Tabu? Nein.
Das hat sich inzwischen geändert. Deutlich geändert.

Aber meiner Meinung nach gibt es da bei seelischer statt körperlicher Gewalt noch enormen Nachholbedarf.

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15. Mai um 13:44


Psychische Störungen werden von den meisten Menschen als weniger schlimm eingeordnet als körperliche. Auch heute noch ist dieses Thema von vielen mit Scham behaftet. Sehr viele Menschen sind auch sehr beleidigt, wenn der Arzt andeutet dass ev. die Seele auch eine Rolle spielen würde. Ich war meine ganze Schulzeit ein Mobbing Opfer. Und das hat eine einzige Schülerin angestiftet. Einmal haben mich alle umkreist und "Ringelreihe" getanzt und ausgelacht. Solange, bis ich mich erbrechen musste. Eine Zeit lang war ich echt depressiv deswegen. Sowas wollte ich nie mehr erleben und denke, dass das in meiner Psyche eine tiefe Wunde hinterlassen hat, zusammen mit dem Erziehungsstil meiner Eltern, schlagen um dem Kind seinen Willen zu brechen.
Problematisch ist halt, dass es bald mal heisst: du bist halt auch empfindlich, ich würde darüber lachen. 
Da sollte d r i n g e n s t etwas oder viel geändert werden. Wachrütteln müsste man allesamt!

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15. Mai um 13:57
In Antwort auf micky790


Psychische Störungen werden von den meisten Menschen als weniger schlimm eingeordnet als körperliche. Auch heute noch ist dieses Thema von vielen mit Scham behaftet. Sehr viele Menschen sind auch sehr beleidigt, wenn der Arzt andeutet dass ev. die Seele auch eine Rolle spielen würde. Ich war meine ganze Schulzeit ein Mobbing Opfer. Und das hat eine einzige Schülerin angestiftet. Einmal haben mich alle umkreist und "Ringelreihe" getanzt und ausgelacht. Solange, bis ich mich erbrechen musste. Eine Zeit lang war ich echt depressiv deswegen. Sowas wollte ich nie mehr erleben und denke, dass das in meiner Psyche eine tiefe Wunde hinterlassen hat, zusammen mit dem Erziehungsstil meiner Eltern, schlagen um dem Kind seinen Willen zu brechen.
Problematisch ist halt, dass es bald mal heisst: du bist halt auch empfindlich, ich würde darüber lachen. 
Da sollte d r i n g e n s t etwas oder viel geändert werden. Wachrütteln müsste man allesamt!

Wachrütteln ist bei solchen Dingen nichts, was über Nacht geht. Man kann (zum Glück) keine Grundeinstellungen man eben schnell kippen.  Aber ein bißchen zu dem steten Tropfen beitragen.

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15. Mai um 13:57


Ich habe mich falsch ausgedrückt, ich weiss es und ist mir auch wichtig es zu wissen.

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15. Mai um 14:09

@avarrassterne1

Ich glaube du lässt das Thema zu nah an dich ran.

Ich kann doch nur von meinem Standpunkt ausgehen (nach diesem hast du übrigens auch gefragt), wenn du das aber als egoistisch bezeichnen magst, sei es dir gegönnt.

Seelische Wunden sieht man auf den ersten Blick nicht, selbst ein Facharzt nicht und so jemand ist auch nicht immer und überall zugegen. Denkst du etwa das sich niemand um seelische Belange sorgt? Falls ja denke ich, dass du falsch liegst.
In meinem ersten Post habe ich sogar geschrieben, dass Beides, seelische und körperliche Gewalt, gleichermaßen geahndet werden müssen (werden sie sogar) aber selbst das scheint dir nicht genug zu sein.

Mein ehemaliger Partner meinte mal, nen Klaps auf den Po eines Kindes sei nicht schlimm, ich finde jedoch schon. Es ist körperliche Bestrafung und die ist aus gutem Grund verboten. Das nen Kind daran nicht stirbt und vermutlich auch keinen seelischen Knacks davon trägt mag zwar sein aber dennoch macht es etwas mit einem Kind, in irgendeiner Weise.

Ne Ohrfeige mag nur kurz wehtun aber sie kann seelische Narben hinterlassen, je nachdem wer dir gerade eine pfeffert.

Ich habe die andere Diskussion verfolgt und finde, dass du dort ein wenig über die Stränge schlägst. Ja, der Mann hat ihr Vertrauen missbraucht und das ist schlimm aber deswegen handgreiflich zu werden ist falsch. Sobald die Unversehrtheit nicht mehr gegeben ist, ist es nunmal strafbar, auch bei psychischen Belangen.
Und hier ist der Unterschied: Mit der Prügel hat sie ihn sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Er hat mit seinem Vertrauensbruch ihre Unversehrtheit aber in keinster Weise berührt. Sie wird daraus vermutlich ihre Konsequenzen für die Zukunft ziehen aber das war es dann wohl auch schon.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du ihren Ausbruch auch noch versuchst zu rechtfertigen.

Ich glaube wir werden da aber auch nicht auf einen Nennern kommen, ist auch okay, so ist das Leben.

Abschließend kann ich nur betonen, dass ich psychische und physische Gewalt schlimm finde und versuche sie so gut es geht zu vermeiden.

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15. Mai um 14:15
In Antwort auf mopi16

@avarrassterne1

Ich glaube du lässt das Thema zu nah an dich ran.

Ich kann doch nur von meinem Standpunkt ausgehen (nach diesem hast du übrigens auch gefragt), wenn du das aber als egoistisch bezeichnen magst, sei es dir gegönnt.

Seelische Wunden sieht man auf den ersten Blick nicht, selbst ein Facharzt nicht und so jemand ist auch nicht immer und überall zugegen. Denkst du etwa das sich niemand um seelische Belange sorgt? Falls ja denke ich, dass du falsch liegst.
In meinem ersten Post habe ich sogar geschrieben, dass Beides, seelische und körperliche Gewalt, gleichermaßen geahndet werden müssen (werden sie sogar) aber selbst das scheint dir nicht genug zu sein.

Mein ehemaliger Partner meinte mal, nen Klaps auf den Po eines Kindes sei nicht schlimm, ich finde jedoch schon. Es ist körperliche Bestrafung und die ist aus gutem Grund verboten. Das nen Kind daran nicht stirbt und vermutlich auch keinen seelischen Knacks davon trägt mag zwar sein aber dennoch macht es etwas mit einem Kind, in irgendeiner Weise.

Ne Ohrfeige mag nur kurz wehtun aber sie kann seelische Narben hinterlassen, je nachdem wer dir gerade eine pfeffert.

Ich habe die andere Diskussion verfolgt und finde, dass du dort ein wenig über die Stränge schlägst. Ja, der Mann hat ihr Vertrauen missbraucht und das ist schlimm aber deswegen handgreiflich zu werden ist falsch. Sobald die Unversehrtheit nicht mehr gegeben ist, ist es nunmal strafbar, auch bei psychischen Belangen.
Und hier ist der Unterschied: Mit der Prügel hat sie ihn sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Er hat mit seinem Vertrauensbruch ihre Unversehrtheit aber in keinster Weise berührt. Sie wird daraus vermutlich ihre Konsequenzen für die Zukunft ziehen aber das war es dann wohl auch schon.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du ihren Ausbruch auch noch versuchst zu rechtfertigen.

Ich glaube wir werden da aber auch nicht auf einen Nennern kommen, ist auch okay, so ist das Leben.

Abschließend kann ich nur betonen, dass ich psychische und physische Gewalt schlimm finde und versuche sie so gut es geht zu vermeiden.

natürlich ist mir dieses Thema zu nahe. Ich weiß, deswegen engagiere ich mich ja auch dafür
 

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15. Mai um 14:23
In Antwort auf mopi16

@avarrassterne1

Ich glaube du lässt das Thema zu nah an dich ran.

Ich kann doch nur von meinem Standpunkt ausgehen (nach diesem hast du übrigens auch gefragt), wenn du das aber als egoistisch bezeichnen magst, sei es dir gegönnt.

Seelische Wunden sieht man auf den ersten Blick nicht, selbst ein Facharzt nicht und so jemand ist auch nicht immer und überall zugegen. Denkst du etwa das sich niemand um seelische Belange sorgt? Falls ja denke ich, dass du falsch liegst.
In meinem ersten Post habe ich sogar geschrieben, dass Beides, seelische und körperliche Gewalt, gleichermaßen geahndet werden müssen (werden sie sogar) aber selbst das scheint dir nicht genug zu sein.

Mein ehemaliger Partner meinte mal, nen Klaps auf den Po eines Kindes sei nicht schlimm, ich finde jedoch schon. Es ist körperliche Bestrafung und die ist aus gutem Grund verboten. Das nen Kind daran nicht stirbt und vermutlich auch keinen seelischen Knacks davon trägt mag zwar sein aber dennoch macht es etwas mit einem Kind, in irgendeiner Weise.

Ne Ohrfeige mag nur kurz wehtun aber sie kann seelische Narben hinterlassen, je nachdem wer dir gerade eine pfeffert.

Ich habe die andere Diskussion verfolgt und finde, dass du dort ein wenig über die Stränge schlägst. Ja, der Mann hat ihr Vertrauen missbraucht und das ist schlimm aber deswegen handgreiflich zu werden ist falsch. Sobald die Unversehrtheit nicht mehr gegeben ist, ist es nunmal strafbar, auch bei psychischen Belangen.
Und hier ist der Unterschied: Mit der Prügel hat sie ihn sowohl physisch als auch psychisch angegriffen. Er hat mit seinem Vertrauensbruch ihre Unversehrtheit aber in keinster Weise berührt. Sie wird daraus vermutlich ihre Konsequenzen für die Zukunft ziehen aber das war es dann wohl auch schon.
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass du ihren Ausbruch auch noch versuchst zu rechtfertigen.

Ich glaube wir werden da aber auch nicht auf einen Nennern kommen, ist auch okay, so ist das Leben.

Abschließend kann ich nur betonen, dass ich psychische und physische Gewalt schlimm finde und versuche sie so gut es geht zu vermeiden.

was mir in Deinem Beitrag gerade noch auffällt - verstehe ich Dich richtig, dass Dir ein Vertrauensbruch nichts tut ( "Unversehrtheit aber in keinster Weise berührt" )? Schmerzt nicht, gibt keine Wunde, kein Problem? Grundsätzlich oder dieser spezielle Typ Vertrauensbruch nicht?

Dazu eine Frage, die glaube ich in Zusammenhang steht - bist Du der Typ "Vertrauensvorschuss" (ganz allgemein) oder der Typ "Vertrauen muss man sich verdienen"?

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15. Mai um 15:55

"Ist irgendwo die Rede von einer Ohrfeige, gibt es einen entsetzten Aufschrei quer Beet.
Kann man auch anzeigen, dem Täter drohen Strafen. Im allgemeinen Bewußtsein (inzwischen) sehr, sehr geächtet.
Nun, die tut nicht wirklich weh, es gibt keine Wunden . "

Das würde ich doch ein bisschen anders sehen. Abhängig vom Kontext.

Eine Ohrfeige hat verschiedene Aspekte:
- Körperlicher Übergriff
- Psychischer Übergriff

Wenn ich jemanden eine Ohrfeige verpasse, dann ist das auch immer auch Ausdruck von höchster Missachtung. Dazu kommt noch die körperliche Attacke. Es ist also eine extreme Herabwürdigung.

Grundsätzlich finde ich es falsch, psychische und körperliche Attacken gegeneinander aufzurechnen. Oder direkt zu vergleichen.

Lassen wir mal den Extremfall des Mobbings mit dem Selbstmord aussen vor, weil das extrem ist

Bei psychischen Attacken ist immer die Frage: Wie empfindet der Angegriffene sie. Der eine kann schon einen "schiefen Blick" als psychische Attacke empfinden. Während ein anderer da nichtmal drüber nachdenkt.
Und dann kommt es noch darauf an: Wie hat der Attackierende das wirklich gemeint? Ist ihm klar, dass das überhaupt eine Attacke ist?
Welchen Maßstab muss ich also anlegen? Nur das subjektive Empfinden des Angegriffenen? Da kann man bei einem falsch verstanden Witz schon in Teufelsküche kommen.

Bei körperlichen Attacken ist das objektiv klar: Eine Ohrfeige ist eine Ohrfeige. Da ist wenig Interpretationsspielraum. Ein physischer Übergriff.

Deswegen sehe ich da schon Unterschiede.

Das heißt aber nicht, dass man psychische Attacken unterschätzen sollte. Sie können ziemlich fatal wirken. In dem Beispiel im Link bin ich auch der Meinung, dass da die Mobber, die letztendlich den Tod indirekt mitverursacht haben, härter bestraft gehört. Oder wenn jemand wirklich in bösartiger Absicht jemand psychisch terrorisiert.


 

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15. Mai um 15:57

Mobbig ist keine Straftat, eine Ohrfeige schon!

Da müsse sich ersmal die Gesetzeslage ändern.

Daran ist die Rechtsprechung nicht interessiert.
 

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15. Mai um 16:04
In Antwort auf beka62

Mobbig ist keine Straftat, eine Ohrfeige schon!

Da müsse sich ersmal die Gesetzeslage ändern.

Daran ist die Rechtsprechung nicht interessiert.
 

" Mobbig ist keine Straftat, eine Ohrfeige schon! "

Wer sagt das?

Je nach Art des Mobbings kommen da schon Straftaten in Frage:
" ....können sich Mobbingopfer auch juristisch wehren. Schwere Mobbinghandlungen können strafbar sein.
Es kann sich hierbei um
- Körperverletzung (§223 StGB) (Sie liegt vor, wenn durch Mobbing jemand erkrankt und ein Arzt dies attestiert.)
- Beleidigung (§185 StGB)
- Verleumdung (§187 StGB)
- Nötigung (§240 StGB) handeln."
( https://www.verdi.de/service/fragen-antworten/++co++64623b78-a7b5-11e0-43aa-00093d114afd )

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15. Mai um 16:08
In Antwort auf micky790


Psychische Störungen werden von den meisten Menschen als weniger schlimm eingeordnet als körperliche. Auch heute noch ist dieses Thema von vielen mit Scham behaftet. Sehr viele Menschen sind auch sehr beleidigt, wenn der Arzt andeutet dass ev. die Seele auch eine Rolle spielen würde. Ich war meine ganze Schulzeit ein Mobbing Opfer. Und das hat eine einzige Schülerin angestiftet. Einmal haben mich alle umkreist und "Ringelreihe" getanzt und ausgelacht. Solange, bis ich mich erbrechen musste. Eine Zeit lang war ich echt depressiv deswegen. Sowas wollte ich nie mehr erleben und denke, dass das in meiner Psyche eine tiefe Wunde hinterlassen hat, zusammen mit dem Erziehungsstil meiner Eltern, schlagen um dem Kind seinen Willen zu brechen.
Problematisch ist halt, dass es bald mal heisst: du bist halt auch empfindlich, ich würde darüber lachen. 
Da sollte d r i n g e n s t etwas oder viel geändert werden. Wachrütteln müsste man allesamt!

Es entsetzt mich, das zu lesen, Micky. Dass Kinder so grausam sein können und keines irgendwie Einhalt geboten hat. So kenne ich das nicht. Das hätte mein Gerechtigkeitsempfinden verletzt. Meine Töchter denken auch so. Versuchen zu vermitteln, Streit zu schlichten, auszugleichen.

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15. Mai um 16:13
In Antwort auf santiago4671

"Ist irgendwo die Rede von einer Ohrfeige, gibt es einen entsetzten Aufschrei quer Beet.
Kann man auch anzeigen, dem Täter drohen Strafen. Im allgemeinen Bewußtsein (inzwischen) sehr, sehr geächtet.
Nun, die tut nicht wirklich weh, es gibt keine Wunden . "

Das würde ich doch ein bisschen anders sehen. Abhängig vom Kontext.

Eine Ohrfeige hat verschiedene Aspekte:
- Körperlicher Übergriff
- Psychischer Übergriff

Wenn ich jemanden eine Ohrfeige verpasse, dann ist das auch immer auch Ausdruck von höchster Missachtung. Dazu kommt noch die körperliche Attacke. Es ist also eine extreme Herabwürdigung.

Grundsätzlich finde ich es falsch, psychische und körperliche Attacken gegeneinander aufzurechnen. Oder direkt zu vergleichen.

Lassen wir mal den Extremfall des Mobbings mit dem Selbstmord aussen vor, weil das extrem ist

Bei psychischen Attacken ist immer die Frage: Wie empfindet der Angegriffene sie. Der eine kann schon einen "schiefen Blick" als psychische Attacke empfinden. Während ein anderer da nichtmal drüber nachdenkt.
Und dann kommt es noch darauf an: Wie hat der Attackierende das wirklich gemeint? Ist ihm klar, dass das überhaupt eine Attacke ist?
Welchen Maßstab muss ich also anlegen? Nur das subjektive Empfinden des Angegriffenen? Da kann man bei einem falsch verstanden Witz schon in Teufelsküche kommen.

Bei körperlichen Attacken ist das objektiv klar: Eine Ohrfeige ist eine Ohrfeige. Da ist wenig Interpretationsspielraum. Ein physischer Übergriff.

Deswegen sehe ich da schon Unterschiede.

Das heißt aber nicht, dass man psychische Attacken unterschätzen sollte. Sie können ziemlich fatal wirken. In dem Beispiel im Link bin ich auch der Meinung, dass da die Mobber, die letztendlich den Tod indirekt mitverursacht haben, härter bestraft gehört. Oder wenn jemand wirklich in bösartiger Absicht jemand psychisch terrorisiert.


 

Kommt es wirklich darauf an?

Um bei der Ohrfeige zu bleiben - nun, mir tut sie nicht weh, gar nicht, also würde ich denjenigen, der sie verteilt, auch nicht anzeigen. Ändert nichts daran, dass ich es könnte. Sogar dann, wenn ich die nicht schlimm fand.

Wie im anderen Thread schon geschrieben: Die unterschiedliche Verletzlichkeit gibt es genauso auf körperlicher Ebene. Haut man jemandem in den Bauch, der super trainierte Bauchmuskeln hat - passiert vielleicht gar nichts. Oder gar: der einzige, dem es weh tut, ist der Angreifer selbst, nicht der Angegriffene.
Auf der anderen Seite gehöre ich zu den Menschen, die schon ab einem Punkt blaue Flecken bekommen, an dem ich noch nicht einmal den Schmerzreiz bewußt wahrnehme. Beim größten Teil der -gern auch theatralisch ausfallenden Exemplare- habe ich noch nicht einmal eine Ahnung, wo die bittschön hergekommen sind. Auf der anderen Seite bin ich sehr hitzeunempfindlich. An einer Stelle, wo andere Brandblasen bekommen, gibt es bei mir nicht einmal Rötungen... Bei dem einen passiert ein Knochenbruch schnell, bei anderen kaum - bei gleicher Belastung. Ein Schlag in die Leber trifft vielleicht jemanden, der dort eine krankheitsbedingte Vorschädigung hat...
Ist doch genau das gleiche, das ist kein Argument. Welchen Maßstab legt man da an? Und warum soll das körperlich gehen, seelisch aber nicht?

Was die Absicht angeht - die zählt für mich auch (und juristisch auch), aber sie zählt für mich nur und ausdrücklich in zweiter Linie. Das Problem ist nämlich, dass ein unabsichtlicher und ein absichtlicher Schlag ggf. gleich weh tun. Dennoch wird sie ggf. beim Strafmaß natürlich berücksichtigt, wenn man die rechtliche Seite betrachtet.

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15. Mai um 16:17
In Antwort auf santiago4671

" Mobbig ist keine Straftat, eine Ohrfeige schon! "

Wer sagt das?

Je nach Art des Mobbings kommen da schon Straftaten in Frage:
" ....können sich Mobbingopfer auch juristisch wehren. Schwere Mobbinghandlungen können strafbar sein.
Es kann sich hierbei um
- Körperverletzung (§223 StGB) (Sie liegt vor, wenn durch Mobbing jemand erkrankt und ein Arzt dies attestiert.)
- Beleidigung (§185 StGB)
- Verleumdung (§187 StGB)
- Nötigung (§240 StGB) handeln."
( https://www.verdi.de/service/fragen-antworten/++co++64623b78-a7b5-11e0-43aa-00093d114afd )

eben.
"Schwere (!) Mobbinghandlungen können (!) strafbar sein."

Eine Ohrfeige IST strafbar. Auch eine leichte.

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15. Mai um 16:23
In Antwort auf beka62

Mobbig ist keine Straftat, eine Ohrfeige schon!

Da müsse sich ersmal die Gesetzeslage ändern.

Daran ist die Rechtsprechung nicht interessiert.
 

und die Politik wird so lange nicht interessiert BLEIBEN, wie das Thema keine Präsenz und keinen Druck in der Öffentlichkeit hat.

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15. Mai um 16:23
In Antwort auf daphne0105

Es entsetzt mich, das zu lesen, Micky. Dass Kinder so grausam sein können und keines irgendwie Einhalt geboten hat. So kenne ich das nicht. Das hätte mein Gerechtigkeitsempfinden verletzt. Meine Töchter denken auch so. Versuchen zu vermitteln, Streit zu schlichten, auszugleichen.


Das ist extrem lange her! Ich denke, dass sich da einiges zum Guten verändert hat, aber nicht optimal, siehe avarrassternes Bericht! Ich habe natürlich auch bei der Erziehung unseres Sohnes extrem viel Wert darauf gelegt, dass er sowas nie machen würde.

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15. Mai um 16:30
In Antwort auf micky790


Das ist extrem lange her! Ich denke, dass sich da einiges zum Guten verändert hat, aber nicht optimal, siehe avarrassternes Bericht! Ich habe natürlich auch bei der Erziehung unseres Sohnes extrem viel Wert darauf gelegt, dass er sowas nie machen würde.

in dem Artikel, den ich da gelinkt habe, wird jemand zitiert, der sich im Bereich Mobbing sehr engagiert, mit den Worten: "Nach meinen Berechnungen stirbt in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings.“

Ich glaube leider nicht, dass sich da IRGENDWAS verbessert hat, wenn ich so etwas lese.

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15. Mai um 16:31
In Antwort auf avarrassterne1

Kommt es wirklich darauf an?

Um bei der Ohrfeige zu bleiben - nun, mir tut sie nicht weh, gar nicht, also würde ich denjenigen, der sie verteilt, auch nicht anzeigen. Ändert nichts daran, dass ich es könnte. Sogar dann, wenn ich die nicht schlimm fand.

Wie im anderen Thread schon geschrieben: Die unterschiedliche Verletzlichkeit gibt es genauso auf körperlicher Ebene. Haut man jemandem in den Bauch, der super trainierte Bauchmuskeln hat - passiert vielleicht gar nichts. Oder gar: der einzige, dem es weh tut, ist der Angreifer selbst, nicht der Angegriffene.
Auf der anderen Seite gehöre ich zu den Menschen, die schon ab einem Punkt blaue Flecken bekommen, an dem ich noch nicht einmal den Schmerzreiz bewußt wahrnehme. Beim größten Teil der -gern auch theatralisch ausfallenden Exemplare- habe ich noch nicht einmal eine Ahnung, wo die bittschön hergekommen sind. Auf der anderen Seite bin ich sehr hitzeunempfindlich. An einer Stelle, wo andere Brandblasen bekommen, gibt es bei mir nicht einmal Rötungen... Bei dem einen passiert ein Knochenbruch schnell, bei anderen kaum - bei gleicher Belastung. Ein Schlag in die Leber trifft vielleicht jemanden, der dort eine krankheitsbedingte Vorschädigung hat...
Ist doch genau das gleiche, das ist kein Argument. Welchen Maßstab legt man da an? Und warum soll das körperlich gehen, seelisch aber nicht?

Was die Absicht angeht - die zählt für mich auch (und juristisch auch), aber sie zählt für mich nur und ausdrücklich in zweiter Linie. Das Problem ist nämlich, dass ein unabsichtlicher und ein absichtlicher Schlag ggf. gleich weh tun. Dennoch wird sie ggf. beim Strafmaß natürlich berücksichtigt, wenn man die rechtliche Seite betrachtet.

" Kommt es wirklich darauf an?
Um bei der Ohrfeige zu bleiben - nun, mir tut sie nicht weh, gar nicht, also würde ich denjenigen, der sie verteilt, auch nicht anzeigen. Ändert nichts daran, dass ich es könnte. Sogar dann, wenn ich die nicht schlimm fand. "

Ohrfeige ist ja auch so ziemlich die schwächste Form des körperliche Übergriffs. Bei anderen kanns schnell lebensbedrohlich werden.
z.B. Fußtritte gegen den Kopf oder auch, wenn die Körperverletzung dann noch mit Waffen passiert (Messer etc.).

Und jetzt vergleich wir mal:
- Ich schreie jemanden 10 Minuten an, mach ihn richtig fertig mit böser Absicht (nur psychische Attacke).
- Oder ich traktier jemanden 10 Minuten lang körperlich mit richtiger böser Absicht. (Fußtritte, vielleicht Gegenstände, Messer)

Wo ist die konkrete Bedrohung für die körperliche Unversehrtheit / das Leben größer?
Im Normalfall bei der körperlichen Attacke. Nach 10 Minuten kann das auch den Tod zur Folge haben (wie bei den U-Bahn-Fällen, wo auf einen eingetreten wurde)

Bei der psychischen Attacke wird keiner so konkret gefährdet, dass er direkt durch das Anschreien / Mobbing in Lebensgefahr schwebt. Ich will das hier keinesfalls verharmlosen. Das ist natürlich schlimm. Und kann den gemobbten in schlimme Krisen stürzen.

Aber wie oben dargestellt, ist der körperliche Angriff direkt unmittelbar noch gefährlicher. Deswegen ist das aus meiner Sicht nicht das "Gleiche".

Entscheidend ist doch: Auch gegen psychische Attacken kann etwas unternommen werden. z.T können sie strafrechtlich relevant sein. Und evtl. muss man hier nachbessern - gerade weil Mobbing durch die digitale Kommunikation noch einfacher ist. Da bin ich der letzte der sagt: Null Handlungsbedarf.

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15. Mai um 16:34
In Antwort auf avarrassterne1

in dem Artikel, den ich da gelinkt habe, wird jemand zitiert, der sich im Bereich Mobbing sehr engagiert, mit den Worten: "Nach meinen Berechnungen stirbt in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings.“

Ich glaube leider nicht, dass sich da IRGENDWAS verbessert hat, wenn ich so etwas lese.

wenn ich es schon aus dem Kontext reiße...

In dem Falle sind nicht nur die "direkten" Fälle eingerechnet, sondern auch die mittelbaren Folgen. Meint also beispielsweise, dass auch der Attentäter von München 2016 wohl in erster Linie ein Mobbing-Opfer war - für ihn war die Konsequenz aber nicht Suizid sondern erweiterter Suizid.

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15. Mai um 16:40
In Antwort auf santiago4671

" Kommt es wirklich darauf an?
Um bei der Ohrfeige zu bleiben - nun, mir tut sie nicht weh, gar nicht, also würde ich denjenigen, der sie verteilt, auch nicht anzeigen. Ändert nichts daran, dass ich es könnte. Sogar dann, wenn ich die nicht schlimm fand. "

Ohrfeige ist ja auch so ziemlich die schwächste Form des körperliche Übergriffs. Bei anderen kanns schnell lebensbedrohlich werden.
z.B. Fußtritte gegen den Kopf oder auch, wenn die Körperverletzung dann noch mit Waffen passiert (Messer etc.).

Und jetzt vergleich wir mal:
- Ich schreie jemanden 10 Minuten an, mach ihn richtig fertig mit böser Absicht (nur psychische Attacke).
- Oder ich traktier jemanden 10 Minuten lang körperlich mit richtiger böser Absicht. (Fußtritte, vielleicht Gegenstände, Messer)

Wo ist die konkrete Bedrohung für die körperliche Unversehrtheit / das Leben größer?
Im Normalfall bei der körperlichen Attacke. Nach 10 Minuten kann das auch den Tod zur Folge haben (wie bei den U-Bahn-Fällen, wo auf einen eingetreten wurde)

Bei der psychischen Attacke wird keiner so konkret gefährdet, dass er direkt durch das Anschreien / Mobbing in Lebensgefahr schwebt. Ich will das hier keinesfalls verharmlosen. Das ist natürlich schlimm. Und kann den gemobbten in schlimme Krisen stürzen.

Aber wie oben dargestellt, ist der körperliche Angriff direkt unmittelbar noch gefährlicher. Deswegen ist das aus meiner Sicht nicht das "Gleiche".

Entscheidend ist doch: Auch gegen psychische Attacken kann etwas unternommen werden. z.T können sie strafrechtlich relevant sein. Und evtl. muss man hier nachbessern - gerade weil Mobbing durch die digitale Kommunikation noch einfacher ist. Da bin ich der letzte der sagt: Null Handlungsbedarf.

hatten wir auch schon.

Gleiche Behandlung bezieht sich auf gleich schwere Verletzungsfolgen. Nicht auf Zeiteinheiten. Das wäre nun wirklich hirnrissig.

Es wird keiner durch Mobbing so gefährdet, dass er in Lebensgefahr schwebt? Sorry, aber WIE BITTE?!? Nicht nur dieses Mädchen IST DESWEGEN GESTORBEN! Das ist keine "Lebensgefahr" ?!? Wow. Nun, tot sind sie, aber Lebensgefahr bestand ja nicht. Ähm... ich gebe es zu: das ist mir zu hoch.
 

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15. Mai um 16:41
In Antwort auf avarrassterne1

in dem Artikel, den ich da gelinkt habe, wird jemand zitiert, der sich im Bereich Mobbing sehr engagiert, mit den Worten: "Nach meinen Berechnungen stirbt in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings.“

Ich glaube leider nicht, dass sich da IRGENDWAS verbessert hat, wenn ich so etwas lese.


Ja stimmt. Aber weisst du eine Erklärung, wieso sich diese Gruppen zusammenschliessen um jemanden zu quälen. Ich weiss es einfach nicht.

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15. Mai um 16:55
In Antwort auf micky790


Ja stimmt. Aber weisst du eine Erklärung, wieso sich diese Gruppen zusammenschliessen um jemanden zu quälen. Ich weiss es einfach nicht.

jein.

Ein Teil liegt m.E. wirklich an der allgemeinen Toleranz. Würden die gleichen Kinder körperlich auf jemanden einschlagen, würde ziemlich sicher viel eher und konsequenter jemand eingreifen. Und zwar deutlich spürbarer für die Täter. So aber... Du siehst den Beitrag von @santiago "ok, ist blöd, aber wirklich Lebensgefahr besteht körperlich sehr, seelisch gar nicht." - Das ist angesichts der keinesfalls wenigen TOTEN schon eher absurd. Der einzige mit solchen Denkweisen ist er aber nicht. Auch nicht der einzige, der sagt, dass er "keinesfalls verharmlosen" will - und im nächsten Satz genau das tut - und zwar gründlich. Ohne Absicht, bin ich überzeugt, auch ohne das bewußt zu machen, aber ... mir fehlen die Worte. Und langsam auch die Möglichkeiten, das zu erklären, wenn ich ehrlich bin.

Ein anderer Teil liegt darin, dass wir Menschen soziale Wesen sind. So doof das klingen mag. Ich weiß nicht, wie neutral Du heute über das Thema nachdenken kannst, auch wenn es schon lange her ist - aber die Sache ist die: Dich zu mobben hat die ANDEREN in der Gruppe fester / näher zusammen gebracht, stimmts? Das ist tatsächlich ein sozialer Mechanismus, der gar nicht so unwichtig ist. Nur in solchen Fällen läuft der quasi Amok.

Was den Rest angeht... ich gebe zu, für Mobbing fehlt mir selbst das Verständnis. Ich kann mich in keine Seite wirklich hinein versetzen.

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15. Mai um 17:11
In Antwort auf avarrassterne1

jein.

Ein Teil liegt m.E. wirklich an der allgemeinen Toleranz. Würden die gleichen Kinder körperlich auf jemanden einschlagen, würde ziemlich sicher viel eher und konsequenter jemand eingreifen. Und zwar deutlich spürbarer für die Täter. So aber... Du siehst den Beitrag von @santiago "ok, ist blöd, aber wirklich Lebensgefahr besteht körperlich sehr, seelisch gar nicht." - Das ist angesichts der keinesfalls wenigen TOTEN schon eher absurd. Der einzige mit solchen Denkweisen ist er aber nicht. Auch nicht der einzige, der sagt, dass er "keinesfalls verharmlosen" will - und im nächsten Satz genau das tut - und zwar gründlich. Ohne Absicht, bin ich überzeugt, auch ohne das bewußt zu machen, aber ... mir fehlen die Worte. Und langsam auch die Möglichkeiten, das zu erklären, wenn ich ehrlich bin.

Ein anderer Teil liegt darin, dass wir Menschen soziale Wesen sind. So doof das klingen mag. Ich weiß nicht, wie neutral Du heute über das Thema nachdenken kannst, auch wenn es schon lange her ist - aber die Sache ist die: Dich zu mobben hat die ANDEREN in der Gruppe fester / näher zusammen gebracht, stimmts? Das ist tatsächlich ein sozialer Mechanismus, der gar nicht so unwichtig ist. Nur in solchen Fällen läuft der quasi Amok.

Was den Rest angeht... ich gebe zu, für Mobbing fehlt mir selbst das Verständnis. Ich kann mich in keine Seite wirklich hinein versetzen.


Doch, das vermute ich auch, wie du es sagst. Die wollten dazu gehören. Ich kann darüber reden, aber ja, gefühlsmässig bin ich nicht abgeklärt, will es nie werden. Aber ich habe mich in meinem Beruf dafür eingesetzt, dass ich versuchte die schwächsten Menschen, Demenzerkrankte zu schützen und ihnen eine Stimme zu geben. Unbewusst natürlich! 

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15. Mai um 17:14
In Antwort auf avarrassterne1

jein.

Ein Teil liegt m.E. wirklich an der allgemeinen Toleranz. Würden die gleichen Kinder körperlich auf jemanden einschlagen, würde ziemlich sicher viel eher und konsequenter jemand eingreifen. Und zwar deutlich spürbarer für die Täter. So aber... Du siehst den Beitrag von @santiago "ok, ist blöd, aber wirklich Lebensgefahr besteht körperlich sehr, seelisch gar nicht." - Das ist angesichts der keinesfalls wenigen TOTEN schon eher absurd. Der einzige mit solchen Denkweisen ist er aber nicht. Auch nicht der einzige, der sagt, dass er "keinesfalls verharmlosen" will - und im nächsten Satz genau das tut - und zwar gründlich. Ohne Absicht, bin ich überzeugt, auch ohne das bewußt zu machen, aber ... mir fehlen die Worte. Und langsam auch die Möglichkeiten, das zu erklären, wenn ich ehrlich bin.

Ein anderer Teil liegt darin, dass wir Menschen soziale Wesen sind. So doof das klingen mag. Ich weiß nicht, wie neutral Du heute über das Thema nachdenken kannst, auch wenn es schon lange her ist - aber die Sache ist die: Dich zu mobben hat die ANDEREN in der Gruppe fester / näher zusammen gebracht, stimmts? Das ist tatsächlich ein sozialer Mechanismus, der gar nicht so unwichtig ist. Nur in solchen Fällen läuft der quasi Amok.

Was den Rest angeht... ich gebe zu, für Mobbing fehlt mir selbst das Verständnis. Ich kann mich in keine Seite wirklich hinein versetzen.

" Du siehst den Beitrag von @santiago "ok, ist blöd, aber wirklich Lebensgefahr besteht körperlich sehr, seelisch gar nicht." - Das ist angesichts der keinesfalls wenigen TOTEN schon eher absurd. "

Du willst jetzt ernsthaft die konkrete körperliche Gefährdung IM MOMENT DER TAT bei Mobbing und Körperverletzung gleichsetzen? Ach das bisschen zertrümmerte Nase, zerfetzte Auge, Schädelbasisbrüche, Gehirnerschütterung, Brüche etc - womöglich mit lebenslangen Folgen oder Tod - die sollen sich mal nicht so haben, oder wie?.

Das nenn ich ja mal eine Verharmlosung von körperlichen Attacken.

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15. Mai um 17:20
In Antwort auf micky790


Das ist extrem lange her! Ich denke, dass sich da einiges zum Guten verändert hat, aber nicht optimal, siehe avarrassternes Bericht! Ich habe natürlich auch bei der Erziehung unseres Sohnes extrem viel Wert darauf gelegt, dass er sowas nie machen würde.

Das glaube ich leider nicht. Heutzutage verfolgt das Mobbing und die Grausamkeiten aus der Schule die Kinder in jeden Bereich ihres Lebens. Sie haben ein Smartphone und dort findet das meiste Mobbing statt. 

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15. Mai um 17:20
In Antwort auf santiago4671

" Kommt es wirklich darauf an?
Um bei der Ohrfeige zu bleiben - nun, mir tut sie nicht weh, gar nicht, also würde ich denjenigen, der sie verteilt, auch nicht anzeigen. Ändert nichts daran, dass ich es könnte. Sogar dann, wenn ich die nicht schlimm fand. "

Ohrfeige ist ja auch so ziemlich die schwächste Form des körperliche Übergriffs. Bei anderen kanns schnell lebensbedrohlich werden.
z.B. Fußtritte gegen den Kopf oder auch, wenn die Körperverletzung dann noch mit Waffen passiert (Messer etc.).

Und jetzt vergleich wir mal:
- Ich schreie jemanden 10 Minuten an, mach ihn richtig fertig mit böser Absicht (nur psychische Attacke).
- Oder ich traktier jemanden 10 Minuten lang körperlich mit richtiger böser Absicht. (Fußtritte, vielleicht Gegenstände, Messer)

Wo ist die konkrete Bedrohung für die körperliche Unversehrtheit / das Leben größer?
Im Normalfall bei der körperlichen Attacke. Nach 10 Minuten kann das auch den Tod zur Folge haben (wie bei den U-Bahn-Fällen, wo auf einen eingetreten wurde)

Bei der psychischen Attacke wird keiner so konkret gefährdet, dass er direkt durch das Anschreien / Mobbing in Lebensgefahr schwebt. Ich will das hier keinesfalls verharmlosen. Das ist natürlich schlimm. Und kann den gemobbten in schlimme Krisen stürzen.

Aber wie oben dargestellt, ist der körperliche Angriff direkt unmittelbar noch gefährlicher. Deswegen ist das aus meiner Sicht nicht das "Gleiche".

Entscheidend ist doch: Auch gegen psychische Attacken kann etwas unternommen werden. z.T können sie strafrechtlich relevant sein. Und evtl. muss man hier nachbessern - gerade weil Mobbing durch die digitale Kommunikation noch einfacher ist. Da bin ich der letzte der sagt: Null Handlungsbedarf.

Ich habe da gerade noch einmal darueber nachgedacht, ich glaube, ich hab das Problem. Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen.

Gerade, aber nicht nur Kinder, die seelisch misshandelt werden, beispielsweise durch Mobbing suchen die Schuld bei sich. Bei mir war es eine narzisstische Mutter. Ich habe mit 30 (!) begonnen, in Erwägung zu ziehen, dass da von ihrer Seite so einiges grundlegend schief gelaufen ist und nicht von meiner. So richtig klar ist es mir erst seit ca. 3 Jahren.

Menschen, die seelischer Gewalt ausgesetzt sind, sind ausserdem zu aller erst sozial isoliert. Nahezu immer.

Also ja: es mag ZEITLICH sicher möglich sein, auf Hilfe zurück u greifen, statt an den Folgen zu sterben - nur die Art der Verletzungen selbst, die entstehen, wirkt dem eentgege, so dass es eben zu schnell gar nicht möglich ist fuer die Opfer.

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15. Mai um 17:21
In Antwort auf avarrassterne1

in dem Artikel, den ich da gelinkt habe, wird jemand zitiert, der sich im Bereich Mobbing sehr engagiert, mit den Worten: "Nach meinen Berechnungen stirbt in Deutschland fast jeden zweiten Tag ein Kind wegen Mobbings.“

Ich glaube leider nicht, dass sich da IRGENDWAS verbessert hat, wenn ich so etwas lese.

Ich muss dir leider zustimmen. Als ich vor einigen Jahren noch in verschiedenen Schulen gearbeitet habe war es wirklich schrecklich. 

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15. Mai um 17:23
In Antwort auf avarrassterne1

Ich habe da gerade noch einmal darueber nachgedacht, ich glaube, ich hab das Problem. Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen.

Gerade, aber nicht nur Kinder, die seelisch misshandelt werden, beispielsweise durch Mobbing suchen die Schuld bei sich. Bei mir war es eine narzisstische Mutter. Ich habe mit 30 (!) begonnen, in Erwägung zu ziehen, dass da von ihrer Seite so einiges grundlegend schief gelaufen ist und nicht von meiner. So richtig klar ist es mir erst seit ca. 3 Jahren.

Menschen, die seelischer Gewalt ausgesetzt sind, sind ausserdem zu aller erst sozial isoliert. Nahezu immer.

Also ja: es mag ZEITLICH sicher möglich sein, auf Hilfe zurück u greifen, statt an den Folgen zu sterben - nur die Art der Verletzungen selbst, die entstehen, wirkt dem eentgege, so dass es eben zu schnell gar nicht möglich ist fuer die Opfer.

Boah, sry fuer die Tippfehler... Handy 😕

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15. Mai um 17:24
In Antwort auf avarrassterne1

jein.

Ein Teil liegt m.E. wirklich an der allgemeinen Toleranz. Würden die gleichen Kinder körperlich auf jemanden einschlagen, würde ziemlich sicher viel eher und konsequenter jemand eingreifen. Und zwar deutlich spürbarer für die Täter. So aber... Du siehst den Beitrag von @santiago "ok, ist blöd, aber wirklich Lebensgefahr besteht körperlich sehr, seelisch gar nicht." - Das ist angesichts der keinesfalls wenigen TOTEN schon eher absurd. Der einzige mit solchen Denkweisen ist er aber nicht. Auch nicht der einzige, der sagt, dass er "keinesfalls verharmlosen" will - und im nächsten Satz genau das tut - und zwar gründlich. Ohne Absicht, bin ich überzeugt, auch ohne das bewußt zu machen, aber ... mir fehlen die Worte. Und langsam auch die Möglichkeiten, das zu erklären, wenn ich ehrlich bin.

Ein anderer Teil liegt darin, dass wir Menschen soziale Wesen sind. So doof das klingen mag. Ich weiß nicht, wie neutral Du heute über das Thema nachdenken kannst, auch wenn es schon lange her ist - aber die Sache ist die: Dich zu mobben hat die ANDEREN in der Gruppe fester / näher zusammen gebracht, stimmts? Das ist tatsächlich ein sozialer Mechanismus, der gar nicht so unwichtig ist. Nur in solchen Fällen läuft der quasi Amok.

Was den Rest angeht... ich gebe zu, für Mobbing fehlt mir selbst das Verständnis. Ich kann mich in keine Seite wirklich hinein versetzen.

Sehr viele Mobber waren irgendwann auch Opfer oder Zielscheibe von psychischer Gewalt. 

Sie werden Taeter um keine Opfer mehr zu sein. 
 

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15. Mai um 17:25
In Antwort auf evaeden

Ich muss dir leider zustimmen. Als ich vor einigen Jahren noch in verschiedenen Schulen gearbeitet habe war es wirklich schrecklich. 

Du hast mehr Fachwissen als ich... Siehst Du das nit der Lebensgefahr anders? Wenn nein: kannst Du es besser erklaeren?

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15. Mai um 17:31
In Antwort auf evaeden

Das glaube ich leider nicht. Heutzutage verfolgt das Mobbing und die Grausamkeiten aus der Schule die Kinder in jeden Bereich ihres Lebens. Sie haben ein Smartphone und dort findet das meiste Mobbing statt. 


Aber eva, wir müssen doch auch sehen, dass wir mit ganz anderen Werten unsere Kinder erzogen haben. Sie bekommen doch von uns Empathie, Zugewandtheit und wir begleiten sie ohne übergriffig zu werden, oder versuchen es ganz bestimmt. Das sollte doch unsere Kinder schützen zu Mobbern zu werden. Und falls sie das treffen würde, würden wir doch sofort einschreiten. Wenn ich an meine Erziehung denke. Daa sehe ich deutliche Unterschiede.

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15. Mai um 17:37
In Antwort auf avarrassterne1

Ich habe da gerade noch einmal darueber nachgedacht, ich glaube, ich hab das Problem. Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen.

Gerade, aber nicht nur Kinder, die seelisch misshandelt werden, beispielsweise durch Mobbing suchen die Schuld bei sich. Bei mir war es eine narzisstische Mutter. Ich habe mit 30 (!) begonnen, in Erwägung zu ziehen, dass da von ihrer Seite so einiges grundlegend schief gelaufen ist und nicht von meiner. So richtig klar ist es mir erst seit ca. 3 Jahren.

Menschen, die seelischer Gewalt ausgesetzt sind, sind ausserdem zu aller erst sozial isoliert. Nahezu immer.

Also ja: es mag ZEITLICH sicher möglich sein, auf Hilfe zurück u greifen, statt an den Folgen zu sterben - nur die Art der Verletzungen selbst, die entstehen, wirkt dem eentgege, so dass es eben zu schnell gar nicht möglich ist fuer die Opfer.


Ging mir auch so. Schuld war ich, von meinem Vater ausgesprochen: wenn dich niemand mag, liegt es an dir! Dann verinnerlicht von mir! Worauf ich ihnen niemals mehr erwas erzählt habe. 

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15. Mai um 17:53
In Antwort auf avarrassterne1

Ich habe da gerade noch einmal darueber nachgedacht, ich glaube, ich hab das Problem. Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen.

Gerade, aber nicht nur Kinder, die seelisch misshandelt werden, beispielsweise durch Mobbing suchen die Schuld bei sich. Bei mir war es eine narzisstische Mutter. Ich habe mit 30 (!) begonnen, in Erwägung zu ziehen, dass da von ihrer Seite so einiges grundlegend schief gelaufen ist und nicht von meiner. So richtig klar ist es mir erst seit ca. 3 Jahren.

Menschen, die seelischer Gewalt ausgesetzt sind, sind ausserdem zu aller erst sozial isoliert. Nahezu immer.

Also ja: es mag ZEITLICH sicher möglich sein, auf Hilfe zurück u greifen, statt an den Folgen zu sterben - nur die Art der Verletzungen selbst, die entstehen, wirkt dem eentgege, so dass es eben zu schnell gar nicht möglich ist fuer die Opfer.

" Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen. "

Nein. Ich weiß, dass psychische Attacken gravierende Folgen haben können. Die wirken vor allem mittelbar.Körperliche Attacken wirken unmittelbar.

Da gibts kein schlimmer / weniger schlimm. Aber es ist eben nicht das gleiche. Das liegt in der Natur der Tat.

Deswegen kann ich die Diskussion und das Problem nicht nachvollziehen.

Wenn du hier eröffnet hättest mit:
Müssen Mobbing-Opfer besser geschützt werden? Ja gar keine Frage. Das muss keiner dulden.

Komischerweise hast du selbst offenbar aber wenig Probleme, z.B. selbst körperlich auszuteilen: Im anderen Thema wärst du bei Vertrauensbruch sofort mit der Ohrfeige zur Hand gewesen. Ich schrieb da schon: Du solltest mal dein Verhältnis zur Gewalt überprüfen. Das finde ich nämlich schon bedenklich.

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15. Mai um 18:00


Santiago, nur eine kleine Frage an dich. Wieso bist du auf keinen meiner Beiträge eingegangen? Interessiert dich das Thema einer Betroffenen gar nicht?

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15. Mai um 18:08


Und das sage ich definitiv nicht,  weil ich beleidigt bin, sondern weil mir auffällt,  dass über das Thema zu schreiben wohl definitiv einfacher ist,  sich einen intellektuellen Kingenabtausch zu liefern. Geht wohl der Justiz ähnlich, ebenso den Journalisten. 

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15. Mai um 18:17
In Antwort auf micky790


Santiago, nur eine kleine Frage an dich. Wieso bist du auf keinen meiner Beiträge eingegangen? Interessiert dich das Thema einer Betroffenen gar nicht?

" Santiago, nur eine kleine Frage an dich. Wieso bist du auf keinen meiner Beiträge eingegangen? "

Überhaupt böse Absicht. Im Prinzip ist ja der Thread die Fortsetzung des anderen, da hatten wir das Thema schon durchdiskutiert, deswegen hatte ich mich auf das erste Post bezogen - und dann kam eine Antwort - ich antworte usw.

Wie ich schon geschrieben habe: Mir ist völlig klar, dass das nicht harmlos ist, und dass das Menschen in tiefen Krisen stürzen kann. Und dass man die Opfer durchaus besser schützen sollte. Und hier Mobbing auch stärker sanktionieren sollte. Prävention ist auch wichtig. Und in den Schulen wird das ja auch immer mehr ein Thema.

Deswegen sehe ich auch keine Notwendigkeit, dass man das unbedingt mit körperlichen Attacken vergleichen / aufrechnen muss. Das sind für mich unterschiedlich Taten. Körperliche Attacken sind schlimm. Psychische können auch gravierend sein, wirken aber vor allem mittelbar. Und nicht bei jedem gleich.

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15. Mai um 18:26


Mittelbar, also indirekt, und nicht bei jedem gleich! 

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15. Mai um 18:42
In Antwort auf avarrassterne1

durch die "Ohrfeigen-Debatte" in einem anderen Thread, die dort leider (und ich gebe es zu: vor allem durch meine Schuld) ziemlich OT gelaufen ist - ist mir mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich doch physische und psychische Gewalt meiner Empfindung nach gehandhabt wird.
Juristisch und im Bewußtsein der Menschen.

Ist irgendwo die Rede von einer Ohrfeige, gibt es einen entsetzten Aufschrei quer Beet.
Kann man auch anzeigen, dem Täter drohen Strafen. Im allgemeinen Bewußtsein (inzwischen) sehr, sehr geächtet.
Nun, die tut nicht wirklich weh, es gibt keine Wunden (also mal davon ausgehend, dass die nicht von Goliath persönlich kommt), kein Arzt könnte 3h später eine Verletzung feststellen.
Aber der Rat ist nicht selten: SOFORT ANZEIGEN und das Entsetzen ist groß.

Psychische Angriffe kann man auf diesem Level noch lange nicht anzeigen. Das geht erst, wenn sie auf dem Level "schwere Mißhandlung / schwerer Mißbrauch" sind, darunter nicht. Und die allgemeine Einstellung dazu? Beläuft sich in etwa auf "na das ist aber nicht nett" bis bestenfalls "so ein Ar*** ". Der Rat zur Anzeige - kaum, nun, immerhin der Rat, sich von demjenigen fern zu halten.


Wenn man das mal weiter bis zu einem extremen Fall verfolgt: Ein 11jähriges Mädchen starb durch Angriffe von Mitschülern. "Nur" erfolgten diese nicht körperlich sondern seelisch.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/tragischer-vorfall-toedliches-mobbing-an-berliner-grundschule/23940174.html
nun - was blüht den Tätern? Das gleiche, was passieren würde, wenn sie dieses Mädchen zu Tode geprügelt hätten? Oh nein. Juristisch werden sie vielleicht noch nicht mal angeklagt. Selbst wenn es sich um Erwachsene statt Kinder handeln würde, wäre das nicht anders. Und wenn sie angeklagt werden... naja, gibt eins auf die Finger. Und sozial? Werden sie so geächtet sein wie Menschen, die jemanden zu Tode geprügelt / erstochen / erschossen haben? Ganz sicher nicht.
Warum? Es ist ein Angriff mit Todesfolge, bewußt, vorsätzlich und aktiv, rechtfertigt es den Unterschied, dass er seelisch statt körperlich erfolgt, wenn die Konsequenz die gleiche ist?

Findet Ihr auch, dass sich hier etwas ändern sollte? Oder seid Ihr der Meinung, das passt alles so wie es ist?
 

Ich habe eher den Eindruck, dass gerade in den letzten Jahren die psychische Gewalt vor allem im Internet immer mehr beachtet wird und auch die Gefahren aufzeigt, die sie bewirken kann, s. dein Artikel.
Bis zur Umsetzung in einen Strafkatalog wird es dauern, wie üblich, sowas geht nicht von heute auf morgen, da mahlen die Gesetzesmühlen langsam.

Wenn man überlegt, dass zu meiner Grundschulzeit Ohrfeigen, Rohrstock auf die Finger etc. halbwegs noch normal waren, sich da erstmal aufgelehnt wurde, bis sowas endlich unter Strafe gestellt wurde.

Psychische Gewalt war damals gar kein Begriff, das ist er jedoch schon lange.

Solche Entwicklungen brauchen Zeit, und ich bin mir ziemlich sicher, es geht da in die richtige Richtung.


 

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15. Mai um 19:29
In Antwort auf santiago4671

" Santiago, nur eine kleine Frage an dich. Wieso bist du auf keinen meiner Beiträge eingegangen? "

Überhaupt böse Absicht. Im Prinzip ist ja der Thread die Fortsetzung des anderen, da hatten wir das Thema schon durchdiskutiert, deswegen hatte ich mich auf das erste Post bezogen - und dann kam eine Antwort - ich antworte usw.

Wie ich schon geschrieben habe: Mir ist völlig klar, dass das nicht harmlos ist, und dass das Menschen in tiefen Krisen stürzen kann. Und dass man die Opfer durchaus besser schützen sollte. Und hier Mobbing auch stärker sanktionieren sollte. Prävention ist auch wichtig. Und in den Schulen wird das ja auch immer mehr ein Thema.

Deswegen sehe ich auch keine Notwendigkeit, dass man das unbedingt mit körperlichen Attacken vergleichen / aufrechnen muss. Das sind für mich unterschiedlich Taten. Körperliche Attacken sind schlimm. Psychische können auch gravierend sein, wirken aber vor allem mittelbar. Und nicht bei jedem gleich.

Ja, an der Stelle koennen wir nur noch abbrechen.

Auch körperliche Angriffe wirken nicht bei jedem gleich und nein, seelische Angriffe wirken nicht indirekt. Aber das hatten wir schon.

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15. Mai um 19:31
In Antwort auf irmaladouche3

Ich habe eher den Eindruck, dass gerade in den letzten Jahren die psychische Gewalt vor allem im Internet immer mehr beachtet wird und auch die Gefahren aufzeigt, die sie bewirken kann, s. dein Artikel.
Bis zur Umsetzung in einen Strafkatalog wird es dauern, wie üblich, sowas geht nicht von heute auf morgen, da mahlen die Gesetzesmühlen langsam.

Wenn man überlegt, dass zu meiner Grundschulzeit Ohrfeigen, Rohrstock auf die Finger etc. halbwegs noch normal waren, sich da erstmal aufgelehnt wurde, bis sowas endlich unter Strafe gestellt wurde.

Psychische Gewalt war damals gar kein Begriff, das ist er jedoch schon lange.

Solche Entwicklungen brauchen Zeit, und ich bin mir ziemlich sicher, es geht da in die richtige Richtung.


 

Ja denke ich auch, aber so ein bißchen minimales Anschieben, indem man vielleicht irgendwen zum Nachdenken... Oder zum andres darüber nachdenken bringen kann, wird dabei nicht schaden glaub ich 😏

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15. Mai um 19:39
In Antwort auf santiago4671

" Wahrscheinlich fehlt Dir Wissen. "

Nein. Ich weiß, dass psychische Attacken gravierende Folgen haben können. Die wirken vor allem mittelbar.Körperliche Attacken wirken unmittelbar.

Da gibts kein schlimmer / weniger schlimm. Aber es ist eben nicht das gleiche. Das liegt in der Natur der Tat.

Deswegen kann ich die Diskussion und das Problem nicht nachvollziehen.

Wenn du hier eröffnet hättest mit:
Müssen Mobbing-Opfer besser geschützt werden? Ja gar keine Frage. Das muss keiner dulden.

Komischerweise hast du selbst offenbar aber wenig Probleme, z.B. selbst körperlich auszuteilen: Im anderen Thema wärst du bei Vertrauensbruch sofort mit der Ohrfeige zur Hand gewesen. Ich schrieb da schon: Du solltest mal dein Verhältnis zur Gewalt überprüfen. Das finde ich nämlich schon bedenklich.

Ja, ich habe geschrieben, dass ich strafrechtliche Konsequenzen bei körperlichen wie seelischen Angriffen ohne Verletzungen nicht befürworte und mit Ohrfeigen tatsächlich kein Problem habe. In beiden Rollen nicht, auch wenn das der aktuell geltenden Gewaltrichtlinie widerspricht. Mit einer Ausnahme: bei Kindern ist es anders.

Habe ich schon oft und lange darüber nachgedacht, ich sehe nicht, dass sich meine Einstellung dazu in absehbarer Zeit ändert.

Genauso wenig wie Deine was die Lebensgefahr bei psychischen Angriffen angeht.

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15. Mai um 19:56
In Antwort auf avarrassterne1

Ja, an der Stelle koennen wir nur noch abbrechen.

Auch körperliche Angriffe wirken nicht bei jedem gleich und nein, seelische Angriffe wirken nicht indirekt. Aber das hatten wir schon.

" Ja, an der Stelle koennen wir nur noch abbrechen. "

Ja, wir haben das Thema umfassend erörtert

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15. Mai um 20:03
In Antwort auf avarrassterne1

Ja denke ich auch, aber so ein bißchen minimales Anschieben, indem man vielleicht irgendwen zum Nachdenken... Oder zum andres darüber nachdenken bringen kann, wird dabei nicht schaden glaub ich 😏

Mir fällt da jetzt ein spezifisches Beispiel ein:

Ich wurde 1960 eingeschult. In meinem Wohnbereich gab es ein Waisenhaus, dem ein Kindergarten angeschlossen war. Diese Kinder kamen auch in die Grundschule.

Wurden von Nonnen damals betreut.

Es wurde sich, sage ich mal so, um ihr Wohlergehen gekümmert.

Heute würde man das vielleicht gnadenvolles Grossziehen nennen.

Diese Kinder kamen zwar halbwegs sauber in die Grundschule dann, jedoch stets ausgegrenzt, man sah es ihnen direkt an.
Hosen sauber, aber zu kurz. Da ging es nicht um die Marke der Jeans und co.

Im gesamten System hatten sie keinerlei Chance, sie wurden in der Schule direkt " ausqualifiziert", wobei sie sicher diverse Beeinträchtigungen mit sich brachten. Die heute eher gefördert werden, damals einfach weggewischt wurden, wie Abfall.

Keins von ihnen hätte je die Eignung für Gymnasium damals erhalten.

Intelligenz und Lernfähigkeit wurden von vornherein ausgeklammert.
Sicher haben sehr viele von ihnen später revoltiert, nein, sie waren nicht dümmer.

Sowas könnte man nun ausspinnen:

Missbrauchsfälle in der Kirche? Die Internate?


Hoheiten???


 

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15. Mai um 20:08
In Antwort auf santiago4671

" Ja, an der Stelle koennen wir nur noch abbrechen. "

Ja, wir haben das Thema umfassend erörtert


Weisst du, ich denke,  dass du das einfach nie so erlebt hast  und darum betrachtest du es von aussen. Kann man echt niemandem übel nehmen!

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15. Mai um 20:16
In Antwort auf micky790


Weisst du, ich denke,  dass du das einfach nie so erlebt hast  und darum betrachtest du es von aussen. Kann man echt niemandem übel nehmen!

" Weisst du, ich denke,  dass du das einfach nie so erlebt hast  und darum betrachtest du es von aussen. Kann man echt niemandem übel nehmen! "

Nein, in extremer Form kenn ich das nicht. Ich kann aber gut nachvollziehen, dass man das etwas anders sieht wenn man es selbst erlebt hat.

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15. Mai um 20:21
In Antwort auf santiago4671

" Weisst du, ich denke,  dass du das einfach nie so erlebt hast  und darum betrachtest du es von aussen. Kann man echt niemandem übel nehmen! "

Nein, in extremer Form kenn ich das nicht. Ich kann aber gut nachvollziehen, dass man das etwas anders sieht wenn man es selbst erlebt hat.


Vielleicht halb, aber nie ganz! 

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15. Mai um 20:24
In Antwort auf avarrassterne1

Du hast mehr Fachwissen als ich... Siehst Du das nit der Lebensgefahr anders? Wenn nein: kannst Du es besser erklaeren?

Ist ein komplexes Thema. Ich schreib spaeter was drueber, wenn ich mehr Zeit habe. 

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15. Mai um 20:34
In Antwort auf evaeden

Sehr viele Mobber waren irgendwann auch Opfer oder Zielscheibe von psychischer Gewalt. 

Sie werden Taeter um keine Opfer mehr zu sein. 
 

Kompensation?

Ist wohl in vielen Bereichen vorzufinden.


 

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16. Mai um 8:43
In Antwort auf avarrassterne1

durch die "Ohrfeigen-Debatte" in einem anderen Thread, die dort leider (und ich gebe es zu: vor allem durch meine Schuld) ziemlich OT gelaufen ist - ist mir mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich doch physische und psychische Gewalt meiner Empfindung nach gehandhabt wird.
Juristisch und im Bewußtsein der Menschen.

Ist irgendwo die Rede von einer Ohrfeige, gibt es einen entsetzten Aufschrei quer Beet.
Kann man auch anzeigen, dem Täter drohen Strafen. Im allgemeinen Bewußtsein (inzwischen) sehr, sehr geächtet.
Nun, die tut nicht wirklich weh, es gibt keine Wunden (also mal davon ausgehend, dass die nicht von Goliath persönlich kommt), kein Arzt könnte 3h später eine Verletzung feststellen.
Aber der Rat ist nicht selten: SOFORT ANZEIGEN und das Entsetzen ist groß.

Psychische Angriffe kann man auf diesem Level noch lange nicht anzeigen. Das geht erst, wenn sie auf dem Level "schwere Mißhandlung / schwerer Mißbrauch" sind, darunter nicht. Und die allgemeine Einstellung dazu? Beläuft sich in etwa auf "na das ist aber nicht nett" bis bestenfalls "so ein Ar*** ". Der Rat zur Anzeige - kaum, nun, immerhin der Rat, sich von demjenigen fern zu halten.


Wenn man das mal weiter bis zu einem extremen Fall verfolgt: Ein 11jähriges Mädchen starb durch Angriffe von Mitschülern. "Nur" erfolgten diese nicht körperlich sondern seelisch.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/tragischer-vorfall-toedliches-mobbing-an-berliner-grundschule/23940174.html
nun - was blüht den Tätern? Das gleiche, was passieren würde, wenn sie dieses Mädchen zu Tode geprügelt hätten? Oh nein. Juristisch werden sie vielleicht noch nicht mal angeklagt. Selbst wenn es sich um Erwachsene statt Kinder handeln würde, wäre das nicht anders. Und wenn sie angeklagt werden... naja, gibt eins auf die Finger. Und sozial? Werden sie so geächtet sein wie Menschen, die jemanden zu Tode geprügelt / erstochen / erschossen haben? Ganz sicher nicht.
Warum? Es ist ein Angriff mit Todesfolge, bewußt, vorsätzlich und aktiv, rechtfertigt es den Unterschied, dass er seelisch statt körperlich erfolgt, wenn die Konsequenz die gleiche ist?

Findet Ihr auch, dass sich hier etwas ändern sollte? Oder seid Ihr der Meinung, das passt alles so wie es ist?
 

Wer psychische Gewalt erlebt hat, weiß das diese objektiv nicht greifbar ist, sie gerade deshalb viel gefährlicher sein kann und ist. .. mit "stiller" Gewalt können Täter viel erfolgreicher ihre Ziele verfolgen als körperlich aggressive Täter...

Laut Wissenschaft verursacht psychische Gewalt beim Opfer ähnliche Schäden im Hirn wie bei Opfern von physischer Gewalt...

Ich hoffe sehr, dass Menschen zukünftig beim Umgang mit psychischer Gewalt genauso sensibilisiert reagieren wie bei der physischen Gewalt!

https://programm.ard.de/TV/3sat/scobel---psychische-gewalt/eid_28007868282159

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