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Der Genozid in Gaza

27. Dezember 2008 um 21:28

Israel greift jetzt Gaza an und macht ein Genozid unter den palästinenser.

http://de.youtube.com/watch?v=gZaG96pnnEQ

was haltet ihr davon?

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27. Dezember 2008 um 21:42

Gut geraten, Ich bin ein Moslem, Gott sei dank
Ich bin vielleicht länger als Du hier im Forum. Nur ich habe keine Lust oft zu schreiben.
aber ich weiss,was hier los ist.

Ich sage dir eins, für mich sind die Palästineser ein Volk,das ihm das Land beraubt wurde.
Andererseit zeigt die Geschichte,dass die Araber Spanien nach 700 Jahren Herrschaft aufgeben mussten.
genauso kann ich mit Sicherheit prophezeien,dass Israel irgendwann mal verschwindn wird.
wie? weiss ich im moment nicht.aber das wird mit sicherheit vielleicht nach x-hundert Jahren passieren.








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27. Dezember 2008 um 22:27

Genozid ist was anderes
Die Araber in Hamasstan (Gazastreifen) schiessen permanent mit Raketen auf jüdische Siedlungen, schicken permanent Selbstmordattentäter zu den Israelis und wenn dann die provozierte Reaktion (Gegenschlag der Israelis bzw. Mauerbau) kommt gibt es einen Aufschrei und es wird Genozid geschriehen.

Jede Bemühung der Israelis für Frieden wird mit Füßen getreten weil das Ziel der Hamas und wie sie alle heißen nicht Frieden sondern die Vernichtung Israels ist. Solange das so ist wird es logischerweise auch nie Frieden geben können. Das schlimme ist, daß bei den Wahlen im Gazastreifen die Hamas, und somit der Dauerkrieg, auch noch mit großer Mehrheit gewählt wurde.

Um hier Frieden zu bekommen müssten nur die Araber/Palästinenser oder wie wir sie nennen wollen, sich von ihrem Ziel Israel zu vernichten verabschieden. Immer wenn die Raketen knapp werden und das Geld gerade ausgeht werden Friedensverhandlungen aufgenommen. Wenn dann wieder Kohle und Raketen da sind wird der Waffenstillstand beendet und wieder provoziert. Ein Kreislauf der schon seit Jahren zu beobachten ist.

Ich glaub wir werden da keinen Frieden mehr erleben - leider.


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27. Dezember 2008 um 22:31

Palästinenser
sind die wirklichen Eigentümer dieses Landes. gäbe es kein britischen Kolonialismus in dieser Ecke
der Erde wäre Israel nicht entstanden.
Nicht die Palästinenser sind schuld an der massenhafte Ermordung der Juden in Deutschland, sondern die Nazi-Deutschland.Deshalb sollte Israel eigentlich in Deutschland gegründet werden und nicht in Palästina.


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28. Dezember 2008 um 22:08
In Antwort auf agilol

Genozid ist was anderes
Die Araber in Hamasstan (Gazastreifen) schiessen permanent mit Raketen auf jüdische Siedlungen, schicken permanent Selbstmordattentäter zu den Israelis und wenn dann die provozierte Reaktion (Gegenschlag der Israelis bzw. Mauerbau) kommt gibt es einen Aufschrei und es wird Genozid geschriehen.

Jede Bemühung der Israelis für Frieden wird mit Füßen getreten weil das Ziel der Hamas und wie sie alle heißen nicht Frieden sondern die Vernichtung Israels ist. Solange das so ist wird es logischerweise auch nie Frieden geben können. Das schlimme ist, daß bei den Wahlen im Gazastreifen die Hamas, und somit der Dauerkrieg, auch noch mit großer Mehrheit gewählt wurde.

Um hier Frieden zu bekommen müssten nur die Araber/Palästinenser oder wie wir sie nennen wollen, sich von ihrem Ziel Israel zu vernichten verabschieden. Immer wenn die Raketen knapp werden und das Geld gerade ausgeht werden Friedensverhandlungen aufgenommen. Wenn dann wieder Kohle und Raketen da sind wird der Waffenstillstand beendet und wieder provoziert. Ein Kreislauf der schon seit Jahren zu beobachten ist.

Ich glaub wir werden da keinen Frieden mehr erleben - leider.


Hast du mal darüber nachgedacht
dass die Palästinenser die Hamas wählen, weil sie sich nicht anders wehren können?
Isreal hat eine Armee mit vielen Soldaten die täglich durch die Straßen läuft und tatenlos zuschaut, wie Israelis Steine auf Araer werfen.

Wie soll sich ein Volk ohne Armee gegen ein Volk mit Armee wehren?? Ja, sie wählen die Hamas, die die eigenen Leute in den Kampf schickt und Hoffnung haben, dass sie vielleicht irgendwann keine Angst mehr haben müssen.

Der Gazastreifen gehört laut Osloer Vertrag den Palästinensern. Wieso siedeln die Juden trotzdem da? Weil sie drauf schei*en, wie auf alles andere was im Vertrag steht.

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28. Dezember 2008 um 22:46
In Antwort auf heloua

Hast du mal darüber nachgedacht
dass die Palästinenser die Hamas wählen, weil sie sich nicht anders wehren können?
Isreal hat eine Armee mit vielen Soldaten die täglich durch die Straßen läuft und tatenlos zuschaut, wie Israelis Steine auf Araer werfen.

Wie soll sich ein Volk ohne Armee gegen ein Volk mit Armee wehren?? Ja, sie wählen die Hamas, die die eigenen Leute in den Kampf schickt und Hoffnung haben, dass sie vielleicht irgendwann keine Angst mehr haben müssen.

Der Gazastreifen gehört laut Osloer Vertrag den Palästinensern. Wieso siedeln die Juden trotzdem da? Weil sie drauf schei*en, wie auf alles andere was im Vertrag steht.

Wer sind die Palästinenser ?
Die Hamas, die Fatah, die Hisbollah oder noch wer anderes ?

Die Fatah handelt einen Vertrag aus - die Hamas bombt weiter usw.

Es fehlt hier ja schon von Haus aus mal ein Verhandlungspartner mit dem man einen Vertrag schließen könnte der für die ganzen Terrororganisationen verbindlich ist.

Auf Verträge wird von Seiten der Palästinenser nur verwiesen wenn da drin steht was die anderen nicht dürfen oder müssen. Man sucht sich bei den Verträgen nur heraus was einem genehm ist ohne das große Ziel Israel kpl. zu vernichten aus dem Auge zu verlieren. Sorry so wirds nichts mit Frieden.

"Sie wählen die Hamas weil sie sich nicht anders wehren können" - Es muß doch jedem klar sein, daß wer die Hamas wählt den Krieg wählt - ergo das Palästinensische Volk will keinen Frieden. Oder versteh ich da was falsch ?

Keine Angst mehr haben geht nur bei dauerhaftem Frieden - und da wählen die Hamas und somit den Krieg ?

Liebe heloua, mich würde mal interessieren wie dein Lösungsvorschlag für den Konflikt wäre ? Und bitte jetzt nicht Israel von der Landkarte tilgen !

Ich bin gespannt !!

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29. Dezember 2008 um 18:33

Uns Moslems
wird immer gerne unterstellt dass wir nur Mitleid für unsere islamsichen Brüder oder Schwestern haben.
Ich möchte sagen, dass von diesen Krieg auch sehr viele Christen betroffen sind.

Die Araber wurden nach Gaza abgeschoben, egal oder Muslim oder Christ. Aber sie halten zusammen.

Es starben viele Menschen bis jetzt, über 200, 1500 sind verletzt. Davon sind es auch viele Christen, deren Familien mir geauso leid tuen, wie die muslimischen Famlien.

Heute hab ich in den Nachrichten 10 tote aufgebahrte Kinder gesehen. Das trifft einen in Herz und ich musste weinen.

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29. Dezember 2008 um 20:22

Ich unterschreib deinen
Beitrag, Justice.

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29. Dezember 2008 um 21:03

Du täuscht Dich da gewaltig, das ist nicht mal im Koran prophezeit.
Der Koran prophezeiht die Gründung des Staates Israel
und gleichzeitig die Vernichtung des Staates Israel danach.

[Sure 17: Vers 104] "Und Wir(Allah) sprachen nach ihm(nach Pharaos Ertrinken)
zu den Kindern Israels: ""Wohnt die Erde; und wenn die Zeit des Jenseits kommt,
dann werden Wir euch als eine gesammelte Schar herbeibringen.""

In diesem Vers sagt Allah zu den Juden,dass sie auf der ganzen Erde verstreut leben
werden.Dies war tatsächlich so,denn die Juden bewohnten viele Erdteile wie Russland,
Europa ,Afrika und Amerika.
Wenn die Zeit des Jenseits kommt,dann werden diese Juden in einem Ort der Erde
versammelt und das ist das heutige Israel.

die Zeit des Jenseits bedeutet die Zeit vor dem Ende der Welt.Und wir leben jetzt in
dieser Zeit.

Im Koran in Sure 17 steht folgendes:

"Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!
[1] Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener(Mohammed)von der
heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir
gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer
Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.

[2] "Und Wir gaben Moses die Schrift und machten sie zu einer
Führung für die Kinder Israels (und sprachen): ""Nehmt keinen zum
Beschützer außer Mir,

[3] ""o ihr Nachkommen derer, die Wir mit Noah trugen! Er war
wahrlich ein dankbarer Diener.""

[4] ""Und Wir hatten den Kindern Israels in der Schrift dargelegt:
""Seht, ihr werdet gewiß zweimal im Land Unheil anrichten, und ihr
werdet gewiß sehr überheblich sein.""

[5] "Als nun die Zeit für die erste der beiden Verheißungen eintraf,
sandten Wir gegen euch Diener von Uns, die mit gewaltiger Kriegsmacht
begabt waren; und sie drangen in das Wohngebiet ein, und so wurde die
Verheißung erfüllt.

[6] Dann gaben Wir euch wiederum die Macht über sie und stärkten
euch mit Reichtum und Kindern und vermehrten eure Zahl.

[7] Wenn ihr Gutes tut, so tut ihr Gutes für eure eigenen Seelen;
und wenn ihr Böses tut, so ist es gegen sie. Als nun die Zeit für
die zweite Verheißung eintraf, (entsandten Wir Diener), damit sie
eure Gesichter demütigten und die Moschee beträten, wie sie sie
das erste Mal betreten hatten, und sie zerstörten alles, was sie
erobert hatten, völlig bis auf den Grund.

[8] Es ist möglich, daß euer Herr Sich eurer erbarmt; doch wenn ihr
zurückkehrt, so wollen (auch) Wir zurückkehren; und Wir haben
Dschahannam (die Hölle) zu einem Gefängnis für die Ungläubigen gemacht."
Ende der Koranverse.

Nach diesen Versen sieht man,dass die Juden zweimal in ihrer Geschichte
Unheil auf der Erde anrichten.
Beim erstem mal wird der Staat Israel nach Salomos Tod von Nebukadnezar II.
vernichtet und die Juden wurden nach Babylon als gefangene verschleppt.

Das zweite Mal wo die Juden Unheil auf Erden einrichten erlebt man heutzutage.
Aber es wird eine Zeit kommen laut dem Vers vom Koran ,wo die Muslime wieder
das Land Israel vernichten und die Al-Aqssa Moschee wieder betreten.

Ausserdem steht der folgende Hadith vom Prophet Mohammed als Prophezeiung
für die Vernichtung des Staates Israel:

Abu Huraira, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:
Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte:
Die Stunde wird nicht eintreten, bis die Muslime gegen die
Juden solange kämpfen und sie töten, bis sich der Jude hinter
dem Stein und dem Baum versteckt. Da sagt der Stein oder der
Baum: O Muslim! O Diener Allahs! Dieser ist ein Jude hinter
mir, so komm und töte ihn! Der einzige Baum, der das nicht
macht, ist Al-Gharqad, denn er gehört zu den Bäumen der Juden.

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30. Dezember 2008 um 3:32

Es gibt kein Genozid in Gaza !!
Genozid ist was völlig anderes. Informiert euch mal.

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30. Dezember 2008 um 18:52

Bevor es die hamas gab,
haben wir die juden aufgenommen, weil keiner sie haben wollte auf dieser welt, ihr nicht, die russen nicht usw.
wenn du es so siehst sind wir selber schuld, dass wir dachten die juden hätten aus ihrer schlimmen vergangenheit gelernt. wir hätten selbst auch nie gedacht das sie im stande wären dasselbe mit uns zu tun.

nochmals: seit der staatgründung israels 1948 herrscht staatsterror, verfolgung und vertreibung, siedlungsumbauten und demütigungen. der staatsgründer selbst sagte einst: "wir wollen auch die letzten palästinenser aus "israel" vertreiben"
wir sind es die das recht haben uns selbst zu verteidigen. es muss schluss sein, dass unser schicksal in israels händen liegt.


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30. Dezember 2008 um 18:57

Was nützt dir eine hilfslieferung,
wenn du eine angebliche frist von 48h bekommst und die dann doch nicht eingehalten wird. israel hatte angeblich die menschen warnen wollen, damit sie noch zeit haben sich zu verstecken, doch unser leben ist ihnen nichts wert. sie haben die palästinenser "veräppelt". erst zerfetzt, dann versorgen oder wie ist die strategie sonst zu verstehen?

gaza ist das größte gefängnis der welt. kein ein und aus. nicht mal wasser und strom.

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30. Dezember 2008 um 19:00

Falls du es nicht mitbekommen haben solltest
die ganzen arabischen regierungen sind marionetten der westmächte. oder was meinst du hatte der besuch von frau levni vor einer woche in ägyptenmit sich? sie hat die ägyptische regierung aufgefordert die grenzen zu schließen.
israel hat selbst einmal gesagt, wir setzen überall unsere leute in regierungen ein, so dass wir über israel hinaus die lage unter kontrolle haben werden.

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30. Dezember 2008 um 19:06

Israel ein demokratisches land?
für die zionisten? einvertsanden. für die tausenden von arabern und muslime, die in israel leben gewiss NEIN!

wenn du ein land als demokratisch bezeichnest, weil es streubomben gegen menschen einsetzt, über die wasserverteilung bestimmt (einem israeli steht 300l wasser zu einem palästinenser 30l), und menschen ohne verhandlungen jahrelang in israelischen gefängnissen sitzen, dann hast du recht sehr demokratisch. dann hasse ich die demokratie, wenn das deine definition ist von demokratie!

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30. Dezember 2008 um 19:12

Genau bayern
sie hätten bayern bekommen müssen. wieso müssen die palästinenser unter eurer damaligen diktatur leiden?

ich war eine von ihnen bei der demo in berlin. nicht nur muslime und araber haben protestiert. sehr viele deutsche waren dabei. hat mich sehr bewegt.

wo sollen wir denn demonstrieren? wir leben doch in einem demokratischen staat fräulein. wir können demonstrieren wo wir wollen. genau wie du oder die juden. gleiches recht für alle. oder verfluche deine eigene regierung mit ihren grundgesetzen, aber nicht uns.
frau merkel MUSS auf seiten israels sein, ob sie will oder nicht. das ist dir doch bewusst. denkst du irgendein deutscher darf die politik israels kritisieren?
das ist das erschreckende.
wie gestern bei der demo: "deutschland finanziert, israel bombardiert"

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30. Dezember 2008 um 19:16

Normalerweise
stehen wir immer in kontakt mit unserer verwandtschaft in gaza. doch die leitungen sind kaputt. man erreicht niemanden.

es werden keine westlichen journalisten in den gazastreifen hineingelassen. du kannst dir sicher vorstellen warum. bald fängt die bodenoffensive, besser gesgat das gemetzel an.
da bin ich froh, dass wenigstens al jazeera immer bilder aus den schwer erreichbarsten gegenden hat.

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9. Januar 2009 um 1:31

Kriegsverbrechen und Genozid Israels Krieg in Gaza
Kriegsverbrechen und Genozid Israels Krieg in Gaza
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Von REGINE NAECKEL, 7. Januar 2009 -

Das israelische Bombardement und die Angriffe der Bodentruppen in Gaza gehen unvermindert weiter. Israel setzt dabei Phosphorgranaten, abgereicherte Uranmunition und Streubomben ein. Seit Beginn des Krieges am 27. Dezember starben über 680 Palästinenser. Mehr als 3000 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Opfer sind vor allem Zivilisten.

Am 5. und 6. Januar, griff die israelische Armee zwei Schulen der Vereinten Nationen an, in denen palästinensische Flüchtlinge Schutz gesucht hatten. Ein Angriff erfolgte aus der Luft, der andere mit Panzergranaten. Die geographischen Koordinaten der zu Flüchtlingscamps umgewidmeten Gebäude waren noch am Tag zuvor der israelischen Militärführung von UN-Mitarbeitern übermittelt worden. Die Schulen waren darüber hinaus durch eine UN-Flagge weithin erkennbar. Doch genau sie wurden zum Ziel. Allein in der Schule von Jabaliya starben 43 Palästinenser. (1) Insgesamt sind mehr als 15.000 Menschen wegen des anhaltenden Bombardements und Beschusses ihrer Häuser auf der Flucht.

Israel erklärte nach dem Beschuss, aus den Schulen heraus hätte die Hamas Mörsergranaten abgefeuert. Man habe das Feuer lediglich erwidert. Zum Beweis legte das israelische Militär gestern Abend ein Video vor, auf dem ein Raketenabschuss aus einem Schulgebäude zu erkennen ist. Doch die Filmaufnahmen stammen vom Oktober 2007! (2)

John Ging, Direktor des UNRWA (Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten) in Gaza, bestätigte gegenüber Al Jazeera noch einmal, Israel über die genaue Lage der Flüchtlingsunterkünfte informiert zu haben. Genauso wie Michel Abdel Massih, ein in London lebender Anwalt für Menschenrechte, fordert er eine internationale Untersuchung des israelischen Angriffs. (3)

Erste diplomatische Konsequenzen hat Hugo Chavez gezogen. Aus Protest über Israels Militäroperationen in Gaza hat er gestern den israelischen Botschafter in Caracas des Landes verwiesen.

Die humanitäre Katastrophe

Für die wenigen Berichte, die das humanitäre Drama in Gaza zeigen und beschreiben, müssen westliche Journalisten noch immer auf die Meldungen ihrer palästinensischen Kollegen zurückgreifen. Israel verweigert trotz eines gegenteiligen Beschlusses des Obersten Gerichtshofs in Jerusalem Journalisten weiter die Einreise nach Gaza und will seinen Krieg unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit führen. (4)

Die Nachrichtenlage ist dementsprechend ungenügend. Seit Beginn der israelischen Aggressionen kommen die erschreckendsten Meldungen von Mads Gilbert, einem norwegischen Narkosearzt und Professor an der Universität Tromso, der seit vergangenen Mittwoch (31. Dezember) im Al-Shifa-Krankenhaus arbeitet. Der Irish Times gegenüber erklärte Gilbert vor zwei Tagen, dass Israel Phosphorbomben und DIME-Munition einsetzt. (5) (Der Einsatz israelischer Phosphorbomben war gestern sogar Spiegel-Online einen Artikel wert, versteckt im Wissenschaftsteil. (6))

In einer Vielzahl von Statements berichtet Gilbert neben seiner Arbeit als Arzt für BBC, CBS, Sky News und Al Jazeera direkt aus Gaza und macht deutlich, dass Israel ganz offensichtlich das Ziel verfolgt, die Zivilbevölkerung anzugreifen. Am 3. Januar wandte er sich per SMS an die Weltöffentlichkeit: Sie haben vor zwei Stunden den zentralen Gemüsemarkt von Gaza bombardiert. 80 Verletzte, 20 Tote, alle kamen hierhin nach Shifa. Wir waten im Tod, Blut und Amputationen. Viele Kinder. Schwangere Frau. Ich habe noch nie etwas so Schreckliches erlebt. Jetzt hören wir Panzer. Erzähl es weiter, sende diese Meldung weiter, ruf es weiter. MACH ETWAS! MACH MEHR! (7)

Immer wieder beschreibt er die verheerenden Verletzungen: Menschen werden von der sogenannten DIME-Munition (Dense Inert Metal Explosive) nicht nur zerfetzt. Die Wirkung dieser schrecklichen Waffen beruht auf der Einsprengung feinster Metallpartikel in den Körper unter hohem Druck. Die Munition führt zu Verbrennungen 3. Grades, dann verteilen sich die Metallpartikel im Körper und sind so klein, dass sie auch röntgendiagnostisch nicht auffindbar sind. Darüber hinaus soll die Munition mit abgereichertem Uran bestückt sein und damit gentoxisch wirken. Israel setzt diese Munition schon seit 2006 in Gaza ein, nie zuvor jedoch in dieser erschreckenden Menge. (8)

Gemeinsam mit seinem norwegischen Kollegen Erik Fosse operiert Gilbert die Opfer. Sie kommen in Wagenladungen ins Krankenhaus, erklärt er. Allein von den 210 Verletzten, die heute in das Krankenhaus kamen, sind 35 in der Notaufnahme gestorben. Unter den Toten sind 18 Kinder unter neun Jahren. Wir amputieren am laufenden Band. Die Korridore sind voll mit Verstümmelten. Ich kann die Zahl der Amputationen nicht mehr zählen. Einem Kind habe ich heute eine Hand amputiert, das Kind verlor elf Familienmitglieder. Wir haben ein neunmonatiges Baby, dessen ganze Familie von Israelis getötet wurde. (9)

Nach Gilberts Schilderungen beschießt das israelische Militär auch gezielt Ambulanzen. Unter den Hunderten Opfern, die er bereits gesehen hat, waren lediglich zwei Hamas-Kämpfer.

Israel ist allenfalls propagandistisch der Sieger

1,5 Millionen Palästinenser sitzen in dem größten Gefängnis der Welt fest. Die meisten haben keinen Strom, kein Wasser, keine Nahrung. Sie sind dem permanenten Beschuss durch Bomben und Panzergranaten ausgesetzt. Sogar vom Meer aus findet der Angriff statt. Der einzige Fluchtweg aus Gaza nach Ägypten wurde von der Regierung in Kairo abgeriegelt. Zu groß sind die wirtschaftlichen und politischen Interessen, die Ägypten mit Israel verbinden. Als in der Sylvesternacht Palästinenser die Grenzabsperrungen durchbrachen, wurden sie von ägyptischen Polizeikräften nach Gaza zurückgebracht. Mubarak ließ 1000 zusätzliche Grenzschützer aufmarschieren.

Die humanitäre Katastrophe in Gaza war schon vor Beginn des israelischen Krieges unbeschreiblich: die Menschen hungern, haben keine ausreichende medizinische Versorgung. Israel hat sie von der Wasser- und Stromzufuhr abgeriegelt. Gaza ist seit Jahren wie eine Falle. Die Weltöffentlichkeit hat geschwiegen. Allein der Staat Israel maßt sich das Recht an, über das Wohl und Wehe von über einer Millionen Menschen zu befinden und man ließ ihn gewähren. Hamas-Raketen werden zur Lebensbedrohung des Staates Israel erklärt, der Iran der Drahtzieherschaft und als Waffenlieferant beschuldigt.

Tatsache ist, da sind sich Experten einig, dass die Qassam-Raketen primitivste Eigenbauten aus Abflussrohren sind und die Herstellung nicht das Qualitätssiegel internationaler Waffenlieferungen trägt. Der Beschuss israelischer Siedlungen ist mehr ein Hilferuf Verzweifelter als die militärische Aktion eines waffenstrotzenden Terrorregimes. Trotzdem gelingt es Israel immer wieder, zumindest die westliche Welt von seinen berechtigten Zielen zu überzeugen.

Dabei verfügt Israel über weitaus effektivere Propagandamethoden als die Hamas. Selbst eine relativ unbedeutende Umfrage der FAZ belegt Israels Einflussnahme auf die öffentliche Meinung. FAZ.NET führte in der vergangenen Woche eine Abstimmung unter den Lesern durch. Die beiden Hauptfragen waren: Ist Israel im Recht? Das Land muss sich vor Terror schützen und Hamas hat Israel provoziert oder Israel blockiert einen Frieden für Nahost und darf sich jetzt nicht wundern. Bis zum 31. Dezember lautete das Votum der Leser: 40 Prozent glaubten Israel im Recht, 44 Prozent waren gegenteiliger Ansicht. Plötzlich am 1. Januar dem letzten Abstimmungstag wendete sich das Blatt ganz erheblich. Mit einem Mal lag die Zustimmung der Leser für den israelischen Standpunkt bei mehr als 72 Prozent, wunderte sich selbst die FAZ und ging der Sache auf den Grund.

Das dürfte damit zu tun haben, dass eine Mitarbeiterin der israelischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf per Rundmail zum Jahreswechsel schnell dazu aufgefordert hatte, sich an der Umfrage zu beteiligen. We need your votes, hieß es, noch sei es Zeit, das Umfrageergebnis zu beeinflussen, frei nach Barack Obamas Wahlmotto Yes, we can, ermittelte die FAZ selbst die Manipulation. (10)

Der Pressesprecher der israelischen Botschaft in Berlin, Aaron Sagui, sagte dazu, das Internet habe sich seit langem als Teil der Öffentlichkeitsarbeit erwiesen. Und er erklärte, Israel müsse auf diese Weise für Unterstützung werben, schließlich sei es die Hamas, die die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde einsetze und es einer den Menschenrechten verpflichteten Demokratie wie Israel schwermache, militärisch vorzugehen.

Hat der Staat Israel sein Existenzrecht verwirkt?

Bombardements von Flüchtlingslagern, auf Wochenmärkten und Angriffe auf Ambulanzen sind offensichtlich die Menschenrechte, die Israel den Palästinensern zubilligt.

Bereits am 29. Februar vergangenen Jahres drohte Israels Vize-Verteidigungsminister Matan Vilnai den Palästinensern in Gaza eine "Shoa" an. In einem BBC-Interview äußerte er, Israel sei zu allen Schritten bereit, um den Beschuss mit Qassam-Raketen aus dem Gazastreifen zu stoppen.

Nur zu einem war Israel in der Vergangenheit nie bereit: Mit der Hamas zu verhandeln. Das hätte - so die Sicht Israels - die Hamas weiter gestärkt. Und es gab niemanden Ägypten, Jordanien, die Saudis und die Palästinensische Autonomiebehörde eingeschlossen der ein Interesse an einer gestärkten Hamas gehabt hätte. Trotzdem: Alles, was uns so weit gebracht hat, war eine Folge von Entscheidungen. Und die meisten Entscheidungen waren falsch, glaubt Gershon Baskin, einer der beiden Direktoren des israelisch-palästinensischen Thinktanks IPCRI, heute in einem Interview im Tagesspiegel.

Sogar Juden, die einst eine Zwei-Staaten-Lösung präferierten und sich politisch dafür stark machten, sehen mehr und mehr die Ausweglosigkeit dieses Ziels: Ein freies Palästina neben einem Staat Israel wird es ihrer Ansicht nach nie geben. Israel wird nie friedlich mit seinen Nachbarn leben, mehren sich die Stimmen. Eine davon ist die von Gilad Atzmon.

Atzmon ist in Israel geboren und leistete seinen Militärdienst während des Libanonkrieges 1982. Seit 1993 lebt er in England und zählt zu den bedeutendsten Saxophonisten und Autoren. So wurde Gilad Atzmon bereits nach seinem ersten Roman mit Schriftstellern wie Philip Roth verglichen. Immer wieder beschrieb er das Selbstverständnis heutiger Israelis, die nicht wissen wollen, dass ihr Land auf palästinensischem Grund und Boden errichtet wurde. Sie begreifen nicht, daß Palästina die Heimat der Palästinenser ist. Auf wunderbare Weise verstehen sie nicht, daß Israel auf Kosten des palästinensischen Volkes entstand, dort, wo sich die Dörfer und Städte, die Felder und Gärten der Palästinenser befanden. Die Israelis realisieren nicht, daß die Palästinenser in den Flüchtlingslagern der Region eigentlich die enteigneten und vertriebenen Menschen aus Bir Shiba, Yafo, Tel Kabir, Sheikh Munis, Lod, Haifa, Jerusalem und vielen anderen Orten und Städten sind. Wenn man sich fragt, wie es kommt, daß die Israelis ihre eigene Geschichte nicht kennen, so ist die Antwort recht einfach: Sie wurde ihnen nie erzählt. Die Umstände, die zum israelisch-palästinensischen Konflikt führten, liegen gut versteckt in der israelischen Kultur. Spuren der palästinensischen Zivilisation im Land vor 1948 wurden beseitigt, schreibt er unter dem Titel 'Leben mit geborgter Zeit auf gestohlenem Land'.(11)

Unmittelbar nach dem Beginn der israelischen Angriffe meldete sich Atzmon mit einer vehementen Kritik gegen Israel zu Wort: Um die neueste verheerende Mordexpedition Israels zu begreifen, muss man das israelische Selbstverständnis und den ihm innewohnenden Hass begreifen, der sich gegen alle Nichtjuden richtet, und den besonderen Hass gegen alle Araber. Mit diesem Hass ist alles durchtränkt, Lehrpläne wie Politikerreden und -entscheidungen, er wird von Kulturschaffenden transportiert, selbst innerhalb der sogenannten "Israelischen Linken". Livni, Barak und Ashkenazi geben dem israelischen Volk soeben das, was es will: arabisches Blut, und zwar in möglichst großen Mengen. Dieses wiederholte Morden seitens israelischer Politiker fällt aber auf das israelische Volk als Ganzes zurück, nicht etwa nur auf ein paar Politiker und Generale. Wir haben es hier mit einer barbarischen Gesellschaft zu tun, die in politischer Hinsicht von Blutdurst und tödlichen Neigungen angetrieben wird. Eines dürfte zweifelsfrei feststehen - für diese Leute kann es keinen Platz im Kreise der Nationen geben. (12)

Quelle: http://www.hintergrund.de/content/view/336/66/

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