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Goethes Faust

23. Juli 2005 um 23:59

Hallo, ich dachte, man könnte mal eine Diskussion über eines der bedeutensten klassischen Werke überhaupt beginnen, nämlich über Faust I & II von Johann Wolfgang von Goethe.

Ich komme darauf, weil ich die Tragöide bereits zum zweiten Mal lese und mir einige Stellen von der Bedeutung her nicht ganz klar sind, vor allem die Akte, in denen Faust und Mephisto sich in Griechenland befinden, sind interpretatorisch wohl etwas schwierig zu deuten, weshalb man sich hier und dort vielleicht gegenseitig helfen könnte.

Ich fange mal an und bin im ersten Akt "Die finstere Galerie", wo Faust von Mephistopheles zu den Müttern geschickt wird und er ihm einen Schlüssel überreicht.

Die Symbolik dieser Szene ist mir nicht ganz verständlich, wer hat etwas dazu zu sagen?

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14. August 2005 um 23:17

Goethes Abschiedsstreich
Hallo Telynia!

Es gibt so viele verschiedene Interpretationsversuche zu Faust II, und alle klingen schlüssig. Faust II war Goethes letztes Werk und wenn du mich fragst: Er hat sich einen Spaß erlaubt. Es ist so vollgepackt mit miteinander verquirlten Anspielungen auf die Bibel, di egriechische Mythologie, Shakespeare und Platon, dass man wohl sagen kann, dass es kaum möglich ist, das Feld der Interpretationen einzuengen.
Dass Mephisto Faust zu den Müttern schickt, könnte bedeuten, er schickt ihn zu den Moiren, den griechischen Schicksalsgöttinnen, die auch Mütter genant werden und -natürlich- alles wissen. Andere denken, dass schlichtweg der Archetyp Mutter als Symbol für den Ursprung des Lebens und damit Ort der Geheimnisse des Lebens gilt.
Das wäre dann die tiefenpsychologische Deutung.
In Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien wird die Mutter als Lösung wider Erwarten für die großen Fragen, also was die Welt im Innersten zusammenhält quasi, dargestellt. Sie repräsentiert hier das Tal der tiefsten Klage, in dem die Quelle der Freude entspringt.
Ja. Ich denke jedenfalls, dass Goethe tatsächlich nichts bestimmtes sagen wollte, sondern nur wollte, dass jeder sich den Kopf zerbricht und dass dabei vielleicht etwas Neues entsteht.
Nicht umsonst haben sich noch nicht viele daran gewagt, den Faust II auf die Bühne zu bringen.
Liest du gerne? Das find ich gut.

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15. August 2005 um 18:42
In Antwort auf sonstige

Goethes Abschiedsstreich
Hallo Telynia!

Es gibt so viele verschiedene Interpretationsversuche zu Faust II, und alle klingen schlüssig. Faust II war Goethes letztes Werk und wenn du mich fragst: Er hat sich einen Spaß erlaubt. Es ist so vollgepackt mit miteinander verquirlten Anspielungen auf die Bibel, di egriechische Mythologie, Shakespeare und Platon, dass man wohl sagen kann, dass es kaum möglich ist, das Feld der Interpretationen einzuengen.
Dass Mephisto Faust zu den Müttern schickt, könnte bedeuten, er schickt ihn zu den Moiren, den griechischen Schicksalsgöttinnen, die auch Mütter genant werden und -natürlich- alles wissen. Andere denken, dass schlichtweg der Archetyp Mutter als Symbol für den Ursprung des Lebens und damit Ort der Geheimnisse des Lebens gilt.
Das wäre dann die tiefenpsychologische Deutung.
In Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien wird die Mutter als Lösung wider Erwarten für die großen Fragen, also was die Welt im Innersten zusammenhält quasi, dargestellt. Sie repräsentiert hier das Tal der tiefsten Klage, in dem die Quelle der Freude entspringt.
Ja. Ich denke jedenfalls, dass Goethe tatsächlich nichts bestimmtes sagen wollte, sondern nur wollte, dass jeder sich den Kopf zerbricht und dass dabei vielleicht etwas Neues entsteht.
Nicht umsonst haben sich noch nicht viele daran gewagt, den Faust II auf die Bühne zu bringen.
Liest du gerne? Das find ich gut.

*nick*
Ja, ich lese sehr gerne klassische Literatur, vor allem Goethe und Shakespeare.
Du auch?

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16. August 2005 um 15:50
In Antwort auf telynia

*nick*
Ja, ich lese sehr gerne klassische Literatur, vor allem Goethe und Shakespeare.
Du auch?

Jein
Hi!

Ganz von mir aus lese ich kaum klassische Sachen, aber es ergibt sich oft durch Schule, Uni,...
Ich hab Hamlet und MacBeth gelesen, Romeo und Julia, Viel Lärm um nichts und hoffe, dass ich irgendwann dazu komme, the Storm und wie es euch gefällt zu lesen.
Von den deutschen Autoren mag ich sehr gerne Georg Büchner, vor allem Woyzeck. Und Effi Briest von Theodor Fontane hat mir gut gefallen. Ich wollte immer Emilia Galotti lesen, dachte aber, das es ein zu dicker Wälzer wäre. Letztes Jahr musste ich es für eine Klasur lesen und mir hat es total gefallen. Seltsam, dass solche Bücher heutzutage nicht mehr geschrieben werden.
Was sind denn deine favoriten? kennst du Fabian von Erich Kästner und Fahrenheit 451 von Ray Bradbury?
Ich mag auch gern Bukowski, Hemingway und Tennessee Williams.

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16. August 2005 um 20:13
In Antwort auf sonstige

Jein
Hi!

Ganz von mir aus lese ich kaum klassische Sachen, aber es ergibt sich oft durch Schule, Uni,...
Ich hab Hamlet und MacBeth gelesen, Romeo und Julia, Viel Lärm um nichts und hoffe, dass ich irgendwann dazu komme, the Storm und wie es euch gefällt zu lesen.
Von den deutschen Autoren mag ich sehr gerne Georg Büchner, vor allem Woyzeck. Und Effi Briest von Theodor Fontane hat mir gut gefallen. Ich wollte immer Emilia Galotti lesen, dachte aber, das es ein zu dicker Wälzer wäre. Letztes Jahr musste ich es für eine Klasur lesen und mir hat es total gefallen. Seltsam, dass solche Bücher heutzutage nicht mehr geschrieben werden.
Was sind denn deine favoriten? kennst du Fabian von Erich Kästner und Fahrenheit 451 von Ray Bradbury?
Ich mag auch gern Bukowski, Hemingway und Tennessee Williams.

Tja ...
Also den Woyzeck kriegen wir dieses Jahr noch im Deutschunterricht, Effi Briest habe ich auch schon gelesen und Emilia Galotti will ich auch noch mal lesen. Heute habe ich mir den "Cyrano de Bergerac" zugelegt von Edmond Rostand und das Buch ist wirklich urkomisch. Am Wochenende les ich dann noch den Hamlet, bin schon gespannt.
Die anderen Bücher kenne ich nicht (nur vom hören) und von den Autoren, die du aufgezählt hast, hab ich auch noch nichts gelesen.

Naja, ganz stimmt das nicht, dass diese Bücher heut zu Tage nicht mehr geschrieben werden, ich persönlich schreibe momentan selber an einem Drama.

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29. Juli 2006 um 20:06

Keine Meisterleistung
Auch ich habe mich durch Faust gequaelt und ich finde nciht, dass es ein besonders gutes Werk ist, dass auch noch den Titel "Werk" verdient. Erstens ist die Geschichte um Faust nicht neu, da hat Goethe nur gut abgeguckt und zweitens habe ich mich ehrlich gesagt; ein wenig verarscht gefuehlt. Irgendwie glaube ich auch, dass Goethe sich da eher Einen hinter die Binde gekippt hat, als todernst gemeinte, tiefsinnige Erguesse von sich zu geben! Nee, also irgendwie finde ich, dass Faust kein wirkliches Meisterwerk deutscher Literatur ist. Da gibt es wirklich Besseres!
Die ganzen Moechte-Gern-Intellektuellen in meiner Stufe haben sich den Wolf interpretiert und Seltsames zutage betracht, naja! Muss nicht sein; ich bin immer noch der Meinung, dass selbst ein Goethe ein ganz normaler Mensch war und manchmal einfach so, aus Lust und Laune, irgendwelche Textchen verfasst hat. Ob das jetzt auf Faust zutrifft oder nicht, kann ich leider nicht sagen, wahrscheinlich fehlt mir da die ein oder andere Gehirnwindung

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2. August 2006 um 19:55
In Antwort auf emmanuelle1986

Keine Meisterleistung
Auch ich habe mich durch Faust gequaelt und ich finde nciht, dass es ein besonders gutes Werk ist, dass auch noch den Titel "Werk" verdient. Erstens ist die Geschichte um Faust nicht neu, da hat Goethe nur gut abgeguckt und zweitens habe ich mich ehrlich gesagt; ein wenig verarscht gefuehlt. Irgendwie glaube ich auch, dass Goethe sich da eher Einen hinter die Binde gekippt hat, als todernst gemeinte, tiefsinnige Erguesse von sich zu geben! Nee, also irgendwie finde ich, dass Faust kein wirkliches Meisterwerk deutscher Literatur ist. Da gibt es wirklich Besseres!
Die ganzen Moechte-Gern-Intellektuellen in meiner Stufe haben sich den Wolf interpretiert und Seltsames zutage betracht, naja! Muss nicht sein; ich bin immer noch der Meinung, dass selbst ein Goethe ein ganz normaler Mensch war und manchmal einfach so, aus Lust und Laune, irgendwelche Textchen verfasst hat. Ob das jetzt auf Faust zutrifft oder nicht, kann ich leider nicht sagen, wahrscheinlich fehlt mir da die ein oder andere Gehirnwindung

Sorry,
aber da fordert meinen Widerspruch. Goethe hat sich durchaus was überlegt und er war auch kein normaler Mensch. Er hatte einen unheimlich großen wortschatz und nach heutigen Berechnungen einen IQ von über 180. Soviel zu "er hatte Lust Textchen zu verfassen!" naja, so einfach ist es nicht glaube ich...du solltest dich noch mehr "durchquälen", dann verstehst du vielleicht die hintergründe, sofern die jemals wer verstehen wird....

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HILFE
Von: wildzory
neu
24. Juli 2006 um 18:51

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