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Das Frühstücksei

12. September 2009 um 12:44

DAS FRÜHSTÜCKSEI

Das Ehepaar sitzt am Frühstückstisch. Der Ehemann hat sein Ei geöffnet und beginnt nach einer längeren Denkpause das Gespräch.

ER Berta!
SIE Ja ... !
ER Das Ei ist hart!
SIE (schweigt)
ER Das Ei ist hart!
SIE Ich habe es gehört ...
ER Wie lange hat das Ei denn gekocht ...
SIE Zu viel Eier sind gar nicht gesund ...
ER Ich meine, wie lange dieses Ei gekocht hat ...
SIE Du willst es doch immer viereinhalb Minuten haben ...
ER Das weiß ich ...
SIE Was fragst du denn dann?
ER Weil dieses Ei nicht viereinhalb Minuten gekocht haben kann!
SIE Ich koche es aber jeden Morgen viereinhalb Minuten!
ER Wieso ist es dann mal zu hart und mal zu weich?
SIE Ich weiß es nicht ... ich bin kein Huhn!
ER Ach! ... Und woher weißt du, wann das Ei gut ist?
SIE Ich nehme es nach viereinhalb Minuten heraus, mein Gott!
ER Nach der Uhr oder wie?
SIE Nach Gefühl ... eine Hausfrau hat das im Gefühl ...
ER Im Gefühl? ... Was hast du im Gefühl?
SIE Ich habe es im Gefühl, wann das Ei weich ist ...
ER Aber es ist hart ... vielleicht stimmt da mit deinem Gefühl was nicht ...
SIE Mit meinem Gefühl stimmt was nicht? Ich stehe den ganzen Tag in der Küche, mache die Wäsche, bring deine Sachen in Ordnung, mache die Wohnung gemütlich, ärgere mich mit den Kindern rum und du sagst, mit meinem Gefühl stimmt was nicht!?
ER Jaja ... jaja ... jaja ... wenn ein Ei nach Gefühl kocht, dann kocht es eben nur zufällig genau viereinhalb Minuten!
SIE Es kann dir doch ganz egal sein, ob das Ei zufällig viereinhalb Minuten kocht ... Hauptsache, es kocht viereinhalb Minuten!
ER Ich hätte nur gern ein weiches Ei und nicht ein zufällig weiches Ei! Es ist mir egal, wie lange es kocht!
SIE Aha! Das ist dir egal ... es ist dir also egal, ob ich viereinhalb Minuten in der Küche schufte!
ER Neinnein ...
SIE Aber es ist nicht egal ... das Ei muß nämlich viereinhalb Minuten kochen ...
ER Das habe ich doch gesagt ...
SIE Aber eben hast du doch gesagt, es ist dir egal!
ER Ich hätte nur gern ein weiches Ei ...
SIE Gott, was sind Männer primitiv!
ER (düster vor sich hin) Ich bringe sie um ... morgen bringe ich sie um ...

Kennt Ihr auch solche Missverständnisse in der Kommunikation?

quelle: "Männer & Frauen passen einfach nicht zusammen" von Loriot

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12. September 2009 um 13:17

Hahaha...
Ja so ist es in der Tat. Viel schwülstiges Gelaber und wenig Inhalt.

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12. September 2009 um 13:41

Hab noch einen
Fernsehstudio. Drei Herren sitzen an einem Tisch, in der Mitte Viktor Schmoller, der Moderator.








Schmoller: Meine Damen und Herren, ganz besonders bangt der Kleinsparer um seine Rücklagen, und viele Veröffentlichungen über die komplizierte Materie tragen vollends zu seiner Unsicherheit und Verwirrung bei. Wir haben heute bei uns im Studio Herrn Ministerialdirigent Oldenburg
Schmoller: Oldenberg vom Bundesfinanzministerium und Herrn Lauenfeld, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Bank für Christliche Sozialwirtschaft. Meine Herren, unser Gespräch soll die Gesamtsituation einmal ganz ungeschminkt darstellen, wie sie ist. Auch der Laie kann sich dann einen klaren Überblick verschaffen und über die vernünftigste Anlage seiner Ersparnisse selbst entscheiden. Herr Oldenhoff
Oldenberg: Oldenberg
Schmoller: Herr Oldenberg, hat der Kleinsparer als solcher, oder besser gesagt, glaubt der Kleinsparer der Institution als solcher oder hat
Oldenberg: Herr Schmoller, wenn man einmal von der Ertragsstabilität als restriktiver Notenbankpolitik im Sinne der Verminderung des realen Volumens der industriellen Bruttoanlageinvestitionen, die derzeit 5 Prozent unter dem Dow-Jones-Index liegen, absieht, kann ohne Wechselkursfreigabe oder stabilitive Selbstfinanzierungsmöglichkeit keine echte Kapazitätsauslastung ohne Inanspruchnahme paritativer Lombardkredite diskontiert werden
Schmoller: Mit anderen Worten Herr Offenberg
Oldenberg: Oldenberg
Schmoller: Herr Oldenberg, der Kleinsparer
Lauenfeld: Der Kleinsparer, Herr Offenburg
Oldenberg: Oldenberg
Lauenfeld: Herr Oldenberg, der Kleinsparer spart beim Abrutschen der Nettoselbstfinanzierungsquote auf dem Liquiditätsüberhang ohne Investitionsanreiz nicht wahr.
Oldenberg: Das Development Boom-Baisse-Hausse-Passe
Lauenfeld: Ich meine, daß eine
Oldenberg: Boom-Baisse-Hausse-Passe
Schmoller: Meine Herren ich fasse zusammen: der Kleinsparer spart also
Lauenfeld: Aber Herr Oldendorf
Oldenberg: Oldenberg
Lauenfeld: Herr Oldenberg, Sie werden doch nicht sagen wollen, daß mündelsichere Diskontreservesicherungen ohne jede
Oldenberg: Ich meine, unvermündelte Diskontsekrete oder vielmehr diskontierte Mündelgewinne bleiben ohnehin bis zur Mehrwerthalbierung unvermündelt.
Lauenfeld: Aber Herr Offenbach
Oldenberg: Offenberg äh Oldenberg
Schmoller: Wer mündelt aber die unvermündelten die mündelunsicheren Mündelgewinne. Das interessiert doch den Kleinsparer Wer verunmündelt denn den kleinen den unsicheren klein Mündel?
Lauenfeld: Aber Herr Mündel
Oldenberg: Oldenberg
Lauenfeld: Herr Eulenberg, das Stabili
Oldenberg: Herr Lauenburg, Sie als
Lauenfeld: Das Stabili
Oldenberg: Sie als Vorsitzender der
Lauenfeld: Das Stabilitätsprinzip der Sparverbände garantiert dem Kleinsparer folgende Sicherheiten
Schmoller: Meine Damen und Herren, unsere Sendezeit ist momentan überschritten Zusammenfassend kann ich zusammenfassend denke ich danke ich Ihnen für dieses für dies und das

Aus: Loriot Gesammelte Prosa 2006 by Diogenes Verlag AG Zürich

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12. September 2009 um 15:00

Mein Reden!
Loriot macht deutlich, wieviel geredet aber wie wenig letztlich doch gesagt wird!

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