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Frage mich immer öfters, was es mir Wert ist in dieser Stadt zu leben

23. Februar um 20:19 Letzte Antwort: 24. Februar um 13:55

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bin hier mit meinem Thema richtig. War etwas unsicher, wo ich es am besten reinpacken sollte. Das hier soll kein typisches "bitte sagt mir, was ich tun soll"-Thema sein. Mich würde einfach interessieren, ob es Leute gibt, die schon mal in gleichen oder ähnlichen Situationen waren und wie sie damit umgegangen sind. Ich fange mal an...

Ich bin 2017 direkt nach dem Studium in eine andere Stadt, ca. 220km von zu Hause, gezogen. Damals ausschließlich für den Job, den ich bei einem der Marktführer in unserer Branche wollte. Ich war so glücklich, dass es geklappt hatte und habe mich auf alles, was kommt gefreut. Mir ging es doppelt gut, weil ich endlich über meinen Ex komplett hinweg war. Hatte gar nicht großartig an einen neuen Partner gedacht, aber dachte mir, cool wär es sicher, wenn sich hier in der Stadt dann auch was tut. War jetzt aber kein zentrales Thema für mich.

Ich bin nun seither hier. Frage mich in den letzten Monaten aber immer öfters, wieso eigentlich? Warum mache ich das? Ich finde den Sinn dahinter nicht mehr. Meinen Job hatte ich aufgrund Stellenabbaus verloren. Bin jetzt seit ca. einem Jahr bei einem Arbeitgeber, bei dem ich zu ca. 30% glücklich bin (bewerbe mich aber hier und da, wenn ich was gutes finde, anderweitig. Kann ggf. ab April/Mai bei unserer Inhaber-Gesellschaft zu 50% mitarbeiten...und die ist ein guter Arbeitgeber). Ich habe hier neue Freunde gefunden, habe eine schöne Wohnung in der ich mich sehr wohl fühle und über Einsamkeit oder Langeweile kann ich hier nicht im geringsten klagen. Was mein Problem ist: die Dinge, die mir wirklich wichtig im Leben sind, habe ich hier nicht. Für mich ist Heimat kein Ort, das war noch nie so. Ich könnte am tollsten Ort der Welt sein, bin aber immer froh wieder weg zu kommen, wenn die Menschen, die für mich "zu Hause" sind, nicht da sind. Ich habe hier keinen Partner. Meine mir wichtigsten Menschen sind Familie und Freunde zu Hause. Ich bin jemand, die Silvester lieber "langweilig" zu Haue mit der Oma feiert, als wild feiernd irgendwo mit Freunden. Weil Oma irgendwann eben nicht mehr da ist. Das ist immer meine Denkweise - alles geht zu Ende. Die mir wichtigsten Menschen sind irgendwann schneller nicht mehr da, als ich gucken kann. Und ich bin hier? Warum? Wofür? Das hier ist nicht meine Heimat. Meine Freunde hier, die könnte ich auch ab und zu besuchen. Deshalb muss ich nicht hier bleiben. Meinen Arbeitgeber, zu dem ich so gerne wollte, habe ich nicht mehr. Wobei ich sagen muss, es ist immer eine Option zurückzugehen, wenn es eine gute Stelle gibt. Aber mittlerweile denke ich, auch dieses Unternehmen allein würde mich nicht für immer hier halten. Eben wegen Familie, zu Hause usw. Ich bin schon lange Single, weil ich mich einfach nicht so schnell verliebe. Der einzige Grund für mich für immer hier zu bleiben, wäre ein Mann, mit dem ich mir hier eine richtige zweite Heimat aufbauen könnte. Dann hätte ich einen Grund hier zu sein. Ich hatte wenige Tage nachdem ich 2017 hier hergezogen bin einen Mann kennengelernt, hatte mich sehr in ihn verliebt. Es entwickelte sich leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte (wir haben seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr, habe ihn nicht mehr gesehen, er hat Frau, kleine Kinder, neugebautes Eigenheim. Nur, falls die Frage aufkommen sollte, weshalb ich mir mit ihm hier nicht angefangen habe etwas aufzubauen). Inzwischen lerne ich wieder Männer kenne, habe Dates. Aber die Dating-Welt ist nicht einfach und nicht mein Ding. Weil ich Beständigkeit brauche und mich dieses ständige von vorne kennenlernen einfach manchmal nervt. Aber ich mache es weiter. Wer weiß, vielleicht findet sich der Eine ja hier noch.

Im Moment ist es aber einfach, wie es ist. Seit ca. Herbst werden diese Gedanken, wieder nach Hause zu ziehen, immer stärker. Was mich gerade davon abhält: ich liebe die Branche, in der ich arbeite und für mich wäre es (das klingt jetzt dramatisch) eine extreme Überwindung und auch emotional, diese Branche zu verlassen. Hier bin ich praktisch im Zentrum unserer Branche, ich hab eine breite Auswahl an Arbeitgebern und kann die besten Kontakte knüpfen. Zu Hause gäbe es einen Arbeitgeber, auf den ich wirklich Lust hätte. Und 2, die ganz OK wären. Plus die oben genannte Inhaber-Gesellschaft meines derzeitigen Arbeitgebers, für die ich im Homeoffice arbeiten könnte. Aber das wäre alles. Zu Hause wäre die Chance groß, alles umwerfen zu müssen, was ich mir beruflich aufgebaut hätte und noch aufbauen will und dann in einer neuen Branche zu starten. Stand heute wäre ich dazu noch nicht bereit. Trotzdem merke ich aber wie gesagt, wie die Gedanken an zu Hause immer stärker werden. Und ich mache mir einfach Gedanken, was zum Beispiel nächstes oder übernächstes Jahr (in dem ich dann 30 werde) mit mir passiert. Und wie lange ich eben hier bleiben will, ohne wirklich einen Sinn darin zu haben...wenn alles, was für mich Sinn macht, zu Hause ist. An Wochenende wie diesem, wo ich in der Heimat war, gehen mir diese Gedanken besonders stark durch den Kopf. Ich hatte gestern Abend schon keine Lust an die Rückfahrt heute zu denken. Im Zug saß ich und hab nur gegrübelt: warum mach ich das? Was bringt es mir? Wenn meine 80-jährige Oma, die noch topfit ist, übermorgen unerwartet stirbt werde ich mich dafür hassen, die ganze Zeit aus reinem Karriere-denken hier gewesen zu sein. Ich habe kein Heimweh, wenn ich hier in der anderen Stadt bin. Aber wie zu Hause fühlt es sich einfach nicht an. Ich habe dieses Wochenende zu Hause zum ersten Mal über meine aktuellen Gedanken und Überlegungen offen gesprochen. Würden sich natürlich alle freuen, wenn ich zurückkäme. Wobei sie auch sagen, ich soll mir überlegen, ob ich meine seit meinem 14. Lebensjahr geliebte Branche aufgeben will. Und dass ich nix überstürzen soll. Und ich will ja nichts überstürzen. Ich will nicht übermorgen hier weg. Wenn, dann wäre das ein Thema für nächstes Jahr. Aber die Gedanken sind halt jetzt da und werden jetzt immer präsenter und verdrängen kann ich sie immer schwieriger. 

Das war jetzt viel Text. Danke, an die, die bis hier gelesen haben. Vielleicht war oder ist ja jemand in selber oder ähnlicher Situation und mag sich mal austauschen. Es wäre interessant für mich, wie andere mit sowas umgehen oder umgegangen sind, wie andere ihre Entscheidung getroffen haben. Wieder nach Hause gegangen sind oder vielleicht dann doch nicht, weil sie eben vielleicht dann in der neuen Stadt DEN Partner gefunden haben...

Danke schon mal vorab an euch.

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24. Februar um 2:41

An deiner Stelle würde ich "nach Hause" ziehen. 
 

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24. Februar um 13:40
In Antwort auf bianca.rch

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bin hier mit meinem Thema richtig. War etwas unsicher, wo ich es am besten reinpacken sollte. Das hier soll kein typisches "bitte sagt mir, was ich tun soll"-Thema sein. Mich würde einfach interessieren, ob es Leute gibt, die schon mal in gleichen oder ähnlichen Situationen waren und wie sie damit umgegangen sind. Ich fange mal an...

Ich bin 2017 direkt nach dem Studium in eine andere Stadt, ca. 220km von zu Hause, gezogen. Damals ausschließlich für den Job, den ich bei einem der Marktführer in unserer Branche wollte. Ich war so glücklich, dass es geklappt hatte und habe mich auf alles, was kommt gefreut. Mir ging es doppelt gut, weil ich endlich über meinen Ex komplett hinweg war. Hatte gar nicht großartig an einen neuen Partner gedacht, aber dachte mir, cool wär es sicher, wenn sich hier in der Stadt dann auch was tut. War jetzt aber kein zentrales Thema für mich.

Ich bin nun seither hier. Frage mich in den letzten Monaten aber immer öfters, wieso eigentlich? Warum mache ich das? Ich finde den Sinn dahinter nicht mehr. Meinen Job hatte ich aufgrund Stellenabbaus verloren. Bin jetzt seit ca. einem Jahr bei einem Arbeitgeber, bei dem ich zu ca. 30% glücklich bin (bewerbe mich aber hier und da, wenn ich was gutes finde, anderweitig. Kann ggf. ab April/Mai bei unserer Inhaber-Gesellschaft zu 50% mitarbeiten...und die ist ein guter Arbeitgeber). Ich habe hier neue Freunde gefunden, habe eine schöne Wohnung in der ich mich sehr wohl fühle und über Einsamkeit oder Langeweile kann ich hier nicht im geringsten klagen. Was mein Problem ist: die Dinge, die mir wirklich wichtig im Leben sind, habe ich hier nicht. Für mich ist Heimat kein Ort, das war noch nie so. Ich könnte am tollsten Ort der Welt sein, bin aber immer froh wieder weg zu kommen, wenn die Menschen, die für mich "zu Hause" sind, nicht da sind. Ich habe hier keinen Partner. Meine mir wichtigsten Menschen sind Familie und Freunde zu Hause. Ich bin jemand, die Silvester lieber "langweilig" zu Haue mit der Oma feiert, als wild feiernd irgendwo mit Freunden. Weil Oma irgendwann eben nicht mehr da ist. Das ist immer meine Denkweise - alles geht zu Ende. Die mir wichtigsten Menschen sind irgendwann schneller nicht mehr da, als ich gucken kann. Und ich bin hier? Warum? Wofür? Das hier ist nicht meine Heimat. Meine Freunde hier, die könnte ich auch ab und zu besuchen. Deshalb muss ich nicht hier bleiben. Meinen Arbeitgeber, zu dem ich so gerne wollte, habe ich nicht mehr. Wobei ich sagen muss, es ist immer eine Option zurückzugehen, wenn es eine gute Stelle gibt. Aber mittlerweile denke ich, auch dieses Unternehmen allein würde mich nicht für immer hier halten. Eben wegen Familie, zu Hause usw. Ich bin schon lange Single, weil ich mich einfach nicht so schnell verliebe. Der einzige Grund für mich für immer hier zu bleiben, wäre ein Mann, mit dem ich mir hier eine richtige zweite Heimat aufbauen könnte. Dann hätte ich einen Grund hier zu sein. Ich hatte wenige Tage nachdem ich 2017 hier hergezogen bin einen Mann kennengelernt, hatte mich sehr in ihn verliebt. Es entwickelte sich leider nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte (wir haben seit über einem Jahr keinen Kontakt mehr, habe ihn nicht mehr gesehen, er hat Frau, kleine Kinder, neugebautes Eigenheim. Nur, falls die Frage aufkommen sollte, weshalb ich mir mit ihm hier nicht angefangen habe etwas aufzubauen). Inzwischen lerne ich wieder Männer kenne, habe Dates. Aber die Dating-Welt ist nicht einfach und nicht mein Ding. Weil ich Beständigkeit brauche und mich dieses ständige von vorne kennenlernen einfach manchmal nervt. Aber ich mache es weiter. Wer weiß, vielleicht findet sich der Eine ja hier noch.

Im Moment ist es aber einfach, wie es ist. Seit ca. Herbst werden diese Gedanken, wieder nach Hause zu ziehen, immer stärker. Was mich gerade davon abhält: ich liebe die Branche, in der ich arbeite und für mich wäre es (das klingt jetzt dramatisch) eine extreme Überwindung und auch emotional, diese Branche zu verlassen. Hier bin ich praktisch im Zentrum unserer Branche, ich hab eine breite Auswahl an Arbeitgebern und kann die besten Kontakte knüpfen. Zu Hause gäbe es einen Arbeitgeber, auf den ich wirklich Lust hätte. Und 2, die ganz OK wären. Plus die oben genannte Inhaber-Gesellschaft meines derzeitigen Arbeitgebers, für die ich im Homeoffice arbeiten könnte. Aber das wäre alles. Zu Hause wäre die Chance groß, alles umwerfen zu müssen, was ich mir beruflich aufgebaut hätte und noch aufbauen will und dann in einer neuen Branche zu starten. Stand heute wäre ich dazu noch nicht bereit. Trotzdem merke ich aber wie gesagt, wie die Gedanken an zu Hause immer stärker werden. Und ich mache mir einfach Gedanken, was zum Beispiel nächstes oder übernächstes Jahr (in dem ich dann 30 werde) mit mir passiert. Und wie lange ich eben hier bleiben will, ohne wirklich einen Sinn darin zu haben...wenn alles, was für mich Sinn macht, zu Hause ist. An Wochenende wie diesem, wo ich in der Heimat war, gehen mir diese Gedanken besonders stark durch den Kopf. Ich hatte gestern Abend schon keine Lust an die Rückfahrt heute zu denken. Im Zug saß ich und hab nur gegrübelt: warum mach ich das? Was bringt es mir? Wenn meine 80-jährige Oma, die noch topfit ist, übermorgen unerwartet stirbt werde ich mich dafür hassen, die ganze Zeit aus reinem Karriere-denken hier gewesen zu sein. Ich habe kein Heimweh, wenn ich hier in der anderen Stadt bin. Aber wie zu Hause fühlt es sich einfach nicht an. Ich habe dieses Wochenende zu Hause zum ersten Mal über meine aktuellen Gedanken und Überlegungen offen gesprochen. Würden sich natürlich alle freuen, wenn ich zurückkäme. Wobei sie auch sagen, ich soll mir überlegen, ob ich meine seit meinem 14. Lebensjahr geliebte Branche aufgeben will. Und dass ich nix überstürzen soll. Und ich will ja nichts überstürzen. Ich will nicht übermorgen hier weg. Wenn, dann wäre das ein Thema für nächstes Jahr. Aber die Gedanken sind halt jetzt da und werden jetzt immer präsenter und verdrängen kann ich sie immer schwieriger. 

Das war jetzt viel Text. Danke, an die, die bis hier gelesen haben. Vielleicht war oder ist ja jemand in selber oder ähnlicher Situation und mag sich mal austauschen. Es wäre interessant für mich, wie andere mit sowas umgehen oder umgegangen sind, wie andere ihre Entscheidung getroffen haben. Wieder nach Hause gegangen sind oder vielleicht dann doch nicht, weil sie eben vielleicht dann in der neuen Stadt DEN Partner gefunden haben...

Danke schon mal vorab an euch.

gedanken um ungelegt eier!

erstmal solltest du überhaupt schauen ob du in der heimat einen job bekommen würdest!
danach gedanken machen wg. umziehen

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24. Februar um 13:55
In Antwort auf carina2019

gedanken um ungelegt eier!

erstmal solltest du überhaupt schauen ob du in der heimat einen job bekommen würdest!
danach gedanken machen wg. umziehen

Für mich sind das keine „ungelegten Eier“ sondern wichtige Lebensentscheidungen, die nicht erst in 12 Jahren anstehen und auch nicht in weiter Ferne sind. Ich denke jetzt und heute darüber nach, wo der Sinn darin ist weiter in dieser Stadt zu leben. Ich mache doch nicht erst den Aufwand, zu Hause Jobs zu suchen, Bewerbungen zu schreiben und X Mal für Bewerbungsgespräche heim zu fahren, und überlege mir dann ob ich es überhaupt wirklich will.

Zumal ich "irgendeinen" Job zu Hause immer bekomme.

Aber wie ich ja geschrieben hatte, muss mir keiner sagen, was ich tun soll. Das muss ich selbst entscheiden. Erfahrungswerte, sofern vorhanden, und der Austausch mit Leuten, die ähnliches schon hatten, interessieren mich.
 

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