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Kirche und Kinder

20. August 2018 um 8:28

Meine Frau wurde evangelisch erzogen und ist in der evangelischen Kirche.
Ich wurde nicht religiös erzogen, wurde trotzdem katholisch getauft, um besser in Schule klar zu kommen. Wir kamen 1989 aus Tschechien nach Deutschland. 

In der Schule war unser Religionslehrer streng und gleichzeitig war er unser Pfarrer.
Sobald wir irgendwas zum Unterricht vergessen haben oder die Schulaufgabennote schlechter war wie eine 4, bekamen wir von ihm Schläge mit dem Linieal auf die Finger.
Daraufhin hat sich meiner damals beschwert und es den Schlägen wurden 50 Pfennig Strafe. Das hat meine Mutter natürlich nicht eingesehen und hat sich dermaßen bei ihm aufgeregt, dass ich nichts zahlen musste. Habe aber dann deutlich gespürt, dass ich dort im Unterricht unerwünscht war. Ich weiß noch, als ich ihn am Anfang im Unterricht fragte, was Glaube überhaupt ist, weil ich es einfach nicht wusste.

Für die Frage wurde ich am Ohr gezogen und bekam das Linieal über die Finger.

Alternativ gab es einen Förderunterricht, den wollte ich aber nicht besuchen, weil der von anderen als "Looserunterricht" akzeptiert wurde. 

Im Nachhinein kann ich nicht sagen, das Religion Liebe und Miteinander bedeutet. Eher Gruppenbildung und Gehorchsam. Somit empfinde ich Relegion für mich komplett als überflüssig.

Unser 2-jähriger Sohn wurde damals evangelisch getauft, weil jeder in der Familie meiner Frau in der Kirche ist. Als die Pfarrerin fragte, warum wir unseren Sohn taufen lasen wollen, sagte ich nix weiter dazu und der Taufpate meinte "damit er einer Gruppe angehört und Religion wichtig ist". Naja, also wieder Abgrenzung dachte ich mir...  Dabei kann mir weder meiner Frau, noch der Pate Glauben erklären. Man muss glauben - es ist halt so, Basta.
Zudem ist der Pate nie da, obwohl er nciht weit weg ist. Er hat immer was anderes zu tun und von ihm ist keine Hilfe zu erwarten, wenn wir ihn mal wegen unserem Sohn brauchen.

Kurz danach bin ich komplett ausgetreten. Mir ist es im Prinzip egal, wer in der Kirche ist und wer nicht. Das muss jeder für sich denken und ich finde es OK, sofern jeder weiß was er tut bzw. er glücklich so ist. Ich kann es nur nicht leiden, wenn mich jemand versucht umzubiegen.  

Wir möchten noch ein 2. Kind, worauf das einzige Problem wieder die Religion ist. Meine Frau sagte, ich muss in die evangelische Kirche eintreten. Alleine wegen der Taufe und was die Leute im Dorf denken sollen. 

Und da kommt meine innerliche Blockade wieder hoch. warum muss ich was? Das ist doch Quatsch. Weswegen muss ich was tun, wovon ich nicht überzeugt bin? 

Kirche habe ich immer links liegen gelasen. Da sie in letzter ein großes Thema bei anderen wegen mir zu sein scheint, empfinde ich noch mehr Resistenz und eher Wut. 

Wie seht ihr das ganze? 

Und wie ist es tatsächlich mit der Taufe, wenn ein Elternteil nicht in der Kirche ist?

Das weitere Kind kann ruhig getauft werden. Aber zum Thema Religion kann ich nicht beitragen. Und wenn mein Sohn älter ist, kann ich es ihm auch aus meiner Sicht erklären. Er ist dann alt genug und kann selbst entscheiden, ob er glaubt oder nicht.


  

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20. August 2018 um 11:23

Du hast bewusst niemanden im Freundes- und Bekanntenkreis, der gläubig ist? 

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20. August 2018 um 11:38

Das stimmt, dass Freunde meist ähnlich ticken. Vielleicht liegt es bei dir auch am Wohnort. Mein Freundeskreis ist gemischt - Atheisten, Protestanten, Katholiken und auch eine orthodoxe Freundin. Die Religion ist dabei kein Hindernis. Auch dass mein Mann Katholik ist und ich Atheist bereitet und keinerlei Probleme. 

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