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Es gibt keine Meinungsfreiheit wenn es um den Islam geht!

23. Mai 2008 um 13:12

Hallo zusammen,

nachdem ich vor ein paar Wochen das Kulturforum hier entdeckt und drin rumgestöbert habe, frage ich mich, wie Menschen sagen können, im Namen des Islam gibt es nichts schlimmes, wer doch was tut was lt. westlichem Verständnis nicht io ist (zb.Ehrenmord) heißt es, dieser Mensch ist kein richtiger Muslim und das nicht Islam.

Daher liegt es mir am Herzen mal die Geschichte über den Studenten, Sayed Pervez Kambaksh, der in Afghanistan zum Tode verurteilt wurde, weil er folgenden Text aus dem Internet kopiert und an der Uni zwecks Diskussion verteilt hat, zu reden.
Das ist der Text der ihm zum Verhängnis wurde.

Text:
Mohammed hat oft gesündigt. Mohammed unterdrückte Frauen. Der Koran stellt Frauen dar, als wären sie nicht ganz richtig im Kopf. Der Islam ist eine Religion gegen Frauen.Der Koran rechtfertigt Mohammeds Sünden. Wenn Mohammed etwas haben wollte, sang er eine Sure und behauptete dann, sie käme von Allah. Alles, was ihm nicht gefiel, hat er einfach verboten.Alles was ihm gefiel, erlaubt.Das ist ein Witz. Das ist das wahre Gesicht des Islam, Allahs und Mohammed.

Dies ist der Kommentar des afghanischen Justizminister, Sarwar Danish, zu dem Fall:
"Diese Person ist ein junger Student. Ein Radikaler, der nicht überlegt, was er tut. Er hat Dinge veröffentlicht, die gegen unsere Religion sind. Der Koran wird von allen Muslimen verehrt und respektiert. Unbegründete, feindselige Angriffe sind deshalb nicht zumutbar für Muslime. Die Angriffe sind als Gotteslästerung zu bewerten und zu bestrafen. Gotteslästerung ist unzulässig, dies ist überall auf der Welt so, sicherlich auch in Deutschland.Das Urteil wird bald von der zweiten Instanz geprüft, am Ende trifft der Präsident Karzai eine Entscheidung."

der Richter zu dem Fall:
"Es gibt keine andere Möglichkeit als die Todesstrafe. Wer solch eine Tat begeht, hat die Todesstrafe verdient. Er hat die Religion von vielen Millionen Menschen beleidigt, ohne Rücksicht auf den nationalen Frieden.Die Beleidigung einer Religion ist eine Straftat und hat mit Religion nix zu tun.

afghanishe Verfassung:
in Artikel 34 heißt es, dass die Meinungsfreiheit unverletztlich ist.In Artikel 1, dass Afghanistan eine islamische Republik ist und Artikel 3 schreibt vor, dass kein Gesetzder heiligen Religion des Islam widersprechen darf. Die Probleme beginnen wenn Gott ins Spiel kommt.

Ich habe diesen Bericht aus dem aktuellen Spiegel und ich finde das was ich gelesen habe sehr erschütternd. Seit Jahren versuchen westliche Truppen dort den Menschen zu helfen, sie gegen die Taliban zu schützen aber die Werte die im Westen herrschen, scheinen dort gar nicht erwünscht zu sein. Trauirg, dass Bush mit dem Karzei so dicke ist. Das zeigt einem auch nur, dass der Bush nur seine Interessen sieht, aber wenigstens hat sich die Rice eingeschaltet...
Der Student kann froh sein, einen engagierten Bruder zu haben, der die westlichen Medien eingeschaltet hat, vielleicht kommt er doch noch mit dem Leben davon.

Die Nachrichten die einem aus muslimischen Ländern erreichen zeigen einem, wie das Leben in einem Gottesstaat ist. Wen wundert es dann noch, wenn die Stimmen immer lauter werden, den Einfluss der Muslime gering zu halten?

Ist Euch klar, das jeder einzelne der hier postet in einem anderen Land um sein Leben fürchten muss???????
Erschreckend. Und deshalb bin ich der Meinung, dass jeder der so leben möchte, dies gerne tun kann aber dies dann bitte auch dort tut, wo der Islam herkommt und nicht hier.

lg


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23. Mai 2008 um 13:34

Wenn...
... es nicht so ein ernster fall wäre, könnte man den kommentar des afghanischen justizministers nur belächeln. gotteslästerung ist überall auf der welt unzulässig? wie weltfremd ist dieser mensch denn? also ich denke schon, dass ich zum nächsten pfarrer gehen kann, um ihm zu sagen, dass gott ne witzfigur ist, ohne dass ich gleich am nächsten baum aufgeknüpft werde.

>>>Unbegründete, feindselige Angriffe sind deshalb nicht zumutbar für Muslime.<<<

und ehe jemand eine begründung dafür findet, wird er lieber gleich hingerichtet? auweia! wovor haben die nur so eine angst?

hoffentlich kann dem studenten geholfen werden. sowas gibt es doch gar nicht! unvorstellbar...

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24. Mai 2008 um 10:57

Mohamett, wie wäre es...
... mal mit deiner eigenen Meinung???? Die Zeilen hier habe ich - nahezu wortwörtlich - schon mindestens zwanzig Mal gelesen!
Viele der sogenannten Islam-Kritiker (ein schicker neuer Begriff für primitiven Rassismus, so scheint es manchmal!) machen sich dadurch nur noch lächerlich, dass sie ihren Senf wortwörtlich von irgendwelchen Islam-Experten, die keine sind, abkupfern!

Also, lieber Mohamett, kämpfe ruhig weiter auf diese primitive Art und Weise! Damit hilfst niemandem außer dem Islam! "Blosszustellen" (nette Schreibweise !) tust du nur dich selbst mit deinen abgekupferten Ergüssen!

(Merke: Wen ich schohn apschreiben tu, solte ich das wenikstens sorkfeltik unt one Schreiprechtfeler tuhn!!!)

Bei dir habe ich in 10 Zeilen allein 34 Rechtschreibfehler gezählt! Peinlich, peinlich, aber sehr aussagekräftig! Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Leute eigene Charakterzüge, Neigungen und geistige Defizite auf andere Personen übertragen, deren Namen sie noch nicht einmal buchstabieren können...


Era

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24. Mai 2008 um 12:13

Seit Jahren versuchen westliche Truppen dort den Menschen zu helfen, sie gegen die Taliban zu schütz
"Seit Jahren versuchen westliche Truppen dort den Menschen zu helfen, sie gegen die Taliban zu schützen aber die Werte die im Westen herrschen, scheinen dort gar nicht erwünscht zu sein"

Was würdest Du sagen wenn man umgekehrt hier helfen wollte auf die gleiche Art um
islamische Werte einzuführen.


Kein Staat läßt es zu, dass man ihn versucht kaputt zu machen. Und in einem (mehr oder weniger) islamischen Staat ist es logisch nicht erlaubt Menschen mit Lügen gegen Islam aufzuhetzen. Möge Allah ihn rechtleiten.

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24. Mai 2008 um 20:23

DAs kann doch wohl nicht wahr sein
Es sind Lügen die verbreitet werden? DU tickst doch nicht richtig oder kannst die Realität nicht mehr wahrnehmen. ES SIND TATSACHEN!
Du und deine Betschwestern reden sich solche Taten wie z. B. oben schön, weil ihr von eurer Religion so verblendet seid und dumm. Ihr habt aber auch gar nichts im Leben als euch einzubilden das es ein ALlah gibt...ihr seid so armsellig.

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24. Mai 2008 um 22:25

Ich finds
echt schön, dass es auch positive beispiele gibt

wie erklärt man denn aber, dass anscheinend ausschließlich in islamischen ländern ehrenmord existiert? liegt es einfach an mangelnder entwicklung der länder? was ist dann aber mit den hier lebenden? orientieren die sich zu sehr an ihrem herkunftsland? ich mein, ich kann doch auch nicht mitten auf ner straße in new york ne flasche klaren auspacken und trinken, nur weil das bei uns geduldet wird. ich weiß, dass das dort verboten ist, also lass ich es bleiben.

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24. Mai 2008 um 22:51

@mellilein1986
Hallo mellilein1986,
doch, leider hat das alles sehr wohl mit der Religion zu tun. Verbrechen die bei uns sttfinde - da berufen sich die Täter nicht auf die Religion. Bei muslimischen Mitbürgern ist es anders, es ist nun mal eine Tatssache das muslimische Männer Frauen anders sehen un betrachten als bei uns. Ist ja super, das du andere Erfahrungen gemacht hast, aber sei dir mal sicher das es eher die Ausnahme ist. Wenn man sich so einige Frauenhäuser anschaut, da vergeht dir einiges.......

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25. Mai 2008 um 16:51

Es...
... wäre wirlich an der zeit, dass die "guten" moslems mal aufstehen und etwas gegen den rufmord, den ihre schlechten glaubensbrüder über sie bringen, tun. ich verstehe gar nicht, wie sie sich sowas gefallen lassen können. islamische menschen gehören zu den menschen, die am meisten wert auf ihren stolz und ihre ehre legen. die werden doch dort an erster stelle zerstört. man klagt menschen an, die etwas gegen den islam sagen aber tut nichts gegen die, die weltweit ein falsches bild bringen.

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25. Mai 2008 um 17:41
In Antwort auf scarysacred

Es...
... wäre wirlich an der zeit, dass die "guten" moslems mal aufstehen und etwas gegen den rufmord, den ihre schlechten glaubensbrüder über sie bringen, tun. ich verstehe gar nicht, wie sie sich sowas gefallen lassen können. islamische menschen gehören zu den menschen, die am meisten wert auf ihren stolz und ihre ehre legen. die werden doch dort an erster stelle zerstört. man klagt menschen an, die etwas gegen den islam sagen aber tut nichts gegen die, die weltweit ein falsches bild bringen.

Allah kann niemand nicht schaden
"die werden doch dort an erster stelle zerstört."

Und auch dem Islam kann man nicht wirklich schaden. Denn gerade durch diese einseitige Berichterstattung über Muslime und dass die Menschen anderseits Muslime in ihrem Umfeld ganz anders erleben,

gerade das ist es was wiederum viele nachforschen läßt über Islam und dann folgt früher oder später dass sie den Islam annehmen.

Ganz gleich was man über oder gegen Islam verbreitet, Allah ist über allem erhaben. Ist das gleiche als wollte man die Sonne schlagen.

In erster Linie schaden sich diejenigen die den Islam nicht sehen können oder wollen wie er wirklich ist sich selber. Erst mal weil ihnen das Wunderbarste verlorengeht, sie wissen ja nicht mal was es ist, Allah läßt ihre Herzen zu wenn sie sich stur stellen oder sogar gegen Islam handeln. Damit meine ich diejenigen die gegen Islam hier und anderswo ihre Propaganda verbreiten. Zufälligerweise erinnert das an alte Zeiten in Deutschland .... Damals waren es die bösen Juden.

Darum sollte jeder selber gucken was ist Islam statt "rufzumorden", denn für diese Taten ist ER es der später vor Allah gerade stehen wird.

Meinst Du Christen haben ein besseres Bild?!

Es wurden mal Untersuchungen gemacht bei den Fernsehsendern. Und es ist so, dass die Berichterstattung das Bild verzerrt. Warum? Das weiß am besten Allah.

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25. Mai 2008 um 17:59

Das Islam-Bild in Magazin- und Talksendungen
von ARD und ZDF
In der Studie Das Gewalt- und Konfliktbild des Islams bei ARD und ZDF
untersuchen Prof. Dr. Kai Hafez und Carola Richter die Thematisierungsanlässe des Islams in
den Magazin- und Talk-Sendungen dieser beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehsender. Die
Bedeutung der Reflexion und Diskussion des Islambildes der Medien liegt dem
Einleitungstext der Studie zufolge darin, dass die von den Massenmedien bereits geschürte
Angst der deutschen Bevölkerung vor dem Islam den Gesellschaftsfrieden gefährden
könnte.
Vor dem Hintergrund, dass die ausgewählten Programmformate (Magazinsendungen,
Talk-Shows, Reportagen und Dokumentationen) für die Vertiefung von Kenntnissen im
Bereich gesellschaftlich relevanter Fragestellungen konzipiert werden und ARD und ZDF
zudem, ihrem Programmauftrag folgend, der politischen Bildung dienen sollten, wurden 133
Sendungen und Einzelbeiträge im Zeitraum von Juli 2005 bis Dezember 2006 dahingehend
untersucht, in welchem Zusammenhang sie den Islam thematisierten (vgl. Richter, Hafez,
2007: 2).

2.1.
Die Themenagenda
Durch die Untersuchung von Hafez und Richter ließen sich neun verschiedene
Themenkategorien in der Islam-Agenda von ARD und ZDF festmachen: 1) Terrorismus/
Extremismus, 2) Internationale Konflikte, 3) Religiöse Intoleranz, 4) Fundamentalismus/
Islamisierung, 5) Frauen/Unterdrückung/Emanzipation, 6) Integrationsprobleme,
7) Menschenrechte/Demokratie, 8) Alltag/Soziales und 9) Kultur/Religion. Es lässt sich
bereits erkennen, dass die meisten dieser Themenkategorien negativ konnotiert sind. Folgende
Ergebnisse brachte die Studie hervor: Am häufigsten brachten Deutschlands größten
öffentlich-rechtlichen Fernsehsender den Islam in ihren Magazin- und Talksendungen mit
Terrorismus/Extremismus in Verbindung (23%), gefolgt von internationalen Konflikten
(17%), die sowohl gewaltfreier als auch gewalttätiger Art waren, wie zum Beispiel der
Libanonkrieg oder der Karikaturenstreit. Viel beschäftigten sich die untersuchten Sendungen
auch mit Integrationsproblemen (16%) der in Deutschland lebenden Muslimen, man denke an
den deutschen Widerstand gegen Moscheenbauten oder an Asylprobleme. Religiöse
Intoleranz (10%) wurde unter anderem anhand verfolgter Christen im Nahen Osten
thematisiert. Neben dem Fundamentalismus und der Islamisierung (7%) waren die
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Unterdrückung und die Emanzipation von Frauen (4%) sowie die Sparte der Menschenrechte
und der Demokratie (4%) ebenfalls Teil der Themen mit einer negativen Ereignisvalenz.
Neutrale oder positive Berichterstattung fand ausschließlich sowohl in dem Bereich Alltag
und Soziales (8%) als auch in dem Bereich Kultur und Religion (11%) statt. In der Summe
ergibt sich daraus, dass von den 2005 und 2006 untersuchten 133 Sendungen 81% negativ
konnotiert waren und sich insgesamt nur 19% Berichterstattung über neutrale bzw. positive
Ereignisse ausfindig machen ließ (vgl. Hafez, Richter, 2007: 3-5).
Da die ARD in ihrem Programm über mehr relevante Sendungen verfügt, findet dort
prinzipiell eine größere Thematisierung des Islams statt als im ZDF. Der jeweilige Anteil der
Negativagenda ist jedoch trotzdem nahezu identisch.
So fassen Hafez und Richter zusammen: Das Islambild dieser Formate bei ARD und
ZDF ist ein zugespitztes Gewalt- und Konfliktbild, das den Eindruck vermittelt, dass der
Islam weniger eine Religion als viel mehr eine politische Ideologie und einen
gesellschaftlichen Wertekodex darstellt, der mit den Moralvorstellungen des Westens
kollidiert. (Hafez, Richter, 2007: 5).
2.2.
Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Angaben in Prozent, Daten von 01.07.2005-31.12.2006
Gesamtzahl der relevanten Sendungen bzw. Beiträge: n=133
(Quelle: Hafez, Richter, 2007: 3)


Aus ihren Ergebnissen ziehen Hafez und Richter diverse Schlussfolgerungen.
Zunächst lässt sich festhalten, dass das Islam-Bild bei ARD und ZDF wegen der Darstellung
überwiegend negativer Ereignisse noch keinen Vorbild-Charakter vorweisen kann. Zur
Verbesserung dieser Tatsache muss dem Islam jedoch nicht mehr Aufmerksamkeit gewidmet
werden, sondern eine andere Art der Zuwendung wäre wünschenswert. Verglichen mit
anderen Religionen, wird der Islam sogar so sehr beachtet, dass an einem bestimmten Punkt

vor einer übertriebenen Islamisierung der Medienagenda gewarnt werden muss

(Hafez, Richter, 2007: 6). Bemängelt wird zudem, dass keine entsprechende Einordnung in die
regionalen und kulturellen Hintergründe von Ereignissen vorgenommen wird. Als Beispiel
wird angebracht, dass die Ursachen für Gewalt gegenüber Frauen nicht ausschließlich in den
Werten und den Institutionen des Islams zu finden sind, sondern oftmals in komplexeren
Gesellschaftspraxen begründet sind (Hafez, Richter, 2007: 6).
Nicht die Präsentation von Konflikten an sich ist problematisch, denn es stimmt, dass
ein großer Teile der weltweit lebenden Muslime zurzeit sowohl politische als auch
gesellschaftliche Probleme zu bewältigen haben, mit denen oftmals Gewalttätigkeit
einhergeht, sondern die starke Konzentration auf diese Phänomene zeugt von einer extrem
einseitigen, zu bemängelnden Betrachtung.

DADURCH, dass DAS NORMALE, ALLTÄGLICHE lltägliche des ISLAMS dem ZUSCHAUER ORENTHALTEN WIRD, entsteht der undifferenzierte und sehr vereinfachte
Eindruck, der Islam und der Westen befänden sich in einem Kampf der Kulturen. Für diese
populäre Ansicht über das Verhältnis zwischen dem Islam und dem Westen finden sich in der
Wissenschaft jedoch kaum Belege. Ein neuer Pluralismus, der bei der Themenauswahl das
gesamte Spektrum des Islams berücksichtigt und dadurch dazu in der Lage ist, einen breiten
Überblick über diese Religion zu geben, wäre für die zukünftige Berichterstattung
wünschenswert (vgl. Hafez, Richter, 2007: 7).
Bleibt man jedoch im Bereich der gewaltorientierten Berichterstattung, so finden sich
auch innerhalb dieser Ungleichgewichte wieder. So wird beispielsweise die Gewalt autoritärer
Staaten, gegen die sich der Terror von Islamisten Ergebnissen der vergleichenden
Konfliktforschung zufolge oftmals richtet und durch die er quasi hervorgerufen wird, zu
wenig beachtet (Hafez, Richter, 2007: 7). Dies wird vor allem daran deutlich, dass die
Themenkategorie Menschenrechte/Demokratie nur 4% des untersuchten Programms
ausmacht, obwohl in ihr vermutlich einige Beweggründe des Terrorismus, der immerhin 23%
ausmacht, zu finden wären.


Des Weiteren wird der Islam in den deutschen Medien auf die Einflussmöglichkeiten,
die er gegenüber dem Westen hat, reduziert. Es existiert ein Eurozentrismus, der dem
Rezipienten vorenthält, welche intrakulturellen und innergesellschaftlichen Debatten und
Probleme die Welt des Islams ausmachen und beeinflussen. An die Stelle der Vermittlung von
globalem Orientierungswissen tritt stattdessen die Erläuterung der Gefahren, die für die
westliche Gesellschaft vom Islam ausgehen (vgl. Hafez, Richter, 2007: 8)
.
Insgesamt betrachtet werden ARD und ZDF ihrem Programmauftrag bei der Islam-
Berichterstattung nicht gerecht, da das

präsentierte Islam-Bild in vielerlei Hinsicht
unausgewogen und einseitig ist, wodurch laut Hafez und Richter die in der Bevölkerung
bereits vorhandene, demoskopisch messbare Angst vor dem Islam weiter geschürt wird und
das Miteinander der Kulturen behindert wird. Aufgrund der Meinungsführerschaft von ARD
und ZDF ist eine Revision des Islam-Bildes besonders bedeutungsvoll, da zu erwarten ist,
dass von ihr vermutlich erhebliche gesellschaftliche Impulse ausgehen würden (Hafez,
Richter, 2007: 8). Hilfreich wäre hierbei die Teilnahme von Muslimen an der
Programmgestaltung und -beaufsichtigung, so dass die aktuelle Diskussion über eine
Vertretung muslimischer Organisationen in den Verwaltungs- und Rundfunkräten zu
begrüßen ist (vgl. Hafez, Richter, 2007: 9).

3.
Das Islam-Bild im Spiegel 2006
In den 60 Jahren seiner Existenz hatte der Spiegel stets sowohl Gegner als auch
Befürworter, enthüllte den ein oder anderen Skandal und wurde des Öfteren kontrovers
diskutiert. Erfolg hatte er jedoch nahezu immer und so ist er heute eines der bedeutendsten
und einflussreichsten Printmedien Deutschlands. Wie nutzt der Spiegel seine Stellung in den
Massenmedien nun bezüglich des Islams? Will er ein bestimmtes Bild vermitteln, möchte er
unterhalten oder liegt ihm an der genauen Wiedergabe von gesellschaftlichen Tatsachen?
Zur (teilweisen) Beantwortung dieser Fragen wurde die Islam-Berichterstattung in 35
Ausgaben des Spiegel-Jahrgangs 2006 auf ihre Ereignisselektivität hin untersucht. 71 Artikel
wurden in die neun, von der ARD-ZDF-Studie bereits bekannten, Themenkategorien
eingeordnet (siehe hierzu Tabelle 1).
An dieser Stelle sei erwähnt, dass einige Artikel sicherlich in mehrere Kategorien
gepasst hätten. So zum Beispiel der Artikel Der Krieg der Bilder, der von den Folter-Fotos
aus Abu Ghraib berichtet. Zum einen thematisiert er Menschenrechtsverletzungen, zum
anderen hat er den internationalen Konflikt zwischen Teilen der irakischen Bevölkerung und


der amerikanischen Besatzungsmacht verschlimmert. In dieser und vergleichbaren Situationen
fand die Einordnung in die wichtigere Kategorie, die den größeren Bezug zum Islam hatte,
statt. In diesem Fall die des internationalen Konflikts, da die Menschenrechts-Verletzungen
nicht durch Mitglieder des Islams, sondern durch amerikanische Soldaten begangen wurden.
Ähnlich wurde mit Artikeln vorgegangen, die zweierlei Aussagen beinhalteten, beispielsweise
Mohammeds stille Armee, ein Bericht über Hilfe für pakistanische Erdbebenopfer durch
fundamentalistische Muslime. Die Hilfe wird gelobt, doch letztendlich wird der Schluss
gezogen, dass sie rein berechnend sei, um so weitere Anhänger des Fundamentalismus zu
gewinnen. Demnach erfolgte eine Einordnung in Fundamentalismus/Islamisierung. In der
Kategorie zu Integrationsproblemen, lassen sich zwei Artikel finden, die an sich über positiv
zu bewertende Integrationsversuche berichten, jedoch die Schwierigkeit und Problematik
selbiger ebenso erwähnen. Auffällig ist zudem, dass bei der Spiegel-Analyse keinerlei
Einordnung in die Kategorie Alltag/Soziales stattfand, was an der subjektiven Interpretation
dessen, was alltäglich bzw. sozial ist, liegen könnte. Ereignisse, die für diese Kategorie in
Betracht kamen, schienen stets besser in eine der anderen Kategorien zu passen.
3.1.
Themenagenda
Terrorismus und Extremismus sowie internationale Konflikte (je 24%) nehmen
gemeinsam nahezu die Hälfte der Islam-Berichterstattung im Spiegel für sich in Anspruch

Das Islam-Bild im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und im Spiegel:
http://www2.kommunikationswissenschaft-erfurt.de/u-ploads/juliane_binder_spiegel.pdf

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27. Mai 2008 um 11:24

Danke!
Meine Meinung!
Vieler Meinung.
Zurück in eure islamischen Länder.
WAS wollt ihr hier?
Unter Ungläubigen???
Es steht euch frei, dahin zu gehen, wo euer "Glauben" praktiziert wird.
Tschüss!!!

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