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Multikulti-Deutschland?

7. September 2004 um 20:27

Wie lebt ihr mit ausländischen Mitbürgern zusammen?

gestattet ein kleines Fragepaket:


1.) stört euch fremde Kultur mit all' ihren Ritualen?

2.)seit ihr der Meinung,daß andere,hier inzwischen ansäßige Kulturen, unsere annehmen sollten? Damit würden sie ihre Herkunft verleugnen,aber durch ihre Andersartigkeit nicht mehr auffallen?

3.)sind nicht auch wir ein Volk der Feierbedürftigen,der Rituale,der strengen Religionen,und fallen wir nicht auch anderweitig auf?

4.)werden unsere Städte,wie schon in anderen Ländern,eine "Gettolandschaft"hervorbringen,wo immer mehr diese andere Kulturen sich ausbreiten,weil es nicht ( mehr)möglich erscheint,daß sie mit uns zusammenwohnen?

5.) versucht mal selbst bei uns im Lande klarzukommen :
der Norden lächelt über den Süden.(und umgekehrt )
Der Osten grübelt noch darüber nach.
Während der Westen sich ganz woanders orientiert???

eine gute Diskusion ist erwünscht

liebe Grüße: et' leckermaedchen

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7. September 2004 um 20:40

Okay...
... ich fang ma' an.

1) Nein.

2) Nein. Sie sollten sich aber zum Grundgesetz bekennen, d.h. zu den ueblichen Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, tralala... Ein Kopftuch z.B. gesteh ich Lehrerinnen absolut gern zu. Es genuegt, wenn die Kultusministerien und damit die Schulen ein gewisses Gefuehl fuer gute deutsche Traditionen vermitteln.

3) Mhmmm... wir fallen schon auf, aber eher durch eine gewisse Steifheit und einen tiefen Abscheu vor Small Talk.

4) Ich hoffe nicht, dass es Ghettos werden, aber dass sich andere Kulturen in gewissen Stadtteilen konzentrieren, wird wohl nicht ausbleiben. Das kann aber durchaus bereichern, so'ne "Currymeile" hat z.B. schon was...

5) Naja, ich hoffe, dass sich die Ost-West-Sache irgendwann durch die EU-Erweiterung usw. eh aufloesen wird...

Ist vielleicht alles etwas rosig gedacht, natuerlich gibt's immer Probleme, aber es kommt vor allem auf die Vision an, die Umsetzung klappt dann schon.



n

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8. September 2004 um 15:16
In Antwort auf oliver_12558894

Okay...
... ich fang ma' an.

1) Nein.

2) Nein. Sie sollten sich aber zum Grundgesetz bekennen, d.h. zu den ueblichen Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung, tralala... Ein Kopftuch z.B. gesteh ich Lehrerinnen absolut gern zu. Es genuegt, wenn die Kultusministerien und damit die Schulen ein gewisses Gefuehl fuer gute deutsche Traditionen vermitteln.

3) Mhmmm... wir fallen schon auf, aber eher durch eine gewisse Steifheit und einen tiefen Abscheu vor Small Talk.

4) Ich hoffe nicht, dass es Ghettos werden, aber dass sich andere Kulturen in gewissen Stadtteilen konzentrieren, wird wohl nicht ausbleiben. Das kann aber durchaus bereichern, so'ne "Currymeile" hat z.B. schon was...

5) Naja, ich hoffe, dass sich die Ost-West-Sache irgendwann durch die EU-Erweiterung usw. eh aufloesen wird...

Ist vielleicht alles etwas rosig gedacht, natuerlich gibt's immer Probleme, aber es kommt vor allem auf die Vision an, die Umsetzung klappt dann schon.



n

Anunfürsisch Nathan...
zu deiner 4 : meintest du etwa so etwas wie chinesenviertel? mit eigener Maffia?..aber ohne Currymeile?

zu deiner 3 : steifheit ? aber ja doch!!Deutscher ( Bespiel?)ist viel zu "höflich" ( =steif) um spontan auf einen Small Talk einzugehen. Ein Big Talk muß zum ausgiebigen Nachbarschaftsratsch als Amusement reichen.

zu deiner 5 :hatte hier mehr an Sprachbarieren im Dialekt gedacht.Da sollen doch die Bayern die erotischste dialektform haben.( nicht die Hessen die an deren Grenze wohnen und halt babbele

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9. September 2004 um 14:13

Gar nicht so einfach,
diese fragen.
1: generell bin ich neugierig auf andere kulturen, finde es immer sehr interessant.
allerdings stört es mich teilweise, wenn hier lebende leute anderen keinen respekt entgegen bringen, etwa, wenn nur ihre kultur klasse ist, andere ablehnen, dabei aber gar keine kenntnisse haben, die feindlichkeiten untereinander, gerade die ausländerfeindlichkeiten untereinander.

2. ich erwarte von keinem, seine herkunft zu verleugnen. aber ich finde es absolut notwendig, dass sie unsere sprache lernen, uns achten, aufgeschlossen sind, kontakte knüpfen.
wenn ich als tourist andere länder besuche, muss ich mich doch auch anpassen, warum geht das umgekehrt nicht? zwischen anpassung und herkunft verleugnen ist doch ein gewaltiger unterschied.

3. wir haben strenge religionen? hm, bin nicht katholisch und sicher auch kein mensch, der lautstark auffällt. verstehe nicht genau, was du meinst.

4. dabei musst du aber auch beachten, dass viele moslems es ja gut finden, untereinander zu bleiben. finde ich aber nicht gut, wenn die leute und selbst deren kinder dann nur gebrochen deutsch sprechen, viele ältere immer noch kein deutsch können, um auch ausserhalb ihrer ghettos leben und arbeiten zu können.
mir ist aufgefallen, wieviele jugendliche und erwachsene, die hier geboren sind, nur schlechtes und gebrochenes deutsch reden. ich glaube kaum, dass dies ihre zukunft in deutschland erleichtert, ausser vielleicht ein kriminelles, genug solcher vorbilder gibt es ja.

5. ist das nicht in jedem land so? also, ich habe nichts gegen preußenwitze, solange man das nicht zu ernst nimmt

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14. September 2004 um 11:45
In Antwort auf candy_11989784

Anunfürsisch Nathan...
zu deiner 4 : meintest du etwa so etwas wie chinesenviertel? mit eigener Maffia?..aber ohne Currymeile?

zu deiner 3 : steifheit ? aber ja doch!!Deutscher ( Bespiel?)ist viel zu "höflich" ( =steif) um spontan auf einen Small Talk einzugehen. Ein Big Talk muß zum ausgiebigen Nachbarschaftsratsch als Amusement reichen.

zu deiner 5 :hatte hier mehr an Sprachbarieren im Dialekt gedacht.Da sollen doch die Bayern die erotischste dialektform haben.( nicht die Hessen die an deren Grenze wohnen und halt babbele

Höflich?!
Habe ich das jetzt richtig verstanden? Deutsche sind höflich? Naja, ich will ja hier nicht in ein Stereotyp verfallen, aber Höflichkeit ist meiner Meinung nach nun wirklich nicht das Steckenpferd des Deutschen (bin selbst eine). Mir passiert es täglich, dass ich Leute grüße (im Aufzug, Büro etc.)und die ihren Mund nicht aufkriegen. Das finde ich schlichtweg unhöflich!

LG
mavi

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29. September 2004 um 14:36

...
->1.) stört euch fremde Kultur mit all' ihren Ritualen?<-
Nö, also fremde Kultur stört mich solange nicht, wie die Rituale nicht Menschen mit anderer Kultur/Religion demütigen.

->2.)seit ihr der Meinung,daß andere,hier inzwischen ansäßige Kulturen, unsere annehmen sollten? Damit würden sie ihre Herkunft verleugnen,aber durch ihre Andersartigkeit nicht mehr auffallen?<-
Niemand sollte gezwungen werden andere Kulturen oder überhaupt etwas anzunehmen, womit er sich nicht identifiziert. Trotzdem sollte man (wenn man in Deutschland wohnt) auch die Kultur der Deutschen akzeptieren und auch die deutsche Sprache erlernen.
-->3.)sind nicht auch wir ein Volk der Feierbedürftigen,der Rituale,der strengen Religionen,und fallen wir nicht auch anderweitig auf?<--
versteh ich nicht. Ja, wir feiern gern, Rotuale, ja sicher -denk ich mal-, strenge Religionen--- wohl eher Leute, die sich streng danach halten, oder eben auch nicht. Ja, manchmal fallen deutsche eben auch auf (Ballermann)
->4.)werden unsere Städte,wie schon in anderen Ländern,eine "Gettolandschaft"hervorbringen,wo immer mehr diese andere Kulturen sich ausbreiten,weil es nicht ( mehr)möglich erscheint,daß sie mit uns zusammenwohnen?<--
sollte eigentlich nicht so sein, wenn die vorherigen Punkte beiderseits eingehalten werden. Aber leider ist die Realität nicht so.
->5.) versucht mal selbst bei uns im Lande klarzukommen :
der Norden lächelt über den Süden.(und umgekehrt )
Der Osten grübelt noch darüber nach.
Während der Westen sich ganz woanders orientiert???<-
Nunja, Witze kann man ja bekanntlich der Situation anpassen. Außerdem geht das vom großen zum kleinen:
Die Erdlinge sprechen abwertend von den "kleinen grünen Marsmenschen" oder "bist Du vom Mond"
die Deutschen lächeln über die Holländer, die Schweizer über die Ösis...
Die Norddeutschen über die Süddeutschen u.u., die Ossis über die Wessis...
die Thüringer über die Sachsen...
die Franken über die Bayern...
ortschaft A über Ortschaft B...
Stadtteil X über Stadtteil Y...
Familie Müller über Familie Meyer...

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3. Oktober 2004 um 20:45

Alles mal zusammen gefasst!
ich habe nichts gegen Multi-Kulti. Wie schlimm wäre es,wenn hier nur Deutsche rumliefen.

Aber!!

Wenn ich Gast in einem anderen Land bin,dann versuche ich mich dort zu integrieren. D.H.ich erlerne als erstes die Sprache!!
Dann versuche ich, Freunde in dem Land zu finden und ich versuche nicht, meine Religion denen dort aufzuschwatzen!

Und eines ist ja mal klar! Wenn es den Leuten in ihrem eigenen Land(zB Deutschland) schlecht geht(hohe Arbeitslosigkeit, schlechtes Wirtschaftswachstum,hohe Steuern) dann werden die dort ansässigen"Fremden" es nicht leicht haben.

TOM

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5. Oktober 2004 um 18:27

Es ist schon etwas beängstigent..
..daß unsere Regierung nicht alles so im Griff hat,wie es sich die meisten von uns wünschen....oder doch ?...
Daß die immer mehr zunehmenden ausländischen Familien,die sich hier niedergelassen haben,und noch niederlassen werden,- in vielen Dingen von uns unterscheiden,will wohl niemand bestreiten, oder sogar verurteilen.Sicherlich ist es schlimm ,daß einige junge Ausländerinnen ( nenne hier keine Nationen )sich hilfesuchend an unsere diversen Anlaufstellen wenden,weil sie Angst oder Sorge wegen Verschleppung durch ihre Verwandtschaft ins Irgendwo haben.sie wollen so wie wir,also europäisch /deutsch leben.Es scheint jedoch immer noch unvereinbar die Sache mit den Gesetzen,-von beiden Seiten- zu sein!

Doch auch bei uns wird gemordet, geschlagen, entführt,und sogar wild "religiöst".,-falls man dieses Wort überhaupt für obskure Rituale,( Satanismus, z.b. )verwenden sollte.
Haben nicht auch einige Deutsche das Grundgestz öfter als uns allen lieb ist mißachtet?
Ein zusammenleben mit Ausländischen Mitbürgern also undenkbar????
Sind wir nicht auch gerne laut,und toben durch unser Leben? vermiesen dem Nachbarn die Freizeit durch laute Musik, durch laut ausgetragene Ehestreitigkeiten? hat nicht gestern erst wieder,ein Deutscher Familienvater sein Kind entführt? hat nicht gestern erst schon wieder ein schrecklicher Mord in irgendeinem "sogenannten unbescholtenen" uns sauberen Reihenhaus ein Enkel seine wohlhabende Großmutter ermordet um an ihr Geld zu kommen ???
wollen wir es uns überlegen,ob wir den Stab über etwas brechen,wo wir selbst einen vielleicht schon über unser Haupt schweben haben?
eine nachdenkliches L.mädchen

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6. Oktober 2004 um 8:47
In Antwort auf aslaug_12484254

Höflich?!
Habe ich das jetzt richtig verstanden? Deutsche sind höflich? Naja, ich will ja hier nicht in ein Stereotyp verfallen, aber Höflichkeit ist meiner Meinung nach nun wirklich nicht das Steckenpferd des Deutschen (bin selbst eine). Mir passiert es täglich, dass ich Leute grüße (im Aufzug, Büro etc.)und die ihren Mund nicht aufkriegen. Das finde ich schlichtweg unhöflich!

LG
mavi

Seh ich genauso...

... erst heute morgen - ich laufe heute mal gut gelaunt zur S-Bahn - grüße ich die Leute, die an der Haltestelle warten mit einem fröhlichen "Guten Morgen"... was passiert??? Ich ernte genervte und verwunderliche Blicke und keiner antwortet, man wird nur dumm angeglotzt und das is nicht das erste Mal, dass mir das passiert... das ist echt unhöflich!!!

Liebe Grüße, Lisa

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7. Oktober 2004 um 11:13

Meine Meinung dazu...
1.) Nein, die fremde Kultur stört mich nicht. Im Gegenteil, man kann doch noch einiges lernen wenn man sich ein bisschen mit den menschen beschäftigt. Allerdings finde ich es nicht gut, wenn man mit dem Ausleben seiner Kultur übertreibt und sich kein bisschen anpasst. Wenn man das in den meisten anderen Ländern nämlich genauso machen würde dann würde man dort kein glückliches Leben haben können.

2.) Sie sollten sich anpassen, so dass keine Konflikte entstehen. Annehmen müssen sie die Kultur ja nicht. Sich nur etwas danach richten, wie es hier ist und nicht (so wie es oft genug vorkommt) mit Gewalt o.Ä. seine eigene Kultur auszuleben.

3.) Natürlich fallen wir auf, wenn wir in fremden Ländern zu besuch sind weil es leider auch zu viele Deutsche gibt, die sich dort kein bisschen anpassen.

4.) Diese Ghettolandschaften gibt es doch fast schon! In jeder Großstadt gibt es Viertel, die dem ähneln! Aber dazu muss ich sagen, dass dort einfach die Menschen leben, die nicht so viel Geld haben weil die Wohnungen günstig sind bzw. Sozialwohnungen sind. Da leben halt viele ausländische Menschen, denn woher sollen diese Leute viel Geld für eine teure Wohnung im Zentrum nehmen wenn sie nicht arbeiten dürfen oder eben nur einen Job haben, wo man kaum etwas verdienen kann?

5.) Oh-ja! Ein schönes Thema!! Vor allem der Ost-West-Konflikt wird ja immer schlimmer. Aber das ist eben kein Wunder, die Ossis sind frustriert weil sie sich das alles etwas anders vorgestellt haben und die Wessis finden es schlimm, dass die Ossis nur am meckern sind und "nicht arbeiten gehen". Dazu nur: In DDR Zeiten war es doch so, dass jeder gleich viel Geld zur Verfügung hatte - egal was er war und (!) jeder hatte eine Arbeit! Man musste sich wahrscheinlich um nix selber kümmern...
Und aus lauter Frust weil alles nicht so läuft wie man sich das in Traumvorstellungen gewünscht hat wird jetzt mal die NPD gewählt - na Prost Mahlzeit!
Mauer wieder hoch, alle NPD-wähler rein und dann sollen die da machen was die wollen, dann merkne sie mal, dass es so nicht funktioniert

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18. Oktober 2004 um 15:01

@ Michaela
ich stimme dir da vollkommen zu...

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