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Liebe und Verliebsein (phänomenologisch)

31. Januar 2006 um 15:24

natürlich auch psychologisch gesehen!

wenn ihr zeit und lust hab würde ich gerne dazu kritik und verbesserungsvorschläge zu meiner "Definition" hören

thx im voraus
TC
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Verlieb-Sein

Für mich ist das ein seelisch-körperlicher Zustand.
Kribbeln im Bauch, rosa Brille, Herzklopfen, schmerzhafte Sehnsucht, Begierde, Euphorie
Verliebtheit ist ein Gefühl der Hingezogenheit zu einer anderen Person, das nach einer gewissen Zeit abflauen kann oder in Liebe mündet.
Verliebtheit kann auch auf Distanz entstehen und muss nicht zwingend auf Gegenseitigkeit beruhen. Der Verliebte projiziert dabei seine Vorstellungen, Träume und Wünsche auf das Objekt seiner Begierde, das mitunter die Gefühle des anderen nicht einmal bemerkt, wobei das Objekt der Verliebtheit derart idealisiert wird, dass es der Realität nicht mehr entsprechen muss.
Auffällig bei der Verliebtheit sind wenige durchgängig auftretende Phänomene, die erwähnenswert sind. So scheint sich eine emotionale Bindung zu dem Gegenüber aufzubauen, die je nach Individuum an Stärke variiert. Mitunter scheint das Gefühl so mächtig, so verzehrend, dass der Mensch glaubt, nur mit diesem einen Wunschpartner glücklich werden zu können. Fast immer erliegt der Verliebte der Täuschung, sein von ihm begehrter Wunschpartner empfände für ihn ähnliche Gefühle wie er selbst. (trifft so bei mir nicht mehr zu)
Mit zunehmender Lebenserfahrung sieht man die Dinge dann immer gelassener, die schwärmerische Intensität des Verliebtheitsgefühls ist der Jugend vorbehalten. (es ist immer anders das heißt, dass wohl doch ein Stück weit Verliebtheit mitspielt)
In der akuten Phase der Verliebtheit steht jedoch auch dem reiferen Menschen der ausgleichende Verstand nicht zur Verfügung. Biologisch scheint dieses Verhalten der Vorbereitung bzw. Einleitung der sexuellen Fortpflanzung zu dienen.
Die Verliebtheit kann sich auch in körperlichen Phänomenen bemerkbar machen.
So fühlen sich Betroffene anfangs oft fast krank, weil sie an Appetitlosigkeit, schweißigen Händen, rasendem Puls und teilweise auch an Schlaflosigkeit leiden. Die Gedanken des Verliebten kreisen fast ununterbrochen um die geliebte Person. Durch diesen Stresszustand, der anscheinend sogar das Immunsystem stärken soll, kann es auch kommen, dass die Betroffenen vorübergehend ebenfalls unter Verdauungsproblemen, wie Durchfall leiden.
Obwohl dieser Zustand am Anfang eher beängstigend als erfreuend wirkt,
wird, sobald sich herausstellt, dass die Verliebtheit auf Gegenseitigkeit beruht, das Ganze als sehr positive Erfahrung gewertet
Neuere Theorien vermuten, dass der Geruchssinn entscheidend daran beteiligt ist, ob und in wen wir uns verlieben. Auf unbewusster Ebene könne das Gehirn über den Eigengeruch einer anderen Person erkennen, wie das Immunsystem des anderen beschaffen sei. Ist es komplementär zum eigenen, haben die Nachkommen die größte Chance auf ein wehrhaftes Immunsystem. Sprichwörter wie "Gegensätze ziehen sich an" oder "jemanden nicht riechen können", erscheinen sinnesphysiologisch bestätigt.
Das Gehirn eines Verliebten unterliegt einer gesteigerten Produktion des Belohnungs-Neurotransmitters Dopamin, die den Verliebten instand setzt, einige Anstrengungen auf sich zu nehmen, auf Essen und Trinken zu verzichten und kaum Schmerzen zu empfinden. Im Allgemeinen flaut dieser Zustand der gesteigerten positiven Empfindungen nach rund anderthalb Jahren ab. Das Gehirn hat sich dann an den Level an Dopamin gewöhnt. Wenn die Verliebtheit dann nicht in gegenseitige Liebe übergegangen ist, zu der nicht nur biologische Anziehung, sondern auch soziokulturelle Faktoren gehören, gehen die Beziehungen über kurz oder lang kaputt.
Da aber die Verliebtheit auf Gefühlen beruht und von jedem Menschen anders wahrgenommen wird, gestaltet sich eine rationale Erklärung schwierig. Es ist mehr als bloße Zuneigung und Wunsch nach Zusammensein, eher ein Versuch das Herz mit Liebe zu erfüllen. Viele Leute beschreiben es als eine Art Rauschzustand und Verliebtheit wird sehr oft als inspirierend empfunden. Unzählige Liebesgedichte basieren auf Empfindungen während der Verliebtheit und viele Leute verleihen ihren Gefühlen mit Hilfe eines Liebesbriefs Ausdruck. Oft empfindet man aber so viele Gefühle, dass es schwierig fällt sie zu ordnen oder niederzuschreiben. Die begehrte Person erscheint in dieser Zeit als makellos und perfekt und man versucht sie mit romantischen Gesten zu beeindrucken.
Ein Zusammentreffen mit dieser Person wird meist immer als äußerst positive Erfahrung gewertet, auch wenn viele ihr Verhalten in Gegenwart der begehrten Person verändern, auf Grund der Angst etwas Falsches zu tun und wegen der vielen intensiven Gefühle, die jemand in dem Moment verspürt, aber nicht immer einordnen kann.
Dagegen erschienen Momente, in denen man nicht zusammen ist, häufig als schmerzhaft. Besonders schmerzhaft gestaltet es sich auch dann, wenn die Zuneigung nicht erwidert wird. Für manche scheint dann für kurze Zeit eine Welt zusammenzubrechen, doch dieses Gefühl legt sich in der Regel nach einiger Zeit wieder. Sie ist in jedem Fall als eine sehr intensive Erfahrung zu sehen, geht aber oftmals nicht in Liebe über
Ergo: Verliebt sein als pathologischer Zustand kann ich definitiv für mich ausschließen.
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Lieben
Ein eher geistig-seelischer Zustand (contra: seelisch-körperlicher so.)
Keine Begierde, keine rosa Brille, Fähigkeit zu intensiven positiven Gefühlen gegenüber einem anderen Menschen, die stärkste Form der Hinwendung zu anderen Lebewesen oder Dingen

Eine sehr praktische Definition hat Sullivan, ein amerikanischer Psychiater, vorgeschlagen: Wenn die Zufriedenheit oder die Sicherheit eines anderen für mich ebenso bedeutsam wird wie meine eigene Zufriedenheit oder Sicherheit, dann ist dies der Zustand der Liebe

Die Theorie Reiks zur Liebesbereitschaft
"Die Liebe kann nur dann entstehen, wenn ein Mensch höher bewertet wird als ein anderer - oder vielmehr als viele andere. Wie kann man einen Menschen lieben, den man nicht höher bewertet als sich selbst? Und warum sollte man ihn lieben? Worin läge der Antrieb für ein so merkwürdiges Gefühl? Meine Antwort lautet, dass Liebe nur dann möglich ist, wenn man einen anderen Menschen höher bewertet als sich selbst, wenn man ihn für eine Persönlichkeit hält, die wenigstens in gewisser Hinsicht einem selbst überlegen ist"

Sicherlich gibt es noch viele, viele weitere Sachen, anhand derer ich versuchen würde, meine Aussage zu manifestieren. Des Weiteren habe ich auf das Benutzen von Prosabegriffen weitestgehend verzichtet.

Für die längere Zukunft einer Partnerschaft genügt es keineswegs, sich zu lieben, man muss,damit die Partnerschaft auf Dauer befriedigend verlaufen kann, auch zueinander passen, was oft übersehen oder nicht richtig erkannt wird.
Passen müssen zunächst die wirklich wichtigen Grundvorstellungen von Partnerschaft, bei
denen ein Kompromiss kaum möglich ist.
Beispiel: der eine will unbedingt Kinder haben, der
andere unbedingt nicht. Hier gibt es keinen Kompromiss, man kann nicht ein halbes Kind"'wählen oder die ersten fünf Jahre ein Kind, die zweiten keines. Was passen muss, ist individuell verschieden. Daher wage ich nur sehr allgemein zu sagen

Passen muss, was BEIDEN wichtig ist

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31. Januar 2006 um 16:07

Du sprichst mir aus der seele!
Mehr fällt mir dazu nicht ein. Hätte ich alles genauso definiert!

Gruss katja

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1. Februar 2006 um 9:42

Ja und nein
bin auch schon mal wieder total verliebt gewesen
aber es ist, im vergleich zu damals irgendwie "ruhiger" geworden
das "schwärmerische" ist eben nicht mehr ganz so dominant
man sieht das objekt seiner bergierde schon viel klarer, dh nicht nur 100% perfekt.

ok werde das versuchen zu konkretisieren und den text entsprechend zu verbessern
danke dir

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2. Februar 2006 um 9:22

Ist soweit super

Nur mit dem Alter hapert es ein wenig.
Das Bauchgefühl KANN im Alter durchaus noch genauso sein wie als Teenager.
Allerdings treten, was die Liebe betrifft, mit vortschreitendem Alter andere Aspekte an die Stelle der schwärmerischen.

Im übrigen, alles eine Frage der Pheromonologie

Liebe Grüße
Geronimo

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27. Januar 2006 um 18:23

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