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Ehepartnerin gegen Besuch einer Freikirche

16. April 2017 um 16:42

Hallo,

aufgrund einer Forumsdiskussion über Freikirchen vor fast einem Jahr auf dieser Seite, deren antworten mir sehr gefallen haben, habe ich mich hier angemeldet.
Seit kurzem interessiere ich mich sehr für eine Gemeinde in unserer Gegend. Sie leben ihren Glauben in etwa so aus, wie ich es als Jugendlicher schon gerne getan hätte - ich wollte z. B. mit den Amishen leben. Diese Gemeinde hat eine methodistische Ausrichtung. Erziehungsbedingt waren alle nicht staatskirchlichen Glaubensgemeinschaften Psychosekten. Mittlerweile habe ich zwei verschiedene Freikirchen (aufgrund zweier Kolleginnen) miterleben können. Sie sind zwar nicht das, was ich suchte, aber zumindest waren es keine "Psychosekten". Dadurch habe ich mich aber eine Familie in meinem Ort, die die für Methodisten typische Kleiderordnung haben, endlich zu fragen getraut , ob ich deren Gemeinde besuchen darf. Dreimal war ich mittlerweile schon dort, und es gefällt mir sehr. Bisher konnte ich alltäglich erscheinen. Und nun kommt die Wendung. Zur Zeit haben sie hier ein internationales Treffen. Zu diesem wollte ich auch, und habe mir, um mich einigermaßen anzupassen ein hellblaues Hemd gekauft.
Ich (männlich) habe nun ein erhebliches Eheproblem. "Mit dem hellblauem Hemd fängt es an, und wo wird die Anpassung aufhören?" Meine Frau hat noch nie Erfahrungen mit Freikirchen gemacht und hält die Ansichten meiner Kollegin auch für gestört. Ich könne in dieser Zeit sinnvolleres machen; Ehrenamtliche würden genug gesucht. Wenn ich religiös extrem werde, trennt sie sich von mir. Ich liebe sie zu sehr und werde deshalb erstmal von weiteren Gemeindebesuchen Abstand nehmen. Aber dennoch wäre ich gerne auch mit diesen Menschen zusammen, weil sie meine religiösen Ansichten teilen. Was für eine Lösung gäbe es?
 

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17. April 2017 um 10:48
In Antwort auf montafon

Hallo,

aufgrund einer Forumsdiskussion über Freikirchen vor fast einem Jahr auf dieser Seite, deren antworten mir sehr gefallen haben, habe ich mich hier angemeldet.
Seit kurzem interessiere ich mich sehr für eine Gemeinde in unserer Gegend. Sie leben ihren Glauben in etwa so aus, wie ich es als Jugendlicher schon gerne getan hätte - ich wollte z. B. mit den Amishen leben. Diese Gemeinde hat eine methodistische Ausrichtung. Erziehungsbedingt waren alle nicht staatskirchlichen Glaubensgemeinschaften Psychosekten. Mittlerweile habe ich zwei verschiedene Freikirchen (aufgrund zweier Kolleginnen) miterleben können. Sie sind zwar nicht das, was ich suchte, aber zumindest waren es keine "Psychosekten". Dadurch habe ich mich aber eine Familie in meinem Ort, die die für Methodisten typische Kleiderordnung haben, endlich zu fragen getraut , ob ich deren Gemeinde besuchen darf. Dreimal war ich mittlerweile schon dort, und es gefällt mir sehr. Bisher konnte ich alltäglich erscheinen. Und nun kommt die Wendung. Zur Zeit haben sie hier ein internationales Treffen. Zu diesem wollte ich auch, und habe mir, um mich einigermaßen anzupassen ein hellblaues Hemd gekauft.
Ich (männlich) habe nun ein erhebliches Eheproblem. "Mit dem hellblauem Hemd fängt es an, und wo wird die Anpassung aufhören?" Meine Frau hat noch nie Erfahrungen mit Freikirchen gemacht und hält die Ansichten meiner Kollegin auch für gestört. Ich könne in dieser Zeit sinnvolleres machen; Ehrenamtliche würden genug gesucht. Wenn ich religiös extrem werde, trennt sie sich von mir. Ich liebe sie zu sehr und werde deshalb erstmal von weiteren Gemeindebesuchen Abstand nehmen. Aber dennoch wäre ich gerne auch mit diesen Menschen zusammen, weil sie meine religiösen Ansichten teilen. Was für eine Lösung gäbe es?
 

Ich kann deine Frau verstehen! Es erschließt sich mir einfach nicht, warum man sich an so Oberflächlichkeiten und unnötige (veraltete) Regeln halten muss, um seinen Glauben ausleben zu können. 

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17. April 2017 um 16:43

Ich danke euch für eure Antworten.
Zu mialyah: der Vorschlag ist sehr gut. Nur erzählen wir immer gegenseitig von dem, was wir so gemacht haben. Es würde also ganz automatisch Bestandteil von Diskussionen werden. Würde ich schweigen, würde ihr Mißtrauen wachsen.
Zu fliegenpilz13: ein violettes Hemd und eine schwarze Weste für den Musikverein zu kaufen, stellt kein Problem dar, aber ein hellblaues Hemd und eine schwarze Weste für die Glaubensgemeinschaft. Willst Du immer noch so antworten?
Nunja, ich weiß noch nicht, wie es weiter geht.

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18. April 2017 um 11:52

Das mit den  Freikirchen ist so eine Sache. Am Anfang wirken sie meistens sehr freundlich und offen; und ehrlich gesagt macht das auch den wohltuenden Unterschied zu den etablierten Großkirchen aus - egal ob evangelisch oder katholisch. Vieles wirkt auch nicht so "verstaubt" - jedenfalls nicht auf den ersten Blick.
Leider ist es aber so, dass bei näherem Hinsehen und Mitmachen die kleinen Freikirchen dann gar nicht mehr so offen und liberal sind. Da gibts dann - jenseits aller Kleiderfragen - durchaus hohe Anforderungen - sowohl was die Gemeindebeiträge in Form von Geld oder Mitarbeit angeht als auch was die "Moral" angeht. Wohlgemerkt, das hat noch nichts mit "Sekte" zu tun, nicht dass ich da falsch verstanden werde.
Ich vermute, Deine Frau ahnt oder spürt diesen hohen Verbindlichkeitsgrad der Freikirchen bewusst oder unbewusst. Ich würde Dir empfehlen, Dich damit auch auseinanderzusetzen.

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19. April 2017 um 20:16
In Antwort auf trauminsel93

Das mit den  Freikirchen ist so eine Sache. Am Anfang wirken sie meistens sehr freundlich und offen; und ehrlich gesagt macht das auch den wohltuenden Unterschied zu den etablierten Großkirchen aus - egal ob evangelisch oder katholisch. Vieles wirkt auch nicht so "verstaubt" - jedenfalls nicht auf den ersten Blick.
Leider ist es aber so, dass bei näherem Hinsehen und Mitmachen die kleinen Freikirchen dann gar nicht mehr so offen und liberal sind. Da gibts dann - jenseits aller Kleiderfragen - durchaus hohe Anforderungen - sowohl was die Gemeindebeiträge in Form von Geld oder Mitarbeit angeht als auch was die "Moral" angeht. Wohlgemerkt, das hat noch nichts mit "Sekte" zu tun, nicht dass ich da falsch verstanden werde.
Ich vermute, Deine Frau ahnt oder spürt diesen hohen Verbindlichkeitsgrad der Freikirchen bewusst oder unbewusst. Ich würde Dir empfehlen, Dich damit auch auseinanderzusetzen.

Danke für eure Hinweise. Es fällt halt immer schwer, auf etwas zu verzichten, dass man sich schon lange ersehnt. Wenigstens habe ich eine Frau, die sich um mich Sorgen macht, wenn es darauf ankommt. Aber, Trauminsel 93, in eine Freikarte möchte ich dennoch gerne.

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20. April 2017 um 10:49
In Antwort auf montafon

Danke für eure Hinweise. Es fällt halt immer schwer, auf etwas zu verzichten, dass man sich schon lange ersehnt. Wenigstens habe ich eine Frau, die sich um mich Sorgen macht, wenn es darauf ankommt. Aber, Trauminsel 93, in eine Freikarte möchte ich dennoch gerne.

Kannst Du ja auch, ich kenne viele liebe Menschen dort. Mir war es auf Dauer dann doch zu "eng"

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