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Neues Leben mit Handicap

29. Januar 2018 um 16:28

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

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29. Januar 2018 um 21:54
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

mir fällt jetzt spontan diverse clubs für behinderte und nicht-behinderte ein. dort kannst du sicherlich super kontakte knüpfen und dich mit anderen ausstauschen.

ich denke, dein derzeitiger zustand ist normal. wäre auch erstaunlich, wenn du super agil und mega motiviert wärst. alles neu, alles umstrukturieren.

sicherlich gibt es auch im internet diverse foren, die dir helfen können aber der persönliche kontakt mit anderen ist bestimmt hilfreicher.

alles gute!

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29. Januar 2018 um 22:01
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

gib dir zeit....zeit, dich mit deinem neuem leben zurechtzufinden und zeit, alles andere
in angriff zu nehmen...es gibt sicherlich gruppen, denen es ähnlich geht, aber
auch dafür braucht es zeit, das anzunehmen...das hört sich wahrscheinlich bescheuert an in deiner situation, aber erst, wenn du dich annimmst, wie
du bist, kannst du es anderen zutrauen...ich wünsche dir von ganzem herzen viel viel
kraft und mut dafür...

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29. Januar 2018 um 22:08
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

Auch wenn du schon in psychologischer Behandlung bist. Vielleicht ist es nicht optimal fuer dich. Schau dich um, ob andere Therapien oder Interventionen vielleicht besser fuer dich passen.

Ist eine Prothesenversorgung bei dir eine Moeglichkeit?

Hast du zu Hause Hilfsmittel um so selbstaendig wie moeglich zu sein?

Hast du schon mal nachgeschaut ob es bei dir am Ort vielleicht eine Organisation von Betroffenen gibt die vielleicht Infos geben kann wie man im Alltag mit der Behinderung zurecht kommt. Manche dieser Organisationen machen auch Peer Counseling. Da redet man nicht mit einem Therapeuten sondern mit einem Betroffenen.

Hast du schon ueber eine Ernährungsberatung nachgedacht? Es ist sooo wichtig, dass du nicht weiter zunimmst. Das zusätzliche Gewicht wird dich unselbstständiger und abhaengiger machen.

Denk mal darüber nach, ob du einen Sport machen koenntest. Das ist gut fuer deine Gesundheit, du kommst rauss, triffst Menschen die deine Situation verstehen und fuer die Psyche ist es auch gut.
 

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30. Januar 2018 um 8:12
In Antwort auf lexie_12061390

gib dir zeit....zeit, dich mit deinem neuem leben zurechtzufinden und zeit, alles andere
in angriff zu nehmen...es gibt sicherlich gruppen, denen es ähnlich geht, aber
auch dafür braucht es zeit, das anzunehmen...das hört sich wahrscheinlich bescheuert an in deiner situation, aber erst, wenn du dich annimmst, wie
du bist, kannst du es anderen zutrauen...ich wünsche dir von ganzem herzen viel viel
kraft und mut dafür...

Du hast Recht, das Annehmen ist der Punkt, den ich auch immer wieder höre. Auf der einen Seite ist mir das auch klar, auf der anderen Seite ist das aber auch wieder sehr abstrakt. Wahrscheinlich brauche ich noch etwas, um das alles nicht einfach nur als anstrengend und beschwerkich zu empfinden, sondern als ganz normal. Ich arbeite dran

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30. Januar 2018 um 8:33
In Antwort auf ohfeliah

Auch wenn du schon in psychologischer Behandlung bist. Vielleicht ist es nicht optimal fuer dich. Schau dich um, ob andere Therapien oder Interventionen vielleicht besser fuer dich passen.

Ist eine Prothesenversorgung bei dir eine Moeglichkeit?

Hast du zu Hause Hilfsmittel um so selbstaendig wie moeglich zu sein?

Hast du schon mal nachgeschaut ob es bei dir am Ort vielleicht eine Organisation von Betroffenen gibt die vielleicht Infos geben kann wie man im Alltag mit der Behinderung zurecht kommt. Manche dieser Organisationen machen auch Peer Counseling. Da redet man nicht mit einem Therapeuten sondern mit einem Betroffenen.

Hast du schon ueber eine Ernährungsberatung nachgedacht? Es ist sooo wichtig, dass du nicht weiter zunimmst. Das zusätzliche Gewicht wird dich unselbstständiger und abhaengiger machen.

Denk mal darüber nach, ob du einen Sport machen koenntest. Das ist gut fuer deine Gesundheit, du kommst rauss, triffst Menschen die deine Situation verstehen und fuer die Psyche ist es auch gut.
 

Daran hab ich auch schon gedacht, den Psychodok mal zu wechseln. Auf meine Geichtszunahme geht die überhaupt nicht ein. Sie ist wie ein Schwamm, der alles von mir wissen will, aber nichts zurück gibt

​Mit meinen Prothesen kann ich zwar gehen, aber nur mit Krücken und auch recht langsam. Und ich muss mich auch alle paar Minuten hinsetzen damit. Für längere Strecken sind die also leider nichts. Ich trage die aber viel aus kosmetischen Gründen, auch im Rollstuhl, einfach um komplett auszusehen. 

Das mit der Ernährunsgberatung ist eine super Idee, das mache ich mal

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30. Januar 2018 um 8:46
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

gib Dir erst einmal Zeit.
Dein komplettes Leben hat sich auf links gedreht, das kannst Du nicht mal auf die Schnelle wegstecken.

Was sind es denn für 1000 Sachen, die Du Dir ausgemalt hast, wenn Du wieder zu Hause bist? (Grundsätzlich, wenn Du auf etwas nicht antworten magst - lass es, mich geht es im Grunde alles nichts an) Vielleicht können wir Dir da besser raten, wenn es etwas konkreter ist.

Das mit der Selbstmotivation und der "Frustrationstoleranz" (meint: dass Dir nicht alles, was nicht gut läuft, gleich als Weltuntergang vorkommt) ist tatsächlich ein wesentlich komplexeres Thema als man denken möchte.

Bei einigem wird nur "akzeptieren" helfen. Du hast dieses Handicap. Punkt. Es wird sicherlich noch einige Verbesserungen für Dich geben, aber es ist da und es bleibt da. Es ist nicht mehr wie früher und das wird es auch nicht. Du kannst das beste daraus machen, aber Du kannst es nicht ungeschehen machen. Jede Minute, die Du damit haderst, hält Dich davon ab, das beste aus dem zu machen, was Du hast.
Ja, manchmal möchte man nur noch schreien, wenn etwas, was für jeden anderen kein erkennbares Problem ist, zur unüberwindlichen Hürde wird. Oh jaaa. Manchmal hilft es auch, dan wirklich zu schreien, das bringt zumindest die aufgestauten Emotionen bißchen runter. Aber letztlich ist das einzige, was wirklich etwas bringt, die Akzeptanz, dass es für einen selbst den leichten und schönen und bequemen Weg an vielen Stellen nicht gibt.
Und ja: einige Menschen werden immer blöd glotzen. Kannst Du nicht ändern, aber verkriechen wird es nicht ändern. Deren Pech, wenn sie damit nicht umgehen können, Du wirst einen Teufel tun und IHNEN die Konfrontation mit Deinem Handicap ersparen!

Der nächste Punkt ist die Kontrolle oder zumindest Kanalisation der Emotionen. Viel von der "Frustrationstoleranz" hängt an der Grundstimmung und an der Bewertung. Ist bei uns allen so, war auch bei Dir schon immer so. Was ich meine ist folgendes: Wenn man einen "miesen Tag" hat, kommen einem an einer Stelle die Dampfwolken aus den Ohren, die an einem tollen Tag noch nicht einmal für eine gehobene Augenbraue gereicht hätte, stimmts? Nur hast Du im Moment keinen "tollen Tag" - und das ist schon ein großer Teil des Problems. Das ist wichtig für die Bewertung Deiner Situation. Es erscheint Dir alles im Moment noch grauenvoller als es ist - weil Du einen -zugegeben sehr, sehr langen- "miesen Tag" hast. Dabei wird aber auch jeder "Fehlschlag", alles, was nicht gleich auf Anhieb läuft, zu gefühlten Katastrophe und das reißt Dich wieder weiter runter ... eine entzückende Spirale.

Wie kommen die Menschen in Deinem Umfeld damit klar? Und Du jetzt mit ihnen?
In diesem Punkt bin ich ein Fan sehr klarer und offener Kommunikation. Üblicher Weise WOLLEN die Menschen in Deiner Umgebung Dir ja helfen, aber da man sich das als "normaler" nicht vorstellen kann, weil man nie auf diese Dinge geachtet hat in seinem Leben und auch nie wirklich weiß, wann man übertreibt, entsteht da einiges an Unsicherheit, die für soziale Beziehungen eher Gift ist.
Wichtig ist aber, dass BEIDE Seiten darauf achten, dass sie keine Grenzen überschreiten - und klar und rechtzeitig Signale geben, wenn irgend eine Grenze fast erreicht ist.

So, einen noch: hast Du schon einmal versucht, es genau anders herum anzugehen?
Was wäre für Dich ein perfekter Tag, mit dem Du Deinen "zweiten Geburtstag" feiern kannst? Du hast einen schweren Unfall überlebt. Du hast Dich durch Ewigkeiten Krankenhaus und Reha gekämpft - Zeit das zu feiern und Dich zu belohnen! Ja, meine ich ernst. Such Dir einen Tag aus und ernenne den per Deklaration zu Deinem zweiten Geburtstag. Feiere den Tag. Und zwar voll.
Hat mehrere Hintergründe:
1. (und wichtigster Punkt) Es stimmt, Du hast es Dir verdient, das zu feiern
2. Symbolik dieser Art sollte man nie unterschätzen.
3. Motivation hat auch viel mit Selbstbelohnung zu tun. Du versuchst grad nur die Peitsche - und vergisst das Zuckerbrot dazu. Ohne Zuckerbrot, ohne die "Streicheleinheiten für die Seele" ohne die Selbstbelohnung kann keine Peitsche etwas ausrichten. DAS ist es, was Dir eigentlich Kraft gibt. Wenn man so kraftlos ist, hat man immer das Gefühl, man müsse sich entspannen, also vorzugsweise nichts tun - blöder Weise ist das (zumindest auf Dauer) ein Trugschluss, denn das kann unseren Akku gar nicht wieder aufladen.

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30. Januar 2018 um 8:53
In Antwort auf rosenkathi

Daran hab ich auch schon gedacht, den Psychodok mal zu wechseln. Auf meine Geichtszunahme geht die überhaupt nicht ein. Sie ist wie ein Schwamm, der alles von mir wissen will, aber nichts zurück gibt

​Mit meinen Prothesen kann ich zwar gehen, aber nur mit Krücken und auch recht langsam. Und ich muss mich auch alle paar Minuten hinsetzen damit. Für längere Strecken sind die also leider nichts. Ich trage die aber viel aus kosmetischen Gründen, auch im Rollstuhl, einfach um komplett auszusehen. 

Das mit der Ernährunsgberatung ist eine super Idee, das mache ich mal

Das mit den Prothesen kann wirklich sehr schwierig sein, besonders am Anfang. Ich glaube wenn du etwas abnehmen wuerdest und vielleicht anfangen mit etwas Krafttraining....das wuerde es vielleicht erleichtern. Je fitter und staerker du bist desto selbständiger kannst du sein. 

Aber auch mit dem Rollstuhl kannst du wieder komplett unabhängig sein und dein Leben meistern. Ich habe mal mit einer Physiotherapeutin zusammengearbeitet. Sie hat immer gesagt, ein Rollstuhl fesselt nicht, ein Rollstuhl gibt Freiheit. 

Hast du mit deiner Therapeutin ausgemacht an was ihr arbeiten wollt? Ich fnde das wichtig. Ich halte sowieso ganz wenig von einer ewigen Blabla Therapie in der man nur ueber sich redet, keine konkreten Ziele hat und nichts im Alltag umsetzt.

Hast du die Therapeutin gefragt welche Therapie sie mit dir macht? 

Ich finde eine kognitive Verhaltenstherapie meistens am geeignetsten.

Ich wuensche dir, dass es dir ganz bald besser geht. Du hast ja noch dein ganzes Leben vor dir und du kannst es auch mit deinem Handicap leben...und auch gluecklich und erfüllt leben. 

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30. Januar 2018 um 11:42

In der Reha war ich fast jeden Tag schwimmen. Aber hier, ich weiß noch nicht, ob ich mich das traue Aber du bringst mich auf eine Idee, ich werd meine Mutter als Begleitschutz anheuern, Danke  

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30. Januar 2018 um 18:12
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

Ich bewundere deine mutige Herangehensweise und drücke dir ganz fest beide Daumen, dass du noch mehr Lebensqualität erreichst. 

Vor längerer Zeit habe ich in einem Vortrag einen Mann kennengelernt, der ebenfalls beide Beine verloren hatte und über sein Schicksal vor großem Publikum sprach. 

Ich schicke dir seinen Namen als PN. 

Vllt. kannst du Kontakt aufnehmen??

Alles Gute !

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30. Januar 2018 um 21:50
In Antwort auf rosenkathi

In der Reha war ich fast jeden Tag schwimmen. Aber hier, ich weiß noch nicht, ob ich mich das traue Aber du bringst mich auf eine Idee, ich werd meine Mutter als Begleitschutz anheuern, Danke  

ich bewundere dich, wie du nach möglichkeiten suchst, dein schicksal zu bewältigen.
du bist eine sehr mutige junge frau und ich wünsche dir alles glück auf dieser erde.

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31. Januar 2018 um 0:08
In Antwort auf rosenkathi

Daran hab ich auch schon gedacht, den Psychodok mal zu wechseln. Auf meine Geichtszunahme geht die überhaupt nicht ein. Sie ist wie ein Schwamm, der alles von mir wissen will, aber nichts zurück gibt

​Mit meinen Prothesen kann ich zwar gehen, aber nur mit Krücken und auch recht langsam. Und ich muss mich auch alle paar Minuten hinsetzen damit. Für längere Strecken sind die also leider nichts. Ich trage die aber viel aus kosmetischen Gründen, auch im Rollstuhl, einfach um komplett auszusehen. 

Das mit der Ernährunsgberatung ist eine super Idee, das mache ich mal

bin kein arzt, aber für gewöhnlich müsste sich das mit den prothesen mit der zeit einspielen, bei regelmäßigem gebrauch, am besten täglich. der stumpf an beiden beiden beinen braucht ja auch jeweils sehr lange um vollkommen abzuschwellen. das dauert alles, bis sich dein körper darauf richtig eingespielt hat und anfangs ist das üben dann auch mit schmerzen nach kurzer zeit verbunden, soweit ich weiß.

ich hab einen ähnlichen fall in der familie. das ist jetzt also nur das, was ich da so mitbekommen hab. üben üben üben scheint das zauberwort zu sein, aber ich kann mich in deine situation natürlich schlecht hinein fühlen.

geben dir dir ärzte keine guten und nützlichen tipps, was den umgang mit den prothesen angeht? keine reha?

ich weiß nicht, ob dir mein posting was bringt, aber ich wünsche dir ganz viel glück für die zukunft. niemals den kopf hängen lassen.

ich hoffe du hast menschen um dich, die dir beistehen.
was den psychodoc angeht.... lieber wechseln, wenn du dich nicht richtig aufgehoben fühlst.

 

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31. Januar 2018 um 0:14
In Antwort auf rosenkathi

In der Reha war ich fast jeden Tag schwimmen. Aber hier, ich weiß noch nicht, ob ich mich das traue Aber du bringst mich auf eine Idee, ich werd meine Mutter als Begleitschutz anheuern, Danke  

ok... frage mit der reha hat sich erledigt.

trau dich ruhig. jeder noch so winzige schritt, bringt dich ins leben zurück.

 

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31. Januar 2018 um 1:13
In Antwort auf avarrassterne1

gib Dir erst einmal Zeit.
Dein komplettes Leben hat sich auf links gedreht, das kannst Du nicht mal auf die Schnelle wegstecken.

Was sind es denn für 1000 Sachen, die Du Dir ausgemalt hast, wenn Du wieder zu Hause bist? (Grundsätzlich, wenn Du auf etwas nicht antworten magst - lass es, mich geht es im Grunde alles nichts an) Vielleicht können wir Dir da besser raten, wenn es etwas konkreter ist.

Das mit der Selbstmotivation und der "Frustrationstoleranz" (meint: dass Dir nicht alles, was nicht gut läuft, gleich als Weltuntergang vorkommt) ist tatsächlich ein wesentlich komplexeres Thema als man denken möchte.

Bei einigem wird nur "akzeptieren" helfen. Du hast dieses Handicap. Punkt. Es wird sicherlich noch einige Verbesserungen für Dich geben, aber es ist da und es bleibt da. Es ist nicht mehr wie früher und das wird es auch nicht. Du kannst das beste daraus machen, aber Du kannst es nicht ungeschehen machen. Jede Minute, die Du damit haderst, hält Dich davon ab, das beste aus dem zu machen, was Du hast.
Ja, manchmal möchte man nur noch schreien, wenn etwas, was für jeden anderen kein erkennbares Problem ist, zur unüberwindlichen Hürde wird. Oh jaaa. Manchmal hilft es auch, dan wirklich zu schreien, das bringt zumindest die aufgestauten Emotionen bißchen runter. Aber letztlich ist das einzige, was wirklich etwas bringt, die Akzeptanz, dass es für einen selbst den leichten und schönen und bequemen Weg an vielen Stellen nicht gibt.
Und ja: einige Menschen werden immer blöd glotzen. Kannst Du nicht ändern, aber verkriechen wird es nicht ändern. Deren Pech, wenn sie damit nicht umgehen können, Du wirst einen Teufel tun und IHNEN die Konfrontation mit Deinem Handicap ersparen!

Der nächste Punkt ist die Kontrolle oder zumindest Kanalisation der Emotionen. Viel von der "Frustrationstoleranz" hängt an der Grundstimmung und an der Bewertung. Ist bei uns allen so, war auch bei Dir schon immer so. Was ich meine ist folgendes: Wenn man einen "miesen Tag" hat, kommen einem an einer Stelle die Dampfwolken aus den Ohren, die an einem tollen Tag noch nicht einmal für eine gehobene Augenbraue gereicht hätte, stimmts? Nur hast Du im Moment keinen "tollen Tag" - und das ist schon ein großer Teil des Problems. Das ist wichtig für die Bewertung Deiner Situation. Es erscheint Dir alles im Moment noch grauenvoller als es ist - weil Du einen -zugegeben sehr, sehr langen- "miesen Tag" hast. Dabei wird aber auch jeder "Fehlschlag", alles, was nicht gleich auf Anhieb läuft, zu gefühlten Katastrophe und das reißt Dich wieder weiter runter ... eine entzückende Spirale.

Wie kommen die Menschen in Deinem Umfeld damit klar? Und Du jetzt mit ihnen?
In diesem Punkt bin ich ein Fan sehr klarer und offener Kommunikation. Üblicher Weise WOLLEN die Menschen in Deiner Umgebung Dir ja helfen, aber da man sich das als "normaler" nicht vorstellen kann, weil man nie auf diese Dinge geachtet hat in seinem Leben und auch nie wirklich weiß, wann man übertreibt, entsteht da einiges an Unsicherheit, die für soziale Beziehungen eher Gift ist.
Wichtig ist aber, dass BEIDE Seiten darauf achten, dass sie keine Grenzen überschreiten - und klar und rechtzeitig Signale geben, wenn irgend eine Grenze fast erreicht ist.

So, einen noch: hast Du schon einmal versucht, es genau anders herum anzugehen?
Was wäre für Dich ein perfekter Tag, mit dem Du Deinen "zweiten Geburtstag" feiern kannst? Du hast einen schweren Unfall überlebt. Du hast Dich durch Ewigkeiten Krankenhaus und Reha gekämpft - Zeit das zu feiern und Dich zu belohnen! Ja, meine ich ernst. Such Dir einen Tag aus und ernenne den per Deklaration zu Deinem zweiten Geburtstag. Feiere den Tag. Und zwar voll.
Hat mehrere Hintergründe:
1. (und wichtigster Punkt) Es stimmt, Du hast es Dir verdient, das zu feiern
2. Symbolik dieser Art sollte man nie unterschätzen.
3. Motivation hat auch viel mit Selbstbelohnung zu tun. Du versuchst grad nur die Peitsche - und vergisst das Zuckerbrot dazu. Ohne Zuckerbrot, ohne die "Streicheleinheiten für die Seele" ohne die Selbstbelohnung kann keine Peitsche etwas ausrichten. DAS ist es, was Dir eigentlich Kraft gibt. Wenn man so kraftlos ist, hat man immer das Gefühl, man müsse sich entspannen, also vorzugsweise nichts tun - blöder Weise ist das (zumindest auf Dauer) ein Trugschluss, denn das kann unseren Akku gar nicht wieder aufladen.

Das hast du aber lieb geschrieben  

Was ich  mir alles vorgenommen hatte? Irgendwie alles, was in den gefühlt 6 Millionen Tagen im Khs nicht machen konnte, Kino, Eis essen, im Cafe sitzen und quatschen, bummeln gehen, meine Neffen besuchen, den Balkon beackern - all sowas.

Nur ist man im Khs und in der Reha ja wie unter einer Käseglocke, und der Alltag ist dann doch beschwerlicher, als ich dachte. Früher wusste ich, vom Bad bis fertiggemacht in die Stadt brauche ich etwa eine halbe Stunde. Jetzt sind es fast 2, weil alles einfach länger dauert. Erstmal dauert jeder Schritt etqas länger, bis ich geduscht und angezogen bin, auf Fahrdienst oder Taxi warten, zum Treffpunkt rollen - das läppert sich alles. Wenn es regnet, kann ich keinen Schirm aufspannen, manche Steigungen sieht man nicht, gehen aber ganz gemein in die Arme, bei Kopfsteinpflaster fällt mir fast das Gebiss raus, und wenn ich endlich ankomme, bin ich pitschnass geschwitzt. Dann die ganze Arie wieder zurück, und zu Hause bin ich dann richtig groggy.

Klar gewöhne ich mich an das alles inzwischen, und routinierter bin ich auch jetzt. Aber ich frage mich auch ofter, ob der ganze Aufwand wirklich lohnt, nur für ne halbe Stunde Klönen. Schließlich gibts ja auch Telefon Aber jetzt, wie ich hier so schreibe, merke ich auch, daß ich mir das vielleicht zu einfach mache. Ich bin jetzt nunmal behindert, und wenn ich ich menschlichen Umgang möchte was ja der Fall ist, dann muss ich da eben durch. Heute habe ich mir einen Postit "Das ist kein Grund" an den Kühlschrank gepappt, mal sehen, oder der hilft .

​Ach und das mit dem Dampf aus den Ohren ist ein witzges Bild, und das stimmt auch. Ein und dieselbe Sache kann man nonchallent umschiffen, oder sie zieht einen runter. Das ist echt von den Umständen oder der Tagesform abhängig, kann also an der Sache selber dann ja nicht liegen, oder? Wenn ich mich mit dem Rolli mal wieder irgendwie blond anstelle, und mir passiert das in netter Begleitung, dann kann ich darüber einen Witz machen. Passiert mir das selbe am nächsten Tag alleine, oder in sowieso schlechter Stimmung, dann kann richtige Panik in mir hochsteigen. Dabei geht es dann nicht mal so sehr um den Moment, sondern um die Situation insgesamt. Das klingt schon schwer nach Akzeptanzproblem, denke ich mir gerade...

​Ach und mein Umfeld ist schon ganz ok. Ich glaube, es gibt die offiziellen Reaktionen und die versteckten. Letztere bekomme ich ja nur am Rande mit. Bei meinem Vater spüre ich schon, daß er sehr drunter leidet, was mir wiederum leid tut. Mein Bruder ist wie immer gemein und zieht mich auf, wie große Brüder nunmal sind zur kleinen Schwester Nein alles gut, ich mag das ja. Meine zwei besten Freundinnen sind echt lieb und für mich da, und fragen mich auch, wenn sie mal unsicher sind. Das ist schon süß. Und meine Neffen sind der Knaller, 5+7, die beneiden mich um den Rollstuhl und wollen jetzt auch einen  

​Was ich sehr schwierig finde ist, jemanden zu treffen, der das noch nicht wusste. Das ist für beide blöd. Mir ist das peinlich weil ich merke, daß da jemand ganz offensichtlich verblüfft, schockiert, was auch immer ist. Und der/demjenigen ist es peinlich nicht zu wissen, wie man reagieren soll. Wenn man in sekundenschnelle reagieren muss, dann kann die Empathie schon mal versagen. Fragt man "wie geht´s dir", wenn man die Antwort vielleicht garnicht hören will? Sagt man "Gut, Danke Dir" obwohl man weiß, daß die Augen gleich sagen "wie kann es der gut gehen, so ohne Beine und im Rollstuhl". Wenn ich es schaffe, gehe ich dem auch aus dem Weg.

​Das mit dem Geburtstag finde ich eine prima Idee! Sowas ähnliches hat mein Psychodoc auch schon gesagt. Ich soll mir Ziele setzen, durchaus auch kleine, und mich dafür dann belohnen. Nur belohne ich mich am liebsten im Moment mit Chips, Gummibärchen und Schokolade, ömm

​Du kannst dich echt gut in andere reinversetzen, mein Kompliment





 

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31. Januar 2018 um 1:46
In Antwort auf 3sakina

bin kein arzt, aber für gewöhnlich müsste sich das mit den prothesen mit der zeit einspielen, bei regelmäßigem gebrauch, am besten täglich. der stumpf an beiden beiden beinen braucht ja auch jeweils sehr lange um vollkommen abzuschwellen. das dauert alles, bis sich dein körper darauf richtig eingespielt hat und anfangs ist das üben dann auch mit schmerzen nach kurzer zeit verbunden, soweit ich weiß.

ich hab einen ähnlichen fall in der familie. das ist jetzt also nur das, was ich da so mitbekommen hab. üben üben üben scheint das zauberwort zu sein, aber ich kann mich in deine situation natürlich schlecht hinein fühlen.

geben dir dir ärzte keine guten und nützlichen tipps, was den umgang mit den prothesen angeht? keine reha?

ich weiß nicht, ob dir mein posting was bringt, aber ich wünsche dir ganz viel glück für die zukunft. niemals den kopf hängen lassen.

ich hoffe du hast menschen um dich, die dir beistehen.
was den psychodoc angeht.... lieber wechseln, wenn du dich nicht richtig aufgehoben fühlst.

 

Hey Danke dir für Deine liebe Antwort! Das mit dem Abschwellen ist schon richtig, und dauert bei Frauen auch länger als wohl bei Männern. Meine Prothesen sind auch gerade noch mal angepasst worden. Das Problem bei mir ist, daß die Stümpfe beide relativ kurz sind, mir fehlt also der Hebel und die Führung für die Prothesen. Und weil der Schaft so hoch sitzt bei mir, sitze ich auch immer drauf, was auf Dauer im Rolli auch wieder nicht angenehm ist  

​Ich kann laufen, aber nur unsicher und langsam. Auch nicht lange, an einen Stadtbummel zB. ist nicht zu denken, ich muss mich alle 15-30 Minuten hinsetzen. Hat man mir in der Reha aber schon gesagt, daß das mehr wahrscheinlich nicht werden wird.

​Ein anderes Problem bei mir ist, daß ich meine Beine noch spüre. Das soll zwar weniger werden mit der Zeit, im Moment ist es aber noch so. Beim linken gehts, aber das rechte fühlt sich permanent wie angewinkelt an, fast als würde ich knien. Und das passt dann nicht zu dem, was ich sehe, wenn ich auf die Prothesen schaue. Das kann einen ziemlich durcheinanderbrigen beim Laufen

​Trotzdem versuche ich, die Prothesen so oft wie möglich zu tragen, auch im Rolli. So kann ich wenigstens zur Not auch mal aufstehen und wenigstens ein paar Schritte laufen im Fall der Fälle. Außerdem sehe ich auch normaler aus damit

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31. Januar 2018 um 7:14
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

Hallo Kathrin,

beide Beine plötzlich weg ist nicht gerade gigantisch; damit möchte man erstmal fertig werden, und zwar körperlich, wie seelisch - keine Frage. Nun hattest du bereits Hilfe in Krankenhaus und Reha und offenbar hast du psychologische Hilfe. Das sist soweit ganz gut. In den Kliniken hat man dir gezeigt, wie du körperlich mit der Sache fertig werden kannst - zumindest ist das ein Anfang, aber: du musst auch aus eigenem Antrieb versuchen, "immer besser zu laufen", auch und besonders, wenn die Reha-Leute so langsam mal dein Händchen loslassen, damit du auch mal ausloten kannst, wie gut du das aus eigenem Antrieb hinbekommen und verbessern kannst. Sas ist aber das, was offenbar nicht zu klappen scheint: du scheinst dich hängen zu lassen und viel lieber wieder getragen werden zu wollen - zumindest unterbewusst. Dafür spricht deine Klage über das Dauersingletum als Dicke, aber gleichzeitig die Aussage: "ich esse halt gerne". Das passt nicht zusammen; Niemand wird das für dich erledigen oder lösen, wenn nicht du selber. Klar, dass du unzufrieden und mürrisch bist: du siehst nur, was Alle nicht stimmt - scheinst aber nicht bereit zu sein, selber Wege zu finden, um Etwas zu ändern oder überhaupt mal damit anzufangen. Kostet Mühe. Der Unfall mag dir die Beine genommen haben (komplett, ab Hüfte oder kannst du noch mit Beinprothesen laufen?), aber hat er dir auch die Kathrin weggenommen?
Ich weiss, ich habe gut Reden.
Was ich allen Leuten erzähle, die gleichzeitig mit "Ich bin so moppelig" und "Ich esse so gern" um die Ecke kommen: von Alleine reguliert sich nix. Wenn du dich dazu auch nur noch kaum bewegst, ist das dicker werden kein Wunder. Sage ich bestimmt nicht als Erste zu dir. Andere würden jetzt mit Schlagwörtern wie "Diät" und "Disziplin" ankommen, aber davon halte ich nix. das ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Diät gibt es nicht!
Es gibt:
Erstmal herausfinden: "Wie viel Energiezufuhr braucht mein Körper überhaupt?"
"Wie viel ist das in Futter?"
Dazu gehört - und jetzt erst kommt die Disziplin ins Spiel - sehr genaue Beobachtung: "Wie viel bewege ich mich - und was futtere ich?"
Erst, wenn du hier Bilanz ziehen kannst, sind Maßnahmen gegen Übergewicht drin; alle "Diäten" sind nix Anderes, als vorüber gehende Mangelernährung - und danach versucht der Körper, das wieder auszugleichen und da man dann nicht mehr dran denkt, einen ordentlichen Plan zu haben - Energieverbrauch und Energiezufuhr (wie ich vorhin sagte) - platzt man bald danach aus allen Nähten. Also: bewege deinen Popo und stelle fest, wie viel du brauchst, damit dein Gewicht stehen bleibt - und dann futtere konsequent ein Bisschen weniger, als das. Dann nimmst du ab und wenn du dann dein gedachtes Gewicht erreichst, bilanzierst du erneut: wie viel brauche ich, damit das erreichte Gewicht erhalten bleibt? Und das ist dann das, was du dir auf Dauer anerziehen solltest: die richtigen Mengen zu futtern. Das Beste daran aber: du brauchst dir die Sahnetorte und Schokolade nicht zu verkneifen, nur ist Beides a) etwas seltener auf dem Plan und b) weniger davon.

So: das war jetzt nur mal die Abteilung "Figur." Deine Antriebslosigkeit und Nachlässigkeit in Sachen "Aasch hoch" verhindern aber auch jede andere von dir gewünschte, positive Entwicklung und nun kommt es hart, weil weich nicht geht: Niemand kann deinen Hintern für dich heben - und selbst, wenn es ginge: davon würdest du auch nicht stark werden und stattdessen nur noch weicher und kraftloser. Schimpfe jetzt auf mich, dann beruhige dich und denke mal drüber nach; du wirst merken: Johanna hat Recht. Also: erhebe dich, komm' auf die Kette, fang' an zu machen und höre auf, dich auf Andere zu verlassen oder verlassen zu wollen. Ich bin nicht religiös und so'n Quatsch, aber der olle Spruch "Helfe dir selbst, dann hilft dir Gott" ist zumindest sinngemäss nicht verkehrt: es klappt erst, wenn du selber etwas tust. Jetzt aber zu fragen "Was soll ich denn tun?" ist jedoch nicht zielführend, denn damit hängst du dich schon wieder in anderer Leute Hände, damit sie dich tragen. Wenn du dir diese Frage aber selber stellst und dir Wege der Lösung und Antwort nicht nur überlegst, sondern auch mal ausprobierst, wirst du Veränderungen bewirken können. Und nur dann. Hat dir dein Psychologe nicht schon lange etwas ganz Ähnliches gesagt? Möchte ich fast wetten!
Des Menschen Kraft soll von innen kommen. Von aussen kommt sie nicht, da wartet man vergebens.

Mag sein, dass ich völlig auf dem falschen Dampfer bin (was ich nicht glaube), aber ich meine, über ein bisschen Menschenkenntnis zu verfügen und habe mir Gedanken über dich gemacht - die Ergebnisse hast du gelesen. Mehr, als dir viel Glück zu wünschen bleibt mir nicht zu tun. Habe meine freundlichen Grüsse


Johanna

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31. Januar 2018 um 7:28
In Antwort auf punkmische3d

Hallo Kathrin,

beide Beine plötzlich weg ist nicht gerade gigantisch; damit möchte man erstmal fertig werden, und zwar körperlich, wie seelisch - keine Frage. Nun hattest du bereits Hilfe in Krankenhaus und Reha und offenbar hast du psychologische Hilfe. Das sist soweit ganz gut. In den Kliniken hat man dir gezeigt, wie du körperlich mit der Sache fertig werden kannst - zumindest ist das ein Anfang, aber: du musst auch aus eigenem Antrieb versuchen, "immer besser zu laufen", auch und besonders, wenn die Reha-Leute so langsam mal dein Händchen loslassen, damit du auch mal ausloten kannst, wie gut du das aus eigenem Antrieb hinbekommen und verbessern kannst. Sas ist aber das, was offenbar nicht zu klappen scheint: du scheinst dich hängen zu lassen und viel lieber wieder getragen werden zu wollen - zumindest unterbewusst. Dafür spricht deine Klage über das Dauersingletum als Dicke, aber gleichzeitig die Aussage: "ich esse halt gerne". Das passt nicht zusammen; Niemand wird das für dich erledigen oder lösen, wenn nicht du selber. Klar, dass du unzufrieden und mürrisch bist: du siehst nur, was Alle nicht stimmt - scheinst aber nicht bereit zu sein, selber Wege zu finden, um Etwas zu ändern oder überhaupt mal damit anzufangen. Kostet Mühe. Der Unfall mag dir die Beine genommen haben (komplett, ab Hüfte oder kannst du noch mit Beinprothesen laufen?), aber hat er dir auch die Kathrin weggenommen?
Ich weiss, ich habe gut Reden.
Was ich allen Leuten erzähle, die gleichzeitig mit "Ich bin so moppelig" und "Ich esse so gern" um die Ecke kommen: von Alleine reguliert sich nix. Wenn du dich dazu auch nur noch kaum bewegst, ist das dicker werden kein Wunder. Sage ich bestimmt nicht als Erste zu dir. Andere würden jetzt mit Schlagwörtern wie "Diät" und "Disziplin" ankommen, aber davon halte ich nix. das ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Diät gibt es nicht!
Es gibt:
Erstmal herausfinden: "Wie viel Energiezufuhr braucht mein Körper überhaupt?"
"Wie viel ist das in Futter?"
Dazu gehört - und jetzt erst kommt die Disziplin ins Spiel - sehr genaue Beobachtung: "Wie viel bewege ich mich - und was futtere ich?"
Erst, wenn du hier Bilanz ziehen kannst, sind Maßnahmen gegen Übergewicht drin; alle "Diäten" sind nix Anderes, als vorüber gehende Mangelernährung - und danach versucht der Körper, das wieder auszugleichen und da man dann nicht mehr dran denkt, einen ordentlichen Plan zu haben - Energieverbrauch und Energiezufuhr (wie ich vorhin sagte) - platzt man bald danach aus allen Nähten. Also: bewege deinen Popo und stelle fest, wie viel du brauchst, damit dein Gewicht stehen bleibt - und dann futtere konsequent ein Bisschen weniger, als das. Dann nimmst du ab und wenn du dann dein gedachtes Gewicht erreichst, bilanzierst du erneut: wie viel brauche ich, damit das erreichte Gewicht erhalten bleibt? Und das ist dann das, was du dir auf Dauer anerziehen solltest: die richtigen Mengen zu futtern. Das Beste daran aber: du brauchst dir die Sahnetorte und Schokolade nicht zu verkneifen, nur ist Beides a) etwas seltener auf dem Plan und b) weniger davon.

So: das war jetzt nur mal die Abteilung "Figur." Deine Antriebslosigkeit und Nachlässigkeit in Sachen "Aasch hoch" verhindern aber auch jede andere von dir gewünschte, positive Entwicklung und nun kommt es hart, weil weich nicht geht: Niemand kann deinen Hintern für dich heben - und selbst, wenn es ginge: davon würdest du auch nicht stark werden und stattdessen nur noch weicher und kraftloser. Schimpfe jetzt auf mich, dann beruhige dich und denke mal drüber nach; du wirst merken: Johanna hat Recht. Also: erhebe dich, komm' auf die Kette, fang' an zu machen und höre auf, dich auf Andere zu verlassen oder verlassen zu wollen. Ich bin nicht religiös und so'n Quatsch, aber der olle Spruch "Helfe dir selbst, dann hilft dir Gott" ist zumindest sinngemäss nicht verkehrt: es klappt erst, wenn du selber etwas tust. Jetzt aber zu fragen "Was soll ich denn tun?" ist jedoch nicht zielführend, denn damit hängst du dich schon wieder in anderer Leute Hände, damit sie dich tragen. Wenn du dir diese Frage aber selber stellst und dir Wege der Lösung und Antwort nicht nur überlegst, sondern auch mal ausprobierst, wirst du Veränderungen bewirken können. Und nur dann. Hat dir dein Psychologe nicht schon lange etwas ganz Ähnliches gesagt? Möchte ich fast wetten!
Des Menschen Kraft soll von innen kommen. Von aussen kommt sie nicht, da wartet man vergebens.

Mag sein, dass ich völlig auf dem falschen Dampfer bin (was ich nicht glaube), aber ich meine, über ein bisschen Menschenkenntnis zu verfügen und habe mir Gedanken über dich gemacht - die Ergebnisse hast du gelesen. Mehr, als dir viel Glück zu wünschen bleibt mir nicht zu tun. Habe meine freundlichen Grüsse


Johanna

Übrigens habe ich bewusst nur auf deinen eingänglichen Beitrag geantwortet und dazu sämtliche Anderen nicht gelesen - das habe ich erst nach meiner Antwort getan und ich kann sagen, dass da Gute darunter sind. Wie deine körperliche Beeinträchtigung aktuell aussieht hast du ja in einem deiner letzten Beiträge beschrieben - insofern ist meine diesbezügliche Frage unwichtig. Im bisherigen Threadverlauf habe ich weitere Diskussionspunkte bemerkt, aber ich sehe die in guten Händen - um die brauche ich mich nicht zu kümmern. Reicht ja, wenn ich einmal eine Meinung äussere, denn schon das dürfte Bewegung in die Sache bringen: mein Ziel. Auch weiterhin: immer munter!

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31. Januar 2018 um 8:40
In Antwort auf rosenkathi

Das hast du aber lieb geschrieben  

Was ich  mir alles vorgenommen hatte? Irgendwie alles, was in den gefühlt 6 Millionen Tagen im Khs nicht machen konnte, Kino, Eis essen, im Cafe sitzen und quatschen, bummeln gehen, meine Neffen besuchen, den Balkon beackern - all sowas.

Nur ist man im Khs und in der Reha ja wie unter einer Käseglocke, und der Alltag ist dann doch beschwerlicher, als ich dachte. Früher wusste ich, vom Bad bis fertiggemacht in die Stadt brauche ich etwa eine halbe Stunde. Jetzt sind es fast 2, weil alles einfach länger dauert. Erstmal dauert jeder Schritt etqas länger, bis ich geduscht und angezogen bin, auf Fahrdienst oder Taxi warten, zum Treffpunkt rollen - das läppert sich alles. Wenn es regnet, kann ich keinen Schirm aufspannen, manche Steigungen sieht man nicht, gehen aber ganz gemein in die Arme, bei Kopfsteinpflaster fällt mir fast das Gebiss raus, und wenn ich endlich ankomme, bin ich pitschnass geschwitzt. Dann die ganze Arie wieder zurück, und zu Hause bin ich dann richtig groggy.

Klar gewöhne ich mich an das alles inzwischen, und routinierter bin ich auch jetzt. Aber ich frage mich auch ofter, ob der ganze Aufwand wirklich lohnt, nur für ne halbe Stunde Klönen. Schließlich gibts ja auch Telefon Aber jetzt, wie ich hier so schreibe, merke ich auch, daß ich mir das vielleicht zu einfach mache. Ich bin jetzt nunmal behindert, und wenn ich ich menschlichen Umgang möchte was ja der Fall ist, dann muss ich da eben durch. Heute habe ich mir einen Postit "Das ist kein Grund" an den Kühlschrank gepappt, mal sehen, oder der hilft .

​Ach und das mit dem Dampf aus den Ohren ist ein witzges Bild, und das stimmt auch. Ein und dieselbe Sache kann man nonchallent umschiffen, oder sie zieht einen runter. Das ist echt von den Umständen oder der Tagesform abhängig, kann also an der Sache selber dann ja nicht liegen, oder? Wenn ich mich mit dem Rolli mal wieder irgendwie blond anstelle, und mir passiert das in netter Begleitung, dann kann ich darüber einen Witz machen. Passiert mir das selbe am nächsten Tag alleine, oder in sowieso schlechter Stimmung, dann kann richtige Panik in mir hochsteigen. Dabei geht es dann nicht mal so sehr um den Moment, sondern um die Situation insgesamt. Das klingt schon schwer nach Akzeptanzproblem, denke ich mir gerade...

​Ach und mein Umfeld ist schon ganz ok. Ich glaube, es gibt die offiziellen Reaktionen und die versteckten. Letztere bekomme ich ja nur am Rande mit. Bei meinem Vater spüre ich schon, daß er sehr drunter leidet, was mir wiederum leid tut. Mein Bruder ist wie immer gemein und zieht mich auf, wie große Brüder nunmal sind zur kleinen Schwester Nein alles gut, ich mag das ja. Meine zwei besten Freundinnen sind echt lieb und für mich da, und fragen mich auch, wenn sie mal unsicher sind. Das ist schon süß. Und meine Neffen sind der Knaller, 5+7, die beneiden mich um den Rollstuhl und wollen jetzt auch einen  

​Was ich sehr schwierig finde ist, jemanden zu treffen, der das noch nicht wusste. Das ist für beide blöd. Mir ist das peinlich weil ich merke, daß da jemand ganz offensichtlich verblüfft, schockiert, was auch immer ist. Und der/demjenigen ist es peinlich nicht zu wissen, wie man reagieren soll. Wenn man in sekundenschnelle reagieren muss, dann kann die Empathie schon mal versagen. Fragt man "wie geht´s dir", wenn man die Antwort vielleicht garnicht hören will? Sagt man "Gut, Danke Dir" obwohl man weiß, daß die Augen gleich sagen "wie kann es der gut gehen, so ohne Beine und im Rollstuhl". Wenn ich es schaffe, gehe ich dem auch aus dem Weg.

​Das mit dem Geburtstag finde ich eine prima Idee! Sowas ähnliches hat mein Psychodoc auch schon gesagt. Ich soll mir Ziele setzen, durchaus auch kleine, und mich dafür dann belohnen. Nur belohne ich mich am liebsten im Moment mit Chips, Gummibärchen und Schokolade, ömm

​Du kannst dich echt gut in andere reinversetzen, mein Kompliment





 

nun, ich habe eine Schwerbehinderung mit einem GdB von 30 - kleineres Problem und ganz anderes Thema als bei Dir, aber bedeutet unterm Strich nichts anderes, als dass ich es im ganz normalen banalen Alltag um 30% schwerer habe, als gesunde Menschen. Es gibt so einige Dinge, die sind für mich nicht drin, manches muss ich anders angehen und es gibt da den einen oder anderen Punkt... Das was Du da beschrieben hast mit den Steigungen im Rolli, die man nicht sieht, taugt glaube ich super als allgemeines Bild. Solche versteckten Steigungen haben wir im Alltag immer wieder. Sieht man nicht. Ein gesunder Mensch bemerkt sie auch gar nicht, für den ist das einfach super bequemer asphaltierter Weg, alles Wölkchen, kein Problem in Sicht - aber für uns gehen sie ganz fies auf die Kraftreserven, weil wir uns echt hochkämpfen müssen, statt wie alle anderen da entlang zu flanieren.
Unser Sohn ist mit 4 Jahren an einer Hirnhautentzündung erkrankt - das gesammte Innenohr hin, keine Gleichgewichtsorgane mehr, vollständig und unheilbar taub. Von gesundem Kind zu tauben Kind im Rollstuhl binnen 3 Tagen - und diese 3 Tage im Fieberkoma, wo keiner wirklich wusste, ob er daraus wieder aufwacht. Danach weiter Khs, zig OPs, wo ihm u.a. Implantate eingesetzt wurden, die es ihm inzwischen erlauben mit Geräten zu hören. Wenn er nicht gerade schlafen geht. Oder baden. Oder... Weitere OPs, Reha, ... Jahre, wo er manchmal verzweifelt dagegen anbrüllte (er war halt 4...) oder glaubte, wieder ohne Geräte hören zu können. Keine Ahnung, vielleicht war es ebensosehr Vorteil wie Nachteil, dass es ihn als so kleines Kind erwischt hat, er musste nicht vernünftig und klug sein, ein konnte den Trotz und die Wut in aller Ruhe austoben. Inzwischen hat er es soweit akzeptiert und kommt damit klar, die fehlenden Gleichgewichtsorgane kompensiert er, beim gehen merkt man es ihm nicht mehr an - nur Fahrrad und Motorrad fahren wird er nie. Und ohne Geräte hört er nichts. Auch keinen startenden Düsenjet. Gar nichts.
Lange Rede kurzer Sinn: ich bin gar keine so große Leuchte, wenn es darum geht, mich in andere hineinzuversetzen, ich weiß "nur" einfach, wovon Du redest.

Aber zurück zu Dir: ich denke, Dein Belohnungssystem musst Du als erstes in Angriff nehmen. Also nein, Du MUSST natürlich einen Sch*** - aber das würde ich Dir unbedingt raten.
Mag sein, dass Dein Belohnungszentrum nach Gummibärchen blökt, aber sind wir mal ehrlich: die blöde B*tch schummelt doch! Die erzählt Dir einen von Pferd, oder? Ist es wirklich so, dass die Gummibärchen Deine Seele schnurren lassen? Ich habe so meine ernsten Zweifel nach Deiner Beschreibung. Die gibt es nur, weil es was "verbotenes" ist (in dem Sinne, dass ein Großteil der "Belohnung" auch gleich vom schlechten Gewissen einkassiert wird) und halt schnell zur Hand. Und sonst? Sonst nicht viel, fürchte ich. Der "Snacktrieb" wird erst mal bleiben, aber dem kann man prima mit Gemüse-Sticks begegnen. Gurkenscheibchen, Karotten, Kohlrabi ... irgend so was. Kurz vor null Kallorien und prima zum nebenher mampfen, wenn die kleine B*tch mal wieder Laut gibt.
Also womit belohnt man sich besser... Was wichtig ist (finde ich) ist bewußte Zeit. Ja, GERADE in Deiner Situation. Denk mal zurück an früher, als Du arbeiten gegangen bist. Da gab es dieses Gefühl "FEIERABEND!!!" wenn Du von Arbeit nach Hause kamst. Ein wundervoller emotionaler Flash irgendwie. Jetzt hast Du quasi den ganzen Tag Feierabend - nur dieser tolle Flash, der ist rückstandslos weg - ein Teil des Problems, dass Du Deine Zeit gar nicht wirklich geniessen kannst, weil Du zwar Zeit hättest - aber das Gefühl fehlt, dass es DEINE Zeit zum genießen ist. Richtig so weit? Nun, unsere Wahrnehmung lässt sich auch immer gut verar***. Und sich selbst zu verar*** kann ziemlich nützlich sein, wenn man es geschickt angeht und das Maß bewahrt dabei.
Also plane Deine Zeit. Hilft sehr in Sachen Motivation. Ist dann alles nicht mehr so abstrakt und verschwommen - und Du hilfst auch Deiner Belohnung damit. Mach Dir feste Termine - ein Wundermittel gegen den "inneren Schweinehund". Also wenn es geht, dann triff Dich immer dienstags 14 Uhr zum Schnacken im Caffee. So was hilft gegen den "Och nö, heute mal nicht, es ist gerade zu warm / zu kalt / zu sonnig / zu regnerisch / zu grün / zu blau / ..." mehr als man logisch annehmen würde Und donnerstags 10 Uhr (alle Zeitangaben natürlich Beispiele) gehts Schwimmen. Freitags 17 Uhr läuft die Lieblingsserie im TV. Montags 10-12 ist das Zeitfenster in dem bevorzugt aller offizieller Kram erledigt wird - Papiekrams für Krankenkassen, Versicherungen, Anträge und was nicht alles. Ist grad nichts da, mal in der Zeit google fragen, wo man als Scherbehinderter überall Vergünstigungen bekommt und welche - da läppert sich einiges zusammen und Du bekommst das ja nun alles andere als "geschenkt" - also kannst und solltest Du das mitnehmen. Sowas in der Art. Und dann hast Du auch mehr "Feierabend" und mehr Gefühl, dass Du auch etwas geschafft hast. Da ist unsere Psyche zuweilen echt lustig. Geschafft hast Du das auf anderem Wege auch - aber auf diesem Wege stellt sich das Grinsen dazu besser ein - und genau das ist für Dich wichtig.
Belohnung sonst sollte vor allem etwas sein, was Dich ausgleicht. Und auch da spielt wieder hinein, wie bewußt Du es angehst. Es macht für Deine Psyche, Deine Emotionen tatsächlich einen riesen Unterschied, ob Du Dich jetzt 1h auf den Balkon in die Sonne setzt, weil Du grad für alles andere zu faul bist und Dich nicht aufraffen kannst, etwas anderes zu tun oder ob Du Dich jetzt 1h auf dem Balkon setzt und die Sonne genießt, weil Du Dir jetzt eine ganz bewusste Auszeit und Regenerationsphase gönnst. Bildlich gesprochen: im ersteren Fall flüstert Dir die ganze Zeit Dein inneres Teufelchen was ins Ohr - im letzteren Dein inneres Engelchen, weißt Du, was ich meine?

So, ein letzter Punkt noch:
Hast Du Verwandte / Bekannte, die kleine Kinder haben? Also bis max 1 Jahr alt?
Rede mal mit denen. Die kennen das mit dem "aus 30min mach 2h, wenn Du irgend wo hin willst" nämlich auch. Man glaubt nicht, wie lange es dauert, so ein kleines "Püppchen" ausgehfertig einzutüten, die ganze Ausrüstung klar zu machen und alles auf die Reise zu schicken
Und dann passt der Kinderwagen in so viele Geschäfte nicht rein, ständig sind da die Gänge zugestellt oder gleich zu eng, irgendwelche anderen Kunden haben nichts blöderes zu tun, als ihren Einkaufswagen und / oder sich selbst für sinnloses Tratschen perfekt mitten im Weg zu platzieren. Und die ganze verdammte Welt hat irgendwie 1000x so viele Treppen als vor einem halben Jahr noch. Ständig muss man irgendwen um Hilfe bitten. Dann schön die Zeiten im Auge behalten. Zur falschen Zeit am falschen Ort = aus Leibeskräften brüllendes Kind mitten in der vollen UBahn umringt von genervten Menschen, die nur neidisch sind, dass sie selbst nicht schreien dürfen und artig sein müssen. Und das alles, um mal schnell in die Stadt zu fahren? Hm, vielleicht isses ja soooooo wichtig auch nicht...
Nein, das ist nicht wirklich vergleichbar. Aber es hilft Dir vielleicht, nicht mehr ganz so sehr damit zu hadern.
 

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31. Januar 2018 um 9:08
In Antwort auf punkmische3d

Hallo Kathrin,

beide Beine plötzlich weg ist nicht gerade gigantisch; damit möchte man erstmal fertig werden, und zwar körperlich, wie seelisch - keine Frage. Nun hattest du bereits Hilfe in Krankenhaus und Reha und offenbar hast du psychologische Hilfe. Das sist soweit ganz gut. In den Kliniken hat man dir gezeigt, wie du körperlich mit der Sache fertig werden kannst - zumindest ist das ein Anfang, aber: du musst auch aus eigenem Antrieb versuchen, "immer besser zu laufen", auch und besonders, wenn die Reha-Leute so langsam mal dein Händchen loslassen, damit du auch mal ausloten kannst, wie gut du das aus eigenem Antrieb hinbekommen und verbessern kannst. Sas ist aber das, was offenbar nicht zu klappen scheint: du scheinst dich hängen zu lassen und viel lieber wieder getragen werden zu wollen - zumindest unterbewusst. Dafür spricht deine Klage über das Dauersingletum als Dicke, aber gleichzeitig die Aussage: "ich esse halt gerne". Das passt nicht zusammen; Niemand wird das für dich erledigen oder lösen, wenn nicht du selber. Klar, dass du unzufrieden und mürrisch bist: du siehst nur, was Alle nicht stimmt - scheinst aber nicht bereit zu sein, selber Wege zu finden, um Etwas zu ändern oder überhaupt mal damit anzufangen. Kostet Mühe. Der Unfall mag dir die Beine genommen haben (komplett, ab Hüfte oder kannst du noch mit Beinprothesen laufen?), aber hat er dir auch die Kathrin weggenommen?
Ich weiss, ich habe gut Reden.
Was ich allen Leuten erzähle, die gleichzeitig mit "Ich bin so moppelig" und "Ich esse so gern" um die Ecke kommen: von Alleine reguliert sich nix. Wenn du dich dazu auch nur noch kaum bewegst, ist das dicker werden kein Wunder. Sage ich bestimmt nicht als Erste zu dir. Andere würden jetzt mit Schlagwörtern wie "Diät" und "Disziplin" ankommen, aber davon halte ich nix. das ist nämlich nur die halbe Wahrheit. Diät gibt es nicht!
Es gibt:
Erstmal herausfinden: "Wie viel Energiezufuhr braucht mein Körper überhaupt?"
"Wie viel ist das in Futter?"
Dazu gehört - und jetzt erst kommt die Disziplin ins Spiel - sehr genaue Beobachtung: "Wie viel bewege ich mich - und was futtere ich?"
Erst, wenn du hier Bilanz ziehen kannst, sind Maßnahmen gegen Übergewicht drin; alle "Diäten" sind nix Anderes, als vorüber gehende Mangelernährung - und danach versucht der Körper, das wieder auszugleichen und da man dann nicht mehr dran denkt, einen ordentlichen Plan zu haben - Energieverbrauch und Energiezufuhr (wie ich vorhin sagte) - platzt man bald danach aus allen Nähten. Also: bewege deinen Popo und stelle fest, wie viel du brauchst, damit dein Gewicht stehen bleibt - und dann futtere konsequent ein Bisschen weniger, als das. Dann nimmst du ab und wenn du dann dein gedachtes Gewicht erreichst, bilanzierst du erneut: wie viel brauche ich, damit das erreichte Gewicht erhalten bleibt? Und das ist dann das, was du dir auf Dauer anerziehen solltest: die richtigen Mengen zu futtern. Das Beste daran aber: du brauchst dir die Sahnetorte und Schokolade nicht zu verkneifen, nur ist Beides a) etwas seltener auf dem Plan und b) weniger davon.

So: das war jetzt nur mal die Abteilung "Figur." Deine Antriebslosigkeit und Nachlässigkeit in Sachen "Aasch hoch" verhindern aber auch jede andere von dir gewünschte, positive Entwicklung und nun kommt es hart, weil weich nicht geht: Niemand kann deinen Hintern für dich heben - und selbst, wenn es ginge: davon würdest du auch nicht stark werden und stattdessen nur noch weicher und kraftloser. Schimpfe jetzt auf mich, dann beruhige dich und denke mal drüber nach; du wirst merken: Johanna hat Recht. Also: erhebe dich, komm' auf die Kette, fang' an zu machen und höre auf, dich auf Andere zu verlassen oder verlassen zu wollen. Ich bin nicht religiös und so'n Quatsch, aber der olle Spruch "Helfe dir selbst, dann hilft dir Gott" ist zumindest sinngemäss nicht verkehrt: es klappt erst, wenn du selber etwas tust. Jetzt aber zu fragen "Was soll ich denn tun?" ist jedoch nicht zielführend, denn damit hängst du dich schon wieder in anderer Leute Hände, damit sie dich tragen. Wenn du dir diese Frage aber selber stellst und dir Wege der Lösung und Antwort nicht nur überlegst, sondern auch mal ausprobierst, wirst du Veränderungen bewirken können. Und nur dann. Hat dir dein Psychologe nicht schon lange etwas ganz Ähnliches gesagt? Möchte ich fast wetten!
Des Menschen Kraft soll von innen kommen. Von aussen kommt sie nicht, da wartet man vergebens.

Mag sein, dass ich völlig auf dem falschen Dampfer bin (was ich nicht glaube), aber ich meine, über ein bisschen Menschenkenntnis zu verfügen und habe mir Gedanken über dich gemacht - die Ergebnisse hast du gelesen. Mehr, als dir viel Glück zu wünschen bleibt mir nicht zu tun. Habe meine freundlichen Grüsse


Johanna

Hi Johanna,

​oh je, der saß Im Grunde ist das schon klar, nichts kommt von alleine. Wahrscheinlich geht es in der Konsequenz um die Frage, steuern dich deine Gefühle oder umgekehrt. Vom Verstand her ist mir der Zusammenhang schon klar. Ich muss echt gucken, daß ich stärker werde als mein innerer Schweinehund.

​Und deshalb bin ich ja hier. Der Gedanke war, vielleicht gibt es ja Tricks oder Techniken, sich selber in den Griff zu bekommen. Und da hab ich ein paar echt gute Anregungen von Eich bekommen. Und was auch wichtig ist: Ihr gebt mir eure Sichtweisen, u d das neutral, weil wir uns ja nicht kennen. Hier lese ich ganz andere Reaktionen, als von Freundinnen oder Verwandten. Und mein Psychodok ist auch eher passiv und erklärt mir Zusammenhänge, deut mich aber nicht.

​Als ich hier wieder nach Hause kam, da war ich auch noch voller Elan. Ich war einfach froh, endlich wieder Herr über mich und meine Zeit zu sein und ein Privatleben zu haben, was mir die ganzen Monate sehr gefehlt hat. Nur sind gute Vorsätze halt schnell gefasst, aber schwer auch durchzuhalten. Bei jedem Alltagserlebnis, das mit meinem Handicap zu tun hat, ist meine anfängliche Energie nach und nach Baden gegangen.

Es ist ja nicht nur (ungewohnt) anstrengend. Dir wird ja auch gezeigt, daß du ein anderes Wesen bist, bzw. man dich dafür hält. Du bist nicht mehr die Kathrin aus letztem Sommer, sondern die arme Kathrin, die keine Beine mehr hat und im Rollstuhl sitzt. Natürlich halte ich mental dagegen. Die Sache ist halt, das ist neu für mich, körperlich UND seelisch gegen alles mögliche gegenhalten zu müssen. Manchmal hab ich hier auf der Couch gelegen, an nichts böses gedacht und ferngesehen, und aus dem Nichts heraus fange ich plötzlich an zu heulen.

​Aber Du hast definitiv Recht, mir kann das keiner abnehmen, der Schlüssel zu allem bin ich selber!


 

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31. Januar 2018 um 9:10
In Antwort auf lexie_12061390

ich bewundere dich, wie du nach möglichkeiten suchst, dein schicksal zu bewältigen.
du bist eine sehr mutige junge frau und ich wünsche dir alles glück auf dieser erde.

Das ist ganz lieb von dir, dankeschön *freu*

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31. Januar 2018 um 9:12
In Antwort auf rosenkathi

Hey Danke dir für Deine liebe Antwort! Das mit dem Abschwellen ist schon richtig, und dauert bei Frauen auch länger als wohl bei Männern. Meine Prothesen sind auch gerade noch mal angepasst worden. Das Problem bei mir ist, daß die Stümpfe beide relativ kurz sind, mir fehlt also der Hebel und die Führung für die Prothesen. Und weil der Schaft so hoch sitzt bei mir, sitze ich auch immer drauf, was auf Dauer im Rolli auch wieder nicht angenehm ist  

​Ich kann laufen, aber nur unsicher und langsam. Auch nicht lange, an einen Stadtbummel zB. ist nicht zu denken, ich muss mich alle 15-30 Minuten hinsetzen. Hat man mir in der Reha aber schon gesagt, daß das mehr wahrscheinlich nicht werden wird.

​Ein anderes Problem bei mir ist, daß ich meine Beine noch spüre. Das soll zwar weniger werden mit der Zeit, im Moment ist es aber noch so. Beim linken gehts, aber das rechte fühlt sich permanent wie angewinkelt an, fast als würde ich knien. Und das passt dann nicht zu dem, was ich sehe, wenn ich auf die Prothesen schaue. Das kann einen ziemlich durcheinanderbrigen beim Laufen

​Trotzdem versuche ich, die Prothesen so oft wie möglich zu tragen, auch im Rolli. So kann ich wenigstens zur Not auch mal aufstehen und wenigstens ein paar Schritte laufen im Fall der Fälle. Außerdem sehe ich auch normaler aus damit

Ich finde 15 bis 30 Minuten schon sehr viel. Daran hast du sicher hart gearbeitet. 

Dass du deine Beine noch spürst ist eine echt verflixte Sache....das kann man auch so schlecht behandeln. Gut ist es wenn du wenigstens keine großen Phantomschmerzen hast. 

Wenn du entmutigt bist dann schau zurueck was du schon alles geschafft hast. 

Machst du weiterhin Physiotherapie? 

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31. Januar 2018 um 9:22

Doch, die hab ich auch, meistens aber nur nachts. Und sowas ähnliches wie Wadenkrämpfe

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31. Januar 2018 um 9:32
In Antwort auf avarrassterne1

nun, ich habe eine Schwerbehinderung mit einem GdB von 30 - kleineres Problem und ganz anderes Thema als bei Dir, aber bedeutet unterm Strich nichts anderes, als dass ich es im ganz normalen banalen Alltag um 30% schwerer habe, als gesunde Menschen. Es gibt so einige Dinge, die sind für mich nicht drin, manches muss ich anders angehen und es gibt da den einen oder anderen Punkt... Das was Du da beschrieben hast mit den Steigungen im Rolli, die man nicht sieht, taugt glaube ich super als allgemeines Bild. Solche versteckten Steigungen haben wir im Alltag immer wieder. Sieht man nicht. Ein gesunder Mensch bemerkt sie auch gar nicht, für den ist das einfach super bequemer asphaltierter Weg, alles Wölkchen, kein Problem in Sicht - aber für uns gehen sie ganz fies auf die Kraftreserven, weil wir uns echt hochkämpfen müssen, statt wie alle anderen da entlang zu flanieren.
Unser Sohn ist mit 4 Jahren an einer Hirnhautentzündung erkrankt - das gesammte Innenohr hin, keine Gleichgewichtsorgane mehr, vollständig und unheilbar taub. Von gesundem Kind zu tauben Kind im Rollstuhl binnen 3 Tagen - und diese 3 Tage im Fieberkoma, wo keiner wirklich wusste, ob er daraus wieder aufwacht. Danach weiter Khs, zig OPs, wo ihm u.a. Implantate eingesetzt wurden, die es ihm inzwischen erlauben mit Geräten zu hören. Wenn er nicht gerade schlafen geht. Oder baden. Oder... Weitere OPs, Reha, ... Jahre, wo er manchmal verzweifelt dagegen anbrüllte (er war halt 4...) oder glaubte, wieder ohne Geräte hören zu können. Keine Ahnung, vielleicht war es ebensosehr Vorteil wie Nachteil, dass es ihn als so kleines Kind erwischt hat, er musste nicht vernünftig und klug sein, ein konnte den Trotz und die Wut in aller Ruhe austoben. Inzwischen hat er es soweit akzeptiert und kommt damit klar, die fehlenden Gleichgewichtsorgane kompensiert er, beim gehen merkt man es ihm nicht mehr an - nur Fahrrad und Motorrad fahren wird er nie. Und ohne Geräte hört er nichts. Auch keinen startenden Düsenjet. Gar nichts.
Lange Rede kurzer Sinn: ich bin gar keine so große Leuchte, wenn es darum geht, mich in andere hineinzuversetzen, ich weiß "nur" einfach, wovon Du redest.

Aber zurück zu Dir: ich denke, Dein Belohnungssystem musst Du als erstes in Angriff nehmen. Also nein, Du MUSST natürlich einen Sch*** - aber das würde ich Dir unbedingt raten.
Mag sein, dass Dein Belohnungszentrum nach Gummibärchen blökt, aber sind wir mal ehrlich: die blöde B*tch schummelt doch! Die erzählt Dir einen von Pferd, oder? Ist es wirklich so, dass die Gummibärchen Deine Seele schnurren lassen? Ich habe so meine ernsten Zweifel nach Deiner Beschreibung. Die gibt es nur, weil es was "verbotenes" ist (in dem Sinne, dass ein Großteil der "Belohnung" auch gleich vom schlechten Gewissen einkassiert wird) und halt schnell zur Hand. Und sonst? Sonst nicht viel, fürchte ich. Der "Snacktrieb" wird erst mal bleiben, aber dem kann man prima mit Gemüse-Sticks begegnen. Gurkenscheibchen, Karotten, Kohlrabi ... irgend so was. Kurz vor null Kallorien und prima zum nebenher mampfen, wenn die kleine B*tch mal wieder Laut gibt.
Also womit belohnt man sich besser... Was wichtig ist (finde ich) ist bewußte Zeit. Ja, GERADE in Deiner Situation. Denk mal zurück an früher, als Du arbeiten gegangen bist. Da gab es dieses Gefühl "FEIERABEND!!!" wenn Du von Arbeit nach Hause kamst. Ein wundervoller emotionaler Flash irgendwie. Jetzt hast Du quasi den ganzen Tag Feierabend - nur dieser tolle Flash, der ist rückstandslos weg - ein Teil des Problems, dass Du Deine Zeit gar nicht wirklich geniessen kannst, weil Du zwar Zeit hättest - aber das Gefühl fehlt, dass es DEINE Zeit zum genießen ist. Richtig so weit? Nun, unsere Wahrnehmung lässt sich auch immer gut verar***. Und sich selbst zu verar*** kann ziemlich nützlich sein, wenn man es geschickt angeht und das Maß bewahrt dabei.
Also plane Deine Zeit. Hilft sehr in Sachen Motivation. Ist dann alles nicht mehr so abstrakt und verschwommen - und Du hilfst auch Deiner Belohnung damit. Mach Dir feste Termine - ein Wundermittel gegen den "inneren Schweinehund". Also wenn es geht, dann triff Dich immer dienstags 14 Uhr zum Schnacken im Caffee. So was hilft gegen den "Och nö, heute mal nicht, es ist gerade zu warm / zu kalt / zu sonnig / zu regnerisch / zu grün / zu blau / ..." mehr als man logisch annehmen würde Und donnerstags 10 Uhr (alle Zeitangaben natürlich Beispiele) gehts Schwimmen. Freitags 17 Uhr läuft die Lieblingsserie im TV. Montags 10-12 ist das Zeitfenster in dem bevorzugt aller offizieller Kram erledigt wird - Papiekrams für Krankenkassen, Versicherungen, Anträge und was nicht alles. Ist grad nichts da, mal in der Zeit google fragen, wo man als Scherbehinderter überall Vergünstigungen bekommt und welche - da läppert sich einiges zusammen und Du bekommst das ja nun alles andere als "geschenkt" - also kannst und solltest Du das mitnehmen. Sowas in der Art. Und dann hast Du auch mehr "Feierabend" und mehr Gefühl, dass Du auch etwas geschafft hast. Da ist unsere Psyche zuweilen echt lustig. Geschafft hast Du das auf anderem Wege auch - aber auf diesem Wege stellt sich das Grinsen dazu besser ein - und genau das ist für Dich wichtig.
Belohnung sonst sollte vor allem etwas sein, was Dich ausgleicht. Und auch da spielt wieder hinein, wie bewußt Du es angehst. Es macht für Deine Psyche, Deine Emotionen tatsächlich einen riesen Unterschied, ob Du Dich jetzt 1h auf den Balkon in die Sonne setzt, weil Du grad für alles andere zu faul bist und Dich nicht aufraffen kannst, etwas anderes zu tun oder ob Du Dich jetzt 1h auf dem Balkon setzt und die Sonne genießt, weil Du Dir jetzt eine ganz bewusste Auszeit und Regenerationsphase gönnst. Bildlich gesprochen: im ersteren Fall flüstert Dir die ganze Zeit Dein inneres Teufelchen was ins Ohr - im letzteren Dein inneres Engelchen, weißt Du, was ich meine?

So, ein letzter Punkt noch:
Hast Du Verwandte / Bekannte, die kleine Kinder haben? Also bis max 1 Jahr alt?
Rede mal mit denen. Die kennen das mit dem "aus 30min mach 2h, wenn Du irgend wo hin willst" nämlich auch. Man glaubt nicht, wie lange es dauert, so ein kleines "Püppchen" ausgehfertig einzutüten, die ganze Ausrüstung klar zu machen und alles auf die Reise zu schicken
Und dann passt der Kinderwagen in so viele Geschäfte nicht rein, ständig sind da die Gänge zugestellt oder gleich zu eng, irgendwelche anderen Kunden haben nichts blöderes zu tun, als ihren Einkaufswagen und / oder sich selbst für sinnloses Tratschen perfekt mitten im Weg zu platzieren. Und die ganze verdammte Welt hat irgendwie 1000x so viele Treppen als vor einem halben Jahr noch. Ständig muss man irgendwen um Hilfe bitten. Dann schön die Zeiten im Auge behalten. Zur falschen Zeit am falschen Ort = aus Leibeskräften brüllendes Kind mitten in der vollen UBahn umringt von genervten Menschen, die nur neidisch sind, dass sie selbst nicht schreien dürfen und artig sein müssen. Und das alles, um mal schnell in die Stadt zu fahren? Hm, vielleicht isses ja soooooo wichtig auch nicht...
Nein, das ist nicht wirklich vergleichbar. Aber es hilft Dir vielleicht, nicht mehr ganz so sehr damit zu hadern.
 

Hahaha - das Kind eintüten, das ist aber ein niedlicher Vergleich   Das trifft es aber. So hab ich da snoch nicht gesehen, im Grunde bin ich damit ja gar nicht ärmer dran als jede frischgebackene Mama Muss man echt auch mal aus der Warte sehen!

​Toll, wie Dein Junge und Du das geschafft haben! Es hilft zu wissen, daß man mit seinen kleinen und großen Beeinträchtigungen alles ist, nur nicht alleine auf der Welt!

​Ich hab übrigens GdB 100, was insofern ganz gut ist, daß ich den Fahrdienst hier von Neuss kostenlos nutzen kann. Tja und wer hat das schon - seinen eigenen Chauffeur  

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31. Januar 2018 um 9:48
In Antwort auf rosenkathi

Doch, die hab ich auch, meistens aber nur nachts. Und sowas ähnliches wie Wadenkrämpfe

Das ist nicht schoen. Hat man dir Ratschläge gegeben wie du damit umgehen kannst?

Eine Freundin von mir hat eine starke Spastik. Sie kann eigentlich nur einen Arm und eine Hand ohne große Einschränkungen bewegen.

Fuer sie wurde es besser, als sie nicht mehr voll von ihrer Familie versorgt wurde. Sie ist irgendwann auch in ihre eigene Wohnung gezogen und hat die Hilfen die sie braucht durch einen Pflegedienst abgedeckt. 

Das gab ihr Unabhaengigkeit und sie war einfach gluecklicher damit. 

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31. Januar 2018 um 10:04
In Antwort auf ohfeliah

Das ist nicht schoen. Hat man dir Ratschläge gegeben wie du damit umgehen kannst?

Eine Freundin von mir hat eine starke Spastik. Sie kann eigentlich nur einen Arm und eine Hand ohne große Einschränkungen bewegen.

Fuer sie wurde es besser, als sie nicht mehr voll von ihrer Familie versorgt wurde. Sie ist irgendwann auch in ihre eigene Wohnung gezogen und hat die Hilfen die sie braucht durch einen Pflegedienst abgedeckt. 

Das gab ihr Unabhaengigkeit und sie war einfach gluecklicher damit. 

Ja, ich mache eine Schmerztherapie, und wenn es ganz doll wird, nehme ich Schmerztabletten. Die Wadenkrämpfe sind echt fies, zumal ich dann auch jedesmal hellwach werde. Nur sind die meistens schneller vorbei, als eine Tablette wirken kann.

​Und über den Tag kann es vorkommen, daß sich meine Beine anfühlen, als würden sie ganz unnatürlich abstehen. Oder als würde ich knien und ein Unterschenkel schläft ein. Unterwegs kann einen das wahnsinig machen  

​Die Prothesen anziehen kann manchmal helfen. Diese Gefühle sind ja z.T. Fehlempfindungen vom Gehirn. Wenn man dem Gehirn suggeriert - keine Sorge, die Beine sind noch da, dann hört es manchmal auf mit den Warnmeldungen

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31. Januar 2018 um 10:12

Lach - was sehe ich da auf der Startseite hier?  

http://www.gofeminin.de/modetrends/schuhtrends-2018-fruhling-sommer-s2476604.html

Menno, will auch, schnüff ...

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31. Januar 2018 um 10:20
In Antwort auf rosenkathi

Hahaha - das Kind eintüten, das ist aber ein niedlicher Vergleich   Das trifft es aber. So hab ich da snoch nicht gesehen, im Grunde bin ich damit ja gar nicht ärmer dran als jede frischgebackene Mama Muss man echt auch mal aus der Warte sehen!

​Toll, wie Dein Junge und Du das geschafft haben! Es hilft zu wissen, daß man mit seinen kleinen und großen Beeinträchtigungen alles ist, nur nicht alleine auf der Welt!

​Ich hab übrigens GdB 100, was insofern ganz gut ist, daß ich den Fahrdienst hier von Neuss kostenlos nutzen kann. Tja und wer hat das schon - seinen eigenen Chauffeur  

frag nicht, was ich mich als frisch gebackene Mama gründlichst verschätzt hatte in Sachen Zeitplanung... und all die 1000 Kleinigkeiten wie zu enge Gänge in diversen Läden und Treppen - die Du inzwischen auch super kennst, fallen einem da erst mal auf. Und da ist es nur ein Kinderwagen. Sollte man meinen, das wäre total streßfrei. Nee, isses nicht.

Unser Junior hat auch 100, deswegen weiß ich, dass da deutlich mehr zusammen kommt als der Fahrdienst (den haben wir hier nicht) - und letztlich ist es ja so: die Nachteile einer Schwerbehinderung und die 1000 Alltagsärgernisse hat man eh am Hals, da kann man auch die Vorteile mal mitnehmen. Wenn Du Merkzeichen B (ist das glaub ich? Für Begleitperson?) hast, fährt Deine Begleitperson beispielsweise in allen öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos, nur Du brauchst einen Fahrschein (oder eine Wertmarke - wir haben uns für Fahrschein entschieden, ist steuerlich in unserem Falle besser) - bei der Bahn sind da auch Sitzplatzreservierungen für die Begleitperson inklusive oder deutlich günstiger zumindest, weiß ich gerade nicht mehr genau. Bei so ziemlich allen öffentlichen Einrichtungen (Museen, Schwimmbäder, ...) gibt es da was, mit dem Merkzeichen B üblicher Weise freien Eintritt für die Begleitperson. Also wenn Du Deine Mutter zum Schwimmen rekrutieren möchtest - das hilft zumindest.
Hast Du das Merkzeichen nicht, wäre es eine Überlegung, das noch zu beantragen.
Gerade Du musst auch darauf achten, dass Du Dir Dein Leben nicht schwerer machst als nötig Also auch mal ordentlich nach dem Ausschau halten, was Dir etwas erleichtert.

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31. Januar 2018 um 10:22

mag ja sein, aber passende Techniken empfehlen und erklären wäre m.E. schon deren Job - nur habe ich da einen ziemlichen Mangel erlebt. Den Kram habe ich in der Unibibliothek aus den Fachbüchern gelernt statt dessen. Na Danke, wozu war ich dann beim Psychodoc? Um herauszufinden, dass ich nur selbst wieder herauskomme? Danke, das wusste ich vorher, das WIE wäre hilfreich gewesen.

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31. Januar 2018 um 10:27
In Antwort auf rosenkathi

Ja, ich mache eine Schmerztherapie, und wenn es ganz doll wird, nehme ich Schmerztabletten. Die Wadenkrämpfe sind echt fies, zumal ich dann auch jedesmal hellwach werde. Nur sind die meistens schneller vorbei, als eine Tablette wirken kann.

​Und über den Tag kann es vorkommen, daß sich meine Beine anfühlen, als würden sie ganz unnatürlich abstehen. Oder als würde ich knien und ein Unterschenkel schläft ein. Unterwegs kann einen das wahnsinig machen  

​Die Prothesen anziehen kann manchmal helfen. Diese Gefühle sind ja z.T. Fehlempfindungen vom Gehirn. Wenn man dem Gehirn suggeriert - keine Sorge, die Beine sind noch da, dann hört es manchmal auf mit den Warnmeldungen

Ich rede gerade wie der Kuckuck über das Nestbauen, wenn es um Phantomschmerzen geht, aber denk mal darüber nach, ob es nicht grundsätzlich ein besserer Ansatz wäre, gezielt einen anderen Reiz dem entgegen zu setzen.
Von sehr warmen oder kalten Lappen auf die Beine bis zu etwas wie Riechsalz, was unterwegs sicher praktikabler ist.

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31. Januar 2018 um 10:58

habe ich. Jahrelang. In verschiedenen Therapien, verschiedenen Therapieformen, bei verschiedenen Therapeuten, ... mit einem sehr ... ahm... konstanten Ergebnis.
Also entweder es ist nur ein kleiner Prozentsatz an Therapeuten, der mir nicht helfen konnte und / oder wollte und ich habe sie einfach alle mitgenommen oder ich habe ein Problem mit dem Grundkonzept der Therapien.

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31. Januar 2018 um 11:02

Lach - nein, was ich da jetzt alles an Geld sparen kann :P

Ach, und Cellulite, Beine rasieren, kalte Füße, Laufmaschen, all das entfällt praktischerweise ebenfalls

 

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31. Januar 2018 um 11:05
In Antwort auf rosenkathi

Lach - nein, was ich da jetzt alles an Geld sparen kann :P

Ach, und Cellulite, Beine rasieren, kalte Füße, Laufmaschen, all das entfällt praktischerweise ebenfalls

 

was Laufmaschen angeht, bin ich ernstlich neidisch. 
Ich habe inzwischen auf Arbeit eine neue Strumpfhose und 2 Paar Kniestrümpfe herumliegen - und beides auch schon paar mal "nachfüllen" müssen.

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31. Januar 2018 um 11:21
In Antwort auf avarrassterne1

was Laufmaschen angeht, bin ich ernstlich neidisch. 
Ich habe inzwischen auf Arbeit eine neue Strumpfhose und 2 Paar Kniestrümpfe herumliegen - und beides auch schon paar mal "nachfüllen" müssen.

Du arme Schade, meine hier habe ich schon verschenkt, sonst hättest Du die haben können

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31. Januar 2018 um 11:26
In Antwort auf avarrassterne1

Ich rede gerade wie der Kuckuck über das Nestbauen, wenn es um Phantomschmerzen geht, aber denk mal darüber nach, ob es nicht grundsätzlich ein besserer Ansatz wäre, gezielt einen anderen Reiz dem entgegen zu setzen.
Von sehr warmen oder kalten Lappen auf die Beine bis zu etwas wie Riechsalz, was unterwegs sicher praktikabler ist.

Das stimmt! Also die Stümpfe zu massieren hilft, und ich habe ein Gerät, das kleine Elektroschocks in die Haut schickt. Nur hilft mir das beides unterwegs halt nicht, da muss ich dann eben so durch

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31. Januar 2018 um 11:49
In Antwort auf avarrassterne1

habe ich. Jahrelang. In verschiedenen Therapien, verschiedenen Therapieformen, bei verschiedenen Therapeuten, ... mit einem sehr ... ahm... konstanten Ergebnis.
Also entweder es ist nur ein kleiner Prozentsatz an Therapeuten, der mir nicht helfen konnte und / oder wollte und ich habe sie einfach alle mitgenommen oder ich habe ein Problem mit dem Grundkonzept der Therapien.

Vielleicht überschätzt man auch die Möglichkeiten bei Therapien. Ich rede jetzt mal nicht von wirklichen krankhaften seelischen oder psycischen Störungen. Oft geht es bei Psycho-Patienten sicher um eine Kette von körperlichen Auswirkungen, die ihren Ursprung irgendwo im Bereich Aktzeptanz, Toleranz, Verarbeiten usw. haben. Und dagegen gibt es wohl eben keine Pille oder einfache Technik, die man blos anwenden muss. Da geht es vielleicht mehr um allgemeine Lebenshilfe, Zusammenhänge aufzeigen usw. Das kann ein Psychodok natürlich gezielter und fundierter machen, als jemand mit "nur" Empahtie und gutem Willen.

Also ich zB. hab ja keine richtige pathologische Störung, glaube ich zumindest. Der eine kommt nicht damit klar, daß er verlassen wurde, daß ein geliebter Mensch gestorben ist, und ich halt mit dem Gedanken, für den Rest meines Lebens keine Beine mehr zu haben. Ich denke mal, das ist ja keine Krankheit die man heilen kann. Sondern eine Haltung, bei der man dem Betroffen zeigt, wie er sie ändern kann. Oder?

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31. Januar 2018 um 11:56
In Antwort auf rosenkathi

Das stimmt! Also die Stümpfe zu massieren hilft, und ich habe ein Gerät, das kleine Elektroschocks in die Haut schickt. Nur hilft mir das beides unterwegs halt nicht, da muss ich dann eben so durch

wie Du ja auch geschrieben hast, das ist einfach nur eine Fehlzündung im Hirn. Sehr vereinfacht ausgedrückt, schon klar - aber die Frage wäre, ob da nicht auch ein starker, wenn auch "themenfremder" Reiz wie beispielsweise Riechsalz hilft.
Solltest Du zumindest mal versuchen (ggf. auch 2-3 Ansätze in dieser Art, wenn Riechsalz nicht geht, dann heißt das nicht unbedingt, dass der Ansatz an sich nicht funktioniert), schlimmstenfalls geht es halt nicht. Bist Du auch nicht schlechter dran als jetzt.
Wenn das tut, dann hast Du aber etwas, was auch unterwegs prima funktioniert und praktikabel ist (dass dann auch mgl. nur für unterwegs nutzen, damit der Reiz nicht abstumpft).
Die Idee mit dem Riechsalz wird beispielsweise auch bei anderen Gelegenheiten eingesetzt, wo man einfach einen starken bzw. sehr starken Reiz als "Gegenpol" für andere Probleme braucht, deswegen denke ich, das könnte Dir auch helfen. Zumal ich mir vorstellen kann, dass Dir da echt "Federn wachsen", wenn Dich so etwas unterwegs einholt und Du nichts dagegen tun kannst als mit den Zähnen zu knirschen. Probiers mal - und wenn Du magst: würde mich interessieren, ob Dir das helfen kann.

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31. Januar 2018 um 12:00
In Antwort auf rosenkathi

Vielleicht überschätzt man auch die Möglichkeiten bei Therapien. Ich rede jetzt mal nicht von wirklichen krankhaften seelischen oder psycischen Störungen. Oft geht es bei Psycho-Patienten sicher um eine Kette von körperlichen Auswirkungen, die ihren Ursprung irgendwo im Bereich Aktzeptanz, Toleranz, Verarbeiten usw. haben. Und dagegen gibt es wohl eben keine Pille oder einfache Technik, die man blos anwenden muss. Da geht es vielleicht mehr um allgemeine Lebenshilfe, Zusammenhänge aufzeigen usw. Das kann ein Psychodok natürlich gezielter und fundierter machen, als jemand mit "nur" Empahtie und gutem Willen.

Also ich zB. hab ja keine richtige pathologische Störung, glaube ich zumindest. Der eine kommt nicht damit klar, daß er verlassen wurde, daß ein geliebter Mensch gestorben ist, und ich halt mit dem Gedanken, für den Rest meines Lebens keine Beine mehr zu haben. Ich denke mal, das ist ja keine Krankheit die man heilen kann. Sondern eine Haltung, bei der man dem Betroffen zeigt, wie er sie ändern kann. Oder?

zur Einordnung: bei mir kommen genau aus dem Bereich die 30% Schwerbehinderung...

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31. Januar 2018 um 12:08
In Antwort auf avarrassterne1

wie Du ja auch geschrieben hast, das ist einfach nur eine Fehlzündung im Hirn. Sehr vereinfacht ausgedrückt, schon klar - aber die Frage wäre, ob da nicht auch ein starker, wenn auch "themenfremder" Reiz wie beispielsweise Riechsalz hilft.
Solltest Du zumindest mal versuchen (ggf. auch 2-3 Ansätze in dieser Art, wenn Riechsalz nicht geht, dann heißt das nicht unbedingt, dass der Ansatz an sich nicht funktioniert), schlimmstenfalls geht es halt nicht. Bist Du auch nicht schlechter dran als jetzt.
Wenn das tut, dann hast Du aber etwas, was auch unterwegs prima funktioniert und praktikabel ist (dass dann auch mgl. nur für unterwegs nutzen, damit der Reiz nicht abstumpft).
Die Idee mit dem Riechsalz wird beispielsweise auch bei anderen Gelegenheiten eingesetzt, wo man einfach einen starken bzw. sehr starken Reiz als "Gegenpol" für andere Probleme braucht, deswegen denke ich, das könnte Dir auch helfen. Zumal ich mir vorstellen kann, dass Dir da echt "Federn wachsen", wenn Dich so etwas unterwegs einholt und Du nichts dagegen tun kannst als mit den Zähnen zu knirschen. Probiers mal - und wenn Du magst: würde mich interessieren, ob Dir das helfen kann.

Danke für den Tip, ich besorge mir das mal und berichte Dir!

​Diese Fehlzündungen können übrigens tierisch real sein! Mir ist ja erst das rechte, und 4 Wochen später das linke Bein abgenommen worden. Und jedesmal hat es sich überhaupt nicht so angefüht, als wäre es ab. Das Gefühl, daß alles noch dran ist, ist dann nach und nach schwächer gworden, dafür haben aber die "Fehlzündungen" zugenommen :/   Ich kann mir aber vorstellen, daß das mit dem Riechsalz gut finktioniert. Diese Elektrostimulation funktioniert ja ähnlich, und die wirkt ja auch ein bischen

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31. Januar 2018 um 12:10
In Antwort auf avarrassterne1

zur Einordnung: bei mir kommen genau aus dem Bereich die 30% Schwerbehinderung...

Ah ok, also darf man es auch nicht unterbewerten!!

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31. Januar 2018 um 12:28
In Antwort auf rosenkathi

Danke für den Tip, ich besorge mir das mal und berichte Dir!

​Diese Fehlzündungen können übrigens tierisch real sein! Mir ist ja erst das rechte, und 4 Wochen später das linke Bein abgenommen worden. Und jedesmal hat es sich überhaupt nicht so angefüht, als wäre es ab. Das Gefühl, daß alles noch dran ist, ist dann nach und nach schwächer gworden, dafür haben aber die "Fehlzündungen" zugenommen :/   Ich kann mir aber vorstellen, daß das mit dem Riechsalz gut finktioniert. Diese Elektrostimulation funktioniert ja ähnlich, und die wirkt ja auch ein bischen

ist auch bei Psychosomatik so. (die kenne ich echt SUPER!)
Es ist auch da "von innen" nicht zu unterscheiden, ob ein gesundheitliches Problem "real" ist oder "nur im Kopf" (man beachte die " " !). Weißt Du, wie oft ich mich schon gefreut habe, als sich mein Mann auch mit einer Krankheit angesteckt hatte, mit der ich mich herumgeplagt habe? Klingt total fies. Ist es irgendwo auch. Aber es war die Bestätigung für mich, dass es "echt" war und nicht nur einmal mehr irgend ein Karneval in meinem Hirn, das schon wieder mal meinte, grad Amok laufen zu wollen.
Von daher: ist mir sonnenklar, dass das "tierisch real" ist. Deswegen komme ich Dir auch nicht mit solchem Kram wie "einfach ablenken" und "einfach daran denken, dass es nicht echt ist" und ähnlichen "Weisheiten". Nach meiner Erfahrung helfen die echt einen Sch***. Auch wenn Dir sonnenklar ist, dass in diesem Moment etwas ganz und gar nicht "real" ist, ändert das zu oft... NICHTS. Aber die Ansage an das eigene Hirn ala "ach, Du willst mich verar***? Na pass mal auf, das kann ich auch!" hilft da meistens sehr wohl.

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31. Januar 2018 um 12:35

btw: ich habe heute in meinem eigentlich recht banalen, wenn auch schönen, Buch einen netten Satz gefunden, der auf Deine Entlassung aus Khs & Reha in das selbstbestimmte Leben auch wunderbar zutrifft:
"Freiheit ist leicht zu ersehnen, aber schwierig zu leben"
Ist was dran...

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31. Januar 2018 um 15:28

Lach - klar, warum denn nicht   Also das rechte ist direkt nach dem Unfall abgenommen worden und war schon ab, als ich das erste mal wachgeworden bin. Und das linke hat sich nach der ersten OP so entzündet, daß man es nicht mehr erhalten konnte leider. Der Arzt hat mir aber gesagt, daß ich damit sowieso wahrscheinlich nicht hätte laufen können. Denn es wäre dann mein einziges Bein gewesen, und es war wohl eh zu stark geschädigt, um mich alleine zu tragen.  Frechheit, soo dick bin ich ja nun auch nicht  

​Als ich nach der zweiten Amputation wachgeworden bin, da wusste ich ja, was da bei mir gemacht wurde. Aber bei der ersten war das schon spooky, muss ich sagen. Die Schwester hat nichts gesagt, darf sie wahrscheinlich auch nicht, und so richtig eindeutig gespürt habe ich das auch nicht. Erst meine Mama hat mir das erzählt, da war ich aber schon eine ganze Weile wach. Aber in dem Nebel nach sowas realisiert man sowieso nichts richtig.

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31. Januar 2018 um 15:29
In Antwort auf avarrassterne1

btw: ich habe heute in meinem eigentlich recht banalen, wenn auch schönen, Buch einen netten Satz gefunden, der auf Deine Entlassung aus Khs & Reha in das selbstbestimmte Leben auch wunderbar zutrifft:
"Freiheit ist leicht zu ersehnen, aber schwierig zu leben"
Ist was dran...

Aber ein sehr schöner Spruch, der hat wirklich was *freu*

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31. Januar 2018 um 15:57
In Antwort auf rosenkathi

Hallo ihr lieben,

​ich weiß nicht, ob mir jemand einen Rat geben kann, ich versuch´s einfach mal. Letzten Sommer hatte ich einen Unfall, der mich plötzlich und für lange Zeit aus dem gewohnten Leben herausgerissen hat. Seit Juni war ich fast durchweg in diversen Kliniken und Reha-Massnahmen, und seit kurz vor Weihnachten bin ich erst so richtig und dauerhaft wieder zu Hause - endlich. 

Durch den Unfall habe ich übrigens beide Beine verloren. ​Die Sache ist aber, ich hatte mich so unendlich drauf gefreut, endlich wieder nach Hause, zu meiner Familie und Freunden und in "mein" Leben wieder zurückzukommen, daß ich es zuletzt kaum aushalten konnte. 1000 Sachen hatte ich mir ausgemalt, die ich alle als erstes machen wollte.

Nur jetzt bin ich zu Hause, habe alle Zeit der Welt, auch da ich im Moment nicht arbeite, aber kann es garnicht genießen. Ich fühle mich antriebslos, finde alles mega anstrengend und beschwerlich, bin super schnell genervt, und kann mich dann selber nicht leiden. Fast jeden Abend nehme ich mir vor - ab morgen wird das anders - und mache dann doch wieder nichts.

​Was dagegen wunderbar klappt, das ist zunehmen. Ich esse halt gerne, vielleicht auch aus Frust oder Langeweile und habe schon gute 15 KG zugelegt. Dadurch wird aber natürlich alles noch beschwerlicher, und es beginnt wieder von vorn. Ok, ich war nie richtig schlank. Aber auch nicht so moppelig wie jetzt.

Auch daß ich behindert bin, macht mir doch mehr zu schaffen, als ich vorher dachte. Jetzt im Alltag werden die Einschränkungen halt konkreter spürbar, als sie das vorher in meiner Vorstellung waren. Im Khs oder in der Reha ist man ja doch eher wie unter einer Käseglocke. Jetzt aber ist das ganz normale Leben mit all seinen Nickeligkeiten, wenn man nicht gehen kann, oder der Aufmerksamkeit, wenn jemand "anders" aussieht. Also bleibe ich oft dann doch lieber daheim.

​Außderdem bin ich 34 Jahre, und möchte auch nicht als Dauersingle enden. Nur leider stehen die Chancen für eine dicke, schnell genervte Rollstuhlfahrerin wahrscheinlich nicht zum allerbesten, einen netten Partner zu finden.

​Mir völlig klar, daß ich den Kreislauf nur selbst unterbrechen kann. Nur wie macht man das? 
Hat hier vielleicht jemand Erfahrungen, oder kennt sich aus mit Selbstmotivation? (In Therapie bei einem Psychodoc bin ich übrigens schon )

​Liebe Grüße, Kathrin



 

ich finds immer schade wenn hier Leute Geschichten zum besten geben und ihr Profil mit Personen schmücken die den Eindruck erwecken das der TE das sei, es aber nun mal nicht ist.

für mich ist die Story damit unglaubwürdig....... sorry

https://www.xing.com/profile/Kathrin_HackettProbst?sc_o=pr2281_pfl_lo_similar_profiles

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31. Januar 2018 um 16:00
In Antwort auf avarrassterne1

ist auch bei Psychosomatik so. (die kenne ich echt SUPER!)
Es ist auch da "von innen" nicht zu unterscheiden, ob ein gesundheitliches Problem "real" ist oder "nur im Kopf" (man beachte die " " !). Weißt Du, wie oft ich mich schon gefreut habe, als sich mein Mann auch mit einer Krankheit angesteckt hatte, mit der ich mich herumgeplagt habe? Klingt total fies. Ist es irgendwo auch. Aber es war die Bestätigung für mich, dass es "echt" war und nicht nur einmal mehr irgend ein Karneval in meinem Hirn, das schon wieder mal meinte, grad Amok laufen zu wollen.
Von daher: ist mir sonnenklar, dass das "tierisch real" ist. Deswegen komme ich Dir auch nicht mit solchem Kram wie "einfach ablenken" und "einfach daran denken, dass es nicht echt ist" und ähnlichen "Weisheiten". Nach meiner Erfahrung helfen die echt einen Sch***. Auch wenn Dir sonnenklar ist, dass in diesem Moment etwas ganz und gar nicht "real" ist, ändert das zu oft... NICHTS. Aber die Ansage an das eigene Hirn ala "ach, Du willst mich verar***? Na pass mal auf, das kann ich auch!" hilft da meistens sehr wohl.

hahaha - das hast du echt witzig gesagt Aber ist schon irre, wie so ein Köpchen funktioniert, und wie Physis und Psyche eng miteinader verwoben sind, oder? Normalerweise funktioniert ja alles reibungslos, und erst, wenn irgendwo Sand ins Getriebe kommt, merkt man, daß manche Zusammenhänge viel komplexer sind, als man meint!  Deswegen kann ich schon gut nachvollziehen, daß du dich mal gefreut hast, wenn dein Mann endlich auch mal was hat. Die Hoffnung ist ja, daß das das Verständnis fördert.

Auch mit dem Abnehmen: mir ist schon klar, daß der Speck nicht aus der Luft kommt,, sondern jedes Gramm an den Hüfte irgendwann mal in meinem Mund war Trotzdem sagt der Körper Dir ja - du hast Hunger! Jetzt trinke ich dann einfach was, dann ist der Huger erstmal wech

​Und bei der Psychosomatik ist dem Betroffenen ja herzlich egal, woher die Bescherden kommen, sie sind ja einfach da! Deine Beschwerden sind ja auch real. Und mir tut ein Wadenkrampf manchmal so weh, daß mir die Tränen kommen. 

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31. Januar 2018 um 16:05
In Antwort auf rosenkathi

Aber ein sehr schöner Spruch, der hat wirklich was *freu*

Hallo Rosenkathi,

ich kann dir leider keine klugen Ratschlaege geben, weil ich kein Arzt bin und ich denke, ich kann mich auch nicht reinfuehlen in so lch eine Situation, aber...

...ich moechte dir doch etwas da lassen:

Vom Threadtitel, ueber dein Eroeffnungsposting zieht sich das fuer mich wie einroter Faden durch das, was du hier schreibst...

Der offene Umgang mit dem was dich getroffen hat, eine positive Grundeinstellung, ich spuere Hoffnung, Erwartungen und sowas wie eine Lebensfreude, die man nur noch von der Leine lassen muss...

...Wow, lauter positive Gefuehle!

Ich druecke dir alle meine 128 Daumen, dass das Leben dich dafuer belohnt!

Wenn ich down bin und mich selbst motivieren will, dann baue ich mir meine eigene kleine Strasse des Erfolgs. Nehme mir kleine Aufgaben vor und mit den Erfolgen werden dann auch die folgenden "Schritte" mutiger und groesser;

Nur eine Binsenweisheit, ich weiss, aber vielleicht hilft es auch ein klein wenig...

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