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Mit dem Islam gegen die Finanzkrise?

24. April 2009 um 4:58

"Mit der Scharia gegen die Krise Die Scharia könnte Grundlage einer besseren Finanzordnung sein. Mit dieser These verblüffte die italienische Wirtschaftswissenschaftlerin Loretta Napoloeoni kürzlich die Öffentlichkeit. Ausgerechnet in der Zeitung des Vatikan, im "Osservatore Romano", plädierte sie dafür, künftig verstärkt auf islamische Finanzprodukte zu setzen: "Die islamische Finanzwirtschaft kann zur Entwicklung neuer Regeln für die westliche Finanzwirtschaft beitragen", sagt sie."

http://www.youtube.com/watch?v=OMQXED9dvH0

Die Welt entwickelt sich. Ich hoffe, dass wir alle (noch rechtzeitig) erkennen welches der beste Weg ist inschaAllah.

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24. April 2009 um 14:33

Die Zinsen
würden als erstes wegfallen. Für die Armen wäre auch gesorgt, da die Reichen Geld abgeben müssen. Ich gucke nachher (spät) noch mal hier rein und poste dann noch mehr inschaAllah. Wenn es bis dahin nicht sogar meine Geschwister übernommen haben.
Bei google gibt es auch einiges "Witschaftssystem Islam".

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25. April 2009 um 1:57

Wir vernichten das Geld und gehen nicht mehr arbeiten und leben vom Ackerbau und von der Viehzucht.
dass das islamische Wirtschaftssystem funktioniert zeigt die Zeit in der es dies gab, also so richtig nach Islam wie es sein muß.

So wie es jetzt ist wird es nicht weitergehen. Wahrscheinlich braucht man nur noch abwarten bis der Rest zusammenbricht. Durch die Zinsen wird es nur scheinbar mehr Geld, aber es ist nicht mehr.
Mit dem Geld vernichten oder so etwas in die Richtung finde ich schon mal nicht schlecht. Zumindest sollten diejenigen die die Armen jahrelang ausgenommen haben und nur von ihren Zinsen gelebt haben, zusehen wie sie nun weiter an Geld kommen. Am besten der Hahn wird zugedreht für alle die Geld erhielten ohne dafür etwas zu tun.
Und dann am besten ganz von vorn anfangen. Neue Währung. Wer will macht mit wer nicht, soll weiter mit den Zinsen spielen bis es sich alleine erledigt. Es sitzt doch der Großteil der Menschheit im selben Boot. Das Geld ist nur Papier wenn überhaupt oder es steht in irgendwelchen Zahlen auf irgendwelchen Konten. Und alle Staaten scheinen verschuldet zu sein. Also gehen alle Länder in Insolvenz und alle fangen mit gleicher Chance bei null an ....
und so weiter ... geträumt.
Sie werden es schon machen da oben, aber manches regelt sich dann auch von selbst.

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25. April 2009 um 2:15

Als hätte er alles im Griff. Ich glaube ein deutscher Arbeitnehmer oder Unternehmer sagt noch 1 Tag
"...vor dem Konkurs "alles im Griff, läuft gut ..." zu seinen Freunden, zu sich und vor allem zu seiner Ehefrau ..."

Den Eindruck habe ich auch teilweise. Ich weiß gar nicht wie hoch verschuldet Deutschland ist. Und irgendwie stöhnen wir zwar und vielen geht es echt schlecht, aber andererseits tun wir auch als ob nichts wäre und es uns nichts anginge. Es wird schon irgendwie weitergehen ....


"Also mir würde schon als Experiment ein Zinsverbot (das es übrigens auch früher im Alten Testament gab) reichen"

Viele Geschäfte bieten schon zinsfreie Kredite an.

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25. April 2009 um 2:35

Ob solche Regeln im Westen eingeführt werden? Bleibt abzuwarten. Ich hege Zweifel.
Allah verbietet, dass man sein Geld verdient ohne eigene Leistung/Arbeit, nur indem man dier Zeit arbeiten läßt. Das hat keinen Segen und das sehen wir jetzt.
Der Islam befaßt sich mit greifbaren Dingen, als Kauf und Verkauf z. B.


"Doch wer weiß? Viele Menschen sind aufgewacht durch die Krise und offen für andere Ideen, haben die Fehler des Systems erkannt und befassen sich mit Lösungen für die Zukunft. Ich hoffe, daß es die Mehrzahl ist oder noch wird, die unvoreingenommen und frei von ideologischer Verblendung einer positiven Veränderung des Wirtschaftssystems begegnet und diese auch tatsächlich herbeiführt."

Man kann sich gegen die Entwicklung wehren. Aber es kommt eines Tages über uns. Je nach dem was wir vorausgeschickt haben. Und wenn in einer Stadt Krieg wäre könnte man auch nicht sagen ich gehe trotzdem jeden Tag zur Arbeit. Eines Tages wird man aufwachen und sehen, dass die Firma nicht mehr an seinem Platz ist. Wenn nichts mehr geht, so ist man einfach eines Tages gezwungen etwas zu ändern.
Es ist eigentlich egal was die einen denken und was andere dagegen haben und wieder andere an leichten Einahmen fürchten zu verlieren. Es frißt sich von selbst auf und irgendwann bleibt nichts mehr übrig. Weg mit diesem künstlichen Geld und auf ein Neues. Wofür haben wir die ganzen Experten, sie wissen es ganz genau, dass es nicht funktioniert mit den Zinsen. Was gegen die Gesetze Gottes ist wird sich früher oder später immer auflösen auch wenn wir es nicht wollen. Das ist ein Gesetz. Zinsen haben keinen Segen.

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25. April 2009 um 2:48

Gleichzeitig könnte man dann schauen wie viel Superreiche es in diesen Ländern gibt.
es ist nicht das Ziel des Islam Superreiche zu schaffen. Die Versorgung ist geschrieben für jeden Einzelnen. Wenn es verbraucht ist so ist das Leben vorbei. Das Ziel ist ein Leben nach den Regeln Allahs zu führen. Wer das tut ist mit sich zufrieden. Ein wirkliches islamisches Land das danach handelt wie es geschrieben steht gibt es nicht wirklich. Manche streben danach, aber 100%ig gibt es keines. Es gab mal so ein Land in den frühen Jahren des Islam. Und es hat gut funktioniert. Es gab keine Armut.
Reich darf man sein im Islam, aber eben auf erlaubte Art.
Mein Mann sagt, dass einige Länder so ein System ohne Zinsen anstreben. Das wären Malaysia, Indonesien, Golfstaaten.

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25. April 2009 um 13:16

Das Wirtschaftssystem im Islam
Habe das gefunden:

"Es gehört zu den natürlichen Bedürfnissen des Menschen, sich zu Gruppen bzw. zu einer Gesellschaft zusammenzuschließen. Ein problemloses Zusammenleben ist nur dann möglich, wenn sie sich an gewisse Regeln und Ordnungen halten. Neben dem politischen, dem gesellschaftlichen und Rechtssystem gibt es das wirtschaftliche System. Die Frage, die sich hierbei stellt, ist, auf welcher Grundlage diese Systeme beruhen müssen, um die Probleme der Menschen auch grundlegend und umfassend lösen zu können. Können es von Menschen gemachte Systeme sein oder ist dazu nur eine göttliche Offenbarung in der Lage? Hier soll hauptsächlich ein Überblick über die Grundlagen des islamischen Wirtschaftssystems gegeben und die Frage geklärt werden, ob es eine Alternative zu den übrigen Wirtschaftssystemen sein kann.
Hier mögen sich schon einige Muslime fragen: Existiert überhaupt ein islamisches Wirtschaftssystem? Die Frage mag berechtigt klingen angesichts der Tatsache, daß das wirtschaftliche Geschehen - und nicht nur das - in der islamischen Welt nach westlichen Spielregeln funktioniert. Der Muslim sieht heute in eine bedrückende Realität: seine Welt ist in ca. fünfzig machtlose Staatsgebilde aufgesplittert, die von Marionettenherrschern regiert werden, welche ihr Volk gnadenlos ausbeuten und unterdrücken. Doch leider glauben die meisten Muslime, daß sie keine andere Wahl haben, als sich mit der Realität abzufinden und sich mit den gegebenen Umständen zu arrangieren. Andere sind von den vermeintlichen Erfolgen des westlichen Wirtschaftssystems so geblendet, daß sie die tatsächliche Realität nicht sehen können oder wollen. Der Westen versucht wiederum, sein System als die einzig funktionierende Alternative zu präsentieren. Wenn man allerdings die gegenwärtige Lage auf der Welt beobachtet und genauer analysiert, wird einem bewußt, daß es ein ungerechtes und unmenschliches System ist. Wenn wir beispielsweise an die Länder der Dritten Welt denken, haben wir ein bestimmtes Bild von Hunger, Dürre, sterbenden Menschen, Bürgerkriegen u.s.w im Kopf. Zudem denkt man an die hohe Staatsverschuldung der einzelnen Länder, aus der sie nicht mehr herauskommen. Man muß sich über die Gründe dieser Entwicklungen Gedanken machen und unweigerlich zu dem Schluß kommen, daß der kapitalistisch geprägte Westen die Hauptschuld trägt, indem seine zwei ?Weltorganisationen? die Entwicklungsländer in diese Verschuldung hineintrieben haben, nämlich die Weltbank und der Internationale Währungsfond (IWF). Diese beiden Organisationen haben angeblich die Aufgabe, den Ländern der Dritten Welt aus ihrer wirtschaftlichen Misere zu helfen und ihnen wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungshilfe zu leisten. Aber praktisch setzen sie einen "modernen Kolonialismus" fort, indem sie diese Länder in ihre Abhängigkeit bringen und sie wirtschaftlich ausbeuten. Die Weltbank und der IWF gewähren Kredite an Länder der Dritten Welt und treiben sie in eine so enorm hohe Verschuldung, aus der sie aus eigener Kraft nicht mehr herauskommen. Diese Kredite sind mit so hohen Zinsen behaftet, daß die Exportgewinne der jeweiligen Länder nicht mal ausreichen, um die Zinsen zu tilgen, so daß weitere Kredite aufgenommen werden müssen und sie unweigerlich in einen Teufelskreis und in den Ruin hineingetrieben werden. 1988 betrug die Schuldensumme aller Entwicklungsländer 1200 Milliarden Dollar. Mexiko beispielsweise gehört zu den höchstverschuldeten Ländern der Welt. Es wurde errechnet, daß jedes neugeborene Baby in Mexiko schon bei seiner Geburt den westlichen Banken mehr als 1000 Dollar schuldet. Wer aber glaubt, daß die vielen Kredite und Entwicklungsgelder der Bevölkerung zugute kommen, irrt sich. Denn oft landen sie direkt oder indirekt in den Taschen der Herrschercliquen, mit denen diese ihre Verschwendungssucht befriedigen oder sie für nutzlose Prestigeprojekte oder Rüstungsgüter ausgeben. Viele der Kredite fließen direkt wieder auf ausländische Konten ab. So flossen innerhalb von zehn Jahren von 450 Milliarden Dollar Neuverschuldung knapp die Hälfte wieder ins Ausland zurück. Man darf nicht vergessen, daß der Kolonialismus die Wirtschaftsstrukturen der heutigen Entwicklungsländer zugunsten der eigenen heimischen Wirtschaft völlig zerstört hat. Die vorgefundenen fruchtbaren Anbauflächen in den Kolonialgebieten wurden zu Monokulturen umgewandelt und auf das europäische Konsumverhalten eingestellt. Anstatt beispielsweise Hirse oder Weizen anzubauen, wurde nur noch Kaffee oder Tabak für den westlichen Konsumenten angebaut. Diese Form der Ausbeutung hat sich bis heute nicht geändert. Die Wirtschaft war damit nur noch auf die Luxusbedürfnisse der westlichen Welt ausgerichtet. Millionen von Menschen verhungern weltweit, während die EU tonnenweise Lebensmitteln vernichtet oder lagert, nur damit die Weltmarktpreise stabil bleiben und die europäischen Bauern ihr Einkommen haben. Obwohl die Bewohner der reichen Industrienationen nur 20% der Weltbevölkerung ausmachen, beanspruchen sie 80% der Weltenergie, 85% des Weltholzes und 70% der Weltnahrung. Entsprechend dieser kapitalistischen Mentaltät sieht auch der zynische Lösungsvorschlag für dieses Problem aus: ?Eine gerechte Verteilung und Gewährleistung der vorhandenen Ressourcen würde nur durch die Reduzierung der Weltbevölkerungszahl erreicht werden?. "Welt" ist nur auf den armen Süden beschränkt und bezieht nicht die reichen Industrieländer ein, denn dort sollen die Bevölkerungszahlen wachsen. Aber warum soll man so weit nach Afrika blicken? Gibt es in den sogenannten reichen Industrieländern, wie etwa in den USA und Deutschland keine Armut? Gemessen wird der Reichtum oder Fortschritt dieser Länder am sogenannten Bruttosozialprodukt, also anhand von Zahlen und Fakten, die Jahr für Jahr stolz verkündet werden. Aber sagen diese Zahlen über die eigentlichen Verhältnisse und Zustände der Menschen in einem Land wirklich etwas aus? Wie viele Obdachlose müssen mitten im Finanz- und Wirtschaftszentrum New York, im Schatten von Wallstreet und World-Trade-Center ihr Dasein fristen und im Winter erfrieren, während nebenan Milliardengeschäfte getätigt werden? Während die einen sich ihr tägliches Brot aus Mülltonnen suchen müssen, füttern andere ihre Hunde mit Delikatessen. Die medizinische Versorgung läßt ebenso zu wünschen übrig, wobei das Recht auf Behandlung nur denjenigen vorbehalten ist, die es sich leisten können. Ebenso wie in den USA sieht es auch in Deutschland nicht gerade rosig aus. Obwohl Deutschland einerseits zu den führenden Wirtschaftsnationen mit einem hohen Bruttosozialprodukt zählt und sich als "Sozialstaat" rühmt, spricht man in den letzten Jahren oft von der "neuen Armut" in Deutschland. Auch wenn man es sich nicht vorstellen kann, gibt es Menschen in Deutschland, die von wenigen DM pro Tag leben müssen. Obdachlose beispielsweise, die nach Verlust ihres Arbeitsplatzes und ihrer Wohnung in einen unüberwindbaren Teufelskreis geraten und durch das "soziale Netz" fallen. Wie schnell kann es passieren, daß man in den wirtschaftlichen Ruin getrieben wird, wenn man in der Hoffnung auf ein eigenes Haus, sich bei der Kreditnahme übernimmt. Noch vor dem Einzug in die neue Wohnstätte ist sie mit hohen Schulden belastet, die man in Form festgelegter Zahlungen monatlich an die Bank zu entrichten hat. Der wahre Eigentümer ist also die Bank, solange das Haus nicht bis zum letzten Pfennig abbezahlt ist. Gerät man einmal in Zahlungsrückstand, z.B. durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder ähnliches hat die Bank das Recht das Haus zu pfänden und es zu versteigern. Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte sind überschuldet, nicht zuletzt aufgrund ihres Verständnisses, daß nur materieller Besitz im Leben zählt und man bestimmte Statussymbole vorweisen muß, um in der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Einziger Gewinner ist immer die Bank! Diese Beispiele zeigen auch daß das gesamte kapitalistische Wirtschafts - und Finanzsystem auf Zinsen basiert. Es ist ein System, das lediglich auf Profit und den wirtschaftlichen Nutzen ausgerichtet ist und in dem der Mensch auf der Strecke bleibt. Darin liegt der klare Unterschied zum islamischen Wirtschaftssystem! Im Gegensatz zur kapitalistischen Auffassung hält der Islam die gerechte Verteilung der Güter und nicht die Produktion für das wirtschaftliche Hauptproblem. Aus der Sicht des Westens herrscht eine relative Knappheit an vorhandenen Ressourcen, während das Konsumverlangen danach unendlich groß ist. Deshalb konzentriert man sich darauf immer mehr zu produzieren, um den wachsenden Bedürfnissen der Menschen nachkommen zu können. Im islamischen Wirtschaftssystem steht der Mensch mit seinen Grundbedürfnissen im Mittelpunkt. Der Islam unterscheidet zwischen den primären Grundbedürfnissen und den übrigen sekundären Bedürfnissen. Dass weltweit genügend Ressourcen vorhanden sind um die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen, kann wohl niemand verleugnen. Der Prophet beschreibt diese Grundbedürfnisse folgendermaßen: "Der Sohn Adams (Mensch) besitzt kein besseres Recht, als ein Haus zu haben, worin er wohnen kann, Kleidung, womit er seine Blöße bedecken kann, und ein Stück Brot und etwas Wasser." Dieser Hadith macht eine klare Aussage darüber, daß Unterkunft, Kleidung, und Nahrung die fundamentalen Bedürfnisse des Menschen sind. In einem Staat, in dem die islamische Sarica umgesetzt wird, wird das wirtschaftlich Problem des Menschen richtig erkannt und gelöst. Es ist Aufgabe und Pflicht des Staates, ein Wirtschaftssystem anzuwenden, bei dem es sowohl jedem muslimischen als auch nichtmuslimischen Bürger ermöglicht wird, seine primären Grundbedürfnisse zu befriedigen. Ist ein Bürger nicht dazu in der Lage, eines dieser Grundbedürfnisse zu decken, ist der Staat dazu verpflichtet unterstützend einzugreifen. Darüberhinaus schafft der Staat auch die optimalen Rahmenbedingungen, dass der Mensch nach Kräften seine ergänzenden Bedürfnisse befriedigen kann. Ganz anders sieht der Westen das wirtschaftliche Problem. Materieller und wirtschaftlicher Wohlstand sind Mittelpunkt und Ziel eines kapitalistisch geprägten Lebens. Der Islam lehrt uns daß das wahre Ziel des Lebens darin besteht, das Wohlgefallen Allahs (s.t.) durch ein rechtschaffenes, von der Sarica geleitetes Leben zu erlangen. Einerseits ist materieller Wohlstand sicherlich wichtig und notwendig, andererseits kann er nicht das ultimative Ziel und der Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns im Leben sein. Erwerb und Besitz von Eigentum wird als notwendig, aber nicht als Lebensziel betrachtet. Alle Handlungen, natürlich auch im wirtschaftlichen Bereich, werden von der Sarica geleitet, und dementsprechend basiert das ganze Wirtschaftssystem auf dieser Grundlage. Deshalb gibt es im islamischen Wirtschaftssystem klare Richtlinien bezüglich des Eigentums, seiner Verfügungsgewalt und seiner Verteilung. Zunächst gehört alles, was existiert, Allah, dem Erhabenen. Der Mensch hat lediglich das Nutzungsrecht über diese Güter und ist verpflichtet sie verantwortungsvoll zu verwalten:

"Glaubt an Allah und Seinen Gesandten und spendet von dem, zu dessen Erben Er euch gemacht hat" (Al-Hadid 57, Aya 7) Das bedeutet allerdings nicht, daß Privateigentum verboten wäre. Der Mensch kann Güter und Vermögen, die er rechtmäßig erworben hat, auch sein Eigentum nennen. Die Erwerbsquellen für Privateigentum können vielfältig sein. Es entsteht entweder durch eigene Leistung, beispielsweise durch Arbeit oder durch Vererbung oder Schenkung, aber auch durch Zuwendungen des Staates. In der islamischen Wirtschaftsordnung gibt es allgemeine Richtlinien, was die Art und Weise des Geld- und Eigentumserwerbs betrifft. Beispielweise ist der Handel grundsätzlich erlaubt, solange es sich nicht um verbotene Waren wie Alkohol oder Schweinefleisch handelt, deren Verzehr und somit auch deren Besitz und Verkauf verboten ist.
Neben dem Privateigentum unterscheidet der Islam das öffentliche und das Staatseigentum. Unter öffentlichem Eigentum versteht man Güter, die der Gemeinschaft gehören, dessen Eigentum sich alle Bürger des Staates teilen. Hierzu zählen Wasser, Wälder, Weideland, aber auch Rohöl und andere Bodenschätze. Der Prophet (a.s.s.) sagt in einem Hadith: "Die Muslime sind Teilhaber an drei Dingen: Wasser, Weideland und Feuer." Aus diesem Hadith geht hervor, daß Wasser, aber auch z.B. Erdöl, Kohle und alle Energiequellen wie Elektrizität u.s.w. öffentliches Eigentum, also Eigentum aller Muslime ist und damit Eigentum der Umma. Es darf weder zum Privatbesitz einer Einzelperson oder eines Unternehmens noch zum Besitz des Staates gehören. Denn diese drei Arten von Eigentum müssen genau unterschieden werden. Öffentliches Eigentum muß in irgendeiner Form den Bürgern des Staates unentgeltlich zur Verfügung stehen. Der Staat übernimmt die Förderung und Bewirtschaftung dieser Güter im Auftrag der Umma und gibt sie an diese in Form von kostenlosen Dienstleistungen weiter. D.h. Strom- oder Wasserrechnungen gibt es im islamischen Staat für den Normalverbrauch nicht. Für jeden Haushalt kann ein gewisser Freibetrag an KWh Strom bzw. an Kubikmeter Wasser bezogen werden. Eine ungewöhnliche Vorstellung für jemanden, der in einer kapitalistischen Umgebung aufgewachsen ist. Zum öffentlichen Eigentum gehören ebenfalls öffentliche Einrichtungen wie Moscheen, Schulen, Krankenhäuser, die ebensowenig in privater Hand sein dürfen wie Flüsse oder Seen. Zum staatlichen Eigentum gehören beispielsweise große Unternehmen wie Schwer- oder Rüstungsindustrie. Der islamische Staat ist verpflichet, in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen, wenn gegen islamische Vorschriften verstoßen wird. Er muß dafür sorgen, daß das Gleichgewicht in der Gesellschaft hergestellt und erhalten wird und eine gerechte Verteilung des Vermögens gewährleistet ist. Der Staat soll den Wettbewerb fördern, aber eine Monopolisierung und das Horten von Waren, um durch Verknappung des Angebots auf dem Markt, hohe Preise zu erzielen verhindern. Ebenso lehnt der Islam das Horten von Geld strikt ab:

"Denjenigen nun, die Gold und Silber horten und es nicht um Allahs Willen ausgeben, verkünde eine schmerzhafte Strafe!" (Al-Taubah 9, Aya 34). Im Islamischen Staat ist die Geld- und Finanzpolitik gekennzeichnet durch das Riba-Verbot, was im Westen eine unmögliche Vorstellung wäre. Denn das Zinssystem ist ein Eckpfeiler des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Für den kapitalistisch denkenden Menschen ist sie eine Selbstverständlichkeit im Interesse des wirtschaftlichen Fortschritts und des Profits. Ein offensichtliches Beispiel für den Nachteil des Zinssystems zeigt das Unheil, das die Kreditpolitik in den Entwicklungsländern angerichtet hat. Solchen Entwicklungen beugt der Islam von vornherein vor, indem der Islam jede Form von Zinsen oder Zinsgeschäften strikt ablehnt. Die Beweise aus Qur'an und Sunna sind zahlreich und eindeutig.

"Diejenigen, die Zinsen verschlingen sollen nicht anders dastehen, als wie einer, der vom Satan erfaßt und zum Wahnsinn getrieben wird. Dies soll so sein, weil sie sagen: Handel ist dasselbe wie Zinsnehmen" (Al-Baqara 2, Aya 275)

"Oh, die ihr glaubt, fürchtet Allah und verzichtet auf das, was noch übrig ist an Zinsen, wenn ihr Gläubige seid. Und wenn ihr dies nicht tut, dann ist euch Krieg angesagt von Allah und Seinem Propheten." (Al-Baqara 2, Aya 278-79)
Auch die Adilla (Rechtsbeweise) aus der Sunna sind eindeutig: Gabir überlieferte vom Propheten: "Der Prophet verfluchte denjenigen, der Zinsen nimmt und sie zahlt, denjenigen, der es niederschreibt und es bezeugt. Und er sagte: "Sie sind alle gleich""(Ahmad, Muslim, Tirmidi) In einem anderen Hadit von Abu Huraira heißt es: Der Prophet sagte: "Riba hat siebzig Abstufungen; die harmloseste ist vergleichbar mit einem Mann, der mit seiner eigenen Mutter Zina begeht."
Der Islam definiert deutlich die erlaubten Wege des Gelderwerbs und der Eigentumsbereicherung, sowie den Umgang mit diesem Geld und fordert den Muslim auf, seinen Gesetzen und Vorschriften uneingeschränkt zu folgen. Die erlaubten Möglichkeiten des Gelderwerbs sind durch entsprechende Gesetze vorgezeichnet und entsprechend sind die verbotenen Wege deutlich. So ist die Bereicherung durch Diebstahl, Glücksspiel, Prostitution, Handel mit islamisch verbotenen Dingen u.s.w. verboten. Eine Freiheit der Eigentumsbildung im Sinne des Kapitalismus existiert im Islam nicht. Der Staat, der öffentliche Aufgaben und Dienstleistungen übernimmt, verwaltet das öffentliche und staatliche Eigentum und muß die Einnahmen und Ausgaben verwalten. Dies wird vom Schatzhaus (Bait al-Mal) übernommen. Hier werden die Abgaben der Bürger und die Gewinne aus dem erwirtschafteten öffentlichen Eigentum eingezahlt, verwaltet und von dort aus verteilt. Dabei liegt die Verteilung im Ermessen des Staatsoberhauptes, außer im Fall der Zakat-Einnahmen. Denn diese dürfen nur für jene acht Personengruppen ausgegeben werden, die im Qur'an ausdrücklich erwähnt werden. Die Zakat-Einnahmen müssen vom Staat zentral eingesammelt und auch zentral verteilt werden und dürfen nicht mit anderen Einkünften vermischt werden, da sie zu den grundlegenden Pflichten des Islam gehören. Andere Einkünfte des Staates bestehen aus der Gizya, dem Tribut nichtmuslimischer, männlicher Bürger an den Staat, dem cUsr, dem Zehntel auf Bodenerträge als Ernte-Zakat, und dem Harag, einer weiteren Bodenabgabe. Aus der Staatskasse werden zinslose Kredite vergeben, in öffentliche Projekte investiert, staatliche Zuwendungen vergeben u.s.w. Der Staat kann in Ausnahmenfällen eine Sondersteuer für Muslime erheben, wenn nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung stehen, um notwendige Zahlungen zu tätigen.

Dieser Überblick zeigt, daß das islamische Wirtschaftssystem im Vergleich zu anderen Systemen die einzige ernsthafte Alternative darstellt, bei der das Wohlergehen des Menschen im Mittelpunkt steht und nicht der schnelle wirtschaftliche Profit oder die Steigerung der Produktion. Der Islam kennt keine Weltbankkredite, keine Ausbeutung und keine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Deswegen ist es notwendig einen Staat zu errichten, in dem dieses System Anwendung finden kann. Die Menschen sollten die Möglichkeit erhalten, sich selbst von der Gerechtigkeit und der Umsetzbarkeit dieses Systems zu überzeugen. Viele Beispiele aus der Geschichte zeugen vom Erfolg dieses Systems und könnten auch heute wieder zum Tragen kommen, wenn sich die Muslime wieder darauf besinnen, daß der Islam eine umfassende Lebensordnung ist, die alle Bereiche des Lebens umfaßt. Denn die Muslime finden dann erst wieder aus dieser Misere heraus, wenn sie sich wieder bewußt werden, daß der Islam vollkommen ist, denn es heißt im Qur'an:

"Heute habe ich euch euren Din vervollkommnet und meine Gnade an euch erfüllt und den Islam als Lebensordnung für euch gutgeheißen!" (Al-Maida 5, Aya 4)"

http://www.enfal.de/grund56.htm

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25. April 2009 um 13:18

Die Almosensteuer, Die Zakaah
"Kurze Abhandlung
über die Abgabepflicht im Islam


von
Sheikh Abdul-Aziiz ibn Baaz



Vorwort

Im Namen Allahs, des Barmherzigen, des Erbarmers

Alles Lob gebührt Allah allein, und mögen Segen und Heil auf demjenigen, nach dem es keinen Propheten mehr geben wird, und auf seiner Familie und seinen Gefährten sein.

Das Motiv dieser Abhandlung ist die Mahnung und das Erinnern an die Pflicht der *Abgabe (Zakaah), mit der viele Muslime allzu sorglos umgehen. Trotz ihrer enormen Bedeutung und trotz daß sie eine der fünf Säulen des Islam darstellt, auf denen dieser gebaut, und ohne die dessen Errichtung nicht möglich ist, entrichten viele die Abgabe nicht so, wie vorgeschrieben.

*Arabisch: Zakaah; die Pflicht zur Entrichtung einer am Besitz bemessenen, geringen Abgabe an Bedürftige. Die Höhe der Abgabe, sowie die Definition der Bedürftigen, sind im Quran und den Überlieferungen des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) festgelegt.

Der Prophet Muhammad (Der Segen und Friede Allahs auf ihm) sagte entsprechend: Der Islam wurde auf fünf gebaut: Der Bezeugung, daß es keine Gottheit ausser Allah gibt und daß Muhammad der Gesandte Allahs ist und auf dem Verrichten des Gebets und dem Entrichten der Abgabe (Zakah) und dem Fasten im Ramadan und der Pilgerfahrt zum Hause (Allahs). [Bukhari, Muslim]

Auch stellt die Pflicht der Muslime, die Abgabe zu leisten, aufgrund der Vielzahl ihrer Nutzen und ihrer dringenden Notwendigkeit bezüglich den Bedürftigen unter den Muslimen, eine der am deutlichsten erkennbaren Vortrefflichkeiten des Islam dar.

Ein Nutzen der Zakaah besteht in der Festigung einer freundschaftlichen Verbundenheit zwischen reich und arm, da der Mensch veranlagt ist, Zuneigung zu demjenigen zu entwickeln, der ihm gegenüber Wohltätigkeit zeigt.

Ein weiterer Nutzen besteht in der Reinigung und Läuterung der menschlichen Seele. Durch die Abgabepflicht entfernt sich der Mensch von den charaktereigenschaften Geiz und Habgier, worauf der edle Quran wie folgt hinweist:

<<Nimm von ihrem Besitz ein Almosen, mit dem du sie rein machst und läuterst.>> (Quran 9:103)

Des Weiteren wird der Muslim an Eigenschaften wie Güte, Großzügigkeit und Mitgefühl gegenüber dem Bedürftigen gewöhnt.

Die Abgabe ist ausserdem eine Möglichkeit, um reichen Segen und eine Vermehrung des eigenen Wohlstands herbeizuführen, womit das Ausgegebene von Allah dem Erhabenen ersetzt wird.
So spricht Allah der Erhabene im Quran:

<<Und was immer ihr auch ausgebt, so wird Er es euch ersetzen, und Er ist der Beste der Versorger.>> (Quran 34:39)

Und der Prophet Muhammad (der Segen und Friede Allahs mögen auf ihm sein) sagt in einer richtigen Überlieferung:

Allah der Mächtige und Erhabene spricht: Oh Sohn Adams (gemeint ist hiermit der Mensch), spende [von deinem Besitz] und Wir spenden dir [Besitz].

<<Diejenigen, die Gold und Silber horten und es nicht auf Allahs Weg ausgeben, denen verkünde schmerzhafte Strafe, am Tag, da es über ihm [dem Gold und Silber] heiß gemacht wird im Feuer der Hölle und damit ihre Stirnen, ihre Seiten und ihre Rücken gebrand werden: Dies ist, was ihr für euch selbst gehortet habt. Nun kostet, was ihr zu horten pflegtet!>> (Quran 9:34, 35)

So stellt der Besitz, für den die Zakaah nicht entrichtet wird, für seinen Besitzer ein Schatz dar, mit dem er am jüngsten Tag schwer bestraft wird. Darauf weist die richtige Überlieferung hin, in der der Gesandte Allahs (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagt:

Kein Besitzer von Gold und Silber, der nicht ihr Recht erfüllt [die Zakah entrichtet], dem nicht am jüngsten Tag Platten aus Feuer bereitet werden, die im Feuer der Hölle erhitzt, und mit denen seine Seiten und seine Stirn und sein Rücken gebrand werden. Jedes mal, wenn sie abkühlen, werden sie ihm [von neuem erhitzt] wieder gebracht werden; [dies] an einem Tag, dessen (Aus)Maß fünfzigtausend Jahre ist. Bis zwischen den Dienern [Allahs] gerichtet wird und er dann seinen Weg sehen wird, entweder ins Paradies oder ins Feuer.

Danach erwähnte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) den Kamel-, Kuh- und Schafbesitzer, der für diese die Zakaah nicht entrichtet, und berichtet von seiner Bestrafung am jüngsten Tag durch diesen Besitz.

Auch ist richtig überliefert, daß der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) sagte: Wem von Allah Besitz gegeben wurde, für den er dann nicht die Zakah entrichtete, dem wird eine große, kahle* Schlange gestaltet, die zwei schwarze Punkte [über den Augen] hat**, die ihn am jüngsten Tag umschlingt und ihn an den Wangen packt (und) dann sagt: Ich bin dein Besitz, ich bin dein Schatz. Dann rezitierte der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) die Worte des Erhabenen:

<<Und diejenigen, die mit dem geizen, was Allah ihnen von Seiner Huld gewährt hat, sollen ja nicht meinen, das sei (so) besser für sie. Nein! Vielmehr ist es schlecht für sie. Mit dem, womit sie gegeizt haben, werden sie am Tag der Auferstehung umschlungen werden.>>
(Quran 3:180)

*Die hier erwähnte kahlheit der Schlange wird als Hinweis auf die stärke ihres Giftes verstanden

**Die hier erwähnten Punkte werden ebenfalls als Hinweis auf die Gefährlichkeit der Schlange verstanden


Besitz, für den die Zakaah entrichtet werden muß



Die Pflicht, die Zakaah zu entrichten, ist bei vier Arten von Besitz gegeben:

1. Was geerntet wird an Feldfrüchten, Obst ect.
2. Frei weidendes Vieh, wie beispielsweise Kühe, Schafe, Ziegen etc.
3. Gold und Silber
4. Warengüter (alle Art von Ware, die zum Verkauf bestimmt ist)

Für jede dieser vier Arten von Besitz ist ein bestimmtes Mindestvermögen (Arabisch: Nisaab) festgelegt.

Wird dieses unterschritten, besteht keine Pflicht zur Abgabe.


Ernte



Das Mindestvermögen für die Ernte von Feldfrüchten (Getreide, Reis etc.), Obst u.ä. beträgt fünf Awsaaq (Arabisches Hohlmaß). Ein wasq (Singular von Awsaaq) ist gleichzusetzen mit sechzig Saa (Ebenfalls arabisches Hohlmaß) zur Zeit des Propheten (der Segen und Friede Allahs auf ihm). Somit beträgt das genannte Mindestvermögen für Erntefrüchte jeder Art dreihundert Saa zur Zeit des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm). Ein Saa des Propheten (Segen und Friede auf ihm) beträgt viermal die Menge an beispielsweise Datteln, Rosienen, Weizen, Reis, Gerste u.ä., die in die beiden zusammengelegten Handflächen eines Mannes mittlerer Statur gehäuft werden kann.

Die Pflichtabgabe für diese Erntefrüchte beträgt ein Zehntel (zehn Prozent) des Ertrags, wenn die Pflanzen nicht mit Aufwand verbunden von Menschenhand bewässert werden müssen, d.h., wenn die Pflanzen durch Regen, natürliche Gewässer, Quellen etc. Bewässert werden. Wenn aber die Pflanzungen von Menschenhand und mit Aufwand bewässert werden, wie beispielsweise mittels Wasserrädern, Wasserpumpen etc., so beträgt die Pflichtabgabe gemäß einer richtigen Überlieferung des Gesandten Allahs (der Segen und Friede Allahs auf ihm), die Hälfte eines Zehntels (fünf Prozent) des Ernteertrags.


Frei weidendes Vieh



Das Mindestvermögen für frei weidendes Vieh wird in richtigen Überlieferungen des Gesandten Allahs (Segen und Friede auf ihm) dargelegt.

Wer sich hierrüber informieren möchte, sollte sich in dieser Frage an die Gelehrten wenden, um detaillierte Auskunft zu erhalten. Würde es nicht den Rahmen dieser kurzen und zusammengefaßten Abhandlung sprengen, wäre dieses Thema der Vollständigkeit halber an dieser Stelle ausführlich behandelt worden.


Gold und Silber



Das Mindestvermögen für Silber beträgt 140 Mithqaal*. Dies entspricht, gemessen in saudischen Dirham, 56 Real**. Das Mindestvermögen für Gold beträgt 20 Mithqaal. Dies entspricht elf saudi arabischen Pfund und drei Siebtel eines Pfundes, was mit 92 Gramm Gold gleichzusetzen ist.

*Arabische Gewichtseinheit; 1 Mithqaal= 4,6g nach Aussage Ibn Baazs
**Der Wert des hier genannten "Real" ist nicht gleichzusetzen mit dem des heutigen, saudischen Real

Die Abgabepflicht für Gold und Silber beträgt jeweils 2,5 Prozent des Gesamtvermögens in Gold oder Silber, welches ein Jahr* lang das Mindestvermögen nicht unterschreitet.

*Ein Jahr entsprechend dem islamischen Kalender (Hijri/ Mondjahr)

Regel ist, daß ein Profit* dem Grundvermögen zugerechnet, und somit also kein neues Berechnungsjahr (für den Profit) begonnen wird.
Das gleiche gilt für eine Vieherde. Ein Zuwachs der Herde wird immer dem Grundvermögen zugerechnet. (Somit beginnt das Berechnungsjahr mit dem Tag, an dem die Grenze des Mindestvermögens überschritten wird.)

*Ein Profit, welcher aus diesem Gold/ Silber erwirtschaftet wird z.B. durch Anlage in ein Unternehmen, Investition in Handel etc.


Geld



Auf heutige Währung, egal, ob sie Dinar, Dirham oder Dollar genannt wird, wird die Regelung der Zakaah für Silber und Gold angewendet. Überschreitet das Vermögen den Wert des Mindestvermögens in Gold oder Silber* und verstreicht ein Jahr, so muß die Zakaah dafür entrichtet werden.

*Es wird hier von Gold oder Silber das jeweils niedrigste der beiden (unterschiedlichen) Mindestvermögen gewählt. Dies hängt vom momentanen Wert von Gold und Silber ab

Unter die gleiche Regelung (wie für Gold und Silber) fällt Gold- und Silberschmuck beispielsweise der Frau. Speziell dann, wenn der Schmuck selbst das Mindestvermögen überschreitet und ein Jahr darüber vergangen ist. Dann muß, entsprechend der richtigeren der beiden unterschiedlichen Aussagen der Gelehrten, auch für Gold- und Silberschmuck die Zakaah entrichtet werden, selbst wenn der Schmuck für den täglichen Gebrauch oder als Leihgabe bestimmt ist.
Diese Aussage ist auf der allgemein gehaltenen Formulierung des Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm) begründet, in welcher er sagt:

Kein Besitzer von Gold und Silber, der nicht ihr Recht erfüllt [die Zakaah entrichtet], dem nicht am jüngsten Tag Platten aus Feuer bereitet werden...

Auch ist in einer Überlieferung des Propheten (Segen und Friede auf ihm) bestätigt, daß er am Arm einer Frau zwei Armreife aus Gold sah und fragte: Gibst du die Zakaah für diese? Sie antwortete: Nein. Da sagte er: Wärest du erfreut, wenn Allah dir wegen diesen beiden am Jüngsten Tag zwei Armreife aus Feuer anlegen würde? Da warf sie die beiden (Armreife) von sich und sagte: Diese beiden sind für Allah und Seinen Gesandten. [Abu Dawud, Nasa'i]

In einer Überlieferung von Umm Salamah (Allahs Wohlgefallen auf ihr - Eine der Ehefrauen des Propheten (der Segen und Friede Allahs auf ihm und seiner Familie)) ist bestätigt, daß sie eine goldene Münzkette* trug und fragte: Oh Gesandter Allahs, ist diese ein Schatz? Er (der Segen und Friede Allahs auf ihm) sagte: Das, was (das Maß) erreicht, daß die Zakaah entrichtet werden muß, und dann die Zakah dafür entrichtet wird, ist kein Schatz.

*Arabisch: Awdaah; ein aus Goldmünzen gefertigtes Schmuckstück

Es sind ausser dieser Überlieferung noch weitere nachgewiesen, welche die gleiche Bedeutung in der Aussage zu diesem Thema haben.


Warengüter



Was Warengüter angeht, so ist damit all das gemeint, was zum Verkauf bestimmt ist.

Es wird hier am Ende des Jahres (Ein Jahr nach Beginn des Handels/ Geschäfts, und dann jährlich) der Gesamtwert der Waren errechnet, wobei vom tatsächlichen Wert der Ware ausgegangen wird, ganz gleich, ob dieser über oder unter dem Verkaufspreis liegt. Von diesem Gesamtwert werden dann (wenn der Wert über dem Mindestvermögen für Gold oder Silber liegt) 2,5% als Zakaah entrichtet.

In einer Überlieferung von Samura ist berichtet, daß er sagte: Der Gesandte Allahs der Segen und Friede Allahs auf ihm hat uns befohlen, die Spende aus dem, was wir zum Verkauf vorbereitet hatten, zu entrichten. [Abu Dawud]

Unter den Begriff der Warengüter fallen auch Grund und Boden, der verkauft werden soll, Gebäude, Kraftfahrzeuge, Wasserpumpen, kurz: Alles, was zum Verkauf bestimmt ist.


Mieteinnahmen



Für Häuser und Wohnungen, die vermietet, nicht aber verkauft werden sollen, wird die Zakaah für den Gewinn aus den Mieteinnahmen entrichtet, sobald ein Jahr verstrichen ist (und nachdem das Mindestvermögen erreicht ist).

Somit muß die Zakaah in diesem Fall also nicht für den Wert der Gebäude oder Wohnungen selbst entrichtet werden. Unter diese Regelung fallen auch beispielsweise Mietwagen und Taxen, da der Besitzer diese nicht für den Verkauf, sondern für den Gebrauch erworben hat.

Wenn also der Gewinn aus Mieteinnahmen, Tixifahrten etc. das Vermögen des Besitzers auf über das festgesetzte Mindestvermögen ansteigen lässt, und es dieses ein Jahr lang nicht unterschreitet, so muß er nach Ablauf der Jahresfrist die Zakaah aus diesem Vermögen entrichten, egal, ob er es zum Bestreiten des Lebensunterhalts nutzt, es für eine geplante Heirat oder den Kauf eines Eigenheims bestimmt hat, oder eventuelle Schulden damit abbezahlt etc.

Auf diese Regelung im Fall eines Gebrauchsgegenstandes, aus dem Gewinn geschlagen wird (vermietete Wohnung, Taxi, Mietfahrzeuge usw.), weisen die islamische Gesetzgebung und die entsprechenden Beweise hin.

[Hinweis: Verschiedenartige Vermögen einer Person (beispielsweise vorhandenes Geldvermögen, Einkommen, Gold und Silber, Warengüter, Mietwohnungen etc.) werden zusammengefasst und der Gesamtwert ermittelt. Liegt dann dieser Gesamtwert für ein Jahr über dem Mindestvermögen für Gold oder Silber, so muß die Zakaah von 2,5% entrichtet werden.]


Die Zakaah im Fall von Verschuldung



Es muß auch darauf hingewiesen werden, daß die richtige Aussage unter den Gelehrten die ist, die besagt, daß Schulden, die abbezahlt werden müssen, die Pflicht zum Entrichten der Zakaah nicht aussetzen (wenn das vorhandene Vermögen an Geld, Waren und/oder Vieh das festgelegte Mindestvermögen übersteigt).


Die Zakaah von Waisen und geistig Behinderten



Auch wird, entsprechend der Aussage der meisten Gelehrten, aus dem Vermögen von Waisen und geistig behinderten Muslimen die Zakaah entrichtet.

So ist es die Verpflichtung des jeweiligen Vormunds, diese nach Ablauf der Jahresfrist mit der Absicht gegeben, die Pflicht der Zakaah stellvertretend für die Person zu entrichten, für die er die Verantwortung trägt.

Diese Aussage stützt sich auf der allgemeinen Aussage der jeweiligen Beweise, wie zum Beispiel die Aussage des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm) in der Überlieferung von Muaadh, als der Prophet (Segen und Heil auf ihm) diesen zu den Menschen im Jemen entsandte:

"Wahrlich, Allah hat ihnen eine Spende aus ihrem Vermögen zur Pflicht gemacht, die von ihren Wohlhabenden (weg)genommen wird und an ihre Bedürftigen (zurück)gegeben wird."


Diejenigen, die ein Recht auf die Zakaah haben

Die Zakaah ist ein Recht, welches Allah der Erhabene von Seinen Dienern einfordert.

Es ist nicht erlaubt, die Abgabe an den zu entrichten, der keine Berechtigung hat, diese zu empfangen, oder den Betrag der Abgabe zum eigenen Vorteil zu verwenden, oder mit diesem Betrag einen persönlichen Nachteil aufzuheben oder abzuwenden.

So ist es die Pflicht des Muslim, die Zakaah an die zu entrichten, welche ein Recht auf diese haben (Arabisch: Ahlu Zakah; die "Leute der Zakah"), und er darf die Abgabe nicht für etwas anderes benutzen.

Er soll sie mit reinem Gewissen, allein und aufrichtig für die Zufriedenheit Allahs entrichten, um seine Verpflichtung gegenüber Allah zu erfüllen, was ihm das Anrecht auf reichliche Belohnung und Ausgleich verleiht.

Allah hat in Seinem edlen Buch, dem Qur'an, diejenigen klar beschrieben, die ein Recht auf die Zakaah haben. Allah spricht im Qur'an:

<<Die Almosen sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind [mit der Armen- und Bedürftigenfürsorge], diejenigen, deren Herzen [mit dem Islam] vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Reisenden, als Verpflichtung von Allah, Allah ist Allwissend und Allweise.>> (Qur'an 9:60)

Daß Allah der Erhabene diesen Abschnitt mit genau diesen zwei seiner erhabenen Namen beschließt, soll ein Hinweis darauf sein, daß Allah wissend über die Situation seiner Diener ist, und darüber, wer tatsächlich ein Anrecht auf die Zakaah hat, und wer nicht, und daß Er der Weise handelnde in Seinen Gesetzen für die Menschen und Seiner Bestimmung der Dinge ist.

So soll alles seinem, von Allah vorgeschriebenen Platz zugeordnet werden. Auch wenn manches der Weisheit Allahs einigen Menschen verborgen bleibt, so vertrauen doch Seine aufrichtigen Diener Seinem Regelwerk für die Menschen und unterwerfen sich Seinen Anordnungen.

Allah der Erhabene ist derjenige, den wir für uns und die Muslime um Erfolg im Streben nach Wissen in Seiner Religion bitten, und um Ehrlichkeit im Umgang mit Ihm.

Wir bitten Allah um Eifer im Streben nach dem, das Ihn zufrieden mit uns macht, und bitten Ihn, uns von dem entfernt zu halten, das Seinen Zorn zur Folge hat. Er ist der Hörende, der Nahe.

Möge der Segen und Friede Allahs auf Seinem Diener und Gesandten Muhammad und auf dessen Familie und dessen Gefährten sein."

Quelle: islamhouse.com

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26. April 2009 um 2:47

Wegen mir könnte man das so mal probieren
im Moment scheint es mir in Deutschland so bunt gemixt, dass es bestimmt nicht einfach wird auf einen Nenner zu kommen. Das schaffen ja nicht mal die Politiker. Andererseits werden wir aber gezwungen werden etwas zu ändern wenn wir es nicht schon vorher selbst wollen. Hoffnung habe ich aber, da im Moment einiges im Gange ist. Teilweise beängstigend aber auch spannend finde ich. Kann ja nur noch besser werden. Aber wenn man so die Reden hört soll der Tiefpunkt noch nicht mal erreicht sein.


"Also schlimmer wie sich weiterhin nach den nichtfunktionierenden Dogmen eines Adam Smith, Keynes oder Marx zu richten ... könnte es nicht werden. "

Dass es nicht funktioniert mit von Menschen gemachten Systemen haben wir alle erfahren. Das islamische Wirtschaftssystem funktioniert und hat es auch schon mal gegeben. Wie auch diese Italienerin in dem Video über "Die Zuhälter der Globalisierung" (in etwa) sagte ist die muslimische Welt von dieser Finanzkrise nicht oder nicht in dem Maße betroffen, weil sie nicht mit den Zinsen arbeiten.

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