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Papst Benedikt XVI

19. April 2005 um 19:10

...ratzinger als papst... was sagt ihr dazu?

ich lass das jetzt mal so stehen, äußere mich selber später dazu

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19. April 2005 um 19:30

Trüber Tag
ICH bin Katholikin (gewesen) und einen reaktionäreren Papst als diesen neuen könnte ich mir nicht vorstellen.

Es verkörpert alles, was an Johannes Paul II. kritisiert worden ist, jedoch ohne dessen positive Seiten zu haben.

Ratzinger als Papst - das bestätigt mir, dass es richtig war aus der katholischen Kirche auszutreten.


lalique

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19. April 2005 um 20:30

Abwarten......
Hallo,

ich kann zum neuen Papst als Mensch nichts sagen, habe mich auch nie wirklich damit befaßt, sei ein paar Tagen lese ich mich so ein bischen ein.
Bislang fand ich die Strathegie der katholichen Kirche immer sehr "heutige Welt bzw. Gesellschaft" fern.
In einer Gesellschaft wo Moral und Wert nicht mehr so viel Platz haben kommt der Grundgedanke des Christentums eben nicht so gut an.
Für unsere heutige Denkweise ist vieles veraltet und konservativ.
Ich persönlich habe nichts gegen "Konservativ", ich finde es allemale besser, als die Freizügigkeit die heut zu Tage von vielen gelebt wird, die oftmals weder Menschlichkeit noch Anstand hat, von Nächstenliebe, Respekt, Werten und Moral ganz zu schweigen.
In wiefern ein Papst die Möglichkeit hat diese Dinge abzuändern weiß ich auch nicht.

@citrusine :

jeder Papst wählt ein Pseudonym, den Namen eines Vorbildes oder so, das ist genau so wie wenn jemand einem Orden beitritt, dann legt er seinen weltlichen Namen ab und wählt einen anderen.

Gruß

equinox68

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19. April 2005 um 20:53

Die Menschen in den Entwicklungsländern...
die auch weiterhin fleißig AIDS-Babys für den Herrn produzieren, werden es Mr. "Kondome benutzen ist eine Sünde" Ratzinger sicherlich danken.

Das ist sowieso der einzige Ort, an dem diese Ansammlung alter Greise (40 % der Kardinäle sind über 80) noch neue Schäfchen hinzugewinnt.

_____________
www.franciandfriends.com - mein Tagebuch

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19. April 2005 um 21:17
In Antwort auf jiaolong

Die Menschen in den Entwicklungsländern...
die auch weiterhin fleißig AIDS-Babys für den Herrn produzieren, werden es Mr. "Kondome benutzen ist eine Sünde" Ratzinger sicherlich danken.

Das ist sowieso der einzige Ort, an dem diese Ansammlung alter Greise (40 % der Kardinäle sind über 80) noch neue Schäfchen hinzugewinnt.

_____________
www.franciandfriends.com - mein Tagebuch

Ganz kurz...
Solche Probleme hätten wir gar nicht, wenn die Werte in der Welt noch stimmen würden.

Keiner der Kardinäle ist über 80.

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19. April 2005 um 21:19

Und genau in so einer Welt....
-"Wenige Kinder sind nachweislich dort, wo Frauen Akademikerinnen sind und eine Altersversorgung auch für jene gewährleistet ist, die keine Kinder haben.-"

paßt keine Religion, weil die Werte verschoben sind.

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19. April 2005 um 21:43

Ich wünsche ihm,
gutes gelingen und gottes segen.

persönlich hätte ich mir einen reformer gewünscht. gerade in bezug auf frauen in der kirche, abtreibung, schwangerschaftskonfliktberatung gilt er ja als sehr konservativ.

aber in bezug auf unseren schwarzen fleck unserer "deutschen" geschichte empfinde ich freude und auch ehre das gerade er für dieses amt gewählt wurde.
ich habe mit meinem mann auf ihn angestoßen. wir wünschen ihm ein schönes pontifikat.

übrigens: glauben find ich nicht unmodern. unmodern ist eher, dass man sich fast schon dafür entschuldigen muss, dass man glaubt.

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19. April 2005 um 23:13

Hallo Sun....
zum Beispiel wird in solchen Ländern der Wert "Familie" noch sehr groß geschrieben.
Klar, um eine Existenz zu sicher, trifft bestimmt auch für einen Teil der Menschen dort zu aber generell sind die anders drauf als wir, und wären sie es nicht, hatten sie trotz der Existenzsicherung nicht so viele Kinder.
Zumal sie andere Vorstellung von Existenz haben.
Ich habe mein ganzes Leben lang im Ausland gelebt, in Ägypten zum Beispiel, gibt es viele gebildete Frauen, die studiert haben, das Ausland bereist haben und teilweise sogar im Ausland groß geworden sind und dort leben, aus wohlhabenden Familien kommen. Dennoch haben sie ganz andere Vorstellungen von Rollenverteilung, Familie und Moral.Viele dieser Frauen haben Kinder und nicht nur eines oder zwei sondern drei oder manchmal sogar mehr.
Andere Länder-viele oder mehr Kinder- hat nicht immer was mit Bildungsmangel zu tun.(Letztens war im Fernsehen ein Bollywoodfilm, wo man diese Werte sehr schön sehen konnte, vielleicht hast Du ihn ja gesehen)
Ich habe feststellen müßen, daß es in Ländern, wie dem unseren, wo es den Leuten gut geht, zu gut geht keine Werte mehr da sind.
Dinge werden gar nicht mehr wargenommen geschweige denn geschätz, obwohl sie ein Segen sind.Die Leute hier brauchen zum größten Teil keinen Gott und dann kommt noch dazu, daß aus unserer Sicht der Dinge christlische Grundlagen ja veraltet sind.Um beim Thema "Frau" zu bleiben, viele Frau meinen ihre Erfüllung im Beruf zu finden und nicht am Herd für Mann und Kinder sorgen, dieser Wert ist im Laufe der Emmanzipation verlorgen gegangen.Mancheiner wird sagen, was ist denn das für ein Wert....naja, so haben Dinge eben nur den Wert den man ihnen gibt.
Oder anderes Beispiel, Thema "Sex". Eigentlich sollte das ja etwas ganz intimes sein aber auch dieser Wert ist weg. Sexualität wird zunehmend veröffentlicht.

Naja, vielleicht kannst Du damit ja was anfangen....

Gruß

equinox68

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19. April 2005 um 23:20

Doch, ist vergleichbar
wenn wir einfach nur mal die 10 Gebote nehmen, Leitfaden für Werte, stellt man fest, das kaum noch etwas davon umgesetz wird.
Das ist in ärmeren Ländern anders.
Dafür kann ich, wenn Du magst sehr viele Beispiele nennen und dies auch faktisch belegen.

Gruß

equinox68

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20. April 2005 um 1:19

Ratzinger ist papst.
nachdem sich nun der puls langsam beruhigt und der adrenalinspiegel in die nähe gewohnter werte zurückkehrt, ist es nun zeit tief durchzuatmen und nachzudenken:

was ist passiert?

die leitfigur des katholischen konservativismus ist zum neuen papst gewählt worden. der dobermann gottes, der leitwolf der gegenreformer ist nun oberhirte über eine milliarde katholischer schafe.

was bedeutet das?

dass ein zwergstaat, der von männern im pensionsalter geführt wird, kein leuchtfeuer des freidenkenden modernismus ist, muss niemanden überraschen. der vatikan allerdings ist heute mehr als nur konservativ. er hat irgendwann im zwanzigsten jahrhundert den anschluss an das zeitgeschehen vollkommen verloren und ist mittlerweile derartig vorgestrig, dass die schwelle zum lächerlichen erreicht zu sein scheint.
das wird benedikt XVI wohl nicht ändern können. man hat den eindruck, dass ihm auch jedes bewusstsein für die notwendigkeit wichtiger änderungen fehlt. längst notwendige reformen in fragen wie gleichberechtigung der frau, pflichtzölibat, sexualmoral, befreiungstheologie oder der rechtsposition der laien in der kirche sind vom neuen papst mit sicherheit nicht zu erwarten.

kann uns das nicht egal sein?

berührt es uns aufgeklärte mitteleuropäer fern von jedem religiösen fanatismus überhaupt, welcher alte mann in seinem vatikanischen kämmerchen sitzt und seine abgestandenen überlegungen für große genial-göttliche geistesgaben hält?
wenn der papst - und das wird er wohl tun - so wie johannes paul II die welt mit moralischen wahnsinnigkeiten bekleckert, so wird das in europa niemanden wesentlich beeinflussen. konservative europäer sind ohnehin schon konservativ, sie werden vom papst kaum auf noch irrigere wege abgelenkt werden, progressivere europäer werden sich um den papst kaum kümmern. in afrika oder südamerika aber, wo mittlerweile deutlich mehr katholiken leben als in europa, können konservative ansagen des papstes sicher einigen schaden anrichten, dort hat das wort des papstes noch beträchtliches gewicht.

schlimmer noch als die möglichen schäden, die benedikt XVI nun anrichten kann, ist aber, dass die kirche eine echte chance verpasst hat.

ein progressiver, moderner, mutiger papst hätte viel bewirken können. er hätte - auch für europa - kräftige zeichen setzen, eine weltpolitische größe, eine moralische autorität werden können. eine starke, medienwirksame stimme, die sich für rechte von minderheiten und randgruppen, für zusammenhalt zwischen norden und süden, für unterstützung der armen, für vergebung und gegen krieg ausspricht, wäre wichtig für die welt - ganz egal, wie man zum christentum oder zum katholizismus steht. einiges am christentum hätte sich eine kräftige stimme durchaus verdient, eine globalisierte politik könnte einen klugen moralischen mahner sicher gebrauchen. der neue papst wird in dieser rolle sicher nie echte glaubwürdigkeit haben.

was wird jetzt geschehen?

in südamerika und afrika wird sich wohl nicht viel ändern. ich vermute aber, dass diese papstwahl die bedeutung des katholizismus in europa drastisch zurückgehen lassen wird.
man wird sich fragen, wozu man sich über verstaubte aussagen eines alten mannes ärgern soll, wenn man sie einfach ignorieren kann.
der katholizismus wird ein randphänomen werden, eine fast vergessene tradition für alte leute, die sonst eben nichts zu tun haben.

vielleicht ist es ja gut so.
schade ist es trotzdem:
religion könnte etwas wirklich sinnvolles sein,
eigentlich.

bleu de q (nicht katholisch)

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20. April 2005 um 8:34

Mfd
hätteste wohl gern!

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20. April 2005 um 8:41

Die Aussichten
auf den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 2006 und des Doubles 2005 für die Nationalmannschaft bzw. den FC Bayern München sollten mit der Wahl von Ratzinger, dem Bayer, wohl deutlich gestiegen sein.
Ich sehe bereits Uli, Franz und Kalle bei samt aller Aktiven bei einer Privataudienz und Klinsi hat wohl auch schon ein Glückwunschtelegramm abgeschickt!

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20. April 2005 um 9:58

Was soll ich dazu sagen?
ich beschäftige mich eigentlich nur im moment mit dem thema "papst" seid es um das sterben von papst johannes paul ging und nun ein neuer gewählt wurde...in ein-zwei wochen mach ich mir da ehrlich gesagt auch keine gedanken mehr!wenn menschen einen glauben haben-ok-jeder wie er will,aber brauch ich da einen wo mir das predigt?glaubt man nicht im herzen-oder auch nicht???wieso muss da einer wie ein könig rumhüpfen und meinen er ist der gesante oder wie auch immer-hab ehrlich gesagt nicht viel ahnung davon,denn es interessiert mich im grunde auch nicht...
ich fand es auch rührend wie papst johannes paul sich schwerstkrank abmühte um irgendwelche segen zu sprechen-aber nicht wegen dem glauben-sondern weil ein mensch wirklich alles gibt.aber andererseits frag ich mich,warum hat man ihn nicht in ruhe gelassen wo er frisch operiert war und an ostern nicht sprechen konnte....musste er dies oder wollte er dies?dass ist das was ich mich frage....ist ein papst verpflichtet bis fast vor dem letzten atemzug irgendwelche segen zu sprechen oder wollen die das???also solche fragen bewegen mich jetzt....
lg

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20. April 2005 um 10:42

BILD-Schlagzeile heute:
"wir sind papst".... gott, wie peinlich *grummel*

da wird ein heiliges thema wie der gewinn der fußball-wm o. ä. verwurstet... schlimm.

ratzinger ist ein sehr guter theologe, gebildet und kennt den vatikan sowie dessen gepflogenheiten. das sehe ich als großen vorteil und ich denke, er ist ein guter papst, soweit ich das beurteilen kann.

lg sefi (ev.)

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20. April 2005 um 12:04

Es gab und gibt
genügend Vereine, welche sich vor wichtigen Spielen/Entscheidungen gerne den päpstlichen Beistand/Segen ein-/abholen.

Der verstorbene Papst war ja auch Ehrenmitglied bei Schalke 04 und Real Madrid...

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20. April 2005 um 12:05

Natürlich heißt es das!!!

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20. April 2005 um 12:07

Der von Dir gesetzte
Smily könnte diese Erwartungshaltung beim geneigten Leser erwecken...

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20. April 2005 um 12:21

Hmmmm
also, ich spreche ja nicht alle Werte ab sondern möchte im Grunde sagen, das es andere Werte sind , die aber auch immer weniger werden.
Habe das Beispiele gebracht, weil man immer wieder hört, das ärmere Länder nur Dinge anders machen, weil sie arm oder weniger gebildet sind und das ist eben nicht so, sie leben nach anderen, menschlciheren, sozialeren Werten.

-"Es stimmt, die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen gibt. Das heisst doch aber laengst nicht, dass jemand, der anderen Dingen eine andere Bedeutung zumisst, keine Werte mehr hat!-"

Da gebe ich Dir Recht, aber wenn man die Gesellschaft betragten, dann sieht man, das immer mehr traditionelle Werte verloren gehen.
Das heißt nicht, das jeder so denkt oder ist, aber eine Veränderung dahin gehend zeichnet sich ab.

Das Thema "Sex" kann man so sehen wie man möchte, ich persönlich finde diese wahllose Zweisamkeit (Du weißt was ich meine), die hier in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist nicht schön.
Auch resultieren aus dieser Freizügikeit viele Probleme, die ja weitläufig bekannt sind, seien es nun schwangere Teenies, Krankheiten oder Verbrechen.

Und noch kurz zum Film.... die Realität und Moral, kommt deutlich zur Geltung, klar, ist vieles überspitz und vielleicht sogar verschönert aber im Grunde zeigt der Film deutlich die Geisteshaltung und ein deutlicher Unterschied zu unserer Gesellschaft zeichnet sich ab.

Aber gut.... das ist ein langes Thema, auch sehr müßig immer schriftlich in Worte zu fassen...verlieren öfters mal den Faden....(-:

Viele Grüße

equinox68

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20. April 2005 um 12:33

Uninteressierte Beobachterin
Ich war immer eine uninteressierte Beobachterin. In den letzten Wochen habe ich das ganze natürlich (zwangsläufig) mitbekommen....

Ratzinger und alle anderen Favoriten haben mir vorher nichts gesagt.
Ich frage mich da, wie sich andere da ein Urteil drüber erlauben können. Haben alle die kath. so gut verfolgt, dass Ratzingern ein Begriff war/ist? Verstehe ich nicht. Ich empfand unsere Gesellschaft - also mein Umfeld - nicht als so christlich. Die Kirchen sind immer leer, von Nächstenliebe und Meschlickeit ist wenig zu sehen, aber alle beten für den Papst, ihren Führer. Komisch!

Ich kann nicht beurteilen wie konservativ er ist; welchen Weg er einschlagen soll.
Was würde es für das Ansehen Von Johannes Paul bedeuten, wenn er seinen Weg nicht weitergehen sollte? Ist dann der verstorbene Papst ein Depp gewesen und seine Arbeit für die Katz???
Wenn Benni den Weg von Joe weitergeht, ist er dann ein schlechter Papst, weil er keine eigenen Ideen hat? Erklärt es mir bitte.
Macht der Papst die kath. Kirchenlehre? estimmt er was man zu glauben hat?

Wie gesagt, ich kennen ihn nicht, kann mir über ihn persönlich kein Urteil erlauben.
Ich denke allerdings, dass bewusst (???) ein alter Kardinal gewählt wurde - quasi rin Übergangs-Papst. Mit seinen 78 Jahren ist sein Ende leider (bald) in Sicht...
Ich wünsche es ihm allerdings nicht.... und uns auch nicht. Besonders Lust auf wieder so ein Berichterstattungs-Theater habe ich nicht besonders.


LG
Pluster

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20. April 2005 um 13:41

Prima,
selten eine so deutliche absage an die weiterentwicklung gesehen. war aber lustig zuzuschauen, incl. animation, die aber was auf sich hat warten lassen, bis endlich die glocken geläutet haben... naja wenigstens gabs schonmal rauch, was will man mehr? und ich freue mich auch auf die karrikaturisten, die endlich wieder eine neue witzfigur zum verarschen haben.

schade nur um den graben, der zwischen den religionen gegraben werden wird. der neue papst wird wohl eher polarisieren, anstatt versöhnen.

aber, mich interessieren die machenschaften, strukturen und belange und vorhaben dieses vereins nicht. ich nehme das nur zur kenntnis, mehr nicht.
weil: ich bin lieber katholisch, auf jeden fall dem wortlaut nach - katholikos *das ganze betreffend*

gruss,
cosmic.

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2. Mai 2005 um 11:31

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