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Hartz IV und Co.

10. Mai 2005 um 15:39

Ist jeder, der Förderung irgendeiner Art bezieht, gleich Sozialschmarotzer? Muß man drei Jobs habe, um über die Runden zu kommen? Wo sind denn die Millionen Arbeitslosen, keiner davon hier?

Bin auf die Idee gekommen, weil ich grad im Jobforum zwei Beiträge zu diesem Thema gelesen habe und ehrlich sagen muß, dass mir die Antworten z.T. gar nicht gefallen haben. Sehr vorurteilsbehaftet und kurzsichtig.

Bevor ihr mich falsch versteht, ich finde es auch nicht vertetbar, in Kleinkleckersdorf kleben zu bleiben und jahrelang auf DEN Job zu warten. Aber ich finde, dass den Menschen heute sehr viel zugemutet wird.

Die Arbeit ist doch ein Stück weit Lebensinhalt, immerhin verbringt man die meiste Zeit dort. Von daher ist ein wenig suchen doch angebracht. Arbeitslos zu sein ist nicht toll, weil man ja soviel Freizeit hat. Ich war vier Monate arbeitslos gemeldet und bin halb die Decke hochgegangen. Ich war psychisch stark angeschlagen, wegen dem Gefühl nutzlos zu sein. Dass mich keiner haben will.
Kurzum, einfach nur grauenvoll, ich möchte nicht wissen, wie es jemandem geht, der jahrelang keinen Job findet und arbeiten will. Dabei habe ich noch nichtmal einen Nebenjob gefunden, dass sei dazu gesagt, ist ja nicht so, als würden die auch auf den Bäumen wachsen...Und muß wirklich jeder putzen gehen?

Zum zweiten gibt es nunmal so etwas wie eine soziale Eingliederung, ich finde es ist zu leicht gesagt, jungen Menschen zuzumuten, doch ans andere Ende des Landes für einen unterbezahlten Ausbildungsplatz zu ziehen. Genauso wie dieses ständige dem Job hinterher - betrifft mich auch gerade. Man wird immer rausgerissen, kann sich nicht wirklich einleben.
Es mag Menschen geben für die ist das kein Problem, andere wiederum brauchen ihr gewohntes Umfeld und leiden dann darunter. Wird mit zunehmendem Alter ja auch nicht unbedingt leichter. Was ist, wenn die Familie mit dran hängt?

Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben...

Eure Meinungen dazu interessieren mich, also her damit!

Lieben Gruß, koellegoerl

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10. Mai 2005 um 16:02

Ja, wahr
ja, es kotz mich an, dieses schubladendenken und rumhacken auf arbeitslosen.
ich selbst hab auch schon nen nebenjob, weil ich als single sonst finanziell bei ständig steigenden kosten mit meinem volljob allein nicht über die runden komme.
aber solange ich sehe wie stinkreiche in meinem bekanntenkreis fast eine lebenskrise kriegen, wenn sie beim steuerausgleich mal nen abzug haben, werde ich es jedem armen tropf von herzen gönnen, wenn er ein paar euro bekommt. in der firma in der ich arbeite, müssen kleine arbeiter strafzettel etc. selbst zahlen, wenn sie zu schnell gefahren sind im dienst, während führungskräfte dies nicht müssen, die sind ja sosss arm! im kleinen gehts so los und zieht sich bis in die höchsten postitionen. ich könnte wetten, dass hier ein milliarden potential wäre und frage mich wo unsere steuer hin verschwinden.

SO!

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10. Mai 2005 um 18:08
In Antwort auf apfelkern2

Ja, wahr
ja, es kotz mich an, dieses schubladendenken und rumhacken auf arbeitslosen.
ich selbst hab auch schon nen nebenjob, weil ich als single sonst finanziell bei ständig steigenden kosten mit meinem volljob allein nicht über die runden komme.
aber solange ich sehe wie stinkreiche in meinem bekanntenkreis fast eine lebenskrise kriegen, wenn sie beim steuerausgleich mal nen abzug haben, werde ich es jedem armen tropf von herzen gönnen, wenn er ein paar euro bekommt. in der firma in der ich arbeite, müssen kleine arbeiter strafzettel etc. selbst zahlen, wenn sie zu schnell gefahren sind im dienst, während führungskräfte dies nicht müssen, die sind ja sosss arm! im kleinen gehts so los und zieht sich bis in die höchsten postitionen. ich könnte wetten, dass hier ein milliarden potential wäre und frage mich wo unsere steuer hin verschwinden.

SO!

Ja,
finde ich auch. Bei meiner Frage(denke mal, die gehört zu den Beispielen oben) kam als Antwort, ich solle mich nicht so anstellen und von 600 euro könnte man leben und bei einer anderen sagen alle, dass 500 euro eben nicht zum Leben reichen! Dabei hat sie eine Miete von der ich nur träumen kann. Sowas macht mich echt sauer!

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10. Mai 2005 um 22:38

Schwieriges Thema
Hallo,

Was kann man Menschen zumuten?
Kann man alleinerziehenden Müttern die den ganzen Tag arbeiten zumuten andere mitzufinanzieren, Menschen, die eigentlich arbeiten könnten?
Kann man Rentnern Geld streichen weil es vorn und hinten an Geld fehlt obwohl sie ihre ganze Jugend damit verbracht haben zu arbeiten und Geld für die eigene Rente einzuzahlen?
Ich finde, man kann auf jeden Fall jedem zumuten seinen eigenen Unterhalt zu bestreiten und wenn das für einen jungen Menschen heißt, den Wohnort zu wechseln, dann finde ich das durchaus zumutbar, wenn Familie dran hängt, dann muß man eine Lösung finden, wenn man nicht woanders hin möchte.
Zumal sich derjenige ja die Frage stellen sollte ob er überhaupt noch in der Position ist Ansprüche zu stellen.
Eigentlich sollte man meinen, daß jemand, der einen Lebensunterhalt bestreiten muß und eine Lebensinhalt haben möchte mit jeder Arbeit, die zu seinem täglich Brot beisteuert zufrieden sein sollte.
Viele sind nicht bereit Kompromisse zu schließen.

Vielen geht es noch zu gut.

Ich finde das Hauptproblem ist die Geisteshaltung der Leute.
Es ist immer schwierig zu selektieren, daß heute etwas strenger durchgegriffen wird , resultiert aus dem Mißbrauch, der betrieben wird und ich finde, man sollte wesentlich radikaler vorgehen.

Ich weiß, ich sehe das sehr hart aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß wer arbeiten will auch die Möglichkeit hat, viele sind sich aber "zu gut" dafür und meinen für sechs Euro die Stunde sich nicht die Mühe machen zu müssen aufzustehen und haben ein Problem mit dem putzen gehen.Wieso eigentlich?

Ich bin vor sechs Jahren aus dem Ausland her gekommen, stand da mit einem Kind und einer Tüte,sonst nichts, bin putzen gegangen und habe gejobbt, neben bei mich immer wieder umgesehen, wo ich einen festen Job bekommen kann, hatte dann einen, der war nicht so das Wahre, habe in trotzdem gemacht, mich immer wieder beworben, bis ich dann einen Job gefunden habe, der für mich in Ordnung ist.

Was ich als Zumutung empfinde ist, daß es Menschen gibt, die den ganzen Tag arbeiten, somit einen Sozialstaat mitfinazieren, nur unwesentlich weniger haben als Hilfeempfänger, die durch ihren Status noch allemöglichen Vergünstigungen habe, eigentlich die Blöden sind und unser System mächtig hinkt.

So, nun genug damit.....man könnte noch viel,dazu schreiben....


Gruß

equinox68

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10. Mai 2005 um 23:15
In Antwort auf equinox68

Schwieriges Thema
Hallo,

Was kann man Menschen zumuten?
Kann man alleinerziehenden Müttern die den ganzen Tag arbeiten zumuten andere mitzufinanzieren, Menschen, die eigentlich arbeiten könnten?
Kann man Rentnern Geld streichen weil es vorn und hinten an Geld fehlt obwohl sie ihre ganze Jugend damit verbracht haben zu arbeiten und Geld für die eigene Rente einzuzahlen?
Ich finde, man kann auf jeden Fall jedem zumuten seinen eigenen Unterhalt zu bestreiten und wenn das für einen jungen Menschen heißt, den Wohnort zu wechseln, dann finde ich das durchaus zumutbar, wenn Familie dran hängt, dann muß man eine Lösung finden, wenn man nicht woanders hin möchte.
Zumal sich derjenige ja die Frage stellen sollte ob er überhaupt noch in der Position ist Ansprüche zu stellen.
Eigentlich sollte man meinen, daß jemand, der einen Lebensunterhalt bestreiten muß und eine Lebensinhalt haben möchte mit jeder Arbeit, die zu seinem täglich Brot beisteuert zufrieden sein sollte.
Viele sind nicht bereit Kompromisse zu schließen.

Vielen geht es noch zu gut.

Ich finde das Hauptproblem ist die Geisteshaltung der Leute.
Es ist immer schwierig zu selektieren, daß heute etwas strenger durchgegriffen wird , resultiert aus dem Mißbrauch, der betrieben wird und ich finde, man sollte wesentlich radikaler vorgehen.

Ich weiß, ich sehe das sehr hart aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß wer arbeiten will auch die Möglichkeit hat, viele sind sich aber "zu gut" dafür und meinen für sechs Euro die Stunde sich nicht die Mühe machen zu müssen aufzustehen und haben ein Problem mit dem putzen gehen.Wieso eigentlich?

Ich bin vor sechs Jahren aus dem Ausland her gekommen, stand da mit einem Kind und einer Tüte,sonst nichts, bin putzen gegangen und habe gejobbt, neben bei mich immer wieder umgesehen, wo ich einen festen Job bekommen kann, hatte dann einen, der war nicht so das Wahre, habe in trotzdem gemacht, mich immer wieder beworben, bis ich dann einen Job gefunden habe, der für mich in Ordnung ist.

Was ich als Zumutung empfinde ist, daß es Menschen gibt, die den ganzen Tag arbeiten, somit einen Sozialstaat mitfinazieren, nur unwesentlich weniger haben als Hilfeempfänger, die durch ihren Status noch allemöglichen Vergünstigungen habe, eigentlich die Blöden sind und unser System mächtig hinkt.

So, nun genug damit.....man könnte noch viel,dazu schreiben....


Gruß

equinox68

Aber
darf man, sobald man arbeitslos ist, keine Ansprüche mehr stellen? Was wäre das für ein Menschenbild?

Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass die Arbeitslosen wirklich zu neuen Buh-Männern der Nation werden. Und das finde ich nicht richtig.
Es ist ein Problem was alle etwas angeht, jeden kann es heutzutage treffen und ich finde einfach, man sollte sich etwas zurücknehmen mit dem Vorwurf, dass diese Leute ja alle nicht arbeiten wollen. Das mag auf einen Teil zutreffen, aber auf Millionen?

Versteh mich nicht falsch, mich ärgert es auch sehr, dass man selbst nicht viel mehr hat als ein Sozialhilfeempfänger. Mir bezahlt keiner einen neuen Schrank oder die Waschmaschine. Das stimmt. Die Vorstellung in so einem Fall, dass alles aufzugeben, um für 800 netto arbeiten zu gehen, ist bestimmt nicht sehr angenehm...

Aber ist das ein Problem der Sozialhilfe, die eine Grundsicherung stellen soll für ein Leben, das im schönen Deutschland als zivilisiert gilt? Oder ist es das Problem des Lohndumpings, also der Wirtschaft? Die hohen Mieten, die sich kaum ein normaler Mensch wirklich leisten kann, tragen ihren Teil dazu bei. Im Moment wird wieder über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer diskutiert - na gute Nacht! Diese Rechenbeispiele über durchschnittliche Lebenshaltungskosten sind ein Witz, das Brot wird immer teurer, dafür Kondenstrockner billiger. Aha.

Sollte man also den Märtyrer spielen, mit zwei Jobs,um weiterhin Moralpredigten schwingen zu können oder sollte man sich nicht auch Hilfe holen...Vielleicht wird so etwas bewegt? Wenn jeder Normalverdiener auf dem Amt steht und Zuschuss haben will? Dann müßte schnell etwas passieren.
Ich bin aber auch überfragt, was denn hier so schief läuft, ehrlich...

LG, koellegoerl

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11. Mai 2005 um 6:54
In Antwort auf koellegoerl

Aber
darf man, sobald man arbeitslos ist, keine Ansprüche mehr stellen? Was wäre das für ein Menschenbild?

Ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass die Arbeitslosen wirklich zu neuen Buh-Männern der Nation werden. Und das finde ich nicht richtig.
Es ist ein Problem was alle etwas angeht, jeden kann es heutzutage treffen und ich finde einfach, man sollte sich etwas zurücknehmen mit dem Vorwurf, dass diese Leute ja alle nicht arbeiten wollen. Das mag auf einen Teil zutreffen, aber auf Millionen?

Versteh mich nicht falsch, mich ärgert es auch sehr, dass man selbst nicht viel mehr hat als ein Sozialhilfeempfänger. Mir bezahlt keiner einen neuen Schrank oder die Waschmaschine. Das stimmt. Die Vorstellung in so einem Fall, dass alles aufzugeben, um für 800 netto arbeiten zu gehen, ist bestimmt nicht sehr angenehm...

Aber ist das ein Problem der Sozialhilfe, die eine Grundsicherung stellen soll für ein Leben, das im schönen Deutschland als zivilisiert gilt? Oder ist es das Problem des Lohndumpings, also der Wirtschaft? Die hohen Mieten, die sich kaum ein normaler Mensch wirklich leisten kann, tragen ihren Teil dazu bei. Im Moment wird wieder über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer diskutiert - na gute Nacht! Diese Rechenbeispiele über durchschnittliche Lebenshaltungskosten sind ein Witz, das Brot wird immer teurer, dafür Kondenstrockner billiger. Aha.

Sollte man also den Märtyrer spielen, mit zwei Jobs,um weiterhin Moralpredigten schwingen zu können oder sollte man sich nicht auch Hilfe holen...Vielleicht wird so etwas bewegt? Wenn jeder Normalverdiener auf dem Amt steht und Zuschuss haben will? Dann müßte schnell etwas passieren.
Ich bin aber auch überfragt, was denn hier so schief läuft, ehrlich...

LG, koellegoerl

Ansprüche sind relativ
und unsere Ansprüche hier zu Lande sind sehr hoch.
Glaub mir, ich bin im Ausland groß geworden, war in vielen Ländern und dort , je nach dem, mal mehr und mal weniger, geben sich die Leute mit wesentlich weniger "Luxus" zufrieden und erwarten nicht, daß ein Staat zahlt.

Wenn der Staat nicht zahlen würde, dann wäre die Vortsellung in so einem Fall, dass alles aufzugeben, um für 800 netto arbeiten zu gehen lebensnotwendig und nicht abwegig, wie in vielen Köpfen.

Wie ich schon sagte, das Problem liegt in den Köpfen der Leute.
Normalverdiener bekommen auf dem Amt gar keinen Zuschuß, da sie über der angesetzten Grenze leigen, daß sie ganz andere Ausgaben haben, das interessiert niemaden.
Seinerzeit, war ich auf dem Amt um mir eine GEZ-Befreiung zu beantragen, nachdem sie meine Unterlagen geprüft haben, teilte man mir mit, daß ich für eine Befreiung zu viel verdiene, lag seinerzeit ca.100 DM über dem Mindesteinkommen, daß ich die Buskarte voll bezahlen muß, nicht in einem Sozialbau wohne, die volle Telefongrundgebühr abdrücke,mir niemand bie Heizkosten erstattet oder Kleidergeld gibt, das wurde dort nicht berücksichtigt.
Wenn man es mal genau betrachtet, hat mancher "Normalverdiener" nach Abzug aller zwangsweise zu zahlenden Unkosten weniger als ein Hilfeempfänger.
Da wundert man sich dann auch noch, daß der Stress vorprogrammiert ist und Leute, die den ganzen Tag arbeiten gehen, etwas angesäuert sind, wenn es um Sozialhilfen geht.


Gruß

equinox68

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11. Mai 2005 um 8:27

Schmarotzer?
die frage für mich ist, warum bei politikern nicht gespart wird? verbrauchen sie doch das viele geld, davon könnten viele leute leben. es darf immer nur der zahlen, der am wenigsten hat, der viel hat bekommt viel. so wird es immer weiter auseinander klaffen, arm wird ärmer, reich wird noch reicher und die bevölkerung finanziert dies. für alles darf bezahlt werden, wir finanzieren den luxus der politiker, der nur ein paar jahre arbeiten muß und dann bei fehlverhalten sich rausschmeißen läßt, er hat dann seine dicke rente, wovon ein armer rentner nur träumen kann. normalerweise bekommt man für fehlverhalten nicht noch belohnung politiker bekommen es, fantastisch. wer ist hier schmarotzer?

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11. Mai 2005 um 9:22

Es wird viel verallgemeinert...
daa ist ein Problem. Dadurch werden alle in einen Topf geworfen. Sicher gibt es Arbeitslose, die wollen garnicht arbeiten. Andererseits ist der Spruch "wer arbeiten will kriegt auch was" auch nicht immer richtig.

Ich finde es sehr wohl zumutbar, für einen Job auch 500km umzuziehen. Ich habe genau deswegen innerhalb von 15 Jahren 5 Umzüge gemacht. Weil ich Arbeit wollte. Dafür ist auch mein soziales Umfeld mehr oder minder flöten gegangen. Ist mir ehrlich gesagt egal. Mir ist wichtiger, dass ich keinem auf der Tasche liege, dass ich Arbeit und Einkommen und damit ein halbwegs abgesichertes Leben habe. Ich war auch mal ein Jahr arbeitslos und weiß, wie beschissen man sich fühlt. Das Gefühl will ich nie wieder haben und dafür gebe ich alles.

Wer Familie hat, für den ist es sicher schwieriger, mal eben umzuziehen. Aber genau aus dem Grund habe ich lange Zeit auf Familie und Kinder verzichtet. So hart es klingt, aber Familie/Kinder und Job ist kaum mehr miteinander in Einklang zu bringen. Man muss sich meistens für eines entscheiden.

Ärgern tut mich, dass die Unternehmen offenbar überglücklich über die hohe Zahl von Arbeitslosen sind. Denn das ist ein ordentliches Druckmittel, um Löhne zu senken, Arbeitszeiten zu verlängern usw. Man braucht nur auf die vielen Arbeitslosen verweisen und schon übt der Arbeitnehmer Verzicht. Interessant dabei ist nur, dass obwohl die letzten Jahre z.B. Lohnverzicht geübt wurde, keine neuen Stellen entstanden sind. Im Gegenteil...es wird immer mehr ins Ausland verlagert und hierzulande entlassen. Da kommt man sich als Arbeitender auch verarscht vor. Und wenn dann noch gesunde Unternehmen wie die Dt. Bank bei 2 Milliarden Gewinn 6.000 Leute entlässt, dann steht die Welt wirklich Kopf. Jetzt wird sogar entlassen, wenn Milliardengewinne eingefahren werden.

Zudem sind die Unternehmenssteuern die letzten Jahre immer wieder gesenkt worden...nichts tut sich. Es wird nichts nennenswert investiert, keine neue Stellen.

HartzIV ist im Grundansatz nicht wirklich schlecht. Nämlich der, dass mehr Druck auf die Arbeitslosen ausgeübt wird, sich um Jobs zu kümmern. Aber andererseits geht das nach hinten los, wenn keine Jobs da sind. Und daran krankt die ganze Konstruktion. Wenn 3 Millionen Stellen offen wären, hätte HartzIV einen vollen Erfolg eingefahren. Die Stellen gibt es aber nicht und so werden vor allem die bestraft, die arbeiten wollen aber trotz aller Anstrengungen nichts finden.

Grüße

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11. Mai 2005 um 9:33
In Antwort auf hometv

Schmarotzer?
die frage für mich ist, warum bei politikern nicht gespart wird? verbrauchen sie doch das viele geld, davon könnten viele leute leben. es darf immer nur der zahlen, der am wenigsten hat, der viel hat bekommt viel. so wird es immer weiter auseinander klaffen, arm wird ärmer, reich wird noch reicher und die bevölkerung finanziert dies. für alles darf bezahlt werden, wir finanzieren den luxus der politiker, der nur ein paar jahre arbeiten muß und dann bei fehlverhalten sich rausschmeißen läßt, er hat dann seine dicke rente, wovon ein armer rentner nur träumen kann. normalerweise bekommt man für fehlverhalten nicht noch belohnung politiker bekommen es, fantastisch. wer ist hier schmarotzer?

Ganz genau!!!
und währendeine heerschaar von kleinen arbeitnehmern auf loherhöhungen verzichten sollen und immer mehr sozialabbau betrieben wird und sogar an rentnern gespart wird, faruen mit kindern sowieso bestarft werde, erhöhen sich politiker die diäten und gönnen sich alles, als gäbe es keine probleme. schöne diener des staates, schöne vorbilder.... führungskräfte verdienen unfassbare gehälter und bekommen unglaubliche abfindungen: für was denn bitte?! alles schmarozer!

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11. Mai 2005 um 10:06

Ja....meine natürlich "mehr"
hatte ursprünglich vor den Satz anders zu bauen......

Gruß

Anna

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11. Mai 2005 um 10:28
In Antwort auf equinox68

Ansprüche sind relativ
und unsere Ansprüche hier zu Lande sind sehr hoch.
Glaub mir, ich bin im Ausland groß geworden, war in vielen Ländern und dort , je nach dem, mal mehr und mal weniger, geben sich die Leute mit wesentlich weniger "Luxus" zufrieden und erwarten nicht, daß ein Staat zahlt.

Wenn der Staat nicht zahlen würde, dann wäre die Vortsellung in so einem Fall, dass alles aufzugeben, um für 800 netto arbeiten zu gehen lebensnotwendig und nicht abwegig, wie in vielen Köpfen.

Wie ich schon sagte, das Problem liegt in den Köpfen der Leute.
Normalverdiener bekommen auf dem Amt gar keinen Zuschuß, da sie über der angesetzten Grenze leigen, daß sie ganz andere Ausgaben haben, das interessiert niemaden.
Seinerzeit, war ich auf dem Amt um mir eine GEZ-Befreiung zu beantragen, nachdem sie meine Unterlagen geprüft haben, teilte man mir mit, daß ich für eine Befreiung zu viel verdiene, lag seinerzeit ca.100 DM über dem Mindesteinkommen, daß ich die Buskarte voll bezahlen muß, nicht in einem Sozialbau wohne, die volle Telefongrundgebühr abdrücke,mir niemand bie Heizkosten erstattet oder Kleidergeld gibt, das wurde dort nicht berücksichtigt.
Wenn man es mal genau betrachtet, hat mancher "Normalverdiener" nach Abzug aller zwangsweise zu zahlenden Unkosten weniger als ein Hilfeempfänger.
Da wundert man sich dann auch noch, daß der Stress vorprogrammiert ist und Leute, die den ganzen Tag arbeiten gehen, etwas angesäuert sind, wenn es um Sozialhilfen geht.


Gruß

equinox68

Glaube
nicht, dass die Ansprüche noch sehr hoch sind...

Meine Familie ist auch über die ganze Welt verstreut, von daher höre ich auch schon so manches. Der große Unterschied ist die Atmosphäre, die vorherrscht. Hier wird einem mittlerweile alles weggerissen, man schaut machtlos zu wie so offensichtliche Ungerechtigkeiten vorgeführt werden, dass man Magenschmerzen bekommt. Dabei wird aber immer betont, wie gut es uns hier doch geht. Schönes Deutschland, reiche Nation, so`n Scheiß! Das war mal, vielleicht wäre es einfach mal besser für alle, realistisch zu sein.

Als ich gehört habe wie sich der Vorstand einer Krankenkasse, sein Gehalt vervierfacht hat, hätte ich mich am liebsten einliefern lassen, ganz ehrlich.
Die Ansätze der Politik sind gut, aber was nützt es, wenn es die Wirtschaft einen feuchten Dreck interessiert? Auch hier finde ich die Wut fehlgeleitet.
Die großen Unternehmen fahren Gewinne ein, müssen aber trotzdem kündigen und Löhne senken-wieso? Wieso werden die Beitragssätze für die Krankenkasse nicht gesenkt? Wofür bezahlt man noch die Praxisgebühr - die offensichtlichste Volksverarsche von allen.

Es wird mit der Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut gespielt. Die Medien sorgen dafür, dass der Rest der Bevölkerung auf den Arbeitslosen noch rumhackt und sich davon total distanziert. Ich fand es bezeichnend, wie die Leute auf mich reagierten. Ich lerne neue Menschen kennen und irgendwann stellt sich die Frage, was machst du eigentlich. Nach der Antwort war das Gespräch in den meisten Fällen schnellstens beendet. Unschlüssige Blicke und ein OH. Oder auch beliebt Vorschläge wie : ja kaufst du denn die Wochendausgabe der Zeitung; ja warst du denn nicht mal beim Arbeitsamt. Man hat die Arbeit verloren, deswegen aber noch lange nicht sein Gehirn. Als hätte man eine ansteckende Krankheit! Beim ersten Mal steht man drüber, beim zehnten Mal nicht mehr...

Angst und Neid sind alltäglich geworden, wann kommt der Hass wieder dazu?

LG, koellegoerl

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11. Mai 2005 um 10:41
In Antwort auf koellegoerl

Glaube
nicht, dass die Ansprüche noch sehr hoch sind...

Meine Familie ist auch über die ganze Welt verstreut, von daher höre ich auch schon so manches. Der große Unterschied ist die Atmosphäre, die vorherrscht. Hier wird einem mittlerweile alles weggerissen, man schaut machtlos zu wie so offensichtliche Ungerechtigkeiten vorgeführt werden, dass man Magenschmerzen bekommt. Dabei wird aber immer betont, wie gut es uns hier doch geht. Schönes Deutschland, reiche Nation, so`n Scheiß! Das war mal, vielleicht wäre es einfach mal besser für alle, realistisch zu sein.

Als ich gehört habe wie sich der Vorstand einer Krankenkasse, sein Gehalt vervierfacht hat, hätte ich mich am liebsten einliefern lassen, ganz ehrlich.
Die Ansätze der Politik sind gut, aber was nützt es, wenn es die Wirtschaft einen feuchten Dreck interessiert? Auch hier finde ich die Wut fehlgeleitet.
Die großen Unternehmen fahren Gewinne ein, müssen aber trotzdem kündigen und Löhne senken-wieso? Wieso werden die Beitragssätze für die Krankenkasse nicht gesenkt? Wofür bezahlt man noch die Praxisgebühr - die offensichtlichste Volksverarsche von allen.

Es wird mit der Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut gespielt. Die Medien sorgen dafür, dass der Rest der Bevölkerung auf den Arbeitslosen noch rumhackt und sich davon total distanziert. Ich fand es bezeichnend, wie die Leute auf mich reagierten. Ich lerne neue Menschen kennen und irgendwann stellt sich die Frage, was machst du eigentlich. Nach der Antwort war das Gespräch in den meisten Fällen schnellstens beendet. Unschlüssige Blicke und ein OH. Oder auch beliebt Vorschläge wie : ja kaufst du denn die Wochendausgabe der Zeitung; ja warst du denn nicht mal beim Arbeitsamt. Man hat die Arbeit verloren, deswegen aber noch lange nicht sein Gehirn. Als hätte man eine ansteckende Krankheit! Beim ersten Mal steht man drüber, beim zehnten Mal nicht mehr...

Angst und Neid sind alltäglich geworden, wann kommt der Hass wieder dazu?

LG, koellegoerl

Ja, das ist eine gefährliche zeit
ich hab bei der stimmung, auch aus gegebenen anlass (kriegsende) angst, dass wir stimmungsmäßig wieder " abgleiten" könnten, meine das deutsche volk, mit seiner ganz "eigenen & speziellen" art im umgang mit diesen problemen.....
LG!

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Die selektive Wahrnehmung von Männern
Von: johanneskaplan
neu
2. Mai 2005 um 11:31

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