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Papst Benedikt XVI

19. April 2005 um 19:10

...ratzinger als papst... was sagt ihr dazu?

ich lass das jetzt mal so stehen, äußere mich selber später dazu

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19. April 2005 um 19:30

Trüber Tag
ICH bin Katholikin (gewesen) und einen reaktionäreren Papst als diesen neuen könnte ich mir nicht vorstellen.

Es verkörpert alles, was an Johannes Paul II. kritisiert worden ist, jedoch ohne dessen positive Seiten zu haben.

Ratzinger als Papst - das bestätigt mir, dass es richtig war aus der katholischen Kirche auszutreten.


lalique

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19. April 2005 um 20:30

Abwarten......
Hallo,

ich kann zum neuen Papst als Mensch nichts sagen, habe mich auch nie wirklich damit befaßt, sei ein paar Tagen lese ich mich so ein bischen ein.
Bislang fand ich die Strathegie der katholichen Kirche immer sehr "heutige Welt bzw. Gesellschaft" fern.
In einer Gesellschaft wo Moral und Wert nicht mehr so viel Platz haben kommt der Grundgedanke des Christentums eben nicht so gut an.
Für unsere heutige Denkweise ist vieles veraltet und konservativ.
Ich persönlich habe nichts gegen "Konservativ", ich finde es allemale besser, als die Freizügigkeit die heut zu Tage von vielen gelebt wird, die oftmals weder Menschlichkeit noch Anstand hat, von Nächstenliebe, Respekt, Werten und Moral ganz zu schweigen.
In wiefern ein Papst die Möglichkeit hat diese Dinge abzuändern weiß ich auch nicht.

@citrusine :

jeder Papst wählt ein Pseudonym, den Namen eines Vorbildes oder so, das ist genau so wie wenn jemand einem Orden beitritt, dann legt er seinen weltlichen Namen ab und wählt einen anderen.

Gruß

equinox68

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19. April 2005 um 20:53

Die Menschen in den Entwicklungsländern...
die auch weiterhin fleißig AIDS-Babys für den Herrn produzieren, werden es Mr. "Kondome benutzen ist eine Sünde" Ratzinger sicherlich danken.

Das ist sowieso der einzige Ort, an dem diese Ansammlung alter Greise (40 % der Kardinäle sind über 80) noch neue Schäfchen hinzugewinnt.

_____________
www.franciandfriends.com - mein Tagebuch

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19. April 2005 um 21:17
In Antwort auf marcie_12302627

Die Menschen in den Entwicklungsländern...
die auch weiterhin fleißig AIDS-Babys für den Herrn produzieren, werden es Mr. "Kondome benutzen ist eine Sünde" Ratzinger sicherlich danken.

Das ist sowieso der einzige Ort, an dem diese Ansammlung alter Greise (40 % der Kardinäle sind über 80) noch neue Schäfchen hinzugewinnt.

_____________
www.franciandfriends.com - mein Tagebuch

Ganz kurz...
Solche Probleme hätten wir gar nicht, wenn die Werte in der Welt noch stimmen würden.

Keiner der Kardinäle ist über 80.

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19. April 2005 um 21:19

Und genau in so einer Welt....
-"Wenige Kinder sind nachweislich dort, wo Frauen Akademikerinnen sind und eine Altersversorgung auch für jene gewährleistet ist, die keine Kinder haben.-"

paßt keine Religion, weil die Werte verschoben sind.

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19. April 2005 um 21:43

Ich wünsche ihm,
gutes gelingen und gottes segen.

persönlich hätte ich mir einen reformer gewünscht. gerade in bezug auf frauen in der kirche, abtreibung, schwangerschaftskonfliktberatung gilt er ja als sehr konservativ.

aber in bezug auf unseren schwarzen fleck unserer "deutschen" geschichte empfinde ich freude und auch ehre das gerade er für dieses amt gewählt wurde.
ich habe mit meinem mann auf ihn angestoßen. wir wünschen ihm ein schönes pontifikat.

übrigens: glauben find ich nicht unmodern. unmodern ist eher, dass man sich fast schon dafür entschuldigen muss, dass man glaubt.

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19. April 2005 um 23:13

Hallo Sun....
zum Beispiel wird in solchen Ländern der Wert "Familie" noch sehr groß geschrieben.
Klar, um eine Existenz zu sicher, trifft bestimmt auch für einen Teil der Menschen dort zu aber generell sind die anders drauf als wir, und wären sie es nicht, hatten sie trotz der Existenzsicherung nicht so viele Kinder.
Zumal sie andere Vorstellung von Existenz haben.
Ich habe mein ganzes Leben lang im Ausland gelebt, in Ägypten zum Beispiel, gibt es viele gebildete Frauen, die studiert haben, das Ausland bereist haben und teilweise sogar im Ausland groß geworden sind und dort leben, aus wohlhabenden Familien kommen. Dennoch haben sie ganz andere Vorstellungen von Rollenverteilung, Familie und Moral.Viele dieser Frauen haben Kinder und nicht nur eines oder zwei sondern drei oder manchmal sogar mehr.
Andere Länder-viele oder mehr Kinder- hat nicht immer was mit Bildungsmangel zu tun.(Letztens war im Fernsehen ein Bollywoodfilm, wo man diese Werte sehr schön sehen konnte, vielleicht hast Du ihn ja gesehen)
Ich habe feststellen müßen, daß es in Ländern, wie dem unseren, wo es den Leuten gut geht, zu gut geht keine Werte mehr da sind.
Dinge werden gar nicht mehr wargenommen geschweige denn geschätz, obwohl sie ein Segen sind.Die Leute hier brauchen zum größten Teil keinen Gott und dann kommt noch dazu, daß aus unserer Sicht der Dinge christlische Grundlagen ja veraltet sind.Um beim Thema "Frau" zu bleiben, viele Frau meinen ihre Erfüllung im Beruf zu finden und nicht am Herd für Mann und Kinder sorgen, dieser Wert ist im Laufe der Emmanzipation verlorgen gegangen.Mancheiner wird sagen, was ist denn das für ein Wert....naja, so haben Dinge eben nur den Wert den man ihnen gibt.
Oder anderes Beispiel, Thema "Sex". Eigentlich sollte das ja etwas ganz intimes sein aber auch dieser Wert ist weg. Sexualität wird zunehmend veröffentlicht.

Naja, vielleicht kannst Du damit ja was anfangen....

Gruß

equinox68

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19. April 2005 um 23:20

Doch, ist vergleichbar
wenn wir einfach nur mal die 10 Gebote nehmen, Leitfaden für Werte, stellt man fest, das kaum noch etwas davon umgesetz wird.
Das ist in ärmeren Ländern anders.
Dafür kann ich, wenn Du magst sehr viele Beispiele nennen und dies auch faktisch belegen.

Gruß

equinox68

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20. April 2005 um 1:19

Ratzinger ist papst.
nachdem sich nun der puls langsam beruhigt und der adrenalinspiegel in die nähe gewohnter werte zurückkehrt, ist es nun zeit tief durchzuatmen und nachzudenken:

was ist passiert?

die leitfigur des katholischen konservativismus ist zum neuen papst gewählt worden. der dobermann gottes, der leitwolf der gegenreformer ist nun oberhirte über eine milliarde katholischer schafe.

was bedeutet das?

dass ein zwergstaat, der von männern im pensionsalter geführt wird, kein leuchtfeuer des freidenkenden modernismus ist, muss niemanden überraschen. der vatikan allerdings ist heute mehr als nur konservativ. er hat irgendwann im zwanzigsten jahrhundert den anschluss an das zeitgeschehen vollkommen verloren und ist mittlerweile derartig vorgestrig, dass die schwelle zum lächerlichen erreicht zu sein scheint.
das wird benedikt XVI wohl nicht ändern können. man hat den eindruck, dass ihm auch jedes bewusstsein für die notwendigkeit wichtiger änderungen fehlt. längst notwendige reformen in fragen wie gleichberechtigung der frau, pflichtzölibat, sexualmoral, befreiungstheologie oder der rechtsposition der laien in der kirche sind vom neuen papst mit sicherheit nicht zu erwarten.

kann uns das nicht egal sein?

berührt es uns aufgeklärte mitteleuropäer fern von jedem religiösen fanatismus überhaupt, welcher alte mann in seinem vatikanischen kämmerchen sitzt und seine abgestandenen überlegungen für große genial-göttliche geistesgaben hält?
wenn der papst - und das wird er wohl tun - so wie johannes paul II die welt mit moralischen wahnsinnigkeiten bekleckert, so wird das in europa niemanden wesentlich beeinflussen. konservative europäer sind ohnehin schon konservativ, sie werden vom papst kaum auf noch irrigere wege abgelenkt werden, progressivere europäer werden sich um den papst kaum kümmern. in afrika oder südamerika aber, wo mittlerweile deutlich mehr katholiken leben als in europa, können konservative ansagen des papstes sicher einigen schaden anrichten, dort hat das wort des papstes noch beträchtliches gewicht.

schlimmer noch als die möglichen schäden, die benedikt XVI nun anrichten kann, ist aber, dass die kirche eine echte chance verpasst hat.

ein progressiver, moderner, mutiger papst hätte viel bewirken können. er hätte - auch für europa - kräftige zeichen setzen, eine weltpolitische größe, eine moralische autorität werden können. eine starke, medienwirksame stimme, die sich für rechte von minderheiten und randgruppen, für zusammenhalt zwischen norden und süden, für unterstützung der armen, für vergebung und gegen krieg ausspricht, wäre wichtig für die welt - ganz egal, wie man zum christentum oder zum katholizismus steht. einiges am christentum hätte sich eine kräftige stimme durchaus verdient, eine globalisierte politik könnte einen klugen moralischen mahner sicher gebrauchen. der neue papst wird in dieser rolle sicher nie echte glaubwürdigkeit haben.

was wird jetzt geschehen?

in südamerika und afrika wird sich wohl nicht viel ändern. ich vermute aber, dass diese papstwahl die bedeutung des katholizismus in europa drastisch zurückgehen lassen wird.
man wird sich fragen, wozu man sich über verstaubte aussagen eines alten mannes ärgern soll, wenn man sie einfach ignorieren kann.
der katholizismus wird ein randphänomen werden, eine fast vergessene tradition für alte leute, die sonst eben nichts zu tun haben.

vielleicht ist es ja gut so.
schade ist es trotzdem:
religion könnte etwas wirklich sinnvolles sein,
eigentlich.

bleu de q (nicht katholisch)

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20. April 2005 um 9:58

Was soll ich dazu sagen?
ich beschäftige mich eigentlich nur im moment mit dem thema "papst" seid es um das sterben von papst johannes paul ging und nun ein neuer gewählt wurde...in ein-zwei wochen mach ich mir da ehrlich gesagt auch keine gedanken mehr!wenn menschen einen glauben haben-ok-jeder wie er will,aber brauch ich da einen wo mir das predigt?glaubt man nicht im herzen-oder auch nicht???wieso muss da einer wie ein könig rumhüpfen und meinen er ist der gesante oder wie auch immer-hab ehrlich gesagt nicht viel ahnung davon,denn es interessiert mich im grunde auch nicht...
ich fand es auch rührend wie papst johannes paul sich schwerstkrank abmühte um irgendwelche segen zu sprechen-aber nicht wegen dem glauben-sondern weil ein mensch wirklich alles gibt.aber andererseits frag ich mich,warum hat man ihn nicht in ruhe gelassen wo er frisch operiert war und an ostern nicht sprechen konnte....musste er dies oder wollte er dies?dass ist das was ich mich frage....ist ein papst verpflichtet bis fast vor dem letzten atemzug irgendwelche segen zu sprechen oder wollen die das???also solche fragen bewegen mich jetzt....
lg

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20. April 2005 um 10:42

BILD-Schlagzeile heute:
"wir sind papst".... gott, wie peinlich *grummel*

da wird ein heiliges thema wie der gewinn der fußball-wm o. ä. verwurstet... schlimm.

ratzinger ist ein sehr guter theologe, gebildet und kennt den vatikan sowie dessen gepflogenheiten. das sehe ich als großen vorteil und ich denke, er ist ein guter papst, soweit ich das beurteilen kann.

lg sefi (ev.)

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20. April 2005 um 12:21

Hmmmm
also, ich spreche ja nicht alle Werte ab sondern möchte im Grunde sagen, das es andere Werte sind , die aber auch immer weniger werden.
Habe das Beispiele gebracht, weil man immer wieder hört, das ärmere Länder nur Dinge anders machen, weil sie arm oder weniger gebildet sind und das ist eben nicht so, sie leben nach anderen, menschlciheren, sozialeren Werten.

-"Es stimmt, die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen gibt. Das heisst doch aber laengst nicht, dass jemand, der anderen Dingen eine andere Bedeutung zumisst, keine Werte mehr hat!-"

Da gebe ich Dir Recht, aber wenn man die Gesellschaft betragten, dann sieht man, das immer mehr traditionelle Werte verloren gehen.
Das heißt nicht, das jeder so denkt oder ist, aber eine Veränderung dahin gehend zeichnet sich ab.

Das Thema "Sex" kann man so sehen wie man möchte, ich persönlich finde diese wahllose Zweisamkeit (Du weißt was ich meine), die hier in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist nicht schön.
Auch resultieren aus dieser Freizügikeit viele Probleme, die ja weitläufig bekannt sind, seien es nun schwangere Teenies, Krankheiten oder Verbrechen.

Und noch kurz zum Film.... die Realität und Moral, kommt deutlich zur Geltung, klar, ist vieles überspitz und vielleicht sogar verschönert aber im Grunde zeigt der Film deutlich die Geisteshaltung und ein deutlicher Unterschied zu unserer Gesellschaft zeichnet sich ab.

Aber gut.... das ist ein langes Thema, auch sehr müßig immer schriftlich in Worte zu fassen...verlieren öfters mal den Faden....(-:

Viele Grüße

equinox68

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20. April 2005 um 12:33

Uninteressierte Beobachterin
Ich war immer eine uninteressierte Beobachterin. In den letzten Wochen habe ich das ganze natürlich (zwangsläufig) mitbekommen....

Ratzinger und alle anderen Favoriten haben mir vorher nichts gesagt.
Ich frage mich da, wie sich andere da ein Urteil drüber erlauben können. Haben alle die kath. so gut verfolgt, dass Ratzingern ein Begriff war/ist? Verstehe ich nicht. Ich empfand unsere Gesellschaft - also mein Umfeld - nicht als so christlich. Die Kirchen sind immer leer, von Nächstenliebe und Meschlickeit ist wenig zu sehen, aber alle beten für den Papst, ihren Führer. Komisch!

Ich kann nicht beurteilen wie konservativ er ist; welchen Weg er einschlagen soll.
Was würde es für das Ansehen Von Johannes Paul bedeuten, wenn er seinen Weg nicht weitergehen sollte? Ist dann der verstorbene Papst ein Depp gewesen und seine Arbeit für die Katz???
Wenn Benni den Weg von Joe weitergeht, ist er dann ein schlechter Papst, weil er keine eigenen Ideen hat? Erklärt es mir bitte.
Macht der Papst die kath. Kirchenlehre? estimmt er was man zu glauben hat?

Wie gesagt, ich kennen ihn nicht, kann mir über ihn persönlich kein Urteil erlauben.
Ich denke allerdings, dass bewusst (???) ein alter Kardinal gewählt wurde - quasi rin Übergangs-Papst. Mit seinen 78 Jahren ist sein Ende leider (bald) in Sicht...
Ich wünsche es ihm allerdings nicht.... und uns auch nicht. Besonders Lust auf wieder so ein Berichterstattungs-Theater habe ich nicht besonders.


LG
Pluster

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20. April 2005 um 13:41

Prima,
selten eine so deutliche absage an die weiterentwicklung gesehen. war aber lustig zuzuschauen, incl. animation, die aber was auf sich hat warten lassen, bis endlich die glocken geläutet haben... naja wenigstens gabs schonmal rauch, was will man mehr? und ich freue mich auch auf die karrikaturisten, die endlich wieder eine neue witzfigur zum verarschen haben.

schade nur um den graben, der zwischen den religionen gegraben werden wird. der neue papst wird wohl eher polarisieren, anstatt versöhnen.

aber, mich interessieren die machenschaften, strukturen und belange und vorhaben dieses vereins nicht. ich nehme das nur zur kenntnis, mehr nicht.
weil: ich bin lieber katholisch, auf jeden fall dem wortlaut nach - katholikos *das ganze betreffend*

gruss,
cosmic.

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20. April 2005 um 13:53

Aus unserer aufgeklärten Sicht ist das sicher richtig,
aber wie sieht das z.B. in Entwicklungsländern aus.

Die Uhren dort ticken anders.
In Aftika wird z.B. ein seltsames Gemisch aus katholischem Glauben und alten Traditionen gelebt wird. Es gehört z.B. in vielen Stämmen noch zur Gastfreundschaft, einem Gast seine Frau für Sex anzubieten, bzw. die Frauen zu tauschen. Auch sonst haben die Männer jedes Recht, mit mehreren Frauen Sex zu haben (oder sie nehmen es sich heraus...). Der katholische Glauben ist durch die Missionare aufgepfropft und - oh wunder - die Keuschheit hat einfach nicht so rasenden Absatz gefunden (ist das so erstaunlich?!?).

Das rote Kreuz und andere Organisationen, die sich für die Gesundheit der afrikanischen Bevölkerung einsetzen, haben sehr lange gebraucht, um den Menschen dort bewusst zu machen, dass die Rumschlaferei Krankheiten erzeugen kann, die man dann nach Hause zu Frau und Kind bringt und dass man, wenn man schon nicht darauf verzichten will, WENIGSTENS ein Kondom benutzen sollte! (Wens genauer interessiert, vor allem in Kenia gibt es da auch viele Berichte drüber.) Als sich dieser Trend gerade ein wenig durchsetzen konnte, obwohl das den Männern nicht in den Kram passte (die Argumente waren/sind dieselben wie auch in Europa), kam der Papst und wetterte dagegen.

Prompt hatte er den "gläubigen", katholischen Männern eine Superausrede geliefert, weiter ohne Kondome herumzupoppen. Die Folgen kann man sich denken.

Es mag dahingestellt sein, ob diese Männer sehr gläubig waren. Aber ein Papst, der sich wirklich für die Menschen interessiert, der hätte sich vorher besser informiert und von mir aus statt auf die Kondome einzugehen Treue in der Ehe propagieren sollen. Wer so wenig Rücksicht auf landestypische Eigenheiten nimmt und damit ein Massensterben im Namen des Glaubens auf sich nimmt... Da fehlen mir schon wieder die Worte.

Der neue Papst wird diesen Kurs aber wohl fortsetzen.

lalique

Ex-Katholikin

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20. April 2005 um 13:57

Allerdings
sind in Ländern wo die Menschen ungebildeter sind, diese auch leichter mit Drohungen und Dogmen kleinzuhalten.
Vor einiger Zeit las ich mal einen artikel über die Phillippinen, die nun auch ein großes Problem mit der Überbevölkerung haben. Eine Hilfsorganisation kam auf die richtige Idee, als erstes bei den Frauen anzusetzen, die ja uch die größte Last durch die vielen Kinder tragen. Da es für die Frauen nicht so leicht ist, den Sex zu verweigern oder den Mann zu Kondomen überreden, rieten sie den Frauen sich eine spirale einsetzen zu lassen, was durch die Hilfsorganisation finanziert wurde.
Als ein katholischer Geistlicher davon erfuhr, drohte er den betreffenden Frauen mit Exkommunizierung. Darauf ließen sich die meisten die Spirale wieder ziehen.

Kaum eine westliche Frauauch wenn sie sehr gläubig ist läßt sich heutzutage so durch die Kirche einschüchtern.
In Entwicklungsländern ticken die Uhren noch anders und was geistliche sagen ist Gestz.

lalique

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20. April 2005 um 14:32
In Antwort auf shena_12375982

Hallo Sun....
zum Beispiel wird in solchen Ländern der Wert "Familie" noch sehr groß geschrieben.
Klar, um eine Existenz zu sicher, trifft bestimmt auch für einen Teil der Menschen dort zu aber generell sind die anders drauf als wir, und wären sie es nicht, hatten sie trotz der Existenzsicherung nicht so viele Kinder.
Zumal sie andere Vorstellung von Existenz haben.
Ich habe mein ganzes Leben lang im Ausland gelebt, in Ägypten zum Beispiel, gibt es viele gebildete Frauen, die studiert haben, das Ausland bereist haben und teilweise sogar im Ausland groß geworden sind und dort leben, aus wohlhabenden Familien kommen. Dennoch haben sie ganz andere Vorstellungen von Rollenverteilung, Familie und Moral.Viele dieser Frauen haben Kinder und nicht nur eines oder zwei sondern drei oder manchmal sogar mehr.
Andere Länder-viele oder mehr Kinder- hat nicht immer was mit Bildungsmangel zu tun.(Letztens war im Fernsehen ein Bollywoodfilm, wo man diese Werte sehr schön sehen konnte, vielleicht hast Du ihn ja gesehen)
Ich habe feststellen müßen, daß es in Ländern, wie dem unseren, wo es den Leuten gut geht, zu gut geht keine Werte mehr da sind.
Dinge werden gar nicht mehr wargenommen geschweige denn geschätz, obwohl sie ein Segen sind.Die Leute hier brauchen zum größten Teil keinen Gott und dann kommt noch dazu, daß aus unserer Sicht der Dinge christlische Grundlagen ja veraltet sind.Um beim Thema "Frau" zu bleiben, viele Frau meinen ihre Erfüllung im Beruf zu finden und nicht am Herd für Mann und Kinder sorgen, dieser Wert ist im Laufe der Emmanzipation verlorgen gegangen.Mancheiner wird sagen, was ist denn das für ein Wert....naja, so haben Dinge eben nur den Wert den man ihnen gibt.
Oder anderes Beispiel, Thema "Sex". Eigentlich sollte das ja etwas ganz intimes sein aber auch dieser Wert ist weg. Sexualität wird zunehmend veröffentlicht.

Naja, vielleicht kannst Du damit ja was anfangen....

Gruß

equinox68

Bravo equinox
Du hast es auf den Punkt gebracht. Da Du ja, wie Du schreibst, im Ausland gelebt hast, siehst Du wenigstens das, was viele hier nicht sehen oder nicht sehen wollen. Deine Aussage ist sehr zutreffend

Grüße

Izabela

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20. April 2005 um 14:39
In Antwort auf shena_12375982

Hmmmm
also, ich spreche ja nicht alle Werte ab sondern möchte im Grunde sagen, das es andere Werte sind , die aber auch immer weniger werden.
Habe das Beispiele gebracht, weil man immer wieder hört, das ärmere Länder nur Dinge anders machen, weil sie arm oder weniger gebildet sind und das ist eben nicht so, sie leben nach anderen, menschlciheren, sozialeren Werten.

-"Es stimmt, die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen gibt. Das heisst doch aber laengst nicht, dass jemand, der anderen Dingen eine andere Bedeutung zumisst, keine Werte mehr hat!-"

Da gebe ich Dir Recht, aber wenn man die Gesellschaft betragten, dann sieht man, das immer mehr traditionelle Werte verloren gehen.
Das heißt nicht, das jeder so denkt oder ist, aber eine Veränderung dahin gehend zeichnet sich ab.

Das Thema "Sex" kann man so sehen wie man möchte, ich persönlich finde diese wahllose Zweisamkeit (Du weißt was ich meine), die hier in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist nicht schön.
Auch resultieren aus dieser Freizügikeit viele Probleme, die ja weitläufig bekannt sind, seien es nun schwangere Teenies, Krankheiten oder Verbrechen.

Und noch kurz zum Film.... die Realität und Moral, kommt deutlich zur Geltung, klar, ist vieles überspitz und vielleicht sogar verschönert aber im Grunde zeigt der Film deutlich die Geisteshaltung und ein deutlicher Unterschied zu unserer Gesellschaft zeichnet sich ab.

Aber gut.... das ist ein langes Thema, auch sehr müßig immer schriftlich in Worte zu fassen...verlieren öfters mal den Faden....(-:

Viele Grüße

equinox68

Wete
Ich halte die Rede vom "Werteverlust" für maßlos übertrieben, ebenso wie das Gerede von der "Konsum- und Fungesellschaft".

Es hat vielleicht ein Wertewandel stattgefunden, aber ich sehe keinen wirklichen Verlust. Waren in obrigkeitsstaatlichen und stärker kirchengeprägten Zeiten Tugenden wie Gehorsam, Demut und Bescheidenheit gefragt, so haben wir alle gelernt, dass wir für unsere Rechte kämpfen können und dass Bescheidenheit geschäftsschädigend ist
Fleiß und Arbeitsamkeit sehe ich immer noch eine Menge, ebenso Mitgefühl und Interesse für soziale Fragen.

Ich denke, dass das Thema viel mehr mit einer großen Verunsicherung, mit dem Gefühl, dass alles im Wandel ist.

Dieser Wandel bezieht sich sowohl auf das Berufs- wie das Privatleben: keiner kann mehr sicher sein, lebenslang Arbeit zu haben, schon gar nicht in einer einzigen Firma, die Scheidungsrate ist hoch, Familien fallen auseinander und finden sich zu neuen Patchworkgemeinschaften zusammen.

Viele Menschen finden das beunruhigend und sehnen sich in Zeiten zurück, in denen offenbar alles noch so sicher und geregelt war, dabei stimmt das gar nicht: unsere derzeitigen Verhältnisse sind nur dann ungewöhnlich, wenn wir sie mit den vorhergehenden Jahrzehnten nach dem Krieg vergleichen. Damals wurde der Sozialstaat aufgebaut, es herrschte Arbeitskräftemangel, die meisten Leute heirateten und die Scheidungsrate war gering.

Noch früher kämpften die meisten Menschen täglich aufs Neue um ihren Lebensunterhalt, sowohl in der Landwirtschaft wie als Fabriksarbeiter ohne soziale Sicherung. Viele Familien waren mindestens so "patchwork" wie heute: Frauen starben jung im Kindbett, Männer verunglückten bei der Waldarbeit oder starben im Krieg, die übriggebliebenen Partner heirateten wieder und bekamen weitere Kinder. In manchen Familien gab es Kinder, die mit keinem Elternteil mehr verwandt waren. Außerdem lebten in jeder Familie eine Anzahl von ledigen Geschwistern.

All das wurde zusammengehalten von einem strengen moralischen Regime vor allem religiöser Art - mit Unterstützung des Staates.

Es war erst der zunehmende Wohlstand und vor allem auch die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, die diese Lebensform ablöste. Denn die Werte gaben nicht nur Sicherheit, sondern waren auch ungeheuer repressiv - das vergessen die meisten, die heute über den Werteverfall jammern.

Es gab bis in die Achtziger hinein Bücher von Leuten, die über ihre Kindheit in den Wertesystemen des frühen 20Jh. berichteten - da ist oft von einer Repression und Gewalt in den Familien die Rede, von der wir keine Vorstellung mehr haben. Eines der letzten und eindrücklichsten Bücher dieses Genres war Anna Wimscheiders "Herbstmilch".

Es sind ja auch nicht alle Menschen, die über den Werteverfall jammern; sehr viele sehen auch die Chancen einer größeren Offenheit der Lebensentwürfe und fühlen sich darin wohl.

Grundsätzlich denke ich, dass wir mit dem mit dem "verlorenen Gefühl" leben müssen. Es ist der Preis der Freiheit.

lalique

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20. April 2005 um 14:41

Zu alt!?
sagt mal, bin ich zu engstirnig, wenn ich jdenke, dass der mann für diese aufgabe (u.a.) definitiv zu alt ist?!

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20. April 2005 um 14:41
In Antwort auf ayasha_11845996

Aus unserer aufgeklärten Sicht ist das sicher richtig,
aber wie sieht das z.B. in Entwicklungsländern aus.

Die Uhren dort ticken anders.
In Aftika wird z.B. ein seltsames Gemisch aus katholischem Glauben und alten Traditionen gelebt wird. Es gehört z.B. in vielen Stämmen noch zur Gastfreundschaft, einem Gast seine Frau für Sex anzubieten, bzw. die Frauen zu tauschen. Auch sonst haben die Männer jedes Recht, mit mehreren Frauen Sex zu haben (oder sie nehmen es sich heraus...). Der katholische Glauben ist durch die Missionare aufgepfropft und - oh wunder - die Keuschheit hat einfach nicht so rasenden Absatz gefunden (ist das so erstaunlich?!?).

Das rote Kreuz und andere Organisationen, die sich für die Gesundheit der afrikanischen Bevölkerung einsetzen, haben sehr lange gebraucht, um den Menschen dort bewusst zu machen, dass die Rumschlaferei Krankheiten erzeugen kann, die man dann nach Hause zu Frau und Kind bringt und dass man, wenn man schon nicht darauf verzichten will, WENIGSTENS ein Kondom benutzen sollte! (Wens genauer interessiert, vor allem in Kenia gibt es da auch viele Berichte drüber.) Als sich dieser Trend gerade ein wenig durchsetzen konnte, obwohl das den Männern nicht in den Kram passte (die Argumente waren/sind dieselben wie auch in Europa), kam der Papst und wetterte dagegen.

Prompt hatte er den "gläubigen", katholischen Männern eine Superausrede geliefert, weiter ohne Kondome herumzupoppen. Die Folgen kann man sich denken.

Es mag dahingestellt sein, ob diese Männer sehr gläubig waren. Aber ein Papst, der sich wirklich für die Menschen interessiert, der hätte sich vorher besser informiert und von mir aus statt auf die Kondome einzugehen Treue in der Ehe propagieren sollen. Wer so wenig Rücksicht auf landestypische Eigenheiten nimmt und damit ein Massensterben im Namen des Glaubens auf sich nimmt... Da fehlen mir schon wieder die Worte.

Der neue Papst wird diesen Kurs aber wohl fortsetzen.

lalique

Ex-Katholikin

Der Papst zwingt die Menschen nicht...
... dazu, die eigene Frau dem Gast anzubieten! Wieso sollte er dann dort Kondome verteilen? Damit sie noch mehr dazu neigen die Frau "auszuleihen"?

Der Papst hat versucht den Menschen etwas zu vermitteln, was die meisten in den westlichen Ländern nicht verstanden haben. Er hat sicherlich nicht gerne zugesehen, dass so viele in Afrika an AIDS sterben, denn dazu hat er die Menschheit zu sehr geliebt. Er versuchte die Menschen auf einen Weg zu bringen, wo sie wieder anfangen sich gegenseitig zu schätzen, den nächsten zu lieben und eben Verantwortung dafür im Leben zu übernehmen, was man tut! Hierzu gehört z. B., wenn eine Frau rumhurren will, dann muss sie eben dafür Konsequenzen tragen, in dem sie aus ihrem Fehler lernt und eben nicht abtreiben kann. Aber auch Männer sind genauso dafür verantwortlich. Und genau das u. a. versuchte der Papst den Menschen zu zeigen. Natürlich versteht man es im Westen überhaupt nicht.

Ich fände es sehr gut, wenn Ratzinger auch diesen Weg gehen würde.

Izabela

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20. April 2005 um 14:47
In Antwort auf ayasha_11845996

Wete
Ich halte die Rede vom "Werteverlust" für maßlos übertrieben, ebenso wie das Gerede von der "Konsum- und Fungesellschaft".

Es hat vielleicht ein Wertewandel stattgefunden, aber ich sehe keinen wirklichen Verlust. Waren in obrigkeitsstaatlichen und stärker kirchengeprägten Zeiten Tugenden wie Gehorsam, Demut und Bescheidenheit gefragt, so haben wir alle gelernt, dass wir für unsere Rechte kämpfen können und dass Bescheidenheit geschäftsschädigend ist
Fleiß und Arbeitsamkeit sehe ich immer noch eine Menge, ebenso Mitgefühl und Interesse für soziale Fragen.

Ich denke, dass das Thema viel mehr mit einer großen Verunsicherung, mit dem Gefühl, dass alles im Wandel ist.

Dieser Wandel bezieht sich sowohl auf das Berufs- wie das Privatleben: keiner kann mehr sicher sein, lebenslang Arbeit zu haben, schon gar nicht in einer einzigen Firma, die Scheidungsrate ist hoch, Familien fallen auseinander und finden sich zu neuen Patchworkgemeinschaften zusammen.

Viele Menschen finden das beunruhigend und sehnen sich in Zeiten zurück, in denen offenbar alles noch so sicher und geregelt war, dabei stimmt das gar nicht: unsere derzeitigen Verhältnisse sind nur dann ungewöhnlich, wenn wir sie mit den vorhergehenden Jahrzehnten nach dem Krieg vergleichen. Damals wurde der Sozialstaat aufgebaut, es herrschte Arbeitskräftemangel, die meisten Leute heirateten und die Scheidungsrate war gering.

Noch früher kämpften die meisten Menschen täglich aufs Neue um ihren Lebensunterhalt, sowohl in der Landwirtschaft wie als Fabriksarbeiter ohne soziale Sicherung. Viele Familien waren mindestens so "patchwork" wie heute: Frauen starben jung im Kindbett, Männer verunglückten bei der Waldarbeit oder starben im Krieg, die übriggebliebenen Partner heirateten wieder und bekamen weitere Kinder. In manchen Familien gab es Kinder, die mit keinem Elternteil mehr verwandt waren. Außerdem lebten in jeder Familie eine Anzahl von ledigen Geschwistern.

All das wurde zusammengehalten von einem strengen moralischen Regime vor allem religiöser Art - mit Unterstützung des Staates.

Es war erst der zunehmende Wohlstand und vor allem auch die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, die diese Lebensform ablöste. Denn die Werte gaben nicht nur Sicherheit, sondern waren auch ungeheuer repressiv - das vergessen die meisten, die heute über den Werteverfall jammern.

Es gab bis in die Achtziger hinein Bücher von Leuten, die über ihre Kindheit in den Wertesystemen des frühen 20Jh. berichteten - da ist oft von einer Repression und Gewalt in den Familien die Rede, von der wir keine Vorstellung mehr haben. Eines der letzten und eindrücklichsten Bücher dieses Genres war Anna Wimscheiders "Herbstmilch".

Es sind ja auch nicht alle Menschen, die über den Werteverfall jammern; sehr viele sehen auch die Chancen einer größeren Offenheit der Lebensentwürfe und fühlen sich darin wohl.

Grundsätzlich denke ich, dass wir mit dem mit dem "verlorenen Gefühl" leben müssen. Es ist der Preis der Freiheit.

lalique

Fortsetzung
Noch was zu Drittweltländern.
Ich hab auch eine Verwandte, die in Brasilien aufwuchs und nach Jahrzehnten in D. mit ihrem Mann wieder dorthin zurückkehrte (ihre Kinder sind in D. geblieben). Sie fand D. auch "emotional kalt" - aber wenn ich die Erzählungen über die Kriminalität dort höre, bleibe ich lieber in Europa. In Brasilien sind Raubüberfälle an der Tagesordnung, wenn du aus dem Haus gehst, mußt du dein Haus dreifach verriegeln - ich würde dort nicht leben wollen.

Unter "sozialer Kälte" verstehen Leute aus anderen Kulturen oft die Tatsache, dass die Menschen hier reservierter sind, aber für mich zählt auch der soziale Friede und eine geringe Kriminalitätsrate zu einem positiven Lebensumfeld. Mir ist es lieber, die Leute sind zurückhaltender und ich kann dafür meine Haustüre offen stehen lassen als dass alle spontan und lustig sind und ich dafür in einem schwer bewachten Wohnghetto leben muss (wie meine Verwandte in Sao Paolo).

Meine Verwandte ist übrigens nicht (nur) wegen der sozialen Kälte wieder nach Brasilien zurückgekehrt, sondern weil es sich mit ihrer kleinen Rente aus Deutschland dort besser leben läßt.

Ich glaube auch nicht, dass die Menschen dort geistig gesünder sind oder sich wohler fühlen: wer in einer Favela lebt, hat gar keinen Zugang zu psychologischer Hilfe wie bei uns. Es ist übrigens ein Phänomen, dass es im Krieg kaum Selbstmorde gab - die Leute waren mit dem Überleben beschäftigt. Ich halte die Tatsache, dass immer mehr psychosomatische Leiden diagnostiziert werden einerseits für eine Auswirkung unseres Wohlstands, andererseits für eine Folge einer steigenden Zahl an Psychologen und Therapeuten (die dazu neigen, sich ihren Bedarf selbst zu schaffen. Ist verkürzt gedacht, ich weiß, aber ganz von der Hand zu weisen ist es nicht).

Wenn ich "soziale Kälte" beklage, muss ich sehen, dass bei uns der Staat Bereiche abdeckt, die in Ländern ohne Sozialsysteme der privaten Charity überlassen sind. Erst auf diesem Hintergrund kann ich beurteilen, ob die Menschen hier wirklich hartherziger sind (das Spendenaufkommen nach dem Tsunami zeigte ganz was anderes).


lalique

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20. April 2005 um 14:50
In Antwort auf ayasha_11845996

Wete
Ich halte die Rede vom "Werteverlust" für maßlos übertrieben, ebenso wie das Gerede von der "Konsum- und Fungesellschaft".

Es hat vielleicht ein Wertewandel stattgefunden, aber ich sehe keinen wirklichen Verlust. Waren in obrigkeitsstaatlichen und stärker kirchengeprägten Zeiten Tugenden wie Gehorsam, Demut und Bescheidenheit gefragt, so haben wir alle gelernt, dass wir für unsere Rechte kämpfen können und dass Bescheidenheit geschäftsschädigend ist
Fleiß und Arbeitsamkeit sehe ich immer noch eine Menge, ebenso Mitgefühl und Interesse für soziale Fragen.

Ich denke, dass das Thema viel mehr mit einer großen Verunsicherung, mit dem Gefühl, dass alles im Wandel ist.

Dieser Wandel bezieht sich sowohl auf das Berufs- wie das Privatleben: keiner kann mehr sicher sein, lebenslang Arbeit zu haben, schon gar nicht in einer einzigen Firma, die Scheidungsrate ist hoch, Familien fallen auseinander und finden sich zu neuen Patchworkgemeinschaften zusammen.

Viele Menschen finden das beunruhigend und sehnen sich in Zeiten zurück, in denen offenbar alles noch so sicher und geregelt war, dabei stimmt das gar nicht: unsere derzeitigen Verhältnisse sind nur dann ungewöhnlich, wenn wir sie mit den vorhergehenden Jahrzehnten nach dem Krieg vergleichen. Damals wurde der Sozialstaat aufgebaut, es herrschte Arbeitskräftemangel, die meisten Leute heirateten und die Scheidungsrate war gering.

Noch früher kämpften die meisten Menschen täglich aufs Neue um ihren Lebensunterhalt, sowohl in der Landwirtschaft wie als Fabriksarbeiter ohne soziale Sicherung. Viele Familien waren mindestens so "patchwork" wie heute: Frauen starben jung im Kindbett, Männer verunglückten bei der Waldarbeit oder starben im Krieg, die übriggebliebenen Partner heirateten wieder und bekamen weitere Kinder. In manchen Familien gab es Kinder, die mit keinem Elternteil mehr verwandt waren. Außerdem lebten in jeder Familie eine Anzahl von ledigen Geschwistern.

All das wurde zusammengehalten von einem strengen moralischen Regime vor allem religiöser Art - mit Unterstützung des Staates.

Es war erst der zunehmende Wohlstand und vor allem auch die finanzielle Unabhängigkeit der Frauen, die diese Lebensform ablöste. Denn die Werte gaben nicht nur Sicherheit, sondern waren auch ungeheuer repressiv - das vergessen die meisten, die heute über den Werteverfall jammern.

Es gab bis in die Achtziger hinein Bücher von Leuten, die über ihre Kindheit in den Wertesystemen des frühen 20Jh. berichteten - da ist oft von einer Repression und Gewalt in den Familien die Rede, von der wir keine Vorstellung mehr haben. Eines der letzten und eindrücklichsten Bücher dieses Genres war Anna Wimscheiders "Herbstmilch".

Es sind ja auch nicht alle Menschen, die über den Werteverfall jammern; sehr viele sehen auch die Chancen einer größeren Offenheit der Lebensentwürfe und fühlen sich darin wohl.

Grundsätzlich denke ich, dass wir mit dem mit dem "verlorenen Gefühl" leben müssen. Es ist der Preis der Freiheit.

lalique

...
-"Es gab bis in die Achtziger hinein Bücher von Leuten, die über ihre Kindheit in den Wertesystemen des frühen 20Jh. berichteten - da ist oft von einer Repression und Gewalt in den Familien die Rede, von der wir keine Vorstellung mehr haben-"

Ist das heute anders?
Die Werte gehen verloren und auch die Sicherheit aber Gewalt und Repression beherrschen immer noch den Alltag und auch das ist schlimmer geworden.

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20. April 2005 um 14:59
In Antwort auf Izabela

Der Papst zwingt die Menschen nicht...
... dazu, die eigene Frau dem Gast anzubieten! Wieso sollte er dann dort Kondome verteilen? Damit sie noch mehr dazu neigen die Frau "auszuleihen"?

Der Papst hat versucht den Menschen etwas zu vermitteln, was die meisten in den westlichen Ländern nicht verstanden haben. Er hat sicherlich nicht gerne zugesehen, dass so viele in Afrika an AIDS sterben, denn dazu hat er die Menschheit zu sehr geliebt. Er versuchte die Menschen auf einen Weg zu bringen, wo sie wieder anfangen sich gegenseitig zu schätzen, den nächsten zu lieben und eben Verantwortung dafür im Leben zu übernehmen, was man tut! Hierzu gehört z. B., wenn eine Frau rumhurren will, dann muss sie eben dafür Konsequenzen tragen, in dem sie aus ihrem Fehler lernt und eben nicht abtreiben kann. Aber auch Männer sind genauso dafür verantwortlich. Und genau das u. a. versuchte der Papst den Menschen zu zeigen. Natürlich versteht man es im Westen überhaupt nicht.

Ich fände es sehr gut, wenn Ratzinger auch diesen Weg gehen würde.

Izabela

Ui
eine Frau, die ungewollt achanger wird, hurt also rum. Was für eine Weltsicht.

Was verstehen wir denn in der westlichen Welt nicht. verstand oder versteht der Papst denn die dritte Welt?
Ist es nicht verbohrt, dort eine solche Botschaft zu predigen, so vom Idealismus verwirrt zu sein, dass man glaubt, das durch die Schmähung des Kondoms dort eine bessere Welt entstünde?!?

Ein Papst muß sich nicht gefällig Moden und Strömungen unterordnen aber in meinen Augen hätte er sich vielen Erfordernissen der heutigen zeit besser anpassen müssen.

Auch die Kirche darf sich nicht den aktuellen Problemen verschließen. Kirche darf nicht von einer idealisierten Vorstellung, wie Menschen zu sein haben, ausgehen, sondern Kirche muß Menschen annehmen, wie sie sind. Kirche soll sicher Richtlinien weisen aber darf nicht einen Kontinent quasi zum Tod verurteilen, weil die Kirche nicht auf Problematiken wie AIDS eingeht oder Armut durch mangelnde Geburtenkontrolle.

Man kann sich natürlich fragen:
Muß eine Religion der Gesellschaft oder deren gesellschaftlichen Veränderungen folgen ? Ist eine konservative Dogma nicht die letzte Bastion vor dem moralischen Werteverfall ? Würde es der Glaubwürdigkeit schaden und die Glaubenslehre unterwandern, wenn alle paar Jahre diese Religion nach der Gesellschaft ausgerichtet würde ?

Auf der anderen Seite lebt Religion von ihren Gläubigen und von der Gemeinschaft der Gläubigen. Dazu gehören aber auch kritische, nachdenkende Menschen, deren
Leben sich nicht nur um "Bete und Arbeite" dreht, die in ihrem weltlichen Leben an Konflikte mit ihrem religiösen Leben stoßen und keine Antworten bekommen. Ist es Ziel einer Religion nur für folgsame "Schafe" zu sein ?

Es findet eine, meines Erachtens, perfide Vermischung zwischen Glauben und Religion statt. Glaube ich an Gott muß ich die festgelegte Glaubenslehre (und da weicht die Bibel doch schon etwas vom aktuellen Kathechismus ab) mitakzeptieren. Ansonsten bleibt mir als Konsequenz nur der Austritt.

Ich als aufgeklärte westliche Frau kann diese Konsequenz ziehen nur hat eine Afrikanerin oder Phillipina diese Möglichkeit auch?

lalique

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20. April 2005 um 15:01
In Antwort auf Izabela

Der Papst zwingt die Menschen nicht...
... dazu, die eigene Frau dem Gast anzubieten! Wieso sollte er dann dort Kondome verteilen? Damit sie noch mehr dazu neigen die Frau "auszuleihen"?

Der Papst hat versucht den Menschen etwas zu vermitteln, was die meisten in den westlichen Ländern nicht verstanden haben. Er hat sicherlich nicht gerne zugesehen, dass so viele in Afrika an AIDS sterben, denn dazu hat er die Menschheit zu sehr geliebt. Er versuchte die Menschen auf einen Weg zu bringen, wo sie wieder anfangen sich gegenseitig zu schätzen, den nächsten zu lieben und eben Verantwortung dafür im Leben zu übernehmen, was man tut! Hierzu gehört z. B., wenn eine Frau rumhurren will, dann muss sie eben dafür Konsequenzen tragen, in dem sie aus ihrem Fehler lernt und eben nicht abtreiben kann. Aber auch Männer sind genauso dafür verantwortlich. Und genau das u. a. versuchte der Papst den Menschen zu zeigen. Natürlich versteht man es im Westen überhaupt nicht.

Ich fände es sehr gut, wenn Ratzinger auch diesen Weg gehen würde.

Izabela

Er soll
auch keine Kondome verteilen, sondern hätte die Hilforganisationen einfach seine Arbeit machen lassen sollen und sich seine Kommentare sparen.

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20. April 2005 um 15:06
In Antwort auf shena_12375982

...
-"Es gab bis in die Achtziger hinein Bücher von Leuten, die über ihre Kindheit in den Wertesystemen des frühen 20Jh. berichteten - da ist oft von einer Repression und Gewalt in den Familien die Rede, von der wir keine Vorstellung mehr haben-"

Ist das heute anders?
Die Werte gehen verloren und auch die Sicherheit aber Gewalt und Repression beherrschen immer noch den Alltag und auch das ist schlimmer geworden.

Irgendwie
leben Du und ich wohl nicht in der selben Welt.
Anfang des letzten Jahrhunderts hätte Dein Mann Dich noch ohne weiteres verprügeln dürfen und Frauenhäuser oder ähnliches gab es nicht.
Auch das Schalgen von Kindern (durch Eltern und Lehrer und Eltern) war normal und sogar erwünscht.
Ich sehe heute auf keinen Fall mehr Gewalt und Repression.

Man sollte die "Gute alte Zeit" nicht zu sehr idealisieren.

lalique

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20. April 2005 um 15:13
In Antwort auf ayasha_11845996

Ui
eine Frau, die ungewollt achanger wird, hurt also rum. Was für eine Weltsicht.

Was verstehen wir denn in der westlichen Welt nicht. verstand oder versteht der Papst denn die dritte Welt?
Ist es nicht verbohrt, dort eine solche Botschaft zu predigen, so vom Idealismus verwirrt zu sein, dass man glaubt, das durch die Schmähung des Kondoms dort eine bessere Welt entstünde?!?

Ein Papst muß sich nicht gefällig Moden und Strömungen unterordnen aber in meinen Augen hätte er sich vielen Erfordernissen der heutigen zeit besser anpassen müssen.

Auch die Kirche darf sich nicht den aktuellen Problemen verschließen. Kirche darf nicht von einer idealisierten Vorstellung, wie Menschen zu sein haben, ausgehen, sondern Kirche muß Menschen annehmen, wie sie sind. Kirche soll sicher Richtlinien weisen aber darf nicht einen Kontinent quasi zum Tod verurteilen, weil die Kirche nicht auf Problematiken wie AIDS eingeht oder Armut durch mangelnde Geburtenkontrolle.

Man kann sich natürlich fragen:
Muß eine Religion der Gesellschaft oder deren gesellschaftlichen Veränderungen folgen ? Ist eine konservative Dogma nicht die letzte Bastion vor dem moralischen Werteverfall ? Würde es der Glaubwürdigkeit schaden und die Glaubenslehre unterwandern, wenn alle paar Jahre diese Religion nach der Gesellschaft ausgerichtet würde ?

Auf der anderen Seite lebt Religion von ihren Gläubigen und von der Gemeinschaft der Gläubigen. Dazu gehören aber auch kritische, nachdenkende Menschen, deren
Leben sich nicht nur um "Bete und Arbeite" dreht, die in ihrem weltlichen Leben an Konflikte mit ihrem religiösen Leben stoßen und keine Antworten bekommen. Ist es Ziel einer Religion nur für folgsame "Schafe" zu sein ?

Es findet eine, meines Erachtens, perfide Vermischung zwischen Glauben und Religion statt. Glaube ich an Gott muß ich die festgelegte Glaubenslehre (und da weicht die Bibel doch schon etwas vom aktuellen Kathechismus ab) mitakzeptieren. Ansonsten bleibt mir als Konsequenz nur der Austritt.

Ich als aufgeklärte westliche Frau kann diese Konsequenz ziehen nur hat eine Afrikanerin oder Phillipina diese Möglichkeit auch?

lalique

Der heutigen Zeit? Wo??
Nur hier in Deutschland? Es gibt nicht nur Deutschland auf der Welt, das darf man nicht vergessen. Du verstehst immer noch nicht, was ich damit sagen wollte, was auch der Papst versucht hatte, den Leuten damit zu sagen. Und mit rumhurren meinte ich nicht ALLE Frauen, die ungewollt schwanger werden, aber es gibt genug Frauen heutzutage, leider sehr sehr viele hier in Deutschland die rumhurren. Du solltest vielleicht einfach Deine Augen öffnen, dann siehst Du es auch.

Genau das macht die Religion aus, dass diese nicht dauernd modernisiert wird! Es wird sonst alles andere heutzutage modernisiert, die Technik verändert sich dauern und alles andere verändert sich mit, eben auf die Menschen! Wozu sollte sie dann die Religion den Menschen anpassen, wenn die Menschen sich der Religion nicht anpasse möchten? Wieso muss alles immer so sein, wie es die westlichen Länder von einem verlangen?

Was bedeutet für Dich aufgeklärt? Ist das unbedingt ein Vorteil oder ist es Deiner Meinung nach besser, als nich aufgeklärt? Wer gibt hier die Richtung, was "aufgeklärt westlich" überhaupt bedeutet? Das ist Deine persönliche Meinung. Wie sieht es aus mit "aufgeklärt östlich, oder südlich, oder, oder, oder..." Ist dann alles andere, als aufgeklärt westlich verkehrt?

Izabela

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20. April 2005 um 15:15
In Antwort auf hupfdohle432

Zu alt!?
sagt mal, bin ich zu engstirnig, wenn ich jdenke, dass der mann für diese aufgabe (u.a.) definitiv zu alt ist?!

Das hab ich auch gedacht
Während man bei uns schon bei Menschen ab 50 die Kompetenz und Arbeitsfähigkeit in Zweifel zieht, läd sich dieser Mann mit 78 einen ziemlich stressigen Job auf, in einem Alter also, wo andere Radieschen pflanzen oder im Seniorencafe Bridge spielen.

Aber diesmal war kein so lange amtszeit wie bei Johannes PaulII gewünscht, da kommt ratzingers hohes alter sehr gelegen.

lalique

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20. April 2005 um 15:16
In Antwort auf ayasha_11845996

Fortsetzung
Noch was zu Drittweltländern.
Ich hab auch eine Verwandte, die in Brasilien aufwuchs und nach Jahrzehnten in D. mit ihrem Mann wieder dorthin zurückkehrte (ihre Kinder sind in D. geblieben). Sie fand D. auch "emotional kalt" - aber wenn ich die Erzählungen über die Kriminalität dort höre, bleibe ich lieber in Europa. In Brasilien sind Raubüberfälle an der Tagesordnung, wenn du aus dem Haus gehst, mußt du dein Haus dreifach verriegeln - ich würde dort nicht leben wollen.

Unter "sozialer Kälte" verstehen Leute aus anderen Kulturen oft die Tatsache, dass die Menschen hier reservierter sind, aber für mich zählt auch der soziale Friede und eine geringe Kriminalitätsrate zu einem positiven Lebensumfeld. Mir ist es lieber, die Leute sind zurückhaltender und ich kann dafür meine Haustüre offen stehen lassen als dass alle spontan und lustig sind und ich dafür in einem schwer bewachten Wohnghetto leben muss (wie meine Verwandte in Sao Paolo).

Meine Verwandte ist übrigens nicht (nur) wegen der sozialen Kälte wieder nach Brasilien zurückgekehrt, sondern weil es sich mit ihrer kleinen Rente aus Deutschland dort besser leben läßt.

Ich glaube auch nicht, dass die Menschen dort geistig gesünder sind oder sich wohler fühlen: wer in einer Favela lebt, hat gar keinen Zugang zu psychologischer Hilfe wie bei uns. Es ist übrigens ein Phänomen, dass es im Krieg kaum Selbstmorde gab - die Leute waren mit dem Überleben beschäftigt. Ich halte die Tatsache, dass immer mehr psychosomatische Leiden diagnostiziert werden einerseits für eine Auswirkung unseres Wohlstands, andererseits für eine Folge einer steigenden Zahl an Psychologen und Therapeuten (die dazu neigen, sich ihren Bedarf selbst zu schaffen. Ist verkürzt gedacht, ich weiß, aber ganz von der Hand zu weisen ist es nicht).

Wenn ich "soziale Kälte" beklage, muss ich sehen, dass bei uns der Staat Bereiche abdeckt, die in Ländern ohne Sozialsysteme der privaten Charity überlassen sind. Erst auf diesem Hintergrund kann ich beurteilen, ob die Menschen hier wirklich hartherziger sind (das Spendenaufkommen nach dem Tsunami zeigte ganz was anderes).


lalique

Kälte...
Ich habe sechs Jahre lang in Rio gelebt.
Krimminalität gibt hier genauso wie dort. Der einzige Unterschied sind vielleicht die Beweggründe die zu dieser Krimminlität führen.
Außerdem gibt es Ballungsgebiete füt die Krimminalität und Sao Paolo gehört dazu.

.....aber für mich zählt auch der soziale Friede und eine geringe Kriminalitätsrate zu einem positiven Lebensumfeld. Mir ist es lieber, die Leute sind zurückhaltender und ich kann dafür meine Haustüre offen stehen lassen....
Vielleicht lebst Du ja auf dem Dorf aber in manchen Stadtteilen von Köln hat man weder sozialen Frieden noch wenig Krimminalität.
Haustür offenlassen.....hier wird Dir die Bude ausgeräumt und keiner bekommt es mit oder man schaut weg, was interessieren mich andere....verbreitete Denke hier.
Wenn es nur Zurückhaltung wäre, teilweise ist es schon abweisend.

Wie gesagt, ich bin im Ausland groß geworden und wer nie in einem fremden Land gelebt hat (nicht Urlaub), der kann nicht verstehen, wenn jemand hier von "Kälte" spricht, denn er kennt es nicht anders und meint, weil er in einem Sozialstaat (der hinckt)lebe, Leute von Ämtern unterstützt werden, jedere für irgendetwas spendet, in einer menschlichen Gesellschaft zu leben.
Ich kann es nicht erklären aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, daß es in jedem Land in dem ich schon war herzlicher und menschlicher zugeht als hier und das drückt sich im Umgang der Menschen mit und füreinander aus.

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20. April 2005 um 15:18
In Antwort auf ayasha_11845996

Irgendwie
leben Du und ich wohl nicht in der selben Welt.
Anfang des letzten Jahrhunderts hätte Dein Mann Dich noch ohne weiteres verprügeln dürfen und Frauenhäuser oder ähnliches gab es nicht.
Auch das Schalgen von Kindern (durch Eltern und Lehrer und Eltern) war normal und sogar erwünscht.
Ich sehe heute auf keinen Fall mehr Gewalt und Repression.

Man sollte die "Gute alte Zeit" nicht zu sehr idealisieren.

lalique

Ich finde, grade weil wir...
mehr Disziplin hatten, als heute, haben sich die meisten von uns auf irgendeinen Weg begeben. Wenn ich mir heute viele junge Menschen ansehe, die keine Lust haben in die Schule zu gehen, geschweige denn eine Ausbildung zu machen und später zu arbeiten, dann vergeht mir alles. Disziplin muss nicht gleich negativ sein (natürlich meine ich damit kein Verprügeln).

Izabela

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20. April 2005 um 15:22
In Antwort auf ayasha_11845996

Irgendwie
leben Du und ich wohl nicht in der selben Welt.
Anfang des letzten Jahrhunderts hätte Dein Mann Dich noch ohne weiteres verprügeln dürfen und Frauenhäuser oder ähnliches gab es nicht.
Auch das Schalgen von Kindern (durch Eltern und Lehrer und Eltern) war normal und sogar erwünscht.
Ich sehe heute auf keinen Fall mehr Gewalt und Repression.

Man sollte die "Gute alte Zeit" nicht zu sehr idealisieren.

lalique

Nee.....dann mach mal die Augen auf (-:
....Anfang des letzten Jahrhunderts hätte Dein Mann Dich noch ohne weiteres verprügeln dürfen und Frauenhäuser oder ähnliches gab es nicht....

Kann er das heute nicht?
Warum gibt es denn die Frauenhäuser? Na weil Frauen geprügelt werden und das hat in den wenigsten Fällen irgendwelche Konsequenzen für den Mann.

Auch werden noch genug Kinder von ihren Eltern geschlagen.Manche Kinder findet man sogar halbtot auf der Krankenhaustoilette und alle zwei Tage ist ein Fall von Kindesmißhandlung und sexuellem Mißbrauch an Kindern in der Presse.

-Ich sehe heute auf keinen Fall mehr Gewalt und Repression.-???????????????????????????????????

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20. April 2005 um 15:31
In Antwort auf Izabela

Der heutigen Zeit? Wo??
Nur hier in Deutschland? Es gibt nicht nur Deutschland auf der Welt, das darf man nicht vergessen. Du verstehst immer noch nicht, was ich damit sagen wollte, was auch der Papst versucht hatte, den Leuten damit zu sagen. Und mit rumhurren meinte ich nicht ALLE Frauen, die ungewollt schwanger werden, aber es gibt genug Frauen heutzutage, leider sehr sehr viele hier in Deutschland die rumhurren. Du solltest vielleicht einfach Deine Augen öffnen, dann siehst Du es auch.

Genau das macht die Religion aus, dass diese nicht dauernd modernisiert wird! Es wird sonst alles andere heutzutage modernisiert, die Technik verändert sich dauern und alles andere verändert sich mit, eben auf die Menschen! Wozu sollte sie dann die Religion den Menschen anpassen, wenn die Menschen sich der Religion nicht anpasse möchten? Wieso muss alles immer so sein, wie es die westlichen Länder von einem verlangen?

Was bedeutet für Dich aufgeklärt? Ist das unbedingt ein Vorteil oder ist es Deiner Meinung nach besser, als nich aufgeklärt? Wer gibt hier die Richtung, was "aufgeklärt westlich" überhaupt bedeutet? Das ist Deine persönliche Meinung. Wie sieht es aus mit "aufgeklärt östlich, oder südlich, oder, oder, oder..." Ist dann alles andere, als aufgeklärt westlich verkehrt?

Izabela

Bin ganz Deiner Meinung......
Ich sehe das auch so.....

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20. April 2005 um 15:36
In Antwort auf ayasha_11845996

Das hab ich auch gedacht
Während man bei uns schon bei Menschen ab 50 die Kompetenz und Arbeitsfähigkeit in Zweifel zieht, läd sich dieser Mann mit 78 einen ziemlich stressigen Job auf, in einem Alter also, wo andere Radieschen pflanzen oder im Seniorencafe Bridge spielen.

Aber diesmal war kein so lange amtszeit wie bei Johannes PaulII gewünscht, da kommt ratzingers hohes alter sehr gelegen.

lalique

Eben!
im meiner firma gehören zum teil schon menschen ab 45 nicht mehr als topleistungsfähig! ich empfinde 78 als nicht mehr ganz realistisch für einen führungsposten. na ja.

aber: vielleicht soll dies auch ein politisches zeichen sein... an die arbeitswelt: arbeitnehmer über 45 taugen doch noch *grins* das wäre doch mal was.....positives...

lalique, da hast du recht, eine lange amtszeit kann das nicht werden und ist daher auch wahrscheinlich nicht gewünscht.

LG

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20. April 2005 um 15:38
In Antwort auf Izabela

Der heutigen Zeit? Wo??
Nur hier in Deutschland? Es gibt nicht nur Deutschland auf der Welt, das darf man nicht vergessen. Du verstehst immer noch nicht, was ich damit sagen wollte, was auch der Papst versucht hatte, den Leuten damit zu sagen. Und mit rumhurren meinte ich nicht ALLE Frauen, die ungewollt schwanger werden, aber es gibt genug Frauen heutzutage, leider sehr sehr viele hier in Deutschland die rumhurren. Du solltest vielleicht einfach Deine Augen öffnen, dann siehst Du es auch.

Genau das macht die Religion aus, dass diese nicht dauernd modernisiert wird! Es wird sonst alles andere heutzutage modernisiert, die Technik verändert sich dauern und alles andere verändert sich mit, eben auf die Menschen! Wozu sollte sie dann die Religion den Menschen anpassen, wenn die Menschen sich der Religion nicht anpasse möchten? Wieso muss alles immer so sein, wie es die westlichen Länder von einem verlangen?

Was bedeutet für Dich aufgeklärt? Ist das unbedingt ein Vorteil oder ist es Deiner Meinung nach besser, als nich aufgeklärt? Wer gibt hier die Richtung, was "aufgeklärt westlich" überhaupt bedeutet? Das ist Deine persönliche Meinung. Wie sieht es aus mit "aufgeklärt östlich, oder südlich, oder, oder, oder..." Ist dann alles andere, als aufgeklärt westlich verkehrt?

Izabela

Ich versuche gerade
den rest der Welt zu sehen. Und da gibt es eben Probleme, die durch religiöse Dogmen nicht zu lösen sind.

Gerade die obern der katholischen Kirche haben da eine sehr realitätsferne Sicht auf das alltäglich Leben. Sie geht vom Idealisierten Menschen aus. Für sie ist das Leben im Jenseits wichtiger als das Leben im Diesseits und dafür werden dann ein paar AIDSkranke gern als Kolletaralschaden hingenommen.
Die kirchenoberen machen sich mehr Sorgen um die Reinheit der Lehre als um die Menschen.

Vielleicht ist es von einer Religion auch zuviel verlangt, wenn sie selbst "Regeln fürs kontrollierte Sündigen" herausgeben soll. Was die Kirche zu den einzelen Problemen sagt ist ein geringeres Problem, als der Hang vieler Menschen, gerade dann, wenn sie unter schwierigen Bedingungen leben müssen, sich eine Religion mit starken klaren Verhaltensregeln zu wünschen, an denen sie dann aber immer wieder persönlich scheitern.

Ich schreibe aufgekärt westlich, weil die Aufklärung nun mal in Europa ihren Ursprung hatte und nicht in Asien oder Afrika.
Ja ich sehe aufgeklärt sein als einen großen Vorteil an. denn dann bin ich in der Lage Dogmen zu hinterfragen und lasse mich nicht so leicht einschüchtern. denn mit Einschüchterung arbeitet die Kirche mancherorts noch gern, ebenso auch der Islam.
Ich kann die Religion als Hilfe, Richtlinie, spirituelle Führung zu sehen, nicht als Dogma als unumstößlich Gestetz, an das ich mich halten muß, ob es nun Sinn macht oder nicht.
Ich werde dadurch aber auch zu einem unbequemen gläubigen, der vieles hinterfragt oder kehre vielleicht auch dem Glauben den Rücken.

Unaufgeklärte, ungebildete Menschen sind leichter zu kontrollieren.

lalique

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20. April 2005 um 15:47
In Antwort auf shena_12375982

Kälte...
Ich habe sechs Jahre lang in Rio gelebt.
Krimminalität gibt hier genauso wie dort. Der einzige Unterschied sind vielleicht die Beweggründe die zu dieser Krimminlität führen.
Außerdem gibt es Ballungsgebiete füt die Krimminalität und Sao Paolo gehört dazu.

.....aber für mich zählt auch der soziale Friede und eine geringe Kriminalitätsrate zu einem positiven Lebensumfeld. Mir ist es lieber, die Leute sind zurückhaltender und ich kann dafür meine Haustüre offen stehen lassen....
Vielleicht lebst Du ja auf dem Dorf aber in manchen Stadtteilen von Köln hat man weder sozialen Frieden noch wenig Krimminalität.
Haustür offenlassen.....hier wird Dir die Bude ausgeräumt und keiner bekommt es mit oder man schaut weg, was interessieren mich andere....verbreitete Denke hier.
Wenn es nur Zurückhaltung wäre, teilweise ist es schon abweisend.

Wie gesagt, ich bin im Ausland groß geworden und wer nie in einem fremden Land gelebt hat (nicht Urlaub), der kann nicht verstehen, wenn jemand hier von "Kälte" spricht, denn er kennt es nicht anders und meint, weil er in einem Sozialstaat (der hinckt)lebe, Leute von Ämtern unterstützt werden, jedere für irgendetwas spendet, in einer menschlichen Gesellschaft zu leben.
Ich kann es nicht erklären aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, daß es in jedem Land in dem ich schon war herzlicher und menschlicher zugeht als hier und das drückt sich im Umgang der Menschen mit und füreinander aus.

Also
ich habe selber 1/2Jahr in Sao Paulo gelebt (als Studentin) und lebe jetzt auch nicht auf einem Dorf.

Trotzdem lebten wir dort in einem bewachten Appartmentkomplex, für jeden kleinen Weg mußte man ein Taxi nehmen, ausgeraubt bin ich auch worden.
Man wohnte quasi abgeschottet.

Da kann man sich hier schon freier bewegen. Ich habe auch ein Jahr in Nordengland gelebt. Dort fühlte ich mich wohl, wohler als in Deutschland. vielleicht liegt es meiner Mentalität näher als Brasilien und mal abgeshen davon ist Sao Paulo auch ein furchtbarer Moloch.

Lalique

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20. April 2005 um 15:59
In Antwort auf shena_12375982

Nee.....dann mach mal die Augen auf (-:
....Anfang des letzten Jahrhunderts hätte Dein Mann Dich noch ohne weiteres verprügeln dürfen und Frauenhäuser oder ähnliches gab es nicht....

Kann er das heute nicht?
Warum gibt es denn die Frauenhäuser? Na weil Frauen geprügelt werden und das hat in den wenigsten Fällen irgendwelche Konsequenzen für den Mann.

Auch werden noch genug Kinder von ihren Eltern geschlagen.Manche Kinder findet man sogar halbtot auf der Krankenhaustoilette und alle zwei Tage ist ein Fall von Kindesmißhandlung und sexuellem Mißbrauch an Kindern in der Presse.

-Ich sehe heute auf keinen Fall mehr Gewalt und Repression.-???????????????????????????????????

Nun
die Medien tun ihr übriges. dadurch, daß wir immer mehr Berichte über Gewalt, Kindesmißhandlung und ähnliches sehen, glauben wir es gibt bedeutend mehr als früher.
Nur kam das früher nicht so an die Öffentlichkeit, sondern wurde eher totgeschwiegen.
Ein bestes Beispiel ist doch die katholische Kirche selber, wo vor einiger Zeit Fälle von Kindemisbrauch ans Tageslicht kamen.
Glaubt denn irgendeiner, daß gibt es erst seit kurzem.

Vor einiger Zeit wurden Menschen befragt, ob seit den 70ern, die Gewaltverbrechen an Kinder mehr oder weniger geworden sind. Die Befragten meinten mit großer Mehrheit er wären mehr geworden, die Statistik meinte weniger.

Klar kann ein Mann seine Frau heute auch verprügeln, aber heute kann sie ihn verlassen, hat Zufluchtmöglichkeiten und er macht sich atrafbar.

Klar werden heute immernoch Kinder geschlagen, aber es ist nicht mehr die Normalität.
Mein Opa bekam als Kind noch regelmäßig eins mit dem Gürtel übergezogen. Heute wäre das ein fall fürs Jugendamt.

Ich sage ja nicht, daß heute alles eitel Sonnenschein ist, aber ich möchte auf keinen Fall mit der Generation meiner Großeltern tauschen.

lalique

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20. April 2005 um 16:00
In Antwort auf Izabela

Ich finde, grade weil wir...
mehr Disziplin hatten, als heute, haben sich die meisten von uns auf irgendeinen Weg begeben. Wenn ich mir heute viele junge Menschen ansehe, die keine Lust haben in die Schule zu gehen, geschweige denn eine Ausbildung zu machen und später zu arbeiten, dann vergeht mir alles. Disziplin muss nicht gleich negativ sein (natürlich meine ich damit kein Verprügeln).

Izabela

Wer ist wir?
ich redete eigrntlich von der generation Anfang des 20sten Jahrhunderts. So alt bist du doch wohl noch nicht.

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20. April 2005 um 16:02
In Antwort auf ayasha_11845996

Ich versuche gerade
den rest der Welt zu sehen. Und da gibt es eben Probleme, die durch religiöse Dogmen nicht zu lösen sind.

Gerade die obern der katholischen Kirche haben da eine sehr realitätsferne Sicht auf das alltäglich Leben. Sie geht vom Idealisierten Menschen aus. Für sie ist das Leben im Jenseits wichtiger als das Leben im Diesseits und dafür werden dann ein paar AIDSkranke gern als Kolletaralschaden hingenommen.
Die kirchenoberen machen sich mehr Sorgen um die Reinheit der Lehre als um die Menschen.

Vielleicht ist es von einer Religion auch zuviel verlangt, wenn sie selbst "Regeln fürs kontrollierte Sündigen" herausgeben soll. Was die Kirche zu den einzelen Problemen sagt ist ein geringeres Problem, als der Hang vieler Menschen, gerade dann, wenn sie unter schwierigen Bedingungen leben müssen, sich eine Religion mit starken klaren Verhaltensregeln zu wünschen, an denen sie dann aber immer wieder persönlich scheitern.

Ich schreibe aufgekärt westlich, weil die Aufklärung nun mal in Europa ihren Ursprung hatte und nicht in Asien oder Afrika.
Ja ich sehe aufgeklärt sein als einen großen Vorteil an. denn dann bin ich in der Lage Dogmen zu hinterfragen und lasse mich nicht so leicht einschüchtern. denn mit Einschüchterung arbeitet die Kirche mancherorts noch gern, ebenso auch der Islam.
Ich kann die Religion als Hilfe, Richtlinie, spirituelle Führung zu sehen, nicht als Dogma als unumstößlich Gestetz, an das ich mich halten muß, ob es nun Sinn macht oder nicht.
Ich werde dadurch aber auch zu einem unbequemen gläubigen, der vieles hinterfragt oder kehre vielleicht auch dem Glauben den Rücken.

Unaufgeklärte, ungebildete Menschen sind leichter zu kontrollieren.

lalique

Du willst nicht behaupten, dass
unaufgeklärt = ungebildet oder? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Ist genauso wie unaufgeklärt = Intelligenz? Es gibt Menschen, die in anderen Ländern unaufgeklärten Ländern leben und leider muss ich Dich hier enttäuschen, dass diese Menschen oft intelligenter sind, als die aufgeklärten! Du verwechselst hier ein paar Tatsachen. Und wer bitte, versucht Dich einzuschüchtern, wenn Du in die Kirche gehst? Entweder Du gehst freiwillig hin, weil Du daran glaubst, oder Du gehst nicht hin und in diesem Fall kann Dich niemand einschüchtern, weil Du gar nicht vorhanden bist!

Sorry, aber wir verstehen uns eben nicht. Deshalb teile ich Deine Meinung überhaupt nicht. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg aus und das ist ok.

Alles Gute

Izabela

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20. April 2005 um 16:03
In Antwort auf ayasha_11845996

Wer ist wir?
ich redete eigrntlich von der generation Anfang des 20sten Jahrhunderts. So alt bist du doch wohl noch nicht.

Auch wenn ich nicht so alt bin...
heißt es nicht, dass ich keine Disziplin kenne, ganz im Gegenteil. Mit "wir" meinte ich diejenigen, die diese Disziplin kennen

Izabela

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20. April 2005 um 16:04

*LOL*
das wird ein hit, was willst du für die rechte haben *fragendschau*

lg die sefi

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20. April 2005 um 16:11
In Antwort auf ayasha_11845996

Ich versuche gerade
den rest der Welt zu sehen. Und da gibt es eben Probleme, die durch religiöse Dogmen nicht zu lösen sind.

Gerade die obern der katholischen Kirche haben da eine sehr realitätsferne Sicht auf das alltäglich Leben. Sie geht vom Idealisierten Menschen aus. Für sie ist das Leben im Jenseits wichtiger als das Leben im Diesseits und dafür werden dann ein paar AIDSkranke gern als Kolletaralschaden hingenommen.
Die kirchenoberen machen sich mehr Sorgen um die Reinheit der Lehre als um die Menschen.

Vielleicht ist es von einer Religion auch zuviel verlangt, wenn sie selbst "Regeln fürs kontrollierte Sündigen" herausgeben soll. Was die Kirche zu den einzelen Problemen sagt ist ein geringeres Problem, als der Hang vieler Menschen, gerade dann, wenn sie unter schwierigen Bedingungen leben müssen, sich eine Religion mit starken klaren Verhaltensregeln zu wünschen, an denen sie dann aber immer wieder persönlich scheitern.

Ich schreibe aufgekärt westlich, weil die Aufklärung nun mal in Europa ihren Ursprung hatte und nicht in Asien oder Afrika.
Ja ich sehe aufgeklärt sein als einen großen Vorteil an. denn dann bin ich in der Lage Dogmen zu hinterfragen und lasse mich nicht so leicht einschüchtern. denn mit Einschüchterung arbeitet die Kirche mancherorts noch gern, ebenso auch der Islam.
Ich kann die Religion als Hilfe, Richtlinie, spirituelle Führung zu sehen, nicht als Dogma als unumstößlich Gestetz, an das ich mich halten muß, ob es nun Sinn macht oder nicht.
Ich werde dadurch aber auch zu einem unbequemen gläubigen, der vieles hinterfragt oder kehre vielleicht auch dem Glauben den Rücken.

Unaufgeklärte, ungebildete Menschen sind leichter zu kontrollieren.

lalique

Wieso eigentlich...
... wird immer die Kirche zur Verantwortung gezogen, wenn die Politiker versagen? Die Kirche hat eine andere Vorstellung als die Politik. Den Politikern ist es egal, wo sie am Krieg teilnehmen und die Kirche versucht genau das zu vernichten. Ist es nicht genug? Es sollen noch Menschen, die genau wissen, dass sie sich mit AIDS anstecken, von der Kirche beschützt werden? Warum eigentlich? Warum geben z. B. die Deutschen nicht noch mehr Geld für die Forschung aus, damit den AIDS-kranken Menschen in Afrika dadurch geholfen wird? Sind Kondome eigentlich die einzige Möglichkeit auf der ganzen Welt? Und weil es den Westen nicht gepaßt hat, dass der Papst kein "westlicher" war und nicht auf die westlichen Länder dauernd einging, wird im dauern die "Kondom-Geschichte" vorgeworfen?

Warum eigentlich bist Du so gegen die katholische Kirche? Siehst Du überhaupt, wie die Politiker hier versuchen die Menschen zu manipulieren, oder übersiehst Du das alles, weil Du Dich so auf die Kirche fixiert hat und da alles ausläßt? Schau Dir die Politik auf der ganzen Welt etwas genauer an, dann wirst Du vielleicht merken, dass Politik viel schlimmer ist, als Kirche!

Izabela

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20. April 2005 um 16:14
In Antwort auf shena_12375982

Bin ganz Deiner Meinung......
Ich sehe das auch so.....

Ich wußte gleich...
... dass wir uns verstehen

Izabela

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20. April 2005 um 16:16
In Antwort auf Izabela

Du willst nicht behaupten, dass
unaufgeklärt = ungebildet oder? Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Ist genauso wie unaufgeklärt = Intelligenz? Es gibt Menschen, die in anderen Ländern unaufgeklärten Ländern leben und leider muss ich Dich hier enttäuschen, dass diese Menschen oft intelligenter sind, als die aufgeklärten! Du verwechselst hier ein paar Tatsachen. Und wer bitte, versucht Dich einzuschüchtern, wenn Du in die Kirche gehst? Entweder Du gehst freiwillig hin, weil Du daran glaubst, oder Du gehst nicht hin und in diesem Fall kann Dich niemand einschüchtern, weil Du gar nicht vorhanden bist!

Sorry, aber wir verstehen uns eben nicht. Deshalb teile ich Deine Meinung überhaupt nicht. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg aus und das ist ok.

Alles Gute

Izabela

Bildung
hat auch was mit Aufklärung zutun, wobei ich Aufklärung nicht als sexuelle aufklärung verstehe, sondern als die Bewegung der Aufklärung, die in der Raissance begann mit Leuten wie Gallilei, Micheangelo usw.

Bildung hat nicht zwangsläufig mit Intelligenz zu tun.
Es ist mir zeimlich egal, daß Du Meine meinung nicht teilst, aber wieso mußt du dann gleich so aggressiv werden.

Die Kirche hat Lange die Angst vor dem Fegefeuer der Menschen als Drohung benutzt und benutzt das mancherorts noch heute.

Auch das Besispiel auf den Phillippinen, wo der gesitige den Frauen mit Exkommunizierung drohte, wenn sie weiter die Spirale benutzen, sehe ich als Drohung.

Italienerinnen dagegen, auch sehr katholisch, aber eben eher "aufgeklärt"haben auf die Frage nach Kirche und Verhütung geantwortet: "Was hat der Papst denn damit zu tun?" Sehr pragmatische Einstellung.

Bei ihnen wäre so eine Drohung also wirkungslos.

Mich persöhnlich hat diese Kirche sehr enttäuscht: sie hat mir als achtjährige meine geliebte Grundschullehrerin weggenommen (weil sie sich scheiden ließ), sie hat mich in Gestalt eines ihrer Vertreter als Neunjährige geschlagen, weil ich nicht von einem Tag auf den anderen das Glaubensbekenntis auswendig lernen konnte.

Sie hat mich als Zehnjährige von meinen Freunden getrennt, weil ich nicht Meßdienerin werden wollte, sie hat mein Vertrauen gebrochen, weil es dann doch ungewünschte Auswirkungen hatte, daß mein Religionslehrer mir eine für mich sehr problematische Beichte abgenommen hatte und sie hat mich zum letzten mal persönlich enttäuscht, als ich wegen einiger zu kritischer Fragen vom Firmungsunterricht ausgeschlossen wurde. Und ich bin nicht in den 5oer Jahren großgeworden, sondern in den 8oern und 90ern.Selbst, wenn ich also nur die persönlichen Kränkungen nehme und gar nicht die großen Themen... würde man in einer Ehe bleiben, in der man durchgängig so verletzt wird? Nicht, wenn man nicht masochistisch ist. Und auch dann, wenn man die Institution der Ehe an sich gutheißt, in dieser konkreten Ehe würden wohl nur die wenigsten bleiben.

lalique

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20. April 2005 um 16:27
In Antwort auf ayasha_11845996

Bildung
hat auch was mit Aufklärung zutun, wobei ich Aufklärung nicht als sexuelle aufklärung verstehe, sondern als die Bewegung der Aufklärung, die in der Raissance begann mit Leuten wie Gallilei, Micheangelo usw.

Bildung hat nicht zwangsläufig mit Intelligenz zu tun.
Es ist mir zeimlich egal, daß Du Meine meinung nicht teilst, aber wieso mußt du dann gleich so aggressiv werden.

Die Kirche hat Lange die Angst vor dem Fegefeuer der Menschen als Drohung benutzt und benutzt das mancherorts noch heute.

Auch das Besispiel auf den Phillippinen, wo der gesitige den Frauen mit Exkommunizierung drohte, wenn sie weiter die Spirale benutzen, sehe ich als Drohung.

Italienerinnen dagegen, auch sehr katholisch, aber eben eher "aufgeklärt"haben auf die Frage nach Kirche und Verhütung geantwortet: "Was hat der Papst denn damit zu tun?" Sehr pragmatische Einstellung.

Bei ihnen wäre so eine Drohung also wirkungslos.

Mich persöhnlich hat diese Kirche sehr enttäuscht: sie hat mir als achtjährige meine geliebte Grundschullehrerin weggenommen (weil sie sich scheiden ließ), sie hat mich in Gestalt eines ihrer Vertreter als Neunjährige geschlagen, weil ich nicht von einem Tag auf den anderen das Glaubensbekenntis auswendig lernen konnte.

Sie hat mich als Zehnjährige von meinen Freunden getrennt, weil ich nicht Meßdienerin werden wollte, sie hat mein Vertrauen gebrochen, weil es dann doch ungewünschte Auswirkungen hatte, daß mein Religionslehrer mir eine für mich sehr problematische Beichte abgenommen hatte und sie hat mich zum letzten mal persönlich enttäuscht, als ich wegen einiger zu kritischer Fragen vom Firmungsunterricht ausgeschlossen wurde. Und ich bin nicht in den 5oer Jahren großgeworden, sondern in den 8oern und 90ern.Selbst, wenn ich also nur die persönlichen Kränkungen nehme und gar nicht die großen Themen... würde man in einer Ehe bleiben, in der man durchgängig so verletzt wird? Nicht, wenn man nicht masochistisch ist. Und auch dann, wenn man die Institution der Ehe an sich gutheißt, in dieser konkreten Ehe würden wohl nur die wenigsten bleiben.

lalique

Aber ich bin doch gar nicht...
aggressiv Das sieht nur so aus, weil der Text allein manchmal alles verfälscht. Ich diskutiere eben ganz normal.

Deine Vorwürfe bezüglich der Lehrerin und der Freunde verstehe ich es nicht ganz. Was wäre denn, wenn diese Lehrerin und Deine Freund auf einmal sterben würden? Würdest Du dann die Kirche dafür verantwortlich machen? Du hast eben damals sehr emotional reagiert und hast Dich so verletzt gefühlt, als Dir die Lehrerin weggenommen wurde, dass Du vielleicht versuchst einen schuldigen dafür zu finden. Was die Freunde angeht, verstehe ich nicht, warum Du sie verloren hast, nur weil Ihr nicht zusammen in der Kirche als Messdiener sein durftet? Wahre Freunde bleiben bei einem auch, wenn man sich nicht jeden Tag sieht.

Ich möchte Dich nicht beleidigen, aber das, was Du geschildert hast, sehe ich nicht so eng. Für mich wären es keine Gründe, um für alles, was mir im Leben passiert, die Kirche verantwortlich zu machen. Es gibt nämlich viel schlimmere Erlebnisse, für die man keinen schuldigen findet.

Izabela

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20. April 2005 um 16:30
In Antwort auf Izabela

Wieso eigentlich...
... wird immer die Kirche zur Verantwortung gezogen, wenn die Politiker versagen? Die Kirche hat eine andere Vorstellung als die Politik. Den Politikern ist es egal, wo sie am Krieg teilnehmen und die Kirche versucht genau das zu vernichten. Ist es nicht genug? Es sollen noch Menschen, die genau wissen, dass sie sich mit AIDS anstecken, von der Kirche beschützt werden? Warum eigentlich? Warum geben z. B. die Deutschen nicht noch mehr Geld für die Forschung aus, damit den AIDS-kranken Menschen in Afrika dadurch geholfen wird? Sind Kondome eigentlich die einzige Möglichkeit auf der ganzen Welt? Und weil es den Westen nicht gepaßt hat, dass der Papst kein "westlicher" war und nicht auf die westlichen Länder dauernd einging, wird im dauern die "Kondom-Geschichte" vorgeworfen?

Warum eigentlich bist Du so gegen die katholische Kirche? Siehst Du überhaupt, wie die Politiker hier versuchen die Menschen zu manipulieren, oder übersiehst Du das alles, weil Du Dich so auf die Kirche fixiert hat und da alles ausläßt? Schau Dir die Politik auf der ganzen Welt etwas genauer an, dann wirst Du vielleicht merken, dass Politik viel schlimmer ist, als Kirche!

Izabela

Das ist nun
"Und weil es den Westen nicht gepaßt hat, dass der Papst kein "westlicher" war und nicht auf die westlichen Länder dauernd einging, wird im dauern die "Kondom-Geschichte" vorgeworfen? "

völliger Blödsinn.

Dieser Thread hier geht um die katholische Kirche. Ich finde es z.B.verwerflich, daß Großkonzerne nicht bereit sind AIDSmedikamente in Afrika preiswert oder kostenlos abzugeben.
Aber auch diese Medikamente können nur lindern, Kondome sind momentan der einzige wirksame Schutz.
Es wird eine menge Geld in die AIDSforschung gesteckt, aber auch mit mehr Geld kann man kein Heilmittel erfinden.

Ich sehe die katholische Kirche sehr kritisch und meiner Meinung nach beklckert sie sich nicht nur mit Ruhm. Wenn sie sich massiv ins Leben der Menschen einmischt, ist sie auch für die Konsequenzen mitverantwortlich.

Weil ich hier die katholische Kirche kritisiere, heißt das noch lange nicht, daß ich der Politik, unkritisch gegenüberstehe.
Ich bin im allgemeinen ein kritische Mensch der vieles hinterfragt.

lalique

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20. April 2005 um 16:39
In Antwort auf Izabela

Aber ich bin doch gar nicht...
aggressiv Das sieht nur so aus, weil der Text allein manchmal alles verfälscht. Ich diskutiere eben ganz normal.

Deine Vorwürfe bezüglich der Lehrerin und der Freunde verstehe ich es nicht ganz. Was wäre denn, wenn diese Lehrerin und Deine Freund auf einmal sterben würden? Würdest Du dann die Kirche dafür verantwortlich machen? Du hast eben damals sehr emotional reagiert und hast Dich so verletzt gefühlt, als Dir die Lehrerin weggenommen wurde, dass Du vielleicht versuchst einen schuldigen dafür zu finden. Was die Freunde angeht, verstehe ich nicht, warum Du sie verloren hast, nur weil Ihr nicht zusammen in der Kirche als Messdiener sein durftet? Wahre Freunde bleiben bei einem auch, wenn man sich nicht jeden Tag sieht.

Ich möchte Dich nicht beleidigen, aber das, was Du geschildert hast, sehe ich nicht so eng. Für mich wären es keine Gründe, um für alles, was mir im Leben passiert, die Kirche verantwortlich zu machen. Es gibt nämlich viel schlimmere Erlebnisse, für die man keinen schuldigen findet.

Izabela

Erklärung
ich war auf einer katholischen Schule . Die Lehrerin wurde von der katholischen Schulleitung gefeuert, weil sie sich Scheiden lies, was ja den Katholen verboten ist.
Als ich nicht Meßdienerin werden wollte, wurde ich in unserem dorf massiv ausgegrenzt, andere Kinder sollten nicht mehr mit mir spielen, so ist das in einem Erzkatholischen Dorf.

Ich mache die Kicrhe auch nicht für alles in meinem leben verantwortlich,dafür bin ich zu Lange ausgetreten, aber meine Erlebnisse damals sind für meinen Austritt verantwortlich.

Ich selbst bin mit 18 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Ich bin aber nicht deshalb ausgetreten, weil ich keine religiösen Erfahrungen mehr machen wollte, oder schon eine nihilistische Krise hatte (die kam erst später), sondern deshalb,weil ich für die Diskussionen, die ich führen wollte keinen Ort fand - und auch, weil ich mich von einem "Männerverein" nicht vertreten fühlte. Mich fasziniert das Christentum sehr, weil es die einzige Religion ist, die das Mitleid mit dem anderen zur Grundlage hat. An der Katholischen Kirche gefällt mir auch, daß sie die Sehnsucht der Menschen nach Ritualen ernstnimmt, und daß sie auch meditative Elemente in die Gottesdienste einbindet. Was mir gar nicht gefällt, und was für mich die Wurzel vielerlei Übel ist, ist die Agressivität des Missionsgedankens und die Tatsache, daß viele ihrer ehemals sinnvollen Regeln durch Überregulation geradezu pervers ins Gegenteil verkehrt wurden.

Einem Mörder wird nach einer Beichte vergeben und er darf wieder an der Eucharisie teilnehmen, jemand der eine Ehescheidung hinter sich hat, darf das nicht.

Im Zuge der Mission wurden Kinder von ihren Eltern entfremdet und in eine Leben gezwungen, das sie nicht wollten - so etwas kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Eine Religion muß sich jede Art von Zwang andersgläubigen gegenüber untersagen. Sie darf für sich werben, aber dort wo sie auch nur den geringsten Druck ausübt, setzt sie sich ins Unrecht.

Und wenn ich austrete, weil ich nicht Teil einer Unrechtsbewegung sein möchte, ist das mein gutes Recht (übrigens spende ich das Geld, das ich so spare an Hilfsorganisationen). Es ist aber auch mein gutes Recht, eine Diskussion dazu von außen anzustoßen, denn natürlich hoffe ich, daß es irgendwann auch wieder eine Kirche gibt, die so aussieht, daß ich wieder eintreten kann

lalique

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20. April 2005 um 16:52

Wow...
...ziemlich sehr viele antworten, na ja, bei dem thema... hab grad mal so quer gelesen, war wirklich interessant... denn auch ich muss zugeben, dass ich mich mit meinen meinungen auf halbwissen stütze, denn, obwohl ich katholisch getauft bin, habe ich mich mit papst und allem, was dazu gehört, bisher nicht wirklich befasst habe...

mein halbwissen jedenfalls sagt mir:

ich bin nicht erfreut über die wahl von ratzinger, da ich ihn für sehr konservativ halte und den teilweise veralteten werte des bisherigen papstes nicht viel positives abgewinnen kann... klar ist der papst nicht für aids und daraus entstehende kindersterblichkeit in afrika verantwortlich. doch auch dort leben viele menschen, die den papst verehren und deswegen eben auf ihn hören. hätte er die sehr schwierige (und in diesem bereich hab ich (ein bisschen) mehr als halbwissen) arbeit der hilfsorganisationen und der menschen, die sich dort ständig mit der aufklärung beschäftigen, unterstützt bzw. den menschen dort erklärt, dass das nur gut für sie ist, hätte das große auswirkungen gehabt... denn IHM hätten sie geglaubt...
und ratzinger wird das bestimmt nicht anders machen...

ich finde ratzinger deswegen nicht gut, weil er das oberhaupt der organisation ist, die aus der inquisation hervorgegangen ist.

außerdem bin ich auch der meinung, dass er zu alt ist... warum nicht jemand jüngeren, der erste papst war 24 jahre alt...

bestimmt hat ratzinger auch gute seiten, ich hoffe, dass man die noch kennenlernen darf...

lg sunseeker

p.s. auch für mein kurzes bisheriges leben ist es der erste papstwechsel und papst bene ist schon seltsam... wenns bisher immer nur "johannes paul II" war...

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20. April 2005 um 17:07
In Antwort auf ayasha_11845996

Erklärung
ich war auf einer katholischen Schule . Die Lehrerin wurde von der katholischen Schulleitung gefeuert, weil sie sich Scheiden lies, was ja den Katholen verboten ist.
Als ich nicht Meßdienerin werden wollte, wurde ich in unserem dorf massiv ausgegrenzt, andere Kinder sollten nicht mehr mit mir spielen, so ist das in einem Erzkatholischen Dorf.

Ich mache die Kicrhe auch nicht für alles in meinem leben verantwortlich,dafür bin ich zu Lange ausgetreten, aber meine Erlebnisse damals sind für meinen Austritt verantwortlich.

Ich selbst bin mit 18 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Ich bin aber nicht deshalb ausgetreten, weil ich keine religiösen Erfahrungen mehr machen wollte, oder schon eine nihilistische Krise hatte (die kam erst später), sondern deshalb,weil ich für die Diskussionen, die ich führen wollte keinen Ort fand - und auch, weil ich mich von einem "Männerverein" nicht vertreten fühlte. Mich fasziniert das Christentum sehr, weil es die einzige Religion ist, die das Mitleid mit dem anderen zur Grundlage hat. An der Katholischen Kirche gefällt mir auch, daß sie die Sehnsucht der Menschen nach Ritualen ernstnimmt, und daß sie auch meditative Elemente in die Gottesdienste einbindet. Was mir gar nicht gefällt, und was für mich die Wurzel vielerlei Übel ist, ist die Agressivität des Missionsgedankens und die Tatsache, daß viele ihrer ehemals sinnvollen Regeln durch Überregulation geradezu pervers ins Gegenteil verkehrt wurden.

Einem Mörder wird nach einer Beichte vergeben und er darf wieder an der Eucharisie teilnehmen, jemand der eine Ehescheidung hinter sich hat, darf das nicht.

Im Zuge der Mission wurden Kinder von ihren Eltern entfremdet und in eine Leben gezwungen, das sie nicht wollten - so etwas kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Eine Religion muß sich jede Art von Zwang andersgläubigen gegenüber untersagen. Sie darf für sich werben, aber dort wo sie auch nur den geringsten Druck ausübt, setzt sie sich ins Unrecht.

Und wenn ich austrete, weil ich nicht Teil einer Unrechtsbewegung sein möchte, ist das mein gutes Recht (übrigens spende ich das Geld, das ich so spare an Hilfsorganisationen). Es ist aber auch mein gutes Recht, eine Diskussion dazu von außen anzustoßen, denn natürlich hoffe ich, daß es irgendwann auch wieder eine Kirche gibt, die so aussieht, daß ich wieder eintreten kann

lalique

Ich dachte nur Jungs können Messdiener werden?
Aber stell Dir mal vor, da jeder Mensch nicht immer nur positive Erfahrungen im Leben machte (so etwas gibt es überhaupt nicht, ist auch gut so), würde aus der Kirche austreten und sagen, er/sie wird wieder eintreten, wenn sich dies und jenes ändert. Es wäre unmöglich, nein, es ist unmöglich. Niemand kann es den Menschen auf der ganzen Welt recht machen. Versuche vielleicht in jedem Problem etwas positives zu sehen, denn es gibt immer Schlimmeres Du möchtest, dass die katholische Kirche auf Deine persönliche Wünsche und Vorstellungen eingeht, also musst Du der Kirche auch was bieten können und das wäre z. B. dass Du Dich nicht gegen alles, was von der Kirche kommt, verschließt. Ich könnte jetzt auch sagen, dass ich nicht ganz glücklich damit bin, dass ein Papst gewählt wurde, der aus einem eher nichtkatholischen Land kommt und ich deshalb aus der Kirche austrete. Es ist Blödsinn meiner Meinung nach mich darauf zu versteifen. Entweder ich glaube, oder ich glaube nicht und darf mir nicht nur das Beste aussuchen.

Grüße

Izabela

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20. April 2005 um 18:48
In Antwort auf Izabela

Ich dachte nur Jungs können Messdiener werden?
Aber stell Dir mal vor, da jeder Mensch nicht immer nur positive Erfahrungen im Leben machte (so etwas gibt es überhaupt nicht, ist auch gut so), würde aus der Kirche austreten und sagen, er/sie wird wieder eintreten, wenn sich dies und jenes ändert. Es wäre unmöglich, nein, es ist unmöglich. Niemand kann es den Menschen auf der ganzen Welt recht machen. Versuche vielleicht in jedem Problem etwas positives zu sehen, denn es gibt immer Schlimmeres Du möchtest, dass die katholische Kirche auf Deine persönliche Wünsche und Vorstellungen eingeht, also musst Du der Kirche auch was bieten können und das wäre z. B. dass Du Dich nicht gegen alles, was von der Kirche kommt, verschließt. Ich könnte jetzt auch sagen, dass ich nicht ganz glücklich damit bin, dass ein Papst gewählt wurde, der aus einem eher nichtkatholischen Land kommt und ich deshalb aus der Kirche austrete. Es ist Blödsinn meiner Meinung nach mich darauf zu versteifen. Entweder ich glaube, oder ich glaube nicht und darf mir nicht nur das Beste aussuchen.

Grüße

Izabela

Ich habe die Entscheidung über den Austritt
nicht bereut und engagiere mich anderweitig.
Wieso soll ich in der katholischen Kirche bleiben, wenn ich mich dort nicht zu Hause fühle. Ich bleibe doch auch nicht Mitglied in einer Handballmannschaft, wenn ich lieber Fußball spielen möchte.

Hm, ich verstehe schon, was du meinst, aber ist es nicht auch eine Ausweichbewegung, immer dann, wenn einem bestimmte Personen bzw. deren Ansichten gegen den Strich gehen zu sagen "die Institution als solche" ist ja anders. Oder wenn einem die Institution zu unbeweglich ist, zu sagen "ja aber es kommt auf die gelebte Kirche an, und da gibt es doch auch die Personen x,y, und z" und wenn einen sowohl die Personen als auch die Institution enttäuschen auf die "Lehre" zurückzugreifen? Für mich ist dann einfach die Frage,wenn ich die Institution problematisch finde und mich zudem in dieser Institution in meinem Umfeld mehr Menschen enttäuscht haben - muß ich dann, um weiter nach der "Lehre" zu leben noch der Institution angehören?

Tja und mit dem Glauben ist das so eine Sache.
Ich habe als Teenager vielles hinterfragt und bin leider immer nur an Pfarrer und Religionslehrer geraten, die keine Diskussionen zuließen.

Mein Verstand verbietet mir an einen Gott mit gewissen Eigenschaften zu glauben. Glaube ist bei den meisten Menschen sowieso kein Glaube im Sinne von glauben (nicht wissen). Wenn ein mensch etwas glaubt, dann verhält er sich mit diesem Glauben so, als wäre er davon überzeugt. Glaube bedeutet für mich, dass ich es nicht weiß ob das stimmt was ich glaube und darum es auch nicht wie eine Wahrheit behandeln darf. Sonst wäre es ja -> Wissen.

Einen Beweis für Gott gibt es nicht. Und schon gar keinen dafür, wie dieser Gott sein soll. Das sind menschliche Konstruktionen.

Die Kirche predigt einen speziellen Gott. Das lehne ich ab.

Ich halte es so, dass ich nicht weiß ob es einen Gott gibt und wie er ist, wenn es ihn gäbe. Ich lasse mich überraschen, wenn ich dann mal sterbe. Auch was das Leben nach dem Tode anbelangt, so hoffe ich darauf aber man kann es nicht wissen.


lalique

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20. April 2005 um 19:13

Wir kommen nicht weiter (-:
Taleranz ist ein wichtiger Wert.
Dennoch kann Toleranz auch zu einem Problem werden.
Alles in maßen istja in Ordung leider ist das Maß irgendwann mal verrutscht.Denn alles kann man bestimmt nicht tollerieren.
Ich habe nicht den Eindruck daß hier irgendwer nicht tollernat ist, eine normale Diskussion zu einem Thema.
Jeder soll tun und lassen was er möchte.
Hier prallen eben zwei Meinungen auf einander und es ist sehr müßig es in einem Forum aus zu diskutieren.

Gruß

equinox68

Noch ganz kurz

-"Die Tatsache, dass frau heute die Wahl hat, sich scheiden zu lassen, spiegelt keinen Werteverluts sondern einen Gewinn dar!"- Macht es aber den Frauen auch viel einfacher, und das wiederum resultiert in einer höheren Scheidungsrate. Früher , so erzählt mein Opa, sind die Menschen viel mehr Kompromisse eingegangen,um ein vernünftiges Miteinander zu gestalten und somit hatte fast jedes Kind die Möglichkeit in einer "Familie" aufzuwachsen, was heute die wenigsten Kinder tun.
Auch hat man sich früher viel mehr Gedanken gemacht, der Mann hat für eine Familie sorgen müßen und Kinder wurden nur in der Ehe geboren (die meisten zumindest)und wuchsen geborgen auf.
Heut zu Tage poppt jeder mit jedem,das fängt mit 12, 13 Jahren schon an über die Konsequenz machen sich die wenigsten Gedanken.
Da rannte nicht jede zweite Frau arbeiten (warum Frauen heute arbeiten hat unterschiedliche Gründe) sonder nahm sich die Zeit für die Kinder .
Frauen heute denken sie bekommen alles unter einen Hut, das klappt bei den wenigsten, viele Kinder sind psychisch labil oder gestört und das zeigt sich deutlich in der heutigen Jugend.
Wenn mal mal Statistiken betrachtet, ist zu ersehen, das viele abgestützte Jugendliche aus kapputen Verhältnissen kommen, jedes fünfte Kind oder mehr besucht den Psychiater.Jeder ist nur auf sich bedacht, früher hat eine Familie das auffangen können.
Es wurden eben noch andere Prioritäten gesetzt.

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