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Private Krankenversicherung

Letzte Nachricht: 16. März um 22:26
F
frozen0988
15.03.22 um 20:59

Es ist ein heikles Thema und einigen von euch wird dieses Thema auch nicht passen, aber ich spreche das trotzdem an. Ich persönlich lehne private Krankenversicherungen ab. Privat Versicherte denken, sie sind was besseres, aber das sind sie nicht. Wer wirklich krank ist, erhält auch als gesetzlich Versicherter eine gute Behandlung. Meist sind es die Beamten, die damit angeben. 

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F
frozen0988
15.03.22 um 21:40

Der Skycaptain hätte sicher auch hier eine ausführliche und kluge Antwort parat gehabt.


Dass er nicht mehr da ist, finde ich🤢. 

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F
frozen0988
15.03.22 um 22:02

Natürlich gibt es sicher auch Vorteile. Mich interessiert ein breites Meinungsbild. Gerne auch kritisches. 

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E
edla_27058924
16.03.22 um 0:35

Man sagt auch "Zweiklassenmedizin" in Deutschland. Ob das in Wirklichkeit stimmt, kann ich nicht sagen. Fakt ist: Ärzte verdienen hauptsächlich an Privatpatienten. Das muss jeder mit sich ausmachen. 

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dickunddoof
16.03.22 um 16:12

Ich habe darüber noch nie so direkt nachgedacht, also darüber, ob ich private Krankenversicherungen ablehne oder nicht.

Ich bin der Ansicht, dass es in Deutschland insgesamt zu viele Krankenversicherungen, insbesondere zuviele GKV, gibt.
Hier wäre aus meiner Sicht eine Menge Einsparungspotential in finanzieller Hinsicht gegeben. Denn jede Krankenkasse unterhält natürlich einen Verwaltungsapparat, der bezahlt werden will. 
Würde man die Anzahl der Kassen reduzieren, könnten Beitröge und Zusatzbeiträge bestimmt einen gewissen Betrag sinken.
Nicht zu vergessen die Steuermittel, die dann ebenfalls verringert werden könnten. Bzw. statt in der Krankenkassen-Verwaltung zu versickern, für wirkliche Notwendigkeiten im Gesundheitssystem eingesetzt werden können.

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D
dickunddoof
16.03.22 um 16:47
In Antwort auf frozen0988

Natürlich gibt es sicher auch Vorteile. Mich interessiert ein breites Meinungsbild. Gerne auch kritisches. 

Ein Nachteil privatVersicherter könnte sein, dass Ärzte vielleicht bestrebt sind, bei diesen Behandlungen/Operationen an den mann/die Frau zu bringen, die medizinisch nicht immer in vollem Umfang indiziert sind.

Das scheint aber auch ansonsten teilweise ein generelles Problem zu sein.
Untersuchungen/Vergleiche mit Nachbarländern haben wohl ergeben, dass in Deutschland bestimmt Operationen häufiger vorgenommen wurden/werden, als in anderen Staaten. So kommen wohl z.B. Bandscheiben-Ops bis zu dreimal häufiger vor, als etwa in Frankreich oder GroßBritannien.

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F
frozen0988
16.03.22 um 17:27
In Antwort auf dickunddoof

Ich habe darüber noch nie so direkt nachgedacht, also darüber, ob ich private Krankenversicherungen ablehne oder nicht.

Ich bin der Ansicht, dass es in Deutschland insgesamt zu viele Krankenversicherungen, insbesondere zuviele GKV, gibt.
Hier wäre aus meiner Sicht eine Menge Einsparungspotential in finanzieller Hinsicht gegeben. Denn jede Krankenkasse unterhält natürlich einen Verwaltungsapparat, der bezahlt werden will. 
Würde man die Anzahl der Kassen reduzieren, könnten Beitröge und Zusatzbeiträge bestimmt einen gewissen Betrag sinken.
Nicht zu vergessen die Steuermittel, die dann ebenfalls verringert werden könnten. Bzw. statt in der Krankenkassen-Verwaltung zu versickern, für wirkliche Notwendigkeiten im Gesundheitssystem eingesetzt werden können.

Ich lehne auch nur für mich persönlich private Kranekenversicherungen ab. Wenn ein Mann in meinem Umfeld privat versichert ist, akzeptiere ich das natürlich. Das sind gute Einwände von dir, aber es birgt auch die Gefahr von Oligopolen, die dann die Krankenversicherungsbeiträge in die Höhe bringen.

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dickunddoof
16.03.22 um 17:57
In Antwort auf frozen0988

Ich lehne auch nur für mich persönlich private Kranekenversicherungen ab. Wenn ein Mann in meinem Umfeld privat versichert ist, akzeptiere ich das natürlich. Das sind gute Einwände von dir, aber es birgt auch die Gefahr von Oligopolen, die dann die Krankenversicherungsbeiträge in die Höhe bringen.

Bei gesetzlichen Krankenversicherungen sind Beiträge doch aber per Gesetz festgelegt.
Die Gefahr von Oligopol-Bildungen sehe ich da weniger.

Klar, nur noch ein oder zwei wären jetzt etwas arg wenig. Ein bisschen Wettbewerb schadet auch im Versicherungswesen nicht; obwohl ich wohl doch eher der Typ "Sozialismus" bin, als der Typ "freier Markt". Aber in Deutschland haben wir derzeit noch über 100 gesetzliche Krankenkassen, allein wenn man das um die Hälfte reduzieren würde, käme da, schätze ich mal, einiges an Einsparungen zusammen. Gerade die vielen teilweise doch recht kleinen Betriebskrankenkassen müssen aus meiner Sicht nicht sein.
 

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witnessinadaydream
16.03.22 um 20:28

Also, ich finde es schon ein bisschen arg pauschalisierend, zu sagen "[die] denken, sie sind was besseres". Ich bin privat versichert und zwar, weil es mir vorgeschrieben wird. Von dem Zwei-K(l)assensystem halte ich selbst sehr wenig.
Es ist übrigens auch nicht so toll, wenn man sich beim Arzt immer fragen muss, ob die jeweilige Behandlung mir als Patientin oder doch dem Geldbeutel des Arztes zugute kommt. Am Ende lasse ich meistens doch machen, was mir als "die Versicherung übernimmt das" übermittelt wird - immerhin blättere ich auch einen Haufen Geld dafür hin, dann kann die Versicherung ruhig auch zahlen. 

Ich verstehe aber, dass man sich als Kassenpatient oft verarscht vorkommt. Nur ist das eben nicht die Schuld von Privatpatienten. Dass du in deinem Umfeld Leute kennst, die mit ihrer Versicherung prahlen tut mir sehr leid, das ist sicher sehr anstrengend. Mein Umfeld kennt zum Glück andere Gesprächsthemen, darüber bin ich froh!

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dickunddoof
16.03.22 um 20:57
In Antwort auf witnessinadaydream

Also, ich finde es schon ein bisschen arg pauschalisierend, zu sagen "[die] denken, sie sind was besseres". Ich bin privat versichert und zwar, weil es mir vorgeschrieben wird. Von dem Zwei-K(l)assensystem halte ich selbst sehr wenig.
Es ist übrigens auch nicht so toll, wenn man sich beim Arzt immer fragen muss, ob die jeweilige Behandlung mir als Patientin oder doch dem Geldbeutel des Arztes zugute kommt. Am Ende lasse ich meistens doch machen, was mir als "die Versicherung übernimmt das" übermittelt wird - immerhin blättere ich auch einen Haufen Geld dafür hin, dann kann die Versicherung ruhig auch zahlen. 

Ich verstehe aber, dass man sich als Kassenpatient oft verarscht vorkommt. Nur ist das eben nicht die Schuld von Privatpatienten. Dass du in deinem Umfeld Leute kennst, die mit ihrer Versicherung prahlen tut mir sehr leid, das ist sicher sehr anstrengend. Mein Umfeld kennt zum Glück andere Gesprächsthemen, darüber bin ich froh!



Wer schreibt dir denn vor, privat versichert zu sein?

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femkom2
16.03.22 um 21:38
In Antwort auf edla_27058924

Man sagt auch "Zweiklassenmedizin" in Deutschland. Ob das in Wirklichkeit stimmt, kann ich nicht sagen. Fakt ist: Ärzte verdienen hauptsächlich an Privatpatienten. Das muss jeder mit sich ausmachen. 

Ja, weil die "Kassenpatienten" nur pauschal abgerechnet werden, und das zu einem Satz, wofür KEIN Handwerker nur den Telefonhörer annimmt! Und für einen solche Abrechnungsbetrag darf er dann den Arzt beliebig oft im Quartal aufsuchen!
Der "Private" hingegen erhält grds für jeden Arztbesuch eine Rechnung - und stellt meistens fest, daß der Arzt vgl mit Handwerker geradezu ein "Schnäppchen" ist - die er bezahlen muß und den Betrag - abzüglich aller Möglichkeiten, die der Krankenksssenmitarbeiter - nach Weitergabe der Rechnung dann von der Krankenkasse erstattet bekommt.
Viele Arzpraxen müßten "dicht machen", wenn sie nicht mit den "Privaten" immer bei Konsultation auch Erlöse erzielen, mit denen das "Verlustgeschäft" Kassenpatient ausgeglichen wird.
Die ach so günstigen Tarife der PKV im Anfangsstadium "rächen" sich übrigens im Alter, da sie dann der schwindenden Gesundheit angepaßt werden!
Und die "prahlenden Beamten" sind verpflichtend privat versichert.
 

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rufmichan
16.03.22 um 21:57

Ist doch eigentlich auch logisch, dass Kassenpatienten mit den Beiträgen der Privatpatienten quersubventioniert werden. Von daher wäre der Wegfall des "Zwei-Klassen-Systems" schlecht für die Kassenpatienten und käme den Privatpatienten zu Gute. Was ja den Kassenpatienten auch wieder nicht passen dürfte. Was wären also die machbaren Gegenvorschläge?

Aber ich muss auch sagen - das war noch nie ein Thema in meinem Umfeld. Wie kommt denn darauf, sich überhaupt über so ein Thema zu unterhalten? Fallen einem da keine anderen Themen ein?

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dickunddoof
16.03.22 um 22:02
In Antwort auf rufmichan

Ist doch eigentlich auch logisch, dass Kassenpatienten mit den Beiträgen der Privatpatienten quersubventioniert werden. Von daher wäre der Wegfall des "Zwei-Klassen-Systems" schlecht für die Kassenpatienten und käme den Privatpatienten zu Gute. Was ja den Kassenpatienten auch wieder nicht passen dürfte. Was wären also die machbaren Gegenvorschläge?

Aber ich muss auch sagen - das war noch nie ein Thema in meinem Umfeld. Wie kommt denn darauf, sich überhaupt über so ein Thema zu unterhalten? Fallen einem da keine anderen Themen ein?

>>>Ist doch eigentlich auch logisch, dass Kassenpatienten mit den Beiträgen der Privatpatienten quersubventioniert werden. Von daher wäre der Wegfall des "Zwei-Klassen-Systems" schlecht für die Kassenpatienten und käme den Privatpatienten zu Gute. Was ja den Kassenpatienten auch wieder nicht passen dürfte.<<<

Ich verstehe nur Bahnhof.
Kannst du bitte erklären, wie du das meinst

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rufmichan
16.03.22 um 22:24
In Antwort auf dickunddoof

>>>Ist doch eigentlich auch logisch, dass Kassenpatienten mit den Beiträgen der Privatpatienten quersubventioniert werden. Von daher wäre der Wegfall des "Zwei-Klassen-Systems" schlecht für die Kassenpatienten und käme den Privatpatienten zu Gute. Was ja den Kassenpatienten auch wieder nicht passen dürfte.<<<

Ich verstehe nur Bahnhof.
Kannst du bitte erklären, wie du das meinst

Nicht nur die Ärzte finanzieren sich mit Privatpatienten, um die Behandlung von Kassenpatienten zu ermöglichen. Würde ein Arzt nur Kassenpatienten behandeln, würde er früher oder später Pleite gehen, da die Ansätze sehr niedrig angesetzt wurden (gilt vor allem für Hausärzte).

Und natürlich finanzieren Krankenkassen mit den Beiträgen der Privatpatienten die Beiträge der Kassenpatienten. Ein Kassenpatiente wird ja nicht automatisch weniger krank, nur weil er Kassenpatient ist.

Also: sind die Beiträge der Kassenpatienten im Verhältnis niedriger angesetzt als jener der Privatpatienten. Ein Teil des Beitragsüberschusses der Privatpatienten wird auf die Kassenpatienten umgelagert, um die Krankheitskosten und die geringeren Prämieneinnahmen auszugleichen.

"Dagegen sind die Honorare in der GKV begrenzt. Das sorgt für Verdruss bei den Ärzten. Es besteht der Verdacht, dass sie sich bei der PKV das Geld holen, was ihnen die gesetzlichen Kassen aus ihrer Sicht zu wenig zahlen."

"Laut einer umfangreichen Studie vom Wissenschaftlichen Institut der privaten Krankenversicherer (WIP) aus 2016 würde dem Gesundheitssystem 12 Milliarden Euro fehlen, wenn die Privatversicherten zu denselben Sätzen wie „Kassenpatienten“ abgerechnet würden. Im Umkehrschluss heißt es, dass die derzeit knapp 9 Millionen Privatversicherten die Ausgaben der GKV mitfinanzieren und das Gesundheitssystem subventionieren. Eine Berechnung der Studie ergibt, dass bei Honorargleichheit der Beitragssatz für alle Versicherten zum Beispiel in einer einheitlichen Bürgerversicherung um einen Prozentpunkt steigen müsste."

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rufmichan
16.03.22 um 22:26

Kurz gesagt: die, die sich über das Zwei-Klassen-System ärgern (=Kassenpatienten) würden schlussendlich mehr Beiträge zahlen. Der Schuss geht also nach hinten los.

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