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Mangelnde Hilfsbereitschaft

27. Februar 2004 um 2:37

meine kollegin war kürzlich mit dem ice auf einer dienstreise unterwegs. sie lief vom ice zur u-bahn station, blieb allerdings ein paar stufen auf der treppe zum bahnsteig stehen, da dieser überfüllt mit menschen war.

plötzlich wurde sie von hinten von einer frau mit beiden händen die treppe heruntergestossen.

meine kollegin verletzte sich beim treppensturz am linken bein und schlug sehr ungünstig mit dem kopf auf einer der untersten treppenstufen auf, so dass sie das bewusstsein verlor.

der bahnsteig war voller menschen. und keiner, NIEMAND hat sein handy rausgeholt, um die sanitäter zu rufen. niemand hat nach ihren verletzungen geschaut sondern ist einfach gemütlich und gedankenlos seines weges weiter geschlendert.

meine kollegin weiss nicht mehr, wie lange sie dort bewusstlos lag.
wach wurde sie erst durch ein tätscheln in ihrem gesicht. zwei penner kümmerten sich irgendwann um sie, als sie so völlig hilflos und bewusstlos am boden lag.

schrecklich, welche brut durch die städte läuft.

grüsse zur nacht
cosmic.

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27. Februar 2004 um 10:09

Huhuuuu Ute

Sicher gibt es die ganze Palette. Da stimm ich Dir zu. Ich hatte auch schon Erlebnisse die mich in angenehmer Weise verblüfften. Obwohl ich auch ein Optimist bin

Aber die Existenz und das Erleben einer Sache ist nun mal zweierlei.

Darum kann ich auch Cosmic's Empfinden und ihre Reaktion auf das Geschehen mit und um ihre Freundin sehr gut nachvollziehen. Denn in diesem Moment gab es eben nun mal kein GRAU oder WEISS.
Ich kenne das auch. Ich habe andere auch schon als gewissenlose Ignoranten und noch schlimmeres beschimpft, weil ich Situationen, wie von Cosmic beschrieben, erlebt hab.
War für den Moment halt so. Und mir hat es gut getan*gg*

Darum kann ich Deine Wut, liebe Cosmic, sehr gut verstehen

Ha. Aber etwas WEISSES gab es ja doch. Nämlich die "grauen Gestalten", die sich um sie bemühten.
Ist doch interessant, das es gerade die Menschen waren die halfen, auf die gern verächtlich herabgeschaut wird.

Nun seid gaaaanz lieb gegrüßt
Cosmic, Ute und Ester


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27. Februar 2004 um 10:11

Huhuuuu Ute

Sicher gibt es die ganze Palette. Da stimm ich Dir zu. Ich hatte auch schon Erlebnisse die mich in angenehmer Weise verblüfften. Obwohl ich auch ein Optimist bin

Aber die Existenz und das Erleben einer Sache ist nun mal zweierlei.

Darum kann ich auch Cosmic's Empfinden und ihre Reaktion auf das Geschehen mit und um ihre Freundin sehr gut nachvollziehen. Denn in diesem Moment gab es eben nun mal kein GRAU oder WEISS.
Ich kenne das auch. Ich habe andere auch schon als gewissenlose Ignoranten und noch schlimmeres beschimpft, weil ich Situationen, wie von Cosmic beschrieben, erlebt hab.
War für den Moment halt so. Und mir hat es gut getan*gg*

Darum kann ich Deine Wut, liebe Cosmic, sehr gut verstehen

Ha. Aber etwas WEISSES gab es ja doch. Nämlich die "grauen Gestalten", die sich um sie bemühten.
Ist doch interessant, das es gerade die Menschen waren die halfen, auf die gern verächtlich herabgeschaut wird.

Nun seid gaaaanz lieb gegrüßt
Cosmic, Ute und Ester


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27. Februar 2004 um 11:27

Hihi*schmunzel*

Dann sind wir ja einer Meinung

Hö. Entschuldige Dich nicht für Deine eigene Meinung. Wäre ja noch schöner
Denn die höre oder lese ich noch immer recht gerne. Ob sie nun der meinen entspricht oder nicht.

Aber Deine Idde mit dem "gut finden Thread" ist im übrigen doch gar nicht schlecht*gg*

In diesem Sinne knuddelt Dich der
Geronimo

P.S.: Aber wieso mein Beitrag hier zweimal steht ist mir schleierhaft*grübel*

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27. Februar 2004 um 12:13

Das ist völlig unverständlich...
ein solches verhalten bzw. nichtverhalten ist doch unglaublich...
allerdings verwundert es mich ein bißchen... ich laufe mehrmals täglich über einen ziemlich grossen bahnhof und mir fällt verstärkt auf, dass "die brut" sehr viel aufmerksamer ist als ich dachte... Sobald jemand als hilflos erkannt wird, ist immer sofort hilfe zur stelle... gerade neulich habe ich mich mit einer kollegin darüber unterhalten und wir haben uns gefragt ob die menschen möglicherweise durch das fernsehen dafür sensibilisiert werden...
umso schlimmer, dass es trotzdem zu solchen vorfällen kommt...

ziemlich fassungslos
schönen tag noch

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27. Februar 2004 um 16:22

Grausam!
Allerdings bin ich mal am HH HBF die Treppe runter gefallen (und lag auch ziemlich mich-krümmend vor Schmerzen da) und muss sagen, es haben sich recht viele Leute um mich gekümmert und gefragt...

Es ist schrecklich, dass Deiner Kollegin passiert ist, aber manchmal findet man doch hilfsbereite Menschen!

Sonnigen Gruss zum Wochenende!

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27. Februar 2004 um 16:27

Nachtrag
über meine innere orientierung: (extra für ute)

obwohl ich die menschen, die meiner kollegin nicht geholfen haben zutiefst verachte, habe ich auch mitleid mit ihnen. denn sie haben nicht einmal ihre stumpfsinnigkeit bemerkt. für mich sind das gefühllose kreaturen, die ihr eigenes leid nicht bemerken. und das schmerzt mich.

meine kollegin aber ist den weg zur u-bahn wohl schon sehr oft gegangen. genauso wie millionen andere, aber immer aufrecht und dazugehörend. und vielleicht hat sie auch weggeschaut, wenn andere strauchelten und fielen.

sie hat erfahren, dass die welt in ordnung ist, wenn man aufrecht gehen kann.
als sie nun plötzlich zu denen, die am boden liegen befördert wurde, wurde ihr die hilfe von den aufrecht gehenden verweigert - allerdings von denen, die auch am boden liegen gewährt.

meine kollegin hat wie ich finde eine sehr wertvolle lektion bekommen, von der wir alle lernen können.

die bösen anderen sind immer auch wir.
licht und liebe dem nächsten

cosmic.

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27. Februar 2004 um 17:06


und ich persönlich finde, dass ich nichts widersprüchliches zu dem, was du sagst, geäussert habe.

gruss + kuss
cosmic.

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27. Februar 2004 um 17:13

Hallo temptress,
sie wohnt in frankfurt.

ich helfe übrigens auch immer.

licht und liebe allen pennern

cosmic.

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27. Februar 2004 um 17:46

Kann ich gut verstehen
liebe tress,

ich selbst lebe auch nicht mehr so richtig gerne in ffm und fühle mich auch nicht besonders mit den menschen hier verbunden.

allerdings wohne ich in bornheim und ich finde bornheim ist noch eine angenehme gegend, im gegensatz zu vielen anderen ungemütlichen ecken, die es hier gibt.

eine bekannte von mir wohnt z.b. auf der mainzer, direkt im gallusviertel. dort gibt es jede nacht eine schießerei oder messerstecherei...
musste schonmal dort demonstrativ eine weinflasche hochhalten, die ich jedem, der mir unangenehm zunahe gekommen wäre auf die rübe gehauen hätte.

pläne sind schon gemacht. ich werde nicht ewig hier wohnen bleiben. es gibt zum leben viel schönere orte und attraktivere städte als frankfurt.

dir liebe grüsse nach börlin
cosmic.

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27. Februar 2004 um 17:47

Schon heftig sowas
kann ich absolut nicht verstehen. ich kanns ja noch nachvollziehen, wenn man z.b. bei ner schlägerei nicht eingreift, weil man angst hat (obwohl man da auch die polizei rufen kann). aber wenn jemand stürzt oder sich sonstwie verletzt, und einem selbst nichts passieren kann, wieso sollte man dann nicht helfen? tja, das wissen die leute, die einfach weiter gegagen, sind wahrscheinlich selbst nicht.
ich bin auch mal in der stadt beim einkaufen zusammen geklappt. da waren aber gleich mindestens 10 leute da, die mir wasser gebracht haben, mir die beine hochgehalten haben, den krankenwagen gerufen haben und was man da sonst noch so macht. war mir ja fast schon zu viel des guten. dafür hat mich der sanitäter dumm angemacht, von wegen ich hätte doch bestimmt nicht anständig gefrühstückt, das wäre ja jetzt die neue mode und so. jaja...
jedenfalls scheinen die leute nicht überall so drauf zu sein, wie bei deiner kollegin. finde ich gut zu wissen...
karicia

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27. Februar 2004 um 19:05

Oh ja
ich will nach dietzenbach in den starkenburgring ziehen ! dann kaufe ich mir ein pferd oder esel und halte das tier auf dem balkon... das sieht man desöfteren mal dort. - fällt also gar nicht wirklich auf...

das ist echt übelste, schlimmste wohngegend !!

bad vilbel finde ich auch sehr schön und könnte mir sehr gut vorstellen dort zu leben.

ich hatte schon vor in dieser gegend zu bleiben und habe angedacht in den odenwald oder in den taunus zu ziehen.
aber richtig festgelegt bin ich noch nicht. es könnte auch eine ganz andere gegend sein. es gibt ja viele schöne fleckchen und ich bin frei und kann mich noch entscheiden.

den sandweg kenne ich sehr gut. ist ja ein ding, dass du da gewohnt hast. ich wohne zwar nicht im sandweg aber ganz in der nähe in einer seitenstrasse.


liebe grüsse
cosmic.

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27. Februar 2004 um 19:21
In Antwort auf GeronimosLiebe

Huhuuuu Ute

Sicher gibt es die ganze Palette. Da stimm ich Dir zu. Ich hatte auch schon Erlebnisse die mich in angenehmer Weise verblüfften. Obwohl ich auch ein Optimist bin

Aber die Existenz und das Erleben einer Sache ist nun mal zweierlei.

Darum kann ich auch Cosmic's Empfinden und ihre Reaktion auf das Geschehen mit und um ihre Freundin sehr gut nachvollziehen. Denn in diesem Moment gab es eben nun mal kein GRAU oder WEISS.
Ich kenne das auch. Ich habe andere auch schon als gewissenlose Ignoranten und noch schlimmeres beschimpft, weil ich Situationen, wie von Cosmic beschrieben, erlebt hab.
War für den Moment halt so. Und mir hat es gut getan*gg*

Darum kann ich Deine Wut, liebe Cosmic, sehr gut verstehen

Ha. Aber etwas WEISSES gab es ja doch. Nämlich die "grauen Gestalten", die sich um sie bemühten.
Ist doch interessant, das es gerade die Menschen waren die halfen, auf die gern verächtlich herabgeschaut wird.

Nun seid gaaaanz lieb gegrüßt
Cosmic, Ute und Ester


Hallo Geronimo,
ja, es gab tatsächlich etwas weisses.

meine kollegin bekam hilfe.

paradoxerweise sind hier aber die schwachen stark.

das ist, wie ich finde das interessanteste an diesem erlebnis.

liebe grüsse zurück
cosmic.

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28. Februar 2004 um 17:26
In Antwort auf Cosmicgirl

Hallo Geronimo,
ja, es gab tatsächlich etwas weisses.

meine kollegin bekam hilfe.

paradoxerweise sind hier aber die schwachen stark.

das ist, wie ich finde das interessanteste an diesem erlebnis.

liebe grüsse zurück
cosmic.

Hey Cosmic

Ich finde es gar nicht so paradox, das die Schwachen in solchen Situationen stärker sind.

Denn SIE haben nichts zu verlieren.

Jetzt wirst Du sicher sagen: "Aber die anderen haben doch auch nichts zu verlieren?!"

Ich denke schon das sie etwas zu verlieren haben. Zumindest subjektiv.

Stell Dir mal vor. Die haben sich alle so große Mühe gegeben in dieser homogenen Masse unserer Gesellschaft aufzugehen, das sie verdammte Angst haben nicht wieder hineinzufinden wenn sie einmal einen Schritt nach "draußen" machen.
Denn diese Masse bietet Sicherheit (subjektiv) und nimmt natürlich auch Verantwortung ab.

Hmmm. Ist so eine Idee, ein Denkmodell. Klingt für mich jedenfalls plausibel.

Sei lieb gegrüßt und hab ein schönes Wochenende

Geronimo

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28. Februar 2004 um 19:50
In Antwort auf GeronimosLiebe

Hey Cosmic

Ich finde es gar nicht so paradox, das die Schwachen in solchen Situationen stärker sind.

Denn SIE haben nichts zu verlieren.

Jetzt wirst Du sicher sagen: "Aber die anderen haben doch auch nichts zu verlieren?!"

Ich denke schon das sie etwas zu verlieren haben. Zumindest subjektiv.

Stell Dir mal vor. Die haben sich alle so große Mühe gegeben in dieser homogenen Masse unserer Gesellschaft aufzugehen, das sie verdammte Angst haben nicht wieder hineinzufinden wenn sie einmal einen Schritt nach "draußen" machen.
Denn diese Masse bietet Sicherheit (subjektiv) und nimmt natürlich auch Verantwortung ab.

Hmmm. Ist so eine Idee, ein Denkmodell. Klingt für mich jedenfalls plausibel.

Sei lieb gegrüßt und hab ein schönes Wochenende

Geronimo

Hi Geronimo,
eigentlich denke ich, dass die zwei penner sich um meine kollegin zunächst aus ihrem mit-leid heraus gekümmert haben. es ist zwar nicht dasselbe leid, aber wohl ein ähnliches leid, welches diese menschen erfahren.

aber trotzdem: zwei der anwesenden haben herz bewiesen.

ich sehe es genauso, dass die anderen, die nicht geholfen haben etwas zu verlieren haben. die menschen aus der gruppe, zu der sich meine kollegin selbst zählt kümmern sich nur darum, selbst nicht zu fallen, weil sie vor der situation angst haben, selbst in den sumpf zu steigen. und auch weil sie angst haben, dass ihnen niemand aufhilft.

meine kollegin konnte aber erkennen, dass es da noch andere gibt, die scheinbar nicht zu ihrer gruppe gehören und trotzdem ihrem herz näher stehen. es gab sogar jemand, der sich durch eventuell anfängliches mitleid nicht lähmen läßt, sondern gehandelt hat.

und ich bin froh, dass jemand da war, der meiner kollegin geholfen hat.

dir auch liebe grüsse zum wochenende
cosmic.

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