Home / Forum / Gesellschaft & Leben / Gleichberechtigung auch am Pinkelbecken

Gleichberechtigung auch am Pinkelbecken

23. Oktober 2005 um 10:27

Oslo - Der norwegische Ombudsmann für Gleichberechtigung hat die Klage einer Frau in Troms wegen Ungleichbehandlung auf einer öffentlichen Toilette abgewiesen.

Wie die Zeitung "Dagbladet" am Dienstag berichtete, reagierte die Osloer Behörde auf die Eingabe einer Studentin. Sie hielt es für unvereinbar mit dem Gebot der Gleichbehandlung, dass das Pinkelbecken einer neu errichteten öffentlichen Unisex-Toilette im Zentrum gratis benutzt werden kann, das Sitz-WC aber 5 Kronen (65 Cent) kostet.

Eingabe abgelehnt

Die Ombudsmanns-Behörde holte eine Auskunft des Herstellers ein, der klarstellte, dass Frauen das kostenlose Urinal in der Hocke durchaus nutzen könnten und dies in der Stadt Trondheim nachweislich auch täten. Der aus vier Frauen und zwei Männern zusammengesetzte Klageausschuss beim Ombudsmann wies daher die Eingabe der Studentin ohne Ortstermin mit folgender Begründung ab: "Männer und Frauen können gleichermaßen wählen, ob sie für ihren Toilettenbesuch bezahlen wollen oder nicht."

Anmerkungen:

1.
Bei den "Kompakttoiletten", wie sie auch bei uns im Straßenraum befinden,ist das Urinal nicht offen zugänglich, sondern befindet sich - ebenso wie das WC - in einer abschließbaren Kabine, so dass Frauen dort keinen "Herrenbesuch" bekommen könnten (es sei denn, ein Sittenstrolch würde das "rot" anzeigende Schloss mit einem Schraubenzieher öffnen - wäre aber auch bei dem Sitzklo möglich). Allerdings wird bei uns meist für das Urinal und das WC der gleiche Preis verlangt.

2.
Da ein Stzklo sowohl mit Fäkalien als auch mit dem Körper des Benutzers in Berührung kommt, sind hier die Hygieneanforderungen größer als bei einem Urinal, so dass höhere Wartungskosten entstehen. Daher ist m.E. eine unterschiedliche Preisgestaltung gerechtfertigt. Mit Geschlechterdiskriminierung hat das nichts zu tun. Das Urteil ist daher für mich im Ergebnis ok,nur die Begründung...

3.
Die Kostenfreiheit des Urinals soll dem Wildpinkeln vorbeugen - damit auch im öffentlichen Interesse und eine Subvention aus Steuergeldern wäre gerechtfertigt. Ausziehen würde sich dagegen keiner so schnell in der Öfentlichkeit, so dass für das WC auch gerne gezahlt würde, wenn es dafür sauber ist.Hätte die klagende Studentin hingegen den Prozess gewonnen, hätte das doch wohl nicht zur Konsequenz gehabt, dass auch das WC kostenfrei gemacht würde, sondern höchstens, dass das Urinal den gleichen Preis kostet mit der Folge, dass es - wie bei uns - aus allen möglichen Ecken penetrant stinkt. So kann man mit solchen Eingaben auch Eigentore schießen...

Was sagen die Damen dazu ???

Mehr lesen

23. Oktober 2005 um 12:56

Sache mal vernünftig betrachten
Zitat:
>Die Ombudsmanns-Behörde holte eine Auskunft >des Herstellers ein, der klarstellte, dass >Frauen das kostenlose Urinal in der Hocke >durchaus nutzen könnten...

Wenn ich der Herstller gewesen wäre und mir wäre
solch eine Eingabe auf den Tisch geflattert, hätte ich denen das auch zurückgeschrieben.

Zitat:
>Die Kostenfreiheit des Urinals soll dem >Wildpinkeln vorbeugen - damit auch im >öffentlichen Interesse und eine Subvention >aus Steuergeldern wäre gerechtfertigt. >Ausziehen würde sich dagegen keiner so >schnell in der Öfentlichkeit, so dass für das >WC auch gerne gezahlt würde, wenn es dafür >sauber ist.Hätte die klagende Studentin >hingegen den Prozess gewonnen, hätte das doch >wohl nicht zur Konsequenz gehabt, dass auch >das WC kostenfrei gemacht würde, sondern >höchstens, dass das Urinal den gleichen Preis >kostet mit der Folge, dass es - wie bei uns - >aus allen möglichen Ecken penetrant stinkt.

Genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Glaubt
jemand im Ernst, öffentliche Toiletten würden als Bürgerservice eingerichtet? Die von der Stadt haben doch nur ein Interesse daran, dass
nicht in irgendwelche Ecken gepinkelt wird. Und dafür das kostenlose Pissoir. Und wenn auch noch ein Sitzklo dabei gebaut wird, ist das wirklich schon ein Bürgerservice, der dann natürlich Geld kostet.
Manche nehmen hier wirklich die Nase viel zu hoch statt Vernunft walten zu lassen.

Zitat:
>...der klarstellte, dass Frauen das >kostenlose Urinal in der Hocke durchaus >nutzen könnten...

Wie benutzt Ihr denn ein öffentliches WC?
Aber wenn das Becken ziemlich hoch hängt, geht es vorwärts besser als rückwärts - weiß ich aus eigener Erfahrung zu berichten.
Als wir vor 6 Jahren gebaut haben, wollte mein
Mann unbedingt so ein Becken im Bad haben, weil er die Spritzer unter der Klobrille und am innenliegenden Beckenrand eklig fand. Ich konnte mich der Argumentation nicht widersetzen, hätte aber damals lieber eine Ausführung mit Deckel gehabt, wie sie für den Privatbereich angeboten wird. Aber auch da war er gegen, weil seiner Meinung nach auch dieser
Deckel versaut würde. So kam eins ohne Deckel rein und ich muss Euch sagen, dass es sich im Gegensatz zum Klo von innen selbst reinigt; nur von außen und am Rand muss man es putzen. Und damit nicht genug. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, das Ding selbst auszuprobieren und benutze es heute für kleine Geschäfte nur noch. Solange keine Kerle dabeistehen ist für eine Frau auch überhaupt nichts dabei - Beine breit und drüber. Wisst Ihr, was Ihr da an Wasser und Klopapier spart. Wenn Ihr breitbeinig da steht, braucht Ihr nur außen an den Schamlippen ziehen und diese werden nicht mehr nass. Auf dem Klo ist das kaum möglich und ein Nachwischen mit Papier wird erforderlich. Und da dieses durchnässt, ist anschließend auch noch ein Händewaschen vonnöten. Bei einem Urinal ist das nicht unbedingt nötig, weil die Hände nicht im Entferntesten mit Urin in Berührung kommen.

Im letzten Jahr haben wir uns noch einen Partykeller eingerichtet. Die Gäste gingen alle auf das Gästeklo im Erdgeschoss und sauten dieses ein. Die Lösung war schnell gefunden - es kam noch ein Urinal in den Keller, und zwar ein wasserloses. Dazu brauchte keine Wasserleitung verlegt werden und ein dünnes Abflussrohr war in der Waschküche vorhanden.

Von mir aus könnten auch auf Damentoiletten Urinale eingebaut werden, aber bitte mit einem
vernünftigen Sichtschutz.

Gefällt mir

23. Oktober 2005 um 17:28
In Antwort auf melaniehansen

Sache mal vernünftig betrachten
Zitat:
>Die Ombudsmanns-Behörde holte eine Auskunft >des Herstellers ein, der klarstellte, dass >Frauen das kostenlose Urinal in der Hocke >durchaus nutzen könnten...

Wenn ich der Herstller gewesen wäre und mir wäre
solch eine Eingabe auf den Tisch geflattert, hätte ich denen das auch zurückgeschrieben.

Zitat:
>Die Kostenfreiheit des Urinals soll dem >Wildpinkeln vorbeugen - damit auch im >öffentlichen Interesse und eine Subvention >aus Steuergeldern wäre gerechtfertigt. >Ausziehen würde sich dagegen keiner so >schnell in der Öfentlichkeit, so dass für das >WC auch gerne gezahlt würde, wenn es dafür >sauber ist.Hätte die klagende Studentin >hingegen den Prozess gewonnen, hätte das doch >wohl nicht zur Konsequenz gehabt, dass auch >das WC kostenfrei gemacht würde, sondern >höchstens, dass das Urinal den gleichen Preis >kostet mit der Folge, dass es - wie bei uns - >aus allen möglichen Ecken penetrant stinkt.

Genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Glaubt
jemand im Ernst, öffentliche Toiletten würden als Bürgerservice eingerichtet? Die von der Stadt haben doch nur ein Interesse daran, dass
nicht in irgendwelche Ecken gepinkelt wird. Und dafür das kostenlose Pissoir. Und wenn auch noch ein Sitzklo dabei gebaut wird, ist das wirklich schon ein Bürgerservice, der dann natürlich Geld kostet.
Manche nehmen hier wirklich die Nase viel zu hoch statt Vernunft walten zu lassen.

Zitat:
>...der klarstellte, dass Frauen das >kostenlose Urinal in der Hocke durchaus >nutzen könnten...

Wie benutzt Ihr denn ein öffentliches WC?
Aber wenn das Becken ziemlich hoch hängt, geht es vorwärts besser als rückwärts - weiß ich aus eigener Erfahrung zu berichten.
Als wir vor 6 Jahren gebaut haben, wollte mein
Mann unbedingt so ein Becken im Bad haben, weil er die Spritzer unter der Klobrille und am innenliegenden Beckenrand eklig fand. Ich konnte mich der Argumentation nicht widersetzen, hätte aber damals lieber eine Ausführung mit Deckel gehabt, wie sie für den Privatbereich angeboten wird. Aber auch da war er gegen, weil seiner Meinung nach auch dieser
Deckel versaut würde. So kam eins ohne Deckel rein und ich muss Euch sagen, dass es sich im Gegensatz zum Klo von innen selbst reinigt; nur von außen und am Rand muss man es putzen. Und damit nicht genug. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, das Ding selbst auszuprobieren und benutze es heute für kleine Geschäfte nur noch. Solange keine Kerle dabeistehen ist für eine Frau auch überhaupt nichts dabei - Beine breit und drüber. Wisst Ihr, was Ihr da an Wasser und Klopapier spart. Wenn Ihr breitbeinig da steht, braucht Ihr nur außen an den Schamlippen ziehen und diese werden nicht mehr nass. Auf dem Klo ist das kaum möglich und ein Nachwischen mit Papier wird erforderlich. Und da dieses durchnässt, ist anschließend auch noch ein Händewaschen vonnöten. Bei einem Urinal ist das nicht unbedingt nötig, weil die Hände nicht im Entferntesten mit Urin in Berührung kommen.

Im letzten Jahr haben wir uns noch einen Partykeller eingerichtet. Die Gäste gingen alle auf das Gästeklo im Erdgeschoss und sauten dieses ein. Die Lösung war schnell gefunden - es kam noch ein Urinal in den Keller, und zwar ein wasserloses. Dazu brauchte keine Wasserleitung verlegt werden und ein dünnes Abflussrohr war in der Waschküche vorhanden.

Von mir aus könnten auch auf Damentoiletten Urinale eingebaut werden, aber bitte mit einem
vernünftigen Sichtschutz.

Kein Waschbecken ?
@melaniehansen:
Guter Beitrag, hatte ich eigentlich von einer Frau so nicht erwartet, aber:

Du schreibst, dass Du Dir die Hände nicht wäschst und dass Ihr in Eurer Kellerbar keinen Wasseranschluss habt. Dann gehe ich doch wohl davon aus, dass sich dort auch kein Waschbecken befindet. Was sagen denn Deine männlichen Gäste dazu, wenn sie sich erst ihren ... und dann mit den ungewaschenen Pfoten wieder ihr Bierglas (wenn auch nur von außen) anfassen müssen ???

Pfui !

Gefällt mir

23. Oktober 2005 um 18:37
In Antwort auf einpapi

Kein Waschbecken ?
@melaniehansen:
Guter Beitrag, hatte ich eigentlich von einer Frau so nicht erwartet, aber:

Du schreibst, dass Du Dir die Hände nicht wäschst und dass Ihr in Eurer Kellerbar keinen Wasseranschluss habt. Dann gehe ich doch wohl davon aus, dass sich dort auch kein Waschbecken befindet. Was sagen denn Deine männlichen Gäste dazu, wenn sie sich erst ihren ... und dann mit den ungewaschenen Pfoten wieder ihr Bierglas (wenn auch nur von außen) anfassen müssen ???

Pfui !

Hallo einpapi
...hab mal grad die Beiträge überflogen - ca. 85 % der Männer scheint es nichts auszumachen, sich erst am Genital zu fummeln und hinterher was auch immer anzufassen...jedenfalls ist das meine Beobachtung, wenn ich die Männer - reißverschlußschließend und eiergeraderückend- vom Klo kommen sehe. LG Jule

Gefällt mir

23. Oktober 2005 um 21:55
In Antwort auf juleborst

Hallo einpapi
...hab mal grad die Beiträge überflogen - ca. 85 % der Männer scheint es nichts auszumachen, sich erst am Genital zu fummeln und hinterher was auch immer anzufassen...jedenfalls ist das meine Beobachtung, wenn ich die Männer - reißverschlußschließend und eiergeraderückend- vom Klo kommen sehe. LG Jule

Und die Dixi-Benutzer?
Falsch geraten, einpapi! Im Keller befindet sich so ein Blechbecken mit einem Zapfhahn darüber. Zum Händewaschen gut genug. Aber das war schon immer da, nur das P-Becken ist nachträglich angebracht worden.

Aber wo waschen sich all diejenigen die Hände, die so ein ekliges Dixihäuschen betreten und da in die blaue Brühe strullen, in der schon die Hinterlassenschaften der Vorgänger/-innen schwimmen?

Das ist für mich absolut das Widerlichste was ich je gesehen habe. Das übertrifft sogar noch jedes alte Bauernplumpsklo - da schwimmt die Jauche wenigstens wesentlich tiefer unter dem Hintern!

Gruß
Melanie

Gefällt mir

25. Oktober 2005 um 20:56

Urimat heißt das Ding
Zitat:
> also sehe ich noch die reste meines vorpinklers?

Mein Gott, bist Du naiv! Hier ist die Homepage des Herstellers:
www.urimat.de
Da ist alles gut erklärt.

Das Becken hat im übrigen eine sehr praktische Form. Schma, und vorne weit herausgezogen für die Damen und hinten weit nach oben gezogen für die Herren. Selbst die

Gefällt mir

30. Oktober 2005 um 21:03
In Antwort auf melaniehansen

Urimat heißt das Ding
Zitat:
> also sehe ich noch die reste meines vorpinklers?

Mein Gott, bist Du naiv! Hier ist die Homepage des Herstellers:
www.urimat.de
Da ist alles gut erklärt.

Das Becken hat im übrigen eine sehr praktische Form. Schma, und vorne weit herausgezogen für die Damen und hinten weit nach oben gezogen für die Herren. Selbst die

Textilindustrie muss sich umstellen!
Sind aber nicht viele Antworten eingegangen. Scheint wohl kein großes Interesse an dem Thema zu bestehen. Gut, dann will ich die Diskussion mal etwas anheizen:

Wir diskutieren doch hier über eine Problematik von gesellschaftlicher Tragweite, die sich auf völlig simple Art beheben ließe.

Schuld an dem Dilemma ist die Textilindustrie !

Warum hat eine Damenhose den Schlitz an der gleichen Stelle wie eine Herrenhose, obwohl jedes kleine Kind weiß, dass eine Frau an der Stelle damit überhaupt nix anfangen kann. Der Anatomie entsprechend gehörte nämlich der Schlitz bei einer Damenhose unten in den Schritt. Wie lang der sein müsste, können wahrscheinlich die Damen selbst am besten beurteilen.

Da es dann mit dem Ausziehen vorbei wäre, stellt sich die Frage, ob nach Geschlechtern getrennte Toiletten dann überhaupt noch Sinn machen würden. Von einer Vereinheitlichung hätten alle Vorteile:
- die Damen brauchten nicht mehr Schlange stehen
- die Textilindustrie hätte in den nächsten 2 Jahren einen Absatzboom
- Klempner und Fliesenleger hätten auch erstmal Aufträge satt
- gegenüber der jetzigen Situation würde Platz gespart und gleichzeitig die Kapazität erhöht

Die Textilindustrie ist aber offenbar zu prüde oder zu engstirnig, um das ernsthaft anzugehen.

Diese Gleichstellungsbeauftragten schlucken auch bloß Steuergelder und leisten gar nix dafür. Können die nicht mal eine Rechtsverordnung aus der Schublade ziehen, in der verbindlich festgelegt wird, wie eine Damenhose auszusehen hat.

Anschließend könnten sie sich nämlich wirklich selbst auf die Schulter klopfen, weil kein Arbeitgeber mehr mit der Ausrede kommen kann, er könne wegen fehlender sanitärer Anlagen keine Mädchen einstellen. Außerdem hätten sie damit die Wirtschaft angekurbelt.

Welche schizophrenen Auswirkungen das mit den geschlechtsspezifischen Toiletten hat, zeigt der Thread http://forum.gofeminin.de/forum/matern2/__f1129_ma-tern2-Alleinerz-Vater-mit-Tochter-welches-Klo.html , in dem ich auch einmal einen sehr interessanten Beitrag gepostet hatte.

Übrigens: Wenn meine Frau sich eine Radlerhose kauft, trennt sie sich daran immer als erstes unten die Naht auf und näht sich ein Stück Klettband da ein - für unterwegs...

Gefällt mir

Frühere Diskussionen

Beliebte Diskussionen

Lust auf mehr Farbe in deinem Leben?
wallpaper

Das könnte dir auch gefallen