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Chemo... wozu? Ist doch eh sinnlos

22. Februar 2003 um 21:01

Meine Cousine ist vor 2 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Der Tumor wurde wegoperiert, er hatte nicht gestreut, und vorsorglich wurden die Lymphdrüsen in der Achselhöhle auch entfernt. Sie hatte keinerlei Metastasen, der Krebs hatte nicht gestreut. Sie hat dann Bestrahlung bekommen und die Ärzte wollten ganz sicher gehen und haben ihr eine Chemotherapie verabreicht. Einige Monate später wurde ein kleiner Punkt auf der Leber entdeckt, der sich aber nicht verändert hat. Und vor ein paar Wochen auf einmal wurde festgestellt, dass das Leberkrebs ist, inoperabel. Und jetzt wieder die nächste Chemo mit so schlimmen Nebenwirkungen....und wahrscheinlich wurde der erneute Krebs durch die damalige Chemo ausgelöst. Meine Cousine liegt jetzt in der Klinik, ihr geht es schlecht, und am Mittwoch kommt der zweite Chemie-Hammer. Ich hab mich im Internet informiert, und die Aussichten sind überhaupt nicht gut.

Es wird keine Heilung geben.... wenn nicht ein Wunder geschieht...

Wenn ich daran denke, dann weine ich und ich bin so unsagbar traurig, ich kann ihr überhaupt nicht helfen.
Und ich frage mich, wozu diese Quälerei, wenn es das ganze Leiden nur verlängert? Und ich grüble, ob es nicht besser gewesen wäre, die erste Chemotherapie gar nicht zu machen. Dann wäre es heute vielleicht gut. Und das lässt mir keine Ruhe, ich kann mich nicht damit abfinden, dass es gar nichts gibt, was hilft.

Ich weiss, dass keiner dieses Leid wegnehmen kann, aber ich muss das einfach mal loswerden, manchmal denke ich, ich kann das nicht ertragen, sie so leiden zu sehen, ohne Hoffnung. Und dann denke ich, es zerreisst mich innerlich.

Ich frage mich, warum, warum nur.

Danke für`s Lesen.

Shaleen

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23. Februar 2003 um 0:41

Liebe Shaleen!
Weisst du, du kannst und MUSST deiner Cousine helfen!!! Frag´ nicht nach dem Warum, denn du wirst keine Antwort finden. Versuche, mit ihr im Hier und Jetzt zu leben! Für sie DA zu sein! Ihr das Leben angenehm und schön zu machen! Ich bin sicher, ihr werdet gemeinsam eine Zeit erleben, die euch eine wertvolle, intensive Nähe beschert, die euch prägen wird und stark macht für alles, was auch kommen mag. Deine Cousine braucht jetzt deine Impulse, deine Ablenkung von ihrem schweren Schicksal und auch deinen Sonnenschein!
Ich weiss, dass das sehr, sehr schwer ist! Bei meiner Mutter wurde im Mai 2001 aus heiterem Himmel der aggressivste Hirntumor festgestellt. Keine Heilungschancen...die Forschung stagniert seit 50 Jahren...Prognose: 1 Jahr. Auf Anraten der Ärzte wurde sie nicht darüber informiert. Der Tumor wurde operativ entfernt, danach folgten 30 Bestrahlungen, die sie sehr mitgenommen haben. Davon hat sie sich nur langsam erholt...Für meinen Vater war es sehr schwer! Er hat sie umsorgt, gehegt und gepflegt und verbreitete Optimismus. Mir sagte er, es komme ihm so vor, wie ein ganz langsamer Abschied...und so war es auch für mich. An wichtigen Tagen (Muttertag, Geburtstag etc.) dachte ich immer, wie wird es nächstes Jahr sein...voraussichtlich wird sie dann nicht mehr leben...
Nachdem meine Mutter sich etwas von der Bestrahlung erholt hatte, waren meine Eltern gemeinsam in Urlaub und es folgten 2 recht gute Monate, in denen sie auch wieder einiges unternommen haben. Dann verfiel sie binnen 5 Tagen zum krassen Pflegefall und es war einfach schrecklich, sie so zu erleben. Die Kontroll-Kernspintomographie wurde vorgezogen und es zeigte sich, dass die operierte Stelle okay war, aber rundherum war der Tumor gigantisch gewachsen...füllte schon eine komplette Gehirnhälfte aus. Und das binnen 2 Monaten! Dank Cortison hat sich ihr Zustand dann wieder etwas verbessert und wir konnten noch Weihnachten und Silvester gemeinsam feiern, waren auch Karneval noch zusammen. Eine Woche nach Karneval ist sie dann ganz friedlich eingeschlafen, im Beisein der Familie und zu Hause. Das war 8 Monate nach ihrer Operation.
Ich habe mich zwischendurch oft gefragt, wozu das alles? Aber ich habe die Zeit, die uns durch die Operation und Bestrahlung noch "geschenkt" worden war auch mit ihr "genutzt"! Wäre sie nicht operiert worden, dann hätte sie nur noch wenige Tage überlebt. So waren uns noch 8 gemeinsame Monate mit viel Nähe und auch schönen Momenten gegeben!
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es manchmal sehr grausam ist und hart an die Grenzen geht, aber es verbirgt sich ein Sinn dahinter, den wir vielleicht erst viel später erkennen. Daran glaube ich fest! Ich weiss auch, dass man die Hoffnung auf ein Wunder NIE aufgibt!!!
Versuche stark zu sein...ich denke, du kannst das! Deine Cousine braucht jetzt starke, positiv denkende Menschen um sich! Vielleicht wirst du auch manches Mal erstaunt über dich selbst sein und über die Stärke, die auch deine Cousine entwickeln kann. Sie braucht jetzt größtmögliche Unterstützung!
Das Warum ist jetzt nicht zu ergründen und vorerst nebensächlich. Das Hier und Jetzt ist wichtig!!!
Vielleicht geschieht doch noch ein Wunder...
Ich wünsche es dir und deiner Cousine von ganzem Herzen!!!
Sei herzlich umarmt und gewiss, dass ich an euch denke!

Gonagall

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23. Februar 2003 um 2:10

Shaleen
Es ist spät, ich wollte gerade ins Bett und entdeckte noch Deinen bewegenden Beitrag.

Gern würde ich jetzt die richtigen Worte finden. Gern würde ich Dir das "Wunder" reichen und doch bin ich so machtlos wie Du. Ich suche nach Gedanken die ich in Worte präge und die Dir doch helfen mögen. Es gelingt mir nicht ...

Ich bin in meiner Familie selbst von ähnlichem Fall betroffen und kann mehr als gut Deine Gefühle nachempfinden. Der Mann meiner Schwester hat einen bösartigen Hirntumor. Zwei Mal schon operiert, dazu Chemo. Die Tabletten die er nimmt zerstören die Leber. Wo soll das enden? ich weiß es auch nicht. Meine Schwester ist tapfer, er auch ....

Ich selber stand? war? auch auf anderer Seite und wartete quälend lange Tage auf Ergebnisse. Nun Dauerpatient? Nein Danke. Irgendwann ist genug ...

Ich beschäftigte mich gerade auch in dieser Zeit mehr mit mir, oder sagt man "In sich gekehrt". Man sucht Sinn/Unsinn, Halt und doch "Befreiung".
Glaube ist ein guter Hoffnungsträger.

Nein, gib die Hoffnung nicht auf, so schwer es auch scheint. Ich weiß, Du würdest sicher viel geben, damit das Leben für euch beide wieder strahlt. So schenke ihr geistig Kraft durch Deinen Mut ihr ins Gesicht zu sehen, ohne das Trauer und Schmerz erscheinen. Gib ihr durch Deine Besuche und gut gewählten Worten das Gefühl, dass ihr beide eines Tagen irgendwo am Meer steht und die Sonne beobachtet, wenn sie am Ende des Tages den Horizont küsst.
Denke jetzt nicht: "Wie schön wäre das, aber ..." Streiche dieses Wort, denn auch Du weißt nicht zu 100% was morgen sein wird.

Das wichtigste was sie braucht, ist das Gefühl nicht allein zu sein. Die Psyche arbeitet enorm und ist ungeheuer wichtig für ihr Wohlbefinden.
Halte ihre Hand und opfere Deine Zeit für einen wichtigen Menschen Deines Lebens.

Du wirst Kraft brauchen. Hole sie Dir auch hier. Schreibe auf, was Dich bewegt, was Du fühlst und Du wirst hier Menschen finden, die auch Dir etwas Kraft zurück geben können.

Worte sind mächtig. Botschafter der Gedanken. Und so tragen sie auch die Gefühle anderer Menschen zu Dir und zu zeigen, dass man an euch denkt.

Leider weiß ich, dass Dir all diese Worte hier wenig nützen. Dennoch stehen sie hier wie Bäume in einer Allee und begleiten Dich so auf den Weg durch das Tal.

Mögen viele Kerzen für euch leuchten.
In Gedanken .....
Bye Stromer *die richtigen Worte ihm fehlen*

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23. Februar 2003 um 2:25
In Antwort auf perla_11981740

Liebe Shaleen!
Weisst du, du kannst und MUSST deiner Cousine helfen!!! Frag´ nicht nach dem Warum, denn du wirst keine Antwort finden. Versuche, mit ihr im Hier und Jetzt zu leben! Für sie DA zu sein! Ihr das Leben angenehm und schön zu machen! Ich bin sicher, ihr werdet gemeinsam eine Zeit erleben, die euch eine wertvolle, intensive Nähe beschert, die euch prägen wird und stark macht für alles, was auch kommen mag. Deine Cousine braucht jetzt deine Impulse, deine Ablenkung von ihrem schweren Schicksal und auch deinen Sonnenschein!
Ich weiss, dass das sehr, sehr schwer ist! Bei meiner Mutter wurde im Mai 2001 aus heiterem Himmel der aggressivste Hirntumor festgestellt. Keine Heilungschancen...die Forschung stagniert seit 50 Jahren...Prognose: 1 Jahr. Auf Anraten der Ärzte wurde sie nicht darüber informiert. Der Tumor wurde operativ entfernt, danach folgten 30 Bestrahlungen, die sie sehr mitgenommen haben. Davon hat sie sich nur langsam erholt...Für meinen Vater war es sehr schwer! Er hat sie umsorgt, gehegt und gepflegt und verbreitete Optimismus. Mir sagte er, es komme ihm so vor, wie ein ganz langsamer Abschied...und so war es auch für mich. An wichtigen Tagen (Muttertag, Geburtstag etc.) dachte ich immer, wie wird es nächstes Jahr sein...voraussichtlich wird sie dann nicht mehr leben...
Nachdem meine Mutter sich etwas von der Bestrahlung erholt hatte, waren meine Eltern gemeinsam in Urlaub und es folgten 2 recht gute Monate, in denen sie auch wieder einiges unternommen haben. Dann verfiel sie binnen 5 Tagen zum krassen Pflegefall und es war einfach schrecklich, sie so zu erleben. Die Kontroll-Kernspintomographie wurde vorgezogen und es zeigte sich, dass die operierte Stelle okay war, aber rundherum war der Tumor gigantisch gewachsen...füllte schon eine komplette Gehirnhälfte aus. Und das binnen 2 Monaten! Dank Cortison hat sich ihr Zustand dann wieder etwas verbessert und wir konnten noch Weihnachten und Silvester gemeinsam feiern, waren auch Karneval noch zusammen. Eine Woche nach Karneval ist sie dann ganz friedlich eingeschlafen, im Beisein der Familie und zu Hause. Das war 8 Monate nach ihrer Operation.
Ich habe mich zwischendurch oft gefragt, wozu das alles? Aber ich habe die Zeit, die uns durch die Operation und Bestrahlung noch "geschenkt" worden war auch mit ihr "genutzt"! Wäre sie nicht operiert worden, dann hätte sie nur noch wenige Tage überlebt. So waren uns noch 8 gemeinsame Monate mit viel Nähe und auch schönen Momenten gegeben!
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es manchmal sehr grausam ist und hart an die Grenzen geht, aber es verbirgt sich ein Sinn dahinter, den wir vielleicht erst viel später erkennen. Daran glaube ich fest! Ich weiss auch, dass man die Hoffnung auf ein Wunder NIE aufgibt!!!
Versuche stark zu sein...ich denke, du kannst das! Deine Cousine braucht jetzt starke, positiv denkende Menschen um sich! Vielleicht wirst du auch manches Mal erstaunt über dich selbst sein und über die Stärke, die auch deine Cousine entwickeln kann. Sie braucht jetzt größtmögliche Unterstützung!
Das Warum ist jetzt nicht zu ergründen und vorerst nebensächlich. Das Hier und Jetzt ist wichtig!!!
Vielleicht geschieht doch noch ein Wunder...
Ich wünsche es dir und deiner Cousine von ganzem Herzen!!!
Sei herzlich umarmt und gewiss, dass ich an euch denke!

Gonagall

Gonagall
Deine Worte die da stehen schmerzen und doch bewundere ich die Kraft in ihnen.
Sie sind bedrückend, traurig und doch voller Mut und Wärme.

Manchmal wachsen wir durch solche Erlebnisse, ein ander mal brechen wir. Aber gut, das es Menschen wie Dich gibt, die trotz Flicken am Körper weiter die Nadel schwingen, um anderen die Risse abzudecken.

Danke, Bye und Gute Nacht
Auch Dir gehören Kerzen die in Deinen dunklen Nächten die Sterne ersetzten.

LG - Stromer

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23. Februar 2003 um 9:52
In Antwort auf Stromer

Gonagall
Deine Worte die da stehen schmerzen und doch bewundere ich die Kraft in ihnen.
Sie sind bedrückend, traurig und doch voller Mut und Wärme.

Manchmal wachsen wir durch solche Erlebnisse, ein ander mal brechen wir. Aber gut, das es Menschen wie Dich gibt, die trotz Flicken am Körper weiter die Nadel schwingen, um anderen die Risse abzudecken.

Danke, Bye und Gute Nacht
Auch Dir gehören Kerzen die in Deinen dunklen Nächten die Sterne ersetzten.

LG - Stromer

Chemo sinnlos (?) .....
Hallo

es stimmt, was ihr schreibt. Du stehst neben dem Patienten - Freund/Verwandten/Lieben - und kannst nix aber auch gaaaaaar nix für ihn tun.
Oder vielleicht doch ? In so einer Lage kann man glaub ich nur noch zusammenrücken. Mehr weiß ich auch nicht.

Und wer weiß, was das zusammenrücken bewirkt.

§->--

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23. Februar 2003 um 12:30
In Antwort auf Stromer

Gonagall
Deine Worte die da stehen schmerzen und doch bewundere ich die Kraft in ihnen.
Sie sind bedrückend, traurig und doch voller Mut und Wärme.

Manchmal wachsen wir durch solche Erlebnisse, ein ander mal brechen wir. Aber gut, das es Menschen wie Dich gibt, die trotz Flicken am Körper weiter die Nadel schwingen, um anderen die Risse abzudecken.

Danke, Bye und Gute Nacht
Auch Dir gehören Kerzen die in Deinen dunklen Nächten die Sterne ersetzten.

LG - Stromer

Oh,
Danke, lieber Stromer! Dein Bild (Nadel schwingen) gefällt mir sehr und von jemandem, den man gar nicht kennt, Kerzen und Gedanken geschickt zu bekommen, wärmt und erhellt wunderbar!

Herzlichen Dank und dir einen schönen Sonntag!

LG, Gonagall

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23. Februar 2003 um 13:14

Liebe Shaleen
Es tut mir weh wenn ich deine Zeilen lese.Weiss ich doch wie du dich fühlst ,wie traurig und machtlos du bist.
Weisst meine Tochter hatte mit gerade 3 Jahren Leukämie sie bekam auch Chemotherapie .Ein halbes Jahr lag sie im Krankenhaus ,hatte auch alle möglichen Nebenwirkungen und ihre schönen langen blonden Haare verloren.ABER sie hat es geschaft ,sie ist im vergangenen Dezember 18 Jahre alt geworden.Und ich habe immer gedacht ,wenn ich mal so krank werden sollte werde ich es auch sicher mit Chemo schaffen.1992 erkrankte dann meine Mutter an Brustkrebs .Auch bei ihr folgte Chemo,Bestrallungen,Rückfälle .Sie hatte Strahlenkrebs.Da dachte ich anders über die Therapie und frug mich auch ,hätte sie überlebt wenn sie die Chemo nicht bekommen hätte ?????Eine Nachbarin bekam auch Krebs ,der Krebs hatte schon im ganzen Bauchraum gestreut .Sie lies keine Chemo machen sondern nahm alternative Medizin.(Mistel und so weiter)5 Jahre hatte sie nichts und nun fing es wieder an.Hatten wir doch alle gedacht es geht ihr so gut ,weil sie keine Chemo hat machen lassen.Nun fragt man sich .Würde sie geheilt sein und wäre heute gesund wenn sie die Chemo gemacht hätte ????Wäre sie schon verstorben wenn sie es mitgemacht hätte ???Sie lässt auch jetzt wieder keine machen weil sie sich dieses Gift nicht zumuten möchte .
Ich weiss gar nicht was ich dir schreiben soll um dich ein wenig zu trösten oder Mut zu geben.Ich wünsch dir und deiner Cosine viel Kraft .
Ganz lieben Gruß Mamelick

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23. Februar 2003 um 14:39

An alle, die mir so lieb geschrieben haben...
Ein von Herzen kommendes Danke an euch alle hier, die ihr mir geschrieben habt.

Ich bin überwältigt von eurer Anteilnahme und euren lieben Zeilen und es tut mir gut, das zu lesen. Ich kenne euch alle nicht, aber trotzdem fühle ich mich jetzt nicht mehr so allein in meinem Schmerz.

Ich war am Montag bei ihr im Krankenhaus und habe ihr gesagt, dass sie eine starke Frau ist und das alles schaffen wird, sie glaubt selbst fest daran, es zu packen und ich habe ihr schon gesagt, dass ich sie zu mir einladen will, wenn es ihr besser geht und dass ich mit ihr wieder zum Walking gehen will. Es ist nicht leicht, solche Dinge zu sagen, wenn man selber im Inneren nicht so richtig dran glauben kann. Ich habe ihr auch gesagt, dass ich jeden Tag für sie bete.

Ich würde sie gerne nochmal besuchen, aber sie will überhaupt keinen Besuch mehr, nur noch ihren Mann und ihren Sohn will sie sehen, und das müssen wir akzeptieren. Also kann ich wirklich nichts mehr für sie tun... sie bekommt am Mittwoch diese Chemo und bereitet sich innerlich darauf vor und hat genug mit sich selbst zu tun. Wir können alle nur abwarten.

@Mamelick:

Du hast auch schon sehr viel mitgemacht im Leben, wenn ich deine Zeilen so lese. Es freut mich sehr für dich, dass deine Tochter geheilt wurde und dass sie das alles damals gut überstanden hat. Es kann uns wohl niemand sagen, ob eine Chemotherapie das richtige oder das falsche ist, es kommt sicher auf den Einzelfall an, dem einen hilft sie, den anderen bringt sie um. Leider kann man es nicht einfach mal ausprobieren, man muss sich sicher irgendwann entscheiden und hoffen, das richtige gewählt zu haben. Bei meiner Cousine glaub ich halt, dass die Chemo das falsche war, aber das ist jetzt halt so und das müssen wir so hinnehmen.
Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute.



@Stromer:

Auch dir danke ich sehr für deine mitfühlenden Worte. Du scheinst ein Mensch mit sehr viel Gefühl zu sein und deine Zeilen zu lesen, hat mir gutgetan. Wenn mich wieder die Traurigkeit überkommt, dann werde ich an deine Worte denken umd sie mir vorstellen als Bäume in der Allee auf dem Weg durch das tiefe Tal.

Es ist schön, dass ich hier schreiben kann, was mich bewegt und dass jemand da ist, der mir antwortet.

Danke.

@Gonagall:

Auch du hast schon Schlimmes erlebt und hast mir so liebe Worte geschrieben, dafür danke ich dir. Ich versuche, nicht nach dem Sinn zu fragen und hoffe immer noch auf ein Wunder. Danke, dass du an uns denkst.

@Mauerblume:

Mit dem Zusammenrücken hast du recht, warum tut man das immer erst in so schlimmen Situationen?
Sollte man viel öfters tun, einfach so.

Alle Liebe

Shaleen
Shaleen

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23. Februar 2003 um 22:41

Chemo? Nein danke....
bahnbrechend das Buch von Phillip Day "Krebs - Stahl, Strahl, Chemo & Co: Vom langen Ende eines Schauermärchens"

Falls Du das Buch im Buchhandel nicht beziehen kannst, wende Dich an die Zeitung "Zeitenschrift".

www.zeitenschrift.com

Dort ist auch ein äusserst interessanter Artikel erschienen " Alles was Sie schon immer über Krebs wissen wollten".

Du solltest diesen Artikel unbedingt lesen. Es gibt Hilfe!!!

Falls Du nicht weiter kommst, kannst Du mir mailen:

lucyinthesky@gofeminin.de

Ich fahre allerdings am 8. März in Urlaub und bin dann für ca. drei Wochen nicht erreichbar.

Bitte gib die Hoffnung nicht auf, man muss nur den Mut haben andere Wege zubeschreiten und nicht alles glauben, was die Schulmediziner einem erzählen!

Alles Liebe

Lucy

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24. Februar 2003 um 13:42

Hallo shalee
vorab, mir tut es sehr leid, daß deine cousine so krank ist.

meine mutter ist am 01.03. an krebs gestorben und mein vater 94. ebenfalls an krebs. sie hatte auch chemo bekommen. das volle programm. leider hat sie es nicht geschafft. bei meinem vater konnte gar nichts mehr angewandt werden. manche, die mit meiner mutter im kh waren und die auch kontakt miteinander geknüpft haben, haben es geschafft, andere wiederum nicht. ich kenne jemanden, der seit mehr als 15 jahren krebsfrei lebt (darmkrebs und danach chemo).

meiner meinung nach liegt es daran, wie stark der krebs schon fortgeschritten ist und ob sich alle krebszellen verkapseln lassen.

ich pers. würde auf jeden fall eine chemo machen lassen. es ist oft die letzte chance.

leider kann ich dir nicht weiterhelfen. ich wünsche dir aber ganz viel kraft und hoffe, daß deine cousine es schafft.

liebe grüße

lily

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24. Februar 2003 um 13:53
In Antwort auf ximena_12674806

Chemo? Nein danke....
bahnbrechend das Buch von Phillip Day "Krebs - Stahl, Strahl, Chemo & Co: Vom langen Ende eines Schauermärchens"

Falls Du das Buch im Buchhandel nicht beziehen kannst, wende Dich an die Zeitung "Zeitenschrift".

www.zeitenschrift.com

Dort ist auch ein äusserst interessanter Artikel erschienen " Alles was Sie schon immer über Krebs wissen wollten".

Du solltest diesen Artikel unbedingt lesen. Es gibt Hilfe!!!

Falls Du nicht weiter kommst, kannst Du mir mailen:

lucyinthesky@gofeminin.de

Ich fahre allerdings am 8. März in Urlaub und bin dann für ca. drei Wochen nicht erreichbar.

Bitte gib die Hoffnung nicht auf, man muss nur den Mut haben andere Wege zubeschreiten und nicht alles glauben, was die Schulmediziner einem erzählen!

Alles Liebe

Lucy

Hallo Lucy
Zuerst mal vielen Dank für deine Antwort.
Ich hab mir die Seite im Internet angeschaut und finde das alles sehr interessant.
Ich werde nachher in die Stadt gehen und versuchen, dieses Buch zu bekommen.

Ich hätte auch sehr gerne den Artikel gelesen, nur weiss ich nicht, wie ich an das Heft Nr. 37 rankommen soll.
Gibt es das im Zeitschriftenhandel? Ich hab leider nichts darüber gefunden, ich weiss auch nicht, wann dieses Heft erschienen ist.

Kannst du mir da bitte Auskunft drüber geben?

Ich danke dir schonmal ganz herzlich.

Shaleen

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25. Februar 2003 um 10:21

Schicksal Krebs?
Jeder fürchtet sich vor so einer Diagnose: Krebs! Allein das Wort lässt uns erschaudern und uns sofort an den Tod denken. Aber Krebs ist heute kein Todesurteil mehr. Die Medizin ist weit fortgeschritten. Man kann die Schulmedizin mit alternativen Behandlungen stärken, sofern man Kraft dazu hat. Aber das wichtigste bei dieser Krankheit ist das Wort: HOFFNUNG! Man muss auf Besserung und Heilung hoffen können.

Man kann viel dahersagen, wenn es einem nicht selbst betrifft. Vielleicht ist die Chemotherapie keine Hilfe in manchen Fällen, aber sie ist eine Form der Hoffnung. Man hat es versucht. Für viele Menschen ist es wichtig, überhaupt eine Chance zu haben. Der Mensch klammert sich in seiner Angst vor dem Tod an alles. Von daher denke ich, dass fasst jeder die Therapie macht, wenn es ihn erwischt hat, nur um noch etwas leben zu dürfen.

Deine Cousine will leben, deshalb unterzieht sie sich diesem harten Weg. Ich weiß, was auf sie zukommt. Hilf ihr, wenn sie Dich nicht sehen will, z.B. mit kleinen Aufmerksamkeiten (Bücher, Säfte, was gesundes zum essen), schreib ihr Karten, die sie stärken. So weiß sie, dass Du an sie denkst.

Meine Mutter hatte Leukämie (AML). Als ich nach dem ersten Schock den Arzt nach einer Knochenmarktransplantation fragte (wir sind 4 Kinder, da wird schon einer passen, hoffte ich) meinte er, dass meine Mutter (63 Jahre) zu alt wäre. Das war für mich wie ein Todesurteil. Sie hing aber so am Leben. Sie bekam Hochdosischemo, hatte alle erdenklichen Nebenwirkungen aber sie kämpfte. Ohne Therapie wäre sie nach ein paar Tagen oder Wochen gestorben. Nach 4 Monaten eine überraschende Nachricht: krebsfrei! Selbst die Ärzte waren von den Socken. Die Sektkorken knallten. Die Freude hielt nicht lange. Nach 2,5 Monaten ein Rezidiv. Bei der Punktion wurden erneut Leukämiezellen festgestellt.
Der Kampf ging von vorne los, nur noch härter.

Ich habe die Zeit über gelitten wie ein Hund. Ich hatte manchmal das Gefühl, mir ging es als Angehöriger schlechter als ihr. Jeden Tag bin ich ins KH gefahren, haben sie zwischenzeitlich zu Hause gepflegt und jeder Tag war anders. Sie wollte meistens niemanden sehen, nur mich. Nicht mal mein Vater oder meine Brüder sollte kommen. Ich fragte mich oft: Warum?
Sie weinten, sie waren schwach. Das konnte sie nicht gebrauchen. Sie wollte Kraft. Ich habe alles gegeben, was ich konnte. Bei ihr war ich stark, geweint wurde im stillen Kämmerlein.

Was habe ich ihr alles erzählt, nur damit sie aufgebaut wird. Sie sagte mal, an einem gutem Tag, zu mir: Ich versuche die Therapie durchzustehen, schaffe ich es nicht, ist es mein Schicksal. Es sterben Kinder daran, ich habe aber lange leben dürfen. Ich akzeptiere auch ein Ende.
Diese Worte werde ich wohl nie vergessen.

Es war die härteste Zeit meines Lebens. Als meine Mutter krank wurde, war meine Tochter gerade 6 Monate alt. Ich musste erleben, wie dicht Geburt und Tod beieinander liegen. Ich konnte mich nicht meinem Kind und meinem Mann wiedmen, dafür war kaum Zeit. Der Krebs bestimmte unser Leben.

Meine herzensgute Mutter starb an einem trüben Maitag. Als der Arzt meinte, sie können icht mehr für sie tun, brach alles in mir zusammen. Aus der Lebenserwartung von 4 Monaten wurden dann nur
2 Wochen.
Sie ging ihren letzten Weg: Vollgepumpt mit Morphium, dass nicht mehr wirkte, alleingelassen in einem kalten Raum im Krankenhaus. Ich durfte sie nicht mit nach Hause nehmen und meine Bitte, mich anzurufen wenn es ihr schlechter ginge, wurde nicht erfüllt. Ich wollte sie nicht allein lassen.
Das letzte was ich von ihr hörte war der Satz: Ich kann nicht mehr, es tut so weh. Ihre Schmerzensschreie begleiten mich wohl mein
ganzes Leben.
Human war das Ende nicht, aber ich hatte nach einem Jahr keine Kraft mehr, mich gegen Professoren oder Oberärzte durchzusetzen.

Dann die Frage: Wozu diese Quälerein, wenn es doch nur den Tod brachte?
Die Antwort: Es brachte uns eine Verlängerung. Wir hatten Zeit! Zeit, Dinge zu sagen, die uns bewegten. Manchmal sterben Menschen plötzlich und man kann ihnen nichts mehr sagen. Wir hatten noch diese Möglichkeit.

Eins noch: Du musst Deine Traurigkeit vor ihr verbergen. Zu weinen ist normal, aber der Betroffene profitiert nicht davon, das erinnert ihn an das Wort: Angst!
Wenn sie das Schicksal und die Therapie ertragen kann, dann kannst Du es auch!!!!
Akzeptiert ihre Wünsche und seien sie noch so unverständlich für Euch. Sie ist die Betroffene, nicht ihr. Die Angehörigen brauchen auch Trost, den sollten sie sich aber nicht bei den Kranken suchen.
Ich habe oft erleben müssen, wie die Kinder bei den Eltern am Bett gesessen haben und bitterlich weinten. Die Eltern streichelten ihnen unter Anstrengung den Kopf. So sollte es nicht sein, trotz aller Hilflosigkeit.

Wir können nur hoffen, dass es eines Tages ein Mittel gegen die Seuche Krebs gibt. Ich würde alles dafür geben.

In dem Sinnen verbleiben wir in Hoffnung und dem Glauben, dass alles gut wird.

LG und Optimismus Kati

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25. Februar 2003 um 16:45

Liebe Traumfee
Ich danke dir für deine Zeilen und für`s Daumendrücken, morgen bekommt sie die Chemo und wir werden sehen, wie es ihr danach geht.

Ich hab selber nicht mit dem Arzt gesprochen, aber an die Möglichkeit einer Transplantation habe ich auch gleich gedacht, aber das scheint aus irgendwelchen mir nicht bekannten Gründen nicht zu gehen. Es ist auch keine OP möglich, weil der Tumor irgendwie in der Nähe von einem anderen Organ liegt. Bei einer Transplantation muss man ja auch erst mal auf eine Spenderleber warten, und ich glaube, dass dafür einfach nicht genug Zeit vorhanden ist. Mittlerweile sind eben zwei Drittel der Leber kaputt und voller Metastasen, ein Drittel scheint noch in Ordnung zu sein.

Wir können nur abwarten.

Liebe Grüsse

Shaleen

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25. Februar 2003 um 16:50
In Antwort auf Kati10

Schicksal Krebs?
Jeder fürchtet sich vor so einer Diagnose: Krebs! Allein das Wort lässt uns erschaudern und uns sofort an den Tod denken. Aber Krebs ist heute kein Todesurteil mehr. Die Medizin ist weit fortgeschritten. Man kann die Schulmedizin mit alternativen Behandlungen stärken, sofern man Kraft dazu hat. Aber das wichtigste bei dieser Krankheit ist das Wort: HOFFNUNG! Man muss auf Besserung und Heilung hoffen können.

Man kann viel dahersagen, wenn es einem nicht selbst betrifft. Vielleicht ist die Chemotherapie keine Hilfe in manchen Fällen, aber sie ist eine Form der Hoffnung. Man hat es versucht. Für viele Menschen ist es wichtig, überhaupt eine Chance zu haben. Der Mensch klammert sich in seiner Angst vor dem Tod an alles. Von daher denke ich, dass fasst jeder die Therapie macht, wenn es ihn erwischt hat, nur um noch etwas leben zu dürfen.

Deine Cousine will leben, deshalb unterzieht sie sich diesem harten Weg. Ich weiß, was auf sie zukommt. Hilf ihr, wenn sie Dich nicht sehen will, z.B. mit kleinen Aufmerksamkeiten (Bücher, Säfte, was gesundes zum essen), schreib ihr Karten, die sie stärken. So weiß sie, dass Du an sie denkst.

Meine Mutter hatte Leukämie (AML). Als ich nach dem ersten Schock den Arzt nach einer Knochenmarktransplantation fragte (wir sind 4 Kinder, da wird schon einer passen, hoffte ich) meinte er, dass meine Mutter (63 Jahre) zu alt wäre. Das war für mich wie ein Todesurteil. Sie hing aber so am Leben. Sie bekam Hochdosischemo, hatte alle erdenklichen Nebenwirkungen aber sie kämpfte. Ohne Therapie wäre sie nach ein paar Tagen oder Wochen gestorben. Nach 4 Monaten eine überraschende Nachricht: krebsfrei! Selbst die Ärzte waren von den Socken. Die Sektkorken knallten. Die Freude hielt nicht lange. Nach 2,5 Monaten ein Rezidiv. Bei der Punktion wurden erneut Leukämiezellen festgestellt.
Der Kampf ging von vorne los, nur noch härter.

Ich habe die Zeit über gelitten wie ein Hund. Ich hatte manchmal das Gefühl, mir ging es als Angehöriger schlechter als ihr. Jeden Tag bin ich ins KH gefahren, haben sie zwischenzeitlich zu Hause gepflegt und jeder Tag war anders. Sie wollte meistens niemanden sehen, nur mich. Nicht mal mein Vater oder meine Brüder sollte kommen. Ich fragte mich oft: Warum?
Sie weinten, sie waren schwach. Das konnte sie nicht gebrauchen. Sie wollte Kraft. Ich habe alles gegeben, was ich konnte. Bei ihr war ich stark, geweint wurde im stillen Kämmerlein.

Was habe ich ihr alles erzählt, nur damit sie aufgebaut wird. Sie sagte mal, an einem gutem Tag, zu mir: Ich versuche die Therapie durchzustehen, schaffe ich es nicht, ist es mein Schicksal. Es sterben Kinder daran, ich habe aber lange leben dürfen. Ich akzeptiere auch ein Ende.
Diese Worte werde ich wohl nie vergessen.

Es war die härteste Zeit meines Lebens. Als meine Mutter krank wurde, war meine Tochter gerade 6 Monate alt. Ich musste erleben, wie dicht Geburt und Tod beieinander liegen. Ich konnte mich nicht meinem Kind und meinem Mann wiedmen, dafür war kaum Zeit. Der Krebs bestimmte unser Leben.

Meine herzensgute Mutter starb an einem trüben Maitag. Als der Arzt meinte, sie können icht mehr für sie tun, brach alles in mir zusammen. Aus der Lebenserwartung von 4 Monaten wurden dann nur
2 Wochen.
Sie ging ihren letzten Weg: Vollgepumpt mit Morphium, dass nicht mehr wirkte, alleingelassen in einem kalten Raum im Krankenhaus. Ich durfte sie nicht mit nach Hause nehmen und meine Bitte, mich anzurufen wenn es ihr schlechter ginge, wurde nicht erfüllt. Ich wollte sie nicht allein lassen.
Das letzte was ich von ihr hörte war der Satz: Ich kann nicht mehr, es tut so weh. Ihre Schmerzensschreie begleiten mich wohl mein
ganzes Leben.
Human war das Ende nicht, aber ich hatte nach einem Jahr keine Kraft mehr, mich gegen Professoren oder Oberärzte durchzusetzen.

Dann die Frage: Wozu diese Quälerein, wenn es doch nur den Tod brachte?
Die Antwort: Es brachte uns eine Verlängerung. Wir hatten Zeit! Zeit, Dinge zu sagen, die uns bewegten. Manchmal sterben Menschen plötzlich und man kann ihnen nichts mehr sagen. Wir hatten noch diese Möglichkeit.

Eins noch: Du musst Deine Traurigkeit vor ihr verbergen. Zu weinen ist normal, aber der Betroffene profitiert nicht davon, das erinnert ihn an das Wort: Angst!
Wenn sie das Schicksal und die Therapie ertragen kann, dann kannst Du es auch!!!!
Akzeptiert ihre Wünsche und seien sie noch so unverständlich für Euch. Sie ist die Betroffene, nicht ihr. Die Angehörigen brauchen auch Trost, den sollten sie sich aber nicht bei den Kranken suchen.
Ich habe oft erleben müssen, wie die Kinder bei den Eltern am Bett gesessen haben und bitterlich weinten. Die Eltern streichelten ihnen unter Anstrengung den Kopf. So sollte es nicht sein, trotz aller Hilflosigkeit.

Wir können nur hoffen, dass es eines Tages ein Mittel gegen die Seuche Krebs gibt. Ich würde alles dafür geben.

In dem Sinnen verbleiben wir in Hoffnung und dem Glauben, dass alles gut wird.

LG und Optimismus Kati

Liebe Kati
Du hast eine schlimme Zeit hinter dir, mir sind die Tränen gekommen beim Lesen deiner Zeilen.

Ich akzeptiere ihren Wunsch, keinen Besuch zu wollen und ich denke, morgen nach der neuen Chemo wird sie eh genug mit sich selbst zu tun haben. Ich willihr aber morgen früh gleich noch eine Karte vorbeibringen und bei der Schwester für sie abgeben. Einfach, damit sie weiss, dass ich morgen in Gedanken immer bei ihr bin.

Ich werde versuchen, in ihrer Gegenwart ganz tapfer zu sein und sie in ihrem Glauben an Gesundung zu bestärken.

Ich wünsche dir alles Gute.

Shaleen

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25. Februar 2003 um 21:11
In Antwort auf phoebe_12879508

Liebe Kati
Du hast eine schlimme Zeit hinter dir, mir sind die Tränen gekommen beim Lesen deiner Zeilen.

Ich akzeptiere ihren Wunsch, keinen Besuch zu wollen und ich denke, morgen nach der neuen Chemo wird sie eh genug mit sich selbst zu tun haben. Ich willihr aber morgen früh gleich noch eine Karte vorbeibringen und bei der Schwester für sie abgeben. Einfach, damit sie weiss, dass ich morgen in Gedanken immer bei ihr bin.

Ich werde versuchen, in ihrer Gegenwart ganz tapfer zu sein und sie in ihrem Glauben an Gesundung zu bestärken.

Ich wünsche dir alles Gute.

Shaleen

@Kati
Ich hab mich jetzt mal unter Shaleen gesetzt, denn ich wollte ihre Antwort an Dich nicht "durchkreuzen". Deine Gedanken waren ja auch an sie gerichtet und trotzdem möchte ich Dir etwas sagen.

Deine Worte haben mich sehr bewegt und auch sehr nachdenklich gemacht. Es ist schon seltsam. Da trifft einen das Schicksal und man denkt der ganzen Welt geht es besser als einem selbst.
Dann lese ich hier die vielem eigenen Erlebnisse von Menschen die mit diesem Thema konfrontiert wurden und man merkt erst mal, wie viele das schon erleben mussten. Und manchmal auch so tragisch wie in Deinem Fall.
Ich kann euer Auf und Ab gut nachempfinden und weiß wie schlimm das gewesen sein muss. Nein ... vielleicht weiß ich es nicht, ahne es nur ... aber selbst das reicht ...

Ich denke Du hast völlig Recht damit, dass es den Angehörigen manchmal genauso übel geht, wie dem selber Betroffenen. Aber abnehmen wird uns das niemand. Egal auf welcher Seite nun.

Du hast ein Beispiel gebracht, was mich persönlich nachdenklich gemacht hat.
... "Dann die Frage: Wozu diese Quälerein, wenn es doch nur den Tod brachte?
Die Antwort: Es brachte uns eine Verlängerung. Wir hatten Zeit! Zeit, Dinge zu sagen, die uns bewegten." ...

Hmm ...
Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und versuchte es mal aus beider Seiten Sicht zu sehen.
So richtig zu einem Schluss kam ich nicht.
Ist es wirklich gut für mich, wenn ich bewusst den Abschied erleben muss? Oder ist ein schnelles plötzliches Ende dann besser? Ich kann es für mich nicht genau beantworten, wenn ich eine Wahl hätte. Ich weiß wie quälend Abschiede sein können. Noch schlimmer wohl, wenn sie endgültig sind. Welche Worte wählt man dann als letztes? Welche Gedanken gehen einem beim Bewusst letzten Blick durch den Kopf? Das ganze versetzt mich in Panik, da ich riesen Probleme mit Abschieden habe. So würde ich - wenn ich könnte - heute wohl für mich das schnelle Ende wählen. Ohne viel Worte und schlimme Gedanken. Ich denke auch, man muss mir keine letzen lieben Worte sagen, denn von denen die mir Nahestehen, weiß ich was sie fühlen. Und manchmal bleibt doch der letzte lachende unbeschwerte Blick oder die fröhliche Stimme am Telefon besser in Erinnerung als das bewusste Erlebnis „Abschied“.
Ich vergesse nie den letzte Blick meines Vaters im Gang eines Krankenhauses. Ich denke er wusste es, als ich in der Schwenktür stand und mich noch mal umdrehte. Von zwei kleine Lebewesen die mir alles bedeuteten, musste ich bewusst Abschied nehmen und ich wünschte, ich hätte diese schrecklichen Erlebnis nie gehabt. Aber ich war es schuldig und das stand über meinem eigenem Schmerz.
Aber irgendwie mag ich das in meiner Person dann niemanden der mir nahe steht zumuten und so würde ich lieber schweigend gehen ... müssen. Und das letzte was man von mir dann hätte wäre ein froher Moment, der so ewig in Erinnerung bleibt.

Ich weiß, dass ganze ist sehr subjektiv von mir. Vielleicht auch ein Stück egoistisch. Ich weiß es nicht. Das Thema bewegt mich und Deine Worte an Shaleen noch mehr.

Liebe Grüße an Dich
Bye Stromer

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26. Februar 2003 um 1:44
In Antwort auf Stromer

@Kati
Ich hab mich jetzt mal unter Shaleen gesetzt, denn ich wollte ihre Antwort an Dich nicht "durchkreuzen". Deine Gedanken waren ja auch an sie gerichtet und trotzdem möchte ich Dir etwas sagen.

Deine Worte haben mich sehr bewegt und auch sehr nachdenklich gemacht. Es ist schon seltsam. Da trifft einen das Schicksal und man denkt der ganzen Welt geht es besser als einem selbst.
Dann lese ich hier die vielem eigenen Erlebnisse von Menschen die mit diesem Thema konfrontiert wurden und man merkt erst mal, wie viele das schon erleben mussten. Und manchmal auch so tragisch wie in Deinem Fall.
Ich kann euer Auf und Ab gut nachempfinden und weiß wie schlimm das gewesen sein muss. Nein ... vielleicht weiß ich es nicht, ahne es nur ... aber selbst das reicht ...

Ich denke Du hast völlig Recht damit, dass es den Angehörigen manchmal genauso übel geht, wie dem selber Betroffenen. Aber abnehmen wird uns das niemand. Egal auf welcher Seite nun.

Du hast ein Beispiel gebracht, was mich persönlich nachdenklich gemacht hat.
... "Dann die Frage: Wozu diese Quälerein, wenn es doch nur den Tod brachte?
Die Antwort: Es brachte uns eine Verlängerung. Wir hatten Zeit! Zeit, Dinge zu sagen, die uns bewegten." ...

Hmm ...
Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und versuchte es mal aus beider Seiten Sicht zu sehen.
So richtig zu einem Schluss kam ich nicht.
Ist es wirklich gut für mich, wenn ich bewusst den Abschied erleben muss? Oder ist ein schnelles plötzliches Ende dann besser? Ich kann es für mich nicht genau beantworten, wenn ich eine Wahl hätte. Ich weiß wie quälend Abschiede sein können. Noch schlimmer wohl, wenn sie endgültig sind. Welche Worte wählt man dann als letztes? Welche Gedanken gehen einem beim Bewusst letzten Blick durch den Kopf? Das ganze versetzt mich in Panik, da ich riesen Probleme mit Abschieden habe. So würde ich - wenn ich könnte - heute wohl für mich das schnelle Ende wählen. Ohne viel Worte und schlimme Gedanken. Ich denke auch, man muss mir keine letzen lieben Worte sagen, denn von denen die mir Nahestehen, weiß ich was sie fühlen. Und manchmal bleibt doch der letzte lachende unbeschwerte Blick oder die fröhliche Stimme am Telefon besser in Erinnerung als das bewusste Erlebnis „Abschied“.
Ich vergesse nie den letzte Blick meines Vaters im Gang eines Krankenhauses. Ich denke er wusste es, als ich in der Schwenktür stand und mich noch mal umdrehte. Von zwei kleine Lebewesen die mir alles bedeuteten, musste ich bewusst Abschied nehmen und ich wünschte, ich hätte diese schrecklichen Erlebnis nie gehabt. Aber ich war es schuldig und das stand über meinem eigenem Schmerz.
Aber irgendwie mag ich das in meiner Person dann niemanden der mir nahe steht zumuten und so würde ich lieber schweigend gehen ... müssen. Und das letzte was man von mir dann hätte wäre ein froher Moment, der so ewig in Erinnerung bleibt.

Ich weiß, dass ganze ist sehr subjektiv von mir. Vielleicht auch ein Stück egoistisch. Ich weiß es nicht. Das Thema bewegt mich und Deine Worte an Shaleen noch mehr.

Liebe Grüße an Dich
Bye Stromer

Hallo Stromer!
Meist weiss man nicht, dass es die letzten Worte sind, die gesagt werden...
Ich habe 2 Jahre im Krankenhaus gearbeitet - meist mit Pflegefällen - einen geliebten Schwager durch Aids und meine Mutter durch Krebs verloren.
Die letzten Worte meiner Mutter an mich waren, ich solle meinem Mann schöne Grüße bestellen...banal, oder? Das war 6 Tage vor ihrem Tod. An ihrem Todestag war ich bei ihr...ich habe es irgendwann bemerkt, dass sie nicht mehr atmete...gesprochen hat sie an diesem Tag leider nicht mehr mit mir...aber einige Stunden vor ihrem Tod hat sie noch meine Hand genommen und gedrückt.
In der Erinnerung ist mir das sehr präsent, aber mindestens genauso präsent ist sie, wie sie leibte und lebte!
Vorahnungen habe ich auch erlebt. Einige Wochen bevor die Krankheit meiner Mutter bekannt wurde, stand ich nachts an der geöffneten Tür, schaute in den Sternenhimmel und dachte, wie es sein würde, wenn sie vor meinem Vater sterben würde...Zu diesem Zeitpunkt gab es gar keine Veranlassung für solche Gedanken, denn meine Mutter war immer kerngesund und 7 Jahre jünger als mein Vater...
Genauso wusste ich, im Moment ihres Wegfahrens, dass sie zum letzten Mal bei uns zu Besuch war...ich wusste es einfach!

Mein aidskranker Schwager informierte uns über seine Krankheit und sagte u.a. wenn es die Todesnachricht sei, so würde er uns diese auch überbringen. Daran habe ich fest geglaubt und war erschüttert, als eines Sonntagsmorgens kurz vor acht das Telefon klingelte (ich wusste sofort, es musste etwas mit ihm sein!) und ich erfahren musste, dass er gestorben war...

Dir sei natürlich noch ein langes Leben gegönnt!!! Aber hab´keine Angst...wenn es zur Neige geht - egal, wie gewiss es sein wird - deine Lieben werden nie damit rechnen, dass deine letzten Worte WIRKLICH deine LETZTEN Worte sind. Denn auch sie geben die Hoffnung nie auf!!!

LG, Gonagall

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27. Februar 2003 um 11:25
In Antwort auf Stromer

@Kati
Ich hab mich jetzt mal unter Shaleen gesetzt, denn ich wollte ihre Antwort an Dich nicht "durchkreuzen". Deine Gedanken waren ja auch an sie gerichtet und trotzdem möchte ich Dir etwas sagen.

Deine Worte haben mich sehr bewegt und auch sehr nachdenklich gemacht. Es ist schon seltsam. Da trifft einen das Schicksal und man denkt der ganzen Welt geht es besser als einem selbst.
Dann lese ich hier die vielem eigenen Erlebnisse von Menschen die mit diesem Thema konfrontiert wurden und man merkt erst mal, wie viele das schon erleben mussten. Und manchmal auch so tragisch wie in Deinem Fall.
Ich kann euer Auf und Ab gut nachempfinden und weiß wie schlimm das gewesen sein muss. Nein ... vielleicht weiß ich es nicht, ahne es nur ... aber selbst das reicht ...

Ich denke Du hast völlig Recht damit, dass es den Angehörigen manchmal genauso übel geht, wie dem selber Betroffenen. Aber abnehmen wird uns das niemand. Egal auf welcher Seite nun.

Du hast ein Beispiel gebracht, was mich persönlich nachdenklich gemacht hat.
... "Dann die Frage: Wozu diese Quälerein, wenn es doch nur den Tod brachte?
Die Antwort: Es brachte uns eine Verlängerung. Wir hatten Zeit! Zeit, Dinge zu sagen, die uns bewegten." ...

Hmm ...
Ich habe mir darüber Gedanken gemacht und versuchte es mal aus beider Seiten Sicht zu sehen.
So richtig zu einem Schluss kam ich nicht.
Ist es wirklich gut für mich, wenn ich bewusst den Abschied erleben muss? Oder ist ein schnelles plötzliches Ende dann besser? Ich kann es für mich nicht genau beantworten, wenn ich eine Wahl hätte. Ich weiß wie quälend Abschiede sein können. Noch schlimmer wohl, wenn sie endgültig sind. Welche Worte wählt man dann als letztes? Welche Gedanken gehen einem beim Bewusst letzten Blick durch den Kopf? Das ganze versetzt mich in Panik, da ich riesen Probleme mit Abschieden habe. So würde ich - wenn ich könnte - heute wohl für mich das schnelle Ende wählen. Ohne viel Worte und schlimme Gedanken. Ich denke auch, man muss mir keine letzen lieben Worte sagen, denn von denen die mir Nahestehen, weiß ich was sie fühlen. Und manchmal bleibt doch der letzte lachende unbeschwerte Blick oder die fröhliche Stimme am Telefon besser in Erinnerung als das bewusste Erlebnis „Abschied“.
Ich vergesse nie den letzte Blick meines Vaters im Gang eines Krankenhauses. Ich denke er wusste es, als ich in der Schwenktür stand und mich noch mal umdrehte. Von zwei kleine Lebewesen die mir alles bedeuteten, musste ich bewusst Abschied nehmen und ich wünschte, ich hätte diese schrecklichen Erlebnis nie gehabt. Aber ich war es schuldig und das stand über meinem eigenem Schmerz.
Aber irgendwie mag ich das in meiner Person dann niemanden der mir nahe steht zumuten und so würde ich lieber schweigend gehen ... müssen. Und das letzte was man von mir dann hätte wäre ein froher Moment, der so ewig in Erinnerung bleibt.

Ich weiß, dass ganze ist sehr subjektiv von mir. Vielleicht auch ein Stück egoistisch. Ich weiß es nicht. Das Thema bewegt mich und Deine Worte an Shaleen noch mehr.

Liebe Grüße an Dich
Bye Stromer

Abschied nehmen
Lieber Stromer,
Deine Gedanken sind mir nicht fremd.
Ich habe 100 mal darüber nachgedacht und 100 mal keine Antwort gefunden.
Wir wissen nicht, welches Schicksal uns erwartet. Wir können uns einen kurzen, schnellen Tod wünschen und doch wird es vielleicht ganz anders kommen.

Bei Krebs hat man leider nicht viele Alternativen. Entweder man macht die Therapie und verlängert das Dasein (manchmal rettet es sogar Leben) oder man fährt einmal noch in den Urlaub, erfüllt sich Wünsche o.ä. und stirbt. Dazwischen gibt es nichts.
Ich habe in dem einem Jahr als Besucher auf der Onkologie so viele verschiedene Menschen kennengelernt....so viele Gespräche, Gedanken.... das reicht mir für ein ganzes Leben.

Der Tod lässt uns erschaudern, er ist in unserer Zeit ein Tabuthema, so denke ich.
Je mehr wir Menschen in der Lage sind, die Natur durch Technik zu verändern und zu kontrollieren, desto geringer ist unsere Bereitschaft, "höhere Gewalt" anzuerkennen und uns dem zu fügen.
Wir können dem Tod nicht beikommen. Scheuen wir uns vielleicht deshalb, uns mit ihm zu befassen?Unsere Vorfahren hatten eine weniger gehemmte Einstellung zu Tod. Leben und Sterben, gute und böse Geister, Gott und Teufel - dies waren eben alles auch Bestandteile des Daseins. Heute gibt es einen solchen Fatalismus bei uns nicht mehr; wir lassen uns nicht mehr mit mystischen Erklärungsversuchen abspeisen. Aber trotzdem scheuen wir den Kontakt mit dem Tod.

Wir müssen das Leben nehmen wie es ist. Wir müssen uns auch dem Schicksal fügen. Hat es zugeschlagen, trauern wir. Die Trauer ist ganz wichtig, um die Seele frei zu bekommen. Einen Menschen kann man nicht mehr zurückgekommen oder ersetzen. Uns bleibt nur die Erinnerung. Daran sollten wir uns halten. Erst wenn wir den geliebten Menschen vergessen haben, dann ist er wirklich gestorben.

Ich weiß nicht, welchen Verlust und unter welchen Umständen Du in Deinem Herzen verarbeiten musst. Du schreibst Vater und zwei kleine Lebewesen. Ich gehe davon aus, dass Du Kinder meinst. Das ist das Allerschlimmste. So einen Verlust bewältigt man meist sein ganzes Leben nicht. Stirbt ein Kind, stirbt ein Teil der Eltern meist für immer.
In dieser Situationen muss man alle Hilfe annehmen, die man bekommt (Selbsthilfegruppen etc). Das Schicksal kann hart zuschlagen.

Auch wenn es abgedroschen klingt: Das Leben muss weitergehen. Das ist man sich selbst und der Familie schuldig. Das Leben ist trotz eines schweren Verlustes noch lebenwert.

Ich schicke Dir viel Kraft und Mut.

LG Kati

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27. Februar 2003 um 12:28
In Antwort auf phoebe_12879508

Liebe Kati
Du hast eine schlimme Zeit hinter dir, mir sind die Tränen gekommen beim Lesen deiner Zeilen.

Ich akzeptiere ihren Wunsch, keinen Besuch zu wollen und ich denke, morgen nach der neuen Chemo wird sie eh genug mit sich selbst zu tun haben. Ich willihr aber morgen früh gleich noch eine Karte vorbeibringen und bei der Schwester für sie abgeben. Einfach, damit sie weiss, dass ich morgen in Gedanken immer bei ihr bin.

Ich werde versuchen, in ihrer Gegenwart ganz tapfer zu sein und sie in ihrem Glauben an Gesundung zu bestärken.

Ich wünsche dir alles Gute.

Shaleen

Es gibt immer einen Lichtblick
....auch wenn die Krankengeschichte Deiner Cousine nicht nach endgültiger Heilungs-möglichkeit schreit.
Man muss sehen, wie weit die Schulmedizin was tun kann. Solange sie noch was tun, braucht ihr die Hoffnung nicht aufgeben. Erst wenn nur noch Morphium verabreicht wird, dann ist die Zeit der Hoffunglosigkeit gekommen.

Die Ärzte glauben an Besserung, sonst würden sie diese Behandlung nicht durchführen. Sie würden ihr sagen, wir können nichts mehr für sie tun. Das sagen sie, leider...und knallhart.

Ich finde es ganz toll, dass Du sie unterstützen willst. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich über die Karte gefreut hat. Sie weiß, Du warst da und bist nicht böse darüber, dass sie niemanden weiter sehen will. Das kann man verstehen. Willst Du an ihrem Bett sitzen, wenn sie sich übergeben muss, sie leidet und es ihr nach Ruhe lechtst. Besuche strengen den Patienten meistens an, sie wollen sich nicht so schwach zeigen.

Wenn sie Dich doch mal sehen will, sei stark. Versuche ihr Mut zu machen. Schüttel ihr das Bett auf, reibe ihr den Rücken ab und erzähle den neuesten Tratsch und Klatsch. Sei normal.
Wenn sie über ihre Ängste spricht, höre ihr zu und bestärke sie. Ist sie nicht ans Bett gefesselt, geht raus an die Luft.

Kleine Geschenke werden sie erfreuen: Immer mal wieder eine Karte, wenn die Haare ausgefallen sind ein neues hübsches Tuch, selbst gepflügter frischer Tee (Salbei, ganz wichtig, entzündungshemmend) wirkt kleine Wunder.
Damit habe ich die halbe Station damals versorgt. Die Teebeutel und das Automatenwasser waren ein Graus.
Es ist Frühlingsluft! Schicke ihr einen kleinen Frühlingsstrauß ins Zimmer. Das sieht sicher hoffnungsvoll aus. Aber keine Schale! Blumenerde darf nicht auf die Zimmer der Hämatologie (Bakterien).

Lass Dich nicht von den Hygenevorschriften abschrecken. Tue so, als wäre es normal. Desinfizieren der Hände, teilweise vorschriebener Mundschutz/Kittel/Schuhe...sowas kann Dich alles erwarten.

So hart wie es klingt: Sie ist krank und nicht Tod. So sollten sie auch behandelt werden. Es gibt Zeiten, wo die Betroffenen aggressiv und ungerecht sind. Das kann man ihnen auch sanft sagen. Auch solche Phasen gibt es.

Ja, sowas habe ich auch erlebt, ich kann mich an so vieles erinnern... eigentlich an jeden einzelnen Tag.

Der Verlust ist auch noch heute für mich groß, die Mutter kann niemand ersetzen. Sie fehlt jeden verdammten Tag und ich könnte Gott und die Welt verfluchen, weil sie nicht mehr da ist.
Aber ich gönne ihr die Ruhe. Der Tod war ihre Erlösung. Ich bin stolz auf sie, dass sie für ihr Enkelkind (sie sagte, sie wollte unbedingt meine Tochter aufwachsen sehen) den Kampf aufgenommen hat. Vielleicht war er von Anfang an zum scheitern verurteilt aber wer kann das schon vorhersagen? Wir hängen doch alle am Leben.

Ich hoffe, dass wir alle gesund bleiben und die Kranken Gesundheit geschenkt bekommen. Wir müssen nur daran glauben.

LG Kati



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27. Februar 2003 um 12:37

DANKE
Für Dein Mitgefühl. Aber ich wollte hier niemanden zu Tränen rühren.

Wir sind ein kleines Schicksal unter vielen.
Es gibt Familien, die trifft es viel härter.
Ich könnte Dir gleich reihenweise davon erzählen.

Erfreuen wir uns am Leben, das Leben kann uns viel nehmen aber auch geben.

Die Sonne scheint. Meine Tochter sagt oft: Ich habe aufgessen und Oma freut sich und deshalb lässt sie die Sonne für uns scheinen.
Recht hat sie mein Kind.

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27. Februar 2003 um 21:47
In Antwort auf Kati10

Es gibt immer einen Lichtblick
....auch wenn die Krankengeschichte Deiner Cousine nicht nach endgültiger Heilungs-möglichkeit schreit.
Man muss sehen, wie weit die Schulmedizin was tun kann. Solange sie noch was tun, braucht ihr die Hoffnung nicht aufgeben. Erst wenn nur noch Morphium verabreicht wird, dann ist die Zeit der Hoffunglosigkeit gekommen.

Die Ärzte glauben an Besserung, sonst würden sie diese Behandlung nicht durchführen. Sie würden ihr sagen, wir können nichts mehr für sie tun. Das sagen sie, leider...und knallhart.

Ich finde es ganz toll, dass Du sie unterstützen willst. Ich bin überzeugt davon, dass sie sich über die Karte gefreut hat. Sie weiß, Du warst da und bist nicht böse darüber, dass sie niemanden weiter sehen will. Das kann man verstehen. Willst Du an ihrem Bett sitzen, wenn sie sich übergeben muss, sie leidet und es ihr nach Ruhe lechtst. Besuche strengen den Patienten meistens an, sie wollen sich nicht so schwach zeigen.

Wenn sie Dich doch mal sehen will, sei stark. Versuche ihr Mut zu machen. Schüttel ihr das Bett auf, reibe ihr den Rücken ab und erzähle den neuesten Tratsch und Klatsch. Sei normal.
Wenn sie über ihre Ängste spricht, höre ihr zu und bestärke sie. Ist sie nicht ans Bett gefesselt, geht raus an die Luft.

Kleine Geschenke werden sie erfreuen: Immer mal wieder eine Karte, wenn die Haare ausgefallen sind ein neues hübsches Tuch, selbst gepflügter frischer Tee (Salbei, ganz wichtig, entzündungshemmend) wirkt kleine Wunder.
Damit habe ich die halbe Station damals versorgt. Die Teebeutel und das Automatenwasser waren ein Graus.
Es ist Frühlingsluft! Schicke ihr einen kleinen Frühlingsstrauß ins Zimmer. Das sieht sicher hoffnungsvoll aus. Aber keine Schale! Blumenerde darf nicht auf die Zimmer der Hämatologie (Bakterien).

Lass Dich nicht von den Hygenevorschriften abschrecken. Tue so, als wäre es normal. Desinfizieren der Hände, teilweise vorschriebener Mundschutz/Kittel/Schuhe...sowas kann Dich alles erwarten.

So hart wie es klingt: Sie ist krank und nicht Tod. So sollten sie auch behandelt werden. Es gibt Zeiten, wo die Betroffenen aggressiv und ungerecht sind. Das kann man ihnen auch sanft sagen. Auch solche Phasen gibt es.

Ja, sowas habe ich auch erlebt, ich kann mich an so vieles erinnern... eigentlich an jeden einzelnen Tag.

Der Verlust ist auch noch heute für mich groß, die Mutter kann niemand ersetzen. Sie fehlt jeden verdammten Tag und ich könnte Gott und die Welt verfluchen, weil sie nicht mehr da ist.
Aber ich gönne ihr die Ruhe. Der Tod war ihre Erlösung. Ich bin stolz auf sie, dass sie für ihr Enkelkind (sie sagte, sie wollte unbedingt meine Tochter aufwachsen sehen) den Kampf aufgenommen hat. Vielleicht war er von Anfang an zum scheitern verurteilt aber wer kann das schon vorhersagen? Wir hängen doch alle am Leben.

Ich hoffe, dass wir alle gesund bleiben und die Kranken Gesundheit geschenkt bekommen. Wir müssen nur daran glauben.

LG Kati



Liebe Kati
ich finde es ganz lieb von dir, dass du mir heute wieder geschrieben hast. Überhaupt bin ich sehr erstaunt über die vielen Zuschriften, die ich bekommen habe und finde es sehr schön, nicht allein damit zu sein.

Ja, du hast recht, man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, ich sage mir immer, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich akzeptiere, dass sie momentan keinen Besuch will. Ich werde aber weiterhin kleine Geschenke bei der Schwester abgeben, sei es ein kleiner Brief oder einfach ein paar Zeilen, die ihr wieder Mut machen sollen. Ich bin sicher, sie freut sich darüber.

Das mit deiner Mutter tut mir so leid für dich, sie war sicher eine sehr tapfere Frau, sei stolz auf sie. Und ich glaube, dass sie das Aufwachsen deiner Tochter mitbekommt, auch wenn sie nicht mehr da sein kann, aber wer weiss, was nach dem Tod kommt. Ich bin sicher, dass mit dem Sterben nicht alles vorbei ist, und das ist mir ein kleiner Trost in dem ganzen Leid.

Ich denke mir so oft, wir sollten im Alltag viel liebevoller miteinander umgehen, das Leben ist zu kurz, um in Unfrieden zu leben.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute

Shaleen

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28. Februar 2003 um 9:16
In Antwort auf phoebe_12879508

Liebe Kati
ich finde es ganz lieb von dir, dass du mir heute wieder geschrieben hast. Überhaupt bin ich sehr erstaunt über die vielen Zuschriften, die ich bekommen habe und finde es sehr schön, nicht allein damit zu sein.

Ja, du hast recht, man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, ich sage mir immer, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich akzeptiere, dass sie momentan keinen Besuch will. Ich werde aber weiterhin kleine Geschenke bei der Schwester abgeben, sei es ein kleiner Brief oder einfach ein paar Zeilen, die ihr wieder Mut machen sollen. Ich bin sicher, sie freut sich darüber.

Das mit deiner Mutter tut mir so leid für dich, sie war sicher eine sehr tapfere Frau, sei stolz auf sie. Und ich glaube, dass sie das Aufwachsen deiner Tochter mitbekommt, auch wenn sie nicht mehr da sein kann, aber wer weiss, was nach dem Tod kommt. Ich bin sicher, dass mit dem Sterben nicht alles vorbei ist, und das ist mir ein kleiner Trost in dem ganzen Leid.

Ich denke mir so oft, wir sollten im Alltag viel liebevoller miteinander umgehen, das Leben ist zu kurz, um in Unfrieden zu leben.

Ich wünsche dir alles Liebe und Gute

Shaleen

Liebe Shaleen!
Ich freue mich sehr, dass ich vielleicht mit meinen Zeilen ein wenig helfen kann. Und sei meine Hilfe nur ganz gering, es ist für mich doch von großer Bedeutung.
So kann ich für jemanden, auch wenn ich ihn überhaupt nicht kenne, etwas tun. Das gibt mir persönlich immer etwas Auftrieb, weil ich das Bedürfnis habe, Menschen bei so einem Thema zu unterstützen. Das hilft mir in meiner Trauer.

Wir haben nach dem Tod meiner Mutter die zahlreich erhaltenen Geldspenden der Deutschen Krebshilfe gespendet. Wir spenden regelmäßig an ein seriöses Institut, wo man auch weiß, dass das Geld wirklich der Forschung zu Gute kommt. So kann man was für Menschen, die leiden, tun. Vielleicht profitiert man auch selbst daran.

Ich habe noch heute Kontakt zu Schwestern, Ärzte und Patienten von der Station, wo meine Mutter lag. Leider werden die Kontakte zu den Patienten immer weniger. Die, die dauerhaft eine Heilung wiederfahren, sind gering. Aber es gibt sie. Ich habe auch dieses "auf ein Wunder warten" erlebt. Eine Frau, die aufgegeben wurde, hat es vorerst geschafft.
Wiederum habe ich einen 17jährigen kennengelernt, der die Chemo und die künstliche Nahrung ablehnte. So gegensätzlich ist es, das muss jeder Mensch für sich entscheiden.

Ja, meine Mutter war tapfer. Ich fragte mich, wie das alles ein Mensch aushalten konnte.
Er kann! Der Mensch hält alles aus, wenn er will. Aber irgendwann geht die Kraft zu Ende, auch wenn der Lebenswille noch so groß ist.

Da fällt mir noch was ein: Meine Mutter hatte alle Möglichkeiten der Therapie ausgeschöpft. Sie hatte das Glück, in eine sogenannte "Studie" zu kommen. Dann kann der Patient neue Präparate, die noch in der Forschung sind, erhalten. Da wird man nicht als Versuchskaninchen benutzt. Wenn nichts mehr möglich ist, kann sowas Hoffnung sein. Es kommt da aber nicht jeder rein. Danach fragen kann man aber mal, meine ich. Auch an Leberkrebs wird geforscht.

Leider glaube ich nicht so richtig an ein Leben nach dem Tod. Was sollte danach kommen? Meiner Tochter erzähle ich zwar, dass Oma im Himmel ist (was ich auch gern glauben will) und immer sieht, was sie tut. Sie begreift es nicht mit ihren 4 Jahren, warum sie für immer weg ist. Sie will Oma im Himmel besuchen und legt immer Bilder auf das Grab oder küßt ihr Foto, ohne das ich sie je zu sowas animiert hätte. Ich dachte immer, Kinder vergessen schnell.

Deinen letzten Satz fand ich sehr treffend: Das Leben ist zu kurz, um in Unfrieden zu leben. Das sehe ich genauso. Ich habe auch diese Einstellung zum Leben bekommen und lebe nun zufriedener und bewußter.

Nun ist mein Artikel wieder länger geworden als gewollt. Es tut mir auch gut, mich einfach mal mitzuteilen und meine Gedanken freien Lauf zu lassen. Danke fürs lesen.

Alles Gute. Sie schafft das schon.

LG Kati

(falls Du mal mailen willst: Kati10@gofeminin.de)

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