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Muslimische Frauen- Anpassung an die westliche Welt?

31. Mai 2009 um 10:49

Hallo,

Ich setze mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander, warum es gerade für muslimische Frauen aufgrund ihrer Religion schwer ist, sich "unserer" westlich- liberalen Welt anzupassen. Vor allen Dingen möchte ich gerne die moralischen Hintergründe verstehen (-> Abwenden von eigener Religion für westliche Welt?)

Hier möchte ich Euch gerne fragen- Was denkt ihr?
1. Was spricht für die Anpassung an die westliche Welt?
2. Was spricht gegen diese Anpassung?
3. Wo liegen die Schwierigkeiten der Anpassung?
oder : ist diese "Anpassung" überhaupt nötig?

Um eines vorweg zu nehmen: Ich bin keine von denen die sagen, dass alle, die in die westliche Welt ziehen, sich auch religiös anzupassen haben.
Aber mich interessiert ganz einfach, was ihr hierzu für eine Meinung habt.
Würde mich sehr über eine fundierte Diskussion freuen, gerne auch mit Fakten!

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31. Mai 2009 um 11:43

Ja
natürlich möchte ich auch in keinster Weise behaupten, dass sich muslimische Frauen zwangsweise anpassen müssten weil ihnen ihre Religion irgendwelche Weichen stellen würde. Grenzen, die sie gerne überschreiten würden oder Ähnliches.

Es ist nur so, dass ich mich tatsächlich schon mit dem Thema befasst habe und auf diesem Wege auch einige kennengelernt habe, die meinten, sie hätten sich lieber dieser "westlichen" Welt angepasst. Gründe, die hier dafür und dagegen sprechen, diese interessieren mich. Denn in einem stimme ich mit dir überein: Man kann sicherlich meistens auch nach dem Koran uneingeschränkt in Deutschland leben. Und doch wollen sich einige dieser Religion abwenden. Warum?

Mir ist durchaus bewusst, dass der größte teil der Muslimas auch hier nach dem Koran leben und diese Lebensweise schätzen, pflegen und wie du und ich auch gewisse Lebensweisen übernehmen, sich also integrieren und dabei "ihrer Religion treu bleiben".
Und doch gibt es Ausnahmen- die interessieren mich eben! =)
Und nein, das heißt nicht, dass ich nur das Schlechte hören wolle....

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31. Mai 2009 um 11:58

Also
nehme ich an, dass du zwar den islam "lebst" aber auch jene verstehst, dich sich aus Gründen abwenden, die nicht dem Allgemeinzweck des Islam entsprechen. Also alles in allem, dass der Islam für dich eine Religion ist, mit der du dich identifizieren kannst, die du liebst. Andere hingegen können diesen Glauben nicht lieben, da sie ihn falsch/auf falsche Weise -oder gar nicht richtig- kennengelernt haben?

Das erscheint mir eigentlich ein akzeptabler Grund zu sein. Nur kann ich mich fürs erste nicht richtig hineinversetzen, da ich diese Religion nicht lebe. Aber ich nehme das mal als deine Position sp hin!! =)

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31. Mai 2009 um 12:08

...
jetzt mal rein provokativ gefragt:

muss man sich immer anpassen?

meiner meinung nach: nein!

jeder sollte seinen glauben und seine religion leben, wie es ihm gefällt - solange nicht andere religionen/nicht-religionen in ihrer auslebung gestört werden.

was mich bei fanatischer auslebung stört, ist der mangelnde respekt, der nicht hinüber gebracht wird. es wird weiter verbal eingedroschen, auch wenn man sagt:

hallo, für dich, ja, das ist toll, aber für mich nicht!

es kommt nicht an!

ansonsten mag ich einfach die kulturelle vielfalt. ich habe kein problem damit, wenn ich eine frau in einem kürzeren rock sehe, ebenso wenig, wenn ich jemanden mit kopftuch sehe. (wobei ich mal behaupte, dass in ländlicheren gebieten frauen mit kopftuch etc. die blicke mehr auf sich ziehen!) schaue ich da mehr drauf? unbewußt,...vielleicht! ich schätze mal, mir sind dinge durch den kopf gegangen, wie ist es nicht heiß dadrunter oder hübsches tuch oder die farbe wäre nicht so mein fall! aber jeder hat da halt so seinen geschmack!

es ist in allen fällen interessant, was frauen sowie männer aus ihrer lebensanschauung machen. manche wirken dabei glücklich und einige ziemlich verkniffen! ob das das wahre ist, sei mal dahin gestellt!

jeder sollte das für sich wählen, was er meint, was richtig ist, ohne auf andere herabzuschauen!

lg

thalia

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31. Mai 2009 um 12:17
In Antwort auf maximiliane91

Also
nehme ich an, dass du zwar den islam "lebst" aber auch jene verstehst, dich sich aus Gründen abwenden, die nicht dem Allgemeinzweck des Islam entsprechen. Also alles in allem, dass der Islam für dich eine Religion ist, mit der du dich identifizieren kannst, die du liebst. Andere hingegen können diesen Glauben nicht lieben, da sie ihn falsch/auf falsche Weise -oder gar nicht richtig- kennengelernt haben?

Das erscheint mir eigentlich ein akzeptabler Grund zu sein. Nur kann ich mich fürs erste nicht richtig hineinversetzen, da ich diese Religion nicht lebe. Aber ich nehme das mal als deine Position sp hin!! =)

...
" Andere hingegen können diesen Glauben nicht lieben, da sie ihn falsch/auf falsche Weise -oder gar nicht richtig- kennengelernt haben?"

wie ist das denn aber, und ich spreche hier nicht von mir(!), wenn man einen glauben (ich spreche hier nicht nur vom islam), kennengelernt hat, und feststellt, dass das einem nicht zusagt?

kann man da was falsch verstehen? ist das nicht abhängig von der wahrnehmung und auch von den umständen?

du siehst, doch wie unterschiedlich die auslegungen sind. und jeder behauptet seine auslegung wäre die richtrige!

ich empfinde es als kurzsichtig zu sagen:

entweder man kennt den glauben nicht

oder

man versteht ihn falsch

vielleicht liegt er einem nur nicht?

lg

thalia

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31. Mai 2009 um 13:41
In Antwort auf thalia1908

...
" Andere hingegen können diesen Glauben nicht lieben, da sie ihn falsch/auf falsche Weise -oder gar nicht richtig- kennengelernt haben?"

wie ist das denn aber, und ich spreche hier nicht von mir(!), wenn man einen glauben (ich spreche hier nicht nur vom islam), kennengelernt hat, und feststellt, dass das einem nicht zusagt?

kann man da was falsch verstehen? ist das nicht abhängig von der wahrnehmung und auch von den umständen?

du siehst, doch wie unterschiedlich die auslegungen sind. und jeder behauptet seine auslegung wäre die richtrige!

ich empfinde es als kurzsichtig zu sagen:

entweder man kennt den glauben nicht

oder

man versteht ihn falsch

vielleicht liegt er einem nur nicht?

lg

thalia

Thalia:
diese Sichtweise wiederum finde ich recht interessant- und durchdacht.

OK, auf der einen Seite haben wir Gläubige, die ihren Glauben lieben. Für sie mag es unverständlich sein, dass andere dem ihrigen Glauben abschwören. Oder aber sie empfinden Mitleid für die "Überläufer", weil diese die Religion nicht lieben können.

Andererseits sehe ich nun deine Einstellung, der ich auch sehr viel abgewinnen kann:
"entweder man kennt den glauben nicht

oder

man versteht ihn falsch"
Sicherlich ist es aus unserer Sicht engstirnig, nur diese beiden Optionen vor Augen zu haben.

Andererseits, wenn ich mich in die Lage einer gläubigen Person versetze, die ihren Glauben liebt, so denke ich, dass diese beiden Optionen für sie eine Art Regelwerk darstellen, eine glaubwürdige verallgemeinernde Erklärung die es einem erleichtert diejenigen Leute, die den Glauben abschwören, "zuzuordnen".

Aber zu deiner Auffassung in Allgemeinen: Hast du dich schon einmal mit dem Begriff Kulturrelativismus auseinandergesetzt?

lg,
maxi

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31. Mai 2009 um 13:59

Anpassen
woran denn genau?
Welcher der vielen Lebensarten sollen wir uns denn anpassen? Den Nonnen, der Karrierefrau, denen die keine Kinder wollen, denen die "freie" Liebe betreiben. Was genau ist denn für Dich so anders, dass Du nicht (?) damit umgehen kannst, dass andere ein anderes Leben führen. Würde es Dir besser gehen wenn wir nicht beten, wenn wir alles glauben was man uns erzählt, wenn wir Alkohol trinken. Das wären Beispiele die dem Islam widersprechen. Und sicher niemandem schaden wenn wir ein ordentliches Leben führen.
Für uns ist Familie wichtig, Gesundheit, eine gute Gesellschaft. Kurz wir lieben das Gute und versuchen uns dem Üblen zu enthalten. Wir jedenfalls ahben damit kein Problem. Auch nicht damit, dass es eine bunte Welt gibt und andere unsere Vorstellungen nicht teilen.
Du bist so zufrieden wie Du lebst und wir anders. Wenn Du meinst, dass wir so viel anders leben.

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31. Mai 2009 um 14:16

Melli,
also erst einmal: natürlich respektiere ich vollkommen deine Einstellung zu den Dingen, wenn ich nun einiges hinterfrage, heißt das nicht, dass ich es nicht toleriere! ^^

"keiner fühlt sich in dieser familie mißverstanden oder unterdrückt, die sind alle so ehrlich miteinander"

Das wichtige an deiner Aussage ist, dass niemand sich unterdrückt fühlt.
Auf die Religion bezogen, ist das natürlich sehr positiv und ein Vorzeigebeispiel.
Allerdings bin ich der Auffassung, dass das nicht zwangsweise mit der Religion zusammenhängt. Ob man Christ ist oder Muslim, das heißt in meinen Augen nicht dass man missverstanden wird oder nicht.

Was ich meine: Meiner Meinung nach kommt es auf die emotionalen Bindungen, sprich die Liebe zueinander, innerhalb einer Familie an. Diese Bindungen sind, so denke ich, entscheidend für das Verhältnis innerhalb einer Familie. Und deiner Aussage nach hört es sich fast so an, als würden islamische Familien ein besseres Verhältnis zueinander haben als ..... nja, einfach, sie hätten eine enorm gute Beziehung zueinander...

Oder verallgemeinere ich das zu sehr?

Denn wie du bereits sagtest: Viele Leute wollen nur das Schlechte sehen, denn das scheint sogleich das interessanteste zu sein.
Und ich habe über folgenden Sachverhalt sehr viel gelesen:

Dass die Bindungen innerhalb einer muslimischen Familien (angeblich?) auf ihrer Religion beruhe.
Soll heißen, dass wenn nun zum Beispiel ein Familienmitglied sich von der Religion (aus welchen Gründen auch immer) abwenden möchte, das gegen die Familienehre geht. Und das diese Familienehre in dem Moment wichtiger zu sein scheint als die liebevolle Bindung zu dem Familienmitglied. (Viel zu lesen: Die Familie wendet sich von dem nun nicht mehr Gläubigenab)

Wie gesagt: Das habe ich halt nur gelesen.

Wenn ich dir nun eine persönliche Frage stellen dürfte:
Du hast davon gesprochen, dass die Familie deines Freundes gläubig ist.
Ich habe wiederum gehört, dass es verboten sein soll, dass Musliminnen einen Christen heiraten.
Wie sähe es denn nun aus wenn die Schwester deines Freundes einen Christen heiraten wolle??
Hiermit möchte ich aber in keinster Weise irgendwie deine Sichtweise angreifen, dass wäre nur einmal eine rein theoretische und für mich interessante Frage...=)






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31. Mai 2009 um 14:30
In Antwort auf amina2214

Anpassen
woran denn genau?
Welcher der vielen Lebensarten sollen wir uns denn anpassen? Den Nonnen, der Karrierefrau, denen die keine Kinder wollen, denen die "freie" Liebe betreiben. Was genau ist denn für Dich so anders, dass Du nicht (?) damit umgehen kannst, dass andere ein anderes Leben führen. Würde es Dir besser gehen wenn wir nicht beten, wenn wir alles glauben was man uns erzählt, wenn wir Alkohol trinken. Das wären Beispiele die dem Islam widersprechen. Und sicher niemandem schaden wenn wir ein ordentliches Leben führen.
Für uns ist Familie wichtig, Gesundheit, eine gute Gesellschaft. Kurz wir lieben das Gute und versuchen uns dem Üblen zu enthalten. Wir jedenfalls ahben damit kein Problem. Auch nicht damit, dass es eine bunte Welt gibt und andere unsere Vorstellungen nicht teilen.
Du bist so zufrieden wie Du lebst und wir anders. Wenn Du meinst, dass wir so viel anders leben.

Amina
scheinbar fühlst du dich durch meine Fragen angegriffen, aber das ist genau das was ich nicht wollte!

Ich habe bereits gesagt, dass ich in allerlei hinsicht die Auslebung eurer Religionen vollkommen respektiere.
Ws soll ich da zu sagen?
Eine meiner Fragen war, warum man sich überhaupt "anpassen" sollte. Und die hast du im Grunde genommen auf deine Art und Weise beantwortet: Das das gar nicht nötig ist.

Eine andere Frage, die mich beschäftigt hat, war, warum die Muslime ihre Religion so aufs äußerste Lieben. Auch die Antworet hast du mir gegeben, und die ist auch einleuchtend!

Genauso habe ich mich mit dem in Bayern eingeführten Gesetz beschäftigt, dass muslimische Lehrerinnen kein Kopftuch mehr tragen dürfen.
Meiner Meinung nach eine Art der Unterdückung. Jeder sollte seine Religion ausleben dürfen.
Andere sagen: Sie sollen sich anpassen.Wollen sie hier leben, arbeiten, wohnen, dann sollen sie sich auch anpassen. Meine Meinung: Das ist doch einfach nur verdammt intolerant. Aber was haben die für Probleme mit der Auslebung eurer Religion?

Fühle dich nicht angegriffen weil ich einige Dinge hinterfrage
Denn wie du siehst, habe ich keinerlei Probleme mit eurer Lebensweise! Und die Sicht der Dinge aus deiner Perspektive erscheint mir auch recht einleuchtend.

Und diese Dinge haben mich auch weitergebracht in meinen Betrachtungen. Allerdings hast du mir permanent unterstellt ich würde mich an eurer Lebensweise stören. Bitte unterlasse solche Unterstellungen, denn du siehst (so hoffe ich) das dem nicht so ist.....
Denn meine Fragen sollen nicht voraussetzen, dass Muslime in irgendeinster Weise "anders" wären/leben!

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31. Mai 2009 um 14:40

Also darf
ich davon ausgehen, dass wenn diese Schwester nun einen Christen lieben würde, nicht von der Familie verstoßen werden würde? Und wenn doch, würden sie den islam nicht verstehen? Denn der islam scheint ja genau das verbot eigentlich vorzugeben....
Das ist irgendwie so ein Knackpunkt, um den ich nicht ganz herumkomme!! =)

Ach ja: Ich habe in nicht einer einzigen Antwort deinerseits mich in irgendeinster Weise angegriffen gefühlt. Im Gegenteil! ^^
Da habe ich schon ganz andere Antworten bekommen

Ich bin nur immer sehr vorsichtig in meiner Ausdrucksweise weil ich weiß, dass sich sehr viele persönlich angegriffen fühlen, wenn ich nicht vorher immer warne: "Ich möchte niemandes Ansicht in Frage stellen."

Ja, bis dann!
Dankeschön!

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31. Mai 2009 um 16:01

Hallo
Ich glaube das anpassen eine rein subjektive Wahrnehmung und Forderung ist.Der Staat fordert gesetzlich gesehen keine Anpassung von seinen Bürgern.Jedenfalls so wie ich deine Anpassung wie du sie wohl meinst verstehe.Einhalten muß man nur die Gesetze eines jeden Landes.
Wie man rumläuft, aussieht, an was man glaubt, wie man spricht und welche Meinungen man vertritt bleibt jedem selbst überlassen.Das ist ja das schöne in einem demokratischen Rechtsstaat.

Punker, Gothics, Penner, oder Hippies z.B. sind ja auch keine angepassten Bürger nach Ottonormalverbraucher und ich habe hier bestimmt noch nicht alle Querdenker und subversiven Elemente aufgeführt

Also halten wir fest, jeder kann sich ausleben wie er will und darauf hat er unveräußerliche Rechte.Welches Recht er aber nicht einfordern kann ist das die anderen ihn akzeptieren und mögen müßen.Denn der Staat kann ( noch nicht ) und darf die Gedanken und Gefühle seiner Bürger auch nicht kontrollieren.

Das heißt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wenn er was erreichen ( Ziel ) will dann muß er sich überlegen ob er sein Verhalten oder sein Aussehen dieser Situation anpassen will, oder nicht.Er muß es aber nicht machen wenn er es nicht möchte.

Ein Beispiel:

Ich habe in einer Bank noch nie eine Muslima mit Kopftuch gesehen aber auch noch keine Punkerin oder Gothicmaus.

Du siehst da wird kein Unterschied gemacht!

Wenn dir also deine Art zu leben wichtiger ist als ein bestimmter Job, dann mußt du dir eben etwas anderes suchen.

Bleibt die Frage sollte der Staat ( in einem freien Land ) eine Bank zwingen dürfen eine Punkerin ( im entsprechenden Outfit ) einzustellen......

Ich finde nicht, denn dann wären wir kein freier Staat mehr!

Aus diesem Grunde glaube ich das sich unsere muslimischen Mitbürger auch nicht anpassen müßen und mußten.Es gibt nichts anzupassen.Wir sind in Deutschland mittlerweile so bunt gefärbt wie ein Regenbogen.

lg
dante

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31. Mai 2009 um 16:01
In Antwort auf maximiliane91

Thalia:
diese Sichtweise wiederum finde ich recht interessant- und durchdacht.

OK, auf der einen Seite haben wir Gläubige, die ihren Glauben lieben. Für sie mag es unverständlich sein, dass andere dem ihrigen Glauben abschwören. Oder aber sie empfinden Mitleid für die "Überläufer", weil diese die Religion nicht lieben können.

Andererseits sehe ich nun deine Einstellung, der ich auch sehr viel abgewinnen kann:
"entweder man kennt den glauben nicht

oder

man versteht ihn falsch"
Sicherlich ist es aus unserer Sicht engstirnig, nur diese beiden Optionen vor Augen zu haben.

Andererseits, wenn ich mich in die Lage einer gläubigen Person versetze, die ihren Glauben liebt, so denke ich, dass diese beiden Optionen für sie eine Art Regelwerk darstellen, eine glaubwürdige verallgemeinernde Erklärung die es einem erleichtert diejenigen Leute, die den Glauben abschwören, "zuzuordnen".

Aber zu deiner Auffassung in Allgemeinen: Hast du dich schon einmal mit dem Begriff Kulturrelativismus auseinandergesetzt?

lg,
maxi

...
warum muß man mitleid mit einem überläufer empfinden?

für mich es einfach erstaunlich, dass man gewisse dinge nicht einfach akzeptieren kann. wege können sich im laufe eines lebens ändern, in die eine, wie in die andere richtung. ich schließe zum beispiel nicht vollständig aus jemals gläubig zu werden, wobei ich grundsätzlich einfach zu keiner religion wirklich direkten zugang finde.

für mich kann ich sagen, dass ich deshalb wohl nicht gläubig bin, weil ich all die dinge von liebe und geborgenheit auch ohne religion finden kann bzw. schon gefunden habe. liebe und geborgenheit hängt ja nun nicht unmittelbar und ausschließlich von der religion ab.

ich kann doch liebe geben und nehmen ohne dass ich an gott glaube. oder ist es so, liebe gibt es nur mit gott/allah oder wie immer man sie alle nennen möge?

liebevollen umgang, respekt und anstand gebietet für mich der normale menschenverstand, emotionale intelligenz und eine gewisse ausgeglichenheit.

hat man das alles nicht, dann hilft einem keine der religionen weiter.

ich glaube ein weiterer punkt ist, warum ich nicht mithilfe einer religion leben kann und will, ist sogenanntes aufgestellte regelwerk. ich möchte nach meinen oben genannten werten leben, ohne dass man sie mir vorschreibt. ich möchte entscheiden, wie ich lebe!

nichtsdestotrotz richte ich mich, wenn ich z.b. moslems bei mir zuhause habe nach ihnen. letztens habe ich pastizio gekocht. das ist ein griechischer nudelauflauf, natürlich ohne schweinefleisch. es gab keinen alkohol, sondern normale getränke. ich würde auch nicht auf die idee kommen und es ihnen anbieten. mein werter gatte hat allerdings ein alster getrunken. da er ja kein moslem ist, ist das für ihn ja okay.

also richtig beschäftigt habe ich mich mit dem kulturrelativismus nicht. aber der gedanke kulturen nicht einordnen oder vergleichen zu können, da es jeglicher objektivität entbehrt, gefällt mir!

lg

thalia


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31. Mai 2009 um 16:43
In Antwort auf thalia1908

...
warum muß man mitleid mit einem überläufer empfinden?

für mich es einfach erstaunlich, dass man gewisse dinge nicht einfach akzeptieren kann. wege können sich im laufe eines lebens ändern, in die eine, wie in die andere richtung. ich schließe zum beispiel nicht vollständig aus jemals gläubig zu werden, wobei ich grundsätzlich einfach zu keiner religion wirklich direkten zugang finde.

für mich kann ich sagen, dass ich deshalb wohl nicht gläubig bin, weil ich all die dinge von liebe und geborgenheit auch ohne religion finden kann bzw. schon gefunden habe. liebe und geborgenheit hängt ja nun nicht unmittelbar und ausschließlich von der religion ab.

ich kann doch liebe geben und nehmen ohne dass ich an gott glaube. oder ist es so, liebe gibt es nur mit gott/allah oder wie immer man sie alle nennen möge?

liebevollen umgang, respekt und anstand gebietet für mich der normale menschenverstand, emotionale intelligenz und eine gewisse ausgeglichenheit.

hat man das alles nicht, dann hilft einem keine der religionen weiter.

ich glaube ein weiterer punkt ist, warum ich nicht mithilfe einer religion leben kann und will, ist sogenanntes aufgestellte regelwerk. ich möchte nach meinen oben genannten werten leben, ohne dass man sie mir vorschreibt. ich möchte entscheiden, wie ich lebe!

nichtsdestotrotz richte ich mich, wenn ich z.b. moslems bei mir zuhause habe nach ihnen. letztens habe ich pastizio gekocht. das ist ein griechischer nudelauflauf, natürlich ohne schweinefleisch. es gab keinen alkohol, sondern normale getränke. ich würde auch nicht auf die idee kommen und es ihnen anbieten. mein werter gatte hat allerdings ein alster getrunken. da er ja kein moslem ist, ist das für ihn ja okay.

also richtig beschäftigt habe ich mich mit dem kulturrelativismus nicht. aber der gedanke kulturen nicht einordnen oder vergleichen zu können, da es jeglicher objektivität entbehrt, gefällt mir!

lg

thalia


Kulturrelativismus
ist meiner Meinung nach so ziemlich das, was deine Ansichten beschreibt, thalia.
Und in meiner Facharbeit hatte ich mich ebenfalls der Ansicht des Kulturrelativismus angeschlossen... =)

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31. Mai 2009 um 16:58
In Antwort auf dante692

Hallo
Ich glaube das anpassen eine rein subjektive Wahrnehmung und Forderung ist.Der Staat fordert gesetzlich gesehen keine Anpassung von seinen Bürgern.Jedenfalls so wie ich deine Anpassung wie du sie wohl meinst verstehe.Einhalten muß man nur die Gesetze eines jeden Landes.
Wie man rumläuft, aussieht, an was man glaubt, wie man spricht und welche Meinungen man vertritt bleibt jedem selbst überlassen.Das ist ja das schöne in einem demokratischen Rechtsstaat.

Punker, Gothics, Penner, oder Hippies z.B. sind ja auch keine angepassten Bürger nach Ottonormalverbraucher und ich habe hier bestimmt noch nicht alle Querdenker und subversiven Elemente aufgeführt

Also halten wir fest, jeder kann sich ausleben wie er will und darauf hat er unveräußerliche Rechte.Welches Recht er aber nicht einfordern kann ist das die anderen ihn akzeptieren und mögen müßen.Denn der Staat kann ( noch nicht ) und darf die Gedanken und Gefühle seiner Bürger auch nicht kontrollieren.

Das heißt, jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und wenn er was erreichen ( Ziel ) will dann muß er sich überlegen ob er sein Verhalten oder sein Aussehen dieser Situation anpassen will, oder nicht.Er muß es aber nicht machen wenn er es nicht möchte.

Ein Beispiel:

Ich habe in einer Bank noch nie eine Muslima mit Kopftuch gesehen aber auch noch keine Punkerin oder Gothicmaus.

Du siehst da wird kein Unterschied gemacht!

Wenn dir also deine Art zu leben wichtiger ist als ein bestimmter Job, dann mußt du dir eben etwas anderes suchen.

Bleibt die Frage sollte der Staat ( in einem freien Land ) eine Bank zwingen dürfen eine Punkerin ( im entsprechenden Outfit ) einzustellen......

Ich finde nicht, denn dann wären wir kein freier Staat mehr!

Aus diesem Grunde glaube ich das sich unsere muslimischen Mitbürger auch nicht anpassen müßen und mußten.Es gibt nichts anzupassen.Wir sind in Deutschland mittlerweile so bunt gefärbt wie ein Regenbogen.

lg
dante

Hm...
ja, deine Ausführungen sind in der Tat sehr demokratisch!! ^^
Also, was ich da doch eher meine, und worauf du auch zum Teil eingegangen bist:
Ich lese in so manchen Büchern, dass die Muslime etwas.... nja, sowas wie der Reiz der westlichen Welt auch mal dazu verleitet, diese religiösen Werte ihres Glaubens in Frage zu stellen.


So zum Beispiel:
Das Verbot des Alkohols.
Hier, in Deutschland (leider?) auch für Jugendliche allgegenwärtig. Es wird natürliches ohne Ende Werbung gemacht, um dn Konsum anzukurbeln. Es hat sich zum regelrechten Hype entwickelt unter den Jugendlichen, zum Alkohol (aauch im Überfluss) zu greifen. Wer das nicht tut ist "uncool".
Diese Situation ist sicherlich extrem überspitzt,aber in den Köpfen der Jugendlichen (ohooooo ich spreche aus eigener Erfahrung ^^) hat sich das so eingebürgert.
Doch das ist jetzt einmal ein aus der Luft gegriffenes Beispiel.
Und da soll es schon öfter vorgekommen sein, das vor allem muslimische Jugendliche sich irgendwo gedrungen zu sehen scheinen, ihre die für sie nun durch den westlichen Alltag zum Teil streng erscheinenden Werte zu hinterfragen.

Warum?? Was verbietet der Koran ihnen denn da zum Teil?
Es gibt schließlich (und da gehe ich von dem größten Teil aus) so viele Muslime die in erfüllug ihrer Religion glücklich und zufrieden leben.

Ich wollte nur noch einmal speziell die Dinge hiterfragen, die sich damit beschäftigen, welche Faktoren so manch einen Muslim zum Grübeln bringen......

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31. Mai 2009 um 17:14

Hm....
also, "anpassen an die westliche Welt"....
Laut dem Koran leben die Muslime nicht direkt die selbe Lebensweise wie wir.
Sie haben zum Teil andere Vorschriften, die aber durchaus mit unserem "System" in Einklang gebracht werden können.
allegegenwärtiges und verallgemeinerndes Beispiel: Alkohol.
Ein Verbot laut Koran.
In "unserer" westlichen Welt ein unabdingbares Gut welches mit Werbung unseren Konsum zum Teil auch auf Kosten vieler minderjähriger Jugendlicher geltend gemacht und toleriert wird.

Nun stelle man sich vor: Muslimische Jugendliche aus einer streng muslimischen Familie hier in Deutschland. Sie gehen zur Schule, knüpfen soziale Kontakte- und hier werden sie eventuell auf Verbote aufmerksam, Grenzen die ihnen der Koran vorschreibt, die aber im Grunde genommen einzuhalten sind. Jugendliche haben es sich zum Kult gemacht, die Allgegenwärtigkeit des Alkohols auf ihre Kappe zu nehmen und konsumieren ihn bewusst und eigentlich verboten. Sollen muslimische Jugendliche in Zeiten des Zugehörigkeitsgefühls und leider auch Gruppenzwanges hier "nein" sagen?
Was überwiegt? Der Drang sich hier genauso wie alle anderen zu verhalten (schließlich sind nur etwa 5% der Jugendlichen Muslime)oder aber die eigenen erzogenen Werte?

Wenn man nun das überspitzte Beispiel rein metaphorisch gesehen auf die allgegenwärtige Alggemeinsituation münzt, so würde ich es wagen, hierin einen problematischen Aspekt der Anpassung zu sehen.

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31. Mai 2009 um 17:58
In Antwort auf maximiliane91

Hm...
ja, deine Ausführungen sind in der Tat sehr demokratisch!! ^^
Also, was ich da doch eher meine, und worauf du auch zum Teil eingegangen bist:
Ich lese in so manchen Büchern, dass die Muslime etwas.... nja, sowas wie der Reiz der westlichen Welt auch mal dazu verleitet, diese religiösen Werte ihres Glaubens in Frage zu stellen.


So zum Beispiel:
Das Verbot des Alkohols.
Hier, in Deutschland (leider?) auch für Jugendliche allgegenwärtig. Es wird natürliches ohne Ende Werbung gemacht, um dn Konsum anzukurbeln. Es hat sich zum regelrechten Hype entwickelt unter den Jugendlichen, zum Alkohol (aauch im Überfluss) zu greifen. Wer das nicht tut ist "uncool".
Diese Situation ist sicherlich extrem überspitzt,aber in den Köpfen der Jugendlichen (ohooooo ich spreche aus eigener Erfahrung ^^) hat sich das so eingebürgert.
Doch das ist jetzt einmal ein aus der Luft gegriffenes Beispiel.
Und da soll es schon öfter vorgekommen sein, das vor allem muslimische Jugendliche sich irgendwo gedrungen zu sehen scheinen, ihre die für sie nun durch den westlichen Alltag zum Teil streng erscheinenden Werte zu hinterfragen.

Warum?? Was verbietet der Koran ihnen denn da zum Teil?
Es gibt schließlich (und da gehe ich von dem größten Teil aus) so viele Muslime die in erfüllug ihrer Religion glücklich und zufrieden leben.

Ich wollte nur noch einmal speziell die Dinge hiterfragen, die sich damit beschäftigen, welche Faktoren so manch einen Muslim zum Grübeln bringen......

Ich verstehe
schon worauf du hinaus wolltest.Aber "Nein" zu sagen muß jeder jugendliche in Deutschland lernen.Egal welchem Glauben er angehört.
Zu seinen Prinzipien zu stehen und überhaupt welche auszubilden ist das schwierige am Erwachsen werden.Da mußte ich auch durch
Auch heute noch muß ich meinen Kumpels zweimal sagen: "Nein ich möchte heute nicht trinken, basta".

Auch wenn du den Alkohol verbietest ist er immer noch da.Ich glaube das die meisten Jugendlichen nicht so ignorant sind und einem muslimischen jugendlichen Alkohol anbieten, oder beleidigt sind wenn er nicht trinkt.Wenn sie es doch tun sind sie keine guten Freunde.
Andere Konfessionen wie die Zeugen Jehovas haben mit den gleichen Problemen zu kämpfen.

Bleibt die abschließende Frage:"Was müßten wir dann alles verbieten, um jede Gruppe zufrieden zu stellen, damit sie in Zukunft nicht mehr peinlich berührt werden?"

"Und da soll es schon öfter vorgekommen sein, das vor allem muslimische Jugendliche sich irgendwo gedrungen zu sehen scheinen, ihre die für sie nun durch den westlichen Alltag zum Teil streng erscheinenden Werte zu hinterfragen."

Wie willst du das verhindern.Sollen alle die, welche nicht nach diesen Werten leben müßen auswandern, oder liegt es an den Eltern ( Muslimen ) ihre Kinder so zu erziehen das sie mit ihren Werten in dieser Gesellschaft klarkommen?


P.s.:Wir haben früher auch schon gesoffen wie die Stiere es wurde nur nicht so publik wie heute .

lg
dante

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31. Mai 2009 um 18:07

Will mich mal daran versuchen
1. was spricht für die anpassung an die westliche welt?

ich glaube, da ist das bedürfnis dazuzugehören, mitzumachen gerade bei jungen leuten besonders stark. alle (europ.) freundinnen gehen beliebig aus, haben einen freund, brauchen daheim scheinbar keine rechenschaft abliefern und kennen im grunde keinen geschlechterunterschied, während das mädel aus einer islam. familie in sämtlichen punkten erst einmal von der familie einschränkung erfährt. das religiöse gewissen ist in so einer situation wohl noch nicht so ausgeprägt.

2. was spricht dagegen?
wie unten beschrieben bewirkt eine liebevolle religiöse erziehung wahrscheinlich, dass man einfach von der richtigkeit, von den moralischen werten aus tiefstem herzen überzeugt ist. man steht quasi über den weltlichen dingen.

meine schwägerin bspw fühlt sich am strand in anwesenheit halbnackter frauen selbst entblößt. es ist ihr äußerst unangenehm dann auch noch mit einem mann zu reden, obwohl bei ihr alles dicht verpackt ist. als säße sie selbst nackig vor ihm. niemals würde sie von anderen verlangen, sich zu bekleiden, geschweige denn sich komplett zu verschleiern. das hat sie ganz alleine für sich entschieden (sie ist witwe). aber ihr schamgefühl, ihre moralische einstellung würde niemals zulassen, dass sie ihren körper "unberechtigten" zeigt.
dazu ist er ihr viel zu teuer.

genauso verhält es sich mit kontakt zum anderen geschlecht. was über die familie und den beruflichen alltag hinausgeht, ist schlicht zu viel. zu schnell verfällt man ins uralte schema des flirtens, wird zu vertraut miteinander, tauscht private probleme aus, die eigentlich niemanden etwas angehen. als gläubiger moslem weiß man außerdem: "sind mann und frau alleine, ist der teufel der dritte" - mit dieser überzeugung im hinterkopf ist der rest schon vorprogrammiert, ein unbefangener umgang schon nicht mehr möglich. warum sich also in verfängliche situationen bringen?

für viele moslems gelten nicht-moslime auch nicht als vertrauenswürdig, was logischerweise bedeutet, dass man seinen freundeskreis ausschliesslich unter seinesgleichen wählt. es schließt nicht aus, freundlichen umgang mit den nachbarn oder kollegen zu pflegen, aber als nicht-moslem wird man kaum näheres darüber erfahren, was sie bewegt, was ihnen probleme bereitet, welche ängste sie haben. über probleme und fehler zu reden, sie einzugestehen ist ohnehin ein gesellschaftliches tabu in vielen islamischen ländern. warum dann ausgerechnet "den anderen" auf die nase binden, die sowieso nicht vertrauenswürdig sind? zumal die familie eigentlich alles gibt, was ein mensch von seinen mitmenschen erwarten darf. denn familie und religion (islam) sind nahezu untrennbar. familie zu gründen ist erstrebenswert und seine eltern zu achten pflicht. das band der familie steht an erster stelle und sie ersetzt das soziale gefüge des staates.

3. wo liegen die schwierigkeiten der anpassung?

wenn ihr die anpassung abverlangt wird, aber gegen ihr religiöses gewissen gerichtet ist, wird sie sich nackt und der anmache ausgesetzt, sich in ihrer würde (überhaupt ein sehr wichtiger aspekt für eine moslema) verletzt und ausgeliefert fühlen. der geschützte bereich von haus und familie hingegen erlaubt ihr, ganz sie selbst zu sein: fröhlich, ausgelassen, neugierig, - die ganze palette.

und noch einen gedanken habe ich aufgeschnappt:
(geborene) moslime, die neu im westen sind und gerne "mitmachen" wollen, geraten oft ganz schön ins schleudern. sie sind sich durchaus bewusst, dass sie die relgiösen gebote überschreiten und finden dann schnell keine grenzen mehr. das fehlen des moralischen zeigefingers in europa (im westen) verwirrt, sie lassen es richtig krachen, bis "eh schon alles wurscht ist" (einige moslime vertreten bspw die ansicht: wenn schon alk trinken und sündigen, dann RICHTIG! dicht bis zum anschlag) ihr gewissen vertrösten sie erfolgreich auf später oder sie finden moralische schlupflöcher wie die sogenannte orfi-heirat (so ähnlich wie die befristete vergnügungsehe). doch sie könnten ihren standpunkt kaum vor der familie vertreten. (junge männer rauchen nicht vor ihren vätern, was nur ein harmloses beispiel ist)

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31. Mai 2009 um 21:30
In Antwort auf lemonice73

Will mich mal daran versuchen
1. was spricht für die anpassung an die westliche welt?

ich glaube, da ist das bedürfnis dazuzugehören, mitzumachen gerade bei jungen leuten besonders stark. alle (europ.) freundinnen gehen beliebig aus, haben einen freund, brauchen daheim scheinbar keine rechenschaft abliefern und kennen im grunde keinen geschlechterunterschied, während das mädel aus einer islam. familie in sämtlichen punkten erst einmal von der familie einschränkung erfährt. das religiöse gewissen ist in so einer situation wohl noch nicht so ausgeprägt.

2. was spricht dagegen?
wie unten beschrieben bewirkt eine liebevolle religiöse erziehung wahrscheinlich, dass man einfach von der richtigkeit, von den moralischen werten aus tiefstem herzen überzeugt ist. man steht quasi über den weltlichen dingen.

meine schwägerin bspw fühlt sich am strand in anwesenheit halbnackter frauen selbst entblößt. es ist ihr äußerst unangenehm dann auch noch mit einem mann zu reden, obwohl bei ihr alles dicht verpackt ist. als säße sie selbst nackig vor ihm. niemals würde sie von anderen verlangen, sich zu bekleiden, geschweige denn sich komplett zu verschleiern. das hat sie ganz alleine für sich entschieden (sie ist witwe). aber ihr schamgefühl, ihre moralische einstellung würde niemals zulassen, dass sie ihren körper "unberechtigten" zeigt.
dazu ist er ihr viel zu teuer.

genauso verhält es sich mit kontakt zum anderen geschlecht. was über die familie und den beruflichen alltag hinausgeht, ist schlicht zu viel. zu schnell verfällt man ins uralte schema des flirtens, wird zu vertraut miteinander, tauscht private probleme aus, die eigentlich niemanden etwas angehen. als gläubiger moslem weiß man außerdem: "sind mann und frau alleine, ist der teufel der dritte" - mit dieser überzeugung im hinterkopf ist der rest schon vorprogrammiert, ein unbefangener umgang schon nicht mehr möglich. warum sich also in verfängliche situationen bringen?

für viele moslems gelten nicht-moslime auch nicht als vertrauenswürdig, was logischerweise bedeutet, dass man seinen freundeskreis ausschliesslich unter seinesgleichen wählt. es schließt nicht aus, freundlichen umgang mit den nachbarn oder kollegen zu pflegen, aber als nicht-moslem wird man kaum näheres darüber erfahren, was sie bewegt, was ihnen probleme bereitet, welche ängste sie haben. über probleme und fehler zu reden, sie einzugestehen ist ohnehin ein gesellschaftliches tabu in vielen islamischen ländern. warum dann ausgerechnet "den anderen" auf die nase binden, die sowieso nicht vertrauenswürdig sind? zumal die familie eigentlich alles gibt, was ein mensch von seinen mitmenschen erwarten darf. denn familie und religion (islam) sind nahezu untrennbar. familie zu gründen ist erstrebenswert und seine eltern zu achten pflicht. das band der familie steht an erster stelle und sie ersetzt das soziale gefüge des staates.

3. wo liegen die schwierigkeiten der anpassung?

wenn ihr die anpassung abverlangt wird, aber gegen ihr religiöses gewissen gerichtet ist, wird sie sich nackt und der anmache ausgesetzt, sich in ihrer würde (überhaupt ein sehr wichtiger aspekt für eine moslema) verletzt und ausgeliefert fühlen. der geschützte bereich von haus und familie hingegen erlaubt ihr, ganz sie selbst zu sein: fröhlich, ausgelassen, neugierig, - die ganze palette.

und noch einen gedanken habe ich aufgeschnappt:
(geborene) moslime, die neu im westen sind und gerne "mitmachen" wollen, geraten oft ganz schön ins schleudern. sie sind sich durchaus bewusst, dass sie die relgiösen gebote überschreiten und finden dann schnell keine grenzen mehr. das fehlen des moralischen zeigefingers in europa (im westen) verwirrt, sie lassen es richtig krachen, bis "eh schon alles wurscht ist" (einige moslime vertreten bspw die ansicht: wenn schon alk trinken und sündigen, dann RICHTIG! dicht bis zum anschlag) ihr gewissen vertrösten sie erfolgreich auf später oder sie finden moralische schlupflöcher wie die sogenannte orfi-heirat (so ähnlich wie die befristete vergnügungsehe). doch sie könnten ihren standpunkt kaum vor der familie vertreten. (junge männer rauchen nicht vor ihren vätern, was nur ein harmloses beispiel ist)

....
"aber ihr schamgefühl, ihre moralische einstellung würde niemals zulassen, dass sie ihren körper "unberechtigten" zeigt.
dazu ist er ihr viel zu teuer."

ah ja, jemand der halt sein haar nicht bedeckt hält und im badeanzug am strand rumläuft ist sich also nicht zu teuer und legt alles flach was zwei beine hat? wenn der körper einer verschleierten frau ihr viel zu teuer ist, ist der einer unverschleierten also billig?

rein aus neugierde, habe ich das jetzt richtig verstanden????

"genauso verhält es sich mit kontakt zum anderen geschlecht. was über die familie und den beruflichen alltag hinausgeht, ist schlicht zu viel. zu schnell verfällt man ins uralte schema des flirtens, wird zu vertraut miteinander, tauscht private probleme aus, die eigentlich niemanden etwas angehen. als gläubiger moslem weiß man außerdem: "sind mann und frau alleine, ist der teufel der dritte" - mit dieser überzeugung im hinterkopf ist der rest schon vorprogrammiert, ein unbefangener umgang schon nicht mehr möglich. warum sich also in verfängliche situationen bringen?

für viele moslems gelten nicht-moslime auch nicht als vertrauenswürdig, was logischerweise bedeutet, dass man seinen freundeskreis ausschliesslich unter seinesgleichen wählt."

ah ja, wenn ich also mit einem moslem zusammen wäre, als frau meine ich, ohne verheiratet zu sein, dann könnte theoretisch ja sodom und gomorrha bei uns ausbrechen, also lieber kein vertrauen in diese beiden menschen setzen und generell den umgang verbieten.

gleichzeitig sagst du aber, nicht-muslime seien nicht vertrauenswürdig für einen freundeskreis. muslime scheinen sich dann untereinander ja auch wenig zuzutrauen. vertrauen untereinander scheint dann ja doch nicht so groß zu sein.

es klingt schon sehr stranged und abgehoben, gerade im umgang miteinander, die eben keine moslems sind. dann muss man sich halt auch nicht wundern, wenn muslime schief angeschaut werden! übrigens geht es mir dabei nur um dieses ich bin teuer du bist billig-ding.

lg

thalia

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31. Mai 2009 um 21:40

...
ohne dich jetzt angreifen zu wollen, aber wie kommst du darauf?

ich will nicht leugnen, dass es hier auch fanatische christen gibt, aber ich habe genau das gegenteilige gefühl und ich bin keine christin.

alles das was du schreibst, ist genau umgekehrt.sie unterstellen den anderen billig zu sein, nicht glücklich oder zumindest den sinn des lebens nicht verstanden zu haben etc.

von den nichtmuslimen höre ich das dagegen kaum. wie kann das angehen?

und auch, wenn man sagt, man ist nicht interessiert, versuchen sie immer noch ihre überzeugung bei einem selbst durchzubekommen.

ich denke reflexion und selbsterkenntnis ist dort nicht angekommen.

woran mißt du das?

lg

thalia

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31. Mai 2009 um 22:21
In Antwort auf thalia1908

....
"aber ihr schamgefühl, ihre moralische einstellung würde niemals zulassen, dass sie ihren körper "unberechtigten" zeigt.
dazu ist er ihr viel zu teuer."

ah ja, jemand der halt sein haar nicht bedeckt hält und im badeanzug am strand rumläuft ist sich also nicht zu teuer und legt alles flach was zwei beine hat? wenn der körper einer verschleierten frau ihr viel zu teuer ist, ist der einer unverschleierten also billig?

rein aus neugierde, habe ich das jetzt richtig verstanden????

"genauso verhält es sich mit kontakt zum anderen geschlecht. was über die familie und den beruflichen alltag hinausgeht, ist schlicht zu viel. zu schnell verfällt man ins uralte schema des flirtens, wird zu vertraut miteinander, tauscht private probleme aus, die eigentlich niemanden etwas angehen. als gläubiger moslem weiß man außerdem: "sind mann und frau alleine, ist der teufel der dritte" - mit dieser überzeugung im hinterkopf ist der rest schon vorprogrammiert, ein unbefangener umgang schon nicht mehr möglich. warum sich also in verfängliche situationen bringen?

für viele moslems gelten nicht-moslime auch nicht als vertrauenswürdig, was logischerweise bedeutet, dass man seinen freundeskreis ausschliesslich unter seinesgleichen wählt."

ah ja, wenn ich also mit einem moslem zusammen wäre, als frau meine ich, ohne verheiratet zu sein, dann könnte theoretisch ja sodom und gomorrha bei uns ausbrechen, also lieber kein vertrauen in diese beiden menschen setzen und generell den umgang verbieten.

gleichzeitig sagst du aber, nicht-muslime seien nicht vertrauenswürdig für einen freundeskreis. muslime scheinen sich dann untereinander ja auch wenig zuzutrauen. vertrauen untereinander scheint dann ja doch nicht so groß zu sein.

es klingt schon sehr stranged und abgehoben, gerade im umgang miteinander, die eben keine moslems sind. dann muss man sich halt auch nicht wundern, wenn muslime schief angeschaut werden! übrigens geht es mir dabei nur um dieses ich bin teuer du bist billig-ding.

lg

thalia

Liebe thalia
es wäre schade, wenn du aus meinem wagen versuch, die sichtweise der muslime darzustellen, die sich schwerlich anpassen können, einen vergleich von gut und schlecht (teuer und billig) herauspickst, den ich so gar nicht gemeint habe.

versuche es mal, von dieser seite her zu verstehen:
die moslema (nehmen wir meine schwägerin) hält alleine IHREN körper für zu teuer (wertvoll, intim) als dass sie ihn präsentieren würde. IHR schamgefühl gerät aus dem gleichgewicht, wenn sie in anwesenheit fremder männer nackte haut vor sich hat. sie verurteilt aber damit die unbedeckte keineswegs als billig - allenfalls bedauert sie diejenige, aber sie würde sich nicht anmaßen es ihr zu verbieten!
so wie du also eine frau mit kopftuch im sommer bedauerst und dir überlegst, ob es nicht heiß darunter ist - aber es berührt dich nicht so stark, dass du sie auffordern würdest, das stück stoff doch besser wegzulassen - richtig?
hier ist also keine wertigkeit von gut und böse -
nur von richtig und falsch
sorry, aber der überzeugte moslem ist nun mal auch davon überzeugt, dass schamhaftigkeit und keuschheit außerhalb der ehe grundrichtig ist. und ja, er unterstellt dem mann, seine triebe nicht so fest im griff zu haben, dass er nicht wenigstens anzügliche gedanken hegte. daher gilt es eben, gewisse situationen zu vermeiden.
ohne bewertung - nimm es einfach nur als gegeben. das zu wissen, erklärt nämlich viele verhaltensweisen, sowohl auf der männer- als auch auf frauenseite.

und was das vertrauen mit der restlichen umwelt betrifft:
das könnte ich mir als grund denken, warum viele moslime im westen unter ihresgleichen bleiben, muss aber nicht generell auf alle zutreffen! man kann aber behaupten, im allgemeinen haben moslime einen starken familienzusammenhalt (der tief verwurzelt ist) und natürlich wie jede bevölkerungsgruppe das bedürfnis nach einer gemeinschaft (=nach leuten, mit denen man etwas gemein hat). das fängt mit der muttersprache an, läuft über die selbe ideologie weiter, beinhaltet oft dieselbe religion und hört nicht selten beim selben lieblingscafe/hobby auf.


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