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Killerspiele!!!

20. August 2009 um 0:43

"Killerspiele machen agressiv und senken die Hemmschwelle!"

Diesen Satz hat man nach den schockierenden Amokläufen von Erfurt, Emsdetten oder Winnenden häufiger gehört. Jedesmal entbrannten im Nachhinein Diskussionen, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen furchtbaren Taten und solchen Spielen gibt und ob diese besser verboten werden sollten.

Wie denkt Ihr darüber? Glaubt Ihr auch an Zusammenhänge zwischen der virtuellen Gewalt und den traurigen Ereignissen? Und sollten diese Spiele verboten werden?

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20. August 2009 um 10:14


Es gibt keine wissenschaftliche Basis für die Behauptung, dass Killerspiele zu Amokläufen (besser: School Shootings) führen.

Ursache und Wirkung werden vertauscht. Fast jeder männliche Jugendspiele besitzt "Killerspiele". Aber ein Jugendlicher, der sich schon in Gewaltszenarien hineinträumt, setzt sich sicherlich auch intensiver mit Gewaltdarstellungen auseinander.

Der Zugang zu Waffen scheint daher auch ein größerer Faktor zu sein, aber da die alten Herren in der Politik "ihren" Schützenverein ja nicht verboten haben wollen, wurde dieser Punkt ja lange Zeit gekonnt ausgeblendet....

Wir haben in Deutschland sehr viele alte Menschen. Das schlägt sich auch in der Politik nieder. Ein Versprechen, dass die Renten nicht sinken werden, ohne sich um die Zukunft der *kommenden* Renter zu scheren, ist ein Symptom davon. Einen großen Teil der jungen Menschen zu kriminalisieren (alles potentielle Amokläufer!), nur um ein paar Stimmchen unter der uninformierten älteren Generation zu fangen, ist ein anderes.

Ich will, als vernünftige (behaupte ich mal ), erwachsene Person nicht aufgrund unhaltbarer Behauptungen in meinen Freiheiten eingeschränkt werden!
Emergency Room ist ohne Blut nicht das selbe und das gilt für viele Videospiele ebenso!

Videospiele sind in vielen Aspekten nur ein virtuelles "Räuber und Gendarme"-Spiel.
Auch als Kind war die Vorstellung, jemanden im Spiel zu töten reizvoll.

Mag ja sein, dass wir uns als Gesellschaft bestens selbst domestiziert haben. Mag ja sein, dass die meisten Menschen ohne Gewalt auskommen. Aber sollte es uns wundern, wenn manche Menschen, die in dieser domestizierten, leistungsorientierten Gesellschaft versagen, ausgerechnet nach der "guten alten Gewalt" greifen?
Aggression ist ein Teil von uns! Wenn wir das ausblenden, können wir schön weiter entsetzt tun, wenn wieder eine solche Tragödie passiert und wir können weiter nach einfachen Lösungen suchen! Vielleicht hilft aber auch das Verständnis, dass junge Menschen durch das Leistungssystem, das unweigerlich Verlierer produziert (es muss immer Schüler mit einer 5 im Fach geben), an die Wand gedrängt werden. Und ein sehr alter Teil in uns sagt dann auch, was man in ausweglosen Situationen zu tun hat.....



Ich spiele selbst gerne Spiele mit Gewaltdarstellungen. Es hat seinen eigenen Reiz.
Da wäre zum einen die Pärzision (Ruhe bewahren, zielen, den richtigen Zeitpunkt abwarten), zum anderen in hektische, "gefährliche" Situationen zu geraten, in denen der Blutdruck steigt und man sein Herz klopfen hört, nur am anschließend zu realisieren: "Ich habs geschafft! Sie wollten alle mein Leben, aber ich habe anstatt dessen sie selbst platt gemacht!"
Es ist auch der Reiz einer Simulation einer Welt ohne Regeln. Man kann himmelhoch über dem Minimum an Moral schweben und sich dennoch an der Simulation erfreuen. (Nebenbei gemerkt gehöre ich immer zu den Weichflöten, die selbst im Spiel - wenn man explizit die Wahl hat - immer moralisch handeln....)
Und ja, verdammt nochmal, es IST spaßig, wenn man den Gegnern Körperteile abschießen kann!
Ich denke, das liegt daran, dass uns menschliche Körper so unantastbar erscheinen. Es ist einfach ein Bruch mit diesem Gefühl, wenn man sieht, dass sich auch ein menschlicher Körper eben wie ein Stück Fleisch mit Knochen verhält. Und das fühlt sich eben "verboten" an. Gleichzeitig gibt es ein Stück "Realität", das man durch die Realität selbst selten mitbekommt: Der menschliche Körper besteht aus Materie und er funktioniert. Aber auch der menschliche Körper kann auf die verschiedensten Weisen kaputt gehen.
Ich habe schon vor etlichen Jahren gesagt: Lieber nehme ich im Spiel die *virtuellen* Menschen selbst auseinander, als dass ich an einer Unfallstelle den Santitätern den Weg versperre, weil ich wie ein ausgehungerter Voyeur gaffen muss!

LG
Ele

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20. August 2009 um 16:02

...und Medienkompetenz unter Politikern...
Tatsächlich sehe ich die größte Gefahr bei Videospielen im Suchtpotential. Allerdings ist diese bei Onlinegames ungleich höher, da nicht nur der Ehrgeiz, sondern auch Konkurrenz ("Die anderen überholen mich noch!") und soziale Kontakte eine wichtige Rolle spielen.
Aus diesem Grund lasse ich auch die Finger von WOW und co.
Offlinegames sind nämlich meistens irgendwann durchgespielt und haben nur einen geringen Wiederholungswert.

Zum zweiten Punkt: Die Frage ist doch, inwiefern "Killerspiele" tatsächlich der Tropfen sind, der das Fass zum Überlaufen bringt, wenn tatsächlich schon eine krankhafte Persönlichkeit vorliegt. Ließen sich tatsächlich Amokläufe verhindern, wenn man den labilen jungen Menschen diese Spiele irgendwie wegnehmen könnte?
Womöglich. Ja. In wenigen, eng umgrenzten Fällen.
Aber da ein Schulsystem, das Verlierer produziert, Erwachsene, die von außen steuern aber kein Verständnis haben, und die Außenseiterproblematik zusammen genommen schon ein sehr ungünstiger Cocktail sind, nehme ich an, dass die meisten Jugendlichen, die in bereits in einer Hassspirale gefangen sind, ihre Hemmschwelle schon irgendwie anders herab setzen können. Ab einem gewissen Punkt *suchen* sie bestimmt entsprechende Anreize.

LG
Ele

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20. August 2009 um 16:13

...
""Killerspiele machen agressiv und senken die Hemmschwelle!"

das ist das typische argument, wenn man keine ahnung hat. einfach mal die klappe halten. also, nicht an dich gerichtet! sondern an die, die es aussprechen!

ich bin zugegebenermaßen kein fan dieser spiele, aber mein mann spielt sie gelegentlich! counterstrike, battlefield etc. ich kann sie nicht spielen, da ich ein problem mit der geschwindigkeit habe, wenn mein spieler um die ecke biegt. mir wird dann leicht übel. ich habe früher, das ist geschlagene 15 jahre her, meinem mann bei wolfenstein ( unzensierte fassungt) fasziniert über die schulter geschaut!

ja, meine güte, da wird etwas farbe verschüttet, und? wenn ich mir stirb langsam im fernsehen anschaue oder schweigen der lämmer, gehe ich auch nicht aus dem haus und schlachte irgendwelche leute ab.

und die männer, denn das sind es bis auf einige wenige ausnahmen, die ich kenne, sind ausgeglichene familienväter.

ich denke aber, dass es natürlich gestörte persönlichkeiten gibt, die zwischen realität und fiktion nicht unterscheiden können. das problem ist, sollte das abgeschafft werden, nur weil ein paar wenige dieser spezies ein problem haben? ich glaube, da müßte eher ein therapeut ran, als ein verbot. und ein gesellschaftliches umdenken allgemein.

es gilt ja das prinzip: schöner, schneller, weiter, besser, etc. und unendlich weiter auflistbar!

solange man nicht gewillt ist die gesellschaftliche ursache zu klären, sondern nur darauf erpicht ist einen kleinen nebenzweig auszuschlachten und politische punkte zu fangen, solange wird sich an solchen amokläufen auch nichts ändern!

lg

thalia

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20. August 2009 um 16:48
In Antwort auf thalia1908

...
""Killerspiele machen agressiv und senken die Hemmschwelle!"

das ist das typische argument, wenn man keine ahnung hat. einfach mal die klappe halten. also, nicht an dich gerichtet! sondern an die, die es aussprechen!

ich bin zugegebenermaßen kein fan dieser spiele, aber mein mann spielt sie gelegentlich! counterstrike, battlefield etc. ich kann sie nicht spielen, da ich ein problem mit der geschwindigkeit habe, wenn mein spieler um die ecke biegt. mir wird dann leicht übel. ich habe früher, das ist geschlagene 15 jahre her, meinem mann bei wolfenstein ( unzensierte fassungt) fasziniert über die schulter geschaut!

ja, meine güte, da wird etwas farbe verschüttet, und? wenn ich mir stirb langsam im fernsehen anschaue oder schweigen der lämmer, gehe ich auch nicht aus dem haus und schlachte irgendwelche leute ab.

und die männer, denn das sind es bis auf einige wenige ausnahmen, die ich kenne, sind ausgeglichene familienväter.

ich denke aber, dass es natürlich gestörte persönlichkeiten gibt, die zwischen realität und fiktion nicht unterscheiden können. das problem ist, sollte das abgeschafft werden, nur weil ein paar wenige dieser spezies ein problem haben? ich glaube, da müßte eher ein therapeut ran, als ein verbot. und ein gesellschaftliches umdenken allgemein.

es gilt ja das prinzip: schöner, schneller, weiter, besser, etc. und unendlich weiter auflistbar!

solange man nicht gewillt ist die gesellschaftliche ursache zu klären, sondern nur darauf erpicht ist einen kleinen nebenzweig auszuschlachten und politische punkte zu fangen, solange wird sich an solchen amokläufen auch nichts ändern!

lg

thalia

Ach ja, noch kurz hinzugefügt....
ich finde, die eltern sollten ein wenig in die pflicht genommen werden und hin und wieder kontrollieren, was die lieben kleinen so alles auf ihrem pc spielen!

mein mann "darf" die dinger nur spielen, wenn die kids nicht da sind, sprich jetzt im moment, sie sind bei oma oder abends, wenn die kleinen in der heia sind!

dafür sind sie noch zu jung! und das gesellschaftliche leben mit freunden oder bücher lesen würde ich ganz klar favorisieren!

lg

thalia

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20. August 2009 um 18:17

Beim Weißwein
denkt man an Dummheiten.
Beim Rotwein spricht man Dummheiten.
Beim Sekt macht man Dummheiten.

Henri Vidal

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20. August 2009 um 18:18

Uupps ... Fehler
das war fürs Psychologie-Forum gedacht

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20. August 2009 um 19:58

Meinst Du nicht auch,
dass es mehr Sinn machen würde zu schauen warum dieses Fass überhaupt bis zum Rande voll ist?

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20. August 2009 um 21:56

Bayerns ehemaliger Innenminister Beckstein...
...äusserte einige Zeit vor seinem Rücktritt, dass er die sogenannten "Killerspiele" auf einer Stufe mit Kinderpornographie sähe, und sie ebenso bekämpfen werde!

Diese in höchstem Maße dumme Aussage spiegelt neben seiner Borniertheit auch absolute Ahnungslosigkeit bezüglich des Themas wider. Und jene Ahnungslosigkeit gepaart mit einem zum Himmel stinkenden "Parteiegoismus" und billiger Demagogik verbinden sich zu der Haltung:

"KILLERSPIELE GEHÖREN VERBOTEN!"

Auf dieser Grundlage basierend, hörte man immer wieder Argumente wie:
"Killerspiele machen aggressiv und senken die Hemmschwelle!"
oder
"Ab einem bestimmten Punkt kann man die Realität nicht mehr von solch einem Spiel unterscheiden!" usw...

Diese Argumente sind völlig absurd oder beziehen sich auf äusserst fragwürdige Studien.
Schlechte Laune oder Stress kann einen auch in wesentlich höherem Maße aggressiv werden lassen als ein Computerspiel. Aber ein Amoklauf (ausgerechnet) an einer Schule wird wohl eher von anderen Dingen herrühren! Menschen die gewaltbereit sind, spielen eben auch diese Spiele.
Aber der Rückschluss, dass jene Spiele gewaltbereite Menschen hervorbringen, ist inakzeptabel.

Stellen wir uns doch mal ein Autorennspiel vor, und übertragen die Logik der Politiker darauf.
In diesem Licht scheinen sogar solche Spiele bedenklich. Denn dann gäbs wohl die ein oder andere Amokfahrt! Vielleicht sollte man aber auch schon den Kindern "Cowboy und Indianer" oder "Räuber und Gendarm" verbieten. Denn hierbei handelt es sich ja immerhin schon um realistische Spiele die schon in wesentlich jüngerem Alter gespielt werden.

Ein Verbot würde Deutschland Arbeitsplätze kosten und letztlich auch Geld. Die Spiele organisiert man sich dann eben in Österreich. Aber ist das wirklich nötig? Reichen denn die bestehenden Bestimmungen und die Zensur (!) nicht aus? Bedenkliche Spiele dürfen doch ausschliesslich von Erwachsenen gespielt werden! Wen würde ein Verbot also treffen? RICHTIG! Die bevormundeten Erwachsenen!

Die Politik sollte sich diesbezüglich mal um die wirklichen Ursachen (Waffengesetze und Kontrolle, Mobbing, soziale Verhältnisse etc.) kümmern, anstatt die Erwachsenen durch weitere unsinnige Verbote zu gängeln!





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21. August 2009 um 11:28

Der Sündenbock wurde gefunden
Ich habe mit 10 mein erstes PC-Spiel gemacht - Wolfenstein, danach Doom. Die Eltern aller Killer- und Ballerspiele also. Ich spielte es einige Wochen lang immer wieder, bis mir jemand die Codes für Unverwundbarkeit und ewiges Waffenarsenal gab - danach wurde es langweilig und ich verwarf beide Spiele. Ich habe mich nicht zu einem seltsamen Monster entwickelt, nicht mal ein Verlangen nach Waffen oder Gewalt stellte sich ein. Und mir war mit meinen 10 seltsamerweise schon klar, dass das da ein SPIEL ist und nichts mit der Realität zu tun hat. Dass ich die Spiele hinwarf, sobald ich alles konnte, spricht auch für sich (nicht nur für mich: Bei Ballerspielen ist es der Reiz besser zu werden, zu siegen, schneller, klüger als der Gegner resp. PC sein. Sobald man unangefochtener Sieger ist, wird es völlig uninteressant, diese Beobachtung haben mir nun mittlerweile einige Bekannte bestätigt, die mal mehr, mal minder Ballerspiele spielen, u.a. das berüchtigte Counterstrike.
Ich kann also von einem Normalfall ausgehen bei dem Beschriebenem.

Wenn nun also jemand ein Ballerspiel ernsthaft als Handlungsaufforderung versteht, oder als Übungsplatz, dann hat der einen GEWALTIGEN Knacks in der Birne. Und der kommt nicht vom Spiel, sorry - der kam vorher. EIn solches Spiel ist dann Werkzeug, das ja, allerdings nicht die Ursache. Wo es dann natürlich gefährlich wird, und das will ich nicht wegreden, ist, dass es als Werkzeug für solche Durchgeknallten tatsächlich benutzbar wird. Nur dann sollte man auch an diesem Punkt ansetzen und von hier ausgehend Lösungen suchen (zB wieder Doom einführen, da tötet man nur seltsame Aliens ), und nicht großkotzig behaupten, die Spiele würden so etwas hervorrufen.

Die Ursache liegt im sozialem Umfeld, in der Familie der Jugendlichen, und das wird mit der offiziellen Argumentation schön unter den Tisch gekehrt. Man hat also einen Sündenbock, und braucht sich nicht weiter um das eigentliche Problem zu kümmern - wenn es mal wieder hervorbricht, findet man eben einen neuen Sündenbock. Ist ja viel einfacher, als tatsächlich an der Wurzel des Übels anzusetzen.

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21. August 2009 um 11:36
In Antwort auf polmanina

Der Sündenbock wurde gefunden
Ich habe mit 10 mein erstes PC-Spiel gemacht - Wolfenstein, danach Doom. Die Eltern aller Killer- und Ballerspiele also. Ich spielte es einige Wochen lang immer wieder, bis mir jemand die Codes für Unverwundbarkeit und ewiges Waffenarsenal gab - danach wurde es langweilig und ich verwarf beide Spiele. Ich habe mich nicht zu einem seltsamen Monster entwickelt, nicht mal ein Verlangen nach Waffen oder Gewalt stellte sich ein. Und mir war mit meinen 10 seltsamerweise schon klar, dass das da ein SPIEL ist und nichts mit der Realität zu tun hat. Dass ich die Spiele hinwarf, sobald ich alles konnte, spricht auch für sich (nicht nur für mich: Bei Ballerspielen ist es der Reiz besser zu werden, zu siegen, schneller, klüger als der Gegner resp. PC sein. Sobald man unangefochtener Sieger ist, wird es völlig uninteressant, diese Beobachtung haben mir nun mittlerweile einige Bekannte bestätigt, die mal mehr, mal minder Ballerspiele spielen, u.a. das berüchtigte Counterstrike.
Ich kann also von einem Normalfall ausgehen bei dem Beschriebenem.

Wenn nun also jemand ein Ballerspiel ernsthaft als Handlungsaufforderung versteht, oder als Übungsplatz, dann hat der einen GEWALTIGEN Knacks in der Birne. Und der kommt nicht vom Spiel, sorry - der kam vorher. EIn solches Spiel ist dann Werkzeug, das ja, allerdings nicht die Ursache. Wo es dann natürlich gefährlich wird, und das will ich nicht wegreden, ist, dass es als Werkzeug für solche Durchgeknallten tatsächlich benutzbar wird. Nur dann sollte man auch an diesem Punkt ansetzen und von hier ausgehend Lösungen suchen (zB wieder Doom einführen, da tötet man nur seltsame Aliens ), und nicht großkotzig behaupten, die Spiele würden so etwas hervorrufen.

Die Ursache liegt im sozialem Umfeld, in der Familie der Jugendlichen, und das wird mit der offiziellen Argumentation schön unter den Tisch gekehrt. Man hat also einen Sündenbock, und braucht sich nicht weiter um das eigentliche Problem zu kümmern - wenn es mal wieder hervorbricht, findet man eben einen neuen Sündenbock. Ist ja viel einfacher, als tatsächlich an der Wurzel des Übels anzusetzen.

P.S.
Besonders paradox ist, dass gleichzeitig extremst sadistische Filme wie Hostel oder Saw nicht nur erlaubt sind, sondern auch noch gefeiert werden. Filmreihen angucken, wo im Großformat Foltermethoden vorgeführt werden, von denen Guantanamo nur träumen kann, das ist also ok. Ein Pixelmännchen das jemanden abballert - uh, den hat der Teufel geschickt.

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21. August 2009 um 11:51
In Antwort auf polmanina

P.S.
Besonders paradox ist, dass gleichzeitig extremst sadistische Filme wie Hostel oder Saw nicht nur erlaubt sind, sondern auch noch gefeiert werden. Filmreihen angucken, wo im Großformat Foltermethoden vorgeführt werden, von denen Guantanamo nur träumen kann, das ist also ok. Ein Pixelmännchen das jemanden abballert - uh, den hat der Teufel geschickt.

Der deutsche Kriminologe
Christian Pfeiffer entgegnete auf dieses Argument, dass man bei einem Spiel ja schliesslich AKTIV involviert wäre. Und es demnach einen Unterschied zur Gewalt in Filmen gibt.

Ich muss sagen, dass ein Film einen Menschen wesentlich mehr berühren und sogar beeinflussen kann als ein Spiel!
Ein Film kann wesentlich realer sein und eher dazu animieren den coolen Actionhelden zu mimen. Aber der Herr Pfeiffer hat schon des öfteren mal eine sinnfreie Einschätzung herausgelassen.

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21. August 2009 um 12:10

Stimmt!
Neben dem Verbot von "Killerspielen" (keiner weiss eigentlich genau was das überhaupt sein soll) sollte dann bitte schön auch über ein Alkohol -und Zigarettenverbot diskutiert werden.
Denn auch hier konsumieren die Jugendlichen unerlaubter Weise und einige bezahlten das mit ihrem Leben!

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21. August 2009 um 13:00
In Antwort auf paluti

Der deutsche Kriminologe
Christian Pfeiffer entgegnete auf dieses Argument, dass man bei einem Spiel ja schliesslich AKTIV involviert wäre. Und es demnach einen Unterschied zur Gewalt in Filmen gibt.

Ich muss sagen, dass ein Film einen Menschen wesentlich mehr berühren und sogar beeinflussen kann als ein Spiel!
Ein Film kann wesentlich realer sein und eher dazu animieren den coolen Actionhelden zu mimen. Aber der Herr Pfeiffer hat schon des öfteren mal eine sinnfreie Einschätzung herausgelassen.

Dazu
sah ich zuletzt noch eine BBC-Doku. Also nicht genau dazu, da ging es im Grunde um unterbewusste Faktoren, die unser Handeln beeinflussen. Und zu den schwerwiegendsten gehören eben nicht selbst durchlebte Dinge, sondern GESEHENE und als gut/cool/etc. eingestufte Dinge, va Filme (Stichwort Primer-Effekt). Das ist aktuelle Psychologie. Aber der Herr Pfeiffer weiß es besser, das ist natürlich klar.

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21. August 2009 um 13:03

Denken wir
auch an Alcopops und ähnlichens Scheiß, Alkoholika, die extra auf Jugendliche zugeschnitten und legal sind...

Übrigens! 95% aller Attentäter aßen 24 Stunden vor ihrer Tat Brot! Das ist nicht zu unterschätzen.

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21. August 2009 um 13:14
In Antwort auf polmanina

Denken wir
auch an Alcopops und ähnlichens Scheiß, Alkoholika, die extra auf Jugendliche zugeschnitten und legal sind...

Übrigens! 95% aller Attentäter aßen 24 Stunden vor ihrer Tat Brot! Das ist nicht zu unterschätzen.

Und was hat
die Politik in Bezug auf Alkoholkonsum bei Jugendlichen mittels Alkopops getan? Es wurde eine Sondersteuer auf diese Getränke erhoben!

...na dann is ja alles wieder in bester Ordnung...

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21. August 2009 um 14:39

Du meinst doch sicher...
...diejenigen, die die illegale Verwendung ermöglichen...

....Verkäufer, Eltern, ...

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21. August 2009 um 15:59

@Adventures
Ich freue mich schon wahnsinnig auf das neue Monkey Island (auch wenn ich gleichzeitig Angst vor einer "Verhunzung" habe) und auch "The Whispered World" soll die guten alten Point and Click Adventures wieder aufleben lassen

In jedem Fall sind Videospiele aber auch inzwischen ein kulturelles Gut. Man braucht nur jungen Männern beim Schwärmen über ihre "Cyber-Kindheit" zuzuhören
Über besiegte Gegner wird gesprochen, als träfen sich Veteranen
Sie können außerdem das Lernen erleichtern, wenn sie gut gemacht sind, eben weil es die verschiedenen Sinne stärker miteinbezieht und das Training aufpeppt.
Selbst therapeutische Anwendungsmöglichkeiten gibt es: Krebspatienten (insbesondere Kindern) wird Zuversicht gegeben, indem sie in Videospielen selbst die bösen "Krebszellen" abschießen können und phobische Menschen können sich in der virtuellen Realität gefahrlos dem Objekt ihrer Phobie nähern.
Nicht zuletzt werden Videospiele, wie du schon sagst, inzwischen konstruktiver. Sie beziehen Bewegungen mehr mit ein, werden intuitiver und fördern das Spielen in der Gruppe.
Für mich wichtig ist aber auch, dass die Storys und Charaktere ausgefeilter werden (insbesondere im Action und Egoshooter-Bereich). Japanische Studios hatten damit eigentlich schon lange begonnen, cineastische und authentische Meisterwerke zu produzieren, aber inzwischen ziehen auch westliche Studios nach.

LG
Ele

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21. August 2009 um 16:06
In Antwort auf eleonor

@Adventures
Ich freue mich schon wahnsinnig auf das neue Monkey Island (auch wenn ich gleichzeitig Angst vor einer "Verhunzung" habe) und auch "The Whispered World" soll die guten alten Point and Click Adventures wieder aufleben lassen

In jedem Fall sind Videospiele aber auch inzwischen ein kulturelles Gut. Man braucht nur jungen Männern beim Schwärmen über ihre "Cyber-Kindheit" zuzuhören
Über besiegte Gegner wird gesprochen, als träfen sich Veteranen
Sie können außerdem das Lernen erleichtern, wenn sie gut gemacht sind, eben weil es die verschiedenen Sinne stärker miteinbezieht und das Training aufpeppt.
Selbst therapeutische Anwendungsmöglichkeiten gibt es: Krebspatienten (insbesondere Kindern) wird Zuversicht gegeben, indem sie in Videospielen selbst die bösen "Krebszellen" abschießen können und phobische Menschen können sich in der virtuellen Realität gefahrlos dem Objekt ihrer Phobie nähern.
Nicht zuletzt werden Videospiele, wie du schon sagst, inzwischen konstruktiver. Sie beziehen Bewegungen mehr mit ein, werden intuitiver und fördern das Spielen in der Gruppe.
Für mich wichtig ist aber auch, dass die Storys und Charaktere ausgefeilter werden (insbesondere im Action und Egoshooter-Bereich). Japanische Studios hatten damit eigentlich schon lange begonnen, cineastische und authentische Meisterwerke zu produzieren, aber inzwischen ziehen auch westliche Studios nach.

LG
Ele

HA
auf Monkey Island freu ich mich auch schon.
Hab die ersten 3 Teile wirklich geliebt. Tolles Spielprinzip, tolle Story, toller Humor...Danke Ron Gilbert.

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22. August 2009 um 0:43

Schon klar soweit!
Nur in erster Linie sind diejenigen zur Verantwortung zu ziehen,
die sich nicht an die Gesetze halten. Und der Jugendliche bzw. das Kind stehen in der Reihe ganz hinten! Vorher kommen eben Verkäufer und Eltern und erst dann das Kind!
Hast Du doch selbst so geschrieben!

"man darf nicht die spiele verteufeln, sondern die idioten, die solche spiele den kindern zugänglich machen."

Deine Worte! Oder?

Aber weiter unten im Post kam dann:

"nicht das werkzeug (oder spielzeug) ist zu verurteilen, sondern derjenige, der es verwendet!"

Die Eltern sollten sich an diejenigen wenden, von denen das Spiel,der Film, what ever ... stammt und ihn zur Rede stellen!
Übrigens wird die unerlaubte Herausgabe dieser Dinge bestraft! Der Konsum hingegen nicht!

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