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Keine Sicht auf eine finazell gute Zukunft

Letzte Nachricht: 31. Oktober 2021 um 13:33
U
user835300822
28.10.21 um 23:06

Einen schönen guten Abend an alle 👋

Ich möchte hier ein Thema ansprechen, was vielleicht einigen bekannt vorkommt. Das hier wird bestimmt ein Roman werden, aber das ist mir sehr wichtig 

Ich bin 24 und drohe in meinem Psychologie Studium zu scheitern. Es liegt daran, dass ich zwar diszipliniert lerne, aber nicht in dem Ausmaß um die Prüfungen zu schaffen. Das ist schon ein paar Mal passiert... wenn alles hingehauen hätte, dann wäre heuer mein Bachelor Jahr gewesen :/

Und jetzt habe ich so eine Angst entwickelt, dass ich nach dem Scheitern nicht mehr Fuß fassen kann, um eine gute Arbeit zu finden. Ich habe immer nebenher gearbeitet mit Anstellungen, die wirklich schlimm waren (bis auf eine). Aber ich konnte mir was ansparen, um mir Träume zu verwirklichen. 
Als ich maturiert habe, mit dem Schwerpunkt Mediendesign, wollte ich in diesem Bereich arbeiten. Ich habe über ein Jahr mich überall beworben und wurde nie genommen, weil ich keine Berufserfahrung vorweisen konnte... wie soll das auch gehen, wenn man nicht die Chance irgendwo bekommt. 

Danach entschloss ich mich für das Studium, da mich Psychologie auch interessiert und ich mir Hoffnungen gemacht habe eine gute Arbeit zu finden. Ich wohne noch bei meinen Eltern, weil alleine wo zu leben geht einfach nicht. Sie unterstützten mich auch finanziell im Studium. 

Und das alles setzt mich so unter Druck. Gut möglich, dass ich mir das nur einbilde, aber dennoch ist es für mich sehr real. Wenn ich das Studium nicht schaffe bin ich dann 25, habe keinen Abschluss, keine Ausbildung und keine Berufserfahrung. Ich habe auch ein schlechtes Gewissen meinen Eltern gegenüber, die mir im Studium geholfen haben und ich mach es vielleicht dann nicht fertig. Dabei setzten sie mich überhaupt nicht unter Druck. 

Es ist einfach zum Heulen und ich bin ziemlich verzweifelt, dass ich niemals was erreichen werde und keine gute Arbeit finde, weil ich nix vorweisen kann :'(

Ich komm bestimmt alle eine totale Heulsuse rüber, die sich nur beschweren kann. Aber wie schon gesagt, es ist mir wichtig darüber zu sprechen und ich würde mich über einige Erfahrungen und Meinungen freuen. 

LG und gute Nacht ❤️
 

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happilyworking
happilyworking
31.10.21 um 12:56

Liebe user835300822,

Existenzängste können Identitätskrisen auslösen. Du scheinst in so einer Identitätskrise zu stecken, weil du deine Identität an dein Berufsziel geknüpft hast. Wer bin ich, wenn ich keine Psychologin werde?

Deine Identität wird sich im Laufe deines Lebens noch oft verändern und auch von deinem Familienstatus abhängen. Vielleicht hilft es dir, einmal auszuschreiben, mit welchen Personen und Tätigkeiten du dich außerhalb deines Studiums identifizierst?

Bevor du in deinem Studium scheiterst, gibt es noch die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen und deine Ängste und Lernprobleme zu therapieren. Viele Unis haben spezielle Beratungsprogramme (ja, da kann man auch als Psychologe hingehen). Lieber ein Jahr später mit etwas weniger Stress den Abschluss machen als gar nicht. Solltest du in der Pause merken, dass du das Studium nicht beenden möchtest, kannst du in Ruhe nach einer erfüllenden, beruflichen Alternative suchen.

Mein Mann hat erst mit 28 mit dem Studium der Musik begonnen und alle haben ihn für verrückt erklärt. In der Schule war er der schlechteste der Klasse in Musik. Mit 34 hatte er Bachelor und Masterstudium in der Tasche und unterrichtet Komposition an einer Universität. Er hat sein Studium mit der besten Note, die jemals vergeben wurde, abgeschlossen. Sogar mit Musik kann man Geld verdienen...

Vielleicht redest du auch mal mit deinen Eltern darüber, ob sie Ideen haben, wie du dir eine Pause zur Selbstfindung verschaffen kannst. Im besten Fall unterstützen sie dich dabei.

Ich würde meinen Berufswunsch nicht unbedingt am Geld festmachen, sondern daran, wie ich in Zukunft gerne arbeiten möchte (im Büro, zu Hause, in Teilzeit, mit den Händen, vorm PC, im Team oder alleine). Im Idealfall machst du 2-3 Praktika und tastest dich vor, in welcher Umgebung du dich wohl fühlst. Ich bin nach meinen Praktika in einem ganz anderen Bereich gelandet. Ich dachte immer ich arbeite gerne in einem großen Konzern und war dann in einem kleinen Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern am zufriedensten.

Vielleicht möchtest du dein Studium auch berufsbegleitend fortsetzen und wechselst die Studienform in Teilzeit oder Fernstudium. Auch das kann für manche eine Erleichterung sein. Es kommt immer darauf an, in welchem Umfeld man sich wohlfühlt.

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B
bubblesandsqueaks
31.10.21 um 13:33

Geh aufs Arbeitsamt und lass dich dort beraten, wie du an eine solide und arbeitsmarktkompatible Berufsausbildung kommst. Mehrere Leute aus meinem Bekanntenkreis, die das Studium abgebrochen hatten oder nach dem Studium keine Arbeit gefunden hatten, haben über das Arbeitsamt eine einjährige Weiterbildung vermittelt und finanziert bekommen. In dieser Zeit erhielten sie ein monatliches Unterhaltsgeld. Das war zwar in D und in den Nullerjahren, ich kann mir aber vorstellen, dass es etwas in dieser Art auch heute noch und in Österreich gibt.

Kackjobs gibt es immer, aber mit einem arbeitsmarktkompatiblen Abschluss kann sich seinen Arbeitgeber nach Sympathie aussuchen. Alles Gute!

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