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Nostalgie, wer kennt das auch?

6. März 2013 um 22:26

hi leute,

ich suche gleichgesinnte, und bin gespannt wie ihr das so erlebt... alle andern denen das nichts sagt, spart euch die zeit, danke.
nun, seit ich ein kind bin beschäftigt mich dieses thema immer wieder.

ich bin ein absoluter fan von den alten filmen, den typischen klassikern aus den 30er, 40er und 50er jahren. ich liebe "alte" musik, von klassisch bis zu alten volksliedern oder dann swing, blues, jazz oder konkret auch edith piaf.
viele heutige musik ist mir sowas von zuwieder. nicht alles, ich höre auch aktuelles. aber zb. hiphop find ich grundsätzlich furchtbar. auch die kleidung und der sogenannte lifestyle. (ich finde dieses auf krass machen so lächerlich)
so gehts mir auch mit der modernen beton-architektur, es schmerzt mich echt wenn ich durch die stadt gehe und sehe wie sie ein altes schönes jungendstilhaus abreisen um da einen trostlosen betonklotz hinzustellen.

die zeit zwischen 1860-1950 (europa und nordamerika) find ich extrem interessant und visuell so viel ansprechender als heute. von der gestaltung, illustrationen(vorallem belle epoque), von der mode, von den autos etc.
ich meine dabei immer das gesammtbild, welches man von einer zeit hat anhand von fotos und filmen, welche in dieser zeit spielen, und nicht einzelne elemente wie zb. bauhaus oder le corbusier, der war der erste mit den hässlichen beton bauten...
dann bin ich also eine nostalgikerin. was heisst das genau? ich habe nicht viel brauchbares gefunden dazu.

ich halte mir schon vor augen dass die medizinische versorgung nie so gut war wie heute. das ohne handy und laptop alles umständlicher war und wir es ja sehr bequem haben heute. damals war es für arme leute oder kranke sicher sehr schwer oder sie starben eben und die gesellschaft nahm das hin. und dann waren da grässliche kriege, sowas haben wir in europa ja glücklicherweise nicht mehr.
nun aber abgesehen davon, war es bestimmt viel ruhiger, viel einfacher, viel klarer. man lernte einen beruf und konnte darauf arbeiten bis zur rente. es war okay einfach zu sein wer man ist/war. man brauchte keine extravaganten hobbys um sich intressant zu machen, keine tatoos und pircings, es gab bestimmt viel weniger druck karriere machen zu müssen um sich abzuheben von all den andern. eine so grosse konkurenz wie heute gab es noch gar nicht, da es auch noch weniger menschen gab.
es war auch okay "nur" verkäuferin zu sein oder elektriker.
heute wird erwartet dass jeder studiert, auch die aus einem nicht akademischen elternhaus. ein uniabschluss ist nichts angesehenes mehr sondern standart.

mode mässig ist ja jetzt total die retrowelle. zum glück, ich fand das schon lange toll und wurde vor einigen jahren noch ausgelacht.
ich könnte niemals nike turnschuhe anziehen für auf die strasse oder sonst dinge aus dem sportgeschäft, diese grellen farben und lieblosen "alienanzug"-schnitte find ich sowas von abstossend. ich bin zwar nicht der wolletyp, das wird sich wohl so angehört haben. haha.

alles scheint mir so stillos. männer über 30 mit turnschuhen. im alltag? da frag ich mich, ist der 15 oder 35? sowas wirkt in meinen augen schäbig.
und viele frauen tragen anstatt frisuren schnittlose haarstränen am kopf. irgendwelche lumpen von billigläden, kinderarbeit, egal, hauptsache günstig, ne?
wenn ich dann ein film sehe der um 1920 spielt, denke ich ah alles ist so authentisch. die architektur und die autos, die kleidung, die matrialien.

heute gibt es so hässliches zeug wie polyester, "stoff" aus dem viele blusen gemacht werden. das trägt man und schwitzt nach einmal treppe steigen weil es nicht anderes ist als plastik und die haut nicht atmen kann. für den hersteller schön billig zum produzieren und wir kaufen den schrott weils schön aussieht.

wem gefallen die autos von heute? smart? es gibt noch schlimmere...

ich finde die heutige menschheit stillos in allem, im sozialverhalten, in der lebensplanung, rundums essen, bei kleidung, beim wohnen etc. einfach wies grad kommt, ohne moral, ohne ziel... nur fressen etwas bumsen und geld verdienen um sich überteuerte plastikblusen zu kaufen.

sorry, für mich mischen sich diese dinge einfach.
klar betrifft das nicht alle. und ich habe auch schon solche blusen gekauft das kanns nicht sein. ich verstehe nicht wiso die menschen jeden sinn für ästhetik verloren haben. und für qualität.
wer hat sich diese dinge auch schon überlegt?

ich bin nicht religiös,
weder rechts noch links, hab einfach etwas mühe dieses theater oder wie auch immer man das nennen will hier auf diesem planeten ernst zu nehmen und es würde mir um einiges leichter fallen wenn mehr schönheit und stil -eben auch im umgang vorhanden wär.

wem geht es ähnlich?

für die andern: ich lese oft komplett unnötige kommentare bei foren, also bevor ihr eure zeit damit verschwendet, nehmt euch doch wider mal ein buch.


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6. Mai 2013 um 18:11

Hallo Sotototo
Gut, dass Du diesen Beitrag eingestellt hast, sonst hätte ich das vielleicht mal irgendwann verfassen müssen

Meine Eltern waren in den 50ziger Jahren junge Erwachsene.
Und Du hast absolut Recht, was Du z.B. über die Kleidung und die verwendeten Stoffe schreibst. Ich hatte von meiner Mutter auf dem Dachboden einen sogenannten "Aussteuerkorb" mit Kleidern und Stoffresten aus den 50zigern gefunden. Meine Mutter hat damals sehr viel selbst genäht. Das sah aus wie vom Schneider gemacht! Die Schnittmuster waren elegant und "auf Figur". Die Stoffe mit schönen dezenten Mustern.
Meine Mutter war immer sehr elegant. Sie hatte schöne Taschen und Schuhe, die heute bei den Retrofans weggehen würden, wie warme Semmeln. Meine Mutter, natürlich mittlerweile eine alte Dame, meinte kürzlich zu mir: sie vermisse diese Eleganz von damals, "die Herren in Anzügen in der Innenstadt z.B. " .....
....wie Du schreibst. Naja, mir gehen "diese Herren" eher auf den Keks, weil sie für Geld und Karriere stehen.....
Ich selbst bin da eher lockerer , man nennt das auch leger. ( und Bügeln ist sowieso nervig)

Was ich aber überhaupt nicht "locker" nehme, ist das allgemeine Kinderspielzeug von heute. (ich meine nicht das, aus teuren Manufakturen für Leute mit Geld)

Wenn ich heute diesen giftigen, hässlichen Plastikmüll sehe, den Kinder zum Spielen geschenkt bekommen, da frag ich mich immer: Sind denn die Kinder den Eltern nicht etwas mehr wert?

MUSS man denn so einen Dreck aus China kaufen? Selbst wenn man nicht viel Geld hat, kann man gute Sachen kaufen. Jedes qualitativ gutgmachte gebrauchte Spielzeug ist besser, als dieser stinkende, giftige Plastikram aus Fernost!

Wenn ich das Spielzeug von früher seh, dann ist da ein himmelweiter Unterschied zu erkennen. Damals war alles naturgetreu und detailliert liebevoll gemacht. Puppen, Kaufmannsläden, Puppenstuben, Puppenküchen, Autos und Eisenbahnen........wir haben damals eben ein Teil weniger bekommen, dafür aber was richtig Schönes! Auf meinem Puppenherd von Heiliger könnte ich mir heute noch den Kaffee warmhalten. Der funktioniert immer noch! Und wenn man die Kinderwagen von damals sieht in alten Filmaufnahmen, das waren tolle "Schlitten". Ein Kinderwagen von heute wird nie "sammelwürdig" sein

Man muss seinem Kind keinen Dreck kaufen. Man kann sogar selber etwas herstellen. Man muss nicht mit den Wölfen heulen! Wenn die betreffenden Kinder heutzutage was anderes kennen würden, würden sie diese glubschäugigen Plastikmonster gar nicht mehr haben wollen!
Selbst die heutigen Käthe-Kruse-Puppen haben nichts mehr gemeinsam mit denen von damals! Die heben sich zwar noch positiv ab, der Kopf ist aber auch aus Kunststoff mit Weichmachern hergestellt.

Und die Architektur, von der Du sprichst, ist auch so ein Kapitel. Die Städte versuchen sich gegenseitig mit "Glas- und Stahlpalästen" zu übertrumpfen. Wenn man dagegen ein wunderschönes Altbauhaus sieht, mit den schönen Verzierungen von aussen, also ich bleib da eher stehen und guck mir die schöne Fassade an. Man kommt aus dem Staunen manchmal gar nicht mehr raus, wenn man sich das im Detail mal ansieht, was die damals gezaubert haben!

Also, bei mir rennst Du offene Türen ein, ich fand den Gesamtstil früher auch schöner!

Schöne Grüße an Alle
Freitag

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