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Ein markantes Thema in der vollen Blüte des Lebens: Testament

18. Februar 2005 um 19:07

Griaßts eich!

Nach langer Abwesenheit und Vernachlässung von meinem geliebten Teddybären , werde ich euch nun wieder belästigen!

Als Erstes mit einer Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt.

Wie handelt (gesprochen: händelt) ihr das denn?
Erachtet ihr es als notwendig, im jungen Alter, in Bestform, in absolut "ungefährlicher" Situation ein Testament zu schreiben?

Ich finde schon. Denn es kann doch jeden jederzeit treffen und deshalb finde ich, sollte man GERADE in diesem Alter ein Testament schreiben. Denn in diesem Alter ist die Wahrscheinlichkeit doch viel höher, plötzlich aus dem Leben gerissen zu werden durch Unfall, teils Selbstmord etc.

Die Todesfälle im Alter sind ja dann doch eher auf Krankheiten zurückzuführen, während dieser man ja noch die Möglichkeit hat, ein Testament zu verfassen.

Also ich werde eins schreiben, es versiegeln und einer "Person des Vertrauens" den Aufbewahrungsort sagen. Damit wenigstens jemand weiß dass es überhaupt ein Testament gibt.

Ich würde mich mit Testament sicherer fühlen, weil es zu geklärten Verhältnissen sehr viel beiträgt.
Und was die Mitmenschen nach dem Tod wohl noch am wenigsten gebrauchen können, ist, sich Gedanken über materielle Dinge machen zu müssen, weil sie glauben, dass das Verrat wäre und ein schlechtes Gewissen haben. Was sie aber nicht haben brauchen, denn es ist ja normal, dass auch Materielles geklärt werden muss.

Und keiner soll aus "Anstand" irgendetwas nicht "annehmen" - und das ist ein Punkt, den ich auch mit reinschreiben werde.
Das wäre nicht im Sinne des "Erfinders" - also mir wenn irgendeiner die Pläne meines Testaments durchkreuzt und plötzlich Geld/ Ware übrigbleibt, um das sich die Leute wieder streiten/ bzw. aus Anstand nicht streiten wollen.

Falls das aber einer so macht, bekommt eine neutrale Person, zB ein Tierheim oder irgendwas in der Richtung den Erlös und nicht die "Mitstreiter".

Ich würde jedem Elternteil exakt den gleichen Anteil "vermachen", alles andere regt nur zu sehr zum Nachgrübeln des "Warums" an. Oder wie macht ihr das?

Der nächste Punkt sind die Dinge, die man schon immer sagen wollte, das aber aus bestimmten Gründen unterlassen hat.

Irgendwelche Antworten auf offengebliebene Fragen.
Wenn sich einer gewundert hat, warum ich dieses und jenes mache, dann würde ich es reinschreiben, damit er es endlich weiß. Denn offene Fragen, wenn jemand stirbt sind mit das schlimmste, weil man weiß, dass man es jetzt nie erfahren wird. Das Testament verhindert das.

Geht natürlich nur um langfristige Fragen.

Ich würde einer bestimmten Person eine Reise mit seiner/m Partner/in in ein bestimmtes Land spendieren.
Jeder würde sich wundern warum ich das tue. Vielleicht schreibe ich den Grund mit rein, damit das Gerede darüber groß ist. Vielleicht lass ich es aber auch für immer ein Rätsel bleiben.

Jedenfalls kann das Thema total spannend und absolut nicht "fremd" werden, wenn man sich damit befasst und darüber nachdenkt. Das müsst ihr echt mal machen. Dann hat man gar nicht mehr so große Angst vor dem Tod, irgendwie will man teilweise sogar "endlich den Knoten zum Platzen bringen" weil man mit dem Testament andere verblüffen, erleichtern, schockieren, wundern will, aber ihnen auch viel Arbeit, Gedanken und Streits abnehmen/ ersparen will.

Aber man wird ja sowieso nie erfahren, wie die anderen reagieren.

Es ist so ein interessantes Thema, am liebsten würde ich gleich anfangen zu schreiben, aber das wäre ja schon fast ein Lebenswerk mit zig Seiten.

Mir würde ja jeden Tag wieder was einfallen, was ich mit reinschreiben könnte/ muss.

Ich hab so viele Ideen, aber ich weiß ja nicht mal genau wie man sowas schreibt. Hat einer eine Vorlage? Scherz.

Und wie ist die rechtliche Seite?

Also wird alles befolgt, was der Verstorbene wollte oder gelten teilweise gesetzliche Regelungen VOR meinen Regeln?

Wenn mich jetzt einer fragen will, warum ich das hier ins Forum schreibe, dann antworte ich ihm gleich: Keine Ahnung!

Ich wollte einfach nur wissen, ob ihr auch in jungen Jahren ein Testament verfasst, welche Punkte ihr darin ansprecht und ob ihr das Thema als gar nicht so "fremd" betrachtet.

Und ich wollte einfach mal alles niederschreiben was ich dazu denke, damit ich es selber wieder lesen kann bei Bedarf.

Also servus derweil
Schmugglerine


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18. Februar 2005 um 20:30

Langfristige Antwort?
hallo Schmugler,

Im jungen , -so auch im fortgeschrittenen Alter -"in Bestform" ein Testament aufzusetzen, ist meineserachtens nur dann diskutabel, wenn erwähnenswerte Sachwerte der Parteien ( z.b. Ehe/ Lebenspartner )-zum vererben anstehen würden.Broschüren hierüber wirst du wohl anfordern müssen Bundesamt für Erbrecht glaube ich.Doch eventuell wird dir hier der eine oder andere Forumler einige Tips zur Sache geben können.
Ansonsten: du scheinst ein sonniger Typ zu sein,daß du bestimmten Personen eine Reise per Testament spendieren möchtest; so als Überaschung? Nicht daß du dann alle überlebst, und dann diese schöne Überraschung im Umschlag eines Notar verbleibt, weil halt alle irgendwann VOR DIR das zeitliche gesegnet haben, oder noch schlimmer : das es dieses Urlaubsgebiet plötzlich gar nicht mehr gibt ! Überleg doch mal wie schnell ein * bestimmtes Land * untergehen kann : die Naturkathastrophen lassen grüßen
Mit WAS wolltest du denn als potenzielles Erbgut im Testamenteintrag beginnen? Würde es sich echt lohnen, oder bekäme man diese deine Erbgüter nicht bei E-bay zu Lebzeiten eher und vielleicht noch guterhalten?
Also dann schreib schon mal etwas "Erbgeschichte"..
Wollen wir doch hoffen, daß du in all den vielen Jahren deiner lustigen "Testamentveränderungen"nicht doch ganz plötzlich senil wirst,und deine "Schätze" dem ungeliebtesten Mitmenschen in deiner Umgebung vermachst? .....obwohl....DAS wäre sehr sozial, wenn dieser auch noch verarmt währe.
Grüße,und schönes Wochenende :
Omega

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19. Februar 2005 um 14:24
In Antwort auf avalon_12350521

Langfristige Antwort?
hallo Schmugler,

Im jungen , -so auch im fortgeschrittenen Alter -"in Bestform" ein Testament aufzusetzen, ist meineserachtens nur dann diskutabel, wenn erwähnenswerte Sachwerte der Parteien ( z.b. Ehe/ Lebenspartner )-zum vererben anstehen würden.Broschüren hierüber wirst du wohl anfordern müssen Bundesamt für Erbrecht glaube ich.Doch eventuell wird dir hier der eine oder andere Forumler einige Tips zur Sache geben können.
Ansonsten: du scheinst ein sonniger Typ zu sein,daß du bestimmten Personen eine Reise per Testament spendieren möchtest; so als Überaschung? Nicht daß du dann alle überlebst, und dann diese schöne Überraschung im Umschlag eines Notar verbleibt, weil halt alle irgendwann VOR DIR das zeitliche gesegnet haben, oder noch schlimmer : das es dieses Urlaubsgebiet plötzlich gar nicht mehr gibt ! Überleg doch mal wie schnell ein * bestimmtes Land * untergehen kann : die Naturkathastrophen lassen grüßen
Mit WAS wolltest du denn als potenzielles Erbgut im Testamenteintrag beginnen? Würde es sich echt lohnen, oder bekäme man diese deine Erbgüter nicht bei E-bay zu Lebzeiten eher und vielleicht noch guterhalten?
Also dann schreib schon mal etwas "Erbgeschichte"..
Wollen wir doch hoffen, daß du in all den vielen Jahren deiner lustigen "Testamentveränderungen"nicht doch ganz plötzlich senil wirst,und deine "Schätze" dem ungeliebtesten Mitmenschen in deiner Umgebung vermachst? .....obwohl....DAS wäre sehr sozial, wenn dieser auch noch verarmt währe.
Grüße,und schönes Wochenende :
Omega

Hello Omega!
Ich denke, es gibt einige nennenswerte Teile meines Vermögens

In Ebay und auf Flohmärkten verklopfe ich ja jetzt schon wie ne Wilde, aber das Geld....der Fuhrpark (ja, wirklich...), die Möbel...

Ich würde das Testament selbstverständlich ändern, wenn es die Situation erfordert, das heißt, es wäre immer auf dem aktuellsten Stand. So halbjährlich das Datum erneuern und kleine Änderungen vornehmen, das ist für mich klar wie Weihwasser.

Denn wenn Freunde plötzlich zu Feinden werden, dann würde ich denen noch so einen Satz á la "Was ich dir schon immer sagen wollte" hinterlassen und keine Belohnung in Form von Geld, Auto oder irgendwelchen brauchbaren Gegenständen...

Never

Griaß di
Schmuggler

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19. Februar 2005 um 22:21
In Antwort auf schmuggler

Hello Omega!
Ich denke, es gibt einige nennenswerte Teile meines Vermögens

In Ebay und auf Flohmärkten verklopfe ich ja jetzt schon wie ne Wilde, aber das Geld....der Fuhrpark (ja, wirklich...), die Möbel...

Ich würde das Testament selbstverständlich ändern, wenn es die Situation erfordert, das heißt, es wäre immer auf dem aktuellsten Stand. So halbjährlich das Datum erneuern und kleine Änderungen vornehmen, das ist für mich klar wie Weihwasser.

Denn wenn Freunde plötzlich zu Feinden werden, dann würde ich denen noch so einen Satz á la "Was ich dir schon immer sagen wollte" hinterlassen und keine Belohnung in Form von Geld, Auto oder irgendwelchen brauchbaren Gegenständen...

Never

Griaß di
Schmuggler

Ach, darum gehts Dir...
"Denn wenn Freunde plötzlich zu Feinden werden, dann würde ich denen noch so einen Satz á la "Was ich dir schon immer sagen wollte" hinterlassen"

Um auf Deine Eingangsfrage einzugehen: ich werde in der nächsten Zeit kein Testament aufsetzen. Da mangelt es einfach an Wertgegenständen, die verteilt werden müssten. Zwar habe ich recht hochwertige Möbel - aber die haben sowieso meine Eltern finanziert, so dass ich sie ihnen von Herzen gönnen würde. Meine Spiegelreflexkamera dürfen sie auch haben.

Nein, Sinn würde das für mich erst machen, wenn ich z.B. meine eigenen vier Wände habe und nicht mehr zur Miete wohne und wenn ich über etwas mehr als mein kleines Studi-Vermögen verfüge.

Und sogenannten Feinden Schriftliches zu hinterlassen - nein, das habe ich nicht nötig.

sheena

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20. Februar 2005 um 10:18
In Antwort auf traci_12669065

Ach, darum gehts Dir...
"Denn wenn Freunde plötzlich zu Feinden werden, dann würde ich denen noch so einen Satz á la "Was ich dir schon immer sagen wollte" hinterlassen"

Um auf Deine Eingangsfrage einzugehen: ich werde in der nächsten Zeit kein Testament aufsetzen. Da mangelt es einfach an Wertgegenständen, die verteilt werden müssten. Zwar habe ich recht hochwertige Möbel - aber die haben sowieso meine Eltern finanziert, so dass ich sie ihnen von Herzen gönnen würde. Meine Spiegelreflexkamera dürfen sie auch haben.

Nein, Sinn würde das für mich erst machen, wenn ich z.B. meine eigenen vier Wände habe und nicht mehr zur Miete wohne und wenn ich über etwas mehr als mein kleines Studi-Vermögen verfüge.

Und sogenannten Feinden Schriftliches zu hinterlassen - nein, das habe ich nicht nötig.

sheena

Das war zwar jetzt völlig anders
gemeint, im Zusammenhang mit dem ersten Beitrag, aber ich hab jetzt keine Lust, das nochmal groß und breit zu erklären....

Schmuggler

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20. Februar 2005 um 10:19

Ich habe keine Feinde...
aber es gibt Dinge, die ich gewissen Leuten gerne sagen möchte, was ich im Moment aber schlecht tun kann. Seien es gute oder schlechte Sachen...

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20. Februar 2005 um 14:23
In Antwort auf schmuggler

Ich habe keine Feinde...
aber es gibt Dinge, die ich gewissen Leuten gerne sagen möchte, was ich im Moment aber schlecht tun kann. Seien es gute oder schlechte Sachen...

Ich verstehe zwar nicht...
...warum Du etwas zu Deinen Lebzeiten nicht sagen kannst (hättest Du geschrieben, es fiele Dir schwer, hätte ich es verstanden), aber ich meine, ein Testament ist tatsächlich der falsche Ort. Wieso schreibst Du die Dinge nicht so auf und gibst die Briefe den Leuten jetzt? Das hätte den Vorteil, dass Rückfragen und eventuelle (Er-)Klärungen möglich wären.

Das erfordert manchmal natürlich ein Quentchen Mut, im Gegensatz zum postumen Rundumschlag.

sheena

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20. Februar 2005 um 14:39
In Antwort auf schmuggler

Ich habe keine Feinde...
aber es gibt Dinge, die ich gewissen Leuten gerne sagen möchte, was ich im Moment aber schlecht tun kann. Seien es gute oder schlechte Sachen...

Hallo Schmuggler

Ein interessante Frage. Nun, meine Besitztümer sind zu gering, als dass ich ein Testament schreiben müsste. Sollte es mal ein wenig mehr werden, dann geht es ja primär um die Frage: Will ich jemandem ausserhalb der gesetzlichen Erbfolge was weitergeben?

Ein Testament ist ein rechtliches Dokument und keine Plattform, um den Hinterbliebenen Nachrichten zukommen zu lassen und die Situation zu erklären. Solche Nachrichten würde ich separat in Briefform hinterlegen.

Ob jemand ein Erbe annimmt oder ausschlägt, darauf hast Du keinen Einfluss. Und es wird niemand kontrollieren, ob jemand streitet oder nicht...

Ein Testament sagt, wer was kriegt. Es gibt gesetzliche Regeln, die beachtet werden müssen. Findest Du sicher via Google, ich kenn mich diesbezüglich nur in der CH aus. Hier gilt: Gewisse Teile und Empfänger sind festgelegt (Ehepartner, Kinder, andere Verwandte), ein Teil kann frei verteilt werden (je nach Familienverhältnissen auch alles). Es wird also nur befolgt, was Du willst, wenn es auch dem Gesetz entspricht. Am besten, Du klärst das vorher ab. Das gleich gilt für die Form, es gibt Regeln, wie ein Testament abgefasst werden muss, damit es überhaupt gültig ist.

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