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Filme

8. August 2002 um 13:17

Ich möchte hier gerne eine längere Diskussion starten und hoffe, daß das möglich ist.
Es geht vor allem um Filme, aber irgendwie auch um Kunst und Kultur allgemein.
Die Frage ist: gibt es etwas objektiv "gutes" und "schlechtes"?

Kann ich sagen:
"Film X ist ein guter Film und wenn Du nicht der Meinung bist, hast Du keine Ahnung. Ich mag den Film zwar auch nicht, aber er ist gut."

Gibt es objektive Kriterien bei Film, Musik, Malerei?
Oder ist es immer notwendig, daß den Zuschauer, Hörer, Betrachter das, was er sieht persönlich interessiert und anspricht?

Gibt es geeignete Beispielfilme, an denen man diese Diskussion führen könnte?

Bin mal gespannt, was da von euch so kommt...

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8. August 2002 um 14:26

Kein Besipielfilme...
aber ich denke, dass man etwas nur schwer "objektiv" beurteilen kann, denn es hat auch jeder seine eigene Vorstellung von Moral etc. was zu einer Kritik nun auch noch zu beachten ist.
Von daher denke ich, dass da persönliche Betrachten eine Rolle spielt.
Objektiv gesehen gibt es auch meiner Meinung nach nichts gutes oder schlechtes, da jeder Mensch für sich persönlich definiert, ob es gut oder schlecht war was jemand getan hat, oder was geschehen ist!
Ich habe schon einmal an einer längeren Diskussion über dieses Thema teilgenommen, und zwar hatten wir in der Schule eine Projektwoche zu dem Thema Gewalt, und ich hatte das Thema Kino& Gewalt. Bei diesem Workshop hat uns ein KInokritiker begleitet, was ich persönlich sehr aufschlußreich fand!
Viele Grüße!
étoile filante

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8. August 2002 um 19:19

´Nun...
ich habe da ein ganz kontreten Fall! Es betrifft meine eigenen Fotos, die ich so mache.

Habe da mal einige Fotos von Häuserfronten gemacht, und die Meinungen sind so verschieden.

Die meisten finden die Bilder komisch, sagten, ob ich denn nix besseres zu tun hätte, als mit langweiligen Fenstern einen Film voll zu knipsen !

Aber es gibt ein paar Leute, die die "Kunst" dahinter gesehen haben.

Ich schreibe es mit Absicht in "..." weil ich denke, das jeder einen anderen Geschmack hat. Was für die einen Kunst ist, ist für andere nix-sagend und langweilig.

Ein Film, der Kult sein soll fällt mir gerade ein !

"Easy Rider " - den halten viele für Kult. Ich habe diesen Film mal versucht zu sehen, aber ich fand ihn so langweilig, das ich nach 10 Minuten wieder ausgemacht habe !

"The Wall" mit der Musik von Pink Floyd ( weiß nicht mal wie man das schreibt ) der ist auch Kult. Den habe ich gesehen und fand ihn ganz gut, aber ... hmmm .... kann mich jetzt kaum an ihn erinnern.

Ich denke, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters !

Objektivität gibt es dabei wohl nicht !

LG von einer nachdenklichen Romara

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8. August 2002 um 19:37

Ich LIEBE Filme...
...ich denke passend für Disskussionen sind besonders die typischen Männer/Frauenfilme...

Männer werden selten verstehen, was wir an Schlaflos in Seattle etc. so lieben ,
gegensätzlich dazu wird es für uns schwer sein zu verstehen, was Männer so an From Dusk til dawn fasziniert ( da George Clooney garantiert NICHT ihr Beweggrund ist ! )

Ich denke, daß einen der Film bzw. der HIntergrund schon interessieren sollte, allerdings habe ich vor kurzem durch Zufall ( bei einer Sneak-Preview) "Wir waren Helden" gesehen.
Kriegsfilme etc. sind normalerweise absolut nicht mein Fall, aber der Film war so gut gemacht, weshalb ich ihn trotzdem weiterempfehlen würde, auch wenn er meine persönlichen "Normalgeschmack" nicht entspricht !

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8. August 2002 um 21:16

Handlung
Hallo!

Ich beurteile Filme immer nach der Handlung.

ZB: Der 6. Sinn ist mein Lieblingsfilm. Es war fuer mich total verblueffend, dass man einen Film drehen kann, wo die Zuschauer niemals merken, dass der Hauptdarsteller eigetnlich den ganzen Film ueber mit keinem Menschen redet.

Ein anderes Beispiel ist "Enough" mit Jennifer Lopez, wird wohl in Deutschland unter "Genug" laufen. Dieser Film ist von der Handlung her spitzenmaessig.

Also fuer mich hat ein guter Film hat eine gute Handlung.

Bei Musik zaehlt fuer mich der Rhytmus, und bei der Malerei zaehlt der 1. Blick. Ein Bild muss mich magisch anziehen.

LG, meinereiner

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8. August 2002 um 23:31

Hi
Also ich denke, daß es keine objektive Bewertung geben kann, da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind.

Ich kann mit Kunst zum Beispiel überhaupt nichts anfangen, ich habe keinen Bezug dazu. Da kannst Du mir ein X für ein U vormachen, ich würde es schlucken ohne mit der Wimper zu zucken.

Und bei einem Film muß mich auch die Handlung ansprechen.
Ich bin auch schon in Filme gegangen, die von den Kritikern hochgelobt worden sind, oder die mir von Freunden empfohlen wurden, und habe mich zu Tode gelangweilt Und ich habe Filme gesehen, die zerissen worden sind und mir haben sie gefallen. Hatte ich nun einen schlechten Geschmack ? *fragend schaut*

Mit der Musik verhält es sich ebenso.
Ich höre mir viele Stile an, aber ich bevorzuge ganz klar "handgemachte Musik" also Rock, Hardrock, Pop.
Zu Techno und Trancemusik und Dancefloor habe ich kaum oder keinen Bezug, was aber nicht heißen soll, daß ich alles davon schlecht finde, oder sage, daß diese Leute keinen Geschmack haben, (auch wenn ich es für mich nicht nachvollziehen kann, daß man sich das nächtelang anhören kann)*kopfschüttelt*

Es liegt halt immer im Auge des Betrachters, was er gut und was er schlecht findet. Und schlimm wäre es doch, wenn alle denselben Geschmack hätten. Dann gäbe es doch nichts mehr zu diskutieren.

Liebe Grüße
Buffy

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11. August 2002 um 11:52

Ich persönlich denke,
daß alles, was in den Bereich "Kultur" fält, immer Geschmackssache ist.

Es gibt sicher Filem, Bücher, Bilder, Musik, die so gut sind, daß sie von nahezu allen Menschen als eben "gut" empfunden werden, auch wenn es nicht unbedingt dem eigenen Geschmack entspricht.

Genauso gibt es Dinge, die rein handwerklich so schlecht gemacht sind, daß nur wenige Menschen sie als gut oder schön empfinden.

Aber der größte Teil, ein riesiges Mittelfeld, fällt wohl in den Bereich der persönlichen Vorlieben.

Wo sollen denn auch die Kriterien für ein objektives Urteil herkommen?
Selbst, wenn jemand festlegt, unter welchen Umständen etwas gut oder schlecht ist, sind daß doch ganz persönliche Kriterien, die für einen anderen Menschen vielleicht gar nicht nachvollziehbar sind!

Dazu habe ich persönlich den Eindruck, daß alles als Kunst bezeichnet wird, das niemand versteht.
Wenn man es nicht einordnen kann, muß es wohl Kunst sein - und das regt mich gaaaanz oft auf!

Ich möchte dazu ein Beispiel aus der Literatur geben: "Finnegans Wake" von James Joyce.
Hat jemand mal versucht, das zu lesen???
Angeblich eines der bedeutendsten Werke des letzten Jahrunderts - von nahezu allen Kritikern so eingeordnet.
Dabei ist es einfach nur unsinnig, sterbenslangweilig, schrecklich konstruiert - zumindest aus meiner Sicht!

Ich glaube, es gibt viele Autoren, die zuhause sitzen und sich darüber kaputt lachen, daß ihr Schwachsinn so hochgelobt ist, weil ihn niemand verstanden und als Schwachsinn eingeordnet hat!

Von Arthur Miller ist bekannt, daß er sich offen darüber amüsert hat, was die KLritiker alles in seine Werke interpretiert haben. Lauter Dinge, die er beim Schreiben überhaupt nicht bewußt so formuliert hat.
Da werden Metaphern gesehen, wo keine sind, da wird gedeutet, wo nichts zu deuten ist.
Und schon wird aus einem Mittelklasse-Geschreibsel hohe Kunst!

Liebe Grüße, harter Kern

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11. August 2002 um 14:54

Harte Nuss...
Ich weiß, liebe Temptress.

Gerade deshalb, weil ich da selbst auf keine vernünftige Definition komme, habe ich es hier mal zur Diskussion gestellt.

Ich hoffe, wir reden noch ein wenig drüber!

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11. August 2002 um 16:00
In Antwort auf megan_12750002

Ich persönlich denke,
daß alles, was in den Bereich "Kultur" fält, immer Geschmackssache ist.

Es gibt sicher Filem, Bücher, Bilder, Musik, die so gut sind, daß sie von nahezu allen Menschen als eben "gut" empfunden werden, auch wenn es nicht unbedingt dem eigenen Geschmack entspricht.

Genauso gibt es Dinge, die rein handwerklich so schlecht gemacht sind, daß nur wenige Menschen sie als gut oder schön empfinden.

Aber der größte Teil, ein riesiges Mittelfeld, fällt wohl in den Bereich der persönlichen Vorlieben.

Wo sollen denn auch die Kriterien für ein objektives Urteil herkommen?
Selbst, wenn jemand festlegt, unter welchen Umständen etwas gut oder schlecht ist, sind daß doch ganz persönliche Kriterien, die für einen anderen Menschen vielleicht gar nicht nachvollziehbar sind!

Dazu habe ich persönlich den Eindruck, daß alles als Kunst bezeichnet wird, das niemand versteht.
Wenn man es nicht einordnen kann, muß es wohl Kunst sein - und das regt mich gaaaanz oft auf!

Ich möchte dazu ein Beispiel aus der Literatur geben: "Finnegans Wake" von James Joyce.
Hat jemand mal versucht, das zu lesen???
Angeblich eines der bedeutendsten Werke des letzten Jahrunderts - von nahezu allen Kritikern so eingeordnet.
Dabei ist es einfach nur unsinnig, sterbenslangweilig, schrecklich konstruiert - zumindest aus meiner Sicht!

Ich glaube, es gibt viele Autoren, die zuhause sitzen und sich darüber kaputt lachen, daß ihr Schwachsinn so hochgelobt ist, weil ihn niemand verstanden und als Schwachsinn eingeordnet hat!

Von Arthur Miller ist bekannt, daß er sich offen darüber amüsert hat, was die KLritiker alles in seine Werke interpretiert haben. Lauter Dinge, die er beim Schreiben überhaupt nicht bewußt so formuliert hat.
Da werden Metaphern gesehen, wo keine sind, da wird gedeutet, wo nichts zu deuten ist.
Und schon wird aus einem Mittelklasse-Geschreibsel hohe Kunst!

Liebe Grüße, harter Kern

Guter Beitrag!!
Du hast da ein wichtiges Wort erwähnt, das zum Streitpunkt in dieser Diskussion werden kann:
"Handwerk"
Ist Kunst ein erlernbares Handwerk mit festen Regeln?
Kommt Kunst von können?
Ist es nicht eher schon faschistisch, mit handwerklichen Maßstäben Kunst einschränken, beschreiben und gar "bewerten" zu wollen?

Warum ist es nicht ebenso "gut", einen Film komplett mit ner Hi8 zu drehen, die man auch noch die ganze Zeit schief hält?
Mit welchem Anspruch macht man Filme?
Mit welchem Anspruch schaut man sie sich an?

Wir haben in Europa eine seltsame Kultur.
Unsere gesamte Kunst dient vornehmlich der Unterhaltung.
Selbst die, die wir heute als Helden betrachten (Bach etc.), waren zu ihrer Zeit nicht mehr als Handwerker, die wöchentlich ihre Arbeit abzuliefern hatten. Bach hat die meisten seiner Werke vernichtet, nachdem sie gespielt wurden.
Er sah es nicht als etwas großes, künstlerisches an - es war halt sein Job.

In Afrika ist das anders und auch in diversen Subkulturen (z.B. HipHop) taucht das Kriterium "Unterhaltung" erst durch die Kommerzialisierung auf.
In den Ursprüngen hatte die Musik dort eine gesellschaftliche Bedeutung, die alles sprengt, was wir in dieser Hinsicht hier bei uns mit unseren lustigen Musikanten haben.
Germanys Finest DJ Marius No.1 sagte mal in einem Interview: "Eigentlich ist alle Kunst auch politische Kunst, es ist illusorisch zu sagen 'Ich habe keine politische Aussage in meinen Texten und mache dadurch auch keine Politik.' Gerade auch DAS ist eine klare politische Aussage, nur geht sie meines Erachtens in die schlimmste Richtung, die ja hier gerne von den Medien unterstützt wird."

Ich bin übrigens auch der Meinung, daß sich die meisten hochgeschätzten Künstler nicht viel bei ihrem Zeugs denken und sich totlachen, wenn ihre Werke "interpretiert" werden...
Aber eigentlich ist es doch schade, oder?

MfG,

SeppTember

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