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Hass im Internet. Kann man sich überhaupt wehren?

Letzte Nachricht: Gestern um 12:04
C
charlotte11
31.07.22 um 17:54

Hallo

Mich würde die Meinung von anderen Usern zu dem Thema interessieren. 
Anlass diesen Thread für mich zu eröffnen ist der tragische Selbstmord einer österreichischen Ärztin die nach monatelangen Attacken durch Hasspostings und Drohungen keinen Ausweg mehr gesehen hat und den Freitod gewählt hat. 

Grund für diesen Hass war das sie Menschen gegen Corona geimpft hat. 

Solche Fälle passieren immer wieder. 
Was ich schockierend finde ist, das nicht wirklich was gegen solche Internet Mobber getan wird. 


Mich hat der Tod dieser Ärztin sehr erschüttert. Nur frage ich mich ob Menschen die anderen sowas antun kein Gewissen haben. Können die wirklich noch gut schlafen? 
Immerhin haben sie das Leben eines Unschuldigen zerstört. Und das nur weil sie nicht ihrer Meinung waren. 
So gesehen könnte es wirklich jeden treffen. 

In meinen Augen sind sie nicht anderes als gemeine Verbrecher.
Ist man Hass im Internet wirklich hilflos ausgeliefert oder gibt es Möglichkeiten solche Menschen zu strafen? 

Lg. Charly 

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dickunddoof
31.07.22 um 19:57

Ich habe ebenfalls von dem Fall gelesen und fand ihn sehr schlimm.
Die arme Frau muss sehr verzweifelt, vielleicht auch verängstigt, gewesen sein, wenn sie keine andere Möglichkeit mehr für sich gesehen hat, als sich das Leben zu nehmen.

Besonders erschreckend finde ich, dass der Freitod der Ärztin in der Querdenker/Impfverweigerer/rechten Szene jetzt wohl sogar regelrecht gefeiert wird. Ich bin nicht bei Telegram, habe aber in anderen Artikeln Zitate gelesen, wie über den Tod angelästert und sich lustig gemacht wird - widerlich.
Ich schätze also, dass "diese Menschen" durchaus noch ruhig schlafen können. Wie das geht, kann ich dir nicht sagen. Da ist der moralische Kompass wohl schon länger komplett verlorengegangen. 

Hier in Deutschland gibt es ja das Netzwerkdurchsetzunggesetz.
Das verpflichtet Plattformbetreiber stärker und konsequenter gegen Hass und strafbare Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Und bietet auch die Möglichkeit, von Betreibern Daten über Hetzer zu verlangen, sofern es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Ich denke, dass man selbst da einfach viel mehr Konsequenz zeigen müsste.
Die große Masse schweigt, geht nach dem Motto - bloß nicht Stellung beziehen, bloß nicht einmischen, was geht mich fremder Streit an. 
Aber eigentlich müsste/sollte man sich einmischen.
Immer wenn man sieht, dass etwas aus dem Ruder läuft oder Meinungen verbreitet werden, die andere mobben, bedrohen, diskriminieren.

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C
charlotte11
01.08.22 um 12:23
In Antwort auf dickunddoof

Ich habe ebenfalls von dem Fall gelesen und fand ihn sehr schlimm.
Die arme Frau muss sehr verzweifelt, vielleicht auch verängstigt, gewesen sein, wenn sie keine andere Möglichkeit mehr für sich gesehen hat, als sich das Leben zu nehmen.

Besonders erschreckend finde ich, dass der Freitod der Ärztin in der Querdenker/Impfverweigerer/rechten Szene jetzt wohl sogar regelrecht gefeiert wird. Ich bin nicht bei Telegram, habe aber in anderen Artikeln Zitate gelesen, wie über den Tod angelästert und sich lustig gemacht wird - widerlich.
Ich schätze also, dass "diese Menschen" durchaus noch ruhig schlafen können. Wie das geht, kann ich dir nicht sagen. Da ist der moralische Kompass wohl schon länger komplett verlorengegangen. 

Hier in Deutschland gibt es ja das Netzwerkdurchsetzunggesetz.
Das verpflichtet Plattformbetreiber stärker und konsequenter gegen Hass und strafbare Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Und bietet auch die Möglichkeit, von Betreibern Daten über Hetzer zu verlangen, sofern es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Ich denke, dass man selbst da einfach viel mehr Konsequenz zeigen müsste.
Die große Masse schweigt, geht nach dem Motto - bloß nicht Stellung beziehen, bloß nicht einmischen, was geht mich fremder Streit an. 
Aber eigentlich müsste/sollte man sich einmischen.
Immer wenn man sieht, dass etwas aus dem Ruder läuft oder Meinungen verbreitet werden, die andere mobben, bedrohen, diskriminieren.

Erschreckend daran ist ja der Gedanke das es wirklich jeden von uns treffen kann. 
Ein Fehler oder eine Meinung die anderen nicht passt und es geht los. 

Obwohl ich sagen muss das ich Leute die online gehässige Kommentare posten einfach nur feige finde. 
Im echten Leben kriegen sie wahrscheinlich den Mund nicht auf. 

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fuechslein-101
fuechslein-101
01.08.22 um 18:36
In Antwort auf dickunddoof

Ich habe ebenfalls von dem Fall gelesen und fand ihn sehr schlimm.
Die arme Frau muss sehr verzweifelt, vielleicht auch verängstigt, gewesen sein, wenn sie keine andere Möglichkeit mehr für sich gesehen hat, als sich das Leben zu nehmen.

Besonders erschreckend finde ich, dass der Freitod der Ärztin in der Querdenker/Impfverweigerer/rechten Szene jetzt wohl sogar regelrecht gefeiert wird. Ich bin nicht bei Telegram, habe aber in anderen Artikeln Zitate gelesen, wie über den Tod angelästert und sich lustig gemacht wird - widerlich.
Ich schätze also, dass "diese Menschen" durchaus noch ruhig schlafen können. Wie das geht, kann ich dir nicht sagen. Da ist der moralische Kompass wohl schon länger komplett verlorengegangen. 

Hier in Deutschland gibt es ja das Netzwerkdurchsetzunggesetz.
Das verpflichtet Plattformbetreiber stärker und konsequenter gegen Hass und strafbare Inhalte auf ihren Seiten vorzugehen. Und bietet auch die Möglichkeit, von Betreibern Daten über Hetzer zu verlangen, sofern es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

Ich denke, dass man selbst da einfach viel mehr Konsequenz zeigen müsste.
Die große Masse schweigt, geht nach dem Motto - bloß nicht Stellung beziehen, bloß nicht einmischen, was geht mich fremder Streit an. 
Aber eigentlich müsste/sollte man sich einmischen.
Immer wenn man sieht, dass etwas aus dem Ruder läuft oder Meinungen verbreitet werden, die andere mobben, bedrohen, diskriminieren.

Nun müsste nur noch dieses Netzwerkdurchsetzungsgesetz auch mal durchgesetzt werden!

Gerade (z.B.) beim Support Facebook gäbe es da sehr viel zu tun!

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dickunddoof
02.08.22 um 14:03
In Antwort auf fuechslein-101

Nun müsste nur noch dieses Netzwerkdurchsetzungsgesetz auch mal durchgesetzt werden!

Gerade (z.B.) beim Support Facebook gäbe es da sehr viel zu tun!

Das stimmt wohl; es passiert leider immer noch viel zu wenig seitens bestimmter Betreiber.
Was ich feststellen musste, dass auf etlichen Plattformen, bei etlichen Artikeln/Redaktionen momentan Kommentarfunktionen deaktiviert wurden. Vermutlich wissen sich manche gar nicht mehr anders zu helfen, als jede Diskussion - und damit auch deren mögliche Entgleisung - von vornherein zu unterbinden.

Ansonsten besteht das Problem wohl auch darin, dass die Justiz und Ermittlungsbehörden gnadenlos unterbesetzt sind. Und es wohl auch an Präzidenzfällen/Urteilen fehlt. Da mag offenbar niemand der erste sein und anschließend erleben, dass seine Entscheidung wieder kassiert wird.
Oder selbst dort hat man inzwischen Angst vor bestimmten Kreisen.

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fuechslein-101
fuechslein-101
02.08.22 um 18:12
In Antwort auf dickunddoof

Das stimmt wohl; es passiert leider immer noch viel zu wenig seitens bestimmter Betreiber.
Was ich feststellen musste, dass auf etlichen Plattformen, bei etlichen Artikeln/Redaktionen momentan Kommentarfunktionen deaktiviert wurden. Vermutlich wissen sich manche gar nicht mehr anders zu helfen, als jede Diskussion - und damit auch deren mögliche Entgleisung - von vornherein zu unterbinden.

Ansonsten besteht das Problem wohl auch darin, dass die Justiz und Ermittlungsbehörden gnadenlos unterbesetzt sind. Und es wohl auch an Präzidenzfällen/Urteilen fehlt. Da mag offenbar niemand der erste sein und anschließend erleben, dass seine Entscheidung wieder kassiert wird.
Oder selbst dort hat man inzwischen Angst vor bestimmten Kreisen.

Bei uns hat das zuständige Kommissariat in der KPI nicht einmal einen Internetzugang, um angezeigten FB-Hassinhalten nachgehen zu können. 

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dickunddoof
02.08.22 um 20:00
In Antwort auf fuechslein-101

Bei uns hat das zuständige Kommissariat in der KPI nicht einmal einen Internetzugang, um angezeigten FB-Hassinhalten nachgehen zu können. 

Ähm, ja, also das ist dann aber mal wirklich suboptimal.

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D
dickunddoof
02.08.22 um 22:36

Habt Ihr das gelesen, auf Twitter gehen die Anfeindungen gegen die verstorbene Ärztin weiter.

Ebenso gegen weitere Wissenschaftlerinnen, Medizinerinnen, Politikerinnen, die jetzt ebenfalls angefeindet werden.
Eine hat wohl sogar einen Tweet erhalten, sie solle die Kellermayr (sie hieß die Ärztin) machen. Diese Dame und eltliche andere haben inzwischn ihre Accounts gelöscht.

Ich bin ja bisher nicht auf Twitter unterwegs, aber überlege tatsächlich mich da anzumelden. Es widerstrebt mir, solchen Subjekten den öffentlichen Raum einfach so zu überlassen.

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fuechslein-101
fuechslein-101
02.08.22 um 22:40
In Antwort auf dickunddoof

Das stimmt wohl; es passiert leider immer noch viel zu wenig seitens bestimmter Betreiber.
Was ich feststellen musste, dass auf etlichen Plattformen, bei etlichen Artikeln/Redaktionen momentan Kommentarfunktionen deaktiviert wurden. Vermutlich wissen sich manche gar nicht mehr anders zu helfen, als jede Diskussion - und damit auch deren mögliche Entgleisung - von vornherein zu unterbinden.

Ansonsten besteht das Problem wohl auch darin, dass die Justiz und Ermittlungsbehörden gnadenlos unterbesetzt sind. Und es wohl auch an Präzidenzfällen/Urteilen fehlt. Da mag offenbar niemand der erste sein und anschließend erleben, dass seine Entscheidung wieder kassiert wird.
Oder selbst dort hat man inzwischen Angst vor bestimmten Kreisen.

Und wenn diese Funktion nicht gesperrt ist, kommen dann solche Standard-Antworten. Also zu wenig Personal wegen zu vielen Meldungen. Dabei gibt es die klare Forderung im Netzwerk-DG, illegale Inhalte zu löschen und nicht etwa zu löschen, wenn der Betreiber Lust dazu hat.

Und es wurde auch noch nie etwas darüber bekannt, dass die Polizei oder die StA als Ermittlungsbehörde auch nur mal ansatzweise Ermittlungen gegen Facebook wegen dieser massenhaften Verstöße aufgenommen hat.

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juliax1
juliax1
04.08.22 um 10:14

Einfach schrecklich und unfassbar traurig. Wie verzweifelt diese Frau gewesen sein muss ist unvorstellbar. Gesetzlich muss sich da einiges ändern.  Internetmobbing ist ja jetzt nichts Neues, aber bevor nicht viele Menschen sterben, wird sich diesbezüglich nichts tun.

Man müsste solche Menschen auch wirkich einsperren, da ann ihren Händen Blut klebt. Aber sowas passiert eben nicht.

Grotesk ist auch, dass genau dieses Klientel, welches andere mobbt und in den Tot treibt, oft von Diktatur und Meinungsfreiheit sprechen und auf ihre Rechte -aber nicht Pflichten- pochen. Sie fühlen sich als Opfer, sehen aber kein Stück weit, was sie selbst eigentlich anrichten. Pragmatische Diskussionen auf Augenhöhe ohne Abwertungen sind kaum möglich. Mit solchen unreflektierten Menschen ist jede Konversation umsonst. Da gehts nur um eines, ich, ich und nochmals ich.

LG

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juliax1
juliax1
04.08.22 um 10:20
In Antwort auf dickunddoof

Habt Ihr das gelesen, auf Twitter gehen die Anfeindungen gegen die verstorbene Ärztin weiter.

Ebenso gegen weitere Wissenschaftlerinnen, Medizinerinnen, Politikerinnen, die jetzt ebenfalls angefeindet werden.
Eine hat wohl sogar einen Tweet erhalten, sie solle die Kellermayr (sie hieß die Ärztin) machen. Diese Dame und eltliche andere haben inzwischn ihre Accounts gelöscht.

Ich bin ja bisher nicht auf Twitter unterwegs, aber überlege tatsächlich mich da anzumelden. Es widerstrebt mir, solchen Subjekten den öffentlichen Raum einfach so zu überlassen.

Ich habe weder  Twitter, noch Facebook oder sonst eines dieser "sozialen" Plattformen. Eben genau deshalb, weil mir zu viele von diesen Leuten dort rumschwirren die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen.

EIgentlich hast du recht, dass solche Subjekte nicht den öffentlichen Raum überlassen werden sollte, aber dafür braucht man echt Nerven, wenn man sich mit diesen Leuten auf eine Diskussion einlässt. Ich habe das nicht.

Und wenn ich schon höre oder lese: "ICH KANN SELBER DENKEN" geht mir mittlerweile schon die Galle über. Einfach  so mal allen anderen Menschen das Denken absprechen und sich selbst als Nabel der Welt sehen. Weil jeder der sich impen lässt oder ließ, natürlch dumm ist und nicht denken kann. Wenn es sich dann dabei noch um Menschen handelt die sich neben mir eine Zigarette anzünden oder Alkohol trinken, dann kann ich nur mehr den Kopf schütteln. Das Denken scheint dann da aufzuhören. Diese Doppelmoral ist es, was mich ankotzt.

Ne, also ich hätte die Nerven nicht mich im Netz mit solchen Leuten zu unterhalten. Ich bewundere immer Leute, die das können und dabei noch ruhig und sachlich bleiben. Hut ab, wirklich.

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dickunddoof
04.08.22 um 12:52
In Antwort auf juliax1

Ich habe weder  Twitter, noch Facebook oder sonst eines dieser "sozialen" Plattformen. Eben genau deshalb, weil mir zu viele von diesen Leuten dort rumschwirren die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen.

EIgentlich hast du recht, dass solche Subjekte nicht den öffentlichen Raum überlassen werden sollte, aber dafür braucht man echt Nerven, wenn man sich mit diesen Leuten auf eine Diskussion einlässt. Ich habe das nicht.

Und wenn ich schon höre oder lese: "ICH KANN SELBER DENKEN" geht mir mittlerweile schon die Galle über. Einfach  so mal allen anderen Menschen das Denken absprechen und sich selbst als Nabel der Welt sehen. Weil jeder der sich impen lässt oder ließ, natürlch dumm ist und nicht denken kann. Wenn es sich dann dabei noch um Menschen handelt die sich neben mir eine Zigarette anzünden oder Alkohol trinken, dann kann ich nur mehr den Kopf schütteln. Das Denken scheint dann da aufzuhören. Diese Doppelmoral ist es, was mich ankotzt.

Ne, also ich hätte die Nerven nicht mich im Netz mit solchen Leuten zu unterhalten. Ich bewundere immer Leute, die das können und dabei noch ruhig und sachlich bleiben. Hut ab, wirklich.

Nun ja, da bin ich selbstkritisch genug - mit ruhig und sachlich habe ich, wenn mal ein gewisser Punkt erreicht ist, mitunter auch Probleme.
Genau deshalb wäre es aber aus meiner Sicht wichtig, wenn sich halt alle "normal Denkenden beteiligen. Ich finde es so absurd, wenn bestimmte Kreise meinen oder gar behaupten, das Volk zu repräsentieren. Ohne zu erkennen, dass sie lediglich ein kleiner Bruchteil des Volkes sind.


Im Fall der Ärztin gehen die Ermittler wohl Hinweisen nach Bayern und Berlin nach.  Hoffentlich werden die Betreffenden Mobber wirklich mal bestraft.

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jana23072002
04.08.22 um 17:59
In Antwort auf juliax1

Ich habe weder  Twitter, noch Facebook oder sonst eines dieser "sozialen" Plattformen. Eben genau deshalb, weil mir zu viele von diesen Leuten dort rumschwirren die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen.

EIgentlich hast du recht, dass solche Subjekte nicht den öffentlichen Raum überlassen werden sollte, aber dafür braucht man echt Nerven, wenn man sich mit diesen Leuten auf eine Diskussion einlässt. Ich habe das nicht.

Und wenn ich schon höre oder lese: "ICH KANN SELBER DENKEN" geht mir mittlerweile schon die Galle über. Einfach  so mal allen anderen Menschen das Denken absprechen und sich selbst als Nabel der Welt sehen. Weil jeder der sich impen lässt oder ließ, natürlch dumm ist und nicht denken kann. Wenn es sich dann dabei noch um Menschen handelt die sich neben mir eine Zigarette anzünden oder Alkohol trinken, dann kann ich nur mehr den Kopf schütteln. Das Denken scheint dann da aufzuhören. Diese Doppelmoral ist es, was mich ankotzt.

Ne, also ich hätte die Nerven nicht mich im Netz mit solchen Leuten zu unterhalten. Ich bewundere immer Leute, die das können und dabei noch ruhig und sachlich bleiben. Hut ab, wirklich.

> Ich habe weder  Twitter, noch Facebook oder sonst eines dieser "sozialen" Plattformen. Eben genau deshalb, weil mir zu viele von diesen Leuten dort rumschwirren die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen.

Bei dem Selbstmord, der im Initialposting dieses Threads thematisiert ist, geht es nicht darum, dass jemand sich mit Nickname im Internet einloggt und halt mal in einem intellektuellen Meinungsaustausch und Schlagabtausch ein paar fiese ironische Kommentare abbekommt, die sie/er insofern nicht persönlich nehmen müsste, als sie/er unter Nickname schreibt und niemand weiss, wer sie/er wirklich ist, und die auch nicht darauf zielgerichtet sind, eine bedrohliche Lage für jemanden zu erzeugen.

In dem betreffenden Fall wurde das Internet benutzt, um Volksverhetzung gegen eine einzelne Person zu betreiben, unter Nennung ihres Realnamens und ihrer Aufenthaltsorte. Da wurden systematisch Leute gegen jemanden aufgewiegelt, mit dem Ziel, die Aufgewiegelten dazu zu mißbrauchen, die illegale Drecksarbeit für die Aufwiegler/innen zu machen, die darin besteht, die verhetzte Person rechtswidrig zu schädigen. Da steckte ein auf Bedrohung, Verfolgen/Nachstellen, Heimtücke, (Psycho-)Terror, emotionale und seelische Vergewaltigung, Quälerei, Bosheit und Vernichtung hin zielgerichteter Wille dahinter.

Und es fing nicht an, weil diese Person irgendwie in den sozialen Medien diskutiert und dabei andere angegangen hätte. Sondern, weil sie ihren Beruf als Ärztin ausgeübt hat und dabei Leute, die das wollten, geimpft hat, und andere darin etwas sahen, was ihren Meinungen nicht entspricht, und sie eine Möglichkeit sahen, sich zu Richter/inne/n aufzuschwingen, andere aufzuhetzen, zu instrumentalisieren, ohne dabei Farbe bekennen zu müssen.

Da macht jemand seine Arbeit, vertritt dabei seine auf sachlichen Argumenten basierenden Ansichten, und "darf" dann realisieren, dass über Internet eine Hetzkampagne orchestriert wird mit dem Ziel, im "realen Leben" ein Szenarium der Bedrohung, der Verfolgung/des Nachstellens, der Heimtücke, des (Psycho-)Terrors, der emotionalen und seelischen Vergewaltigung, der Quälerei, Bosheit und Vernichtung zu schaffen - vermutlich von Leuten, bei denen die Amygdala schon so dermaßen das Regiment über die Verhaltens-Selbstkontrolle übernommen hat, dass sie niemals wieder aus ihrer kognitiven Verzerrung herauskommen, sachlichen Argumenten und Gerechtigkeit nicht zugänglich sind, jedweder Objektivität und Verhältnismäßikeit abhold sind, und somit aufgrund ihrer verzerrten Bewusstseinsprozesse tatsächlich eine konkrete und reale Gefahr für unser System an co-existierenden Parallelgesellschaften darstellen.

Der Glaube, dafür, dass man selbst nicht Opfer von so etwas werden könne, reiche es aus, sich selbst nicht an den (a)sozialen Internet-Medien zu beteiligen, ist naiv.

In früheren Zeiten hätten solche Volksverhetzer/innen zB anonyme Flugblätter verteilt und die Wände des Hauses der zu verhetzenden Person beschmiert. Und an Stammtischen gehetzt. Eben diese Möglichkeiten genutzt, zu verunglimpfen, zu beleidigen, übel nachzureden, zu Straftaten wie Mord und Totschlag aufzurufen.

Und der verhetzten Person hätte es überhaupt nicht geholfen, zu sagen: "Ach was, ich lese halt keine Flugblätter mehr, und schaue halt keine Hauswandschmierereien mehr an, weil bei denen, die diese Dinge veranstalten, halt zu viele herumschwirren, die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen".

Sie müsste trotzdem befürchten, dass irgendwelche bösartigen in Sachen Sozialkompetenz Minderbemittelten, deren Amygdala es gefallen hat, sich aufwiegeln zu lassen, ihr zB von hinten einen Backstein ins Genick werfen oder versuchen, sie anzuzünden oder so etwas.

Dietrich Bonhoeffers Theorie der Dummheit beschreibt ganz gut die Seinszustände, in denen diese aufgewiegelten, für Vernunft und Verhältnismäßigkeit nicht zugänglichen Leute gefangen sind. Der Psychloge Daniel Kahnemann liefert in seinem Buch "Schnelles Denken, langsames Denken" wissenschaftliche Erklärungen dazu.

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jana23072002
04.08.22 um 18:45

>  Nur frage ich mich ob Menschen die anderen sowas antun kein Gewissen haben. Können die wirklich noch gut schlafen? 

Ein Aspekt von Bosheit ist, die Beeinträchtigung des Seelenfriedens von Mitgeschöpfen zu billigen bzw billigend inkauf zu nehmen in Situationen, in denen es zumutbar ist, von dieser Beeinträchtigung abzusehen bzw dieser Beeinträchtigung abzuhelfen bzw dieser Beeinträchtigung vorzubeugen.

Es gibt böse Menschen.

Viele von ihnen wissen um ihre eigene Bosheit. Das Wissen um ihre Bosheit führt zB häufig dazu, dass sie nicht offen sondern heimlich agieren - etwa aus der (vermeintlichen) Anonymität des Internets heraus.

Bewusstsein ist etwas, was ein Mensch entwickeln muss, um es zu haben.
Das Gewissen eines Menschen ist ein Aspekt seines Bewusstseins.
Die verschiedenen Aspekte des Bewusstseins sind bei den Menschen recht unteschiedlich ausgeprägt.
So gesehen gibt es sicherlich auch Menschen, die kein (sonderlich entwickeltes) Gewissen haben. Da dürften auch einige dabei sein, die kein Interesse daran haben, ihr Gewissen zu entwickeln.

Vielen fehlt zB das Bewusstsein
- um die Notwendigkeit der Selbstkontrolle.
- um die Notwendigkeit, die Fähigkeit zu pflegen, zB ethische Probleme/Dilemmata sachlich und stringent aufzudröseln.
- um Aspekte wie Verhältnismäßigkeit.
- , das nötig ist, um die Grenzen zwischen Ausübung des Rechts der freien Meinungsäusserung und Begehung des Unrechts der Verhetzung/Bedrohung/Aufstachelung zu Straftaten zu kennen.
- um zu begreifen, dass ein Unrecht kein Unrecht rechtfertigt.
- um zu begreifen, dass der Zweck nie die Mittel heiligt und somit zB Heimtücke nicht zu rechtfertigen ist.

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jana23072002
04.08.22 um 19:37

> Ist man Hass im Internet wirklich hilflos ausgeliefert

Solange der Hass nur zum Ausdruck kommt während die Hasser/innen und die Gehassten über Internet miteinander direkt Gedankenaustausch betreiben, der Hass also sozusagen halt als Gefühl einer Abneigung einen Aspekt der Befindlichkeit mancher Diskussionsteilnehmer/innen darstellt, den sie unter Kontrolle haben, der sich nicht über den Austausch im Internet hinaus auf andere Daseinsbereiche auswirkt, kann man sich dem entziehen, indem man den betreffenden Gedankenaustausch nicht fortführt.

"Hass im Internet" beschreibt meiner Auffassung nach den im Initialposting dieses Diskussionsfadens geschildeten Sachverhalt, der unter anderem einen Selbstmord beinhaltet, allenfalls unzureichend:

Die Ärztin, die sich umgebracht hat, war nicht nur mit dieser Form von auf den direkten Gedankenaustausch im Internet beschränktem Hass/abneigungsgefühl konfrontiert. In diesem Fall wurde das Internet instrumentalisiert als Transportmedium, um den Hass aus dem Internet hinaus in andere Daseins- bzw Lebensbereiche hinein zu tragen.

Da ging es längst nicht mehr um "Hass im Internet" im Sinne eines unter Kontrolle gehaltenen bzw nur in Verlautbarungen im Rahmen des Gedankenaustausches geäusserten Gefühls der Abneigung gegenüber anderen Diskussionsteilnehmer/inne/n, sondern auf Seiten der Mobber/innen und Hetzer/innen um einen Willen, der darauf zielgerichtet war, systematisch und unter Billigung von Heimtücke eine Vergiftung zu erreichen, die auch Lebensbereiche ausserhalb des Internet erfasst.

Der Wille der Mobber/innen und Hetzer/innen war nicht auf "im Internet" beschränkt. Der Wille der Mobber/innen und Hetzer/innen war auf Vergiftung/Zerstörung des Lebens ausserhalb des Internet/Vernichtung der Existenz gerichtet.
Nicht etwa darauf, eine Meinungsänderung/ein Umdenken zu erwirken.

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jana23072002
04.08.22 um 20:02
In Antwort auf juliax1

Ich habe weder  Twitter, noch Facebook oder sonst eines dieser "sozialen" Plattformen. Eben genau deshalb, weil mir zu viele von diesen Leuten dort rumschwirren die eh nur ihren Standpunkt durchbringen wollen.

EIgentlich hast du recht, dass solche Subjekte nicht den öffentlichen Raum überlassen werden sollte, aber dafür braucht man echt Nerven, wenn man sich mit diesen Leuten auf eine Diskussion einlässt. Ich habe das nicht.

Und wenn ich schon höre oder lese: "ICH KANN SELBER DENKEN" geht mir mittlerweile schon die Galle über. Einfach  so mal allen anderen Menschen das Denken absprechen und sich selbst als Nabel der Welt sehen. Weil jeder der sich impen lässt oder ließ, natürlch dumm ist und nicht denken kann. Wenn es sich dann dabei noch um Menschen handelt die sich neben mir eine Zigarette anzünden oder Alkohol trinken, dann kann ich nur mehr den Kopf schütteln. Das Denken scheint dann da aufzuhören. Diese Doppelmoral ist es, was mich ankotzt.

Ne, also ich hätte die Nerven nicht mich im Netz mit solchen Leuten zu unterhalten. Ich bewundere immer Leute, die das können und dabei noch ruhig und sachlich bleiben. Hut ab, wirklich.

> EIgentlich hast du recht, dass solche Subjekte nicht den öffentlichen Raum überlassen werden sollte, aber dafür braucht man echt Nerven, wenn man sich mit diesen Leuten auf eine Diskussion einlässt. Ich habe das nicht.

Bringt es überhaupt etwas, mit Leuten zu diskutieren, die gerade in einem "Amygdala-dominierten intellektuellen Sparmodus" ticken (obwohl sie vielleicht anders könnten),  und weder leicht aus diesem Zustand herauszuholen sind, noch in diesem Zustand Argumenten zugänglich geschweige denn an Stringenz interessiert sind?

Man kann natürlich im Internet mit ihnen diskutieren und sie dabei vielleicht so beschäftigen, dass sie keinen anderen Schaden anrichten, aber das setzt unter anderem voraus, dass sie überhaupt die Ausdauer haben, die notwendig ist, damit sie bei der Stange gehalten werden können.

Solchen Leuten nicht den öffentlichen Raum zu überlassen heisst nicht, dass man mit ihnen diskutieren muss. Man kann auch ohne mit ihnen zu diskutieren darauf hinwirken, dass der öffentliche Raum, in dem diese Leute ihre Verlautbarungen -äh- absetzen, sich von ihnen nicht manipulieren lässt.

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A
adraste
05.08.22 um 10:08

Gibt es dazu einenArtikel?

EinenTypen ausOberbayern hat man imZusammenhang mit denHassmails gg diese Aerztin schon ermittelt.
Ich wuerde gerne mal dessen Visage sehen

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juliax1
juliax1
05.08.22 um 13:16
In Antwort auf dickunddoof

Nun ja, da bin ich selbstkritisch genug - mit ruhig und sachlich habe ich, wenn mal ein gewisser Punkt erreicht ist, mitunter auch Probleme.
Genau deshalb wäre es aber aus meiner Sicht wichtig, wenn sich halt alle "normal Denkenden beteiligen. Ich finde es so absurd, wenn bestimmte Kreise meinen oder gar behaupten, das Volk zu repräsentieren. Ohne zu erkennen, dass sie lediglich ein kleiner Bruchteil des Volkes sind.


Im Fall der Ärztin gehen die Ermittler wohl Hinweisen nach Bayern und Berlin nach.  Hoffentlich werden die Betreffenden Mobber wirklich mal bestraft.

Ja, damit hast du absolut recht. Wenn die eigenen Nerven das aushalten, ists ja okay. Ich selbst hatte diverse Diskussionen bereits im Verwandtenkreis und auch da ist es teilweise eskaliert. Genau darum spreche ich manche Themen erst gar nicht mehr an. Erschreckend allerdings ist es, wie sich Menschen durch Corona verändert haben. Da tun sich teilweise Abgründe auf. Natürlich sind ja auch nicht alle so, mit manchen lässt es sich durchaus diskutieren, ohne dass es unschön wird.
Ich persönlich lasse das Thema aber ruhen. Bis jetzt haben diese Diskussionen außer Ärger nichts gebracht.

Ich hoffe ebenfalls, dass diese Mobber bestraft werden!

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D
dickunddoof
05.08.22 um 14:32
In Antwort auf adraste

Gibt es dazu einenArtikel?

EinenTypen ausOberbayern hat man imZusammenhang mit denHassmails gg diese Aerztin schon ermittelt.
Ich wuerde gerne mal dessen Visage sehen

Ich glaube, der aus Oberbayern ist noch nirgendwo abgebildet. Hab jedenfalls nichts gefunden.
Aus Berlin soll es auch einen Verdächtigen geben.

Wahnsinn, wie sich die Gesellschaft gerade entwickelt.

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D
dickunddoof
05.08.22 um 14:40
In Antwort auf juliax1

Ja, damit hast du absolut recht. Wenn die eigenen Nerven das aushalten, ists ja okay. Ich selbst hatte diverse Diskussionen bereits im Verwandtenkreis und auch da ist es teilweise eskaliert. Genau darum spreche ich manche Themen erst gar nicht mehr an. Erschreckend allerdings ist es, wie sich Menschen durch Corona verändert haben. Da tun sich teilweise Abgründe auf. Natürlich sind ja auch nicht alle so, mit manchen lässt es sich durchaus diskutieren, ohne dass es unschön wird.
Ich persönlich lasse das Thema aber ruhen. Bis jetzt haben diese Diskussionen außer Ärger nichts gebracht.

Ich hoffe ebenfalls, dass diese Mobber bestraft werden!

Leider sind inzwischen ganz viele mehr als nur schräg drauf.
Ich schreib seit ein paar Tagen auf einer Plattform, was man da zu lesen kriegt, wenn man nicht die Meinung der Mehrheit dort vertritt... da kriegt man "Angst".
Tatsächlich Aussagen von wegen man spreche einem das Recht auf Existenz ab. Oder wer einen gezeugt habe, wäre ja wohl saudumm und nur zu faul zu w.xchen gewesen.
Die Leute kennen einen nicht, lesen ein zwei Postings und man wird tatsächlich so angefeindet.
Und die große Mehrheit dort hebt dann zu solchen Beiträgen auch noch den Daumen.

Wenn das so weitergeht und sich in Masse wirklich mal auf die Straße verlagert, na dann gute Nacht Deutschland.

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J
jana23072002
05.08.22 um 18:35
In Antwort auf dickunddoof

Leider sind inzwischen ganz viele mehr als nur schräg drauf.
Ich schreib seit ein paar Tagen auf einer Plattform, was man da zu lesen kriegt, wenn man nicht die Meinung der Mehrheit dort vertritt... da kriegt man "Angst".
Tatsächlich Aussagen von wegen man spreche einem das Recht auf Existenz ab. Oder wer einen gezeugt habe, wäre ja wohl saudumm und nur zu faul zu w.xchen gewesen.
Die Leute kennen einen nicht, lesen ein zwei Postings und man wird tatsächlich so angefeindet.
Und die große Mehrheit dort hebt dann zu solchen Beiträgen auch noch den Daumen.

Wenn das so weitergeht und sich in Masse wirklich mal auf die Straße verlagert, na dann gute Nacht Deutschland.

Dass die Menschheit und damit jedes Land der Welt und damit auch Deutschland seit je her eine breite Basis an sozial inkompetenten und ignoranten Primitivlingen hat, ist nichts neues. Wie könnte es anders sein? Die Leute nehmen sich selbst - und damit auch ihre Mentalität - ja mit durch alle Änderungen/Paradigmenwechsel/angebliche Zeitgeistwenden etc etc. Die Mentalität ändert sich spätestens nach der Pubertät nicht mehr, ausser zum Schlechteren, wird aber an diejenigen weitergegeben, die man erzieht.

Die Pseudo-Weltoffenen haben es geschafft, dass als böse und reaktioner gilt, wer gewisse Tabus wahren will und sozialverträgliches Verhalten und Selbstkontrolle einfordert, und dass die Leute sich nicht ihrer Freiheit erfreuen, sondern der Hemmungslosigkeit frönen. Respekt vor der Würde anderer Menschen/Mitgeschöpfe? Fehlanzeige.

Wenn wir hier einen heissen Krieg bekommen oder die Infrastruktur wegen wirtschaftlicher Austrocknung niedergeht, sodass die Leute zu sozialer Interaktion gezwungen sind, um zu überleben, wird demnächst ein übles Hauen und Stechen und gegenseitiges Zerfleischen losgehen, schon deswegen, weil bei vielen in ihrer Egomanie, die durch keinerlei Erziehung in sozialverträgliche Bahnen geleitet wurde, die Sozialkompetenz nur dafür ausreicht.

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J
jana23072002
05.08.22 um 19:08
In Antwort auf dickunddoof

Ich glaube, der aus Oberbayern ist noch nirgendwo abgebildet. Hab jedenfalls nichts gefunden.
Aus Berlin soll es auch einen Verdächtigen geben.

Wahnsinn, wie sich die Gesellschaft gerade entwickelt.

> Wahnsinn, wie sich die Gesellschaft gerade entwickelt.

Ich denke nicht, dass der Querschnitt der Menschheit jemals wirklich besser war.

Man bekommt heutzutage nur mehr mit, weil die Medienlandschaft anders ist.

Als das Internet noch nicht da war, konnte der Querschnitt der Bevölkerung nicht so einfach in Echtzeit kommunikativ mit allen möglichen Leuten wechselwirken. Die Möglichkeiten, sich ein Bild davon zu machen, wie die Leute ausserhalb desjenigen Bekanntenkreises, mit dem man einigermassen auskommt, drauf sind und deshalb Gedankenaustausch und Diskussionskultur mit Unbekannten gestalten wenn sie Gelegenheit bekommen, waren nicht so gut.

Schau dir zB mal auf YouTube alte Meinungsumfragen aus den 60er- bis 80er-Jahren zu irgendwelchen eher harmlosen Sachen an - bei fast allem findest du welche, die lautstark irgendeinen Mord und Totschlag fordern.
Neulich erst habe ich eine Umfrage aus Mitte der 60er Jahre gesehen zum Thema "Sommer- und Winterzeit", eine nicht geschnittene Fassung, die im Archiv lag - sogar da wollten welche, dass irgendwer an die Wand gestellt wird. Im damals gesendeten Beitrag war das natürlich herausgeschnitten. Aber da war es trotzdem.

Oder ein Blick ins Strafgesetzbuch: Viele der im StGB heute noch erfassten Tatbestände waren schon in der Urfassung enthalten, die am 1. Januar 1872 in Kraft trat und im wesentlichen auf das Preußische Strafgesetzbuch von 1851 und das Strafgesetzbuch des Norddeutschen Bundes zurückgeht. Offenbar gab es damals schon Grund, die besagten Tatbestände im Strafgesetzbuch zu erfassen, was bestimmt nicht an einer allgemein herrschenden Menschenfreundlichkeit lag. Das selbe beim Blick ins BGB - die ursprüngliche Fassung stammt vom 18. August 1896:  Bei vielem, was ich da lese, und was schon in der ursprünglichen Fassung drin stand, denke ich, was müssen die Leute auch damals asozial gewesen sein wenn es schon damals nötig war, diese Dinge in Gesetzen zu regeln/diese asozialen Verhaltensweisen in Gesetzen zu verbieten...

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eisbrecher
Gestern um 11:52

Ich habe den Fall auch mitbekommen, das ist wirklich sehr schlimm. 

Das Schlimmste dabei ist, dass die Polizei nichts unternommen hat. Im Gegenteil, es wurde noch so hingedreht, als wäre die Ärztin selbst schuld daran, dass sie bedroht wurde, weil sie ihre Meinung auf Twitter gepostet hat.

Das sollte so nicht passieren. Da müssen Konsequenzen folgen. Die Polizei hat solche Fälle zu ahnden, denn dafür ist sie schließlich da. Wenn die IT-Kompetenzen dafür fehlen, müssen eben entsprechend Fachkräfte ausgebildet werden und in der Zwischenzeit Fachkräfte von außen hinzugezogen werden. Die Hackerin Nella konnte ja recht rasch herausfinden, woher die Drohmails kamen und dazu musste sie keineswegs ins Darknet. Das ist klassisches Behördenversagen!

Solange man sich nicht darauf verlassen kann, dass die Exekutive das tut, wofür sie eigentlich zuständig ist, kann man tatsächlich nicht sehr viel gegen Hass im Netz tun. Wenn man die Nachrichten mit Namen veröffentlicht, kann es sogar passieren, dass man wegen übler Nachrede angezeigt wird, wie es im Fall der österreichischen Politikerin Sigrid Maurer war. Selbst kann man sich also auch nicht helfen, indem man die Täter bloßstellt. 

So traurig das ist, es bleibt nur eine Konsequenz: im Internet niemals unter seinem wirklichen Namen irgendetwas posten und auf keinen Fall Daten bekanntgeben, die zu Rückschlüssen auf die eigene Person führen könnten. Falscher Name, falsches Geburtsdatum, keine Adresse, Telefonnummer, Jobangaben, Berufsangaben machen, keine Fotos von sich posten usw.  Schade, dass das anscheinend notwendig ist, aber besser so, als man hat einen Mob vor dem Haus oder dem Arbeitsplatz stehen.

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eisbrecher
Gestern um 12:04
In Antwort auf fuechslein-101

Und wenn diese Funktion nicht gesperrt ist, kommen dann solche Standard-Antworten. Also zu wenig Personal wegen zu vielen Meldungen. Dabei gibt es die klare Forderung im Netzwerk-DG, illegale Inhalte zu löschen und nicht etwa zu löschen, wenn der Betreiber Lust dazu hat.

Und es wurde auch noch nie etwas darüber bekannt, dass die Polizei oder die StA als Ermittlungsbehörde auch nur mal ansatzweise Ermittlungen gegen Facebook wegen dieser massenhaften Verstöße aufgenommen hat.

Natürlich muss jeder Betreiber einer Kommentarplattform das geltende Gesetz einhalten und rechtswidrige Inhalte löschen. Aber darüber hinaus kann jeder Betreiber auch eigene Regeln festlegen, wie die Diskussion gestaltet werden soll und was in welcher Form gepostet werden darf und was nicht. 

Beispielsweise kann man pauschal sagen, dass keine beleidigenden, abwertenden, diffamierenden Inhalte gestattet sind (das wird in den meisten Fällen so sein). Das gibt einem Betreiber dann das Recht, alle Kommentare zu entfernen, in denen beispielsweise Schimpfwörter oder Kraftausdrücke vorkommen oder in denen eine Diskussion zur Streiterei eskaliert. 

Gegen Facebook wird es schwierig, Ermittlungen aufzunehmen, weil es darauf ankommt, in welchem Land diese Firma sitzt und welches Recht dort gilt. Was in Deutschland verboten ist, muss es noch lange nicht in Irland sein. 

Man kann auch nicht von einem Betreiber erwarten, dass jemand rund um die Uhr alle geposteten Beiträge überwacht, das ist nicht machbar. Man kann aber durchaus verlangen, dass nach einer Meldung ein Beitrag entfernt wird, wenn es also eine Meldefunktion gibt und User diese benutzen, dann entsteht sehr wohl die Pflicht, sich den gemeldeten Beitrag nochmals anzusehen und ggfs. zu handeln. Das ist bei Facebook nicht immer der Fall, ob genug bekommt man die Rückmeldung, der gemeldete Beitrag würde nicht gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen und würde deshalb nicht entfernt. Wie das im konkreten Fall bei Twitter ist, kann ich nicht sagen. 

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