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Gewalt jeglicher Art in ÖPNV (Straßenbahn)

20. März um 12:21

Ich wende mich mal bewusst an ein "Frauenforum".. Gestern Abend ist etwas passiert, was mich echt schockiert hat. Wie denkt ihr darüber? Ich wartete an der Bahnhaltestelle, bei der auch andere Menschen anwesend waren. Auch zwei völlig betrunkene Männer (flasche Korn noch in der Hand) einer davon krass aggressiv. Habe versucht die zu ignorieren, als er 50 cm (ca) von mir entfernt einen Mülleimer kaputt trat. Das hat mich total erschrocken. Dann kam die Bahn, er ist auch eingestiegen, von vorne bis hinten getorkelt. Hat irgendwie jemanden gesucht, mit dem er sich streiten konnte. Hat er dann in einem Herrn, der durch seine Kleidung gekennzeichnet, bei einem Wachschutz arbeitet. Der Aggressive fängt an zu beleidigen, der andere bleibt sehr Souverän (Respekt!), hat sich auf nichts eingelassen, weder Streit, noch Provokation. Der besoffene wollte ihn unbedingt schlagen. Ich habe mich unauffällig dazu gestellt, bzw in Sichtweite von dem Wachschutzherrn, und mein Handy mit der 110 in seinen Blickwinkel gehalten, also gefragt, ob ich die Polizei rufen soll. Er hat verneint. Ich blieb trotzdem da und der Besoffene hat ihn, als er Aussteigen wollte aus der Bahn geschubst! Das fand ich krass. Und hatte klar, auch angst. Ich wollte aber nicht aussteigen, weil da noch ältere Menschen (60+ so) in der Bahn waren. Ich hatte einfach Angst, dass, wenn was passiert, niemand eingreift. Oder die Polizei ruft. Ich kenne mich, ich wäre, wenns hart auf hart kommt, dazwischen gegangen. Dann kam der Typ zu mir, hat iwas von Sorry gefaselt und wollte mich begrapschen. Das habe ich nicht zugelassen, da hat er mich beleidigt und sich ein neues "Opfer" gesucht. Einen ca 75-80 jährigen Herrn. Ich bin direkt zum Bahnfahrer, der gesagt hatte, dass er gleich käme. Als der Besoffene das gesehen hat, ist er direkt aus der Bahn gestürmt. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass ich hätte mehr tun sollen, habe ein total schlechtes Gewissen, weil ich den Wachschutztypen "im Stich" gelassen habe. Grade an die Frauen, wie denkt ihr? Wie hättet ihr reagiert? Und an die Männer: Es waren Männer in der Bahn, zwar wenige, aber alle haben beobachtet und nichts getan. Warum? Okay, der Wachschutz Herr konnte sich bestimmt verteidigen, aber der alte Herr doch nicht? Habt ihr Angst? Ist es euch egal? Ich bin W, 21. Der Vorfall ereignete sich in Duisburg

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21. März um 9:40
In Antwort auf huoia

Ich wende mich mal bewusst an ein "Frauenforum".. Gestern Abend ist etwas passiert, was mich echt schockiert hat. Wie denkt ihr darüber? Ich wartete an der Bahnhaltestelle, bei der auch andere Menschen anwesend waren. Auch zwei völlig betrunkene Männer (flasche Korn noch in der Hand) einer davon krass aggressiv. Habe versucht die zu ignorieren, als er 50 cm (ca) von mir entfernt einen Mülleimer kaputt trat. Das hat mich total erschrocken. Dann kam die Bahn, er ist auch eingestiegen, von vorne bis hinten getorkelt. Hat irgendwie jemanden gesucht, mit dem er sich streiten konnte. Hat er dann in einem Herrn, der durch seine Kleidung gekennzeichnet, bei einem Wachschutz arbeitet. Der Aggressive fängt an zu beleidigen, der andere bleibt sehr Souverän (Respekt!), hat sich auf nichts eingelassen, weder Streit, noch Provokation. Der besoffene wollte ihn unbedingt schlagen. Ich habe mich unauffällig dazu gestellt, bzw in Sichtweite von dem Wachschutzherrn, und mein Handy mit der 110 in seinen Blickwinkel gehalten, also gefragt, ob ich die Polizei rufen soll. Er hat verneint. Ich blieb trotzdem da und der Besoffene hat ihn, als er Aussteigen wollte aus der Bahn geschubst! Das fand ich krass. Und hatte klar, auch angst. Ich wollte aber nicht aussteigen, weil da noch ältere Menschen (60+ so) in der Bahn waren. Ich hatte einfach Angst, dass, wenn was passiert, niemand eingreift. Oder die Polizei ruft. Ich kenne mich, ich wäre, wenns hart auf hart kommt, dazwischen gegangen. Dann kam der Typ zu mir, hat iwas von Sorry gefaselt und wollte mich begrapschen. Das habe ich nicht zugelassen, da hat er mich beleidigt und sich ein neues "Opfer" gesucht. Einen ca 75-80 jährigen Herrn. Ich bin direkt zum Bahnfahrer, der gesagt hatte, dass er gleich käme. Als der Besoffene das gesehen hat, ist er direkt aus der Bahn gestürmt. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass ich hätte mehr tun sollen, habe ein total schlechtes Gewissen, weil ich den Wachschutztypen "im Stich" gelassen habe. Grade an die Frauen, wie denkt ihr? Wie hättet ihr reagiert? Und an die Männer: Es waren Männer in der Bahn, zwar wenige, aber alle haben beobachtet und nichts getan. Warum? Okay, der Wachschutz Herr konnte sich bestimmt verteidigen, aber der alte Herr doch nicht? Habt ihr Angst? Ist es euch egal? Ich bin W, 21. Der Vorfall ereignete sich in Duisburg

hast Du mal darüber nachgedacht, dass die Situation sehr viel wahrscheinlicher eskaliert wäre, wenn sich mehr Männer eingemischt hätten? So konnte der Herr vom Sicherheitsdienst (der zudem in diesem Bereich geschult sein sollte) die Situation besser kontrollieren und einer Eskalation entgegen wirken. Wenn jemand Streit sucht und es mischen sich mehrere Männer ein - ist das mit der Deeskalation fast immer Geschichte. Die Wahrscheinlichkeit, dass es genau damit in einer saftigten Schlägerei geendet hätte, wäre sehr hoch gewesen.

Wäre es wirklich "hart auf hart" gekommen, hätten sich wahrscheinlich mehr eingemischt (zumindest in einigen Städten, Duisburg kenne ich nicht und hier in München würde ich auch nicht darauf wetten, aber so wie ich beispielsweise Berlin kennen gelernt habe, geht da fast jeder Mann, fast jede Frau, bis hin zur Omi mit dazwischen, wenn wirklich etwas passiert.)

Polizei gerufen... kann man sich streiten, schon allein wegen dem Mülleimer (Sachbeschädigung) wäre es gerechtfertigt, ich hätte es nicht gemacht.

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23. März um 16:33

Deinen Beitrag finde ich mehr als kritisch bei diesem Thema. Grade bei untrainierten Menschen sind Waffen, welche sie mitführen, oft gefährlicher als keine Waffen. Nur selten trifft man auf körperlich unterlegene Angreifer! Das sollte man immer bedenken (grade als Frau). Lautstark Menschenmengen anzulocken oder Polizei rufen finde ich dabei die bessere Wahl. Eigenschutz sollte bei allem eben Groß geschrieben werden. 
Bei deinen Messern müsste es sich um einhändig bedienbare und feststellbare Messer handeln. Diese unterliegen in Deutschland dem Führungsverbot nach dem Waffengesetz. Du müsstest sie außerhalb der eigeen Wohnung in einem verschlossenen Beehälter mitführen. Außnahmen dafür gibt es, der Selbstschutz gehört jedoch nicht dazu.

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23. März um 18:11
In Antwort auf ray.

Deinen Beitrag finde ich mehr als kritisch bei diesem Thema. Grade bei untrainierten Menschen sind Waffen, welche sie mitführen, oft gefährlicher als keine Waffen. Nur selten trifft man auf körperlich unterlegene Angreifer! Das sollte man immer bedenken (grade als Frau). Lautstark Menschenmengen anzulocken oder Polizei rufen finde ich dabei die bessere Wahl. Eigenschutz sollte bei allem eben Groß geschrieben werden. 
Bei deinen Messern müsste es sich um einhändig bedienbare und feststellbare Messer handeln. Diese unterliegen in Deutschland dem Führungsverbot nach dem Waffengesetz. Du müsstest sie außerhalb der eigeen Wohnung in einem verschlossenen Beehälter mitführen. Außnahmen dafür gibt es, der Selbstschutz gehört jedoch nicht dazu.

nicht zu Reden davon, dass das offensiv eskalierend gewesen wäre, an Stelle des Wachmannes, der sich wahnsinnig um deeskalierendes Verhalten bemüht hat, hätte ich mich aber sehr bedankt, wenn da so eine Aggro-Nudel mir in die Parade fährt.

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23. März um 20:24

Du brauchst dich gar nicht schlecht fühlen, du hast in so einer Situation schon mehr getan, als es die meisten tun würden! Zivilcourage sieht man heutzutage selten, sehr lobenswert von dir.

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24. März um 12:06

Als kritisch sehe ich den Teil mit der Waffe. Für viele Menschen, egal ob Mann oder Frau verschlechtert sich durch das tragen dieser die Ausgangsposition. Bei Messern ist es sogar noch mal etwas anderes als bei Schusswaffen. Du kannst den Ausgang NIE nachvollziehen, eine solche Waffe sollte nur dann gezogen werden wenn ich bereit bin ein Menschenleben zu nehmen. Das sind aber nur wenige. 

Was ich als kritisch sehe lässt sich aber einfach erklären. Nehmen wir die oben genannte Situation als Ausgangsbasis. Du hast einen betrunkenen Mann vor dir. Du siehst, er ist betrunken und seine Statur. Mehr weißt du von ihm nicht.
Du entscheidest dich dafür, das Messer zu ziehen. Dein Gegenüber kann nun ganz unterschiedlich reagieren.
1. er rudert zurück; da er merkt das er übers Ziel hinausgeschossen ist. Wir alle wissen jedoch, betrunkene Menschen und denken ist nicht immer gegeben!
2. Er ist nun in die Enge getrieben, lässt sich auf das Spiel ein und greift an.
2.1. Dabei ist er unbewaffnet und dir durch deine Ausbildung unterlegen.
2.2. Er ist unbewaffnet, trifft sich aber als Mitglied der Hooligenszene jeden zweiten Tag um sich die Köpfe einzuschlagen. Messer kennt er dabei auch.
2.3. Er zieht ebenfalls ein Messer und kann damit umgehen.
2.4. Er zieht eine Schusswaffe; als ordentliches Mitglied einer Bikegruppe trägt man so etwas schließlich.

Jeder der 1:1 eingreift hofft auf Punkt 1 oder 2.1. leider zeigt die Realität oft genug, dass auch die anderen Punkte möglich sind. Dann liest man ein weiteres mal, dass ein tapferer Helfer in der Not das Leben lassen musste. 
Hast du schon mal einen Einsatz von Spezialkommandos beobachten können? Die sind bis zum erbrechen in Selbstverteiligung geschult und kommen doch NIE 1:1. Man versucht durch die zahlenmäßige Überlegenheit das Restrisiko zu minimieren.

Ein nicht ganz unbekannter Schauspieler drückte es mal in einen seiner Filme folgendermaßen aus: "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, manweiß nie was man bekommt" 

  

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25. März um 8:50

was ich daran mehr als kritisch finde:

1. in der beschriebenen Situation wäre Dein Verhalten offensiv eskalierend, wahrscheinlich würden sich die Juristen auch zu Recht streiten, ob es nicht eher Angriff als Verteidigung wäre.

2. Für diese Messer brauchst Du in dem Falle nicht nur Waffenschein, sondern eine WBK.

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25. März um 20:30

1. ja, und Täter ist in dem Falle derjenige, der aus verbaler Aggression und Herumgepose eine Eskalation körperlicher Gewalt macht - also Du. Wie Dir Ray schon vergeblich versuchte zu erklären.

2. https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

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25. März um 20:31
In Antwort auf avarrassterne1

1. ja, und Täter ist in dem Falle derjenige, der aus verbaler Aggression und Herumgepose eine Eskalation körperlicher Gewalt macht - also Du. Wie Dir Ray schon vergeblich versuchte zu erklären.

2. https://www.gesetze-im-internet.de/waffg_2002/__42a.html

und nein, ich denke nicht, dass Du in DIESER Situation mit "Arbeitsmesser" kommen kannst.

Aber versuchs halt, kannst dann aus dem Knast Deine Internet-Zeit nutzen, um zu berichten.

Falsch finde ich es in jedem Falle.

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25. März um 20:58
In Antwort auf avarrassterne1

und nein, ich denke nicht, dass Du in DIESER Situation mit "Arbeitsmesser" kommen kannst.

Aber versuchs halt, kannst dann aus dem Knast Deine Internet-Zeit nutzen, um zu berichten.

Falsch finde ich es in jedem Falle.

Ich hab hier rausgesucht was die Polizei zu solchen Situationen empfiehlt.

https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/gewalt/artikel.148262.php

Für helfende Personen finde ich dabei zwei Punkte besonders wichtig. Halten Sie flüchtende Täter nicht auf und greifen Sie den Täter nicht körperlich oder verbal an. 

 

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25. März um 22:31

Wer ausgebildet ist darf gerne eingreifen, das Risiko muss jeder für sich abwägen. Fatal ist es jedoch, in so einem Rahmen es von anderen zu erwarten. Das hat auch nichts mit Luschen, Schisser und Duckmäusermenschen zu tun. 
Die Gefahr besteht schlicht weg, dass man bei solchen Sachen sich selber in Gefahr bringt oder es zu schlimmeren kommt. "Ich wollte doch nur helfen" Macht sich dann doch schlecht auf dem Grabstein.

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26. März um 8:02

nein, ich habe Menschen mit WBK in meinem nahem Umfeld und kenne die Vorschriften daher.
Aber Hauptsache, Du kannst mich bißchen anpöbeln, was?

In der Beschreibung der TE - und um die ging es nun einmal - gab es aber noch keinen Angriff und noch keine körperliche Gewalt. Dank des Wachmannes, der sich DEESKALIEREND verhalten hat - obwohl der das bestimmt auch anders gekonnt hätte - ist es auch so geblieben. Jemanden, der sich in solchen Situationen statt dessen ESKLAIEREND verhält, braucht niemand.

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