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Mietpreise – und kein Ende der Spirale

8. April um 23:40

Was sind das für inkompetente und scheinheilige Politiker?

Enteignungen hört sich an wie ein schlechter Witz. Das sind keine Enteignungen, sondern
Zwangsverkäufe zu marktüblichen Preisen. Plötzlich kommt man auf die Idee, Wohnungen, die billig verscherbelt wurden, zu hohen Preisen zurückzukaufen. Zahlen muss es der Steuerzahler.
 
Dass die Mieten kräftig steigen, ist seit langem abzusehen. Nicht nur in Ballungszentren,
wo sich die Konflikte aufgrund von Angebot und Nachfrage zusätzlich verschärft haben.
 
Dafür drei weitere Ursachen:

1. Abgaben und Gebühren, die die Baukosten erhöhen, trägt letztendlich der Mieter. Das reicht von Grunderwerbssteuer,  Maklergebühr, Mautgebühr, Grundsteuer, Umsatzsteuer, Energiesteuer und vieles mehr.

Übrigens:  1,5 Milliarden Euro werden für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt, allein durch die Grunderwerbssteuer nehmen die Länder aber 13 Milliarden Euro ein.
 

2. Mit immer neuen verschärften Vorschriften wurden die Kosten für Wohnraum in die Höhe getrieben.

Das reicht von der EnEV bis zu Euronormen für Baustoffe und Handwerker. Eine einfache Fassadenbekleidung ist heute nicht mehr zulässig, nur noch mit teurer Wärmedämmung.
Zudem haben wir einen Flickenteppich an Normen in den einzelnen Bundesländern.
Nicht einmal die Bauordnung ist einheitlich.
 

3. Seit Jahren gibt es immer weniger Facharbeiter im Baubereich. Firmen suchen händeringend nach Arbeitskräften, die Lohnkosten sind enorm angestiegen. Die Handwerkerstunde kostet bereits zwischen 50 und 75 Euro netto.

Bei lohnintensiven Sanierungen kommen irre Beträge zusammen. Da kann schon die Erneuerung einer Dachrinne beim Mehrfamilienhaus mit Gerüst 12.000 Euro kosten.

Firmen finden keine Nachfolger. Der Auftragsbestand staut sich weiter an.

Die Baukosten steigen, die Bauzeiten werden immer länger. Für die malermäßige Instand-setzung einer mittelgroßen Wohnung incl.. Fußböden müssen heute 7000,- Euro angesetzt werden, die Kosten für den Einbau eines einfachen kleinen Bades liegen bereits bei 10.000 Euro und mehr. Ballungsgebiete noch nicht einbegriffen.

Das wird sich beim Altbaubestand erst in den nächsten Jahren kräftig auf die Mieten durchschlagen.

Es gibt weder eine vernünftige Steuerung des Arbeitsmarktes noch eine zweckdienliche Migrationspolitik. Auf dem Bau arbeiten zu 80% Ausländer, viele ohne Ausbildung, manche illegal. Junge Deutsche bevorzugen Berufe, wo sie sich nicht schmutzig machen.

Wir haben die Wehrpflicht abgeschafft.
Wie wäre es stattdessen mit einem gemeinnützigen bzw. praktischen Jahr für alle?
 
Oder mit einer Frauenquote im Handwerk?  (Dafür hat noch niemand demonstriert :taquin


Nun seid ihr dran.
 

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9. April um 7:00

Ursachen?
Nullzins- / Strafzinspolitik. Allem voran. An erster und zweiter und dritter Stelle.
Da gehen Investitionen ins "Betongold" und in so etwas wie Pflegeheime, die plötzlich zu "Geldanlagen" werden.
Was dabei heraus kommt sehen wir und dagegen hilft auch kein gemeinnütziges Jahr und keine Frauenquote.

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12. April um 6:45

schon mal die Schilder "hier entstehen xx neue Wohnungen" gesehen, die jahrelang herumstehen, ohne dass gebaut wird? Es ist um Welten lukrativer, ein Grundstück mit genehmigten Bauanträgen weiter zu verkaufen, als zu bauen...

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12. April um 6:48

geht doch um große Unternehmen mit mehr als 4000 Wohnungen. Was schon an sich für die Katz ist, denn sollte so ein Gesetz kommen (was ich kein bißchen glaube), dann hat halt Unternehmen A 3999 Wohnungen und dann wird Unternehmen B gegründet und übernimmt ab da

Unterschrieben hätte ich für die Peti dennoch, wenn ich gekonnt hätte, nicht weil ich an diese Lösung glaube, aber daran, dass da etwas getan werden muss und zwar mehr als dringend.

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12. April um 7:50

und so lange Bauland in erster Linie ein Investitionsobjekt aka Betongold ist, wird sich das auch nicht ändern, ja.

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