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Mal wieder was anderes: körpersprache

9. April 2009 um 20:54

ich kann das thema sprachen einfach nicht lassen - dazu find ich es viel zu interessant.
aber leider bin ich grad aufm sprung (wochenende hat ja begonnen ) und finde jetzt keine muße darüber zu philosophieren.
über körpersprache in anderen sprachen, körperdialekt quasi
über körperhaltung,
hände und arme, die mitsprechen,
über mimik ja auch...

vl fällt euch etwas dazu ein, bis ich wiederkomme?

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10. April 2009 um 1:41

Wieder da
@silbertanne,
den eindruck habe ich auch. aber der bezieht sich eher auf männliche quasselstrippen und tratschkattln, auf quirlige zappelphillips und unstete stehaufmännle.
gute gespräche und interessante ausführungen, spontaneität und tatenlust finden meiner meinung nach jedoch mindestens die hälfte aller frauen nicht abstoßend.

die frau in der kneipe ist anscheinend etwas ...plump (ungefähr so plump wie einer, der sie nur wegen ihrer oberweite wahrnimmt ) ein wiederholter blick auf die uhr oder smalltalk mit dem barkeeper deinerseits müsste sie eigentlich verstehen. es sei denn, sie ist schon zu dicht, um solche signale zu erkennen...

@rassami,
bitte kaufe dir das buch und lass uns daran teilhaben!

ja, das mit der deutung ist schon sowas... wie die verschiedensten traumanalysen: man steckt es in eine schablone und kann es dann soundso deuten...
ich glaube nicht an solche starren auslegungen, denn wie du ja beschrieben hast, schlägst du auch deine beine übereinander und deine arme untereinander, wenn du einfach bequem sitzen und sehr wohl reden willst. bei mir kommt diese haltung jedenfalls auch oft vor, wenn ich mit einer freundin klöne. von verschlossenheit ist da ja mal gar nicht die rede!
folglich spielt noch mehr als schablone A (überschlagene beine) mit. du hast es ja auch erwähnt: die ganze körperhaltung plus mimik plus tonlage plus gebärden sprechen für sich.

das deuten der verfassung über die körpersprache ist vl keine großartige wissenschaft, aber womöglich achtet der mitmensch zu wenig darauf (kunststück, wenn wir hier alle vor unseren monitoren sitzen und uns einzig über buchstaben gebärden... und über smilies..)

auf das thema gebracht hat mich heute der schiedsrichter. ein mann weniger worte, aber mit bewegungen so unmissverständlich, dass er 22 spieler und ein ausverkauftes stadium damit in seinen bann ziehen kann.
ähnlich dem enthusiastischen verkehrspolizist, der mit den armen rudernd eine horde von verkehrsteilnehmern in die bahnen weist.
man hat sich weltweit auf bestimmte körpersignale geeinigt, um sich wortlos miteinander verständigen zu können.
andere handzeichen haben weniger offiziellen charakter, sind aber genauso lesbar - zumindest auf kontinentaler ebene.
der stinkefinger z.b. geht nämlich in afrika ganz anders...
oder sich an die birne zu tippen bedeutet hier gerade das gegenteil: "köpfchen! "
die beine breit übereinanderzuschlagen spricht hier für respektlosigkeit und kann nur mit entgegengestreckten fußsohlen übertroffen werden...

allein die gesten der begrüßung könnten global gesehen unterschiedlicher nicht sein. die einen halten dir dezent die rechte hand hin, die anderen öffnen gleich beide arme. da wird wangengeküsst, dort verzichtet man ganz auf berührung, sondern faltet nur keusch die hände zusammen und deutet eine verbeugung an...



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10. April 2009 um 11:58

@das innere kennt nur Allah@
und das ist ja auch gut so! es ist eine der gnaden Gottes, dass unser inneres nicht allen menschen preisgegeben ist, dass wir in der lage sind zu lachen selbst wenn uns nach weinen zumute ist.
nicht um andere listig zu täuschen! aber es geht schlicht nicht jeden etwas an, dass ich bspw meinen chef nicht mag.
oder von einer schülerin genervt bin
oder an kochen denke während...

und trotzdem ist der körper ein wichtiges medium, mit dem man vieles und auch sehr deutlich auszudrücken vermag.

meine jungs kamen neulich mit ihren klassenfotos heim. es wurden jeweils 2 bilder aufgenommen. ein quatschbild, auf dem der lehrer die obligatorischen eselsohren bekommt und sich immer ein witzbold findet, der die zunge rausstreckt,
und ein "seriöses", für omis und zum herzeigen.
ich finde solche bilder schon recht vielsagend...

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10. April 2009 um 12:56


ja, das kann ich mir vorstellen.

meine schulfreundin hat eine zwillingsschwester, die von geburt an wg sauerstoffmangels stark behindert ist.
den großteils ihres lebens verbrachte sie in einem heim, wo sie ihren fähigkeiten entsprechend gefördert werden sollte.
aber man gab schon fast die hoffnung auf, ihr irgendwelche verständlichen äußerungen zu entlocken. sie kann sich überhaupt nicht artikulieren, ist aufbrausend, bewegt sich scheinbar willkürlich - kurz, man ging davon aus, dass sie weder fähigkeit noch interesse hat sich mitzuteilen.

bis zu dem tag, sie war mittlerweile 30 jahre alt (!!!), an dem sich eine neue pflegerin in den kopf setzte, sie des schreibens zu bemächtigen. und siehe da!!!!
sie konnte sich sehr wohl mitteilen! war plötzlich in der lage, bedürfnisse und sogar gefühle auszudrücken! mit stift und papier entschloss sich ihr endlich eine ganz neue welt und die welt hatte fortan auch endlich zugang zu ihr!

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10. April 2009 um 13:21

Vielleicht
irre ich mich auch und im restlichen afrika geht der genauso wie im westen, während "unser" stinkefinger eher orientalisch ist...
wie auch immer,
hier ist es auch der mittelfinger, aber er wird nicht provozierend nach oben ausgestreckt, sondern (nicht weniger provozierend) richtung handfläche auf und ab bewegt, als wollte man "etwas" aus der reserve kitzeln

ja, ich finde es auch interessant wie kulturell unterschiedlich da so eindeutige gesten sind, obwohl wie @manne auch schreibt, es unmengen an international identischer mimik und gestik gibt.

und zum frau/mann-gefälle habe ich mal gelesen, dass frauen nicht nur besser mimik entziffern können, sondern selber auch viel differenziertere an den tag legen.
wohlbefinden drücke eine frau so aus und ein mann so
begeisterung bei der frau und beim mann
trauer bei der frau und beim mann
erregung bei der frau und beim mann

steht so in dem buch ...

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11. April 2009 um 0:45

@Man beobachte z.B. James Bond,
der redet fast nie viel mit den Frauen. Und die klassischen Szenen zwischen Humphrey Boghart und Ingrid Bergman. Obwohl weltbewegende Dinge geschehen bleiben beide eher wortkarg.@

das erinnert mich gerade an silvester rocky stallone, ihr wisst schon, der mit der botox-miene... für einen actionheld mag ja eine gefühlvolle, ausdrucksstarke mimik eher unerwünscht sein, aber da er sich schauspieler nennt...

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11. April 2009 um 1:33

Was du wieder alles weißt!
@Obwohl es starke kulturelle Unterschiede in der AUSGEPRÄGTHEIT und manchmal Bedeutung von Gesten und Signalen global gibt (...), sind wir dennoch INTUITIV in der Lage, uns mit allen Menschen dieser Erde via Körpersprache sehr schnell auf einen gemeinsamen CODE (...) zu verständigen, uns also zu VERSTEHEN@

das begeistert mich auch immer wieder! die fähigkeit, sich über kontinente hinweg und ungeachtet des folgeschweren turmbaus zu babylon, auszutauschen. reduziert auf das menschsein.
als kind habe ich mir das so vorgestellt, als würden gänse und schwäne miteinander schnattern
können die das eigentlich? oder verständigen sich tiere nur mit ihren artgenossen? hmm, also hund und katz haben eindeutig kommunikation (mal fernab von jeglicher menschlicher interpretation) und ich glaube, überhaupt verschiedenartige (haus-)tiere, die miteinander leben, ebenso. außerdem bedienen sich tiere ja sowieso vorwiegend der körpersprache.
hunden wird sogar nachgesagt, sie könnten auch lächeln, was jeder bestätigen wird, der meinen lieblingstony erlebt hat

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11. April 2009 um 14:45

Der Dauer-Bestseller "Körpersprache" von Julius Fast
war es nicht.
es war das umstrittene "warum frauen nicht einparken und männer nicht zuhören können"-buch.
obwohl ich ja in vielen aspekten nicht mit deren thesen übereinstimme, muss ich sagen, dass es mir in mancher hinsicht die augen geöffnet hat. insbesondere im zusammenleben mit einem orientalen, der von haus viel archaischer funktioniert.

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12. April 2009 um 14:19

noch ein schönes beispiel
heute im cafe zeigte sich noch ein fall von körpersprache - naja, es war eher zeichensprache..

gäste, die draußen auf der terrasse saßen, bedeuteten den leuten drinnen, getrennt durch eine dicke glasscheibe, sie mögen doch ein auge auf die taschen werfen. sie müssten nur schnell die strasse rauf (einkaufen?) und kämen gleich wieder.
es war absolut unmissverständlich und funktionierte einwandfrei.
die leute draußen hätten schweden sein können und die drinnen bspw russen.
wäre die glasscheibe nicht, gäbe es wahrscheinlich erstmal ein langes gedöns, bis beide feststellten, dass sie kein englisch konnten, und die "schweden" hätten letztends ihre taschen wohl reingebracht...

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25. April 2009 um 17:04

Sprachstörungen...
nach abgeschlossener Sprachentwicklung bei intakten Sprechorganen, eine Aphasie. Bei der motorischen Aphasie ist das Sprachverständnis der Betroffenen im Wesentlichen erhalten, der Betroffene spricht unter Anstrengung im Telegrammstil, die sensorische Aphasie - gestörtes Sprachverständnis bei gleichzeitig flüssigem Sprechen. Der Betroffene spricht viel, die einzelnen Wörter sind meist auch verständlich, ergeben aber kaum Sinn. Typisch für die amnestische Aphasie sind Wortfindungsstörungen bei nur leicht gestörtem Sprachverständnis und flüssigem Sprechen. Der Betroffenen kann einen Gegenstand nicht benennen, umschreibt diesen Gegenstand, da ihm das passende Wort nicht einfällt. Bei der globalen Aphasie sind Sprachverständnis und Sprachproduktion erheblich gestört. Es werden hier oft nur einzelne Wörter gesprochen, die sich evtl immer wiederholen.

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25. April 2009 um 17:18
In Antwort auf rosi463

Sprachstörungen...
nach abgeschlossener Sprachentwicklung bei intakten Sprechorganen, eine Aphasie. Bei der motorischen Aphasie ist das Sprachverständnis der Betroffenen im Wesentlichen erhalten, der Betroffene spricht unter Anstrengung im Telegrammstil, die sensorische Aphasie - gestörtes Sprachverständnis bei gleichzeitig flüssigem Sprechen. Der Betroffene spricht viel, die einzelnen Wörter sind meist auch verständlich, ergeben aber kaum Sinn. Typisch für die amnestische Aphasie sind Wortfindungsstörungen bei nur leicht gestörtem Sprachverständnis und flüssigem Sprechen. Der Betroffenen kann einen Gegenstand nicht benennen, umschreibt diesen Gegenstand, da ihm das passende Wort nicht einfällt. Bei der globalen Aphasie sind Sprachverständnis und Sprachproduktion erheblich gestört. Es werden hier oft nur einzelne Wörter gesprochen, die sich evtl immer wiederholen.

Wobei eine Sprechstörung...
der Gegensatz hierzu ist ( Sprachstörung ). Artikulationsstörungen, stottern, Sprachverständnis, Wortfindung und Satzbau intakt ist.

Zum eigentlichen Thema - die Ausdrucksbewegungen des menschlichen Körpers sind schon interessant.

z.B. unterstützen wir mit Bewegungen der Hände - individuell und kulturell geprägt - unterschiedliche Worte. Gefühle unterstreichen, Meinungen betonen, Wertungen verdeutlichen. Trommeln der Finger kann unbewusst Nervosität oder Ungeduld ausdrücken, die geballte Faust als drohende Aggressivität eingesetzt werden. Der erhobene Zeigefinger kann für eine Drohung ebenso stehen wie für eine Belehrung. Die vor der Brust verschränkten Arme können ebenso Abwehr als auch Angst ausdrücken. Besondere Ausdrucksfprm der Hände, die Gebärdensprache, wichtiges Kommunikationsmittel von Hör-und Sprachgeschädigten. Ein internationales Fingeralphabet, mit dessen Hilfe Wörter und Sätze gebildet, Sprache umgesetzt werden kann. Die Körpersprache umfasst Mimik, Gestik, Körperhaltung, Körperbewegung, Körperkontakt, aber auch Blickverhalten. Schon interessant, wenn man sich damit auskennt.

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12. Mai 2009 um 20:19

Hallo Lemonice.
Körpersprache hat für mich viel mit der inneren Haltung zur Welt zu tun.D.h.man sieht es einem Menschen an wie gerade er durch sein Leben geht.Mir ist einmal aufgefallen das verschuldete Leute eine Art unsichtbare Last auf Ihren Schultern tragen die sich im Gangbild abzeichnet.Das jemand der unzufrieden mit sich oder anderen ist erheblich an Ausstrahlung einbüßt.
Körpersprache ist quasi ein unverschlüsselter Kanal deines Seelenzustandes.
Alles Gute
Eschenkreis

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12. Mai 2009 um 23:14

Körperhaltung
meine freundin war anfang der 90er längere zeit in china. ihre erlebnisse sind erschütternd! mao und seine kulturrevolution hatten es zustande gebracht, alle menschlichen regungen im keim zu ersticken oder notfalls "mit arbeit umzuerziehen". 2 generationen wurden so gedrillt, dass maos erbe noch tiefe spuren hinterlassen hat.
worauf ich hinaus will:
kennt ihr noch den "letzter kaiser von china"-epos? habt ihr in erinnerung, wie der entthronte kaiser im arbeitslager umerzogen wird? erinnert ihr euch an seinen gang, wenn er mit massen von arbeitern herumgeschleust wurde?
denselben gang hatten die chinesen 1991 immer noch!
schlürfend, gebückt, verbogen, gebrochen
ein ganzes volk!

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14. Mai 2009 um 8:10

Griechenland-
nicken = nein, schütteln = ja

Wenn man jemanden kennenlernen möchte vermeidet man hoffentlich die Abwehrhaltung mit verschränkten Armen

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