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Der ontologische und der kausale Gottesbeweis und seine Widerlegbarkeit

23. Dezember 2008 um 18:04

Das, über dem Größeres (gemeint ist: Vollkommeneres) nicht gedacht werden kann, ist Gott.

Sicherlich kann >das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann<,
nicht im Verstande allein sein.

Denn wenn es wenigstens im Verstande allein ist,
kann gedacht werden, dass es auch in Wirklichkeit existiere, was größer ist.

Wenn also >das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann<,
im Verstande allein ist,
so ist eben >das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann<,
über dem Größeres gedacht werden kann.

Das aber kann gewiss nicht sein. Gott ist wirklich.

Aha, da haben wir einen Widerspruch und siehe da, er muss existieren.

Diesen Beweis kann man sehr leicht entlarven. Und zwar so:
100 Meter sind 100 Meter. Sind 100 Meter Im Verstand größer als in Wirklichkeit? Nein, das ändert überhaupt nichts an der Größe.

Sein oder Nicht-Sein sagt nichts über Vollkommenheit aus.
Bsp. Dafür: Ein Haus, das nicht ist, ist nicht unvollkommener, als ein Haus, das ist.

1.Nicht-Sein bedeutet auch gleichzeitig das Nicht-Sein von Fehlern, Makeln, Schwächen: Vollkommen
2.Vollkommenheit wird auch als Zustand definiert, der man nicht weiter verbessern kann. Wenn etwas nicht ist, kann man es auch nicht verbessern

Ich kann den Beweis also ins Gegenteil verdrehen:

Das, über dem Vollkommeneres nicht gedacht werden kann, ist die Nicht-Existenz Gottes.
Sicherlich kann >das, über dem Vollkommeneres nicht gedacht werden kann<,
nicht im Verstande allein sein.

Denn wenn es wenigstens im Verstande allein ist,
kann gedacht werden, dass es auch in Wirklichkeit existiere, was vollkommener ist.

Wenn also >das, über dem Vollkommeneres nicht gedacht werden kann<,
im Verstande allein ist,
so ist eben >das, über dem Vollkommeneres nicht gedacht werden kann<,
über dem Vollkommeneres gedacht werden kann.

Das aber kann gewiss nicht sein. Gott existiert nicht.

Der kausale Gottesbeweis:
Es müsse eine erste unverursachte Ursache gegeben haben, da die Ursachenkette nicht ewig zurückführen könne und einen Anfang gehabt haben müsse, lautet dessen Argumentationslogik.

Die ist auch beispielsweise in einem Kindergartendialog zu finden:
10,9,8,7,6,5,4,3,2,1 und dann?
Haha, es geht nicht weiter, es gibt eine erste Zahl! Haha!
- Nein, gibt es nicht. Nämlich: 0,1; 0,01; 0,0001; 0,0000000000000001 usw.

Denn schließlich gibt es immer eine noch kleinere Zahl wie es immer eine noch größere Zahl gibt.
Was ich damit sagen will: Es gab wahrscheinlich immer eine Ursache davor, genauso, wie es vor jeder Zahl noch eine Zahl gibt.

So einfach sind Gottesbeweise zu widerlegen.
Jaja, ich weiß, ihr könnt Gottes Existenz weder beweisen und ich als Atheist auch nicht widerlegen.

Doch ich gebe eins zu bedenken:
Denn, wie kann man etwas widerlegen, was nicht existiert? Gar nicht: Denn indem es nicht existiert, existiert somit auch die Beweisbarkeit nicht bzw. die Widerlegbarkeit nicht. D.h. ich könnte behaupten
- es existiert ein rosaroter Elefant mit Engelsflügeln, mit einem Schnauzer und einer Handtasche um den Rüssel mit Schminke und allerlei Haarsprays.

Die Frage um Gottes Existenz ist vielleicht die spannendste Frage überhaupt.

In dem Sinne, frohe Weihnachten!
Liebe, Vertrauen und Vergebung haben nichts mit Göttlichkeit zu tun. Sie sind menschlich.
Weihnachten ist vielleicht eher ein Fest der Menschlichkeit. Das gefällt mir schon viel besser!
In vielen Familien heutzutage wird Weihnachten ohne religiösen Hintergrund gefeiert, oder täusche ich mich da? Ich denke, das ist gut so.

Verzeihung für all die Rechtschreibfehler, die ich eben produziert hab'. Hattes eilig!






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23. Dezember 2008 um 18:37

Glauben ist nicht Wissen
und Glauben ohne Wissen und Beweise ist potenziell gefährlich.

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23. Dezember 2008 um 19:25

Hi
Wahrheit bezieht sich doch immer auf eine . Zu behaupten, dass Seiendes ist, ist wahr, zu behaupten, dass Nicht-Seiendes ist, ist unwahr.

Gott ist Wahrheit? Wie kann man denn da von Wahrheit sprechen, wenn es keine Belege für eine göttliche Existenz gibt?

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23. Dezember 2008 um 19:49

Ich kenne da ein nettes Beispiel für eine Aussage, bei der
du zwangsläufig die Wahrheit sagst.

"Ich lüge jetzt"
1.Option: Du erzählst etwas Unwahres und hast damit die Wahrheit gesagt, als du sagtest, du lügest.
2.Option: Du erzählst tatsächliches etwas Wahres und hast gelogen, als du sagtest, du lügest. Da das auch eine Lüge ist, ist die Aussage "Ich lüge jetzt" wahr.

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24. Dezember 2008 um 12:47

Oh,
jemand Gleichgesinntes! Das freut mich!
Anscheinend soll die Religiosität in Deutschland zunehmend, aber was ist mit der Nicht-Religiosität?
Auf jeden Fall sind die meisten Vernunftmenschen Atheisten!

Und bloß nicht vergessen:

Glaube ohne Wissen und Beweise ist potenziell gefährlich!

ibka.org

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