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Kleine kriese

9. April 2003 um 1:38

hallo zusammen!

ich war mir nicht so sicher, in welcher sparte ich dieses thema nun behandeln möchte, studium und beruf erschien mir ein wenig unangebracht, auch wenn es teilweise passen würde.. am besten, ich erkläre es euch einmal:

vor einem jahr und zwei monaten zog ich in meine traumstadt, zum ersten mal fühle ich mich wirklich zuhause, habe einen neuen festen freundeskreis, könnte jeden morgen die stadt umarmen und jeden, der mir begegnet ;o)

vorher lebte ich in einer anderen stadt, arbeitete in der werbung, stresste mich selbst 2 jahre lang mehr als 12 stunden pro tag, mein privatleben tendierte gegen null, ich kannte niemanden und habe mit keinem aus dieser zeit mehr kontakt.. eines tages kündigte ich, ohne aussichten auf neues und zog eben hierher..,

nun sitze ich hier, bin in einem studiengang eingeschrieben, den ich niemals vollenden werde, jobbe erfolglos herum, mache praktika ohne wirkliche aussicht darauf, irgendwo unterzukommen und mein ziel zu finden.

fest steht: nie wieder werbung, nie wieder selbstaufgabe

aber doch, ein ziel hätte ich.. und zwar schon seit jahren, nämlich stylistin zu werden, bzw requistieurin (ja, ich weiss, der markt ist überlaufen, die auftragslage schlecht, .. ich kenne diese argumente)

zu erreichen wäre dieses ziel, oder besser gesagt dieser traum, entweder durch langsames und hartes herumpraktizieren, bis man genügend kontakte hat, davon zu leben.. oder eben ein studium zur innenarchitektin oder ähnlichen studiengängen.

da ist aber nun der haken: mühsames hocharbeiten erscheint mir, ob meiner kleinen ungeduld und meinen kenntnissen der materie als zu langwierig und zu desillusionierend (des geldes wegen), studieren im gegensatz ist auch in diesem bereich noch immer so trocken, prüfungsangst ist im extremen da.. und so weiter

jedoch.. der weg des studiums wäre der einfache.. und nicht nur deswegen, denn damit kommen wir nun zum nächsten part meiner kleinen krise:

wie schon gesagt, ich bin endlich geografisch angekommen, bin nicht mehr auf der flucht, wäre so gesehen glücklich, würde es beruflich funktionieren. doch: meine eltern sind das problem. lebend im ländlichen idyll, einem grossen haus und mit extrem viel heimweh nach mir. tagtäglich ruft meine mutter an, obwohl ich seit nunmehr 6 jahren nicht mehr wirklich bei ihnen lebe (bin mit 17 ausgezogen). wenn ich dort, in meiner heimat bin, sind es aber nicht nur sie, die mich vereinnahmen und es schaffen, mich jedes mal aufs neue überlegen zu lassen, ob ich nicht wieder dort hin ziehen sollte. es sind die alten freunde, die alten verhältnisse, die herkunft. aber nicht nur das, nein, dort wartet auch ein mann, der für mich zuhause sein könnte, mit dem ich als netter kompromiss mein leben verbringen könnte und ein normales leben in einem normalen haus und einem normalen job zubringen könnte.

sagen wir also: ich bin alice und lebe zur zeit im wunderland.. und meine heimat ist die andere seite des spiegels.. will ich wieder hinter den spiegel?

nun denn, würde ich mich für das studium entscheiden, könnte ich das eh hier in meiner stadt nicht machen.. aber wie der zufall es so will in der nähe meiner eltern..

es steht momentan also 50/50

geregeltes leben vs. planloses umherstreichen, viel feiern
fundierte ausbildung vs. vielleicht erfolgloses hocharbeiten ohne definitives endziel
ein mann, den man zuhause nennen kann vs. ereignisreiches singleleben
täglich vertrautes durchleben vs. täglich neues erleben
riesige kompromisse vs keine kompromisse (oder nur wenige)
gesicherte verhältnisse vs. stetiges abrutschen und hochhangeln

diese liste könnte sich endlos weiterführen lassen.. aber wie erkenne ich das ziel? ich warte immer auf zeichen... oder einen geistesblitz.. aber seit letzten sommer passierte nichts, das mich irgndwie darin bestärkt, mich für einen weg zu entscheiden, ausser vielleicht die angst, hier unterzugehen..

vielleicht klingt das alles sehr wirr.. aber es passt.. ich bin verwirrt.. vielleicht vermag es jemand von euch, das ganze zu entwirren?

danke für die aufmerksamkeit!

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9. April 2003 um 1:47

Mist
der tppfehlerteufel schleicht meist nachts umher..

es heisst natürlich krise

*schäm*

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10. April 2003 um 23:56

Uuuund?
*wartet auf die antwort*

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14. April 2003 um 22:40

Dankeschön
hi temptress

meine antwort liess leider ein wenig auf sich warten. brei im kopf ;o)

aber: diesen sommer habe ich mir noch zeit gegeben, es geht langsam bergauf in sachen jobs, wir werden also sehen.

wie es mit ginge, wenn ich hier wieder meine zelte abschlagen würde? nun.. nicht gut, denke ich.. aber es wäre so, als würde man im winter von einem warmen ofen zum nächsten warmen ofen hechten. beides hat ja seine vorzüge (auch den kompromiss-mann kenne und liebe ich von früher, es ging nur auseinander, weil ich mich nicht wirklich festlegen wollte und distanzsachen nicht das meine sind)

manchmal erscheint es mir, als sei ich hier nur auf kur um erholt und mit vielen erlebnissen im gepäck zurück zu kehren in das wahre leben.

oder ich frage mich, ob ich nicht zur falschen zeit am richtigen ort bin. vielleicht sollte es nicht sein, dass ich genau jetzt hier gelandet bin? der weg hierher war holprig und voller abschiede und schwierigkeiten, das leben hier verläuft ähnlich. entweder, ich schöpfe aus dem ganzen viel kraft.. oder ich muss irgendwann aufgeben. geht es bergauf, geht es garantiert weiter bergab

jedoch.. es wäre ein klein wenig das gefühl versagt zu haben, wenn ich nun oder später meine koffer packen und wieder in die heimat ziehen würde, ich würde mir das zumindest ansatzweise nicht wirklich verzeihen. weil ich denke, etwas ganz tolles wartet hier auf mich, ich muss es nur noch finden.

von zeit zu zeit wäre es einfach mal beruhigend, nicht selbst entschiden und damit auch nicht die verantwortung über die entscheidung tragen zu müssen.. letztendlich ist mir jedoch klar, dass ich das selbst wissen muss..

und wie du sagst: bauchentscheidungen.. *g* aber was ist, wenn da alles durcheinander ist? wenn der bauch an beiden orten sagt: jaaa, hier bin ich zuhause?

vielleicht sollte ich lotto spielen und nen privatjet kaufen ;o)

ich danke dir für deine zeilen. es tut gut, es mal losgeworden zu sein, seinen freunden gegenüber ist man dahingehend nie so offen, weil man immer dinge hört wie: wenn du gehst, dann ist es nicht mehr das selbe

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17. April 2003 um 15:15

Woher weiss man das man das richtige tut?
es funktioniert! wenn du also mit dem was du tust keinen erfolg( defintionssache!) hast, dann bist nicht auf dem für dich richtigen weg.

meine ich....

kathia grüsst herzlich

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