Forum / Gesellschaft & Leben

Die laute Nachbarschaft

12. Februar um 18:54 Letzte Antwort: 22. Februar um 23:07

Hallo liebes Forum,
ich schreibe hier, weil ich ganz gerne mal ein Feedback hätte. Es geht um meine Nachbarschaft und die momentane Situation.

Kurz zu mir: Ich bin 30 und wohne mit meiner Partnerin nun seit ca. 1 ½ Jahren hier in dieser Wohnung. Ich schreibe gerade meine Uni Abschlussarbeit und arbeite nebenbei bei einer Krankenkasse in der Verwaltung. Meine Partnerin arbeitet 40/W bei der Stadt und musste auch schon beim Gesundheitsamt Corona bedingt aushelfen.

Es handelt sich um ein 4-Stöckiges Mehrfamilienhaus. Die Gegend ist eigentlich recht schön und ruhig. Das Problem ist eher die Nachbarschaft. Um es besser zu strukturieren unterteile ich es mal etwas. Tut mir leid, wenn es zu viel Text ist.

Wir wohnen im zweiten Stock und eigentlich sind sämtliche Mieter, die über uns wohnen, mindestens 60 bis zu 85 Jahre alt. Sie wohnen auch schon alle mehrere Jahrzehnte hier und kennen sich deshalb auch gut. Ich habe später erfahren, dass in der Wohnung in der wir nun wohnen auch jemand jahrelang gewohnt hat, den sie alle gemocht haben und der es mittlerweile bereut hier ausgezogen zu sein…

Jedenfalls ist es seit dem ersten Tag komisch. Wir sind immer nett, grüßen, nehmen Pakete an. Ich habe auch schon mal einen Einkauf hochgetragen. Dennoch ist es z.B. so, dass die Nachbarn sich mal im Treppenhaus treffen, um ca. 1 Stunde lang laut zu lästern. Dabei lassen sie auch kein gutes Haar an uns, obwohl wir uns wirklich nichts zu Schulden kommen lassen. Wir sind beide 30, sehr ruhig und bedacht, keine Kinder, keine Tiere, beide berufstätig, lesen eher, als dass wir TV schauen, hatten in 18 Monaten nur einmal (!) Besuch (auch aus Rücksicht gegenüber den anderen Mietern). Dennoch zerreißen sie sich das Maul über uns. Neuerdings denken sie wir seien „faule Arbeitslose“, weil wir ja immer zu Hause sind. Dabei sind wir beide von unseren Arbeitgebern ins Homeoffice gezwungen worden…

Auch wollte eine ältere Nachbarin mir schon drei Mal ein Gespräch aufzwingen und mit mir über den „blöden ausländischen DHL Boten“ reden, was ich aber dankend ablehnte und wegmusste. Auch meinte einmal eine andere Nachbarin, dass man „euch ja niemals sieht!“, was halt einfach daran liegt, dass wir viel arbeiten sind und nicht zu Hause rumhängen wie sie. Und selbst wenn, muss ich nicht in meiner Freizeit mit Menschen reden, die mich ein Tag vorher noch beleidigt /gelästert haben.

Richtig schlimm wurde es seit Oktober. Vermutlich von Corona genervt, fingen die vier Mietparteien an, sich einfach mal unter der Woche zu treffen und Party zu machen. Das war zwei Mal so, was schon etwas anstrengend war, weil sie bis 1 Uhr machten und man selbst ja früh raus muss. Beim dritten Mal sind sie dann komplett eskaliert und haben die Musikanlage so weit aufgedreht, dass bei mir die Tassen im Schrank vibrierten, unter der Woche, 21 Uhr. Nach zwei Stunden bin ich dann einmal hoch und habe geklingelt, wollte wissen wie lange es noch gehen soll. Mir wurde nicht geöffnet und ich habe aber gehört wie mich jemand durch den Türspion beobachtet hat.
Also bin ich zurück in meine Wohnung. Nach 45min weiterhin Lärm kam auf einmal die Polizei. Die muss halt jemand anderes gerufen haben. Die Polizei hatte komischerweise kein Problem damit, dass ca. 8 Erwachsene ü60 zusammen feierten (trotz Corona), aber dann war jedenfalls Schluss.
Relativ schnell habe ich mitbekommen, dass sie uns dafür die Schuld gegeben haben, also das wir die Polizei gerufen hätten, weil ich ja an die Tür geklopft habe…

Seitdem passieren komische Sachen. Wenn man uns trifft wird freundlich gegrüßt, aber ich kam z.B. einmal nach Hause und sah wie die kleine ältere Dame aus dem 4. Stock vor meiner Wohnungstür stand und ihr Ohr gegen drückte. Als ich sie begrüßt habe, war ihr das sichtlich peinlich und sie hat sich schnell getrollt.
Auch traf ich mal zwei Nachbarinnen, die wussten ich war in Hör- aber nicht Sichtweite und sie haben sich darüber unterhalten, dass „sich manch einer ja nicht an die Reinigung der Treppe hält. Aber nicht jeder hätte wohl eine Erziehung genossen.“ – Dabei halten wir uns sehr wohl daran und putzen regelmäßig.

Heute erst erlebte ich etwas sehr Absurdes: Auf unserer Etage ist seit 5 Tagen die Treppenhauslampe defekt. Ich habe schon zwei Mal die Hausverwaltung angerufen, aber da ging keiner ran. Heute Morgen öffne ich meine Wohnungstür und da steht direkt vor meiner Tür passiv aggressiv eine Glühbirne mitten im Treppenhaus…was soll das denn? Anstatt zu reden? Oder die 10 Sekunden zu haben und selber bei der Verwaltung anzurufen.
(Während ich diesen Text hier geschrieben habe, kam der Hausmeister uns hat es repariert. Auch unterhielten sich zwei Nachbarn direkt vor meiner Tür und einer meinte "Ja, ich habe mal eine Birne gespendet." der andere "Du bist ja SO FREUNDLICH!". - wtf?!)

Das ist alles Gerede, was man ja ignorieren kann zumal es ja nichtmal direkte Nachbarn sind. Am schlimmsten sind aber unsere direkten Nachbarn oben und unten.
Über uns wohnt eine 85 Jährige Frau, die noch voll fit im Kopf ist, was ja gut ist. Nur ist sie leider ziemlich schwerhörig und da sie seit den 70er Jahren (!) in ihrer Wohnung wohnt, ist der Boden auch scheinbar kaum isoliert. Das führt dazu, dass man wirklich jedes Wort hört, was sie in ihr Telefon brüllt. Ich höre sogar die Person auf der anderen Seite der Leitung glasklar. Das führt auch dazu, dass ich alles über diese Frau weiß, obwohl wir nie länger als 10 Sek gesprochen haben. Ich habe sie auch schon über uns lästern hören.

Sie telefoniert jeden (!) Tag von 9 bis 13 Uhr und dann schiebt sie oft irgendwelche Möbel umher, was natürlich auch unfassbar laut ist. Wenn sie dann Besuch hat, was ca. alle 4-5 Tage vorkommt, ist es auch so laut, als würde sie in meiner Wohnung sein und sich anschreien. Und manchmal kommt ihr Sohn vorbei und „parkt“ seinen Hund bei ihr. Da sie aber keine Lust hat sich um den Hund zu kümmern, bekommt er einen Maulkorb um und wird ins Wohnzimmer gesperrt. Das führt dazu, dass man sehr häufig ein Kratzen und Wimmern bis in die Nacht hinein hört…
Das einzige gute ist, dass sie oft ab 19Uhr ins Bett geht und es abends bei ihr eher ruhig ist. Dafür ist es echt jeden Tag so, also egal ob Wochentags, oder WE oder Feiertag. Über ihr wohnt eine ebenfalls schwerhörige 72 Jährige, die eh niemals da und neben ihr ist die Ausenwand.

Die Nachbarn unter uns sind sogar noch schlimmer. Es ist ein Paar, das genauso alt ist wie wir. Allerdings haben sie zwei Kinder. Einen 5-Jährigen und ein 9 Monate altes Baby. Bis vor der Geburt des zweiten Kindes hat man sie kaum gehört, aber seitdem ist es unfassbar schlimm. Auf einmal lassen sie ihren Großen oft 1-2 Stunden am Stück durch die Wohnung rennen, wie ein eingesperrtes Tier. Dabei tritt und schlägt er dann gerne gegen Wände und Türen, was natürlich jedes Mal meinen Boden beben lässt. Der Vater ist tagsüber immer arbeiten bis 16 Uhr und die Mutter mit dem Baby zu Hause. Das führt dazu, dass sie aber auch gerne mal den Kleinen auf den Boden setzt, wo er dann auch gerne mal 30min am Stück mit Gegenstände um sich schlägt/wirf, so dass es bei mir sehr laut zu hören ist. (Ich weiß, ich hätte das vorher auch nicht geglaubt, aber es ist wirklich sehr sehr laut. Ich habe mal mit einen Freund telefoniert und der hat mich gefragt was das für ein Lärm bei mir wäre.).

Der Mutter scheint das aber auch alles egal zu sein, stattdessen ist sie mittlerweile immer so bis 3 Uhr nachts wach und schaut laut Netflix, was ich sogar bei mir oben höre und nicht verstehen kann wie ihr Mann so schlafen kann bei dem Lärm. (Sie war wohl die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos). Dann steht sie um 6 auf, bringt ihren Großen in die Kita, kommt nach Hause und legt sich hin. So geht das jeden Tag. Heißt im Grunde ist dort unten von 6 Uhr morgens bis tief in die Nacht hinein durchgehend Terror, aber voll willkürlich. Es gibt mal ruhige Tage und an anderen ist stundenlang Krach.

Wir waren auch schon zweimal unten und haben es angesprochen, da wir ja nun mal wirklich arbeiten müssen und dazu einfach nicht kommen, wenn sie da jeden Tag stundenlang ausflippen. Erst wirkten sie sehr einsichtig und es täte ihnen leid usw., aber kaum waren zwei Tage vergangen, war alles wie vorher. Vor allem die Mutter tut halt so, als wenn wir uns nicht anstellen sollen (und vielleicht ist sie auch etwas neidisch, dass wir ohne Kinder „freier sind“als sie, keine Ahnung.). Dabei sind es ja nicht per se die Kinder die den Lärm machen, sondern eher dass es den Eltern alles so unfassbar egal ist. Also ich finde schon, dass man einem 5-Jährigen erklären kann, dass wenn er schon 2-3 Stunden schlagend, schreiend durch die Wohnung rennt und es 22 Uhr ist, er vielleicht mal aufhören könnte. Vor allem wenn wir ihr zweimal erklärt haben, dass wir da oben arbeiten MÜSSEN. Sagt ja keiner, dass man die Kinder knebeln soll. Aber einfach mal Rücksicht nehmen. Stattdessen lassen sie ihn einfach machen, die Türen aus Spaß zuknallen, gegen Wände treten und machen als einzige Reaktion danebensitzend einfach ihren Fernseher lauter…
Im Sommer sitzen sie dann beide samt Kinder auf dem Balkon, kettenrauchend, aufs Handy starren (CandyCrush), Vater bechert Bier.

Wenn ich auch Rentner wäre oder arbeitslos, wäre das vielleicht nicht so arg schlimm. Aber dem ist ja nicht so. Wir müssen früh aufstehen und arbeiten. Und hätten halt auch gerne mal nach einer harten Woche wenigsten ein wenig Ruhe in der eigenen Wohnung, aber daran ist hier seit Monaten nicht zu denken dran. Ich laufe mittlerweile oft mit Ohropax tagsüber durch meine Wohnung, weil es nicht zum Aushalten ist. An Heiligabend, die unter uns hatten in ihrer 3 Raumwohnung Besuch, so dass sie da zu 8 waren, 4 eskalierende Kinder und über mir großer Familienbesuch, wo sich auch locker 6-7 Leute auf 58qm anschrien, hatte ich von 8 bis 21 Uhr durchgehend Ohrschutz auf. Und als ich ihn um 21 Uhr absetze hörte ich wie die unter uns gerade die Musik aufdrehte und einer der Gäste die Mutter gefragt hat „Oh, ist das nicht zu laut?“ und die Mutter antwortet „Ach, ist doch egal, mach laut.“… So waren die ganzen Feiertage. Ich glaube, die haben einfach alle zu viel Zeit und Langeweile.

Das Ganze führt mittlerweile dazu, dass ich regelrecht Angst vor dem Wochenende habe bzw. vor Feiertagen. Ich habe morgen z.B. Geburtstag und mein einziger Gedanke war bisher: „Was kann ich tun, damit ich an dem Tag nicht hier in meiner lauten Wohnung bin.“. Das ist doch krass.

Auch sind meine Freundin und ich dadurch auch sehr oft angespannt und streiten uns deshalb sogar manchmal. Mal abgesehen, dass ich in Behandlung wegen Depression bin (mir geht es aber schon bedeutend besser als früher).
Ich weiß gerade echt nicht weiter. Den Vermieter hatten wir schon vor paar Wochen mal kontaktieren, aber wir können ja auch schlecht sagen „Das ganze Haus ist laut und gegen uns.“ – obwohl das ja die Wahrheit wäre. (Und nochmal, wird sind wirklich entgegenkommend. Ich habe nicht mal eine Soundanlage, wenn ich Musik höre über Kopfhörer und sind einfach immer darauf bedacht leise zu sein).
Längerfristig planen wir also eh einen Aus/Umzug. So möchte man ja nicht wohnen. Nur wird das so schnell in den nächsten 1-2 Jahren nichts werden, vor allem aufgrund des Wohnungsmarktes.

Sollte jemand bis hierhin gelesen haben: Eine Idee wie mit der Situation umzugehen?
Ich musste mein Homeoffice mittlerweile abbrechen und fahre wieder ins Großraumbüro, weil es einfach nicht ging. Ansonsten versucht man auszuweichen, spaziergehen usw. Ich hoffe ja stark auf die Zeit wenn Corona vorbei ist und man wieder mal mehr ausweichen kann.
Aber momentan ist es mir echt zuwider in meiner eigenen Wohnung zu sein – was ja krass ist...
 

 

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12. Februar um 19:05

Hey Gregor, 

zuerst wollte ich ja schreiben, dass ihr versuchen könnt, sie zu ignorieren bzw. die Aussagen nicht zwingend auf euch zu beziehen. 

Bzw. den Spieß mal richtig fies umdrehen... 

Aber wenn ihr euch so nicht mehr wohlfühlt, macht euch am besten gleich auf die Suche nach einer neuen Wohnung. Wer weiß, vielleicht habt ihr Glück und es ergibt sich was passendes. 

Auf Dauer wäre mir das viel zu stressig... 

Ich drück euch die Daumen. 

LG
goldensun7

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13. Februar um 10:45

Oh Gott, das tut mir sehr leid für Dich. Ich habe auch immer mal wieder mit solchen Experten zu tun- Plattenbau, 73 Wohnungen, Studenten, Assis, usw. besonders geil finde ich immer die Bässe- die höre ich aus der 1 Etage im 6. Stock noch (Gottseidank, oberste Etage) - sowas ist Nötigung, weil es dem anderen den eigenen Lebensrhytmus aufzwängt sozusagen. Und auch hier klappt es vielleicht einmal mit dem Ermahnen, danach wird nochmal lauter gedreht um zu zeigen, was man von dem "Moralapostel" hält. Der Lockdown tut ein übriges. (in jüngeren Jahren hat sich der Mieter unter mir auch schonmal über meine Musik beschwert, ich glaube ich habe den dann auch mal ignoriert....in einer anderen Wohnung, auch nicht sehr fein, aber wir haben vor meinem Auszug noch ein Bier getrunken) Was du machen kannst ist, eine Lärmmessung durchzuführen und zu protokollieren, ab einem bestimmten Pegel kannst Du die Miete mindern, ohne dass der Vermieter was dagegen machen kann. Längerfristig ist aber wohl der Auszug der einzige Ausweg. Schlimm sowas, wie wenig die Leute aufeinander noch Rücksicht nehmen heutzutage. Ich nehme auch öfters Ohrenstöpsel/ Gehörschutz. Aber eine kleine Racheaktion kannst Du ja auch mal starten: Laute Musikanlage besorgen, und dann Metallica oder so mal eine Stunde laut laufen lassen, so kannst Du den Leuten dein Problem vielleicht besser "verdeutlichen".

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13. Februar um 12:25
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Hallo liebes Forum,
ich schreibe hier, weil ich ganz gerne mal ein Feedback hätte. Es geht um meine Nachbarschaft und die momentane Situation.

Kurz zu mir: Ich bin 30 und wohne mit meiner Partnerin nun seit ca. 1 ½ Jahren hier in dieser Wohnung. Ich schreibe gerade meine Uni Abschlussarbeit und arbeite nebenbei bei einer Krankenkasse in der Verwaltung. Meine Partnerin arbeitet 40/W bei der Stadt und musste auch schon beim Gesundheitsamt Corona bedingt aushelfen.

Es handelt sich um ein 4-Stöckiges Mehrfamilienhaus. Die Gegend ist eigentlich recht schön und ruhig. Das Problem ist eher die Nachbarschaft. Um es besser zu strukturieren unterteile ich es mal etwas. Tut mir leid, wenn es zu viel Text ist.

Wir wohnen im zweiten Stock und eigentlich sind sämtliche Mieter, die über uns wohnen, mindestens 60 bis zu 85 Jahre alt. Sie wohnen auch schon alle mehrere Jahrzehnte hier und kennen sich deshalb auch gut. Ich habe später erfahren, dass in der Wohnung in der wir nun wohnen auch jemand jahrelang gewohnt hat, den sie alle gemocht haben und der es mittlerweile bereut hier ausgezogen zu sein…

Jedenfalls ist es seit dem ersten Tag komisch. Wir sind immer nett, grüßen, nehmen Pakete an. Ich habe auch schon mal einen Einkauf hochgetragen. Dennoch ist es z.B. so, dass die Nachbarn sich mal im Treppenhaus treffen, um ca. 1 Stunde lang laut zu lästern. Dabei lassen sie auch kein gutes Haar an uns, obwohl wir uns wirklich nichts zu Schulden kommen lassen. Wir sind beide 30, sehr ruhig und bedacht, keine Kinder, keine Tiere, beide berufstätig, lesen eher, als dass wir TV schauen, hatten in 18 Monaten nur einmal (!) Besuch (auch aus Rücksicht gegenüber den anderen Mietern). Dennoch zerreißen sie sich das Maul über uns. Neuerdings denken sie wir seien „faule Arbeitslose“, weil wir ja immer zu Hause sind. Dabei sind wir beide von unseren Arbeitgebern ins Homeoffice gezwungen worden…

Auch wollte eine ältere Nachbarin mir schon drei Mal ein Gespräch aufzwingen und mit mir über den „blöden ausländischen DHL Boten“ reden, was ich aber dankend ablehnte und wegmusste. Auch meinte einmal eine andere Nachbarin, dass man „euch ja niemals sieht!“, was halt einfach daran liegt, dass wir viel arbeiten sind und nicht zu Hause rumhängen wie sie. Und selbst wenn, muss ich nicht in meiner Freizeit mit Menschen reden, die mich ein Tag vorher noch beleidigt /gelästert haben.

Richtig schlimm wurde es seit Oktober. Vermutlich von Corona genervt, fingen die vier Mietparteien an, sich einfach mal unter der Woche zu treffen und Party zu machen. Das war zwei Mal so, was schon etwas anstrengend war, weil sie bis 1 Uhr machten und man selbst ja früh raus muss. Beim dritten Mal sind sie dann komplett eskaliert und haben die Musikanlage so weit aufgedreht, dass bei mir die Tassen im Schrank vibrierten, unter der Woche, 21 Uhr. Nach zwei Stunden bin ich dann einmal hoch und habe geklingelt, wollte wissen wie lange es noch gehen soll. Mir wurde nicht geöffnet und ich habe aber gehört wie mich jemand durch den Türspion beobachtet hat.
Also bin ich zurück in meine Wohnung. Nach 45min weiterhin Lärm kam auf einmal die Polizei. Die muss halt jemand anderes gerufen haben. Die Polizei hatte komischerweise kein Problem damit, dass ca. 8 Erwachsene ü60 zusammen feierten (trotz Corona), aber dann war jedenfalls Schluss.
Relativ schnell habe ich mitbekommen, dass sie uns dafür die Schuld gegeben haben, also das wir die Polizei gerufen hätten, weil ich ja an die Tür geklopft habe…

Seitdem passieren komische Sachen. Wenn man uns trifft wird freundlich gegrüßt, aber ich kam z.B. einmal nach Hause und sah wie die kleine ältere Dame aus dem 4. Stock vor meiner Wohnungstür stand und ihr Ohr gegen drückte. Als ich sie begrüßt habe, war ihr das sichtlich peinlich und sie hat sich schnell getrollt.
Auch traf ich mal zwei Nachbarinnen, die wussten ich war in Hör- aber nicht Sichtweite und sie haben sich darüber unterhalten, dass „sich manch einer ja nicht an die Reinigung der Treppe hält. Aber nicht jeder hätte wohl eine Erziehung genossen.“ – Dabei halten wir uns sehr wohl daran und putzen regelmäßig.

Heute erst erlebte ich etwas sehr Absurdes: Auf unserer Etage ist seit 5 Tagen die Treppenhauslampe defekt. Ich habe schon zwei Mal die Hausverwaltung angerufen, aber da ging keiner ran. Heute Morgen öffne ich meine Wohnungstür und da steht direkt vor meiner Tür passiv aggressiv eine Glühbirne mitten im Treppenhaus…was soll das denn? Anstatt zu reden? Oder die 10 Sekunden zu haben und selber bei der Verwaltung anzurufen.
(Während ich diesen Text hier geschrieben habe, kam der Hausmeister uns hat es repariert. Auch unterhielten sich zwei Nachbarn direkt vor meiner Tür und einer meinte "Ja, ich habe mal eine Birne gespendet." der andere "Du bist ja SO FREUNDLICH!". - wtf?!)

Das ist alles Gerede, was man ja ignorieren kann zumal es ja nichtmal direkte Nachbarn sind. Am schlimmsten sind aber unsere direkten Nachbarn oben und unten.
Über uns wohnt eine 85 Jährige Frau, die noch voll fit im Kopf ist, was ja gut ist. Nur ist sie leider ziemlich schwerhörig und da sie seit den 70er Jahren (!) in ihrer Wohnung wohnt, ist der Boden auch scheinbar kaum isoliert. Das führt dazu, dass man wirklich jedes Wort hört, was sie in ihr Telefon brüllt. Ich höre sogar die Person auf der anderen Seite der Leitung glasklar. Das führt auch dazu, dass ich alles über diese Frau weiß, obwohl wir nie länger als 10 Sek gesprochen haben. Ich habe sie auch schon über uns lästern hören.

Sie telefoniert jeden (!) Tag von 9 bis 13 Uhr und dann schiebt sie oft irgendwelche Möbel umher, was natürlich auch unfassbar laut ist. Wenn sie dann Besuch hat, was ca. alle 4-5 Tage vorkommt, ist es auch so laut, als würde sie in meiner Wohnung sein und sich anschreien. Und manchmal kommt ihr Sohn vorbei und „parkt“ seinen Hund bei ihr. Da sie aber keine Lust hat sich um den Hund zu kümmern, bekommt er einen Maulkorb um und wird ins Wohnzimmer gesperrt. Das führt dazu, dass man sehr häufig ein Kratzen und Wimmern bis in die Nacht hinein hört…
Das einzige gute ist, dass sie oft ab 19Uhr ins Bett geht und es abends bei ihr eher ruhig ist. Dafür ist es echt jeden Tag so, also egal ob Wochentags, oder WE oder Feiertag. Über ihr wohnt eine ebenfalls schwerhörige 72 Jährige, die eh niemals da und neben ihr ist die Ausenwand.

Die Nachbarn unter uns sind sogar noch schlimmer. Es ist ein Paar, das genauso alt ist wie wir. Allerdings haben sie zwei Kinder. Einen 5-Jährigen und ein 9 Monate altes Baby. Bis vor der Geburt des zweiten Kindes hat man sie kaum gehört, aber seitdem ist es unfassbar schlimm. Auf einmal lassen sie ihren Großen oft 1-2 Stunden am Stück durch die Wohnung rennen, wie ein eingesperrtes Tier. Dabei tritt und schlägt er dann gerne gegen Wände und Türen, was natürlich jedes Mal meinen Boden beben lässt. Der Vater ist tagsüber immer arbeiten bis 16 Uhr und die Mutter mit dem Baby zu Hause. Das führt dazu, dass sie aber auch gerne mal den Kleinen auf den Boden setzt, wo er dann auch gerne mal 30min am Stück mit Gegenstände um sich schlägt/wirf, so dass es bei mir sehr laut zu hören ist. (Ich weiß, ich hätte das vorher auch nicht geglaubt, aber es ist wirklich sehr sehr laut. Ich habe mal mit einen Freund telefoniert und der hat mich gefragt was das für ein Lärm bei mir wäre.).

Der Mutter scheint das aber auch alles egal zu sein, stattdessen ist sie mittlerweile immer so bis 3 Uhr nachts wach und schaut laut Netflix, was ich sogar bei mir oben höre und nicht verstehen kann wie ihr Mann so schlafen kann bei dem Lärm. (Sie war wohl die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos). Dann steht sie um 6 auf, bringt ihren Großen in die Kita, kommt nach Hause und legt sich hin. So geht das jeden Tag. Heißt im Grunde ist dort unten von 6 Uhr morgens bis tief in die Nacht hinein durchgehend Terror, aber voll willkürlich. Es gibt mal ruhige Tage und an anderen ist stundenlang Krach.

Wir waren auch schon zweimal unten und haben es angesprochen, da wir ja nun mal wirklich arbeiten müssen und dazu einfach nicht kommen, wenn sie da jeden Tag stundenlang ausflippen. Erst wirkten sie sehr einsichtig und es täte ihnen leid usw., aber kaum waren zwei Tage vergangen, war alles wie vorher. Vor allem die Mutter tut halt so, als wenn wir uns nicht anstellen sollen (und vielleicht ist sie auch etwas neidisch, dass wir ohne Kinder „freier sind“als sie, keine Ahnung.). Dabei sind es ja nicht per se die Kinder die den Lärm machen, sondern eher dass es den Eltern alles so unfassbar egal ist. Also ich finde schon, dass man einem 5-Jährigen erklären kann, dass wenn er schon 2-3 Stunden schlagend, schreiend durch die Wohnung rennt und es 22 Uhr ist, er vielleicht mal aufhören könnte. Vor allem wenn wir ihr zweimal erklärt haben, dass wir da oben arbeiten MÜSSEN. Sagt ja keiner, dass man die Kinder knebeln soll. Aber einfach mal Rücksicht nehmen. Stattdessen lassen sie ihn einfach machen, die Türen aus Spaß zuknallen, gegen Wände treten und machen als einzige Reaktion danebensitzend einfach ihren Fernseher lauter…
Im Sommer sitzen sie dann beide samt Kinder auf dem Balkon, kettenrauchend, aufs Handy starren (CandyCrush), Vater bechert Bier.

Wenn ich auch Rentner wäre oder arbeitslos, wäre das vielleicht nicht so arg schlimm. Aber dem ist ja nicht so. Wir müssen früh aufstehen und arbeiten. Und hätten halt auch gerne mal nach einer harten Woche wenigsten ein wenig Ruhe in der eigenen Wohnung, aber daran ist hier seit Monaten nicht zu denken dran. Ich laufe mittlerweile oft mit Ohropax tagsüber durch meine Wohnung, weil es nicht zum Aushalten ist. An Heiligabend, die unter uns hatten in ihrer 3 Raumwohnung Besuch, so dass sie da zu 8 waren, 4 eskalierende Kinder und über mir großer Familienbesuch, wo sich auch locker 6-7 Leute auf 58qm anschrien, hatte ich von 8 bis 21 Uhr durchgehend Ohrschutz auf. Und als ich ihn um 21 Uhr absetze hörte ich wie die unter uns gerade die Musik aufdrehte und einer der Gäste die Mutter gefragt hat „Oh, ist das nicht zu laut?“ und die Mutter antwortet „Ach, ist doch egal, mach laut.“… So waren die ganzen Feiertage. Ich glaube, die haben einfach alle zu viel Zeit und Langeweile.

Das Ganze führt mittlerweile dazu, dass ich regelrecht Angst vor dem Wochenende habe bzw. vor Feiertagen. Ich habe morgen z.B. Geburtstag und mein einziger Gedanke war bisher: „Was kann ich tun, damit ich an dem Tag nicht hier in meiner lauten Wohnung bin.“. Das ist doch krass.

Auch sind meine Freundin und ich dadurch auch sehr oft angespannt und streiten uns deshalb sogar manchmal. Mal abgesehen, dass ich in Behandlung wegen Depression bin (mir geht es aber schon bedeutend besser als früher).
Ich weiß gerade echt nicht weiter. Den Vermieter hatten wir schon vor paar Wochen mal kontaktieren, aber wir können ja auch schlecht sagen „Das ganze Haus ist laut und gegen uns.“ – obwohl das ja die Wahrheit wäre. (Und nochmal, wird sind wirklich entgegenkommend. Ich habe nicht mal eine Soundanlage, wenn ich Musik höre über Kopfhörer und sind einfach immer darauf bedacht leise zu sein).
Längerfristig planen wir also eh einen Aus/Umzug. So möchte man ja nicht wohnen. Nur wird das so schnell in den nächsten 1-2 Jahren nichts werden, vor allem aufgrund des Wohnungsmarktes.

Sollte jemand bis hierhin gelesen haben: Eine Idee wie mit der Situation umzugehen?
Ich musste mein Homeoffice mittlerweile abbrechen und fahre wieder ins Großraumbüro, weil es einfach nicht ging. Ansonsten versucht man auszuweichen, spaziergehen usw. Ich hoffe ja stark auf die Zeit wenn Corona vorbei ist und man wieder mal mehr ausweichen kann.
Aber momentan ist es mir echt zuwider in meiner eigenen Wohnung zu sein – was ja krass ist...
 

 

Oje und dann faseln diverse Politiker davon, Einfamilienhäuser zu verbieten! (leben selbst wahrscheinlich schön in ihren Villen ) ...ich würde durchdrehen!!! 

Einen anderen Tipp, als umzuziehen habe ich da leider nicht für euch. Gegen Ignoranz, Dummheit und Egoismus kann man leider nicht viel tun! Ich wünsche euch starke Nerven, bis ihr hoffentlich schnell eine tolle Wohnung mit einer sozialeren Nachbarschaft findet!

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16. Februar um 16:36
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Hallo liebes Forum,
ich schreibe hier, weil ich ganz gerne mal ein Feedback hätte. Es geht um meine Nachbarschaft und die momentane Situation.

Kurz zu mir: Ich bin 30 und wohne mit meiner Partnerin nun seit ca. 1 ½ Jahren hier in dieser Wohnung. Ich schreibe gerade meine Uni Abschlussarbeit und arbeite nebenbei bei einer Krankenkasse in der Verwaltung. Meine Partnerin arbeitet 40/W bei der Stadt und musste auch schon beim Gesundheitsamt Corona bedingt aushelfen.

Es handelt sich um ein 4-Stöckiges Mehrfamilienhaus. Die Gegend ist eigentlich recht schön und ruhig. Das Problem ist eher die Nachbarschaft. Um es besser zu strukturieren unterteile ich es mal etwas. Tut mir leid, wenn es zu viel Text ist.

Wir wohnen im zweiten Stock und eigentlich sind sämtliche Mieter, die über uns wohnen, mindestens 60 bis zu 85 Jahre alt. Sie wohnen auch schon alle mehrere Jahrzehnte hier und kennen sich deshalb auch gut. Ich habe später erfahren, dass in der Wohnung in der wir nun wohnen auch jemand jahrelang gewohnt hat, den sie alle gemocht haben und der es mittlerweile bereut hier ausgezogen zu sein…

Jedenfalls ist es seit dem ersten Tag komisch. Wir sind immer nett, grüßen, nehmen Pakete an. Ich habe auch schon mal einen Einkauf hochgetragen. Dennoch ist es z.B. so, dass die Nachbarn sich mal im Treppenhaus treffen, um ca. 1 Stunde lang laut zu lästern. Dabei lassen sie auch kein gutes Haar an uns, obwohl wir uns wirklich nichts zu Schulden kommen lassen. Wir sind beide 30, sehr ruhig und bedacht, keine Kinder, keine Tiere, beide berufstätig, lesen eher, als dass wir TV schauen, hatten in 18 Monaten nur einmal (!) Besuch (auch aus Rücksicht gegenüber den anderen Mietern). Dennoch zerreißen sie sich das Maul über uns. Neuerdings denken sie wir seien „faule Arbeitslose“, weil wir ja immer zu Hause sind. Dabei sind wir beide von unseren Arbeitgebern ins Homeoffice gezwungen worden…

Auch wollte eine ältere Nachbarin mir schon drei Mal ein Gespräch aufzwingen und mit mir über den „blöden ausländischen DHL Boten“ reden, was ich aber dankend ablehnte und wegmusste. Auch meinte einmal eine andere Nachbarin, dass man „euch ja niemals sieht!“, was halt einfach daran liegt, dass wir viel arbeiten sind und nicht zu Hause rumhängen wie sie. Und selbst wenn, muss ich nicht in meiner Freizeit mit Menschen reden, die mich ein Tag vorher noch beleidigt /gelästert haben.

Richtig schlimm wurde es seit Oktober. Vermutlich von Corona genervt, fingen die vier Mietparteien an, sich einfach mal unter der Woche zu treffen und Party zu machen. Das war zwei Mal so, was schon etwas anstrengend war, weil sie bis 1 Uhr machten und man selbst ja früh raus muss. Beim dritten Mal sind sie dann komplett eskaliert und haben die Musikanlage so weit aufgedreht, dass bei mir die Tassen im Schrank vibrierten, unter der Woche, 21 Uhr. Nach zwei Stunden bin ich dann einmal hoch und habe geklingelt, wollte wissen wie lange es noch gehen soll. Mir wurde nicht geöffnet und ich habe aber gehört wie mich jemand durch den Türspion beobachtet hat.
Also bin ich zurück in meine Wohnung. Nach 45min weiterhin Lärm kam auf einmal die Polizei. Die muss halt jemand anderes gerufen haben. Die Polizei hatte komischerweise kein Problem damit, dass ca. 8 Erwachsene ü60 zusammen feierten (trotz Corona), aber dann war jedenfalls Schluss.
Relativ schnell habe ich mitbekommen, dass sie uns dafür die Schuld gegeben haben, also das wir die Polizei gerufen hätten, weil ich ja an die Tür geklopft habe…

Seitdem passieren komische Sachen. Wenn man uns trifft wird freundlich gegrüßt, aber ich kam z.B. einmal nach Hause und sah wie die kleine ältere Dame aus dem 4. Stock vor meiner Wohnungstür stand und ihr Ohr gegen drückte. Als ich sie begrüßt habe, war ihr das sichtlich peinlich und sie hat sich schnell getrollt.
Auch traf ich mal zwei Nachbarinnen, die wussten ich war in Hör- aber nicht Sichtweite und sie haben sich darüber unterhalten, dass „sich manch einer ja nicht an die Reinigung der Treppe hält. Aber nicht jeder hätte wohl eine Erziehung genossen.“ – Dabei halten wir uns sehr wohl daran und putzen regelmäßig.

Heute erst erlebte ich etwas sehr Absurdes: Auf unserer Etage ist seit 5 Tagen die Treppenhauslampe defekt. Ich habe schon zwei Mal die Hausverwaltung angerufen, aber da ging keiner ran. Heute Morgen öffne ich meine Wohnungstür und da steht direkt vor meiner Tür passiv aggressiv eine Glühbirne mitten im Treppenhaus…was soll das denn? Anstatt zu reden? Oder die 10 Sekunden zu haben und selber bei der Verwaltung anzurufen.
(Während ich diesen Text hier geschrieben habe, kam der Hausmeister uns hat es repariert. Auch unterhielten sich zwei Nachbarn direkt vor meiner Tür und einer meinte "Ja, ich habe mal eine Birne gespendet." der andere "Du bist ja SO FREUNDLICH!". - wtf?!)

Das ist alles Gerede, was man ja ignorieren kann zumal es ja nichtmal direkte Nachbarn sind. Am schlimmsten sind aber unsere direkten Nachbarn oben und unten.
Über uns wohnt eine 85 Jährige Frau, die noch voll fit im Kopf ist, was ja gut ist. Nur ist sie leider ziemlich schwerhörig und da sie seit den 70er Jahren (!) in ihrer Wohnung wohnt, ist der Boden auch scheinbar kaum isoliert. Das führt dazu, dass man wirklich jedes Wort hört, was sie in ihr Telefon brüllt. Ich höre sogar die Person auf der anderen Seite der Leitung glasklar. Das führt auch dazu, dass ich alles über diese Frau weiß, obwohl wir nie länger als 10 Sek gesprochen haben. Ich habe sie auch schon über uns lästern hören.

Sie telefoniert jeden (!) Tag von 9 bis 13 Uhr und dann schiebt sie oft irgendwelche Möbel umher, was natürlich auch unfassbar laut ist. Wenn sie dann Besuch hat, was ca. alle 4-5 Tage vorkommt, ist es auch so laut, als würde sie in meiner Wohnung sein und sich anschreien. Und manchmal kommt ihr Sohn vorbei und „parkt“ seinen Hund bei ihr. Da sie aber keine Lust hat sich um den Hund zu kümmern, bekommt er einen Maulkorb um und wird ins Wohnzimmer gesperrt. Das führt dazu, dass man sehr häufig ein Kratzen und Wimmern bis in die Nacht hinein hört…
Das einzige gute ist, dass sie oft ab 19Uhr ins Bett geht und es abends bei ihr eher ruhig ist. Dafür ist es echt jeden Tag so, also egal ob Wochentags, oder WE oder Feiertag. Über ihr wohnt eine ebenfalls schwerhörige 72 Jährige, die eh niemals da und neben ihr ist die Ausenwand.

Die Nachbarn unter uns sind sogar noch schlimmer. Es ist ein Paar, das genauso alt ist wie wir. Allerdings haben sie zwei Kinder. Einen 5-Jährigen und ein 9 Monate altes Baby. Bis vor der Geburt des zweiten Kindes hat man sie kaum gehört, aber seitdem ist es unfassbar schlimm. Auf einmal lassen sie ihren Großen oft 1-2 Stunden am Stück durch die Wohnung rennen, wie ein eingesperrtes Tier. Dabei tritt und schlägt er dann gerne gegen Wände und Türen, was natürlich jedes Mal meinen Boden beben lässt. Der Vater ist tagsüber immer arbeiten bis 16 Uhr und die Mutter mit dem Baby zu Hause. Das führt dazu, dass sie aber auch gerne mal den Kleinen auf den Boden setzt, wo er dann auch gerne mal 30min am Stück mit Gegenstände um sich schlägt/wirf, so dass es bei mir sehr laut zu hören ist. (Ich weiß, ich hätte das vorher auch nicht geglaubt, aber es ist wirklich sehr sehr laut. Ich habe mal mit einen Freund telefoniert und der hat mich gefragt was das für ein Lärm bei mir wäre.).

Der Mutter scheint das aber auch alles egal zu sein, stattdessen ist sie mittlerweile immer so bis 3 Uhr nachts wach und schaut laut Netflix, was ich sogar bei mir oben höre und nicht verstehen kann wie ihr Mann so schlafen kann bei dem Lärm. (Sie war wohl die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos). Dann steht sie um 6 auf, bringt ihren Großen in die Kita, kommt nach Hause und legt sich hin. So geht das jeden Tag. Heißt im Grunde ist dort unten von 6 Uhr morgens bis tief in die Nacht hinein durchgehend Terror, aber voll willkürlich. Es gibt mal ruhige Tage und an anderen ist stundenlang Krach.

Wir waren auch schon zweimal unten und haben es angesprochen, da wir ja nun mal wirklich arbeiten müssen und dazu einfach nicht kommen, wenn sie da jeden Tag stundenlang ausflippen. Erst wirkten sie sehr einsichtig und es täte ihnen leid usw., aber kaum waren zwei Tage vergangen, war alles wie vorher. Vor allem die Mutter tut halt so, als wenn wir uns nicht anstellen sollen (und vielleicht ist sie auch etwas neidisch, dass wir ohne Kinder „freier sind“als sie, keine Ahnung.). Dabei sind es ja nicht per se die Kinder die den Lärm machen, sondern eher dass es den Eltern alles so unfassbar egal ist. Also ich finde schon, dass man einem 5-Jährigen erklären kann, dass wenn er schon 2-3 Stunden schlagend, schreiend durch die Wohnung rennt und es 22 Uhr ist, er vielleicht mal aufhören könnte. Vor allem wenn wir ihr zweimal erklärt haben, dass wir da oben arbeiten MÜSSEN. Sagt ja keiner, dass man die Kinder knebeln soll. Aber einfach mal Rücksicht nehmen. Stattdessen lassen sie ihn einfach machen, die Türen aus Spaß zuknallen, gegen Wände treten und machen als einzige Reaktion danebensitzend einfach ihren Fernseher lauter…
Im Sommer sitzen sie dann beide samt Kinder auf dem Balkon, kettenrauchend, aufs Handy starren (CandyCrush), Vater bechert Bier.

Wenn ich auch Rentner wäre oder arbeitslos, wäre das vielleicht nicht so arg schlimm. Aber dem ist ja nicht so. Wir müssen früh aufstehen und arbeiten. Und hätten halt auch gerne mal nach einer harten Woche wenigsten ein wenig Ruhe in der eigenen Wohnung, aber daran ist hier seit Monaten nicht zu denken dran. Ich laufe mittlerweile oft mit Ohropax tagsüber durch meine Wohnung, weil es nicht zum Aushalten ist. An Heiligabend, die unter uns hatten in ihrer 3 Raumwohnung Besuch, so dass sie da zu 8 waren, 4 eskalierende Kinder und über mir großer Familienbesuch, wo sich auch locker 6-7 Leute auf 58qm anschrien, hatte ich von 8 bis 21 Uhr durchgehend Ohrschutz auf. Und als ich ihn um 21 Uhr absetze hörte ich wie die unter uns gerade die Musik aufdrehte und einer der Gäste die Mutter gefragt hat „Oh, ist das nicht zu laut?“ und die Mutter antwortet „Ach, ist doch egal, mach laut.“… So waren die ganzen Feiertage. Ich glaube, die haben einfach alle zu viel Zeit und Langeweile.

Das Ganze führt mittlerweile dazu, dass ich regelrecht Angst vor dem Wochenende habe bzw. vor Feiertagen. Ich habe morgen z.B. Geburtstag und mein einziger Gedanke war bisher: „Was kann ich tun, damit ich an dem Tag nicht hier in meiner lauten Wohnung bin.“. Das ist doch krass.

Auch sind meine Freundin und ich dadurch auch sehr oft angespannt und streiten uns deshalb sogar manchmal. Mal abgesehen, dass ich in Behandlung wegen Depression bin (mir geht es aber schon bedeutend besser als früher).
Ich weiß gerade echt nicht weiter. Den Vermieter hatten wir schon vor paar Wochen mal kontaktieren, aber wir können ja auch schlecht sagen „Das ganze Haus ist laut und gegen uns.“ – obwohl das ja die Wahrheit wäre. (Und nochmal, wird sind wirklich entgegenkommend. Ich habe nicht mal eine Soundanlage, wenn ich Musik höre über Kopfhörer und sind einfach immer darauf bedacht leise zu sein).
Längerfristig planen wir also eh einen Aus/Umzug. So möchte man ja nicht wohnen. Nur wird das so schnell in den nächsten 1-2 Jahren nichts werden, vor allem aufgrund des Wohnungsmarktes.

Sollte jemand bis hierhin gelesen haben: Eine Idee wie mit der Situation umzugehen?
Ich musste mein Homeoffice mittlerweile abbrechen und fahre wieder ins Großraumbüro, weil es einfach nicht ging. Ansonsten versucht man auszuweichen, spaziergehen usw. Ich hoffe ja stark auf die Zeit wenn Corona vorbei ist und man wieder mal mehr ausweichen kann.
Aber momentan ist es mir echt zuwider in meiner eigenen Wohnung zu sein – was ja krass ist...
 

 

Mit sowas musst du immer rechnen, wenn du in einem Mehrfamilienhaus wohnst. Das musst du leider ertragen oder ausziehen. Wirklich ruhig so wie du es gern hättest und ohne Störungen durch Nachbarn hast du es nur in einem freistehenden Einfamilienhaus.

Gegen übermäßige Lärmbelästigung kannst du dich wehren. Dazu musst du aber ein Lärmprotokoll anfertigen und den Lärm zusätzlich auch noch aufnehmen, damit du Beweise hast. Dann schau in die Hausordnung bzw. in die Regelungen für Ruhezeiten in deiner Gemeinde. In manchen gilt, dass zu bestimmten Zeiten Ruhe herrschen zu hat, aber eben nicht überall. Und tagsüber ist sowieso Lärm erlaubt. Euer Haus scheint auch wirklich hellhörig zu sein, das ist blöd, aber nicht zu ändern. Frag den Vermieter, ob du auf eigene Kosten Schallisolierung anbringen darfst. 

Wegen des Hundes würde ich den Tierschutz informieren, den einfach mit Maulkorb in ein Zimmer zu sperren ist ja keine argerechte Tierhaltung. Die sollen da mal nachschauen und den Leuten ggfs. den Hund wegnehmen. 

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16. Februar um 16:37
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Oje und dann faseln diverse Politiker davon, Einfamilienhäuser zu verbieten! (leben selbst wahrscheinlich schön in ihren Villen ) ...ich würde durchdrehen!!! 

Einen anderen Tipp, als umzuziehen habe ich da leider nicht für euch. Gegen Ignoranz, Dummheit und Egoismus kann man leider nicht viel tun! Ich wünsche euch starke Nerven, bis ihr hoffentlich schnell eine tolle Wohnung mit einer sozialeren Nachbarschaft findet!

Das wird sich wohl kaum durchsetzen lassen, man kann ja nicht einfach Hausbesitzer enteignen.

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16. Februar um 19:16
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Das wird sich wohl kaum durchsetzen lassen, man kann ja nicht einfach Hausbesitzer enteignen.

Das wohl nicht (wehe!) aber wer sich eins bauen will, wird, in deren Köpfen es so spukt, keine Genehmigung mehr bekommen. Ist erstmal für Hamburg im Gespräch gewesen. Also die Grünen hätten es am liebsten so. Typisch die Grünen halt... 

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16. Februar um 19:51
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Hallo liebes Forum,
ich schreibe hier, weil ich ganz gerne mal ein Feedback hätte. Es geht um meine Nachbarschaft und die momentane Situation.

Kurz zu mir: Ich bin 30 und wohne mit meiner Partnerin nun seit ca. 1 ½ Jahren hier in dieser Wohnung. Ich schreibe gerade meine Uni Abschlussarbeit und arbeite nebenbei bei einer Krankenkasse in der Verwaltung. Meine Partnerin arbeitet 40/W bei der Stadt und musste auch schon beim Gesundheitsamt Corona bedingt aushelfen.

Es handelt sich um ein 4-Stöckiges Mehrfamilienhaus. Die Gegend ist eigentlich recht schön und ruhig. Das Problem ist eher die Nachbarschaft. Um es besser zu strukturieren unterteile ich es mal etwas. Tut mir leid, wenn es zu viel Text ist.

Wir wohnen im zweiten Stock und eigentlich sind sämtliche Mieter, die über uns wohnen, mindestens 60 bis zu 85 Jahre alt. Sie wohnen auch schon alle mehrere Jahrzehnte hier und kennen sich deshalb auch gut. Ich habe später erfahren, dass in der Wohnung in der wir nun wohnen auch jemand jahrelang gewohnt hat, den sie alle gemocht haben und der es mittlerweile bereut hier ausgezogen zu sein…

Jedenfalls ist es seit dem ersten Tag komisch. Wir sind immer nett, grüßen, nehmen Pakete an. Ich habe auch schon mal einen Einkauf hochgetragen. Dennoch ist es z.B. so, dass die Nachbarn sich mal im Treppenhaus treffen, um ca. 1 Stunde lang laut zu lästern. Dabei lassen sie auch kein gutes Haar an uns, obwohl wir uns wirklich nichts zu Schulden kommen lassen. Wir sind beide 30, sehr ruhig und bedacht, keine Kinder, keine Tiere, beide berufstätig, lesen eher, als dass wir TV schauen, hatten in 18 Monaten nur einmal (!) Besuch (auch aus Rücksicht gegenüber den anderen Mietern). Dennoch zerreißen sie sich das Maul über uns. Neuerdings denken sie wir seien „faule Arbeitslose“, weil wir ja immer zu Hause sind. Dabei sind wir beide von unseren Arbeitgebern ins Homeoffice gezwungen worden…

Auch wollte eine ältere Nachbarin mir schon drei Mal ein Gespräch aufzwingen und mit mir über den „blöden ausländischen DHL Boten“ reden, was ich aber dankend ablehnte und wegmusste. Auch meinte einmal eine andere Nachbarin, dass man „euch ja niemals sieht!“, was halt einfach daran liegt, dass wir viel arbeiten sind und nicht zu Hause rumhängen wie sie. Und selbst wenn, muss ich nicht in meiner Freizeit mit Menschen reden, die mich ein Tag vorher noch beleidigt /gelästert haben.

Richtig schlimm wurde es seit Oktober. Vermutlich von Corona genervt, fingen die vier Mietparteien an, sich einfach mal unter der Woche zu treffen und Party zu machen. Das war zwei Mal so, was schon etwas anstrengend war, weil sie bis 1 Uhr machten und man selbst ja früh raus muss. Beim dritten Mal sind sie dann komplett eskaliert und haben die Musikanlage so weit aufgedreht, dass bei mir die Tassen im Schrank vibrierten, unter der Woche, 21 Uhr. Nach zwei Stunden bin ich dann einmal hoch und habe geklingelt, wollte wissen wie lange es noch gehen soll. Mir wurde nicht geöffnet und ich habe aber gehört wie mich jemand durch den Türspion beobachtet hat.
Also bin ich zurück in meine Wohnung. Nach 45min weiterhin Lärm kam auf einmal die Polizei. Die muss halt jemand anderes gerufen haben. Die Polizei hatte komischerweise kein Problem damit, dass ca. 8 Erwachsene ü60 zusammen feierten (trotz Corona), aber dann war jedenfalls Schluss.
Relativ schnell habe ich mitbekommen, dass sie uns dafür die Schuld gegeben haben, also das wir die Polizei gerufen hätten, weil ich ja an die Tür geklopft habe…

Seitdem passieren komische Sachen. Wenn man uns trifft wird freundlich gegrüßt, aber ich kam z.B. einmal nach Hause und sah wie die kleine ältere Dame aus dem 4. Stock vor meiner Wohnungstür stand und ihr Ohr gegen drückte. Als ich sie begrüßt habe, war ihr das sichtlich peinlich und sie hat sich schnell getrollt.
Auch traf ich mal zwei Nachbarinnen, die wussten ich war in Hör- aber nicht Sichtweite und sie haben sich darüber unterhalten, dass „sich manch einer ja nicht an die Reinigung der Treppe hält. Aber nicht jeder hätte wohl eine Erziehung genossen.“ – Dabei halten wir uns sehr wohl daran und putzen regelmäßig.

Heute erst erlebte ich etwas sehr Absurdes: Auf unserer Etage ist seit 5 Tagen die Treppenhauslampe defekt. Ich habe schon zwei Mal die Hausverwaltung angerufen, aber da ging keiner ran. Heute Morgen öffne ich meine Wohnungstür und da steht direkt vor meiner Tür passiv aggressiv eine Glühbirne mitten im Treppenhaus…was soll das denn? Anstatt zu reden? Oder die 10 Sekunden zu haben und selber bei der Verwaltung anzurufen.
(Während ich diesen Text hier geschrieben habe, kam der Hausmeister uns hat es repariert. Auch unterhielten sich zwei Nachbarn direkt vor meiner Tür und einer meinte "Ja, ich habe mal eine Birne gespendet." der andere "Du bist ja SO FREUNDLICH!". - wtf?!)

Das ist alles Gerede, was man ja ignorieren kann zumal es ja nichtmal direkte Nachbarn sind. Am schlimmsten sind aber unsere direkten Nachbarn oben und unten.
Über uns wohnt eine 85 Jährige Frau, die noch voll fit im Kopf ist, was ja gut ist. Nur ist sie leider ziemlich schwerhörig und da sie seit den 70er Jahren (!) in ihrer Wohnung wohnt, ist der Boden auch scheinbar kaum isoliert. Das führt dazu, dass man wirklich jedes Wort hört, was sie in ihr Telefon brüllt. Ich höre sogar die Person auf der anderen Seite der Leitung glasklar. Das führt auch dazu, dass ich alles über diese Frau weiß, obwohl wir nie länger als 10 Sek gesprochen haben. Ich habe sie auch schon über uns lästern hören.

Sie telefoniert jeden (!) Tag von 9 bis 13 Uhr und dann schiebt sie oft irgendwelche Möbel umher, was natürlich auch unfassbar laut ist. Wenn sie dann Besuch hat, was ca. alle 4-5 Tage vorkommt, ist es auch so laut, als würde sie in meiner Wohnung sein und sich anschreien. Und manchmal kommt ihr Sohn vorbei und „parkt“ seinen Hund bei ihr. Da sie aber keine Lust hat sich um den Hund zu kümmern, bekommt er einen Maulkorb um und wird ins Wohnzimmer gesperrt. Das führt dazu, dass man sehr häufig ein Kratzen und Wimmern bis in die Nacht hinein hört…
Das einzige gute ist, dass sie oft ab 19Uhr ins Bett geht und es abends bei ihr eher ruhig ist. Dafür ist es echt jeden Tag so, also egal ob Wochentags, oder WE oder Feiertag. Über ihr wohnt eine ebenfalls schwerhörige 72 Jährige, die eh niemals da und neben ihr ist die Ausenwand.

Die Nachbarn unter uns sind sogar noch schlimmer. Es ist ein Paar, das genauso alt ist wie wir. Allerdings haben sie zwei Kinder. Einen 5-Jährigen und ein 9 Monate altes Baby. Bis vor der Geburt des zweiten Kindes hat man sie kaum gehört, aber seitdem ist es unfassbar schlimm. Auf einmal lassen sie ihren Großen oft 1-2 Stunden am Stück durch die Wohnung rennen, wie ein eingesperrtes Tier. Dabei tritt und schlägt er dann gerne gegen Wände und Türen, was natürlich jedes Mal meinen Boden beben lässt. Der Vater ist tagsüber immer arbeiten bis 16 Uhr und die Mutter mit dem Baby zu Hause. Das führt dazu, dass sie aber auch gerne mal den Kleinen auf den Boden setzt, wo er dann auch gerne mal 30min am Stück mit Gegenstände um sich schlägt/wirf, so dass es bei mir sehr laut zu hören ist. (Ich weiß, ich hätte das vorher auch nicht geglaubt, aber es ist wirklich sehr sehr laut. Ich habe mal mit einen Freund telefoniert und der hat mich gefragt was das für ein Lärm bei mir wäre.).

Der Mutter scheint das aber auch alles egal zu sein, stattdessen ist sie mittlerweile immer so bis 3 Uhr nachts wach und schaut laut Netflix, was ich sogar bei mir oben höre und nicht verstehen kann wie ihr Mann so schlafen kann bei dem Lärm. (Sie war wohl die meiste Zeit ihres Lebens arbeitslos). Dann steht sie um 6 auf, bringt ihren Großen in die Kita, kommt nach Hause und legt sich hin. So geht das jeden Tag. Heißt im Grunde ist dort unten von 6 Uhr morgens bis tief in die Nacht hinein durchgehend Terror, aber voll willkürlich. Es gibt mal ruhige Tage und an anderen ist stundenlang Krach.

Wir waren auch schon zweimal unten und haben es angesprochen, da wir ja nun mal wirklich arbeiten müssen und dazu einfach nicht kommen, wenn sie da jeden Tag stundenlang ausflippen. Erst wirkten sie sehr einsichtig und es täte ihnen leid usw., aber kaum waren zwei Tage vergangen, war alles wie vorher. Vor allem die Mutter tut halt so, als wenn wir uns nicht anstellen sollen (und vielleicht ist sie auch etwas neidisch, dass wir ohne Kinder „freier sind“als sie, keine Ahnung.). Dabei sind es ja nicht per se die Kinder die den Lärm machen, sondern eher dass es den Eltern alles so unfassbar egal ist. Also ich finde schon, dass man einem 5-Jährigen erklären kann, dass wenn er schon 2-3 Stunden schlagend, schreiend durch die Wohnung rennt und es 22 Uhr ist, er vielleicht mal aufhören könnte. Vor allem wenn wir ihr zweimal erklärt haben, dass wir da oben arbeiten MÜSSEN. Sagt ja keiner, dass man die Kinder knebeln soll. Aber einfach mal Rücksicht nehmen. Stattdessen lassen sie ihn einfach machen, die Türen aus Spaß zuknallen, gegen Wände treten und machen als einzige Reaktion danebensitzend einfach ihren Fernseher lauter…
Im Sommer sitzen sie dann beide samt Kinder auf dem Balkon, kettenrauchend, aufs Handy starren (CandyCrush), Vater bechert Bier.

Wenn ich auch Rentner wäre oder arbeitslos, wäre das vielleicht nicht so arg schlimm. Aber dem ist ja nicht so. Wir müssen früh aufstehen und arbeiten. Und hätten halt auch gerne mal nach einer harten Woche wenigsten ein wenig Ruhe in der eigenen Wohnung, aber daran ist hier seit Monaten nicht zu denken dran. Ich laufe mittlerweile oft mit Ohropax tagsüber durch meine Wohnung, weil es nicht zum Aushalten ist. An Heiligabend, die unter uns hatten in ihrer 3 Raumwohnung Besuch, so dass sie da zu 8 waren, 4 eskalierende Kinder und über mir großer Familienbesuch, wo sich auch locker 6-7 Leute auf 58qm anschrien, hatte ich von 8 bis 21 Uhr durchgehend Ohrschutz auf. Und als ich ihn um 21 Uhr absetze hörte ich wie die unter uns gerade die Musik aufdrehte und einer der Gäste die Mutter gefragt hat „Oh, ist das nicht zu laut?“ und die Mutter antwortet „Ach, ist doch egal, mach laut.“… So waren die ganzen Feiertage. Ich glaube, die haben einfach alle zu viel Zeit und Langeweile.

Das Ganze führt mittlerweile dazu, dass ich regelrecht Angst vor dem Wochenende habe bzw. vor Feiertagen. Ich habe morgen z.B. Geburtstag und mein einziger Gedanke war bisher: „Was kann ich tun, damit ich an dem Tag nicht hier in meiner lauten Wohnung bin.“. Das ist doch krass.

Auch sind meine Freundin und ich dadurch auch sehr oft angespannt und streiten uns deshalb sogar manchmal. Mal abgesehen, dass ich in Behandlung wegen Depression bin (mir geht es aber schon bedeutend besser als früher).
Ich weiß gerade echt nicht weiter. Den Vermieter hatten wir schon vor paar Wochen mal kontaktieren, aber wir können ja auch schlecht sagen „Das ganze Haus ist laut und gegen uns.“ – obwohl das ja die Wahrheit wäre. (Und nochmal, wird sind wirklich entgegenkommend. Ich habe nicht mal eine Soundanlage, wenn ich Musik höre über Kopfhörer und sind einfach immer darauf bedacht leise zu sein).
Längerfristig planen wir also eh einen Aus/Umzug. So möchte man ja nicht wohnen. Nur wird das so schnell in den nächsten 1-2 Jahren nichts werden, vor allem aufgrund des Wohnungsmarktes.

Sollte jemand bis hierhin gelesen haben: Eine Idee wie mit der Situation umzugehen?
Ich musste mein Homeoffice mittlerweile abbrechen und fahre wieder ins Großraumbüro, weil es einfach nicht ging. Ansonsten versucht man auszuweichen, spaziergehen usw. Ich hoffe ja stark auf die Zeit wenn Corona vorbei ist und man wieder mal mehr ausweichen kann.
Aber momentan ist es mir echt zuwider in meiner eigenen Wohnung zu sein – was ja krass ist...
 

 

Willkommen im Mietshaus mit älteren Nachbarn.

Ich bin so aufgewachsen,mehr als dickes Fell hilft da nicht. Übrigens hört das Lästern Erfahrungsgemäß auf sobald jemand Homosexuelles, Ausländisches, Unordentliches, Alleinerziehendes oder jemand mit Haustieren oder ständig wechselnden Partnern einzieht :pdra soll man dann plötzlich mitlästern, tu es nicht! Hörst du wen an der Tür lauschen, reiss sie auf als wolltest du gerade wo hin und schau ganz erschrocken, triffst du sie dabei am Kopf weil du ja nicht wissen könntest das wer lauscht hast du 100 Punkte 

Und nie persönlich irgendwo hoch/runter rennen wenn es laut ist, das hätte ich dir vorher sagen können  ab jetzt bist du IMMER Schuld, bei sowas Polizei anrufen. Keine Pakete annehmen, kein Tratsch im Flur - Spar es dir. Freundliches Hallo wenn du wen siehst und nichts weiter. Wird es dir zu bunt,beim Vermieter beschweren oder ausziehen.







 

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17. Februar um 9:05

Ja, aber wie willst du den gegen die ganze Nachbarschaft vorgehen?

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19. Februar um 18:28

Finde ich auch, gegen die ganze Nachbarschaft wird schwer..

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19. Februar um 20:47
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Das wohl nicht (wehe!) aber wer sich eins bauen will, wird, in deren Köpfen es so spukt, keine Genehmigung mehr bekommen. Ist erstmal für Hamburg im Gespräch gewesen. Also die Grünen hätten es am liebsten so. Typisch die Grünen halt... 

Das machen viele Gemeinden auch jetzt schon so, wenn sie die Zuwanderung aus den Städten stoppen möchten, das ist ja jetzt schon geregelt. Auch Umwidmungen von Agrarland auf Bauland ist nicht mehr ohne weiteres möglich. 

Es kann generell nicht überall gebaut werden und wie gebaut werden darf, ist auch bereits vorgeschrieben. Diese Bauordnung kann auch geändert werden, zum Beispiel, dass ein Grundstück eine bestimmte Mindestgröße haben muss, dass das Gebäude eine bestimmte Höhe nicht überschreiten darf, dass nur eine bestimmte Prozentzahl des Grundstücks überhaupt verbaut werden darf etc. Auch in meiner Nachbarschaft sind schon Pläne abgelehnt worden, weil das geplante Haus nicht der Bauordnung entsprach. 

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20. Februar um 5:01
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Das machen viele Gemeinden auch jetzt schon so, wenn sie die Zuwanderung aus den Städten stoppen möchten, das ist ja jetzt schon geregelt. Auch Umwidmungen von Agrarland auf Bauland ist nicht mehr ohne weiteres möglich. 

Es kann generell nicht überall gebaut werden und wie gebaut werden darf, ist auch bereits vorgeschrieben. Diese Bauordnung kann auch geändert werden, zum Beispiel, dass ein Grundstück eine bestimmte Mindestgröße haben muss, dass das Gebäude eine bestimmte Höhe nicht überschreiten darf, dass nur eine bestimmte Prozentzahl des Grundstücks überhaupt verbaut werden darf etc. Auch in meiner Nachbarschaft sind schon Pläne abgelehnt worden, weil das geplante Haus nicht der Bauordnung entsprach. 

Da hast du vollkommen recht aber die Rede war davon, generell Einfamilienhäuser dort zu verbieten, kompett. 

Hier, in den Dörfern, wird Lückenbebauung betrieben. Sprich im Ortskern werden freie Flächen als Baugrundstücke benannt oder ein Neubaugebiet eröffnet. Das soll in HH dann entfallen. Jetzt winden sie sich allerdings schon wieder, wäre so nicht gemeint gewesen, ja ja..

Wir haben eh nie vor gehabt zu bauen, sondern wollten einen Resthof, mit etwas Weideland. Sowas darf man ja sowieso schon gar nicht mehr bauen - außer als Altenteilin Landwirtsbetrieben.

Ein Nachbar neben uns brauchte Jahre, um durchzusetzen, dass er aus seinem alten Haus ein neues bauen durfte, als komplett Abriss und Neubau. Er hat hobbymäßig ein paar Kühe aber das alte Haus war hin. 

Anderen Nachbarn gegenüber brannte 2017 das über 150 Jahre alte Haus mit Reetdach komplett ab. Bei ihnen dauerte es 1 1/2 Jahre, bis sie wieder neu bauen durften. Da dauerte es aber versicherungstechnisch, Klärung des Brandes usw. Denen wurde dann auch vorgeschrieben, das Haus da wieder zu bauen, wo und wie das alte stand und nicht größer. 

Wir sind hier keine Siedlung, sondern eine 800m Nebenstraße mit 5 Häusern/Höfen auf jeder Seite. 

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20. Februar um 18:08
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Da hast du vollkommen recht aber die Rede war davon, generell Einfamilienhäuser dort zu verbieten, kompett. 

Hier, in den Dörfern, wird Lückenbebauung betrieben. Sprich im Ortskern werden freie Flächen als Baugrundstücke benannt oder ein Neubaugebiet eröffnet. Das soll in HH dann entfallen. Jetzt winden sie sich allerdings schon wieder, wäre so nicht gemeint gewesen, ja ja..

Wir haben eh nie vor gehabt zu bauen, sondern wollten einen Resthof, mit etwas Weideland. Sowas darf man ja sowieso schon gar nicht mehr bauen - außer als Altenteilin Landwirtsbetrieben.

Ein Nachbar neben uns brauchte Jahre, um durchzusetzen, dass er aus seinem alten Haus ein neues bauen durfte, als komplett Abriss und Neubau. Er hat hobbymäßig ein paar Kühe aber das alte Haus war hin. 

Anderen Nachbarn gegenüber brannte 2017 das über 150 Jahre alte Haus mit Reetdach komplett ab. Bei ihnen dauerte es 1 1/2 Jahre, bis sie wieder neu bauen durften. Da dauerte es aber versicherungstechnisch, Klärung des Brandes usw. Denen wurde dann auch vorgeschrieben, das Haus da wieder zu bauen, wo und wie das alte stand und nicht größer. 

Wir sind hier keine Siedlung, sondern eine 800m Nebenstraße mit 5 Häusern/Höfen auf jeder Seite. 

Ich habe keine abschließende Meinung zum Thema  Verbot von Einfamilienhäusern.
Aber tendenziell finde ich das Ganze zumindest überdenkenswert.

Fakt ist doch auf jeden Fall, dass wir langsam aber sicher auf eine akute Wohnungsnot zusteueren bzw. uns bereits mitten in einer solchen befinden. Viele Menschen suchen verzweifelt bezahlbaren Wohnraum, die Anzahl der Singlehausnhalte nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Ich vermute mal - genaue, insbesondere gesicherte Zahlen dazu werden ja nicht erhoben - dass auch die Zahl der wohnungslosen wie auch obdachlosen Menschen seit Jahren steigt.

Betrachtet man den Flächenverbrauch, sind Einfamilienhäuser nicht sonderlich hilfreich im Kampf gegen Wohnungsmangel.
Und ökologisch, energetisch, im Ressourcenverbrauch ... sind sie ebenfalls nicht wirklich der Knaller.
 

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20. Februar um 18:46
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Das machen viele Gemeinden auch jetzt schon so, wenn sie die Zuwanderung aus den Städten stoppen möchten, das ist ja jetzt schon geregelt. Auch Umwidmungen von Agrarland auf Bauland ist nicht mehr ohne weiteres möglich. 

Es kann generell nicht überall gebaut werden und wie gebaut werden darf, ist auch bereits vorgeschrieben. Diese Bauordnung kann auch geändert werden, zum Beispiel, dass ein Grundstück eine bestimmte Mindestgröße haben muss, dass das Gebäude eine bestimmte Höhe nicht überschreiten darf, dass nur eine bestimmte Prozentzahl des Grundstücks überhaupt verbaut werden darf etc. Auch in meiner Nachbarschaft sind schon Pläne abgelehnt worden, weil das geplante Haus nicht der Bauordnung entsprach. 

Finde ich zum Teil auch gut,in dem Dorf aus dem ich komme war man da erst sehr locker - Jetzt stehen zwischen historischen Fachwerkhäusern Glastempel mit blauen Dächern und es sieht absolut hässlich aus.

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20. Februar um 19:59

Das wird man aber auch nicht aufhalten können

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20. Februar um 22:20

"Sollte jemand bis hierhin gelesen haben: Eine Idee wie mit der Situation umzugehen?"

Den Leuten aus dem Weg gehen und umziehen. Aus Deiner detaillierten Schilderung entnehme ich, dass Du schon viel zu sehr in Einzelheiten gefangen bist. Das ist nie gut. Ich kenne die Situation gut: Über mir ein Handwerker, der laute Partys feiert und es anscheinend versteht, die Damenwelt sehr beglücken zu können. Unter mir ein drogenabhängiger und deshalb aggressiver Arbeitsloser, der Fan lauter Heavy-Metal-Musik ist. Du kannst zig mal die Polizei rufen und Dich zig mal beim Vermieter beschweren. Das bringt alles nichts, sondern raubt Dir nur Zeit, Nerven und Energie. Einziger Ausweg ist der Umzug. Es ist immer Glück, an wen man gerät. Das ist mit allem so, sei es der Arbeitgeber, seien es die Kollegen, sei es der Partner oder die Partnerin, seien es die Mitmieter. Wenn Du dort halt Pech gehabt hast: So ist das Leben. Umziehen und eine bessere Hausgemeinschaft finden.

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21. Februar um 6:43
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Ich habe keine abschließende Meinung zum Thema  Verbot von Einfamilienhäusern.
Aber tendenziell finde ich das Ganze zumindest überdenkenswert.

Fakt ist doch auf jeden Fall, dass wir langsam aber sicher auf eine akute Wohnungsnot zusteueren bzw. uns bereits mitten in einer solchen befinden. Viele Menschen suchen verzweifelt bezahlbaren Wohnraum, die Anzahl der Singlehausnhalte nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Ich vermute mal - genaue, insbesondere gesicherte Zahlen dazu werden ja nicht erhoben - dass auch die Zahl der wohnungslosen wie auch obdachlosen Menschen seit Jahren steigt.

Betrachtet man den Flächenverbrauch, sind Einfamilienhäuser nicht sonderlich hilfreich im Kampf gegen Wohnungsmangel.
Und ökologisch, energetisch, im Ressourcenverbrauch ... sind sie ebenfalls nicht wirklich der Knaller.
 

Auch alles richtig aber es sollte nicht verboten werden, so wie hier, ein altes freistehendes Haus, außerhalb des Dorfes, abzureißen, um sich ein neues zu bauen, auch um hinterher Ressourcen zu sparen. So bleiben viele alte Häuser leer und verrotten, ob das nun so gut ist, wage ich anzuzweifeln. Dann lieber problemlos abreißen, schädliche Eternitplatten vernünftig und bezahlbar entsorgen, und ein energetisch besseres Haus bauen. Vielleicht kleiner als vorher. Es sind ja meistens große Häuser oder Resthöfe, die leer stehen.

Ich liebe unser 100 jjähriges Haus, das für sein Alter noch vergleichsweise gut in Schuss ist, aber es zieht schon hier und da durch einige Ritzen - bei Ostwind (ohne Kamin an 12 Grad kalt). Im Sommer erreichten wir oben, wo wir wohnen, 32 Grad tagelang.. Dach nicht isoliert.
Das Dach haben wir auch erst zu 1/4 von den Eternitplatten befreit und Blechplatten mit Isolierung verlegt, weil wir zwei Solarzellen für Warmwasser organisierten.

Eigentlich wollten wir im Herbst mit Aus- und Umbauten/Sanierung beginnen aber dann kam der Lockdown. Da wir fast alles mit Freunden und Brüdern meines Mannes machen.... Hände gebunden! Material in Baumärkten schon mal besorgen? Komplizierter. 

Wir heizen mit zwei Kaminen, weil wir immer kostenlos reichlich an Feuerholz kommen aber mein Mann muss selber die Bäume sägen, das Holz aufladen und herbringen, dann kamingerecht kleinsägen, lohnt sich trotzdem, sparen enorm an Heizöl.

Ja, wie so vieles, hat beides Vor- und Nachteile. Man ssollte schon abwägen, wo man noch neu bauen darf oder aus alt neu baut aber ein generesses Neubauverbot für Einfamilienhäuser, um ein Mehrfamilienhaus zu bauen, finde ich subjektiv betrachtet nicht ok. Erstrecht nicht, wenn man sich mit asozialen Menschen abgeben muss,  wie es hier mehrfach zu lesen ist. Umziehen scheint ja auch nicht so einfach zu sein in Städten und an wen man dann gerät, weiß man auch erst, wenn man da wohnt.

Wir lebten 4 Jahre in einem 11 Familienhaus auf zwei Etagen, zwar hatten wir, damals mit Anfang 20, keine Probleme mit (vielen ausländischen) Nachbarn aber nebenan hörte man jedes Wort- das ich nicht verstand, vielleicht zum Glück. Nee, aber wir hatten da mal ne Zeitlang welche, die sich oft stritten und deren Wohnzimmer war an unserem Schlafzimmer, nur mit einer dünnen Mauer getrennt. Wenn ich schlafen wollte, schrien die da rum. Aber auch daran gewöhnte man sich, denn als sie ausgezogen sind, war die Stille anfangs doch ungewohnt :p
Man grüßte sich freundlich, wwem man begegnete und das war's. 

Eine ehemalige Nachbarin traf ich letztes Jahr beim Einkaufen (2000 zogen wir da aus), da wo ich arbeite, das ist das Dorf, wo das 11 Famiienhaus steht, und wir redeten miteinander, sie spricht immernoch nicht perfekt Deutsch aber es reichte, um über damals zu sprechen. (nicht die, die neben uns stritten, sie wohnte schräg gegenüber, hörte man nie).

Lange Rede, kurzer Sinn, mir reichten die vergleichsweise ruhigen 4 Jahre in einem 11 Familienhaus an Erfahrungen, um für mich zu sagen: nie wieder!
Oder in drei Mietwohnungen, mit direkten Nachbarn bzw. Vermieter unter einem Dach leben (auch wenn es keine ernstzunehmenden Probleme gab), neeee danke! 
Vielleicht liegt es daran, dass ich so aufwuchs, dass erst 400m weiter die ersten Nachbarn kamen. Dagegen wohne ich seit 13 Jahren sehr zentral (s.o. andere Antwort).

Besuche ich Freunde in Hannover oder Duisburg, meinen Bruder in Bremen, auch Mehrfamilienhäuser, bin ich froh, wenn ich wieder in mein ruhiges einsames Zuhause abreisen kann, so gerne ich sie besuche. Die kommen aber auch viel lieber zu uns. Außer mein Bruder, den sehe ich nur 1x im Jahr bis alle zwei Jahre... dank Corona zuletzt 2019...

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22. Februar um 23:07
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Da hast du vollkommen recht aber die Rede war davon, generell Einfamilienhäuser dort zu verbieten, kompett. 

Hier, in den Dörfern, wird Lückenbebauung betrieben. Sprich im Ortskern werden freie Flächen als Baugrundstücke benannt oder ein Neubaugebiet eröffnet. Das soll in HH dann entfallen. Jetzt winden sie sich allerdings schon wieder, wäre so nicht gemeint gewesen, ja ja..

Wir haben eh nie vor gehabt zu bauen, sondern wollten einen Resthof, mit etwas Weideland. Sowas darf man ja sowieso schon gar nicht mehr bauen - außer als Altenteilin Landwirtsbetrieben.

Ein Nachbar neben uns brauchte Jahre, um durchzusetzen, dass er aus seinem alten Haus ein neues bauen durfte, als komplett Abriss und Neubau. Er hat hobbymäßig ein paar Kühe aber das alte Haus war hin. 

Anderen Nachbarn gegenüber brannte 2017 das über 150 Jahre alte Haus mit Reetdach komplett ab. Bei ihnen dauerte es 1 1/2 Jahre, bis sie wieder neu bauen durften. Da dauerte es aber versicherungstechnisch, Klärung des Brandes usw. Denen wurde dann auch vorgeschrieben, das Haus da wieder zu bauen, wo und wie das alte stand und nicht größer. 

Wir sind hier keine Siedlung, sondern eine 800m Nebenstraße mit 5 Häusern/Höfen auf jeder Seite. 

Aber das geht ja jetzt auch schon, das Bauen von Einfamilienhäusern zu verbieten oder so unattraktiv zu gestalten, dass es keiner mehr macht, indem man einfach den Bebauungsplan ändert.

Man kann nämlich die Bedingungen, unter denen auf einem Grundstück ein Einfamilienhaus errichtet werden darf, so unattraktiv und schwer erfüllbar machen, dass sich da praktisch keiner mehr antun will, ein Einfamilienhaus zu bauen. Beispielsweise: das Grundstück muss mindestens 2000 Quadratmeter haben (unleistbar bei den Grundstückspreisen), es darf aber nur eine Grundfläche von 40 Quadratmetern verbaut werden (wer baut sich ein Haus mit 80 Quadratmetern EG plus 1. OG zusammengenommen?), es müssen Autoabstellplätze zwingend als Tiefgarage ausgeführt werden etc. 

Man kann auch einfach einen Baustopp erteilen, dann darf gar nichts gebaut werden. 

Bei diesen alten Bauernhöfen ist es oft so, dass das Land Argrarland ist, auf dem eigentlich gar nicht gebaut werden dürfte. Weil die Landwirte, die das Agrarland bewirtschaften, aber irgendwo wohnen müssen, wird an genau einer Stelle die Bebauung erlaubt, aber eben nur für das notwendige Wohngebäude und nicht mehr. Ein neues Haus dann an eine andere Stelle zu bauen, nachträglich anzubauen oder ein neues Haus wie nach dem Brand größer zu bauen, wird dann oft nicht genehmigt.

Ich hatte einen Nachbarn, der ein Grundstück mit einem alten, baufälligen Haus gekauft hat. Er wollte dieses abreißen und ein neues Haus bauen, hat aber anscheinend nicht ordentlich geschaut, als er das Grundstück gekauft hat - das liegt nämlich in einer roten Zone, die eigentlich gar nicht bebaut werden darf. Das alte Haus wurde geduldet, aber ein Neubau würde definitiv nicht genehmigt werden. Jetzt musste er quasi das alte Gebäude entkernen, damit nur die Außenmauern stehen bleiben und durfte nur die Innenbereiche neu aufbauen und einen neuen Dachstuhl und ein neues Dach aufsetzen. So hatte er sich das nicht vorgestellt. 

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