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Gedichtesammlung Veröffentlichen?

3. Juni um 17:12

Hallo 
Ich habe seit einigen Jahren 2 uralte selbst gemachte Mappen meines Großvaters, voll mit Gedichten und Versen wärend des 2ten Weltkrieg von der Normandie, in Gefangenschaft in Amerika und England bis er wieder zuhause war. Einige von den Versen wurden zwischen 1938-1945 in der Zeitung Berliner Illustrirte
Sogar einige Museen hätten interesse daran ein Exponat daraus zu werden.

Ich dachte mir, ob ich vll. Ein Buch daraus mache, nicht um mich selbst zu bereichern, sondern das es Geordnet und Übersichtlich in Gedenken meines Großvaters zu machen.  Die Frage ist wie gehe ich dabei vor, soll ich einfach mal Lostippen und dabei achten das es nach Datum gereit ist? 
Soll ich es dann Binden lassen oder einen Verlag anschreiben? 
Die Hälfe ist ausserdem auf Kyrillische Schrift die ich nicht lesen kann.

Soll ich es überhaupt versuchen? 

Wäre über jeden Tipp dankbar
 

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3. Juni um 18:58
In Antwort auf joey885

Hallo 
Ich habe seit einigen Jahren 2 uralte selbst gemachte Mappen meines Großvaters, voll mit Gedichten und Versen wärend des 2ten Weltkrieg von der Normandie, in Gefangenschaft in Amerika und England bis er wieder zuhause war. Einige von den Versen wurden zwischen 1938-1945 in der Zeitung Berliner Illustrirte
Sogar einige Museen hätten interesse daran ein Exponat daraus zu werden.

Ich dachte mir, ob ich vll. Ein Buch daraus mache, nicht um mich selbst zu bereichern, sondern das es Geordnet und Übersichtlich in Gedenken meines Großvaters zu machen.  Die Frage ist wie gehe ich dabei vor, soll ich einfach mal Lostippen und dabei achten das es nach Datum gereit ist? 
Soll ich es dann Binden lassen oder einen Verlag anschreiben? 
Die Hälfe ist ausserdem auf Kyrillische Schrift die ich nicht lesen kann.

Soll ich es überhaupt versuchen? 

Wäre über jeden Tipp dankbar
 

Du kannst ja mal Verlage anschreiben. 

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4. Juni um 15:41

Mittlerweile kann man auch mittels self publishing Bücher publizieren. Amazon bietet das an, in Österreich auch Morawa.

Wenn es dir nur um ein schönes Andenken geht, kannst du auch ein Photobuch machen, da kann man nämlich auch Texte einfügen.

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4. Juni um 23:25
In Antwort auf purplemoonlight

Mittlerweile kann man auch mittels self publishing Bücher publizieren. Amazon bietet das an, in Österreich auch Morawa.

Wenn es dir nur um ein schönes Andenken geht, kannst du auch ein Photobuch machen, da kann man nämlich auch Texte einfügen.

Sind echt interessante sachen die ihr da Schreibt, ich glaube jedoch das ich mir das schon zutraue, aber ich werde mir mal alles ansehen und offen halten. 

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5. Juni um 7:47
In Antwort auf joey885

Sind echt interessante sachen die ihr da Schreibt, ich glaube jedoch das ich mir das schon zutraue, aber ich werde mir mal alles ansehen und offen halten. 

Das sind ja Dinge, die keine Eile haben.

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14. Juni um 12:56

Bei "Bookrix.de" kannst du deinen Gedichtband kostenlos gestalten und veröffentlichen. 

Viel Erfolg!

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14. Juni um 19:29

Was die Aufgabe eines Verlages ist. Natürlich so, nur so.

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14. Juni um 23:52
In Antwort auf joey885

Hallo 
Ich habe seit einigen Jahren 2 uralte selbst gemachte Mappen meines Großvaters, voll mit Gedichten und Versen wärend des 2ten Weltkrieg von der Normandie, in Gefangenschaft in Amerika und England bis er wieder zuhause war. Einige von den Versen wurden zwischen 1938-1945 in der Zeitung Berliner Illustrirte
Sogar einige Museen hätten interesse daran ein Exponat daraus zu werden.

Ich dachte mir, ob ich vll. Ein Buch daraus mache, nicht um mich selbst zu bereichern, sondern das es Geordnet und Übersichtlich in Gedenken meines Großvaters zu machen.  Die Frage ist wie gehe ich dabei vor, soll ich einfach mal Lostippen und dabei achten das es nach Datum gereit ist? 
Soll ich es dann Binden lassen oder einen Verlag anschreiben? 
Die Hälfe ist ausserdem auf Kyrillische Schrift die ich nicht lesen kann.

Soll ich es überhaupt versuchen? 

Wäre über jeden Tipp dankbar
 

Die Frage ist: Wäre eine Veröffentlichung/Vermarktung im Sinne Deines Großvaters?

Was heißt "Veröffentlichen"? Möchtest Du das Buch professionell vermarkten? Möchtest Du ein nettes Druckwerk haben, welches als Andenken in der Verwandtschaft verteilt werden kann?

Und dann stellt sich die Frage, was Du unter "einfach lostippen" verstehst?

Im Zweifelsfall würde ich an Deiner Stelle mich erstmal bei verschiedenen Verlagen bzw Druckerzeugnisherstellern erkundigen. Auch danach, was alles sie bei ihrem Erstellungs-Workflow wann in welcher Weise von Dir erwarten, und was alles sie lieber selbst machen.

Es gibt Verlage, bei denen ist es den Leuten am liebsten wenn man ihnen einfach den Text in lesbarer Form gibt, und sie allles weitere, also zB den Textsatz bzw die Typographie, das Cover-Design und so weiter selbst machen lässt. 

Es gibt auch Verlage (diese Sorte Verlag nenne ich lieber "Druckerzeugnishersteller", denen es am liebsten ist, Du bringst eine nach ihren Papiergröße-Vorgaben erstellte .pdf-Datei mit Cover und Buchtext, die sie direkt drucken können. Das ist bei sogenannten Books-on-Demand-Verlagen oft der Fall, die Bücher nur auf Anforderung drucken.

Erstere Verlage sind daran interessiert, das Buch für einen zu vermarkten und selbst an der Vermarktung zu verdienen.

Letztere Verlage sehen sich oft eher als Dienstleister beim Erstellen eines Druckerzeugnisses, d.h., sie erstellen auf Anforderung Papierexemplare und werden vom Anfordernden dafür bezahlt. Ob Du die Papierexemplare vermarktest oder innerhalb der Verwandtschaft verschenkst oder sonstwas damit machst, ist denen oft egal.

Erstere Verlage sind recht kitzlig wenn Du mit eigenen Vorstellungen, was Design und Typographie und so weiter angeht, ankommst, denn da das ganze ja unter ihrem Label vermarktet werden soll, legen sie Wert darauf, dass das von ihren eigenen Profis gemacht wird.

Letzteren Verlagen ist oft alles wurscht. Da wird unter Umständen mehr oder weniger unbesehen gedruckt was Du als .pdf-Datei ablieferst. Unter Umständen muss man, wenn man da also den Textsatz selbst macht, sogar darum kämpfen, dass man jemanden findet, der einem trivialste Auskünfte gibt, zB einem sagt, was für eine Bindekorrektur man für ihre Maschinen ins Seitenlayout einkalkulieren muss, oder, wenn sie mit älteren Maschinen drucken, für was für einen Druckertreiber man die PostScript-Datei erstellen soll.

Wie Du an die Sache herangehen solltest, hängt stark davon ab, wie groß Dein Interesse daran ist, dass das alles auch einen professionellen Eindruck macht, und was alles Du über die (eher technischen Aspekte) der Erstellung von Büchern weisst.

Für Dich wäre erstmal wichtig, in Erfahrung zu bringen, was beim Erstellen eines Buches alles getan werden muss, und was davon Du selbst machen möchtest/kannst, und was davon Du andere machen lassen möchtest/müsstest.

Wenn Du Dich technisch und juristisch mit der Herstellung von Büchern (Cover, Textsatz, Binden, Verlegen/gedruckte Exemplare erstellen lassen, Vermarktungsrechte etc) nicht gut auskennst - das ist alles kein Hexenwerk sondern machbar, aber rechne in Deine Projektplanung ein bisschen Zeit fürs Informieren ein.

Ich selbst käme vermutlich mit einem Books-On-Demand-Verlag zurecht, wo ich im Prinzip alles selbst mache und denen halt die druckfertige .pdf-Vorlage (oder .dvi-Datei oder PostScript-Datei) zum Drucken gebe und denen auch keine weiteren Rechte einräume als den Text fürs Drucken bei sich zwischenzuspeichern und zB leimgebundene Taschenbücher für mich herzustellen, die ich dann nach meinem Gusto unter die Leute bringe oder auch nicht. Aber man darf die technische Seite nicht unterschätzen: Gute Typographie ist keine triviale Angelegenheit. Das ist etwas völlig anderes als mal eben einen Text in Word eintippen.

Ich käme mit so einem Books-On-Demand-Verlag, wo ich alles selbst machen muss bzw nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten kann, auch die Typographie, aber nur deshalb zurecht, weil ich ein paar Wesenszüge habe, die auch Nerds nachgesagt werden:
Zwischen meinem vierzehnten und meinem siebzehnten Geburtstag war ich sehr an Kalligraphie (Handschreiben) und Penmanship interessiert, und an elektronischem Textsatz und an Typographie und an Buchbinderei. Eine zeitlang habe ich damals ernsthaft überlegt, Textsetzer oder Font-Designer zu werden. Ein vierwöchiges Praktikum in einem Verlag während der großen Ferien hat mich aber wieder davon abgebracht. Hab damals aus Hobby seltsame Bücher gelesen wie "The Palmer Method of Business Writing", "Spencerian Penmanship Theory", "The Chicago Manual of Style", "Albert Kapr: Schriftkunst", "Jan Tschichold: Meisterbuch der Schrift", "The TeXbook" (D.E.K.), "The MetafontBook" (D.E.K.), "The LaTeX 2e Sources", "TeX: The Program", hab mit Programmen wie FontForge gespielt, mich in Trof eingelesen, hab mit leuchtenden Augen xml-basierte Dokumententypdefinitionen wie docbook und dita (Darwin Information Typing Architecture) ausgeforscht und solche Sachen, dass meine Mom schon Angst hatte, ich würde als Stubenhocker enden.

Als meine Oma wusste, dass sie nicht mehr lange leben würde, haben wir auf ihren Wunsch hin ihre Lebensgeschichte in Buchform gebracht. Sie hat den Text in ihr altes Diktiergerät gesprochen wann immer ihr danach war. Zwei meiner Cousinen und ich haben ihn erstmal getippt. Meine Oma hat wieder und wieder korrekturgelesen und umgeschrieben und geändert. Wir haben diejenigen Fotos aus ihren Alben und andere Dinge, die sie im Buch drinhaben wollte (Dokumente aus dem Dritten Reich, zB "Ariernachweis" und ihr Arbeitsbuch mit den Einberufungen und Bescheinigungen über besuchte Lehrgänge und erfüllte Arbeitsdienst-Dienstpflichten, Familienstammbaum, ...), digitalisiert. Mein Opa hat mit ihr zusammen das Cover bzw den Umschlag gestaltet, auch das haben wir digitalisiert. Dann habe ich aus all dem unter Verwendung von DocBook EPUB-Dateien, HTML-Dateien und .TeX-Dateien mit LaTeX-Quelltext gemacht. Aus dem LaTeX-Quellcode, den ich einige Tage lang noch von Hand "finetunen" musste, hab ich dann unter Verwendung einer LuaLaTeX-Engine, der tufte-book-documentclass, diversen Paketen, unter anderem Polyglossia und Microtype, und der Schriftfamilie Original-Garamomd-Roman aus dem Hause Linotype, .pdf-Dateien erstellt. Eine .pdf-Datei fürs Lesen am Bildschirn, eine mit Bindekorrektur und so weiter für den Books-On-Demand-Verlag fürs Drucken von leimgebundenen Taschenbüchern. Das Buch gibt es nicht zu kaufen - meine Oma wollte keine Vermarktung, sondern dass es in der Familie bleibt und außerhalb der Familie nur von ihr genannte Freunde es bekommen sollten. Und natürlich gibt es einige Videos auf denen wir meine Oma beim Erzählen gefilmt haben. Anfangs hat sie sich da geziert, aber als dann mal einen Sonntag lang die Batterien vom Diktiergerät leer waren und nur eine Smartphone-Kamera zur Hand war, hat sie irgendwann Gefallen an der Idee gefunden, uns auch ein paar Videos zu hinterlassen. 

Diese Dinge sind mir bzw dieses Nerd-Wissen ist mir beim Erstellen elektronischer Dokumente mit Anspruch an den Textsatz recht nützlich, aber ich denke nicht, dass Du da so tiefgehend einsteigen musst.

Wenn Dir wichtig ist, dass die Gedichte und sonstigen Texte Deines Großvaters nicht einfach hingeknallt werden, ohne Rücksicht auf typographische Todsünden, sondern das Buch auch in typographischer Hinsicht mit Expertise, Liebe und Sorgfalt gemacht ist, dann such Dir im Zweifelsfall einen Verlag, wo man das gut kann und gerne übernimmt.

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15. Juni um 0:06
In Antwort auf SkyCaptain07

Die Frage ist: Wäre eine Veröffentlichung/Vermarktung im Sinne Deines Großvaters?

Was heißt "Veröffentlichen"? Möchtest Du das Buch professionell vermarkten? Möchtest Du ein nettes Druckwerk haben, welches als Andenken in der Verwandtschaft verteilt werden kann?

Und dann stellt sich die Frage, was Du unter "einfach lostippen" verstehst?

Im Zweifelsfall würde ich an Deiner Stelle mich erstmal bei verschiedenen Verlagen bzw Druckerzeugnisherstellern erkundigen. Auch danach, was alles sie bei ihrem Erstellungs-Workflow wann in welcher Weise von Dir erwarten, und was alles sie lieber selbst machen.

Es gibt Verlage, bei denen ist es den Leuten am liebsten wenn man ihnen einfach den Text in lesbarer Form gibt, und sie allles weitere, also zB den Textsatz bzw die Typographie, das Cover-Design und so weiter selbst machen lässt. 

Es gibt auch Verlage (diese Sorte Verlag nenne ich lieber "Druckerzeugnishersteller", denen es am liebsten ist, Du bringst eine nach ihren Papiergröße-Vorgaben erstellte .pdf-Datei mit Cover und Buchtext, die sie direkt drucken können. Das ist bei sogenannten Books-on-Demand-Verlagen oft der Fall, die Bücher nur auf Anforderung drucken.

Erstere Verlage sind daran interessiert, das Buch für einen zu vermarkten und selbst an der Vermarktung zu verdienen.

Letztere Verlage sehen sich oft eher als Dienstleister beim Erstellen eines Druckerzeugnisses, d.h., sie erstellen auf Anforderung Papierexemplare und werden vom Anfordernden dafür bezahlt. Ob Du die Papierexemplare vermarktest oder innerhalb der Verwandtschaft verschenkst oder sonstwas damit machst, ist denen oft egal.

Erstere Verlage sind recht kitzlig wenn Du mit eigenen Vorstellungen, was Design und Typographie und so weiter angeht, ankommst, denn da das ganze ja unter ihrem Label vermarktet werden soll, legen sie Wert darauf, dass das von ihren eigenen Profis gemacht wird.

Letzteren Verlagen ist oft alles wurscht. Da wird unter Umständen mehr oder weniger unbesehen gedruckt was Du als .pdf-Datei ablieferst. Unter Umständen muss man, wenn man da also den Textsatz selbst macht, sogar darum kämpfen, dass man jemanden findet, der einem trivialste Auskünfte gibt, zB einem sagt, was für eine Bindekorrektur man für ihre Maschinen ins Seitenlayout einkalkulieren muss, oder, wenn sie mit älteren Maschinen drucken, für was für einen Druckertreiber man die PostScript-Datei erstellen soll.

Wie Du an die Sache herangehen solltest, hängt stark davon ab, wie groß Dein Interesse daran ist, dass das alles auch einen professionellen Eindruck macht, und was alles Du über die (eher technischen Aspekte) der Erstellung von Büchern weisst.

Für Dich wäre erstmal wichtig, in Erfahrung zu bringen, was beim Erstellen eines Buches alles getan werden muss, und was davon Du selbst machen möchtest/kannst, und was davon Du andere machen lassen möchtest/müsstest.

Wenn Du Dich technisch und juristisch mit der Herstellung von Büchern (Cover, Textsatz, Binden, Verlegen/gedruckte Exemplare erstellen lassen, Vermarktungsrechte etc) nicht gut auskennst - das ist alles kein Hexenwerk sondern machbar, aber rechne in Deine Projektplanung ein bisschen Zeit fürs Informieren ein.

Ich selbst käme vermutlich mit einem Books-On-Demand-Verlag zurecht, wo ich im Prinzip alles selbst mache und denen halt die druckfertige .pdf-Vorlage (oder .dvi-Datei oder PostScript-Datei) zum Drucken gebe und denen auch keine weiteren Rechte einräume als den Text fürs Drucken bei sich zwischenzuspeichern und zB leimgebundene Taschenbücher für mich herzustellen, die ich dann nach meinem Gusto unter die Leute bringe oder auch nicht. Aber man darf die technische Seite nicht unterschätzen: Gute Typographie ist keine triviale Angelegenheit. Das ist etwas völlig anderes als mal eben einen Text in Word eintippen.

Ich käme mit so einem Books-On-Demand-Verlag, wo ich alles selbst machen muss bzw nach meinen eigenen Vorstellungen gestalten kann, auch die Typographie, aber nur deshalb zurecht, weil ich ein paar Wesenszüge habe, die auch Nerds nachgesagt werden:
Zwischen meinem vierzehnten und meinem siebzehnten Geburtstag war ich sehr an Kalligraphie (Handschreiben) und Penmanship interessiert, und an elektronischem Textsatz und an Typographie und an Buchbinderei. Eine zeitlang habe ich damals ernsthaft überlegt, Textsetzer oder Font-Designer zu werden. Ein vierwöchiges Praktikum in einem Verlag während der großen Ferien hat mich aber wieder davon abgebracht. Hab damals aus Hobby seltsame Bücher gelesen wie "The Palmer Method of Business Writing", "Spencerian Penmanship Theory", "The Chicago Manual of Style", "Albert Kapr: Schriftkunst", "Jan Tschichold: Meisterbuch der Schrift", "The TeXbook" (D.E.K.), "The MetafontBook" (D.E.K.), "The LaTeX 2e Sources", "TeX: The Program", hab mit Programmen wie FontForge gespielt, mich in Trof eingelesen, hab mit leuchtenden Augen xml-basierte Dokumententypdefinitionen wie docbook und dita (Darwin Information Typing Architecture) ausgeforscht und solche Sachen, dass meine Mom schon Angst hatte, ich würde als Stubenhocker enden.

Als meine Oma wusste, dass sie nicht mehr lange leben würde, haben wir auf ihren Wunsch hin ihre Lebensgeschichte in Buchform gebracht. Sie hat den Text in ihr altes Diktiergerät gesprochen wann immer ihr danach war. Zwei meiner Cousinen und ich haben ihn erstmal getippt. Meine Oma hat wieder und wieder korrekturgelesen und umgeschrieben und geändert. Wir haben diejenigen Fotos aus ihren Alben und andere Dinge, die sie im Buch drinhaben wollte (Dokumente aus dem Dritten Reich, zB "Ariernachweis" und ihr Arbeitsbuch mit den Einberufungen und Bescheinigungen über besuchte Lehrgänge und erfüllte Arbeitsdienst-Dienstpflichten, Familienstammbaum, ...), digitalisiert. Mein Opa hat mit ihr zusammen das Cover bzw den Umschlag gestaltet, auch das haben wir digitalisiert. Dann habe ich aus all dem unter Verwendung von DocBook EPUB-Dateien, HTML-Dateien und .TeX-Dateien mit LaTeX-Quelltext gemacht. Aus dem LaTeX-Quellcode, den ich einige Tage lang noch von Hand "finetunen" musste, hab ich dann unter Verwendung einer LuaLaTeX-Engine, der tufte-book-documentclass, diversen Paketen, unter anderem Polyglossia und Microtype, und der Schriftfamilie Original-Garamomd-Roman aus dem Hause Linotype, .pdf-Dateien erstellt. Eine .pdf-Datei fürs Lesen am Bildschirn, eine mit Bindekorrektur und so weiter für den Books-On-Demand-Verlag fürs Drucken von leimgebundenen Taschenbüchern. Das Buch gibt es nicht zu kaufen - meine Oma wollte keine Vermarktung, sondern dass es in der Familie bleibt und außerhalb der Familie nur von ihr genannte Freunde es bekommen sollten. Und natürlich gibt es einige Videos auf denen wir meine Oma beim Erzählen gefilmt haben. Anfangs hat sie sich da geziert, aber als dann mal einen Sonntag lang die Batterien vom Diktiergerät leer waren und nur eine Smartphone-Kamera zur Hand war, hat sie irgendwann Gefallen an der Idee gefunden, uns auch ein paar Videos zu hinterlassen. 

Diese Dinge sind mir bzw dieses Nerd-Wissen ist mir beim Erstellen elektronischer Dokumente mit Anspruch an den Textsatz recht nützlich, aber ich denke nicht, dass Du da so tiefgehend einsteigen musst.

Wenn Dir wichtig ist, dass die Gedichte und sonstigen Texte Deines Großvaters nicht einfach hingeknallt werden, ohne Rücksicht auf typographische Todsünden, sondern das Buch auch in typographischer Hinsicht mit Expertise, Liebe und Sorgfalt gemacht ist, dann such Dir im Zweifelsfall einen Verlag, wo man das gut kann und gerne übernimmt.

Ich schrob:

Wenn Du Dich technisch und juristisch mit der Herstellung von Büchern (Cover, Textsatz, Binden, Verlegen/gedruckte Exemplare erstellen lassen, Vermarktungsrechte etc) nicht gut auskennst - das ist alles kein Hexenwerk sondern machbar, aber rechne in Deine Projektplanung ein bisschen Zeit fürs Informieren ein.

Drucken hab ich zur späten Stunde vergessen. Bücher muss man ja auch drucken.

Also:

Wenn Du Dich juristisch (Urheberrechte, Vervielfältigungsrechte, Vermarktungsrechte etc) und technisch (Verlegen, sowohl elektronisch als auch in Papierform, Cover/Einband, Textsatz, Drucken, Binden, Einbinden) mit der Herstellung von Büchern nicht gut auskennst - das ist alles kein Hexenwerk sondern machbar, aber rechne in Deine Projektplanung ein bisschen Zeit fürs Informieren ein.


Wie gesagt:

Manche Verlage, eher Books on demand-Verlage, vetstehen sich eher als Druckereien und Buchbindereien.

Andere (herkömmliche) Verlage verstehen sich darüber hinaus als Koordinatoren, die sich außer um Druck und Bindung vorher auch um Design, Typographie, Textsatz, Layout und so weiter kümmern, und hinterher um die Vermarktung/Verbreitung.

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15. Juni um 8:18

Ich schätze, das Material ist interessant genug, dass du damit einen richtigen Verlag an Land ziehen kannst. Und natürlich lässt sich damit Geld verdienen. Das solltest du auch machen. Erstens hast du einen Aufwand, der belohnt gehört. Zweitens könntest du den Erlös auch spenden, ZB an Schulen, Museen. Das sind wertvolle Dokumente, die die Menschen sehen können sollen.

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